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Yukiyuris Chibis

Camping-Urlaub mit Chibis - Ein Katastrophenbericht von Yukiyuri


Diese Chibis fuhren mit in den Urlaub: 

Ran und Schu
Brad und Yohji
Nagi und Yamil
Farfi
Ricky
Hjalmar und Frank 

Vorwort: Alle in dieser Geschichte vorkommenden Menschen gibt es wirklich, nur die Chibis sind reine Erfindung. 

Brad: "Wie, Erfindung? Wir sind doch real!"
Yuki: "Nee, ihr seid eine Erfindung von Fich."
Schu (Ran anflauschend): "Also poppe ich immer eine Erfindung?"
Ran (Schu auf die Finger hauend): "Für eine Erfindung ist der (zeigt auf Schu) aber ziemlich aufdringlich."
Yuki: "Schu ist doch nur so zudringlich, weil Fich ihn so gezeichnet hat."
Ricky (singend): "Hi, hi, Schu ist nur gezeichnet!"
Schu (beleidigt): "Wenn ich nur gezeichnet bin, dann bist du auch gezeichnet."
Ricky (sprachlos Schu anstarrend): "......"
Farfi (malkavianerlike lachend): "Das hurtet Gott aber bestimmt gewaltig."
Frank (ängstlich): "Hjalmar, stimmt das? Gibt es uns wirklich nicht?"
Hjalmar (Frank über den Kopf streichel): "Klar, Katerchen, gibt es uns. Oder wer, glaubst du, vernascht dich bei jeder Gelegenheit?" Sprach's und küsste ihn.
Yuki (die Augen verdreh): "Ja, ich glaube, da muss ich mal mit Fich drüber reden. Oder mit Tam...."
Nagi (fragende Augen): "Sind unsere Plüschanzüge gar nicht Wirklichkeit?"
Yuki: "Na ja, wenn ihr gezeichnet seid, dann sind doch wohl eure Plüschanzüge auch nicht real."
Yamil: "Aber die sind doch sooooo weich, das kann doch gar nicht nur gezeichnet sein!?"
(Mit beiden Händen in den rosa Plüsch grabbel)
Yuki: "Doch Yamil." (Dem rosa Plüschhäschen liebevoll über den Kopf streichel)
Yohji (mit selbstzufriedenen Gesicht): "Ich wusste es! So ein Haufen Bekloppter konnte keine Realität sein."
Brad: "Pretty, ich tue es ja nur ungern, aber darf ich dich daran erinnern, dass du auch zu diesem 'Haufen' gehörst?"
Yuki: "Ist doch egal, ob ihr gezeichnet seid oder nicht. Ich habe euch doch alle lieb."


Die Chibis stutzen kurz, dann stürzen sie auf Yukiyuri zu, springen ihr an den Hals und beginnen ein Mega-Gruppen-Flauschen, welches die Autorin, ob des unerwarteten Ansturms, hintenüberfallen lässt.
Alle Chibis grölend: "Wir dich auch, Yuki!!!!"
(Die Chibis und die Autorin möchten sich an dieser Stelle ganz herzlich bei Fich für die tollen Zeichnungen bedanken.

"Danke, Fichi!!!!"


So, jetzt geht es aber los: 

1. Tag - Teil I 

Frohgemut fuhr wir los in den Urlaub, zehn Chibis im Gepäck. Ich hatte für meine Rasselbande extra meinen alten Einkaufskorb, der einen Deckel besaß, flauschig mit einem dicken Frottee-Handtuch ausgepolstert, Farfi die Gabel und Ran das Katana weggenommen und Nagi und Yamil 'entplüscht'. Das verlief natürlich nicht ohne Geschrei und Kampf. Yamil jammerte, er würde sich vor den anderen Chibis schämen, so ohne Plüsch und mit nacktem Po. Nagi dagegen reklamierte, ohne Godzilla-Fell würde er frieren. Dieses Argument wurde dann jedoch ganz schnell von Yamil zunichte gemacht, der ihm anbot, ihn stets warm zu kuscheln, sobald Nagi frieren würde, was dieser auf der Fahrt dann auch weidlich ausnutzte. 

