Du befindest Dich hier: Geschichten > Geschichten frei bis 16 > SilverStar > Chibi love > Cibi love - Teil 28 - 29

Cibi love - Teil 28 - 29

28. Festliche Vorbereitung


Grummelnd saß Hiro über seinen Hausaufgaben. Es war doch zum Verrücktwerden. Da hatte sein Chibi ihm schon die Lösungsansätze aufgeschrieben und er kapierte es trotzdem nicht. Allerdings erklärte sich Masaki auch nicht bereit, ihm weiter zu helfen.
Der Kleinere saß ihm gegenüber und brütete ebenso wie Hiro über irgendwelchen ihrer zahlreichen Hausaufgaben.

„Komm schon, Chibi, hilf mir! Bitte!“

„Was soll ich denn noch machen? Da kann ich dir ja gleich die Lösungen aufschreiben. Außerdem müssen wir die Aufgaben bis Morgen fertig haben und du weißt doch, dass ich nicht besonders gut in Japanisch bin.“

Seufzend gab Hiro sich geschlagen. Vorerst. Musste er ihn eben wieder fragen, wenn Masaki mit den Japanischhausaufgaben fertig war.


~*~*~*~*~*~


Lang hielt Hiros Vorsatz jedoch nicht an, denn schon eine Viertelstunde später legte der Brünette seinen Stift zur Seite und sah seinen Chibi intensiv an.


Der merkte jedoch am Anfang nichts. Doch je länger Hiro ihn ansah, desto nervöser wurde Masaki und drehte sich irritiert zu seinem Freund um.

„Was ist?“, fragte der Kleine unsicher.

„Lass uns mal ne Pause machen“, meinte Hiro ernst.

„Lass uns doch lieber erst alles fertig machen, ok?“, entgegnete Masaki lieb und wand sich wieder seinem Aufgaben zu.

Entschlossen nahm Hiro seinen Chibi den Kuli weg.

„Hiro...“, entrüstete sich der Kleinere, aber weiter kam er nicht.

Sanft legten sich Hiros Lippen auf seine und sofort fing alles in dem jungen Körper an zu kribbeln. Masaki war so überrumpelt, dass er seine Augen nicht schloss und eine nicht zu übersehende Röte überzog sein ganzes Gesicht. Langsam löste der Ältere sich wieder und lächelte seinen Chibi sanft an, der sich beschämt von ihm abwandte.

„Ich...ich muss meine Hausaufgaben machen“, stotterte Masaki und versuchte sich wieder zu konzentrieren, was natürlich kläglich misslang.

„Masaki.“

Bedächtig und immer noch hochrot drehte der Chibi sich wieder zu Hiro um, der ihn herausfordernd ansah.

„Du musst was machen?“

„Haus...auf...ga...ben?“

„Das glaube ich nicht!“, lächelte Hiro selbstsicher.

Verlegen versuchte Masaki dem durchdringendem Blick der himmelblauen Augen auszuweichen.


Jedoch ließ Hiro das nicht zu. Er fand es zwar niedlich, wenn sein Chibi sich genierte und wegen ihm errötetet, denn dann sah er immer besonders süß aus, aber er wollte ihn endlich wieder küssen. Beide hatten seit den Winterferien kaum Zeit für einander gehabt und wenn sie mal alleine waren, dann schien Masaki nie den Drang gehabt zu haben ihr Erlebnis in der Hütte zu wiederholen. Hiro versuchte zwar immer auf seinen Chibi einzugehen und ihn nicht zu drängen, aber er konnte auch nicht ewig warten.

Sanft aber bestimmt hob Hiro das Kinn des Jüngeren an und näherte sich ihm wieder. Mit Freuden bemerkte er, dass Masaki unbewusst seinen Mund leicht öffnete und ihn so mehr oder weniger geradezu einlud. Beide schlossen ihre Augen und waren bereit den folgenden Kuss zu genießen, als plötzlich die Tür mit Schwung geöffnet wurde.

„Hiro, ich wollte...Oh, stör ich?“

„Ja!“, zischte Hiro leise.

Grinsend lehnte Youichiru sich an den Türrahmen, als beide blitzschnell auseinander fuhren. Während es für Masaki typisch war, gleich rot wie eine Tomate zu werden, legte sich dieses Mal auch bei Hiro eine leichte Röte um die Nase und auch die Ohren blieben davon nicht verschont.

„Was willst du?“

„Ich wollte dich als Klassensprecher nur daran erinnern, dass eure Klasse noch etwas zum Fest beitragen muss oder wenigstens erst einmal einen Vorschlag macht.“

„Ist schon fertig, muss ihn nur noch abgeben“, antwortete Hiro monoton.


Ungläubig sah Youichiru seinen Bruder an, was Masaki sofort bemerkte und versuchte, die ungemütliche Stimmung zu lockern.

„Ja, die Mädchen haben das übernommen, da ihnen unsere Vorschläge nicht gefallen haben.“

„So? Und was wollt ihr machen, Chibi?“

„Selbstgemachte Plätzchen und wenn die Lehrer es erlauben auch noch Eierpunsch und Glühwein, natürlich mit wenig Alkohol. Die Mädchen und Jungen, die bedienen, werden sich wie Wichtel oder Weihnachtsmänner verkleiden. Und außerdem wollen sie noch zwei oder drei Mistelzweige aufhängen, damit eine weihnachtliche Stimmung aufkommt, sagen sie. “

„Klingt ja gar nicht so schlecht. Das mit den Getränken könnte allerdings problematisch werden. Aber ich kann ja mal sehen, ob sich da was machen lässt“, zwinkerte Youichiru dem Kleinen verschwörerisch zu.

Und der verstand sofort was er meinte. Es hatte halt doch seine Vorteile, wenn der Bruder des Freundes ein Lehrer an der eigenen Schule war.

„Na, dann werde ich euch mal wieder allein lassen. Viel Spaß noch und pass auf, dass du deine Finger bei dir behältst, Hi-chan.“

Grinsend und mit einem vernichtendem Blick seitens Hiro im Rücken verließ der junge Mann das Zimmer und schloss die Tür betont sicher hinter sich. Er wollte ja nicht, dass sie plötzlich aufging und ihre Mutter etwas sehen würde, was nicht für ihre Augen bestimmt war.


Immer noch sauer, da sein Bruder gestört hatte und seine dummen Bemerkungen nicht für sich behalten konnte, verschränkte Hiro die Arme vor der Brust und sah die Tischplatte, die für all das gar nichts konnte, vernichtend an.

„Hiro-kun, was hast du?“, wollte Masaki ganz vorsichtig wissen.

Anscheinend machte er seinem süßen Chibi Angst. Ok, er wollte jetzt auch nicht unbedingt wissen, wie er im Moment aussah, denn er hatte das Gefühl, dass selbst der Tisch unter seinen Blicken zu schrumpfen begann. Aber im Augenblick nervte ihn wirklich alles. Er bekam seine Hausaufgaben nicht gebacken, Youichiru hatte mal wieder bewiesen, dass er ein Talent dazu hatte, in den unpassendsten Situationen zu stören und dann musste er sich auch noch um die beschissene Weihnachtsfeier kümmern, über die sich Masaki so sehr freute.

