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Der Liebeszug - Teil 7 bis 8

Kapitel 7


Mit sich zufrieden machte sich Heero auf den Weg die Getränke zu holen. Die Schlange an der Theke war nicht besonders lang, so dass er relativ schnell wieder bei seinen Freunden war und jedem eine Flasche reichen konnte.

Mit Trowa war allerdings immer noch nicht viel anzufangen, wie er mit einem schnellen Seitenblick feststellte. Dessen Blick war beharrlich auf den blonden Organisator gerichtet. Langsam fand Heero es an der Zeit dass da mal was passierte. Normalerweise brauchte Trowa doch nicht soviel Anlauf um etwas anzustoßen.

Aber zunächst wollte er Wufei noch ein klein wenig quälen. Das hatte sich sein Freund schließlich verdient. Er nahm einen genüsslichen Schluck aus seiner Flasche und fragte dann beiläufig: „Wufei, warum hast du denn noch keine der netten Frauen hier zum Tanz aufgefordert?“

Wufei grummelte nur etwas in seinen nicht vorhandenen Bart und schaute weiter intensiv auf den Fußboden.

Heero musste tief grinsen. Das hätte er jetzt wirklich nicht von seinem Freund erwartet. Bisher hatte er noch nie einen derart schüchternden Eindruck gemacht. Aber wenn Heero ehrlich war, dann war dies auch das erste mal dass sie gemeinsam auf einer Tanzveranstaltung/Brautschau waren. Wufei und Meiran waren praktisch schon im Kindergarten ein Paar gewesen, da hatte Wufei sich nie darum bemühen müssen sie zu umwerben. Und nach ihrem Tod hatte er die ganze Zeit getrauert. Davon abgesehen, wenn Heero mal zum flirten ausgegangen war, dann nicht in Bars die Wufei frequentieren würde. Kein Wunder dass er bisher nicht bemerkt hatte wie verschüchtert Wufei doch in so einer Umgebung war. Dass sein Freund trotzdem noch so laute Töne spuckte machte aus einer leicht spaßigen Situation eine extrem lustige.

„Ich hab gehört du hast noch extra Tanzstunden genommen. Vielleicht solltest du wirklich mal eine der Onnas auffordern. Oder du wirst vielleicht keine mehr abbekommen,“ stichelte Heero weiter. Er fand wirklich, das er alles Recht dazu hatte.

Wufei wurde wieder rot im Gesicht und nuschelte etwas das sich wie „Nachher gleich,“ anhörte.

Heero wollte schon zum nächsten Schlag ausholen, als er sah wie Dorothy auf ihre kleine Gruppe zukam. Also hatte sie der Herausforderung doch nicht widerstehen können. Genau wie Heero es vermutet hatte.

Eines musste er ihr lassen, sie verstand einen verdammt guten Auftritt hinzulegen. Selbstsicher und absolut von sich überzeugt ging sie auf sie zu, blieb dann knapp zwei Schritte vor ihnen stehen, und tappte ungeduldig mit ihrem Fuß auf dem Holboden, während sie ihre Arme in die Hüften gestemmt hatte. „Und will nicht einer von euch mich zum Tanz auffordern?“ fragte sie mit leicht überheblicher Stimme.

Heero sah aus den Augenwinkeln wie Wufei kurz seinen Kopf hob um die Frau zu betrachten. Dann breitete sich eine neue Schicht Rot auf seinem Gesicht und er schaute wieder nach unten.

Heero rollte mit den Augen, er würde Wufei wohl auch noch den entscheidenden Schubs geben müssen. Also nickte er Dorothy kurz zu und sagte, „Ich leider nicht Ma’am, ich hab vorhin schon getanzt. Und mein Freund zu meiner rechten ist gerade leider geistig weggetreten. Aber wie wäre es mit meinem Freund Wufei hier? Er liebt es zu tanzen.“

„Ja?“ fragte Dorothy erwartungsvoll in Wufeis Richtung.

Heero konnte ein fieses Lachen kaum unterdrücken, schnell stupste er seinen Ellenbogen in Wufeis Rippen und dieser reagierte prompt. „EswäremireineEhreSiezumTanzzuführen,“ nuschelte er schnell.

Dorothy schien zum Glück keine Probleme zu haben das Kauderwelsch zu verstehen, sie streckte ihre Hand aus und ergriff Wufeis Arm. „Na dann können wir ja loslegen,“ sagte sie und führte einen Wufei der so gut wie gar keinen Widerstand mehr leistete nach hinten zur Tanzfläche.

Eigentlich hätte Heero nur zu gern Mäuschen gespielt um zu hören was denn beim Tanz alles besprochen werden würde, aber er würde sich auch mit seinem Beobachtungsposten zufrieden geben. Es war schon lustig genug zu sehen wie Wufei und Dorothy – die eindeutig führte – sich zusammen auf dem Tanzparkett bewegten.

Plötzlich erschien vor Heero wieder eine rosa Wolke und versperrte ihm die Sicht auf die Tanzfläche. Er grummelte und fokussierte seinen Blick auf das Hindernis. Wie nicht anders zu erwarten war es Relena die ihn hoffnungsvoll anschaute: „Mein Held, wollen wir nicht noch einmal tanzen?“

Innerlich schüttelte sich alles in Heero. „Ähm später vielleicht. Ich muss mich noch vom letzten Tanz ausruhen,“ sagte er hastig.

Und obwohl eigentlich jedem der mindestens zwei aktive Gehirnzellen besaß klar sein müsste, dass es sich bei dieser Ausrede um eine Abfuhr erster Güte handelte, giggelte Relena nur. „Schade. Aber ich werde darauf warten mein Held. Schließlich haben wir noch so viel wegen der Hochzeit zu besprechen. Ich komme wieder.“ Und mit diesen Worten rauschte sie zur Seite.