Wie es Farfi geschafft hatte, den großen Nagel mit in den Korb zu schmuggeln, ist mir immer noch schleierhaft. Aber zum Glück fing Ricky gleich an zu schreien, als Farfi versuchte, sich den Nagel durch den Fuß zu bohren.
Als ich den Deckel öffnete, bot sich mir ein Bild des Grauens. 

Farfi, mit erhobenem Nagel in der Hand in der einen Ecke des Korbes, Ricky und Hjalmar versuchten ihm das Ding wegzunehmen, der Rest der Bande saß in der anderen Ecke und gab schlaue Ratschläge. Schu hielt Ran fest, der sich auch ins Getümmel stürzen wollte und immer wieder was von: "Und ich musste mein Katana abgebe, das ist ungerecht!", murmelte.
Nachdem ich den Nagel an mich genommen hatte, alle noch mal ermahnt hatte, sich ordentlich zu benehmen, konnte die Fahrt endlich losgehen. Der Korb wurde auf die Rückbank gestellt, sicherheitshalber angeschnallt, damit mir die Chibibande bei einer scharfen Bremsung oder so nicht durchs Auto kullerte. 

Bis zur ersten Rast war auch erstaunlicherweise Ruhe im Karton... äh... Korb. Nachdem ich vorsichtig den Deckel gelupft hatte, war mir auch klar, warum. Alle zehn Chibis lagen einträchtig aneinandergekuschelt und schliefen. Ganz leise schloss ich den Deckel wieder, erledigte schnell, was ich zu erledigen hatte und fuhr wieder los. Doch das stellte sich als Fehler heraus. 

Kaum waren wir einige Kilometer gefahren, wurde der erste wach und nörgelte, er hätte Hunger. Der Stimme nach musste es Schu gewesen sein, der ja immer irgendwie Hunger hatte. Danach meldeten sich Yamil und Nagi, die lautstark verkündeten, dass sie unbedingt und sofort auf die Toilette müssten, wenn nicht ein Unglück geschehen solle. Den Kommentar von Yohji, sie sollten es hochziehen, überhörte ich geflissentlich. Eigentlich hätte ich diesen Kommentar von Schu oder auch Ricky erwartet, aber von Yohji? Ehe ich noch darüber nachdenken konnte, wurde es im Korb laut, denn jeder der zehn Kurzen hatte nun einen anderen Grund, warum wir augenblicklich anzuhalten hätten. Leider musste ich sie bis zum nächsten Rastplatz vertrösten, der aber erst für in 5 Kilometern avisiert wurde. Das Gequengel von Yamil und Nagi wurde immer lauter, Yohjis Bemerkungen immer bissiger. 

Endlich, ein Schild verkündete, dass es nur noch 300 Meter bis zum ersehnten Rastplatz waren. Es wurden die längsten 300 Meter in meiner gesamten Autofahrer-Laufbahn!
Kann sich einer vorstellen, welchen Lärm und welchen Aufstand zehn Chibis machen können? Kaum erstarb der Motor, hämmerten sie gegen den Korbdeckel, den ich in weiser Voraussicht zugebunden hatte. Der Deckel war noch gar nicht ganz runter, da sprangen die Chibis wie die Kastenteufel aus dem Korb. 

Plötzlich mussten nämlich alle mal austreten. Nur Yamil, der zuerst geschrieen hatte, er müsse mal, kam nicht aus dem Korb. Auf meine Frage, warum er denn nicht rauskäme und ob er nicht auch mal müsse, antwortete er, er traue sich nicht aus dem Korb, so ganz ohne sein rosa Hasenplüsch. Aber das lag ja zu Hause.
Das angebotene Taschentuch nahm er dann auch dankbar an und wickelte es sich wie eine Toga um den Po. Kaum hatte er sich 'bekleidet', flitzte er auch schon los. 

Nach und nach kehrten dann einige zurück. Wie erwartet fehlten natürlich diverse Chibis. Muss ich erwähnen, dass unter den 'Vermissten' Schu und Ran waren? Nein, ich glaube, nicht wirklich. Zu meinem großen Erstaunen kamen auch Frank und Hjalmar nicht wieder. Ich ermahnte die anderen sechs, beim Auto zu bleiben, übertrug Brad die 'Oberaufsicht', teilte Ricky für die 'Verteidigung' ein und begab mich auf die Suche nach den vier Vermissten. 

