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Rollenspiel - Teil 29 bis 32

Kapitel 29

Mit ziemlich guter Laune öffnete Duo die Tür zu ihrer Wohnung. Im Flur herrschte immer noch große Unordnung, Renovierungsmaterial stand herum, aber das würde auch bald ein Ende haben. "Ich bin wieder da," verkündete er.

"Endlich," kam es aus dem neuen Badezimmer hervor.

Neugierig folgte Duo der Stimme und fand Heero in mitten eines großen hellen, vor Sauberkeit glänzenden Raumes. "Oh Wow," rief Duo aus. "Das sieht ja wirklich perfekt aus."

Heero drehte sich zu ihm um und nickte mit einem Freudenlächeln. "Ja, die haben wirklich ganze Arbeit geleistet."

Dem konnte Duo nicht widersprechen. Das Badezimmer war der einzige Raum bei dem er und Heero dann doch lieber Profis dran gelassen hatten. Und so war innerhalb weniger Tage aus dem ehemals nüchternden, funktionalen Raum ein Badetraum geworden. Duo schielte auf die große Badewanne die sich durch betätigen einiger Düsen in eine Art Whirlpool verwandeln ließ. "Die sollten wir bald einweihen," verkündete er mit schiefen Grinsen.

Heero trat direkt neben ihn und nahm in fest in seine Arme. "Unbedingt," bestätigte er und küsste Duo sprachlos. Nach etlichen Augenblicken lösten sich ihre Münder aber sie hielten sich immer noch im Arm. Auch als Heero Duo in das Wohnzimmer führte. Jetzt wo auch das Bad fertig war, mussten sie sich nur noch um die zwei Arbeitszimmer kümmern, danach würde ihre neue Wohnung endlich fertig sein. Sie hatten sich sehr angestrengt in den letzten Wochen um soweit zu kommen. All diese Arbeit war auch eine willkommene Ablenkung zum baldigen Prozess gewesen. "Wie war die Therapiestunde?" fragte Heero als sie beide es sich auf dem neuen Sofa bequem gemacht hatten.

"Als geheilt entlassen. Bin jetzt keine Gefahr mehr für die Menschheit," grinste Duo breit. Heute war die letzte Stunde gewesen und er war mehr als froh das endlich hinter sich zu lassen.

"Baka," schüttelte Heero seinen Kopf. "Das stand doch nie zur Debatte."

Duo küsste den anderen wieder. "Ist mir auch klar. Aber es ist auch gut jetzt die offizielle Bestätigung zu haben. Dr. Moss hat ihr Gutachten über mich so gut wie fertig getippert und sie wird zu meinen Gunsten im Prozess aussagen. Damit wir Gordon gleich allen Wind aus den Segeln nehmen können. Bin ich froh das ich nicht mehr zu diesen Sitzungen muss. Da laufen ein paar ganz schön kranke Typen rum."

"Zu denen du nicht gehörst!" bestätigte Heero eindringlich. Es war für Duo ein mehr als befriedigendes Gefühl dass Heero immer sofort auf seiner Seite war und ihn gegen Gordon verteidigte. Auch wenn Heero manchmal noch immer an den Folgen von Gordons jahrelanger Gehirnwäsche litt, er ließ es nie zu, dass dieser etwas böses über Duo sagte. Diesen Kampfgeist schätzte Duo an seinem Partner sehr.

"Natürlich nicht," stimmte Duo zu. "Aber ich will nicht leugnen dass diese Therapie auch mehr als nur dieses Gutachten gebracht hat. Mir ist wirklich klar geworden, dass ich die Situation damals mit Gordon besser hätte lenken können. Ohne dass ich ihn mit einer Waffe verletze. Ein Kinnhaken hätte auch gereicht." Als Heero aufbegehren wollte legte Duo schnell seinen Zeigefinger auf dessen Mund und brachte ihn so zu schweigen. "Das war ein Scherz. Ich hätte mich erst gar nicht von ihm provozieren lassen sollen. Du siehst es ja, ich hatte die momentane Befriedigung ihm einen Pfeil in den Hintern zu schießen und er dreht das ganze wieder so hin dass er das arme Opfer ist und will mich nun finanziell ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Dieser Fehler wird mir nie mehr passieren."

"Gut," sagte Heero nur.

"Aber meine Rache will ich trotzdem. Das hat er sich verdient. Nicht wegen mir, sondern wegen dem was er dir angetan hat," grummelte Duo.

"Dagegen sag ich ja gar nichts. Uns wird schon was einfallen, wenn wir erstmal die Verhandlung hinter uns haben."

"Oh ja. Ich glaub Quatre ist schon die ganze Zeit am planen." Duo hätte sich am liebsten vor Vorfreude die Hände gerieben. Sie würden es Gordon schon noch zeigen. Das ‚Ob' war nicht die Frage, sondern nur das ‚Wann' und das ‚Wie'. Aber wie immer brachte dies etwas anderes ganz prominent in Duos Gedanken. "Nur noch eine Woche," sagte er und schüttelte sich leicht.

"Das wird schon werden," versuchte Heero ihn zu beruhigen.

"Ich weiß. Q's Anwälte sind klasse. Und eigentlich geht's ja auch um nichts Wichtiges. Nur Geld - und das kann ich zur Not verschmerzen. Außerdem will ich die Sache endlich hinter mich bringen. Nach dem Prozess wird es hoffentlich endlich ruhiger um die ganze Sache. Ich bin es leid jeden zweiten Tag etwas neues über uns oder Gordon zu lesen. Man könnte ja auf die Idee kommen außer uns passiert sonst nichts Interessantes auf der Welt."

"Wir sollten nach dem Prozess mal weg von hier," bestätigte Heero. "Irgendwohin wo es keine Presse gibt. Quatre hat uns eine seiner Privatinseln in der Karibik angeboten. Dort könnten wir mal etwas ausspannen."

Vor Duos innerem Auge erschien das Traumbild eines strahlendweißen Sandes umrahmt vom blauen Meer. Oh ja das könnte er sich für eine oder zwei Wochen sehr gut vorstellen. "Phantastische Idee Heero. Dann kriegen wir den ganzen Rummel nach dem Prozess hier gar nicht mit."

"Gut, ich werde das dann mit Q klar machen." Dann drückte Heero Duo wieder an sich. "Du bist wirklich aufgeregt wegen der Sache, oder?"

Duo lachte kurz. "Komisch nicht? Vom Kopf her weiß ich dass mir nichts schlimmes passieren kann. Es ist wirklich nur Geld. Wenn ich die Anwälte richtig verstanden hab, dann werden die hundert Millionen eh vom Tisch sein sobald meine Vermögensverhältnisse öffentlich gemacht werden. Das Geld von der Regierung hatte ich damals sowieso gespendet, ebenso alle Einnahmen meines zweiten Buches und auch einen Großteil meiner sonstigen Bucheinnahmen. Gordon hat wohl gedacht ich bin so megareich wie du. Der wird sich schon noch wundern." Duo machte eine kurze Pause, während der Heero ihn erwartungsvoll anblickte. "Aber ich schweife ab. Wie gesagt, vom Kopf her weiß ich dass ich höchstens Geld verliere. Aber deshalb werde ich nicht in der Gosse landen. Und ich kann mit meinen Büchern und dem was wir jetzt zusammen mit WW auf die Bühne stellen bald wieder gutes Geld machen. Ich werde dem Geld keine Träne hinterher weinen. Mich stört es nur dass Gordon das ganze wieder zu einer großen Bühne für seine verdrehte Geschichte machen wird. Dass er wieder dir damit wehtun wird. Und davor hab ich - ich will nicht sagen Angst, das ist ein zu starkes Wort - aber es lässt mich mit Aufregung an die nächste Woche denken."

Heeros Gesichtsausdruck wurde sehr ernst. "Duo, ich bin nicht wichtig."

Duo wollte schon empört aufbegehren als der andere hastig weiter redete. "Versteh es nicht falsch. Natürlich möchte ich auch nicht, dass Gordon seine Lügen weiter verbreitet. Ich will nicht dass er unsere gemeinsamen Jahre zu seinem Vorteil ausnützt. Aber ob er es jetzt in dem Prozess macht, oder gegenüber der Presse oder in der Autobiographie die bald herauskommen wird, nichts scheint ihn davon abzuhalten. Und deshalb ist es jetzt nur wichtig dass du dich auf den Prozess konzentrierst und versuchst das beste daraus zu machen."

Duo knurrte bei dem Gedanken an die angekündigte Autobiographie. Natürlich waren Heeros Anwälte schon Gewehr bei Fuß und sie würden versuchen die größten Lügen nicht an die Öffentlichkeit kommen zu lassen, aber ein Skandal würde es sicher wieder werden. Andererseits, inzwischen war sicherlich jede Behauptung von Gordon sowieso schon mindestens in drei verschiedenen Zeitungen erschienen. War es nicht immer so, dass man sich an jeden Dauerschmerz gewöhnen konnte? Gordon war lästig wie eine Stechmücke, aber irgendwann hörten auch seine Stiche auf weh zu tun. "Ich bin trotzdem aufgeregt," gab Duo zu.

"Das ist auch in Ordnung Duo. Solange du dich trotzdem auf alles im Prozess konzentrieren kannst und dich von Gordon nicht wieder provozieren lässt."

"Da besteht keine Gefahr. Ich hab gelernt zu denken bevor ich handle, oder zumindest erst einmal bis zehn zu zählen. Und Dr. Moss hat mir Bachblüten verschrieben."

"Was ist das?" hakte Heero erstaunt nach.

"Das wird mir helfen mich nicht so sehr aufzuregen."

"Drogen?" leichtes Entsetzen spielte in Heeros Stimme mit. Er hatte wohl immer noch nicht hundertprozentig überwunden dass Duo in seiner Jugend mit vielen Drogen experimentiert hatte. Zwar war Duo niemals abhängig gewesen aber er hatte in seiner schlimmen Zeit schon so einiges eingeworfen.

Duo lachte und küsste Heeros gerunzelte Stirn. "Keine Drogen. Du glaubst doch wohl nicht, dass ich wie ein Valiumzombie in meinem Prozess hocken möchte. Da muss ich topfit im Kopf sein. Nein Dr. Moss hat's mir erklärt, dass sind Extrakte von verschiedenen Blüten. Ein homöopathisches Mittel das mir helfen wird mich nicht ganz so sehr aufzuregen. Es soll mein Herz-Chi wieder in Einklang bringen. Oder so. Und damit helfen dass ich vielleicht nur auf 180 und nicht auf 240 geh."

Heero sah zweifelnd drein. "Das hört sich nicht sehr wissenschaftlich an."

Duo musste aus tiefstem Herzen lachen. "Das hab ich Dr. Moss auch gesagt. Ist wahrscheinlich ne Glaubenssache. Es würde auch garantiert nichts schaden die Tropfen zu nehmen. Aber keine Sorge, ich werde es nicht tun."

"Wieso nicht?" kam es überrascht zurück.

Duo kuschelte sich an den ehemaligen Wing Piloten. "Ich brauch keine Tropfen um den Prozess durchzustehen. Ich brauch nur dich und deine Unterstützung. Ich weiß dass du zu mir stehst und das gibt mir unheimliche Kraft. Das lässt mich ruhiger werden. Du bist praktisch meine Bachblüte."

Heero verzog sein Gesicht zu einer lustigen Fratze. "Ich bin mir nicht sicher, dass das ein Kompliment ist."

Duo lachte wieder. "Ich geb gerne zu, Heero ‚Bachblüte' Yuy klingt nicht nach viel. Aber ich mein es ernst. Solange du bei mir bist kann mir nichts etwas anhaben."