Heero lief es eiskalt den Rücken runter. Diesen Satz hatte der Terminator in den Filmen auch immer gesagt und kurz danach für Mord und Totschlag gesorgt. In sofern war die Drohung ganz passend, denn ein weiterer Tanz mit der rosa Zuckerwatte war sicherlich genauso gefährlich.

„Boah, kann die sich nicht ein anderes Opfer aussuchen?“ wunderte sich Heero. Und er fragte sich auch, wieso sie die ganze Zeit von einer Hochzeit faselte. Wahrscheinlich hatte sie schon zu tief ins Glas geschaut. Oder war unter dem Einfluss von irgendwelchen anderen Drogen? Vielleicht das ganze Pink? Nun, ihm war es egal, er wollte mit ihr nichts weiter zu tun haben.

„Was?“ schreckte Trowa aus seinen Tagträumen auf.

„Nichts,“ beruhigte Heero ihn. Es würde jetzt wirklich zu lange dauern seinem Freund alles zu erklären. Dazu war er in der letzten Zeit zu abwesend gewesen.

„Wo ist eigentlich Wufei?“ fragte Trowa nach einem kurzen Blick zur Seite.

„Er tanzt. Dahinten mit der Blondine im roten Kleid.“

„Wow, wie ist er denn an die geraten?“ wunderte sich Trowa. „Die ist doch mindestens drei Nummern zu groß für Wufei.“

„Tja,“ wollte sich Heero schon auf seinen Ruhm ausruhen, als er merkte das Trowas Aufmerksamkeit schon wieder abgelenkt wurde.

„Oh mein Gott, er kommt auf mich zu,“ sagte der sonst so ruhige große Mann plötzlich aufgeregt.

Heero schüttelte den Kopf. Was war denn heute bloß mit Trowa los? „Vielleicht hat er es satt dich nur von weitem anzuschmachten und hat sich dazu durchgerungen den ersten Schritt zu machen?“ riet er mal ins blaue hinein.

„Und was mach ich denn jetzt?“ leichte Panik schwang in Trowas Stimme mit.

„Du gehst ihm jetzt entgegen, damit ihr euch in der Mitte trefft.“

„Aber… Aber ich weiß doch gar nicht was ich sagen soll. Was wenn er gar kein Interesse hat?“

Heero seufzte tief. War das heute schwierig. „Trowa, seit fast zwei Stunden lasst ihr euch gegenseitig nicht mehr aus den Augen. Bei den Funken die zwischen euch hin und her fliegen müsstet ihr hier eigentlich schon einen Flächenbrand entzündet haben. Die Chancen dass er nicht auf dich steht sind äußerst gering. Und jetzt geh schon, damit er nicht alles machen muss.“ Dann gab er seinem Freund einen kleinen Schubs mit beiden Händen.

Trowa stolperte zwei Schritte, sah sich dann noch einmal wütend zu Heero um, um sich danach dann doch wieder auf den blonden jungen Mann zu konzentrieren und ihm jetzt endlich entgegen zu gehen.

Heero nahm einen weiteren Schluck und beobachtete die beiden neugierig. Es war echt spannend zu sehen, wie sie immer langsamer wurden, sich aber trotzdem immer näher kamen. Das war hier echt das beste Kino, das einem geboten werden konnte.

Dann nach einigen Schritten standen sie doch endlich dicht beieinander. Für einen Augenblick standen sie nur schweigend da, dann schienen sie gleichzeitig ‚Hi’ zu sagen – zumindest sah es für Heero danach aus. Danach folgte wieder eine kurze Pause und beide wurden gleichzeitig rot im Gesicht.

Heero rollte erneut mit den Augen. Sah ja fast so aus, als wenn er jetzt zu den beiden gehen müsste um ihnen zu sagen, was sie als nächstes tun sollten.

Doch dann schien Trowa endlich die Initiative zu ergreifen. Er drückte die Schulter von dem blonden Mann und beugte sich zu ihm hin um ihn etwas ins Ohr zu flüstern.

Der Blonde strahlte danach übers ganze Gesicht und nickte. Dann blickte er sich suchend im ganzen Zelt um. Als er gefunden hatte was er suchte, machte er eine fragende Geste.

Aus Interesse folgte Heero dem Blick und konnte sehen, dass der blonde Mann, mit dem Langhaarigen kommunizierte, der Heero vorhin schon so positiv aufgefallen war. Scheinbar war seine Annahme, dass dieser auch zum Organisationsteam gehörte richtig gewesen.

Der Langhaarige nickte erst und machte dann eine scheuchende Handbewegung in die Richtung von Trowa und dem Blonden. Dieser strahlte als er die Handbewegung sah und schnappte sich dann Trowas Arm und dann gingen beide gemeinsam in Richtung Zeltausgang. Wahrscheinlich um draußen in Ruhe miteinander zu reden. Keine schlechte Idee, wie Heero fand. Schließlich waren sie im Zelt wie auf dem Präsentierteller.

Nachdem die beiden ganz aus dem Zelt verschwunden waren stand Heero für einige Augenblicke unentschlossen rum. Er überlegte hin und her, ob er lieber Wufei bei seinen dilettantischen Tanzversuchen beobachten sollte, oder seine ganze Aufmerksamkeit dem Langhaarigen schenken. Beides hatte seine Vorteile. Dann entschied er einfach sein Interesse auf beides zu verteilen. Wobei der Langhaarige ein eindeutig leckerer Anblick war. Wufei war eher lustig. Aber es war vielleicht gar nicht schlecht, dass Heero seinen Blick immer hin und her wandern ließ, denn er wollte auf keinen Fall so offensichtlich sein, wie Trowa und der Blonde. Das musste doch eigentlich jedem hier im Zelt aufgefallen sein, Heero war sich sicher.