„Ist es wegen dem Fest?“

Treffer, versenkt.

„Ich kann Weihnachten nun mal nicht leiden. Das ist doch auch nur wieder so ein Tag, an dem die Industrie viel Kohle scheffelt und das unsere Schule da nun auch noch mitmacht...Es fängt doch schon damit an, dass wir in der Klasse wichteln. Was hat das denn für einen Sinn, wenn du jemandem was schenkst, den du per Zufall gezogen hast? Und dann müssen wir auch noch am Sonntag in die Schule, in unseren Schuluniformen. Was soll daran toll sein?“

„Also, ich mag Weihnachten“, meinte der Kleinere leise.
„Überall richt es lecker, Lichter strahlen und man kann etwas mit seinen Freunden...oder seinem Liebsten unternehmen.“

Bei den letzten Worten sah Masaki Hiro traurig an. Anscheinend hätte er gern etwas mit dem anderen unternommen. Aber da Hiro ja klar und deutlich gesagt hatte, was er von dem Fest der Liebe hielt, konnte er sich die Frage sparen. Und auf einmal tat es Hiro Leid, was er gesagt hatte. Er hatte zwar gewusst, dass Masaki sich auf das Schulfest freute, aber nicht, dass ihm das gesamte Weihnachtsfest etwas bedeutete.

Seufzend setzte sich Hiro bequem hin und hielt dem Chibi seine Hand entgegen.

„Na schön, ich mach dir einen Vorschlag. Du hörst auf von Weihnachten zu reden und kommst her, damit wir an der Stelle weiter machen können, an der wir so rüde unterbrochen wurden, und dafür versuche ich diesem Fest der Liebe etwas gutes abzugewinnen und verbringe den gesamten 24. Dezember mit dir. Was hältst du davon, Masa-chan?“


Masakis Augen begannen bei Hiros lieb gesprochenen Worten an zu leuchten, denn seinem Freund schien es schwer zufallen, und als er ihn dann auch noch mit einem neuen Spitznamen, den ab jetzt nur er benutzen durfte, ansprach, war es ihm glatt entfallen, wegen der gestellten Gegenleistung verlegen zu sein.

Lächelnd nahm der Chibi die ihm dargebotene Hand und wurde auch gleich auf Hiros Schoß gezogen. Vertrauensvoll lehnte er sich an den Größeren und genoss noch eine Weile die schöne Wärme und den angenehmen Geruch, bevor ihn Hiro sanft auf die Stirn küsste. Hauchzarte Küsse wurden auf dem kindlichen Gesicht verteilt und hinterließen ein angenehmes Kribbeln, ehe sie auch endlich den Mund erreichten. Vorwitzig stupste Hiros Zunge gegen die noch geschlossenen Lippen, die sich nach einem kurzen Zögern bereitwillig öffneten.

Wie auch schon beim ersten Mal erkundete Hiro die nicht mehr ganz so fremde Mundhöhle, ehe er Masakis Zunge fand und über sich strich, um den Kleinen zum Mitmachen zu bewegen. Dieses Mal schrak der Jünger nicht zurück, sondern legte seine Arme um den Nacken des anderen und erwiderte seine zärtlichen Berührungen. Dieser Kuss war wesentlich besser als ihr erster und Masaki hatte das unbestimmte Gefühl, dass es mit jedem folgenden Kuss schöner werden würde und es noch etwas gab, dass sich besser anfühlte als alles andere.

Leider wurde dieser wunderbare Kuss durch eine klitzekleine Kleinigkeit gestört, die die Sache nach einer Weile nicht mehr ganz so schön machte: Masaki bekam keine Luft mehr. So ungern er es auch tat, aber er musste sich von Hiro lösen, wenn er nicht ersticken wollte.

Jedoch war das viel schwerer, als er gedacht hatte. Hiro hielt ihn konsequent in seiner Umarmung gefangen und je mehr der Chibi sich etwas wand, desto Besitz ergreifender wurde sie. Also sah Masaki keinen anderen Weg mehr, als seinem Freund mit den Fäusten auf die Oberarme zu trommeln, dass der mal merkte, dass etwas nicht in Ordnung war.


Hiro war so vertieft durch das Gefühl der weichen und warmen Lippen auf seinen, dass er ziemlich lange brauchte, bis er bemerkte, dass da was auf ihn einschlug. Verwirrt öffnete er ein Auge, den Kuss unterbrach er jedoch nicht. Jedoch erschrak er innerlich, da ihn große grüne Augen hilfesuchend ansahen.

Mehr oder weniger geistesgegenwärtig beendete er dann doch mal das Treffen ihrer Lippen und hörte deutlich, wie sein Chibi erleichtert nach Luft schnappte. Und da viel ihm auch wieder ein, dass das ja erst der zweite Zungenkuss von Masaki war und er demzufolge auch noch nicht wusste, wie man effektiv Luft bekam, nämlich durch die Nase. Bei Gelegenheit sollte er ihm das mal sagen, sonst könnte das mal ziemlich peinlich werden.


„Alles wieder in Ordnung?“, fragte der Brünette besorgt und bekam auch gleich ein bestätigendes Nicken.

„Ah...endlich wieder Luft. Puh...na gut, dann kann ich ja jetzt zu Youichiru-san gehen. Ich muss ihn unbedingt noch etwas fragen.“

Masaki wollte gerade von Hiros Schoß aufstehen, als der ihn am Arm festhielt, wieder zu sich herunterzog und ernst in die Augen sah.

„War mein Kuss so schlecht, dass du nebenbei noch überlegen konntest, dass du danach zu meinem Bruder gehst?“

Geschockt sah der Kleinen seinen Freund an und wurde augenblicklich rot wie eine Tomate

„Nein...überhaupt nicht...ich...das ist mir nur eingefallen, als ich keine Luft mehr bekommen hab...als ich fast erstickt wäre...“

„Ach, jetzt bringen meine Küsse auch schon jemanden um?“

„Nein! Das...das hab ich doch gar nicht gesagt. Es ist mir halt einfach...eingefallen. Ich kann doch da nichts dafür. Es ist nicht...du bist...Ich...ich mag es, wenn du mich küsst, das fühlt sich toll an...und...ich hab dich lieb. Es war keine Absicht. Ehrlich nicht...bestimmt nicht...“

Verräterisch fingen Hiros Mundwinkel an zu zucken, woraufhin Masaki ihn skeptisch betrachtete. Er wäre fast von dem Schoß des Älteren gerutscht, als der plötzlich schallend anfing zu lachen. Und da verstand Masaki, was Sache war.

„Das ist gemein, du hast mich verarscht!“, wetterte der Kleinere verärgert.

„Na so was? Was sind denn das für Worte aus dem Mund meines Chibis?“

„Menno, lass mich doch fluchen.“

„Ich glaube, egal ob du nun wütend bist oder fluchst, du siehst immer niedlich aus.“

Schmollend stand Masaki auf und ging schnurstracks in Richtung Tür. Bevor er jedoch das Zimmer verlies, drehte der kleine Brünette sich noch einmal um.