"Das weiß ich Duo. Und es beruht auf Gegenseitigkeit. Ich hätte nie gedacht, dass ich dich wiederkriege. Das ich wieder glücklich sein kann. Letztes Jahr war wirklich schlimm ohne meine Sorge um Wing wäre ich sicher durchgedreht. Aber zusammen mit dir haben sich die Probleme praktisch in Luft aufgelöst." Heero schwieg für einen Moment, wahrscheinlich weil er es immer noch nicht gewöhnt war seine Gefühle so offen kund zu tun. Dann lächelte er verschmitzt: "Aber trotzdem, wenn du mich vor Wufei ‚Bachblüte' nennst, dann wird das deine Mangasammlung nicht überleben."

Duo kicherte und faste sich theatralisch ans Herz. "Du willst dich an meinem Schatz vergreifen? Ungerechtigkeit." Dann brachen sie beide in einen Lachanfall aus der einige Momente andauerte.

Als sie sich endlich beruhigten, wischte sich Duo die Lachtränen aus den Augenwinkeln. "Es ist übrigens noch etwas passiert heute." Auf Heeros fragenden Blick redete er weiter: "Gordons Anwälte haben meine kontaktiert. Haben ein Schlichtungsgespräch vorgeschlagen."

"Wieso?" fragte Heero erstaunt.

Duo zuckte mit den Achseln. "Meine Anwälte vermuten dass er wohl seine Felle davon schwimmen sieht. Ich mein er hat es ja nicht durchsetzen können, dass es ein Geschworenenprozess wird." Das war praktisch ein kleiner Sieg für Duo gewesen, als der Richter im Vorfeld verkündet hatte, dass er die Klage nicht für einen Geschworenenprozess würdig hielt. Zwar ging es um viel Geld aber nicht um eine große Tat. Außerdem hatte er bezweifelt dass es bei der Öffentlichkeit die die Geschichte schon kannte, überhaupt noch unbefangene Personen für dieses Amt gab.

Jetzt würde Gordon nicht vor einem großen Publikum seine dramatische Geschichte aufführen können und so punkten, sondern es würden eher Tatsachen zählen. Als der Richter dies verkündet hatte, hatten Duo und die anderen Gundam Piloten mit Champagner angestoßen.

"Und meine Anwälte meinten dass es vielleicht möglich wäre in so einem Schlichtungsgespräch zu einer Einigung zu kommen."

"Also kein Prozess?"

"Dann nicht. Allerdings würde ich dann sicherlich so um die 10 Millionen hinblättern müssen."

"Besser als hundert," gab Heero zu bedenken.

Duo grinste. "Sicher, das hört sich gut an."

"Aber?" hakte Heero nach.

"Aber ich denke nicht dran klein beizugeben. Wenn ich mich mit dem Zwerg jetzt gütlich einige, dann wird er es als Sieg für sich verbuchen. Nein, lass mich ausreden. Die Anwälte haben es mir lang und breit erklärt und es hört sich wirklich gut an. Davon abgesehen dass der leidige Prozess nicht stattfinden würde und wir die Geschichte endlich hinter uns hätten. Aber das gönne ich Gordon einfach nicht."

"Aber was ist wenn du im Prozess verurteilt wirst mehr zu zahlen?"

"Dann muss ich das hinnehmen. Es wird weh tun und ich gönne Gordon das auch nicht. Aber ich gebe es ihm nicht freiwillig. Dann wird ein ordentliches Gericht entscheiden dass mein kleiner Ausraster mit dem Pfeil soviel an Strafe verdient. Und das ist etwas anderes, als wenn ich Gordon einfach so Geld in den Rachen schiebe. Und deshalb wird es keinen Deal geben. Es sei denn, und bitte sei ehrlich zu mir Heero. Es sei denn du möchtest das. Wir wissen beide dass in dem Prozess all die Lügen die Gordon über dich verbreitet hat wieder ans Tageslicht gezerrt werden. Wenn du das nicht möchtest, dann stopf ich ihm liebend gern alle meine Millionen in den gierigen Hals." Duo blickte seinen Freund tief in die Augen.

Heero schien lange zu überlegen. Doch dann schüttelte er den Kopf. "Wir kennen Gordon. Der wird nie aufhören. Und du hast Recht, wenn du es ihm freiwillig zahlst, verbucht er es als seinen Sieg. Mach dir keine Sorgen um mich, alles was er in dem Prozess sagen kann, hat er schon tausendmal verkündet. Wir dürfen nicht mehr zurückstecken wegen ihm. Mach ihn fertig vor Gericht."

Duo hatte gehofft das Heero diese Entscheidung treffen würde. "Das werde ich. Versprochen."



Kapitel 30

Aufgeregt blickte sich Duo um und versuchte nicht nervös auf dem Stuhl hin und her zu rutschen. Quatre und seine Anwälte hatten ihn eindringlich darauf hingewiesen dass er während der Verhandlung so ruhig und gelassen bleiben sollte wie möglich.

Die hatten natürlich auch gut reden. Die Anwälte waren ja täglich vor Gericht, Duo zum allerersten Mal - wenn man von dem einen Militärtribunal damals im Krieg absah. Aber auch da hatte er keinen Grund gehabt nervös zu sein, denn es war ihm von Anfang an klar gewesen was OZ mit einem Gundam Piloten machen würde. Und mit der Ignoranz eines Teenagers hatte er es gelassen hinnehmen können. Doch jetzt war die Sache anders. Ganz anders, auch wenn es nicht um Leben und Tod sondern nur Geld ging. Und darum dass Gordon dies garantiert wieder als seine Bühne nutzen würde.

Noch einmal ließ Duo seinen Blick über den ganzen Gerichtssaal streifen. Es waren erstaunlich viele Leute anwesend. Aber andererseits hatte Gordon ja schon im Vorfeld für soviel Pressewirbel gesorgt dass das Interesse der Leute an dieser kleinen Verhandlung viel zu groß war. Soweit Duo es verstanden hatte, hatte der Richter sogar eine Limitierung für Presseangehörige ausgeben müssen. Scheinbar hatten die sich um Plätze im Saal fast geprügelt. Das alles half Duo natürlich nicht unbedingt dabei, ruhiger zu werden.

Duo war sich sicher, dass er alles besser ertragen könnte, wenn Heero jetzt neben ihm sitzen würde. Aber genau wie seine Freunde saß Heero durch eine Art hüfthohen Zaun von ihm getrennt, auf der ersten Bank der Zuschauerreihe. Es half Duo zu wissen dass sie alle da waren, aber Heeros Hand zur Beruhigung halten zu können wäre noch besser gewesen.

Also musste er sich jetzt auf die beruhigende Präsenz von Quatres Anwälten verlassen. Vielleicht sollte er auch langsam anfangen sie als seine Anwälte zu bezeichnen, schließlich waren sie das auch. Aber da sie von Quatre stammten hatte sich diese Bezeichnung bei Duo eingeprägt. Kirk und Mathiews wirkten so ruhig und gelassen, wie Duo es hätte sein sollen.

Ein schneller Seitenblick nach links zeigte ihm das Gordon so selbstsicher wie nur irgendwas dasaß. Wie Gordon es schaffte sich immer so darzustellen war Duo ein Rätsel, er konnte nur hoffen dass er irgendwann einmal diese Visage nie wieder sehen würde. Es schüttelte Duo immer noch mit Ekel wenn er daran dachte dass dieser Typ jahrelang mit Heero zusammen gewesen war und Heero für seine eigennützigen Zwecke ausgenutzt hatte. Aber Duo hatte gelernt dass es nichts brachte über die Vergangenheit zu lamentieren. Er und Heero hatten beide Fehler gemacht - er besonders - und das ließ sich nicht mehr ändern. Umso wichtiger war es, dass sie diese Fehler niemals wiederholen würden. Das sie jetzt wussten dass es für immer war.

Irgendwie machte Duo dieser Gedanke dann doch ruhiger. Es ging schließlich tatsächlich nur um Geld. Und das war bei weitem das unwichtigste in Duos Leben. Er würde niemals in der Gosse landen, diese große Furcht seiner Jugend hatte er erfolgreich überwunden. Und wenn er jetzt Gordon etliche Millionen in den Rachen stopfen musste, dann war es eben so. Hauptsache er und Heero waren zusammen.

Plötzlich erstarb das allgemeine Gemurmel und die Leute fingen an aufzustehen. Duo begriff dass der Richter den Saal betrat und machte es seinen Anwälten nach. Er wusste nicht ganz genau was alles in diesem Prozess wann stattfinden würde. Er hatte eine grobe Übersicht von den Anwälten bekommen, aber so ganz verstanden hatte er nicht alles. Aber sie hatten ihm versichert dass dies auch gar nicht nötig sein würde. Er bräuchte nur offen und ehrlich antworten und den Rest ihnen überlassen. Da Kirk und Mathiews absolut selbstsicher gewirkt hatten als sie dies erzählten und auch Quatre nicht protestiert hatte, nahm Duo das einfach mal hin. So genau wollte er auch gar nicht verstehen wie ein Prozess ablief, denn er hoffte niemals wieder einem beiwohnen zu müssen. Zumindest nicht als Angeklagter.

Ein Mann mittleren Alters, gehüllt in die schwarze Richterrobe hatte den Raum betreten und war mit forschem Schritt an den Richtertisch getreten. Garrison hieß der Mann wenn sich Duo nicht täuschte. Experte für Schadensersatz-Verhandlungen. Und da Richter Garrison entschieden hatte dass dieser Fall keine Geschworenen benötigte hatte er schon mal einen großen Stein bei Duo im Brett. Auch wenn man daraus keinerlei Sympathie für eine der Seiten ableiten konnte, wie die Anwälte erklärt hatten.

Der Richter setzte sich und alle anderen Menschen im Raum taten es ihm nach. Dann klopfte er mit einem Hammer und danach herrschte absolute Ruhe im Saal. "Wir beginnen jetzt mit der Rechtssache Jones gegen Maxwell!" verkündete der Gerichtsdiener.

Duo liefen noch einmal kalte Schauer über den Rücken aber dann zwang er sich regelrecht dazu aufzupassen was geschah.

Auf jeden Fall passierte nicht das was er erwartet hätte. Schließlich kannte Duo Verfahren nur aus diversen Fernsehserien, deshalb verwunderte es ihn schon ein wenig, dass weder Gordons Anwälte noch seine jetzt ein großes Startplädoyer abhielten und stattdessen der Gerichtsdiener nur die Klageschrift vorlas. Aber wahrscheinlich war bei einem so kleinen Verfahren alles anders als im Fernsehen. Und es war ja wirklich nur ein kleines Verfahren. Auch wenn es um viel Geld ging.

Die Überraschung ging weiter, als es danach immer noch nicht mit Befragungen von Zeugen weiter ging, sondern der Finanzexperte der in den letzten Wochen Duos Finanzen sortiert hatte in den Zeugenstand gerufen wurde. Aber dann erinnerte sich Duo daran, dass ja die mögliche Strafe an seinem Vermögen angeglichen werden sollte, also machte das vielleicht tatsächlich Sinn das als erstes festzustellen.

Erstaunt lauschte er den Ausführungen des Mannes. Zwar hatte Duo die Zahlen auf dem Papier gesehen - und er kannte sie auch von seinen jährlichen Steuerbescheiden. Aber als alles zusammen hier aufgezählt wurde war doch eine ganz andere Sache. Und er wunderte sich selbst auch über die Menge des Betrages. Er wusste dass er reich war, aber so reich? Immerhin hatte er doch auch viel gespendet.

Trotzdem schien es nicht genug zu sein, denn Gordon warf ihm einen bösen Blick zu. Und Gordons Anwalt hakte mehrmals nach ob auch tatsächlich alle Vermögenswerte angegeben worden waren. Der anderen Partei schien jetzt wohl aufzugehen dass die hundert Millionen für immer vom Tisch waren. Auch wenn sie Duo immer noch wie eine Weihnachtsgans ausnehmen konnten.