Und so stibitzte er immer mal wieder einen fast flüchtigen Blick auf den Langhaarigen. Der Mann sah einfach umwerfend aus. Und er versprühte so eine lebendige Energie. Die ganze Zeit schien er zu lachen und gute Stimmung zu verbreiten.

Müßig überlegte Heero, ob vielleicht die Chance bestand, dass er auch auf Männer stand. Immerhin schien er keinerlei Probleme mit dem Flirten von Trowa und seinem Kollegen zu haben. Aber das bedeutete ja noch lange nicht, das er selber schwul war. Und überhaupt, wie groß waren wohl die Chancen dass bei diesem Ball für einsame Herzen noch ein schwuler Mann auftauchte? Und selbst wenn, dass dieser dann auch noch Single sein sollte würde schon an ein Biblisches Wunder grenzen. Also beschloss Heero diese unnützen Gedanken einfach weg zuschieben und sich aufs Beobachten zu konzentrieren. Anschauen kostete ja nichts und vielleicht würde daraus der eine oder andere nette Traum entstehen.

Er bemerkte gar nicht wie schnell die Zeit verging, aber angesichts dessen, dass seine Flasche inzwischen leer war, musste er mindestens eine halbe Stunde mit Beobachten beschäftigt gewesen sein. Er grinste kurz, sah ja ganz so aus, als wenn Trowa und der Blonde viel zu besprechen hatten.

Plötzlich tauchte schon wieder die rosa Wolke in seinem Sichtfeld auf. „Wollen wir jetzt endlich tanzen?“ fragte Relena wieder und schaute ihn mit ihren großen Rehaugen an.

„Ähm, ich muss gestehen dass ich nicht wirklich Lust zum tanzen hab,“ versuchte sich Heero heraus zu reden.

„Oh,“ sagte sie enttäuscht. Doch dann erhellte sich ihr Gesichtsausdruck wieder. „Dann bleibe ich einfach hier und wir können miteinander reden.“

Autsch, Heero hätte sich vor Schreck fast auf die Zunge gebissen. Ok, es hatte also weder mit hinauszögern noch mit ablehnen geklappt. Zeit für die nächste Variante – der taktische Rückzug. „Ähm, ich seh grad das mein Getränk leer ist, ich hol mir schnell neues,“ nuschelte er und verschwand in Richtung der Theke.

Als er dort angekommen war, stellte er sich zwar kurz an um sich ein Wasser zu besorgen, doch danach ging er nicht zu seinem Ursprungsort zurück. Stattdessen suchte er sich einen versteckten Platz hinter einem der Pfeiler. Von dort konnte er immer noch Wufei und Dorothy beobachten. Die zwei tanzten immer noch, allerdings schienen sie eher mit was anderem beschäftigt zu sein. Wufei hatte einen hochroten Kopf und redete wie ein Wasserfall, während Dorothy hin und wieder laut auflachte. Ahhh, anscheinend waren sie jetzt bei Wufeis Weltanschauungen angekommen. Es war wirklich schade, dass sie zu weit weg waren um etwas zu hören.

„Wieso bist du nicht zurück gekommen, mein Held?“ fragte in dem Moment eine Stimme, die Heero inzwischen schon aufs äußerste verfluchte. Als er sich umdrehte stand er erneut der rosa Zuckerwatte gegenüber. „Wir wollten doch noch tanzen.“

Jetzt reichte es Heero mit höflich sein. Er hatte es im Guten versucht, aber das schien ja nicht zu fruchten. „Nein, du wolltest noch einmal tanzen. Ich nicht! Und schon gar nicht mit dir!“ Dann drehte er sich um und ging in Richtung Zeltausgang, vielleicht würde ihm die frische Nachtluft da draußen ganz gut tun.

„Heeeeeeeeeeeeeeeerrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrooooooooooooooooooo!“ kreischte sie hinter ihm her, aber er nahm sich vor sich nicht nach ihr umzudrehen. Nachher würde sie das noch als Ermutigung werten.

Draußen angekommen nahm er erst einmal einen tiefen Atemzug. Dann ließ er seinen Blick umher wandern. Er war bei weitem nicht der einzige der sich hier aufhielt. Auch hier gab es überall kleine Grüppchen an Leuten die miteinander sprachen, trotzdem war es längst nicht so voll wie in dem Zelt.

Aber richtig in Sicherheit konnte er sich scheinbar immer noch nicht wähnen, denn schon kurze Zeit später stand Relena neben ihm. „Heero, wie kannst du nur so was sagen,“ fragte sie mit weinerlicher Stimme.

„Ich habe versucht höflich zu sein, aber du scheinst es nicht zu begreifen. Ich bin nicht an dir interessiert,“ dann drehte sich Heero wieder weg und bewegte sich etwas von der großen Menschentraube fort. Es musste ja nun nicht jeder mitbekommen was hier passierte.

„Aber Heero, wir werden doch heiraten,“ beharrte die pinke Pest.

Heero schüttelte sich. „Wie kommst du nur auf so einen abwegigen Gedanken? Ich hab einmal mit dir getanzt. Mehr nicht!“ Leider gelang es Heero nicht das Mädchen los zu werden. So schnell er auch ging, sie rannte ihm praktisch hinterher. Zumindest waren sie jetzt nicht mehr in der Sichtweite von der Theke und damit auch ziemlich allein. Wäre ja noch schöner, wenn halb Blackside mitbekäme wie er vor so einer Verrückten fliehen musste.