„So, ich geh jetzt zu Youishiru, der ist nämlich viel netter als du... bäh!“, neckte er den anderen, während er ihm die Zunge rausstreckte, dann ging er endgültig.


Grinsend saß Hiro immer noch vor seinem Tisch und sah seinem Chibi kopfschüttelnd hinterher.

‚Frechdachs!’, dachte er nur.
‚Du hast dich wirklich verändert.’


~*~*~*~*~*~


Es war Mittwoch der 19. Dezember und nur noch vier Tage bis zum Weihnachtsfest der Schule. Emsig werkelten die Schüler der 11 c zu ihrer Hauswirtschaftsstunde in der Küche, während hier und da immer mal wieder lautes Scheppern ertönte und darauf ein ansteckendes Lachen folgte. Besonders viel wurde gelacht, als Risa ihrem Freund Ryo küsste, nachdem dieser sich das ganze Mehl umgestoßen hatte und aussah wie ein Schneemann, und danach selbst an der Nase und der Kleidung weiße Flecken hatte.

Ruhig und entspannt saß die Lehrerin an ihrem Tisch und ließ die jungen Leute einfach machen, half aber auch, wenn man sie um Hilfe bat.

Die einzigen, die nicht wirklich von dem ganzen Trubel und der Heiterkeit angesteckt wurden, waren Hiro, Takashi und das Klassenmaskottchen. Gemeinsam sahen sie auf Rezept und verstanden rein gar nichts. Das hieß, Takashi und Hiro wollten es nicht verstehen und Masaki verstand es, durfte es aber nicht umsetzen, da die zwei Älteren nur sehr ungern an die anderen misslungenen Backversuche ihres Chibis dachten.

Also erklärte sich Himeko mal wieder bereit, den Dreien unter die Arme zu greifen, zum einen, weil sie es nicht mehr ertragen konnte, Masaki-chan traurig zu sehen und zum anderen, weil sie sowieso gern backte und kochte, da machte einmal mehr auch nichts mehr aus. Und außerdem kamen die Mädchen in ihrer Gruppe auch ganz gut ohne sie aus.

Als das blonde Mädchen sich das Plätzchenrezept mal genauer ansah, konnte sie zumindest schon mal verstehen, warum sich Hiro so strikt dagegen stäubte, einen Finger zu rühren: Schokoplätzchen mit extra großen Schokoladenstücken im Teig und Schokostreuseln als Krönung noch obendrauf.

*Der Arme*, dachte Himeko, konnte sich ein Grinsen aber trotzdem nicht verkneifen.

Da hatte Hiro ja mal wieder das Pech auf seiner Seite, ausgerechnet an diese süße Leckerei gekommen zu sein. Aber da musste er nun durch, schließlich bekamen sie darauf eine Note. Der Gute konnte nämlich nicht nur keine Schokolade essen, sondern sie auch nicht sehen, zumindest nicht in Massen, und das war in den Plätzchen ein Menge. Woher diese Abneigung gegen die beliebteste Süßigkeit überhaupt kam, wusste Hiro selber nicht, aber irgendwo in seiner Kindheit musste die Antwort darauf zu finden sein.


Entschlossen nahm Himeko eine Schüssel und den Kochlöffel zur Hand, um erst einmal den Teig anzurühren.

„Wenn du möchtest, kannst du mir auch gerne helfen, Masaki-chan.“

Das ließ sich der Kleine natürlich nicht zweimal sagen und reichte seiner Freundin als Antwort das Mehl, nach dem sie verlangt hatte.

Nur widerwillig halfen die zwei verbleibenden Jungs mit. Takashi und Himeko hatten jedoch nichts Besseres zu tun, als sich darüber zu streiten, wie der Teig nun richtig zubereitet werden müsste, wobei diese Diskussion natürlich überflüssig war, schließlich hatte der blauhaarige Junge keine Ahnung vom Backen. Und während die zwei mit sich beschäftigt waren, naschte der Chibi immer wieder von der Schokolade, wobei Hiro sich abwandte. Wenn er daran dachte, Masaki zu küssen, nachdem der Unmengen von Schokolade in sich hineingestopft hatte, wurde ihm gleich ganz anders.

*Aber wer weiß, vielleicht schmeckt es ja mit Chibi ganz gut?*


~*~*~*~*~*~


„Ich find es wirklich nett von unserer Lehrerin, dass wir die Stunde nutzen dürfen, um unsere Plätzchen für das Weihnachtsfest zu machen“, warf Himeko nach einer Weile des Schweigens zwischen den Freunden in den Raum.

„Ja, ja, sie ist schon in Ordnung. Aber sag mal Hiro, hat Youichiru die Lehrer eigentlich schon überzeugt?“, wollte Takashi wissen, da ihn das wesentlich mehr interessierte als der blöde Süßkram.

„Er hat gesagt, er versucht es, kann mir aber erst heute Abend Genaueres sagen.“

„Und du drückst dich dieses Mal nicht?“

„Nein... ich... hab es ja jemandem versprochen“, sagte er etwas vorwurfsvoll, lächelte seinen Chibi aber freundlich und verliebt an.

Dieser freute sich trotz allem über diese Worte, schließlich versicherten sie ihm mal wieder, dass er sich auf seinen Freund verlassen und ihm auch vertrauen konnte. Außerdem wusste er schon ganz genau, wohin er seinen Freund hinschleifen würde, um ihn zu überzeugen, dass das Schulfest und Weihnachten gar nicht so schrecklich waren. Den Tipp dafür hatte er übrigens von Kôji bekommen.


~*~*~*~*~*~


Endlich war der von den Schülern lang erwartete Sonntag gekommen und bis jetzt lief alles reibungslos ab. Alle Vorschläge der Klassen waren angenommen wurden. Hier und da musste zwar etwas auf Grund von Fehleinschätzungen verändert werden, aber das war alles nicht der Rede wert.
Auch einige Freunde und Verwandte der Schüler kamen und genau wie die Lehrer waren auch sie positiv von dem Bemühen ihrer Schützlinge überrascht.

Einer der Räume, in die man gerne ging, war das zu einem kleinen Cafe umfunktionierte Zimmer von Hiro und den anderen. Während die eher knappbekleideten Weihnachtselfen die Gäste an den Tischen bedienten, schwitzen die Weihnachtsmänner in ihrer vollen Montur hinter dem Tresen und machten die Bestellungen fertig.
Besonders beliebt bei den Pärchen waren die Mistelzweige und auch wer kein Paar war, musste wenigstens einen Wangenkuss austauschen. Brauch war nun einmal Brauch.

Am Abend fand dann noch eine kleine Versammlung in der Turnhalle statt, bei der der Direktor ein paar Worte sprach, sich für den Eifer der Schüler bedankte und den Tanzabend des Festes ankündigte. Offiziell waren die Schüler nun allen Pflichten enthoben und konnten sich amüsieren.