Nach diesem Vorgeplänkel schien es aber dann tatsächlich endlich richtig los zu gehen. Und gleich als erstes rief die gegnerische Seite Gordon in den Zeugenstand.

Duo biss die Zähne zusammen, versuchte aber äußerlich ruhig zu bleiben. Er ahnte was jetzt kommen würde und es gefiel ihm gar nicht. Doch es ließ sich auch nichts daran ändern, dass Gordon jetzt seine Show abziehen würde.

Der große rothaarige Mann ging langsam zum Zeugenstand und setzte sich ganz vorsichtig hin. So als würde er dabei Schmerzen empfinden. Duo hätte gern empört geschnaubt - schließlich war die Sache schon Monate her und inzwischen sollte die Wunde verheilt sein. Aber seine Anwälte hatten ihn dringend davor gewarnt auf so eine Weise in die Befragung einzugreifen.

Als erstes wurde Gordon vom Gerichtsdiener zu den Angaben zu seiner Person befragt. Dann schien es endlich loszugehen. Duo konnte sich nur wundern, wie geschickt Gordon sein Mienenspiel unter Kontrolle hatte. Das arrogante Arschloch wirkte hier wie ein bescheidener Mann dem großes Unrecht getan worden war. Gordon hatte wahrlich seine Berufung verfehlt. Er hätte Schauspieler werden sollen.

Thompson - der Anwalt von Gordon - war von seinem Sitz aufgestanden und ging langsam auf und ab. "Mr. Jones, können Sie dem Gericht beschreiben wie es zu diesem Angriff durch Mr. Maxwell gekommen ist.?"

Gordon lächelte bescheiden und falsch. Dann fing er mit ruhiger, fast eingeschüchterter Stimme an zu reden. "Nun, ich war auf der Fantasy Convention um dort ein neues Spiel vorzustellen an dem ich mitgearbeitet habe. Am Abend des ersten Tages bin ich dann durch Zufall auf Heero - auf Mr. Yuy gestoßen."

"Was passierte dann?" hakte Thompson nach.

"Heero und ich waren mehre Jahre ein Paar. Letztes Jahr im Juli haben wir uns dann getrennt. Es war keine nette Trennung, es gibt noch viele wunde Punkte zwischen uns. So hatte Heero mich unter anderem dazu gezwungen die Trennung für ein halbes Jahr geheim zu halten und solange vor der Presse weiterhin das glückliche Paar zu spielen. Diese Zeit war wirklich schlimm für mich."

"Wie hat er sie dazu gezwungen?" Thompson verstand es seine Stimme voller Mitgefühl klingen zu lassen.

Duo wurde unruhig und warf seinen Anwälten empörte Blicke zu. Wäre es nicht langsam an der Zeit mal Einspruch zu erheben? Wieso ließen sie Gordon so einfach sein Gift verspritzen?

"Im Grunde durch eine Art Abfindungsvereinbahrung. Er stellte mir einen sehr großen Betrag in Aussicht wenn ich mich fügen würde. Wenn ich nicht auf seine Bedingungen eingehen würde, dann drohte er mir damit dass ich weniger Geld bekommen würde. Heero - Mr. Yuy - ist ein sehr mächtiger Mann, deshalb bin ich darauf eingegangen, obwohl es mich das halbe Jahr fast zerrissen hat, vor der Presse die Fassade aufrecht zu erhalten. Aber ich wollte auch nach sieben aufopferungsvollen Jahren an seiner Seite - Jahre in denen ich seine kalte, lieblose Art so gut es ging ertragen habe - nicht ohne einen Pfennig dastehen. Ich schäme mich dafür, dass ich meine Integrität für diese 30 Silberlinge verkauft habe aber ich habe keinen anderen Ausweg gesehen."

"Sie sagen Mr. Yuy wäre ein mächtiger Mann. Hat er sie gezwungen darauf einzugehen?"

Gordon gab das perfekte Bild eines Märtyrers ab. Tapfer lächelte er und schüttelte leicht den Kopf. "Nicht direkt gezwungen. Aber er war sehr aufgebracht und ich habe mich gefürchtet. Immerhin war er früher ein Gundam Pilot - ein Terrorist der über Leichen ging. Und so kalt und emotionslos wie er sich die letzten Jahre mir gegenüber verhalten hatte konnte ich auf keine Gnade hoffen. Deshalb hab ich zu allem ja und Amen gesagt, das er von mir verlangte."

Duo war sehr empört und kurz davor selbst ‚Einspruch' zu rufen. Doch dann bemerkte er die Hand von Kirk auf seinem Bein. Als er zur Seite schaute, sah er wie der Anwalt fast unmerklich mit dem Kopf schüttelte. Das beruhigte Duo ein wenig. Aus irgendeinem Grund wollten die Anwälte wohl dass Gordon diese ganzen Lügen verbreitete. Duo entschied sich die Anwälte gewähren zu lassen. Auch wenn es ihm lieber gewesen wäre, wenn jetzt jemand mit einem rostigen Messer Gordons verlogene Zunge raus geschnitten hätte.

"Kommen wir zurück zum Abend der Tat. Sie sind also auf Ihren ehemaligen Partner Mr. Yuy gestoßen. Was ist dann geschehen?" fragte Thompson.

Gordon blickte verschämt auf den Boden. Dann sagte er, "Wider besseren Wissens bin ich zu ihm gegangen. Ich wollte mit ihm sprechen. Über all die Dinge die in der Zwischenzeit passiert sind. Ich hatte ja in den Wochen vor der Tat sein Verhalten in der Presse angeprangert. Das war die einzige Möglichkeit für mich, mit meinem Gewissen ins Reine zu kommen. Und jetzt wollte ich mit ihm reden um zu erfahren ob er sich in der Zwischenzeit geändert hätte. Ob er begriffen hätte wie sehr er mich in den Monaten, nein eigentlich in den Jahren zuvor verletzt hatte."

Gordon machte eine dramatische Pause. "Doch die Hoffnung war umsonst. Heero war kalt wie eh und je. Er wollte sich auf keine vernünftige Diskussion einlassen. Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich im Eifer des Gefechts dann auch lauter geworden bin. Ich wollte aus ihm irgendeine Reaktion herauskitzeln. Sie wissen ja nicht wie schlimm es ist, zu versuchen einen so unnahbaren Eisklotz zu erreichen. Er stand nur da und alles was ich ihm sagte prallte an ihm ab. Aber ich konnte auch nicht aufhören mit ihm zu reden, denn ich musste etwas wichtiges erfahren."

"Inwiefern?"

"Ich hatte Gerüchteweise gehört dass Heero auf der Convention mit einem neuen Freund aufgetaucht ist. Ich wollte von Heero wissen um wen es sich handelte."

"Waren sie neugierig? Oder gar eifersüchtig?"

Gordon schüttelte vehement seinen Kopf. "Auf keinen Fall. Ich wollte nur wissen wer der bedauernswerte Mann ist um ihn vor Heero zu warnen. Es sollte niemand das gleiche Schicksal ereilen wie ich." So unglaublich es klang, es lief sogar eine einzelne Träne auf Gordons linker Wange entlang.

Duo war sich jetzt sicher das der Zwerg seine Berufung verfehlt hatte. Er hätte wirklich Schauspieler werden sollen. Oder Drehbuchautor für Telenovelas. Das war doch wirklich der schlimmste Schund den der hier ablieferte! Aber Duo war klar dass in einem Geschworenenverfahren jetzt alle auf Gordons Seite stehen würden. Dazu brachte er das arme Opfer viel zu perfekt rüber. Auch die Journalisten die in den letzten Reihen saßen schienen das zu glauben. Duo mochte sich gar nicht vorstellen welche Rührgeschichten am nächsten Tag in der Presse breitgetreten werden würden.

"Was ist dann passiert?"

"Plötzlich ist Mr. Maxwell neben Heero aufgetaucht."

"Sie kannten den Angeklagten?"

"Leider ja. Mr. Maxwell war mit Heero zusammen bevor ich und Heero ein Paar waren. Damals war Mr. Maxwell ziemlich bekannt an unserer Universität. Bekannt dafür Drogen zu nehmen und keinen Streit auszulassen. Er schien es auch nicht zu verstehen, dass sich Heero mehr zu mir hingezogen fühlte und versuchte uns das Leben so schwer wie möglich zu machen. Er hat sich mir gegenüber auch immer absolut unmöglich benommen. Ich hatte damals schon Angst vor ihm, so wild und durchgedreht wie er war. Aber das hätte bedeutet Heero aufzugeben und damals als ich noch nicht wusste wie kalt Heero sein würde hab ich mein möglichstes getan um diese Beziehung zum funktionieren zu bringen. Ich war sehr froh als Mr. Maxwell endlich in eine andere Stadt gezogen ist und uns mehr oder weniger in Ruhe gelassen hat. Natürlich hat er versucht Heeros Freundeskreis gegen mich aufzubringen. Er hat mich hinter meinem Rücken nur ‚den Zwerg' genannt und auch sonst alles getan um mein Leben schwer zu machen."

"Was hat Mr. Maxwell an diesem speziellen Abend getan?"

"Nun, er hat sich zwischen mich und Heero gedrängt. Und dann fing er an mit mir zu streiten. Mir die absurdesten Vorwürfe zu machen. Dann ließ er durchblicken dass er und Heero wieder ein Paar wären."

Gordon holte tief Luft und redete dann leise weiter. "Im Nachhinein betrachtet hat es mich nicht wirklich gewundert. So wie er immer gegen mich integriert hat, hätte mir klar sein müssen, dass er Heero wieder für sich haben wollte. Aber ich war an dem Abend so geschlaucht von der vorangegangenen Diskussion mit Heero, dass ich davon total überrascht wurde. Dann hat Mr. Maxwell mir gedroht weil ich angeblich Heero in der Presse schlecht machen würde. Dabei habe ich nur die reine Wahrheit verkündet! Und das auch nur um irgendwie an Heero heranzukommen. Er hat sich nach unserer Trennung derart abgeschirmt dass ich noch nicht einmal mit ihm telefonieren konnte. Naja, wie gesagt ich war aufgebracht. Aber mir war klar dass es nichts mehr bringen würde dort weiter zu diskutieren. Darum bin ich gegangen. Doch unvorsichtig wie ich war, hab ich noch etwas zurück gerufen, als ich schon fast vom Ort des Geschehens weg war."

"Was war das?"

"Ich weiß nicht mehr jedes Wort auswendig, aber ich hatte etwas in der Art gesagt, dass ich der ganzen Welt verkünden würde wie die beiden wirklich sind. Ich meine, Mr. Maxwell führt sich überall wie eine Art Mutter Theresa auf, mit all seinen Wohltätigkeitsorganisationen. Aber im Krieg war er einer der am meisten gefürchteten Gundam Piloten. Und nach dem Krieg hat er jede Droge eingeworfen die damals In war, ist wegen seines Verhaltens sogar von der Universität geflogen. Ich fand es an der Zeit das die Öffentlichkeit erfuhr wen sie da als ‚Gutmensch' anbeteten."

"Und dann?"

"Ich weiß es nicht genau. Ich hatte den beiden meinen Rücken zugewandt. Plötzlich durchfuhr mich ein schrecklicher Schmerz. Ich bin zu Boden gestürzten und hab mich vor Schmerzen gewunden. Irgendwann habe ich dann begriffen was geschehen ist. Mr. Maxwell hat mich mit einem Pfeil beschossen. Das war Teil seines Kostüms für die Convention."

"Und deshalb sind wir hier?"