Ran und Schu hatte ich relativ schnell gefunden, hörte ich doch ein unverkennbares 'Shine' aus dem Gebüsch, was mit einem 'Ach hab dich doch nicht so, Kätzchen. Nur eine schnelle, kleine Nummer' beantwortet wurde.
Als Schu mich sah, grinste er, hob entschuldigend die Schultern. Ich schnappte mir die beiden, steckte sie in meinen Rucksack und ging wieder auf die Suche, denn noch fehlten ja Frank und Hjalmar. Allen hätte ich das ja zugetraut, aber das ausgerechnet die beiden fehlten, machte mich doch ziemlich stutzig.
Plötzlich hörte ich hinter einer Brombeer-Hecke leises Keuchen und Stöhnen. Der Blick hinter die Hecke ließ mich zusammenzucken. 

Frank lag wie ein Käfer auf dem Rücken, hatte die Beine in die Luft gestreckt und stöhnte sich die Seele aus dem Leib. Hjalmar lag auf ihm und war gerade dabei ihn zu... also, er.... na ja, was sollen zwei Chibis schon miteinander tun? Briefmarken tauschen? Sicher nicht.
Schus Kommentar von meiner Schulter - er hatte mittlerweile, genau wie Ran, den Rucksack verlassen und nun saßen die beiden auf meinen Schultern:
"So, die beiden dürfen vögeln und wir nicht?" 

Beleidigt drehte er sich weg und verschränkte die Arme. Ran grinste sich eins.
Was sollte ich denn tun? Wenn ich Hjalmar und Frank jetzt trennte, würde ich neben einem durchaus verständlichem Gejammer der beiden auch einige triumphierend-gehässige Blicken und Bemerkungen von Schu ernten. Davon mal abgesehen, dass Frank und Hjalmar wahrscheinlich die ganze Fahrt ziemlich unbefriedigt rumnörgeln und den Rest der Bande rebellisch machen würden. Wenn ich sie aber weitermachen ließe, würde zumindest Schu das als Freibrief sehen, Ran ständig anzumachen, was bedeuten würde, dass sich der Rotschopf tatkräftig zur Wehr setzen, Yohji mit bissigen Bemerkungen um sich schmeißen, Yamil und Nagi von einem Flash in den nächsten fallen, und überhaupt keine normale Nasenfarbe mehr bekommen und der Rest der Bande auch ziemlich rebellieren würde. 

Doch zum Glück wurde ich in diesem Moment von einem abgrundtiefen Stöhnen aus meinen Überlegungen gerissen.
Ich sah wieder zu den Chibis, sah Franks selig-verklärten Gesichtsausdruck und wusste, dass sich meine Überlegungen gerade erledigt hatten. Dann plumpste auch schon Hjalmar ermattet auf Frank und Schu konnte sich mal wieder eines bissigen Kommentars nicht enthalten und erstaunlicherweise stimmte ihm Ran zu. Nachdem Hjalmar dann von Frank gekrabbelt war und sich dieser mit wackeligen Beinen und immer noch selig grinsend erhoben hatte, stopfte ich alle vier Chibis in den Rucksack und trat, unter lautem Protest von Schu, der maulend reklamierte, er wolle jetzt gefälligst auch Ran vernaschen dürfen, den Rückweg zum Auto an. Zwischendurch hörte ich ein: "Wärgs, Frank, wisch dir doch mal den Bauch ab, da klebt ja noch dein ganzer Saft drauf!" (wahrscheinlich von Schu) und ein schnippisches: "Bist ja nur neidisch, weil der da dich nicht ranlässt." (sicher ein Kommentar von Hjalmar), der mit einem: "Kann ja nicht jeder so notgeil wie ihr Deutschen sein." beantwortete wurde (ohne Frage, das war Ran). 

Zu meinem großen Erstaunen waren die restlichen sechs Chibis tatsächlich noch da, auch wenn Farfi in der Zwischenzeit eine Glasscherbe gefunden hatte, die er gerade an seinem Bein ausprobieren wollte und von Ricky handgreiflich daran gehindert wurde. 