Auch zwei anderen Gestalten amüsierten sich, aber nicht bei den anderen.

Vehement zog Masaki Hiro durch die nun verlassenen Gänge der Schule. Immer wieder fragte der Ältere, wo es denn hinging, aber der kleine Chibi wollte nichts verraten. Er schwieg beharrlich und lächelte immer nur verheißungsvoll.

Vor einem Klassenzimmer blieben sie stehen.

„Bitte mach die Augen zu, Hiro-kun, und nicht schummeln.“

Ergeben seufzend schloss Hiro seine Augen und wartete und wartete mit skeptischem Gesichtsausdruck darauf, was sein Kleiner ihm unbedingt zeigen wollte. Es musste ihm auf jeden Fall sehr wichtig sein, sonst würde er nicht so ein Trara darum machen.

Er hörte wie die Tür aufgeschoben wurde und spürte, dass Masaki ihn wieder bei der Hand nahm und ihn in den Raum zog. Eigentlich dachte er, es würde einfach nur geradeaus gehen, aber immer wieder liefen sie einen Bogen. Wo war er denn hier gelandet?

„Chibi, kann ich jetzt endlich meine Augen aufmachen?“, fragte Hiro genervt.

Er kam sich vor wie ein Kleinkind, dass noch nicht richtig koordinieren konnte, wo es hinlief. Für einen Jungen in seinem Alter war das sehr peinlich.

„Nein, noch nicht. Hab noch einen Moment Geduld“, bat Masaki und ging nun neben seinem Freund.

Plötzlich blieb der Chibi stehen und hielt Hiro am Arm fest, da dieser einfach weiter laufen wollte. Verhalten kicherte der Kleine und es raschelte auch Stoff, der eindeutig aus seiner Richtung kam.

„So, jetzt kannst du die Augen aufmachen, Hiro-kun“, verkündete die klare Stimme glücklich.

Langsam öffneten sich die blauen Augen und sahen erst einmal nicht viel. Es dauerte einen kurzen Augenblick und Hiro erkannte, dass es um sie herum leicht bläulich und weißlich leuchtete. Ansonsten war es dunkel um sie herum. Er drehte sich einmal langsam um sich selbst und betrachtete dabei genau seine Umgebung. Schwarzer Stoff ging von der Decke bis zum Boden und sternen- und schneeflockenförmige Glaslampen hingen an Drähten, spendeten ein wenig Licht. Es war eine wirklich beruhigende und sehr angenehme Atmosphäre geschaffen wurden.


„Gefällt es dir, Hiro-san?“

Zögerlich sah Masaki seinen Freund an und war sich mit einem Mal gar nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee gewesen war. Was, wenn es Hiro nicht gefiel, er es kitschig fand und Weihnachten nun noch mehr verabscheute?
Es wäre das Schlimmste, was dem Chibi passieren könnte, denn das war doch erst der Anfang seiner Überraschung, um seinem Liebsten eine Freude zu machen und ihm zu zeigen, wie dankbar er ihm war, dass er sich so um ihn sorgte und sich zurückhielt. Denn auch wenn Masaki am Anfang sehr naiv gewesen und immer noch naiv war, so wusste er doch durch Youichirus Manga, dass es für einen Jugendlichen in Hiros Alter nicht einfach war, seine Gefühle im Zaum zu halten.

„Ja, es ist gut gemacht. Wirklich eindrucksvoll. Ich hab gar nicht gewusst, dass so etwas gemacht wurde. Da kann ich ja froh sein, dass du mich hier her geschleift hast“, schmunzelte Hiro und sofort war Masaki wieder glücklich.

Dann hatte es sich ja doch gelohnt, einfach zu verschwinden, während der Direx in der Turnhalle geredete hatte. Vermissen würde sie eh keiner und wenn, dann hatte Kôji versprochen, sich etwas einfallen zu lassen, schließlich hatte er den Chibi erst zu dieser Idee angeregt. Wenn Masaki jetzt so zurückdachte, konnte er sich gar nicht mehr vorstellen, dass der strohblonde Junge ein richtiger Fiesling gewesen war. Aber das war nun vorbei, zumindest für Masaki und er fragte sich, ob das vielleicht an Youichiru lag. Doch das war eigentlich Nebensache, denn er mochte Kôji einfach, auch wenn das des Öfteren Meinungsverschiedenheiten mit Hiro mit sich brachte, aber Masaki stand dazu und damit musste Hiro leben. Er musste sich ja auch damit abfinden, dass Hiro Arisu, das Mädchen mit dem Liebesbrief, immer begrüßte, wenn er sie sah und sie auch zurückgrüßte. Und er mochte es ganz und gar nicht.

Während er so über die Vergangenheit sinnierte, und das in seinem Alter, holte er ein kleines rechteckiges Päckchen hervor und hielt es seinem Freund mit vor Verlegenheit geröteten Wangen entgegen.


Verdutzt sah Hiro seinen Chibi an. Er konnte sich nicht erklären, was Masaki mit diesem Geschenk wollte, schließlich war Weihnachten erst Morgen und man schenkte sich doch erst am nächsten Tag etwas.

„Das ist für dich.“

Vorsichtig nahm Hiro dem Kleinern das Packet ab und packte es ruhig aus, da er sich nicht wirklich traute, das so sorgfältig um das Kästchen gepackte Papier einfach abzureißen. Langsam hob er den Deckel von der Schachtel und zum Vorschein kam ein kleiner putziger Schlüsselanhänger mit einem spielenden Fußballer als Figur. Der Spieler war klein und etwas pummelig und der Ball war mindestens fast so groß, wie die ganze Figur. Unverkennbar, dass sein Chibi es ganz allein ausgesucht hatte. So was niedliches passte einfach zu dem Süßen.

„Danke, Masa-chan, auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum ich jetzt schon ein Geschenk von dir bekommen.“

Leicht beschämt sah Masaki auf den Boden und scharrte mit seinen Füßen.

„Na ja, wir haben uns doch gestern alle gefragt, warum jeder beim Wichteln ein Geschenk bekommen hat, du aber nicht. Nun, der Grund war, dass ich es nicht mit in den Sack getan habe. Ich wollte es dir persönlich geben, ohne die anderen im Hintergrund.“

„Ach so ist das und ich hab schon gedacht, mich kann jemand nicht leiden“, lacht Hiro befreit.
„Aber das ist ja ein Zufall, das du ausgerechnet mich gezogen hast.“

„Das habe ich nicht. Ich hatte Ryo am Anfang, aber den wollte Risa unbedingt haben. Also habe ich mit ihr getauscht und hatte dann Ami. Aber dann wollte Sakura sie haben, also hab ich wieder getauscht. Am Ende hat Himeko mir dann geholfen, dass ich dich bekomme, was nicht gerade leicht war. Doch dann hat sie es geschafft und nicht einmal eine Gegenleistung verlangt.“

„Mann, und ich hab von dem ganzen Zirkus nichts mit bekommen. Das hat sie wirklich geschickt gemacht, die gute Himeko. Und ich kann nur sagen, dass ich ihr sehr dankbar bin. Vielen Dank, für das schöne Geschenk, Masa-chan. Ich verspreche dir, dass ich ihn an meine Sporttasche machen werde, dann kann ich mich vor einem Spiel immer noch mal an meinen lieben Chibi erinnern.“

Lächelnd beugte Hiro sich zu dem Jüngeren hinunter, der sich auf Zehenspitzen stellte und ihm somit entgegen kam. Es war ein einfacher schüchterner Kuss, der aber in diesem Moment mehr sagte als tausend Worte.