„Aber mein Held, sieh es doch ein, wir sind für einander bestimmt. Es wurde vorhergesehen!“

„Bitte was?“ fragte Heero verdutzt.

Relena schien das als Interesse aufzufassen, denn sie begann ganz eifrig zu reden: „Ich war bei einer Wahrsagerin. Und sie hat mir gesagt, dass ich den Mann meiner Träume – den Helden in strahlender Rüstung der mich vor allem Übel der Welt beschützen wird – auf dem Land treffen werde. Und das wir heiraten werden. Siehst du es passt alles zusammen. Ich bin hier in Blackside und treffe dich, Heero meinen Helden. Du musst doch einsehen dass dies Schicksal ist.“

Heero schüttelte energisch den Kopf. „Ich sehe nur eins, nämlich dass du mit meinem Namen Schwierigkeiten hast. Ich heiße Heero und das hat gar nichts mit Held zu tun. Ich bin kein Held und auch nicht daran interessiert deiner zu werden. Du rennst dich da in eine Sache hinein die absolut hirnrissig ist. Ich. Habe. Kein. Interesse. An. Dir.“ Vielleicht half es ja, wenn er langsam mit ihr sprach.

Doch auch diese Hoffnung wurde enttäuscht. „Wieso sträubst du dich nur so gegen unser gemeinsames Schicksal? Du bist ein Mann, ich bin eine Frau, was braucht es mehr für uns um eine glückliche gemeinsame Zukunft zu haben? Ich hab schon alle Papiere vorbereitet. Du musst nur noch unterschreiben dann können wir nächste Woche heiraten.“

Heero blickte um sich. Hier musste doch irgendwo die versteckte Kamera sein, oder? So eine durchgeknallte Situation konnte es doch nicht in Wirklichkeit geben oder? Und wenn das hier doch echt war, dann verdiente Wufei eine noch größere Strafe als sowieso schon. „Ich will nichts von dir. Und schon gar nicht heiraten!“ versuchte Heero es noch mal. Vielleicht sollte er doch wieder zurück zu den anderen gehen. Vielleicht könnte er dort irgendeine Hilfe bekommen. Diese Frau war ja wohl absolut schrecklich.

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Nachdem er Quatre die Erlaubnis gegeben hatte eine Auszeit zu nehmen musste Duo breit grinsen. Die Nr. 34 musste es seinem Freund wirklich angetan haben, denn normalerweise war Quatre wenn sie im Dienst waren absolut professionell.

Aber Duo würde ihm das garantiert nie vorwerfen. Der Ball lief absolut problemlos. Alles hatte sich ohne große Schwierigkeiten eingespielt. Die Schlangen an der Getränke- und Essensausgabe waren nur minimal, die Band spielte flotte Musik die von vielen Paaren zum tanzen genutzt wurde. Überall summte und brummte es voller Energie und Duo konnte viele fröhliche Menschen sehen. So wie es auf einem Fest das sie veranstalteten auch sein sollte.

Duo machte immer wieder die Runde durch das ganze Zelt um überall mal nach dem Rechten zu sehen. Dabei fiel ihm auf, dass Dorothy immer noch mit dem gleichen Typen tanzte. Wenn er das kleine Grinsen auf ihrem Gesicht richtig deutete, dann schien sie auch wirklich ihren Spaß dabei zu haben. Damit hatte Duo nicht gerechnet, aber er freute sich trotzdem.

Und er sah auch, wie sich die heiße Nr. 21 – Heero war sein Name gewesen, Duo erinnerte sich noch genau – Dorothys Cousine erwehren musste. Zumindest schien der junge Mann nach einem Tanz genug gehabt zu haben, denn diesmal nahm er vor dem Mädchen Reißaus.

Bei der Szene musste Duo wirklich schmunzeln. Der junge Mann hatte einen Gesichtsausdruck aufgesetzt, als wenn Dämonen hinter ihm her wären. Obwohl, wenn Dorothys Erzählungen der Wahrheit entsprachen, dann war ihre Cousine garantiert auch so schlimm.

Interessiert verfolgte Duo, wie Heero aus dem Zelt stürmte. Dabei kam sein Hintern wirklich toll zur Geltung. Duo schüttelte über sich selbst den Kopf und rief sich zur Ordnung. Trotzdem, als er sah wie das Mädchen hinter Heero hinterher rannte, da siegte Duos Neugierde und er folgte ihnen. Immerhin war er hier für alles verantwortlich und musste dafür sorgen, dass alles ruhig blieb.

Die zwei hatten einen gewissen Vorsprung, so dass Duo sie zunächst eher aus der Ferne beobachten musste und nicht einmal hören konnte was sie sagten. Aber den Mundbewegungen nach, schien es ein recht heftiges Hin und Her zu geben. Wobei der Mann allein durch seine Körperhaltung und seinem Gesichtsausdruck klar machte, dass er von dem Mädchen nicht verfolgt werden wollte.

Duo ging näher heran. Vielleicht sollte er wirklich eingreifen. Das sah ja schon verdammt nach Stalking aus. Und je näher Duo kam, desto klarer wurde das. Er konnte jetzt hören wie der Mann wieder und wieder sagte, dass er von ihr nichts wollte. Nicht interessiert war. Und sie konterte, dass sie doch füreinander bestimmt wären und bald heiraten würden.