Endlich waren alle zehn wieder im Korb und die Fahrt konnte weitergehen. Dem Geräuschpegel nach zu urteilen, erzählte Schu den Zurückgebliebenen haarklein, was er eben gesehen hatte und Frank und Hjalmar schienen sich ebenso lautstark zu verteidigen. Ab und zu war dann ein 'Shine' zu vernehmen, woraus ich schloss, dass Schu mal wieder versuchte, Ran zu unsittlichen Dingen zu verführen. 

Die restliche Fahrt nach Bayern verlief dann recht ruhig, wenn man mal davon absah, dass Farfi bei jeder Rast eine Glasscherbe, einen Nagel, ein scharfkantiges Stück Blech oder einen Pommes-Pieker fand, die er unbedingt auf ihre Verletzungstauglichkeit überprüfen musste; Schu regelmäßig versuchte, Ran hinter irgendeinen Busch zu zerren und dort zu vernaschen; Yamil und Nagi bei jeder zweiten Rast verloren ging und erst einmal in langwierigen Suchen wieder aufgestöbert werden mussten. 


1. Tag - Teil II 

Endlich waren wir da. Im letzten Moment konnte ich verhindern, dass die Chibis aus dem Auto sprangen, als wir an der Anmeldung des Campingplatzes den Wagen verließen. Alle zehn klebten mit den Nasen an der Scheibe und starrten uns nach. Eigentlich war das ein Bild für die Götter: Zehn nackte Chibis, fein säuberlich im hinteren Fenster aufgereiht, die sich die Nasen, Bäuche und ihre winzigen Männlichkeiten - oder sollte man lieber sagen, Chibichkeiten? - plattdrückten. Wir bekamen einen Platz für unseren Wohnwagen zugewiesen und begaben uns an den Aufbau. Als ich auch hier das Auto festverschlossen hielt, erhob sich wütender Protest hinter der Scheibe. Farfi hatte mal wieder irgendwo einen Pommes-Pieker gefunden, den ihm Ran weggenommen hatte und uns nun damit wie mit einem Katana drohte. Ich konnte auch ein ziemlich lautes 'Shine' hören, doch ich blieb hart. 

Man stelle sich vor, was alles passieren könnte, wenn einem zehn Chibis beim Aufbau eines Wohnwagens um die Füße wuseln. Nein, ich wollte mir das lieber nicht vorstellen und es vor allem auch nicht praktisch ausprobieren, also blieb die Bande im Auto eingesperrt, bis wir fertig waren, mochten sie noch so meckern.
Dann endlich standen Wohnwagen und Vorzelt und ich hatte keinen Grund mehr, meine Rasselbande eingesperrt zu lassen, zumal wir ja auch noch einige Sachen aus dem Auto holen mussten.
Wie schon bei der ersten Rast, sprangen sie wie die Kastenteufel hervor. Schnell scheuchte ich sie ins Vorzelt, zog den Reißverschluss zu und sah meine Chibis streng an.
"Alles mal herhören!" 

Ich schlug absichtlich einen strengen Kasernenton an, der tatsächlich Wirkung zeigte. Ricky stand stramm, Hjalmar nahm Haltung an, Farfi hörte auf, den scharfkantigen Stein an seinem Bäuchlein auszuprobieren und selbst Schuldig stand militärisch stramm (er konnte es eben nicht leugnen, dass er ein guter Deutscher war *hust*). Ein seltener und sehr herzerwärmender Anblick.
Nachdem ich nun die ungeteilte Aufmerksamkeit meiner Chibis hatte, erklärte ich:
"Also, wir sind hier nur zu Gast, benehmt euch bitte entsprechend. Ihr bleibt auf den Wegen und kriecht nicht auf fremden Plätzen und schon gar nicht in fremden Wohnwagen oder Zelten herum. Erwisch ich jemanden bei unsittlichen oder anstößigen Handlungen, gibt es Wohnwagen-Arrest." 