Völlig in ihrer Welt versunken bemerkten Hiro und Masaki nicht die Gestalt, die sich im Schatten hielt und sie beobachtete.



29. Probleme am laufenden Band


Aufgeregt wuselte Masaki nur in Boxershorts und Socken bekleidet durch die Wohnung, auf der Suche nach passenden Klamotten. Seinen ganzen Kleiderschrank hatte er schon durchwühlt und dabei auch einiges auf den Boden geworfen. Die noch nicht gebügelte Wäsche war auch nicht vor ihm sicher gewesen, aber etwas Ordentliches, das nicht so kindisch wirkte, hatte er trotz allem nicht gefunden.

Dabei wollte er doch heute ganz besonders gut aussehen, schließlich verbrachte er den ganzen Nachmittag mit Hiro und durfte auch bei ihm übernachten. Das war sozusagen ihr allererstes offizielles Date. Gut, Masaki hatte seinen Eltern noch nichts davon gesagt, dass er mit Hiro zusammen war und auch seine Schwester wusste es nicht. Aber Masaki nahm sich vor, es ihnen am Neujahrstag zu sagen. Hiros Eltern wussten auch nichts davon, allerdings glaubte der Kleine, dass sie es besser wegstecken würden als seine Eltern, schließlich hatten sie Youichirus Interessen auch akzeptiert.


„Mama, hast du irgendwo mein rotes Hemd und mein Polo-Shirt gesehen?“, rief er ins Wohnzimmer, in dem seine Mutter ein paar Plätzchen auf dem niedrigen Couchtisch abstellte.

„Das ist beides in der Wäsche, mein Schatz“, sagte sie ruhig und besah sich ihren halbnackten Sohn, der fast in seinem Kleiderschrank verschwand.

„Was?! Aber was soll ich denn dann anziehen?“

„Hast du denn nichts mehr?“

„Doch schon, aber das ist alles so kindisch.“

„Na so was, das hat dir doch sonst nichts ausgemacht. Wie wäre es denn, wenn du einfach das blaue T-Shirt mit dem Kragen anziehst und darüber deinen roten Pullover. So sieht man den Aufdruck des Shirts nicht.“

„Ja, das ist eine tolle Idee. Danke, Mama.“

Sogleich zog Masaki die empfohlenen Sachen und eine Jeans an, bevor er sich zu seiner Mutter umdrehte und sich von ihr begutachten lies. Diese nickte ihm anerkennend zu und schon verschwand der Wirbelwind ins Bad, um sich noch mal die Zähne zu putzen. Danach stopfte er seine Schuluniform, frische Unterwäsche, die Waschtasche und den Stoffhasen seiner Schwester in die kleine Reisetasche. Natürlich wurde auch noch der Ranzen mit den Schulsachen zusammen gepackt, schließlich würde er am nächsten Tag wieder in die Schule gehen müssen.

Fix und fertig machte sich Masaki auf den Weg zu Hiro, aber vorher sah er noch mal im Wohnzimmer vorbei, wo sein Vater Zeitung las und seine Mutter die Wäsche zusammenlegte.

„Also, ich gehe jetzt zu Hiro-kun. Äm...könnte ich vielleicht etwas Geld bekommen, bitte?“

„Aber natürlich, mein Schatz. Nimm dir ruhig etwas aus meiner Tasche und viel Spaß!“, lächelte Masakis Mutter freundlich, während sein Vater nur zustimmend brummte.

Glücklich nahm sich Masaki etwas Kleingeld aus der Geldbörse und Frau Saehara hörte zufrieden, wie die Wohnungstür ins Schloss viel.

Erleichtert seufzend wand sich die junge Frau ihrem Mann zu, als sie sicher war, dass ihr Sohn auch wirklich gegangen war.

„Ich bin wirklich sehr froh, dass Masaki sich so gut in der Klasse zurechtfindet. Anfangs hatte ich wirklich Bedenken, ob wir ihn hochstufen lassen sollen, aber meine Sorgen waren zum Glück unbegründet. Außerdem hat er sich verändert. Er denkt jetzt auch mal an sich, was ihm gut tun könnte und fragt uns, wenn er etwas haben möchte. Außerdem sitzt er nicht mehr den ganzen Tag über seinen Lehrbüchern. Masaki scheint, wirklich glücklich zu sein, findest du nicht?“

„Doch. Ach übrigens, ich habe noch einmal mit dem Makler gesprochen. Wenn wir Glück haben bekommen wir das Haus günstiger und können in ca. einem Monaten einziehen.“


~*~*~*~*~*~


Aufgeregt stand Masaki vor der Tür, als ihm endlich geöffnet wurde.

„Hallo, Saehara. Hiro wartet schon in seinem Zimmer, du kennst ja den Weg.“

„Ja. Danke, Maruyama-san.“

Wie ein Wirbelwind machte sich der Chibi auf den Weg nach oben und hätte dabei fast Youichiru umgerannt.

„Hui, der hat es aber eilig“, grinste der Ältere wissen.
„Na dann, ich mach mich jetzt auf den Weg. Könnte spät werden, also wartet nicht auf mich.“

„Es ist schon seltsam diesen Satz wieder von dir zuhören, obwohl du schon mal eine eigene Wohnung hattest.“

„Willst du mich etwa wieder loswerden, Ma?“

„Wie kommst du denn darauf?“, entgegnete Frau Maruyama sarkastisch.

„Keine Sorge, ich hab schon was gefunden. Wenn es hinkommt, bin ich nach Neujahr hier weg. Ach Mist, ich muss los! Bye, Ma!“

Und schon war Youichiru hinaus gehechtet.


~*~*~*~*~*~


Ohne anzuklopfen stürmte Masaki in Hiros Zimmer, ließ seine Sachen fallen und setzte sich ungefragt auf das Bett.

Erstaunt über den plötzlichen Überfall beobachtete Hiro, wie sein Chibi etwas auf der weichen Unterlage wippte und sich dann einfach nach hinten fallen lies.

„Ach, ich liebe dieses Bett“, seufzte der Kleine und kuschelte sich in die Decke.

„Nur das Bett?“, fragte Hiro lauernd, während er sich neben ihn setzte und von oben herab ansah.

„Ähm...auch.“

„So, so...“

Masaki wurde rot und nestelte nervös an seinem Pullover herum.

„Ich...würde sagen, wir gehen jetzt in die Stadt und gucken, was wir machen können. Ok?“

„Von mir aus, wenn dir das Gespräch mit mir unangenehm ist“, grinste der Ältere und stand schwungvoll auf.