"Ja. Die Verletzung war unheimlich schmerzhaft. Ich konnte wochenlang nicht sitzen. Ich musste in eine Fachklinik damit ich keine Narbe zurückbehalte. Und zu alledem wurde ich auch noch der Lächerlichkeit preisgegeben. Plötzlich kursierten überall Fotos davon wie ich mit dem Pfeil im Allerwertesten auf dem Boden lag. Und alle machten sich darüber lustig. Hielten es für ein Witz anstatt zu sehen, dass ich von einem Wahnsinnigen mit einer tödlichen Waffe angegriffen worden bin. Ich weiß, mit diesem Prozess gebe ich mich noch mehr der Lächerlichkeit preis. Aber ich muss es tun. Ich kann nicht zulassen, dass Mr. Maxwell glaubt über dem Gesetzt zu stehen. Auch als Gundam Pilot darf er Menschen nicht verletzen. Und ich hoffe das die Strafe seiner Tat angemessen ist. Vielleicht können dadurch andere Menschen vor Schaden bewahrt werden. "

"Danke Mr. Jones," erklärte der Anwalt.

Duo war so angespannt, dass er fast gar nicht bemerkte, wie Mathiews aufsprang. "Ich muss Ihnen auch für ihre ausführliche Beschreibung danken, Mr. Jones. Aber ein paar Fragen hab ich noch."

Gordon lächelte scheu. "Ich werde versuchen zu helfen so gut es geht."

"Da bin ich sicher," erklärte Mathiews mit einem Unterton der nur als spöttisch beschrieben werden konnte. "Wieviel Geld hat Ihnen Mr. Yuy letzten Sommer gegeben, damit Sie mit der Verkündung der Trennung noch warten?"

"Einspruch! Das ist nicht Teil dieser Verhandlung." rief Gordons Anwalt.

"Richter Garrison. Mr. Jones selbst hat in epischer Länge von diesem Punkt geredet. Und ihn als einen der Gründe genannt, weswegen er am Tag der Tat mit Mr. Yuy und dadurch mit dem Angeklagten in Kontakt kam. Ich denke schon dass das Gericht erfahren sollte um welche Summe es sich hier dreht."

Jetzt wurde Duo klar, wieso seine Anwälte es zugelassen hatten das Gordon Gift und Galle spuckte. Nur so konnten sie ihn dann später auch dazu befragen. Jetzt hoffte Duo dass dies Gordon auch wirklich zum Verhängnis werden würde.

"Nicht stattgegeben. Sie müssen die Frage beantworten Mr. Jones," verkündete der Richter.

"Zwei Millionen," sagte Gordon zähneknirschend.

Duo fiel fast der Unterkiefer runter. Heero hatte diesem Betrüger zwei Millionen gegeben? Er würde ihm mal einen ernsten Vortrag über Sparsamkeit halten müssen. Andererseits, um Gordon loszuwerden schien fast nichts zu teuer.

"Eine ziemliche Summe, Mr. Jones. Was mussten Sie genau tun, für diese zwei Millionen?"

"Meine Seele verkaufen," empörte sich Gordon.

"Das ist schon klar, aber was genau? Mussten Sie was unmoralisches tun? Etwas das gegen die Gesetze verstößt?"

"Ich durfte niemandem, auch meinen besten Freunden nicht, erzählen dass wir auseinander sind. Und ich musste vor der Öffentlichkeit weiterhin so tun, als wenn wir ein Traumpaar wären."

"Das war sicher sehr schlimm. Wie oft genau mussten Sie dies spielen? Hat er Sie gezwungen weiter im gleichen Haus zu wohnen? Wie lief es ab?"

"In dem Haus hätte ich nicht mehr wohnen können. Deshalb bin ich ausgezogen. Aber ich musste bei allen offiziellen Veranstaltungen an Heeros Seite sein. Und bei allen Interviews. Und die ganze Zeit gute Miene zum bösen Spiel machen."

"Wieviele Veranstaltungen waren das? Wie sehr mussten Sie leiden?"

"Ich kann es nicht mehr genau sagen. Aber ich musste mich das ganze halbe Jahr verstellen."

Mathiews drehte sich kurz zum Tisch um und hob ein Blatt Papier auf. "Dann werde ich Ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen. Laut meinen Informationen gab es in der Zeit 3 Interviews und zwei Firmenfeiern bei denen Sie als Paar aufgetreten sind. Stimmt diese Liste oder fallen Ihnen noch weitere Begebenheiten ein?"

Gordon schüttelte den Kopf. "Aber ich habe trotzdem die ganze Zeit gelitten."

"Das ist hier nicht die Frage. Sie bestätigen also dass es nur diese 5 offiziellen Ereignisse waren. Mr. Jones ich kann ja verstehen dass Ihr Gewissen Sie gezwackt hat, aber finden Sie nicht dass zwei Millionen für 5 Tage Schauspielerei eine verdammt gute Gage sind?"

"Einspruch!" empörte sich Gordons Anwalt.

Mathiews lächelte. "Ich ziehe meine Frage zurück. Kommen wir zur nächsten. Am Tag Ihrer Trennung haben Sie einen Anteil von 10% an Wing Cooparations besessen. Ist das korrekt?"

"Ja. Heero und ich haben die Firma gemeinsam gegründet. Wir hatten die Idee zum ersten Spiel. Trotzdem hatte er mich bei der Gründung so übervorteilt dass ich mit nur 10% abgespeist wurde."

"Sie schienen aber damals nichts gegen die Verteilung der Firmenanteile zu haben?"

"Ich hab Heero damals geliebt und an ihn geglaubt. Ich wäre mit allem einverstanden gewesen."

"Wie dem auch sei. An dem Tag hielten Sie also 10%. Wieviel waren die Anteile damals wert?"

"Das weiß ich nicht mehr genau."

Mathiews lächelte und griff sich einen neuen Zettel. "Verständlich. Ist ja auch schon so lange her. Ich merk mir auch nicht jeden Aktienstand. Aus diesem Grund hab ich mir die Kursentwicklung der Wing Aktie in den letzten Monaten besorgt. Wenn man von kleinen Schwankungen absieht, dann waren Ihre Anteile in den ersten Tagen und Wochen nach der Trennung ungefähr 37 Millionen wert. Ich habe mir erlaubt es zu einem geraden Betrag abzurunden. Stimmen Sie dem zu?"

"Wie gesagt ich weiß die genauen Zahlen nicht, aber das kann gut hinkommen."

"Nun, und was waren ihre Anteile wert als Sie sie kurz vor Jahresende verkauft haben?"

"Ich weiß es nicht." Gordon wirkte jetzt wirklich unwohl in seiner Haut.

"Das gleiche Problem, ich weiß. Aber die Zahlen habe ich zum Glück auch. Bei Jahresabschluss wären die 10% knapp 45 Millionen wert gewesen. Das ist eine Steigerung von 8 Millionen."

"Das neue Spiel ist vor Weihnachten veröffentlicht worden und war ein riesiger Hit," verteidigte sich Gordon.

"Ja, das Spiel wurde ein riesiger Hit. Vielleicht weil die Presse damals nur über das Spiel berichtet hat und nicht über den Trennungskrieg zwischen Ihnen und Mr. Yuy."

"Das kann ich nicht beurteilen."

"Nein natürlich nicht. Aber Fakt ist, dass sich der Wert Ihrer Anteile enorm gesteigert hat. Und Fakt ist auch, dass Sie im Sommer als Sie die Absprache mit Mr. Yuy getroffen hatten, von dem Veröffentlichungsdatum des Spieles wussten, oder?"

"Ja."

"Gut. Dann zu meiner nächsten Frage. An wen haben Sie Ihre Anteile verkauft?"

"An Heero. Das war Teil der Abmachung. Er hat mich gezwungen es an ihn zu verkaufen."

"Das war sicher schlimm. Wieviel Geld hat er Ihnen dafür bezahlt?"

"Das weiß ich nicht mehr genau."

"Und das habe ich mir auch wieder gedacht," erklärte Mathiews fröhlich. "Deshalb hab ich vorgesorgt. Dies ist eine beglaubigte Kopie des Kaufvertrages. Hier lese ich das Mr. Yuy Ihnen knapp 50 Millionen für die Anteile bezahlt hat. Wie kommt das? Sie waren doch an der Börse nur 45 Millionen wert?"

"Das war Teil der Abmachung. Dafür dass ich mich bereit erklärt hab die Anteile ihm zu verkaufen hat er versprochen 0.5 Punkte über Wert zu bezahlen."

"Wie nobel von Mr. Yuy."

"Er hat es nur getan um mein Schweigen zu erkaufen."

"Vielleicht, aber knauserig war er zumindest nicht."

Mathiews lief den Raum einmal auf und einmal ab. "Ich gebe ja zu, ich habe am Anfang des Jahres auch des öfteren in die Klatschpresse geschaut und einige Interviews gelesen, die Sie gegeben haben Mr. Jones."

"Nicht alles was in den Zeitschriften steht, habe ich auch so geäußert. Manchmal übertreibt die Presse maßlos," wand sich Gordon.

"Sicher, das Phänomen kennen wir alle. Trotzdem, stimmt es, dass Sie zu der Zeit Ihrer Trennung bereits mit jemand anderem liiert waren?"

"Einspruch! Wir sind hier in keinem Scheidungsprozess," echauffierte sich Gordons Anwalt.

Mathiews lächelte. "Ich will hier auch gar nicht auf eine womögliche ‚Schuldfrage' für die Trennung hinaus. Ich möchte nur verstehen wie diese emotionale Kälte ausgesehen hat die Mr. Jones hier Mr. Yuy vorgeworfen hat. Ich möchte die Hintergründe für den Streit verstehen."

"Nicht stattgegeben. Antworten Sie auf die Frage Mr. Jones."

"Nun, es stimmt. Ich war damals mit Terry liiert. Aber eigentlich hat mich ja nur Heeros Verhalten in Terrys Arme getrieben. Ich habe seine Kälte nicht mehr ausgehalten. Es war nicht richtig, aber ich war machtlos und konnte die Situation nicht verändern. Das hat Schlussendlich dann auch zur Trennung zwischen mir und Heero geführt."

"Wie lange waren Sie schon in einer andere Beziehung bevor es zu dieser Trennung kam?"

"Das weiß ich nicht mehr genau."

"Aber eine grobe Idee werden Sie ja wohl haben. Einen Tag? Eine Woche? Ein Monat? Wie lange sind Sie fremdgegangen?"

"Vielleicht vier Monate. Aber es war kein Fremdgehen!" Gordon wurde lauter.

"Wieso nicht? Sie waren offiziell mit Mr. Yuy zusammen, haben sich hinter seinem Rücken aber mit jemand anderem getroffen. Im Allgemeinen wird das Fremdgehen genannt."

"Ich war in einer schlimmen Situation. Heeros Kälte hat mich vollkommen fertig gemacht. Ich brauchte Wärme und Geborgenheit und habe sie mir halt bei Terry geholt. Natürlich weiß ich dass dies nicht Recht war, aber ich konnte nichts ändern."

"Wenn es so schlimm bei Mr. Yuy war, wieso haben Sie sich nicht damals schon von ihm getrennt?"

"Ich war abhängig von ihm. Ich konnte nicht gehen."

"In wieweit waren Sie abhängig? Sie sind ein reicher Mann, die Zahlen die das belegen haben wir grad gehört. Es stand Ihnen doch frei Ihre Anteile zu jedem beliebigen Zeitpunkt zu veräußern."

"Das können Sie nicht verstehen. Aber ich konnte nicht gehen. Trotz des Geldes war ich noch abhängig von Heero. Und das hat der Bastard genau gewusst. Und er wusste auch von Terry. Das hat ihn nur nicht interessiert solange wir vor der Presse weiter das glückliche Paar spielen."

"Sie sind also nicht nur wegen des Geldes bei Mr. Yuy geblieben?"

"Nein!"