Dabei sah ich besonders Schu und Hjalmar und Frank streng an. Ersterer grinste nur frech, die anderen beiden wurden unisono rot und sahen zu Boden.
"Ach ja und gebadet wird nur mit Badehosen." Wobei die Betonung auf Hosen lag und ich besonders Yamil und Nagi ansah, um etwaigen Plüschattacken vorzubeugen.
Plötzlich meldete sich jemand, der bis dahin vollkommen ruhig war. Mit einem Räuspern machte Brad auf sich aufmerksam.
"Und wo sollen wir die Badehosen herkriegen?", fragte er und der Rest der Bande stimmt ihm wild nickend zu. Diese oder eine ähnliche Frage hatte ich vorausgesehen, denn ich öffnete die Wohnwagentür und sagte mit einer einladenden Handbewegung:
"Ist für alles vorgesorgt. Wenn die Herrschaften sich in den Wohnwagen bemühen wollen, dann kann das Umkleiden sofort beginnen." 

Aus einem Staukasten holte ich zehn kleine rote Badehosen hervor. Vor dem Urlaub hatte ich extra die gesamte 'Bademoden-Kollektion' eines Spielwarenladens geplündert. Die Verkäuferin hatte mich damals ziemlich komisch angesehen, als ich ihr sagte, ich wolle zehn Puppen-Badehosen haben und noch dazu zehn gleiche. Dies hatte ich mit Bedacht gemacht, da ich dem Zank und Streit um das eine oder andere Hosen-Modell aus dem Weg gehen wollte. Trotzdem fanden die Chibis was zum Meckern. Wie auch anders!?
Schu fand die Hose an Aya nicht knapp genug, Nagi und Yamil, wie zu erwarten, nicht plüschig genug, außerdem vermisste Yamil an seiner Hose einen Hasenpuschel. 

Yohji bemängelte, dass die Farbe nicht zu seinen Augen passen würde und Ricky weigerte sich standhaft dies 'unjapanische Ding' im Wasser zu tragen und bestand auf einem Handtuch. Es entstand eine mittelstarke Diskussion, die letztlich Yohji beenden konnte, indem er anführte, er sei auch Japaner und würde auch eine Badehose tragen.
Den Vogel aber schoss Farfi ab mit der Frage, wo er denn in diesem Ding seine Waffen lassen solle. Hjalmar sah ihn darauf etwas schräg von der Seite an und fragte, mit einem Blick auf Farfis Schritt, ob er DAS DA als Waffen bezeichnen würde. Farfi stutzte, sah an sich runter und ging dann mit einer Schraube (wo hatte er die denn schon wieder her?) auf Hjalmar los. Nur Franks und Brads beherztes Eingreifen und Franks Einwand, dieser Spruch von Hjalmar würde Gott ungemein wehtun, konnten Schlimmeres verhindern. Farfi stutzte, sah Frank erstaunt an und fragte:
"Echt?" 

Und als Frank und Brad dann bestätigend nickten, ließ er grummelnd von Hjalmar ab.
Die einzigen, die nichts an den Badehosen auszusetzen hatten waren Frank und Hjalmar.
Endlich hatten alle zehn unter viel Meckern und Stöhnen ihre Badehöschen an, hatten ihre kleinen Handtücher, für die ich ein großes Badelaken geopfert hatte, um daraus Chibi-Handtücher zu nähen, geschultert und standen wie brave Kindergarten-Chibis in Zweier-Reihen hintereinander abmarschbereit. Nachdem ich mich dann auch in meinen Badeanzug geschwungen hatte, gingen wir zum See hinunter. Auf dem Weg dorthin überlegte ich, welchen Unsinn sie dort wohl noch anstellen könnten und war recht zuversichtlich, dass dort nicht viel passieren konnte. Zwar war das Wasser nur über drei Stufen zu erreichen, aber es war dort nur knapp knöcheltief und würde den Chibis gerade mal bis zu Taille reichen - also keine Gefahr, dass einer von den zehn gleich unterging. Die Chibis würden dort demnach ungefährdet planschen können. 