„Ich mein ja nur...“, verteidigte sich der Chibi, was völlig unnötig war, ehe er seinem Freund nach unten folgte.


~*~*~*~*~*~


Freudestrahlend besah sich Masaki mit leuchtenden Augen die Geschäfte und schnupperte nach den appetitanregenden Gerüchen, die in der Luft lagen. Alles in allem wirkte er auf Hiro wie ein kleines, neugieriges Häschen.

„Sie mal Hiro-kun, da hinten gibt es frittierte Tintenfischringe. Komm, lass uns dahin gehen.“


Nicht weit von ihnen entfernt näherten sich drei Personen, während die Kleinste von ihnen ungeduldig am Ärmel der Größten zupfte.

„Onii-chan, sieh mal, da sind Hiro und Masaki-chan. Kommt, lasst uns zu ihnen gehen. Die werden Augen machen, meinst du nicht auch, Himeko-chan?“


Fröhlich, da sowohl sein Bruder als auch dessen Begleitung zugestimmt hatten, hüpfte Ojiro auf die zwei Freunde zu, während ihm Takashi und Himeko folgten. Übermütig warf sich der Mini-Chibi auf die Schultern des etwas Größeren, der vor Schreck einen seiner Tintenfischringe fallen ließ.

„Ojiro-kun! Takashi-san! Himeko-san!“

„Was macht ihr denn hier?“

Überrascht sahen Masaki und Hiro ihre Freunde an. Da war die Stadt nun schon so groß und trotzdem hatten sie sich in dem Getümmel gefunden.

Takashi wollte gerade mit einer Erklärung ansetzen, aber sein kleiner Bruder kam ihm zuvor.

„Eigentlich wollte ich ja nur mit Onii-chan was zusammen unternehmen, aber er hat sich dagegen gesträubt. Also habe ich Himeko-chan gefragt und als ich meinem Bruder erzählte, dass ich mit ihr weggehe, war er auf einmal Feuer und Flamme. Tja, so ist das halt, wenn man verliebt ist und sich nicht traut, das Mädchen zu fragen, dann muss eben der kleine Bruder nachhelfen. Himeko-chan ist nämlich die Einzige, die ich als Schwägerin akzeptieren würde, aber Onii-chan ist sowieso zu schüch...mh..phf...“

„Das reicht jetzt, Ojiro-chan!“

Rot wie zwei überreife Tomaten hielten Himeko und Takashi den kleinen Wuschelkopf den Mund zu und vermieden es peinlichst genau sich anzusehen, während Masaki seine drei Freunde etwas irritiert ansah und Hiro hinter vorgehaltener Hand versuchte, sein Lachen zu unterdrücken. Er konnte sich nicht erinnern, dass Himeko bei ihm so schüchtern gewesen war, eher das genau Gegenteil. Allerdings hatte sie beide auch noch nie jemand in Gedanken schon vor dem Traualtar gesehen, so wie es der kleine Ojiro tat. Das zeugte jedoch davon, dass er Himeko wirklich gern hatte und sie an der Seite seine Bruders akzeptierte, denn normalerweise versuchte er jedes weibliche Wesen von Takashi fernzuhalten und es zu vergraulen.


„Ich glaube, wir gehen jetzt besser. Hiro und sein Chibi sind bestimmt nicht ohne Grund alleine unterwegs.“

Bei den Worten sein Chibi wurde sowohl Masaki als auch Hiro etwas verlegen, schließlich wusste Takashi nicht, dass sie zusammen waren. Besonders Masaki bekam ein mulmiges Gefühl. Hatte Himeko etwas trotz ihres Versprechens etwas verraten?

„Also dann, man sieht sich morgen. Macht’s gut.“

„Tschüss Hiro. Tschüss Masaki-chan.“, verabschiedete sich auch Himeko und gab Masaki noch ein kleines Küsschen auf die Wange, wobei Takshi etwas säuerlich drein sah.

Auch Ojiro verabschiedete sich, ehe er seinen Bruder an der einen und Himeko an der anderen Hand nahm und so bestimmte, wo sie als nächstes langgehen würden.


Irgendwie war Hiro erleichtert, dass die anderen sich wieder vom Acker machten. Er mochte sie zwar, aber heute wollte er Masaki ganz für sich alleine haben. Und er wollte es auskosten, dass sein Chibi fröhlich war und dass das zum Teil sein Verdienst war.

Als er sich dem Jüngeren wieder zuwand, sah der überhaupt nicht glücklich aus, eher im Gegenteil. Sehnsüchtig und irgendwie auch neidisch sah er Takashi, Himeko und Ojiro nach.

„Die haben es gut. Selbst mit Ojiro-kun sehen sie aus wie ein Paar“, seufzte Masaki wehmütig.

„Wie meinst du das, Masa-chan?“

„Wenn wir durch die Stadt gehen, dann denken doch alle nur, das wir Geschwister wären oder gute Freunde.“

„Da kann man leider nichts machen, Masa-chan. Aber ist es denn nicht auch schön, dass wir beide es besser wissen?“

„Wenn du meinst...“

Gut, das war ein wirklich kläglicher und armseliger Versuch gewesen, seinen Chibi auf zu muntern, aber sie durften nicht soviel Aufmerksamkeit erregen. Dass sie zusammen waren, war ja schon schlimm genug, wenn es nach der Gesellschaft ging, aber hätte Hiro jetzt angefangen, ihm zu erklären warum und weshalb, dann hätte das böse enden können. Natürlich wollte Hiro Masaki in den Arm nehmen, ihm sagen, dass er auch wollte, dass sie als Paar erkannt werden, aber es ging einfach nicht. Es würde zu viele Probleme geben, Probleme die Hiro seinem Schatz ersparen wollte.

Leider half dass dem geknickten Chibi auch nicht weiter. Da sie noch sehr viel Zeit hatten, schlug Hiro vor, dass sie erst einmal ins Kino gehen könnten, vielleicht ging es Masaki nach einem ordentlichen Film wieder besser.


Allerdings ergab sich da schon wieder das nächste Problem. Sie konnten sich nicht entscheiden, welchen Film sie sehen wollte. Masaki wollte am liebsten in den neuen Yu-Gi-Oh! Film, Hiro aber in einen Gruselstreifen und die Diskussion, dass sie sich die Filme allein ansahen, stand außer Frage. Sie wollten etwas zusammen ansehen, sie wussten nur nicht was, da sich beide auf ihren Vorschlag versteiften.

„Ach lassen wir es, Hiro-kun. Wir finden nie einen Film, wir sind einfach zu verschieden.“

„Was soll das denn nun schon wieder heißen?“

„Das was ich gesagt habe. Ich liebe Schokolade, du hasst sie. Ich sehe mir gerne Animes an, du lieber Horrorfilme. Ich bin schlecht in Japanisch, du dafür in Mathe. Siehst du dahinter irgendein System?!“

„Das Einzige, was ich sehe, ist ein Chibi, der sich sinnlos aufregt, weil er nicht erkennt, dass es gut ist wie es ist. Ok, lassen wir das mit dem Kino und gehen stattdessen zu mir, um die Sache zu klären.“


Schweigend folgte Masaki seinem Freund, als dieser das Gebäude verließ. Er fühlte sich elend und mies und wusste nicht einmal wieso. Aber irgendetwas an diesem Nachmittag war eindeutig schief gegangen und es lag zweifelsfrei an ihm. Was würde wohl passieren, wenn sie wieder bei Hiro zu Hause waren? Vielleicht würde er doch nicht bei Hiro übernachten, da ihm darauf deutlich die Lust vergangen war.