"Sie sagen also, dass Sie Mr. Yuy betrogen haben, aber ihn nicht verlassen konnten weil Sie abhängig waren. Und dass er Sie gezwungen hat dieses Spiel vor der Presse zu spielen!"

"Ja, und das waren die schrecklichsten Monate meines Lebens."

"Sehen Sie Mr. Jones, jetzt hab ich ein Problem. Wenn ich mir das genau durchrechne, dann haben Sie nicht nur 2 Millionen ‚Schweigegeld' bekommen, sondern dadurch dass Sie ein halbes Jahr mit der Trennungsverkündung gewartet haben, Ihre Aktien für 50 Millionen statt 37 verkauft. Selbst wenn wir annehmen würden, dass Sie sowieso bis zu Silvester mit dem Verkauf gewartet hätten, weil Sie ja davon ausgehen konnten dass die Aktien rapide im Wert steigen würden. Selbst dann hat Ihnen Mr. Yuy noch 5 Millionen zuviel bezahlt. Das macht Summa Summarum 7 Millionen Gage für 5 Auftritte als das perfekte Paar. Mr. Yuy hat also dem Mann der ihn seit Monaten betrog 7 Millionen bezahlt. Und Sie wagen es wirklich, sich hier als Opfer darzustellen?"

"Einspruch!"

"Ich ziehe die Frage zurück. Das muss sowieso jeder für sich selbst entscheiden."
Mit diesen Worten ging Mathiews zu seinem Platz zurück und setzte sich hin. "Ich habe keine weiteren Fragen an den Kläger."

Duo wagte es wieder zu atmen. Das war spannend gewesen. Auch wenn er nicht wusste ob es ihnen etwas gebracht hatte oder nicht. Vielleicht hätte Mathiews noch mehr bohren sollen. Aber trotzdem glaubte Duo, dass an Gordons Fassade jetzt einige Risse entstanden waren. Hoffentlich reichte es. 



Kapitel 31

Nach Gordons Befragung gab es eine kurze Pause. Zeit für Duo tief durchzuatmen. Denn als nächstes war er an der Reihe seine Aussage zu machen. Nachdem sich der Gerichtssaal wieder gefüllt hatte und auch der Richter wieder seinen Platz eingenommen hatte, wurde Duo dann auch vom Gerichtsdiener aufgerufen. Sorgsam nahm Duo in dem Zeugenstand platz. Von hier aus sah die Sache tatsächlich anders aus, als von der Anklagebank. Von hier wirkte die Menge an Zuschauern noch gewaltiger.

Aber ein Gutes hatte die Sache auch, er konnte direkt in Heeros Gesicht blicken. Das kaum merkbare Lächeln machte es für Duo erträglich hier zu sitzen. Was auch immer geschah, der Mann vor ihm würde auch weiterhin zu ihm halten. Mit ihm zusammen sein. Alles andere schien im Vergleich dazu nebensächlich zu sein. Durch Heeros aufmunternde Anwesenheit beruhigt, atmete Duo noch einmal tief ein und dann konnte die Show auch schon losgehen.

Zunächst wurde Duo nach Angaben zu seiner Person gefragt. Wobei nur die Anschrift seiner Wohnung außen vor gelassen wurde. Das hatten Quatres Anwälte vorher mit dem Gericht abgeklärt. Die Verhandlung war viel zu öffentlich um etwas so geheimes hinauszuplaudern. Duo antwortete mit ruhiger Stimme und tatsächlich wurde er auch mit jeder weiteren Frage ruhiger. Wahrscheinlich weil er sich langsam an die Situation im Zeugenstand gewöhnte.

Dann, nachdem alle organisatorischen Fragen geklärt waren, trat der Gerichtsdiener zurück und Mathiews stand von der Anklagebank auf. Duo warf noch einmal einen Blick zu Heero, jetzt wurde es ernst.

Duos Anwalt stand ruhig da und adressierte ihn mit freundlichen Worten. "Mr. Maxwell, Sie haben die Anschuldigungen die gegen Sie erhoben werden verfolgen können. Jetzt möchten wir Ihre Sicht der Dinge hören. Bitte beginnen Sie damit die Ereignisse des betreffenden Tages genau zu beschreiben."

Duo räusperte sich. Die Anwälte hatten ihm in den Vorgesprächen erklärt wie genau er alle beschreiben sollte. Natürlich waren sie das nicht Wort für Wort durchgegangen. Das ganze sollte im Gegensatz zu Gordons Telenovela nicht wie eine einstudierte Vorführung wirken. "Nun an besagtem Tag habe ich meinen Freund Heero Yuy auf diese Fantasy Convention begleitet." Sie hatten sich darauf geeinigt dass er von Heero einfach als seinem Freund sprechen sollte. Schließlich war er das auch. Und ob er und Heero damals schon ein Paar gewesen waren oder nicht, ging wirklich niemanden etwas an. Auf diese Art und Weise musste Duo noch nicht einmal lügen um bei den Zuhörern den Anschein zu erwecken, dass er und Heero auch damals schon zusammen gewesen waren. Nicht dass noch irgendjemand dachte, dass Heero nur mit ihm zusammengekommen war, weil er sich für den Pfeil in Gordons Hintern bedanken wollte.

"Heero's Firma hat dort einen Ausstellungsstand und ich hab ihm den ganzen Tag zur Seite gestanden. Dann hat er den Stand verlassen um die Toiletten aufzusuchen. Nachdem er nach einer ungewöhnlich langen Wartezeit immer noch nicht zurückgekehrt war, hab ich mich auf die Suche nach ihm gemacht. Ich habe ihn dann auch relativ schnell gefunden, direkt vor den Toilettenräumen wo Mr. Jones ihn belästigte."

Duo konnte aus den Augenwinkeln sehen, dass Gordons Anwälte wohl schon ‚Einspruch' rufen, doch Mathiews schlug ihn um längen. "In wie weit ‚belästigen'?"

"Nun als ich dort ankam, hatte Mr. Jones Heero gegen die Wand gedrängt und redete sehr laut und unfreundlich auf meinen Freund ein. Das nenn ich ‚belästigen'."

"Was haben Sie dann getan?"

"Zunächst bin ich einfach stehen geblieben und hab das ganze beobachtet."

"Wieso das? Sie haben gerade gesagt dass der Kläger ihren Freund belästigt hat, wieso sind Sie nicht sofort dorthin geeilt."

Duo lächelte Sekundenkurz und blickte Heero tief in die Augen. "Ich wollte sehen wie sich Heero in der Situation schlug. Ich hatte in den Wochen davor den Eindruck erlangt, dass er sich viel zu viel von Mr. Jones gefallen ließ. Ja, ich gebe zu, ich war neugierig und wollte sehen ob er wieder klein beigab oder endlich auch mal Paroli gab."

"Aha, und was ist dann passiert?"

"Nun, Heero hat tatsächlich Mr. Jones endlich mal Paroli geboten. Allerdings ließ Mr. Jones einfach keine Ruhe und redete weiter und weiter. Deshalb bin ich dann doch zu den beiden gegangen. Aber das hat die Stimmung nicht wirklich entspannt. Als Mr. Jones bemerkte dass ich Heero Begleitung war, ist er erst richtig unangenehm geworden."

"Wie das?"

"Nun, ich weiß es nicht mehr Wort für Wort, aber er ließ unter anderem durchblicken dass ich niedere Hintergedanken hegte weil ich wieder mit Heero zusammen war. Und dass Heero mich dafür bezahlen würde."

"Nicht gerade sehr angenehm, oder?"

"Einspruch, Mr. Mathiews legt dem Angeklagten die Worte in den Mund," ereiferte sich Gordons Anwalt.

"Stattgegeben."

"Gut, ich nehme die Bemerkung zurück. Was ist dann passiert Mr. Maxwell?" Duos Anwalt lächelte, als ob ihn der kleine Schlagabtausch überhaupt nichts ausgemacht hätte.

Auch Duo musste bei der Erinnerung lächeln. Schließlich war das der Moment wo er am stolzesten auf Heero gewesen war. "Heero hat daraufhin Mr. Jones vorgeworfen gar nichts zu kapieren. Und ihm gesagt dass nicht alles und jeder käuflich sei. Und dass er - also Mr. Jones - ein armes Würstchen wäre wenn er das nicht verstehen würde." Duo konnte ein leichtes Kichern aus den Zuschauerrängen hören. Scheinbar fand nicht nur er diese Episode amüsant. "Daraufhin ist Mr. Jones empört gegangen."

"Danach hätte die Sache doch eigentlich beendet sein müssen, oder? Wieso ist es dann doch zu dem Schuss gekommen?"

"Nun, als er ein paar Schritte von uns weg war, fing Mr. Jones erneut an uns zu bedrohen."

"Einspruch!"

"Euer Ehren, lassen Sie meinen Mandanten erklären was er unter ‚bedrohen meint'," schlug Duos Anwalt vor. Richter Garrison nickte bestätigend.

"Er hat ziemlich laut geschrieen, dass es uns noch leid tun würde. Und das er uns fertig machen würde. Er wollte in der Presse verkünden dass Heero mich als Bettpartner gekauft hätte. Wollte eine erneute Schlammschlacht lostreten. Das hat mich ärgerlich gemacht. Ich hab Pfeil und Bogen genommen und damit auf Mr. Jones geschossen. Und seinen Hintern dabei getroffen."

"Sie hatten bei der ersten Vernehmung behauptet dass der Schuss aus Versehen losgegangen wäre. Wie kommen sie zu so einer Aussage?"

"Ich war selbst vollkommen überrascht über diesen Schuss. Von dem Moment an wo Mr. Jones seine letzte Drohung ausgesprochen hat und dem wo er auf den Boden lag, kann ich mich an nichts Bewusstes erinnern. Ich weiß dass ich sehr wütend war. Seit Monaten hat Mr. Jones diesen ekelhaften Presserummel veranstaltet, es war so schlimm dass Heero kaum noch die Wohnung verlassen mochte. Er wäre fast sogar nicht zu der Convention gegangen nur weil er erfahren hat dass Mr. Jones auch anwesend sein würde und dabei hatte er sich so auf diese Tage gefreut. All der Kummer und der Ärger der letzten Tage und Wochen hatten sich in dem Moment zusammen gefügt und ich hab einfach gehandelt ohne nachzudenken." Duo lachte hilflos auf. "Ich hab doch noch nicht einmal gewusst das Pfeil und Bogen überhaupt funktionierten, ich hielt sie für pure Dekorationen. Im Prinzip könnte man also wirklich behaupten, dass der Pfeil zufällig losgegangen ist, schließlich hatte ich niemals die Absicht zu schießen."

"Wollen Sie damit andeuten, dass Sie nicht verantwortlich für diesen Schuss sind?" hakte sein Anwalt nach.

Duo schüttelte den Kopf. "Nein, will ich nicht. Schließlich war ich tatsächlich derjenige der den ‚Abzug' gezogen hat. Oder wie man das auch immer bei Pfeil und Bogen nennt. Aber ich bin nicht zur Convention gegangen mit dem Hintergedanken Gordon anzuschießen. Das hat sich aus der Situation heraus ergeben."

"Heißt dass, das Sie jedes Mal wenn man Sie ärgert und Sie eine Waffe in der Hand haben, um sich schießen werden?" Duo war klar wieso sein Anwalt diese bösen Fragen stellte, so konnte er sie zumindest besser leiten, als wenn sie das alles Gordons Anwälten überlassen würden.

"Nein. Verdammt dann hätte ich ja schon hunderte Leute anschießen müssen, wenn ich so leicht reizbar wäre. Nur Gordon hat mir und Heero - besonders Heero - in den letzten Monaten das Leben dermaßen zur Hölle gemacht, da fehlte nicht mehr viel um mich so sehr zu reizen."

"Sie haben nach den Ereignissen an einer ‚Aggressionstherapie' teilgenommen. Wieso haben Sie das getan, wenn von Ihnen keine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht?"