So wie Duo die Situation einschätzte, würde sich das Mädchen nicht mit vernünftigen Argumenten überzeugen lassen. Sie schien sich wie eine Klette an Nr. 21 festgekrallt zu haben und ließ nicht mehr los.

Duo konnte die Verzweiflung im Gesicht des jungen Mannes sehen. Und Duo wurde klar, dass er ihm helfen musste. Er konnte nicht zulassen, dass hier irgendjemand derart belästigt wurde. Aber wie sollte er das dem Mädchen nur klar machen? Wenn Dorothy nicht maßlos übertrieben hatte, dann war ihre Cousine wirklich keinem Argument zuträglich. Und es würde sicher nicht gut aussehen, wenn er sie mit Gewalt – in Form eines Ordners – vom Fest entfernen lassen würde.

Dann fiel Duo die perfekte Lösung ein. Und ohne lange darüber Nachzudenken – damit er sich die dumme Idee nicht selbst wieder ausreden konnte – eilte er zur Tat. Mit schnellen Schritten ging er auf die beiden zu und rief: „Heero da bist du ja! Ich hab dich schon die ganze Zeit gesucht!“ Er stellte sich neben den Mann, schlang seinen Arm um dessen Hüfte und zog mit der anderen dessen Kopf zu sich. Dann presste er seine Lippen auf die von Heero für einen langen, intensiven Kuss, während Duo im Stillen betete, dass der andere zu sehr überrumpelt wäre um vor dem Kuss zurück zu schrecken. Und er hoffte auch, dass er später für diese Aktion nicht in den Boden gestampft werden würde. 



Kapitel 8


Für einen Moment schien die Zeit still zu stehen und Duo befürchtete schon, dass Heero sich im nächsten Augenblick aus seinen Armen befreien und eine riesige Szene veranstalten würde. Aber das genaue Gegenteil geschah. Sein Gegenüber schlang seine Arme um Duo und begann ohne zu zögern Duos Hintern zu massieren, während seine Zunge so tief in Duos Mund eindrang dass es fast den Anschein hatte, er wolle Duos Mandeln erreichen.

Duo stöhnte tief und wurde auf der Stelle hart. Und wie er sich so an den anderen rieb, bemerkte er dass es diesem nicht anders erging.

„Heeeeeeeeeeeeeeeerrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrooooooooooooooooooo!“ kreischte in dem Moment eine Stimme, die einer Alarmsirene alle Ehre machen würde.

Dieses Gekreische schaffte es sogar durch Duos lustvernebelte Sinne zu dringen und er wusste endlich wieder wo er war. Und warum er diesen unglaublich gut aussehenden Kerl an sich gedrückt hatte. Eine Sekunde später landete eine rosa Handtasche auf seinen Kopf.

„Du widerliche Schwuchtel, was machst du mit meinem Heero?“ skandierte Dorothys Cousine und holte erneut aus.

Duo duckte sich, zwar war der Schlag nicht sonderlich heftig gewesen, aber spaßig war es auch nicht. „Ma’am ich muss doch sehr bitten,“ ereiferte er sich.

Doch der nächste Schlag traf ihn nicht, denn Heero hatte einen seiner Arme von Duo gelöst und die Hand des Mädchens mitten in der Bewegung aufgehalten. „Hör sofort damit auf Relena,“ sagte Heero streng.

„Das werde ich nicht tun. Diese dreckige Schwuchtel soll ihre Finger von dir nehmen,“ ereiferte sich die junge Frau.

Duo rollte mit den Augen. Die rosa Zuckerwatte schien echt schwer von Begriff zu sein. Zwar hatte er diesen Kuss nur initiiert um sie zu verjagen, aber jedem der sah wie Heero auf diesen Kuss reagierte, musste klar sein dass Heero sich wohl nicht für Frauen interessierte. Wahrscheinlich war das zu schwer für die junge Frau zu begreifen. Duo bedauerte Dorothy wirklich. Mit so einer Cousine bestraft zu sein musste echt nerven.

„Ich möchte Sie doch sehr bitten, nicht weiter diese politisch unkorrekten Schimpfwörter zu gebrauchen. Mein Name ist Duo Maxwell Ma’am.“ Dorothy hatte ja erzählt, dass sich ihre Cousine über die Jahre immer wieder in den verschiedensten Gruppierungen von Weltverbesserern engagiert hatte. Vielleicht könnte er sie so dazu bringen zumindest mit den Schimpfnamen aufzuhören. Außerdem hatte er es so relativ geschickt geschafft Heero seinen Namen mitzuteilen.

Relena schnaubte. „Mir ist vollkommen egal wie eine Straßenratte wie du heißt. Ich will dass du deine Finger von meinem Heero nimmst.“

„Ich bin nicht dein Heero,“ erklärte der Mann in Duos Armen und drückte diesen noch etwas enger an sich.

Duo musste grinsen. „Warum sollte ich? Immerhin sind Heero und ich zusammen, ich kann meinen Mann anfassen so oft und so lange ich will!“

Die junge Frau wurde auf einmal sehr blass im Gesicht. Doch nach einem Augenblick kehrte eine ärgerliche Röte zurück. „Das kann nicht sein. Mein Wahrsager hat mir gesagt, dass ich auf diesem Ball meinen Helden in strahlender Rüstung treffen werde. Und das ist Heero.“

„Mein Name hat nichts ‚Held’ zu tun. Wie oft muss ich dir das noch sagen?“

Aber Relena hatte gar nicht zugehört sondern redete einfach weiter. „Außerdem ist Heero hier auf dem Ball. Und er ist bei der Laufstegshow aufgetreten. Er sucht eine Frau.“

Duo lachte lang und laut. Dann erklärte er in sehr ruhigem Tonfall, „Tut mir sehr leid für dieses Missverständnis. Wir wussten vom Vorjahr, dass viele der Blacksider zu nervös für die Laufstegshow sind. Um ihnen etwas die Angst zu nehmen, haben wir ein paar unserer Freunde in die Menge geschmuggelt. Und es hat gewirkt, diesmal hat kaum einer gekniffen. Erfolg auf der ganzen Linie.“

„Das ist Betrug!“ empörte sich die rosa gekleidete Frau.