~*~*~*~*~*~


Entspannt saß Youichiru auf einer Bank und genoss den Becher warmen Kaffe, den er sich geholt hatte. Eigentlich war er ja mit einem Typen verabredet gewesen, den er in einem Club kennen gelernt hatte, aber der hatte abgesagt und deutlich gemacht, dass er kein Interesse mehr an dem Schwarzhaarigen hatte. Na ja, konnte ihm nur recht sein, schließlich war der Spargeltarzan auch nicht sein Fall gewesen, aber für einen One-Night-Stand hätte es gereicht.

Seufzend musste Youichiru wieder feststellen, wie lange er schon keinen Sex mehr gehabt hatte. Er hatte sich früher nie für sexsüchtig gehalten, aber nach zwei Monaten fehlte es einem doch ganz schön. Allerdings wollte er auch nicht mit jedem X-Beliebigen ins Bett und ein Stricher kam für ihn überhaupt nicht in Frage.

Also saß er weiter alleine auf seiner Bank, bis ihn jemand unerwartet von der Seite ansprach.

„Maruyama-sensei?“

Überrascht drehte sich Youichiru zu der wohlbekannten, aber lange nicht mehr gehörten Stimme um.

„Sasuke?“

Er konnte es einfach nicht fassen. Da stand doch wahrhaftig sein ehemaliger Schüler, wegen dem er entlassen wurden war, live und in Farbe vor ihm. Und nun setzte Sasuke sich auch noch ungefragt neben ihn. Das musste doch ein schlechter Scherz sein. Hatte er ihn etwa aufgesucht, weil er immer noch etwas von ihm wollte?

Youichiru fragte den Jüngeren auch gleich und der schüttelte vor Lachen den Kopf.

„Aber nein. So unwiderstehlich sind Sie nun auch wieder nicht, Maruyama-sensei.“, lachte der Brünette und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht.
„Ich bin wegen Kotonami-sensei hier.“

„Der Mathelehrer? Der, der immer so korrekt und vorbildlich war? Sag bloß, du hast es schon wieder getan.“

„Ich kann doch nichts dafür. Er war der Einzige, der mich getröstet hat, nachdem Sie weg waren. Und dann ist es halt passiert.“

„Und, haben sie ihn auch entlassen, als sie es rausbekommen haben?“

„Nein. Er hat gekündigt und ihnen ohne Aufsehen zu machen den Grund genannt. Als Lehrer an meiner Schule war es ihm verboten mit mir zusammen zu sein, aber wenn er auf eine andere geht, dann können wir uns, ohne Probleme zu bekommen, sehen. Manchmal habe ich mich gefragt, warum Sie nicht auf diese Idee gekommen sind, aber dann war ich auch wieder glücklich, dass Sie es nicht getan haben. Denn wären Sie nicht gewesen, hätte ich nie Kotonami-senseis andere Seite kennen und lieben gelernt. Vielen Dank.“

„Du brauchst mir nicht danken, schließlich habe ich nicht so einen kühlen Kopf wie Kotonami bewahrt. Dann seid ihr also jetzt zusammen. Macht er dich denn wenigstens glücklich?“

„Und wie. Er ist immer aufmerksam, ist oft in meiner Nähe, lässt mich aber auch allein, damit ich Freiraum habe.“, gestand Sasuke, ehe er sich verschwörerisch dem Ohr seines ehemaligen Lehrers näherte.
„Und unter uns, Kotonami-sensei ist eine Kanone im Bett. Der hat Ausdauer, dass würde man ihm gar nicht zutrauen.“

„So, so...“, grinste Youichiru, denn er konnte es sich bei dieser, zugegebenermaßen gut aussehenden Brillenschlange wirklich nicht vorstellen.

Plötzlich jedoch veränderte sich sein Gesichtsausdruck, denn er hatte jemanden entdeckt und auch Sasuke drehte sich nun um, da die Person hinter ihm stand. Wütend blitzten zwei graue Augen den Lehrer an, dem bei diesem Anblick doch etwas unwohl wurde, auch wenn er nicht wusste, warum Kôji wütend war.

„SIE ARSCH!!“

Ohne noch einen Kommentar seines Lehrers abzuwarten, rannte der blonde Junge davon und ließ einen verwirrten Youichiru zurück, der fragend von seinem Ex-Schüler gemustert wurde.

„Kannten Sie den?“

„Er ist einer meiner Schüler. Entschuldige, aber ich muss das unbedingt klären.“


Ebenso schnell wie der Blonde war nun auch sein Lehrer verschwunden und dem Zurückgelassenen ging nur ein Gedanke durch den Kopf.

*Er kann es aber auch nicht lassen!*


~*~*~*~*~*~


Es dauerte nicht lange, da hatte Youichiru Kôji eingeholt und zerrte ihn in eine Seitengasse, abseits der anderen Passanten. Die mussten ja nicht unbedingt mitbekommen, worum es ging.

„Warum bist du weggerannt?“

„Das geht Sie nichts an!“, fauchte Kôji in seiner gewohnten Art.

„Und warum hast du mich Arsch genannt?“

„Weil Sie einer sind!“

„Und warum?“

„Weil Sie auch mit anderen Kerlen rummachen!“

Wissend grinsend näherte Youichiru sich dem Jüngeren, der sich immer mehr an die Mauerwand drängte.

„Ach so ist das, du bist eifersüchtig.“

„Bin ich nicht! Ich komm mir nur total verarscht vor! Wie würden sie sich denn fühlen, wenn ich sie jeden Tag anbaggere und nebenbei mit anderen in die Kiste springe?“

„Traurig, weil ich gehofft hatte, ich wäre der Einzige für dich.“

„Sehen Sie, genau das.....Verdammt noch mal, dass ist nicht das, was ich meinte!“

Puterrot schubste Kôji seinen Lehrer von sich weg, machte aber keinerlei Anstalten davonzulaufen.

„Warum gibst du es nicht zu?“

„Was denn?“

„Das du dich in mich verliebt hast.“

„Das habe ich nicht! Das...das hab ich ganz bestimmt nicht...“

Unweigerlich wurde Kôjis Stimme immer brüchiger, als Youichiru sich ihm wieder näherte und schließlich seinen Mund versiegelte.
Kaum spürte der Blonde die Lippen des Älteren, da brach auch schon seine Barriere wie ein Kartenhaus zusammen. Er wusste nicht, wieso es so war, aber es gefiel ihm, genauso wie ihm schon ihr erster Kuss gefallen hatte.