"Die habe ich angefangen, nachdem Mr. Jones diesen Prozess angeleiert hat. Mir wurde dazu geraten, um zu beweisen dass ich halt nicht dieser gemeingefährliche Irre bin der auf jeden x-beliebigen mit einer Waffe losgeht. Ansonsten hätte ich diese Therapie wirklich nicht benötigt."

"Sie haben darin also nichts gelernt?"

Duo schüttelte den Kopf. "Das will ich nicht sagen. Mir sind die Fehler die ich an jenem Abend gemacht hab durchaus bewusst geworden. Ich hätte mich nicht von Mr. Jones so reizen lassen dürfen. Damit habe ich ihm erlaubt die Oberhand zu gewinnen."

"Heißt das, dass sie ihn damals nicht angegriffen hätten? Wenn Sie diese Therapie früher gemacht hätten?"

Duo grinste breit. "Nein das heißt es nicht. Aber zurück blickend hätte ich ihm eher die Nase blutig hauen sollen, als zu einer Waffe greifen. Ich weiß, dass ist vielleicht nicht wirklich geschickt das hier zu sagen, aber Mr. Jones hat diese Abreibung dringend nötig gehabt. Und ich bereue wirklich nur dass ich eine Waffe genommen hab. Und wenn mich diese Wahrheit jetzt etliche Millionen kostet, dann ist es halt so." Duo wollte an diesem Punkt nicht lügen nur um sein Geld zu schützen. Womöglich noch großes Bedauern heucheln. An Gordons Schmerz bedauerte er gar nichts, der hatte ihnen schließlich viel zu sehr wehgetan.

"Gut das wäre es soweit von mir. Ihr Zeuge," sagte Mathiews.

Gordons Anwalt sprang auf und ging aufgeregt auf Duo zu. "Mr. Maxwell das ist ja eine schöne Geschichte die wir da von Ihnen hören."

"Es ist die Wahrheit," sagte Duo schlicht. Jetzt kam es darauf an, sich von Thompson nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

"Das werden wir noch sehen. Sie behaupten also allen Ernstes keine gewalttätige Person zu sein. Aber Sie waren doch Gundam Pilot, oder irre ich mich da?"

"Es war Krieg. Ich war jung und wurde von der einen Kriegspartei als Waffe missbraucht. Im Grunde war ich ein Soldat der nur Befehle befolgt hat, das macht mich noch lange nicht zu einem gewalttätigen Menschen. Dann müssten sie auch alle anderen Soldaten anklagen."

"Aber bei Ihren Einsätzen sind unheimlich viele Menschen umgekommen, oder?"

"Einspruch! Es gab eine Generalamnestie für alle Gundam Piloten. Und für viele andere Kämpfer des Krieges. Ihre Taten von damals dürfen nicht Bestandteil dieses Prozesses sein," ereiferte sich Duos zweiter Anwalt Kirk.

"Stattgegeben."

"Gut, dann lassen wir diese Taten außen vor," sagte Thompson süffisant. "Wenden wir uns Ihren Studienjahren zu. Stimmt es nicht, dass Sie damals große Probleme hatten und aufgrund Ihrer Drogensucht und Ihres Lebenswandels von der Universität verwiesen wurden?"

"Nein!" Duo biss die Zähen zusammen.

"Wollen Sie etwa das Gegenteil behaupten?" Thompson schien echt erstaunt.

"Ich sage nur die Wahrheit."

"Aber Sie sind doch von der Uni verwiesen worden, oder?"

Duo schüttelte wieder den Kopf. "Nein. Ich hatte ein paar Probleme damals. Ich bin der erste der das zugibt. Und ja ich hab auch einige Partydrogen genommen - wie viele andere Studenten auch. Ich hab im Prinzip damals die wilde Sau raus gelassen und einen Teil meiner Teenagerjahre nachgelebt. Aber ich wurde nicht von der Uni verwiesen. Ich hatte Problem mit dem Studium und hab deshalb viele Gespräche mit einer Schulberaterin gehabt. Sie hat mir gezeigt dass meine Begabung auf einem anderen Gebiet liegt und hat mich dazu ermuntert einen neuen Studiengang einzuschlagen."

"Aber Sie haben die Universitäten gewechselt, oder? Wieso das?"

Das war einer der wundesten Punkte in Duos Leben, aber er würde hier keine Verletzbarkeit zeigen. "Ich hatte mich gerade von Heero getrennt. Wir lebten aber weiterhin zusammen in einer Wohnung. Das war nicht gesund, besonders nicht als Mr. Jones meinen ehemaligen Partner umwarb. Die Beraterin der Uni machte mir klar, dass es bei dieser Konstellation früher oder später zu großen Problemen kommen könnte und dass ich womöglich sogar die Freundschaft mit Heero gefährden würde. Sie riet mir etwas Abstand zwischen uns zu bringen. Ein Abstand der es uns erlaubte unsere Freundschaft zu retten und mir mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Trotzdem bin ich nicht von der Universität verwiesen worden, ich bin freiwillig gegangen."

"Und seitdem hatten Sie keine Probleme mehr mit Drogen oder Gewalt?" hakte Thompson nach.

Duo lächelte sekundenkurz. "Nein. Auch wenn Sie das eigentlich nichts angeht."

"Kommen wir zu den bewussten Abend zurück. Sie sagten Sie wären selbst von dem Schuss überrascht gewesen. Glauben Sie nicht, dass es gefährliche Körperverletzung ist, wenn jemand mit einer tödlichen Waffe um sich schießt und dies noch nicht einmal bemerkt?"

"Ich möchte eins mal klar stellen. Wenn ich den Zwerg - äh Mr. Jones - ernsthaft hätte verletzen wollen, dann hätte ich nicht seinen Hintern getroffen."

"Wieso?"

"Wie Sie vorhin so schön gesagt haben, ich war Gundam Pilot. Wenn ich ihn hätte treffen wollen, ich hätte es getan."

"Auch mit einer unbekannten Waffe? Sie haben vorhin ausgesagt, dass sie noch nicht einmal wussten das diese nicht nur zur Dekoration da war."

"Ich hab einen unheimlich guten Trefferquotienten. Egal mit welcher Waffe. Das war schließlich Teil meiner Ausbildung. Ja ich war überrascht von diesem Schuss, aber dass ich Mr. Jones Hintern getroffen hab zeigt nur, dass ich ihm eigentlich einen festen Arschtritt verpassen wollte. Einen Arschtritt den er sich reichlich verdient hat."

"Mäßigen Sie Ihre Ausdrucksweise Mr. Maxwell," erklärte Thompson.

Duo grinste. "Wieso, ich soll doch hier die Wahrheit sagen, oder?"

Daraufhin herrschte für ein paar Augenblicke Schweigen. Erst dann sprach Thompson wieder. "Sie geben also zu, Mr. Jones absichtlich verletzt zu haben?"

Duo schüttelte wieder den Kopf. "Drehen Sie mir nicht die Worte im Mund herum. Ich gebe zu, dass ich geschossen hab. Und ich gebe zu dass ich wenn ich Mr. Jones wirklich etwas hätte antun wollen, dies auch von meinen Fähigkeiten her gekonnt hätte. Das heißt noch lange nicht dass ich es auch getan hätte. Ich bin niemand der alle möglichen Leute verletzt oder tötet nur weil sie Arschlöcher sind."

"Aber Sie haben mehrmals ausgesagt dass mein Mandant sie sehr geärgert hat. Das ist doch schon persönlicher, als z.B. jemand der einem die Vorfahrt auf der Straße nimmt, oder?"

"Das schon. Es stimmt, Mr. Jones hat Heero sehr weh getan. Und ich hasse ihn dafür. Aber sosehr bin ich nicht in den Rachegedanken verfangen, ganz davon abgesehen, dass nicht ich das ‚Recht' auf Rache hätte, sondern nur Heero. Ich hab im Affekt gehandelt, aber ich hab Mr. Jones nicht wirklich einen großen Schaden angetan. Deshalb lasse ich mich hier nicht als mordlustigen Irren darstellen."

"Danke Mr. Maxwell. Das wäre soweit alles."

Duo war sich nicht sicher ob seine Befragung nun positiv oder negativ verlaufen war. Aber sie war endlich beendet. Da war ihm alles andere fast schon egal. Er hoffte nur, dass er mit seiner Aussage Gordon nicht unnötig viel Geld zugeschustert hatte.





Kapitel 32

Sehr zu Duos Erstaunen wurde gleich danach die Verhandlung unterbrochen. Er hatte gar nicht mitbekommen wie schnell die Zeit vergangen war. Wenn es nach ihm gegangen wäre hätten sie einfach weiter machen können, aber wahrscheinlich war es auch besser wenn nicht zu viele Informationen in einen einzigen Tag gepresst wurden.

Die Zuschauer im Saal verflüchtigten sich relativ schnell, wahrscheinlich weil die Reporter so schnell wie möglich alles niederschreiben wollten. Aber Duos und Heeros Freunde waren im Saal geblieben und bejubelten Duos Erfolg. Alle redeten durcheinander, doch Duo meinte aus allen Satzfetzen herauszuhören, dass er sich wohl ganz gut geschlagen hatte. Das freute Duo, er selbst war nicht hundertprozentig sicher dass er alles richtig gemacht hatte, aber er hatte weder gelogen noch einen groben Patzer gemacht. Das musste doch auch was zählen.

Als dann die Gerichtsdiener den Saal räumen wollten, verabschiedeten sich Gwen, Jamie und Heeros Rollenspielgruppe, wobei alle warme Worte auf den Lippen hatten und für den nächsten Tag - den sie auch wieder als Zuschauer miterleben wollten - alles Gute wünschten.

So blieben nur noch die ehemaligen Gundam Piloten zurück und ohne es groß abzusprechen fuhren sie gemeinsam in Duos und Heeros Wohnung.

Erst als sie die Wohnung betraten fühlte Duo die wirkliche Last des Tages von sich abfallen. Ihm war als wenn er plötzlich wieder tief durchatmen konnte. Er hatte gar nicht gemerkt wie sehr er dann doch den ganzen Tag über angespannt gewesen war.

"Ich bin ja so stolz auf dich," murmelte Heero in sein Ohr. Sie saßen gemeinsam auf der neuen Couch und Heero hielt Duo von hinten in seinen Armen. Duo konnte unheimlich viel Energie aus dieser Berührung ziehen. "Meinst du wirklich?" fragte er und ließ sich noch tiefer in die Umarmung fallen.

"Heero hat Recht," bestätigte Quatre. "Du hast wirklich vor dem Gericht gepunktet."

"Auf jeden Fall war es deutlich besser als diese Schmierenkomödie die Gordon ungerechterweise abgezogen hat," gab Wufei zu bedenken. Er war extra wegen der Verhandlung nach Californien gekommen. Zwar hatte Sally ihn wegen eines wichtigen Falles nicht begleiten können aber er hatte Duo die besten Wünsche von seiner Partnerin übermittelt.

"Schmierenkomödie hin oder her, ich glaub wenn es in dieser Verhandlung Geschworene gäbe, dann hätte Gordon doch mit seiner Leidensnummer gepunktet," gab Duo zu bedenken. Er freute sich zwar über das Lob seiner Freunde, aber er wollte die ganze Sache nicht zu früh auf die leichte Schulter nehmen.

"Dann ist es ja nur gut, dass es keine Geschworenen gibt," gab Heero zurück, und Duo meinte sein Grinsen an seiner Wange zu spüren. "Man sollte doch annehmen dass ein gut ausgebildeter und erfahrener Richter nicht auf diesen Schmu hereinfällt."

"Naja, trotzdem hab ich Gordon mit dem Pfeil getroffen. Und ich hab zugegeben dass ich ihn in der Situation wieder verletzt hätte."