Am Ufer wuchsen große Bäume, so dass hier keine Gefahr bestand, dass die Kleinen einen Sonnenbrand bekamen (Ich war ja durch Himawaris schmerzvolle Sonnenerfahrungen vorgewarnt.).
Hjalmar war der Erste im Wasser, dicht gefolgt von Brad (der seinem Spitznamen 'Badebrad' alle Ehre machte). Auch die Youngster Yamil und Nagi hüpften quietschend in die Fluten. Die beiden Feuerköpfe folgten mit Frank etwas gesitteter. Als Letzter gingen Farfi und Yohji ins Wasser.
Ich blieb im seichten Wasser stehen und wachte mit den Augen einer besorgten Mutter über die Chibibande. Immer wieder zählte ich meine Lieben (Meinst du das wirklich?) durch und kam plötzlich nur auf neun!!
Wieder und wieder zählte ich, was bei den quirligen Kerlchen gar nicht so einfach war, aber es blieben immer nur neun - einer fehlte definitiv!! 

Aber wer??
Ich sortierte sie gedanklich zu Paaren.
Hjalmar und Frank standen im tieferen Wasser und schmusten; Aya und Schu alberten mit Yamil und Nagi rum und tunkten sich gegenseitig quiekend und lachend unter; Yohji und Brad zogen konzentriert ihre Bahnen und Farfi versuchte ausnahmsweise mal nicht, sich mit irgendeinem spitzen oder scharfen Gegenstand zu verletzen, sondern machte zur Abwechslung mal einen Selbstertränkungsversuch, der ihm aber nicht so recht gelingen wollte, da er zwar keine Schmerzen spüren konnte, akuten Luftmangel aber sehr wohl. 

Aber wo, zum Kuckuck, war Ricky? Der Mini-Yakuza fehlte! Ein wenig panisch ließ ich meinen Blick über den See und das Ufer schweifen. Plötzlich hörte ich ein leises Schniefen hinter mir und als ich mich umdrehte, saß da ein winzigkleines Häufchen Elend auf der obersten Stufe und sah traurig den planschenden Chibis zu.
"Ricky?", fragte ich besorgt. "Was hast du denn? Warum bist du nicht im Wasser?" 

Vorsichtig nahm ich ihn hoch, warf schnell einen prüfenden Blick ins Wasser, aber die anderen Chibis waren immer noch mit ihren jeweiligen Tätigkeiten beschäftigt. Ziemlich kleinlaut saß er auf meiner Hand, hatte die Knie angezogen und sein tränennasses Gesichtchen draufgelegt. Erst murmelte er was ich nicht verstand und erst auf meine Nachfrage nuschelte er: "Ich kann nicht schwimmen." und fing wieder bitterlich an zu weinen. Das erstaunte mich nun doch. Ich war einfach davon ausgegangen, dass alle Chibis schwimmen können. Wie man sich doch irren kann.
Wieder einmal musste ich feststellen, dass es hohe Zeit wäre, dass endlich jemand kompetentes einen Chibi-Ratgeber, vorzugsweise reich bebildert, herausbrachte, damit einem solche Fehler nicht unterliefen. (Hier winkt eine ganze Zaunpfahl-Fabrik JJ) 

Aber mir stand ein solches Nachschlagewerk nun mal nicht zur Verfügung, also musste ich dieses Problem allein und mit Intuition und Fingerspitzengefühl lösen.
"Aber Ricky, das ist doch nicht schlimm, dann lernst du es eben."
Ich lächelte ihn aufmunternd an, dann hob ich ihn noch ein Stück höher und deutete auf Brad und Yohji, die immer noch sehr konzentriert hin und her schwammen. 

"Guck mal, wie die beiden das machen", riet ich, griff nebenbei unter Wasser und holte Farfi wieder hoch, der seine Badehose mit einem Stein beschwert hatte, damit dieser Ertränkungsversuch nicht wieder am natürlichen Auftrieb eines Chibi-Körpers scheiterte. Wortlos pulte ich mit einer Hand den Stein aus seiner Badehose und setzte Farfi wieder ins Wasser, überhörte einfach sein Geschimpfe, von wegen, das würde nun aber Gott überhaupt nicht hurten. Mich wieder Ricky zuwendend sagte ich dann:
"Willst du es nicht mal versuchen?" und wollte ihn ins seichte Wasser setzen, doch er klammerte sich ängstlich an meinem Daumen fest. 