„Wieso ist das Betrug? Ist ja nicht so, als wenn wir für irgendwas Garantieren. Nur dafür dass man auf dem Ball Spaß haben kann. Und wenn ich mir die ganzen Leute da drin so ansehe, dann haben alle ihren Spaß.“

„Trotzdem Duo, das nächste mal werde ich da nicht mehr mitmachen,“ erklärte Heero mit dem Hauch von Humor in der Stimme. „Wenn ich geahnt hätte, dass ich von einer Frau verfolgt werde, nur weil ich so höflich bin und einmal mit ihr tanze, dann wäre ich gleich zu Hause geblieben.“ Dann knabberte er an Duos Ohrläppchen.

Duo musste stark an sich halten um nicht zu kichern. Zum einen war er an diesem besonderen Punkt sehr kitzlig, zum anderen fand er es witzig wie Heero bei der Scharade mitspielte.

Relena war wieder kalkweiß geworden. „Das ist wider die Natur!“ rief sie aus, eine Adern fing an auf ihrer Stirn zu pochen. „Ich bin viel besser für Heero geeignet. Ich kann ihm als Frau so viel mehr bieten, Kinder, eine Familie. Etwas das du ihm nie geben kannst.“

Heeros linke Hand rutschte langsam und genüsslich von Duos Hüfte nach vorne und streichelte plötzlich über Duos hinter Jeansstoff gefangenen Penis. „Da du mich nicht in die Matratze ficken kannst, verzichte ich gerne auf das Angebot,“ erklärte er mit tiefer Stimme.

Bei dem mentalen Bild das diese Worte vor Duos innerem Auge auslösten musste er erneut stöhnen. Das hier grenzte fast an Folter. Ihm war bewusst, dass Heero extra so ordinär sprach um Relena abzuschrecken. Er wirkte sonst viel zu höflich um so etwas einer Dame zu sagen. Der ärmste musste sehr verzweifelt sein. Obwohl, das Streicheln und das Knabbern störten Duo überhaupt nicht. Im Gegenteil.

Zumindest schienen die Worte bei Relena zu wirken, denn jetzt war sie grün im Gesicht. Doch nach einer kleinen Pause fing sie erneut an zu skandieren. „Mein Held, ich weiß nicht was dieser Perverse mit dir angestellt hat. Aber ich werde darum kämpfen, dich von seinem Einfluss zu befreien. Und dann werden wir heiraten.“

Heero stöhnte auf. „Sag mal, geht es nicht in deinen Kopf rein, dass ich nicht an dir interessiert bin? An keiner Frau interessiert bin?“

„Das ist nur eine Phase. Mit der richtigen Therapie können wir das beheben,“ erklärte sie siegessicher.

Jetzt wurde es Duo zu bunt. Er löste sich von Heeros Umarmung und stellte sich zwischen dem jungen Mann und Dorothys Cousine. „Jetzt reicht es Ma’am. Heero hat Sie mehrmals aufgefordert ihn in Ruhe zu lassen. Und genau das werden Sie jetzt auch tun. Oder…“

„Oder was?“ herrschte sie ihn an.

Duo grinste breit. „Oder wir werden überall herum erzählen dass Sie sich an fremde Ehemänner heranmachen,“ er sah wie sich ihre Augen vor Schock weiteten. Er hatte gehofft, dass diese Idee etwas bringen würde, schließlich hatte er aus Dorothys Erzählungen den Eindruck gewonnen, dass die Öffentliche Meinung Relena viel bedeutete. „Heero und ich sind seit zwei Jahren glücklich verheiratet. Und wir schätzen es gar nicht, dass Sie versuchen uns auseinander zu bringen. Wenn Sie nicht den Ruf einer Ehebrecherin haben wollen, dann sollten Sie uns ihn Ruhe lassen. Was wird wohl die Gesellschaft davon halten, dass Sie auch noch versuchen eine schwule Ehe auseinander zu bringen? Dieser Skandal…“ Duo ließ die letzten Worte unheilvoll in der Luft stehen.

„Aber…“ wollte Relena noch einmal aufbegehren.

Doch Heero schüttelte erneut den Kopf. „Sieh es ein, ich liebe Duo und ich werde niemals mein Eheversprechen brechen. Für niemanden.“ Dann schlang er wieder beide Arme um Duo und vergrub sein Gesicht in dessen Halsbeuge.

„Aber…“

„Ma’am. Tun Sie das, was Heero sagt. Gehen Sie wieder ins Zelt, holen Sie sich was zu trinken und tanzen Sie. Dort drinnen gibt es genügend Junggesellen. Männer die auf eine Frau wie Sie warten. Verschwenden Sie ihre Energie nicht an einen verheirateten Mann.“

Die junge Frau murmelte etwas Unverständliches. Dann blickte sie noch einmal mit tiefster Antipathie auf Duo und drehte sich zum gehen um. Der Gedanke von der Gesellschaft als Ehebrecherin geächtet zu werden schien wirklich gefruchtet zu haben. Zum Glück. Duo hatte nämlich wirklich nicht mehr weiter gewusst.