"Ich glaub nicht dass das geschadet hat Duo," sagte Quatre ganz ruhig. "Im Gegenteil. Du warst ehrlich. Und es hat ja auch nie zur Debatte gestanden dass du den Schuss abgegeben hast. Nur versucht Gordon es als Absicht und nicht als Affekt hinzustellen. Und das hast du glaub ich sehr gut widerlegt."

Trowa betrat in dem Moment den Raum. "So die Pizzen sind bestellt. Sollten in spätestens einer halben Stunde da sein." Bei dieser Ankündigung entstand ein aufgeregtes Gemurmel im Raum. Alle waren sie sehr hungrig, durch die Aufregung hatten sie tagsüber nicht viel essen können.

"Womit geht es jetzt eigentlich morgen genau weiter?" fragte Wufei.

"Also wenn ich mich richtig erinnere, dann haben Kirk und Mathiews gesagt dass jetzt im Grunde nur noch ein paar Zeugen und Gutachter befragt werden. Wenn alles recht zügig vorangeht, dann könnten die Befragungen morgen Abend fertig sein. Und dann kommt es darauf an wie lang der Richter für seine Entscheidung braucht."

"Was, keine Schlussplädoyers?" fragte Trowa gespielt entsetzt. "Nach der Seifenoper von Gordon hätte ich ja noch stundenlange Ansprachen der teuren Anwälte erwartet."

Duo grinste leicht. "Das hab ich auch gefragt und meine Anwälte haben mir groß und breit erklärt dass die Realität nicht mit dem Fernsehen übereinstimmt. Ich glaub die werden nur noch einmal ganz kurz das Wichtigste zusammenfassen und was sie fordern." Wahrscheinlich gab es diese alles entscheidenden Schlussplädoyers wirklich nur bei großen Fällen, oder sie waren die pure Erfindung des Fernsehens.

"Was für Zeugen kommen denn morgen?" fragte Quatre, der es sich zusammen mit Trowa auf dem zweiten Sofa bequem gemacht hatte.

"Ein paar Leute die den Streit mitbekommen haben," gab Duo zurück.

"Ich bin der erste," sagte Heero ruhig.

Wie von der Tarantel gestochen versuchte Duo sich in Heeros Umarmung umzudrehen. "Wie, du bist der erste?" fragte er entsetzt. "Sag nicht dass die dich auch durch die Mangel nehmen werden."

"Aber natürlich Baka," gab Heero mit leichter Stimme zurück. "Ich bin schließlich der wichtigste Zeuge. Ich war von Anfang an dabei, ich hab alles mitbekommen."

Duo war wirklich entsetzt, er wollte nicht dass Heero sich dem aussetzte. Sicher, sein eigener Auftritt im Zeugendstand war relativ glimpflich gewesen, aber Gordons Anwalt hatte trotzdem einige Fragen gestellt die unterhalb der Gürtellinie eingeschlagen hatten. Was mochte der erst mit Heero anstellen? Noch dazu wo Gordon doch all die wunden Punkte des ehemaligen Wing Piloten kannte. "Ich will nicht dass er dich in seine Krallen kriegt," murmelte Duo.

Heero drückte ihn ganz fest. "Keine Sorge Duo. Ich bin bereit. Was auch immer Gordon und sein Anwalt aushecken, sie werden mich nicht klein kriegen. Ich werd mich genauso gut schlagen wie du."

Duo wollte erst protestieren, doch dann erstarben ihm die Worte auf den Lippen noch bevor er sie aussprechen konnte. Er wusste dass Heero in den letzten Monaten viel an Stärke zurück gewonnen hatte. Wenn er jetzt zuviel Sorge zeigen würde, würde Heero vielleicht von seiner Selbstsicherheit wieder etwas verlieren. Und Duo würden den Teufel tun und das zulassen. Trotzdem, nach einer relativ langen Gesprächspause sprudelte ein, "Ich will nicht dass er dir wieder weht tut," aus Duo heraus.

Heero küsste ihn kurz auf den Hinterkopf. "Keine Sorge, es gibt nichts mehr mit dem Gordon mir wehtun könnte. Ich hab dich," er drückte ihn wieder fest um genau das zu unterstreichen. "Also kann er mir nichts mehr anhaben."

"Ich hab übrigens gute Neuigkeiten," verkündete Quatre gut gelaunt.

"Was denn?" hakte Duo nach. So vibrierte Quatre meist nur vor dem Abschluss eines guten Geschäfts.

Ein Spitzbübisches Grinsen erschien auf Quatres ansonsten Engelsgleichen Gesichts. "Ich hab durch meine Quellen herausgefunden wo Gordon einen Großteil seines Geldes angelegt hat. Glaubt mir, in ein paar Wochen wird davon nicht mehr viel übrig sein. Ich werde das Geschäft in Grund und Boden stampfen."

Für einen Moment lachte Duo. Das schien Gordon nur gerecht zu geschehen. Der hatte sowieso schon viel zu viel Geld aus Heero herausgepresst. Und jetzt vielleicht noch die Schadensersatzsumme. Doch dann regte sich Duos schlechtes Gewissen. "Gehört das Geschäft ihm allein?"

Quatre schüttelte den Kopf. "Nein das ist eine Investorengruppe. Aber keine Angst, die werde ich trotzdem zu Staub stampfen."

"Bitte nicht," sagte Duo.

Quatre schien für einen Moment erstaunt. "Wieso denn nicht? Das hat er doch verdient."

"Aber all die anderen nicht," antwortete Heero. Duo drehte seinen Kopf halb zur Seite und küsste seinen Partner. Er freute sich jedes Mal wenn er und Heero ohne große Worte auf einer Linie standen. "Ich will nicht dass die anderen Anleger ihr Geld verlieren nur weil Gordon ein Arsch ist."

"Das wäre in der Tat ungerecht," sagte auch Wufei, selbst wenn seine Stimme nur zu deutlich machte dass ihm das im Moment eher egal war. Wie die anderen hegte er einen tiefen Groll gegen Gordon.

Quatre stutzte für einen Moment, dann schmollte er so kräftig das Duo fast schon versucht war ihm doch nachzugeben. Aber nach einigen Augenblicken wiegte der Blonde seinen Kopf hin und her. "Ok, ich geb mich geschlagen. Das wäre zwar eine gute Gelegenheit gewesen ihn um ein paar Millionen zu erleichtern, aber ich glaube ihr habt Recht. Doch sollte er jemals der einzige Investor sein, dann werde ich ihn zermalmen."

"Und keiner von uns wird dich stoppen," sagte Trowa.

"Trotzdem, die Geschichte mit Gordons Memoiren lasst ihr mich durchziehen, oder?"

"Häh?" war Duos Kommentar. Er hatte keine Ahnung worauf Quatre da anspielte. Auch die anderen sahen ziemlich verwirrt aus der Wäsche.

"Na, ich hab doch Gordons Autobiographie unter Vertrag."

"Du hast was?" Duo überlegte sich ob sein Freund tatsächlich vollkommen durchgedreht war und ob sie die Leiche wohl verschwinden lassen konnten. Und ob ihnen Trowa deswegen böse werden würde. "Wie kommst du dazu dieses Geschmiere unter Vertrag zu nehmen? Hat der Heero noch nicht genug mit Dreck beworfen?"

Heero drückte ihn kurz und sagte leise, "Quatre wird da schon einen Grund für haben."

"Das hoff ich aber," empörte sich Duo.

Quatre hatte in der Zwischenzeit angefangen zu kichern. Das verwirrte Duo zunächst, brachte ihn aber trotzdem dazu sich zu beruhigen.

"Klar hab ich einen Grund," erklärte Quatre dann mit seinem besten Haifischgrinsen. "Gordon weiß nicht dass der Verlag dem er die exklusiv Rechte verkauft hat über viele Umwege zu WEI gehört. Und so wird es ihn völlig erstaunen, wenn kurz vor dem Erscheinungsdatum die Rechtsabteilung der Firma entscheidet dass eine Veröffentlichung zu gefährlich ist. Wegen der zu erwartenden Verleumdungsklagen von dir und Heero. Und dann wird der CEO des Verlages verkünden dass das Buch aus diesen Gründen nie erscheinen wird. Er wird auch noch ein paar Sätze loslassen das die Qualität sowieso grottig ist und damit ist das Kapitel ‚Autobiographie' erledigt."

"Kann Gordon damit nicht zu einem anderen Verlag?" hakte Wufei nach.

Quatre schüttelte den Kopf. "Nein, es ist ein Exklusivvertrag. Das Buch gehört danach praktisch mir. Er dürfte noch nicht einmal Auszüge davon woanders veröffentlichen, oder er muss eine hohe Konventionalstrafe bezahlen."

"Gut," freute sich Duo. Das war doch mal ne Rache an Gordon die ihm gefiel. Und es wurde dabei niemand anderes geschadet.

"Aber Gordon kriegt trotzdem Geld dafür, oder?" hakte Heero nach.

Quatre winkte ab. "Nicht so sonderlich viel. Der gute Gordon war gierig und wollte lieber einen höheren Anteil an den Einnahmen. Die es ja nicht geben wird da das Buch niemals im Verkauf erscheint. Tja, ich bin halt gut," sagte der Blonde ohne falsche Bescheidenheit.

Dem konnten die anderen nicht widersprechen.

Halbwegs beruhigt ließ Duo kurz danach aber endlich von dem Thema Gordon ab. Er wollte auch nicht wirklich länger von ihm und dieser Verhandlung reden. Wenn es nach ihm ginge, dann könnte sie so schnell wie möglich zu Ende sein, irgendwie schien das alles zu beherrschen und das gefiel Duo nicht im Mindesten. Und so machte er sich demonstrativ daran andere Themen anzuschneiden. Und da Heero und die anderen instinktiv mitmachten, sprachen sie schon bald von allem möglichen. Nur nicht mehr über Gordon.

Doch ganz so einfach schien Heero das ganze doch nicht zu nehmen. Denn mitten in der Nacht, wachte Duo davon auf wie sich Heero neben ihm im Bett hin und her wälzte. Zunächst versuchte Duo ihn durch sanftes streicheln und festhalten zu beruhigen, es schien auch zunächst zu wirken doch plötzlich war auch Heero wach und setzte sich ruckartig auf.

Duo seufzte leise, dann machte er das Licht an und setzte sich neben Heero, umarmte seinen Freund dabei. "Kannst du nicht schlafen?" fragte er während er seinen Kopf auf Heeros Schulter lehnte.

"Nein," bestätigte Heero.

"Warum?" fragte Duo obwohl er die Antwort natürlich schon kannte. Aber nur so glaubte er Heero aus der Reserve locken zu können.

Für einige Momente herrschte Stille in dem Raum während Heero relativ aufgeregt atmete. Dann sagte er ziemlich leise. "Ich hab von der Verhandlung geträumt. Man könnte sagen es war ein Alptraum."

"Wieso, was ist passiert?" hakte Duo nach.

"Was schon? Gordons Anwalt hat mich durch die Mangel genommen. Und ich konnte mich nicht wehren. Hab alles falsch gemacht."

Duo drückte Heero enger an sich. Dann küsste er ihn leicht auf die Haare und flüsterte in sein Ohr: "Das wird nicht passieren, Heero."

"Wieso bist du so sicher? Gordon kennt all meine Schwachpunkte," Heero fuhr sich ruckartig durchs Haar. "Schließlich hatte er jahrelang Zeit sie zu erkunden. Der weiß genau womit er mich fertig machen wird."

Duo schüttelte den Kopf und küsste Heero erneut. "Das wird nicht geschehen. Ich weiß dass ich morgen genauso stolz auf dich sein werde, wie du es heute auf mich warst."