"Nein, nein, nein, ich habe Angst!", jammerte er und schob irgendetwas Japanisches hinterher, was ich allerdings nicht verstand, da meine Japanisch-Kenntnisse fast gleich Null waren, bis auf einige Schimpfwörter wie 'Shine!' [Stirb!], 'Baka!' [Idiot!] oder 'Yarou!' [Bastard!], mit denen Ran gerne Schuldig bombardierte, wenn dieser ihn mal wieder mit eindeutigen Absichten zu nahe kam. 

Apropos zu nahe: Hjalmar und Frank waren sich auch sehr nahe, für meinen Geschmack ZU nahe, denn ich war mir sicher, dass die beiden schon wieder am Poppen waren, wenn ich mir so die Bewegungen, die Wellenbewegungen des Wassers und Franks seligen Gesichtsausdruck ansah. Doch momentan hatte ich andere Sorgen, als zwei poppende Chibis zu trennen.
Ich winkte Brad und Yohji, sie sollten doch mal zum Ufer kommen, was sie, oh Wunder, auch taten. Mit verschwörerischer Stimme erklärte ich Brad die Problematik und bat ihn, an seine Führungs- und Lehrerqualitäten appellierend, sich doch Rickys anzunehmen. 

Brad schmiss sich stolz in die kleine Chibibrust und nahm Ricky väterlich an die Hand, nachdem Yohji eine Weile auf Japanisch auf ihn eingeredet hatte und er danach zwar immer noch zitternd, aber doch sehr viel zuversichtlicher als vorher, meinen Daumen losgelassen hatte und nun mit dem Mut des Verzweifelten im chibikniehohen Wasser stand.
Brad erklärte langsam und geduldig (ja wirklich, das kann er, wenn er sich Mühe gibt *nick*) die einzelnen Bewegungen, die Yohji dann synchron dazu vorführte. Ich lenkte nun mein Augenmerk wieder auf die anderen. 

Frank und Hjalmar hatten allem Anschein nach ihre Tätigkeit erfolgreich beendet, denn sie schwammen entspannt die selben Bahnen, die zuvor noch Yohji und Brad genommen hatten.
Farfi hatte seine Ersäufungsversuche aufgegeben und alberte nun mit den restlichen Chibis rum. Also gestattete ich mir, auch einige Runden zu schwimmen.
Oh Wunder, oh Zeichen, es passierte in diesen zehn Minuten tatsächlich nichts, rein gar nichts. Kein schreiendes Chibi, keine heckseitigen Angriffe von Schu oder Hjalmar, keinen Verletzungs- oder Selbstverstümmelungsversuch von Farfi. 

Misstrauisch lugte ich zu der Bande rüber, aber es blieb alles ruhig - bis zu dem Moment, an dem ich sagte, dass es wohl an der Zeit wäre, zum Wohnwagen zurückzukehren. Es erhob sich allgemeiner Protest. So sehr sie sonst auch gegeneinander wetterten, hier waren sie sich doch einig, dass sie eigentlich und überhaupt ja noch gar keine Lust hätten, das Wasser zu verlassen. Das leise Bibbern von Yamil und die blauen Lippen von Frank wurden geflissentlich übersehen. Doch als erfahrene Mutter übersah ich diese Zeichen nicht. Unbeirrt rief ich meine kleine Bande zusammen und scheuchte sie aus dem Wasser, vergewisserte mich, dass alle zehn da waren und geleitete sie dann unter strenger Aufsicht zum Wohnwagen zurück, wo ich sie anwies, sich ordentlich abzutrocknen und die nassen Badehöschen auszuziehen, damit sie sich nicht erkälten. Kaum hatte ich diese Anweisung gegeben, hörte ich auch schon Ran grummeln: "Shine, yarou!" 

Schon wollte ich ihn anfahren, welchen frechen Ton er sich mir gegenüber erlauben würde, als ich sah, dass er versuchte, Schu mittels eines von Farfi erbeuteten Nagels daran zu hindern, ihm das Höschen vom Hintern zu ziehen. Die anderen acht entledigten sich ihrer Badekleidung ohne weitere Zwischenfälle, auch wenn Frank sich mal wieder nicht enthalten konnte, Hjalmars Hintern zu befingern. 


Fortsetzung folgt