„Ist sie endlich weg?“ fragte Heero nach einigen Augenblicken besorgt.

„Ich glaub schon,“ antwortete Duo. Er rechnete schon fast damit, dass der andere ihn sofort loslassen würde, doch Heero blieb einfach so mit ihm im Arm stehen.

„Danke,“ nuschelte Heero.

„Hey gern geschehen. Immerhin muss ich doch dafür sorgen dass auf meiner Feier niemand von einer Verrückten verfolgt wird.“

„Hn,“ erklärte Heero. „Die hatte wirklich nicht mehr alle Schrauben in der Birne.“

„Da hast du wohl Recht. Ich glaub das nächste Mal verlangen wir ein Attest von einem Psychologen, bevor wir die Frauen in den Liebeszug lassen.“ Ok, das würde sich wahrscheinlich nicht durchführen lassen, aber so könnte man garantiert solche Fälle wie Relena von vornherein aussortieren. „Aber wenn du nicht so toll mitgespielt hättest, dann wäre meine kleine List gar nicht erst aufgegangen,“ fügte Duo noch hinzu.

Heero zog ihn daraufhin noch enger zu sich, und Duo musste aufstöhnen, als er dessen harten Schwanz an seinem Hintern spürte. „Es war mir ein Vergnügen,“ hauchte Heero wieder in Duos Ohr und fing erneut mit dem knabbern an.

Duo war, als wenn seine Knie gleich ihren Dienst aufgeben würden. „Oh Gott,“ stöhnte er. „Was macht ein Kerl wie du nur auf diesem Ball der einsamen Herzen?“ Es war schließlich mehr als ersichtlich, dass Heero gar nichts dagegen hatte einen anderen Mann in seinen Armen zu halten.

„Lange Geschichte,“ keuchte Heero. „Einer meiner Freunde hat mich hergeschleift. Er macht sich sorgen weil ich noch keine Frau hab.“ Während er das sagte, fingen seine Hände an über Duos Oberkörper zu wandern.

„Er weiß nicht bescheid?“ erkundigte sich Duo.

„Es ist nicht so einfach…“ wollte Heero schon erwidern.

Doch Duo redete einfach weiter. Er konnte sich schon denken was Heero sagen wollte. Und im Grunde ging es ihn ja auch nichts an. „Hey schon klar. In einem Ort wie Blackside würde ich auch nicht aus dem Schrank heraus kommen. Ich will dir keinen Vorwurf machen echt nicht. Ich war nur neugierig. Hmmpf.“

Heero hatte ihn an der Hüfte gepackt zu sich umgedreht und hart aber bestimmt geküsst. Nach einer halben Ewigkeit löste er seine Lippen und murmelte: „Du redest zu viel,“ bevor er erneut seine Zunge in Duos Mund schob.

Alles was Duo noch denken konnte war ‚Oh Wow’. Dieser Typ war von nahem ja noch viel heißer als er je gedacht hatte. Und er schmeckte besser. Duo befürchtete er könnte süchtig nach dessen Küssen werden. Und seinen Händen. Denn diese waren immer genau an den richtigen Stellen. Streichelten abwechselnd seinen Hintern und jedem anderen Körperteil von Duo, der sich nach Aufmerksamkeit sehnte. Und Duos Hände, die natürlich auch auf Wanderschaft gingen, berichteten, dass sich Heeros Körper auch einfach wundervoll anfühlte. „Was tust du da?“ stammelte Duo.

„Mich bedanken,“ erklärte Heero. „Und meinen Spaß haben. Oder soll ich aufhören?“

„Auf keinen Fall!“ erklärte Duo. Soweit würde es noch kommen. Im Grunde war ihm auch egal wieso ihm Heero hier die heißesten Küsse überhaupt gab. Das er es tat war das einzig wichtige.

So machten sie weiter und wurden mit der Zeit immer wagemutiger. Als sich nach einer halben Ewigkeit Heeros Hand in Duos Hose stahl und sich dort um seinen Penis schloss, war Duo als wenn Sterne vor seinem inneren Auge explodierten. „Oh Gott,“ stöhnte er erneut. Dann schob er den anderen von sich weg. „Hör auf,“ keuchte er.

Heero schaute ihn verwirrt an und sah mit diesem Gesichtsausdruck einfach zum anbeißen aus. „Was ist?“ fragte er. „Ich dachte du willst auch.“

„Und ob ich will,“ erklärte Duo aus tiefstem Herzen. Er war zwar normalerweise kein großer Freund von One Night Stands, aber wenn er auf so jemand heißes wie Heero traf, hatte er auch keinerlei Bedenken sich dem Moment trotzdem hinzugeben. „Nur wenn du so weiter machst, dann komm ich jetzt schon. Und das wäre doch Schade. Wo wir doch noch so viel anderes machen können,“ sagte er mit verführerischem Unterton.

„Wo?“ fragte Heero keuchend.

Duo überlegte. Hier war wirklich nicht der richtige Ort für das was er mit Heero vorhatte. Jeden Augenblick könnte jemand von dem Fest um die Ecke biegen und sie hier sehen. Zwar wurde er von diesem Gedanken nicht vollkommen abgetörnt, aber es wäre vielleicht doch besser, wenn sie irgendwo weiter machen würden wo sie ungestört wären. Irgendwo, wo es etwas gab über das er sich beugen könnte, damit Heero ihn von hinten nehmen könnte. Duo wimmerte bei dem Gedanken. Zum Glück waren wohl nicht all seine Gehirnzellen mit diesen Phantasien beschäftigt, denn plötzlich wusste er den perfekten Ort. Er ergriff Heeros Hand und zog den anderen hinter sich her. „Komm mit,“ sagte er grinsend über seine Schulter.