"Aber…"

"Nichts, aber. Er kennt deine Schwachpunkte, na und? Du hast ihm schon einmal Paroli geboten und du wirst es wieder machen. Gordon ist ein Wurm und ist es nicht wert dass du dich von ihm provozieren lässt. Wenn es dir zu schwer fällt morgen, dann schau einfach in meine Richtung. Selbst wenn sich Gordons Anwalt in deine Blickrichtung stellen sollte, dann bin ich immer noch da. Wir sind zusammen, Gordon hat verloren. Und deshalb wirst du es überstehen."

"Meinst du wirklich?" fragte Heero erstaunt.

"Oh ja. Und falls nicht, dann muss ich leider aufstehen und Gordon vor aller Augen die Nase brechen. Das wird sicher nicht gut beim Richter ankommen, also musst du das verhindern."

"Baka," grummelte Heero, aber es war ein leicht amüsierter Tonfall durchzuhören.

"Genau das bin ich. Du musst mich also vor mir selbst retten," schmunzelte Duo. Wenn das kein Ansporn für Heero war, dann wusste Duo auch nicht weiter. Zum Glück schien es ja zu klappen. "Und jetzt lass uns noch ne Runde schlafen. Schließlich wollen wir morgen früh gut aussehen."

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Der Gerichtssaal war am nächsten Tag wieder fast überfüllt. Wieder gab es die gespannt lauschenden Reporter aber zum Glück auch Duos und Heeros Freunde im Publikum. Neben den anderen Gundam Piloten waren natürlich auch Gwen, Jamie, Jane und die Rollenspieltruppe anwesend. Duo freute sich darüber dass die anderen ihnen so versuchten Kraft zu geben.

Ähnlich wie am Vortag erschien zunächst der Gerichtsdiener der erklärte um welche Verhandlung es sich handelte, dann kam der Richter und dann ging es auch schon los. Genau wie Heero gestern erklärt hatte, war er der erste Zeuge der aufgerufen wurde. Nach einer kurzen Abfrage der Formalien begann Gordons Anwalt auch zügig mit der Befragung.

"Mr. Yuy, schildern Sie wie es zum Pfeilschuss auf meinen Mandanten kam."

Heero räusperte sich kurz und begann damit zu erzählen wie Gordon ihn in die Ecke gedrängt und angefangen hatte ihn zu beleidigen.

Thompson unterbrach sofort. "Wie genau hat mein Mandant Sie denn beleidigt?"

Heero schob sein Kinn vor. "Das möchte ich eigentlich nicht wiederholen."

"Aber das müssen Sie Mr. Yuy, schließlich stehen Sie unter Eid," erwiderte Gordons Anwalt süffisant.

Wenn Blicke töten könnten, dann gäbe es jetzt einen Anwalt weniger, kam es Duo in den Sinn.

Heero runzelte noch mal mit der Stirn dann sagte er: "An den genauen Wortlaut kann ich mich nicht mehr erinnern, aber Gordon hat angedeutet dass meine Assistentin die Fans fürs Jubeln bei der Pressekonferenz bezahlt hat. Und er hat auch angedeutet dass meine Begleitung - also Mr. Maxwell - gekauft worden wäre."

"Und? Entspricht das der Wahrheit? Haben Sie sich Ihre Begleitung gekauft?"

"Was erlauben Sie sich?" empörte sich Heero.

Duo war auch ganz aufgeregt, nur die beruhigende Hand die Kirk ihm wieder auf das Bein legte hielt ihn davon ab dem Anwalt das Grinsen aus dem Gesicht zu schlagen.

"Nun, mir scheint dass Sie dazu neigen Ihren jeweiligen Partnern einen Haufen Geld zu geben. Mr. Jones wurde Ihr Partner bei Wing, Mr. Maxwell bekam einen großzügigen Vertrag über die Verwertungsrechte seines Buches. Oder irre ich mich?"

Heero hielt sich mit seinen Händen am Geländer des Zeugenstandes fest. Duo konnte klar das Weiß der durchscheinenden Knochen erkennen. Die Anspannung in Heero war absolut greifbar. Duo warf ihm beruhigende Blicke zu, aber er konnte nicht sagen ob Heero das überhaupt mitbekam.

"Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun," entgegnete Heero mit vor Wut gepresster Stimme.

"Das hab ich nicht gefragt. Haben Sie Mr. Maxwell unter Vertrag genommen?"

"Ja," knirschte Heero.

Duo wurde mit absoluter Klarheit bewusst was Thompson, bzw. Gordon hier abzuziehen versuchten. Wenn sie es schafften Heero als jemanden darzustellen der nur durch Geld an einen Partner kam. Ihn so vollkommen unsympathisch erscheinen zu lassen und dadurch seine Aussagen dass Gordon ihn beleidigt hatte zu negieren. Duo knurrte leise. Und er wunderte sich auch wieder, wieso seine Anwälte nichts dagegen taten dass dort gegen Heero Gift und Galle gespuckt wurde. Aber Gestern hatte er gut daran getan ihnen zu vertrauen, deshalb gegehrte er jetzt auch nicht auf, selbst wenn es ihm in seinen Händen kribbelte.

"Werden Sie in den nächsten Jahren mehrere Millionen an Mr. Maxwell bezahlen?"

"Ja."

"Na also. Sie haben als Mr. Jones Geld gegeben und Mr. Maxwell. Haben Sie es nötig sich einen Partner zu kaufen, Mr. Yuy?"

"Gordon hab ich das Geld gegeben um ihn loszuwerden," ereiferte sich Heero.

"Ich verlange dass diese Antwort aus dem Protokoll gestrichen wird," empörte sich Thompson. "Und dass Mr. Yuy meine Frage endlich beantwortet."

Der Richter gab entsprechende Anweisungen. Duo war damit gar nicht einverstanden, aber er konnte nichts machen. Er konnte nur Augenkontakt zu Heero suchen. Doch anders als es Gordon vielleicht erwartet hatte, war Heero nicht eingeschüchtert. Im Gegenteil seine Augen funkelten gefährlich. "Ich habe noch nie jemanden bezahlt um mit mir zusammen zu sein," erklärte er kühl.

"Es hat aber den Anschein," gab Thompson zurück. Dann stand der Anwalt auf und ging hin und her. "Sie sind also jetzt mit dem Angeklagten zusammen?"

"Ja," bestätigte Heero.

"Wenn ich richtig informiert bin, dann ist das nicht Ihre erste Beziehung mit Mr. Maxwell. Soweit ich weiß waren Sie direkt vor Ihrer Beziehung mit meinem Mandanten schon mit Mr. Maxwell zusammen. Was war der Grund für das Ende ihrer Partnerschaft damals?"

Duo schloss gepeinigt seine Augen. Er wollte nicht dass Heero dieses kleine Geheimnis hier vor aller Öffentlichkeit preisgeben musste. Das war viel zu schmerzhaft und ging doch wirklich nur sie etwas an.

Doch statt Heeros Antwort, war plötzlich ein lautes "Einspruch!" von Mathiews zu hören. Duo ließ erleichtert dem Atem den er angehalten hatte wieder raus, und verpasste so fast was sein Anwalt sagte. "Wie mein geschätzter Kollege gestern so treffend sagte befinden wir uns hier nicht in einem Scheidungsprozess. Es sollte nicht von Interesse sein, wie und warum vor mehr als sieben Jahren eine Beziehung zu Ende ging, sondern wir sollten uns langsam wieder auf die Geschehnisse auf der Convention konzentrieren."

"Stattgegeben," bestätigte der Richter.

Damit schien Gordons Anwalt nicht gerechnet zu haben, aber er fasste sich schnell. Es gab noch ein paar mehr oder weniger unbedeutende Fragen zu den Ereignissen und dann beendete er die Befragung.

Jetzt war es Zeit für Duos Anwälte. Diesmal schien Kirk die Fragen zu stellen. "Wann genau haben Sie Mr. Maxwell unter Vertrag genommen?" fragte er.

"Ich verstehe die Frage nicht, wollen Sie das genaue Datum wissen?"

Kirk lachte kurz. "Nein, mir geht es eher darum in welcher Beziehung Sie sich da mit meinem Mandanten befanden. Damit wir uns ein Bild des zeitlichen Ablaufes machen können und sehen ob mein Kollege mit seinen Andeutungen vielleicht Recht hatte."

Heero runzelte mit der Stirn. "Nun Duo und ich haben da schon zusammen gewohnt."

Duo hätte bei der Aussage fast lächeln müssen. Heero hatte nicht gelogen aber trotzdem den Anschein erweckt das sie damals schon ein Paar gewesen waren.

"Aber das eine hat wirklich nichts mit dem anderen zu tun," sprach Heero weiter. "Und wenn Gordons Anwalt mich hätte ausreden lassen dann hätte ich das auch schon vorhin erklärt."

"Wieso nicht?"

"Nun zunächst einmal hab ich - bzw. meine Firma WW - die Verwertungsrechte für Duos Buchserie gekauft und nicht ihn. Zum anderen liefen die Verhandlungen schon seit Monaten."

"Also schon bevor sie ein Paar waren?"

"Das schon, aber ich hab nicht mal gewusst das Duo der Autor war. Er hat unter einem Pseudonym geschrieben und die Verhandlungen liefen ausschließlich über seinen Agenten. Bis zum Tag der Vertragsunterschrift haben wir beide nicht gewusst dass es der jeweils andere war. Ich nicht wegen dem Agenten und Duo nicht, weil er die neue Firma WW nicht kannte. Und ich finde es ziemlich empörend dass hier angedeutet wird dass Duo sich kaufen lassen würde."

Duo konnte aus seinen Augenwinkeln sehen wie Kirk kurz grinste. Ihm selbst war auch so, als wenn Schmetterlinge in seinem Bauch flattern würden. Heero hatte dieses böse Riff gut umschifft.

"Es gab noch viele weitere Andeutungen während dieses Prozesses. Mr. Yuy, wieso haben Sie Mr. Jones letzten Sommer soviel Geld gegeben? Wieso war es so wichtig Ihre Trennung für einige Monate geheim zu halten."

"Ich denke die Antwort sollte offensichtlich sein," gab Heero zurück. "Wenn sich die Presse damals so auf unsere Trennung gestürzt hätte, wie sie es dieses Jahr getan hat, dann wäre das neue Spiel sicher nicht so gut verkauft worden. Diese Art von Presse konnte ich damals nicht riskieren."

"Also haben Sie Ihre Macht ausgenutzt und Mr. Jones zum Schweigen gebracht?"

"Meine Macht? Ich hab ihm Geld gegeben um ein paar Monate still zu halten. Und er hat es mehr als begierig angenommen. Wenn ich wirklich Macht über Gordon gehabt hätte, dann hätte ich seine Schmutzkampagne in der Presse verhindert."

"Wieso sind Sie nicht dagegen vorgegangen?"

"Ich wollte kein Öl ins Feuer gießen. Ich hatte gehofft dass Gordon dieses Spiel nach ein paar Wochen leid sein würde, aber da hab ich wohl nicht mit Gordons Rachsucht gerechnet."

"Einspruch! Das ist Verleumdung," empörte sich Thompson.

"Lassen wir die Frage Mr. Yuy. Eine letzte hab ich aber noch. Was haben Sie empfunden als mein Mandant Mr. Jones angeschossen hat?"

"Angst," antwortete Heero sofort.

"Wieso Angst?" bohrte Kirk nach.

"Ich hatte in den Wochen davor lernen müssen wie Gordon wirklich ist. Und ich hatte plötzlich unbändige Angst dass er jetzt Duo auch in die Geschichte herein ziehen würde. Und das hätte ich nur zu gern verhindert."

"Also bedauern Sie dass Mr. Jones verletzt wurde?"

"Ich bedaure dass Duo jetzt vor Gericht steht. Und ich bedauere dass ich jemals mit Gordon zusammen gewesen bin. Mehr nicht."