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Duo war sehr stolz auf sich. Sie hatten den Zug in Rekordzeit erreicht und das ohne zu rennen. Das sollte ihm mal einer nachmachen.

„Was wollen wir hier?“ flüsterte Heero verschwörerisch.

„Der Wagon hat ein kleines Büro. Es ist abschließbar. Dort wird uns niemand stören,“ versicherte er dem anderen.

„OK,“ erwiderte Heero, dann streichelte er mit seiner Hand wieder über Duos Hintern. „Ich hoffe wir sind bald da.“

Duo hoffte es auch. Oder er würde noch hier im Gang über Heero herfallen. Was er natürlich niemals tun würde, schließlich war die Gefahr hier entdeckt zu werden viel zu groß. Zwar sollten sich die Frauen später in den Schlafwagons zurück ziehen, aber wer wusste schon, ob sie nicht hier was vergessen hatten und vielleicht deshalb noch mal in diesen Wagon steigen würden. Nein, das konnte Duo auf keinen Fall riskieren. Aber es war ja auch nicht nötig. Ihr Büro war ein viel besser Platz für sie beide.

Und so hetzten sie den Gang entlang. Endlich hatten sie die Tür zum kleinen Schaffnerkabuff erreicht. Duo drückte den Griff und wollte die Tür aufstoßen. Aber sie gab nicht nach. „Komisch, es ist abgeschlossen,“ wunderte er sich laut. Dann runzelte er die Stirn. Wieso war die Tür abgeschlossen?

Doch dann hörte er etwas aus dem Inneren des kleinen Abteils. Etwas das sich nach lautem Rumpeln, heftigen Stöhnen und einigen spitzen Schreien anhörte. Duo wurde augenblicklich rot. „Ähm,“ sagte er leise.

„Was ist?“ erwiderte Heero und stellte sich ganz dicht neben Duo um auch mitzukriegen was los war. Seine Nähe ließ heißkalte Schauer über Duos Rücken rieseln.

„Tiefer! Verdammt Tiefer! Trowa!“ ertönte es leicht gedämpft aus dem Abteil.

„Ich befürchte der Raum ist bereits belegt,“ seufzte Duo.

„Trowa,“ entfuhr es Heero.

Duo drehte sich erstaunt zu ihm um. „Du kennst den Typen den Quatre da drin hat?“ Konnte es sein, dass er gerade einen kleinen Anflug von Eifersucht verspürte?

„Ist Quatre dein blonder Kollege?“ Nachdem Duo nickte redete Heero weiter. „Trowa ist mein bester Freund. Ich mein mir war klar dass er von Quatre hin und weg war. Aber… Aber…“ er zeigte in die Richtung der Tür.

Duo seufzte. „Hey Quatre würde selbst einen Heiligen dazu bringen etwas Unanstößiges zu tun. Schön für die beiden, aber was machen wir jetzt?“ Es half Duos Zustand gar nichts, das Rumpeln und das Gestöhne aus dem kleinen Raum zu hören.

„Vielleicht sind sie ja bald fertig?“ zweifelte Heero.

Duo lachte leise. „Da kennst du Quatre schlecht. Außerdem,“ er verzog sein Gesicht. „In das Büro kriegt mich niemand mehr. Nicht bevor es einer gründlichen Säuberung unterzogen wurde.“

Heero lachte ebenfalls. „Ich kann dich gut verstehen. Sonst ne Idee?“

„Ja! Tiefer! Ja! Ja!“ ertönte es wieder aus dem Raum und Duo wurde noch röter im Gesicht. „Sorry. Mir fällt nichts ein. Hier kann jeden Augenblick jemand reinkommen. Das gleiche gilt für die Schlafwagen – die auch nicht abschließbar sind. Und soweit ich weiß gibt’s in Blackside kein Hotel.“

Sie schwiegen beide für eine Sekunde. Sollte es tatsächlich sein, dass sie nur aufgrund von Platzgründen nicht miteinander Sex haben würden? Duo konnte es nicht fassen. War das alles hier ein groß angelegter Scherz des Universums?

„Wir könnten zu mir fahren,“ schlug Heero vor. Als Duo nicht sofort antwortete fügte er noch hastig hinzu, „Es ist nicht weit. Höchstens zwanzig Minuten. Mein Auto steht dahinten auf dem Parkplatz.“

„Ich weiß nicht,“ murmelte Duo. Konnte er wirklich die Feier verlassen? Mit einem Wildfremden auf und davon laufen? Heero wirkte nett, aber was wenn er ein verrückter Serienmörder war, der nur darauf aus war verzweifelt erregte langhaarigen Partyveranstalter zu sich zu locken und sonst was mit ihnen anzustellen?

„Ich hab ein großes, breites Bett. Dort können wir es uns vollkommen ungestört bequem machen,“ hauchte Heero in Duos Ohr.

Ok, die Sache war entschieden. Sollte sich jemand anderes um die Feier kümmern, Duo war ab jetzt anderweitig beschäftig. Entschlossen hob er seine Hand und klopfte gegen die Tür: „He da drinnen, ich brauch mal kurz eure Aufmerksamkeit.“ Plötzlich herrschte absolute Ruhe von der anderen Seite der Tür. „Ich werde jetzt zu Heero fahren. Quatre, es wäre toll wenn du zumindest zum Schluss der Feier wieder nach dem Rechten schauen würdest. OK, weitermachen.“

Dann drehte er sich grinsend zu Heero um und küsste ihn. „Lass uns keine Zeit mehr verplempern.“