Sie küssten sich lang und ausgiebig, unbemerkt von den Passanten, die an der kleinen Gasse vorbei gingen.


~*~*~*~*~*~*~


Die ganze Zeit bis zum Abendbrot hatten Masaki und Hiro geredet, waren aber auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen. Masaki hielt an der Behauptung fest, dass sie zu unterschiedlich waren, während Hiro ihn davon überzeugen wollte, dass sie sich dadurch nur ergänzten.

Den Rest des Abends verbrachten sie schweigend bei Hiros Eltern im Wohnzimmer, bis es nach Frau Maruyamas Meinung für Masaki Zeit wurde ins Bett zu gehen. Hiro schloss sich seinem Freund an, denn ihn hatte der Tag ganz schön geschlaucht.

~*~*~*~*~*~*~

Bettfertig legte Masaki sich zu Hiro ins Bett, aber nicht ohne ein merkwürdiges Gefühl in der Magengegend zu haben. Versöhnlich kuschelte er sich an Hiros Seite, der auch sofort einen Arm um seinen Chibi legte und ihm einen Kuss auf die Stirn gab.

„Schlaf gut, Masa-chan, und grüble nicht soviel. Ich liebe dich, so wie du bist, ganz gleich, wie unterschiedlich wir sind.“

Überrascht sah Masaki seinen Freund an. Es war das erste Mal, dass Hiro deutlich gesagt hatte, dass er ihn liebte. Nicht mögen, verliebt sein oder gern haben, sondern lieben. Aller Ärger, alle Probleme waren für diesen Moment vergessen. Nun war es Masaki plötzlich völlig egal, dass sie verschieden waren, es zählte nur noch einzig und allein dieser Augenblick, in dem sein Hiro ihm gesagt hatte, dass er ihn liebte.

Glücklich legte sich Masaki ganz auf den anderen und gab ihm einen langen Kuss, ehe er sich wieder neben ihn kuschelte und sofort mit einem seligen Lächeln auf den Lippen einschlief.


~*~*~*~*~*~


Keuchend und nach Luft ringend lag Kôji auf dem weichen Bett, als sein Lehrer sich wieder zu ihm nach oben küsste und nur flüchtig die geschwollenen Lippen streifte.

„Keine Angst, Kôji. Ich werde versuchen, dir nicht weh zu tun.“

„Hä, wieso denn ... wehtun? Wenn ... dann muss ich doch aufpassen, dass ich dir nicht ... wehtue.“

„Wieso solltest du mir wehtun, wenn ich dich nehme?“

Geschockt sah Kôji den Älteren an, als sich so langsam sein Gehirn zurückmeldete. Hastig richtete er sich auf und funkelte seinen Lehrer böse an. Das er ihm dabei völlig nackt gegenüber saß, war ihm im Moment scheißegal.

„DAS kommt überhaupt nicht in Frage. Wenn, dann liege ich oben, klar!?“


Lächelnd betrachtete Youichiru den Jungen vor sich, ehe er ihn an sich zog und frech über sein empfindliches Ohr leckte.

„Na gut, dann reit mich halt“, hauchte Youichiru zärtlich, wurde aber plötzlich weg gedrückt.

Hochrot sah Kôji ihn an, bevor er beschämt von ihm wegrutschte.
Besorgt musterte der Schwarzhaarige das Verhalten seines Bettgenossen. Im Moment verstand er überhaupt nicht, was los war.

„He, was hast du denn? Ich dachte, du hättest schon mit Männern geschlafen?“

„Hab ich auch“, kam es leise genuschelt.

„Aber?“

„Aber noch nicht so...“

Langsam näherte sich Youichiru dem Jüngeren und nahm ihn in die Arme.

„Du warst noch nie unten, oder?“

Zaghaft schüttelte Kôji den Kopf, schmiegte sich aber gleichzeitig mehr an die Brust des anderen.

„Ist schon gut. Wenn du Angst davor hast, dann lassen wir es. Aber beim nächsten Mal bringen wir das zu Ende, in Ordnung?“

„Beim nächsten Mal?“

„Ja natürlich, oder hast du gedacht, ich lass dich wieder los!?“


~*~*~*~*~*~


Mitten in der Nacht wurde Hiro durch leises Wimmern wach und irgendwie war es auch etwas feucht.

Langsam richtete er sich auf und sah seinen Chibi, der zusammen gekauert neben ihm saß und ganz in Gedanken versunken schien. Hatte er etwa schlecht geträumt?

„He, Masa-chan, was ist denn los?“, fragte er ruhig, während er sanft eine Hand auf die schmale Schulter legte.

Ruckartig drehte Masaki sich um. Trotz der Dunkelheit, die im Zimmer herrschte, erkannte Hiro die Tränenspuren, die sich über die Wangen schlängelten. Gehetzt und ängstlich sahen ihn die nun dunkelgrünen Augen an, ehe der Chibi aus dem Bett hechtete und in den Flur hinaus verschwand.

Hiro konnte gar nicht so schnell reagieren, wie der Kleine verschwunden war.
Um sich zurechtzufinden, machte der Brünette erst einmal das Licht seiner Nachttischlampe an und als er sich an die Helligkeit gewöhnt hatte, sah er die Bescherung.

Hastig lief Hiro seinem Chibi hinterher, der sich im Bad eingeschlossen hatte. Kein Wunder, es musste für ihn ein Schreck gewesen, so naiv, wie er war.

Doch ehe sie darüber reden konnten, musste er ihn aus dem Badezimmer heraus bekommen.

„Masa-chan, komm da raus, bitte“, bat Hiro ruhig auf seinen Freund einredend.

„Nein, ich bin eklig!“, kam es gequält und leise als Antwort.

Seufzend lehnte der Brünette sich gegen die Badtür.

„Du bist nicht eklig, es ist nichts Ungewöhnliches. Glaub mir, du bist alles andere als eklig.“

„Bin ich doch! Ich...ich hab nämlich von dir geträumt.“

Augenblicklich wurde Hiro rot. Sein Chibi hatte von ihm geträumt? Aber die Frage war eher, was genau er geträumt hatte.

„Dann bin ich auch eklig, denn ich träume auch von dir...sehr oft sogar.“

Diese ganze Situation war mehr als peinlich, aber er musste Masaki da raus bekommen, bevor seine Eltern wach wurden. Youichiru war noch nicht wieder zu Hause.

Unerwartet wurde die Badtür aufgerissen. Mit einer ungesunden Röte sah Masaki Hiro an und schien gar nicht zu glauben, was er da gehört hatte.

„Ist...ist das war?“

„Ja. Traust du dich jetzt noch zusammen mit mir in einem Bett zu schlafen?“

Wenn es noch ging, wurde Masaki noch röter, nickte aber bestätigend.


~*~*~*~*~*~


Hiro hatte das Bett neu bezogen und seinem Chibi ein Shirt und eine Hose von sich gegeben. Unschlüssig stand Masaki in den viel zu großen Sachen vor dem Bett.

„Was ist den, Masa-chan, traust du dich jetzt doch nicht?“

„Doch schon, aber was ist, wenn es noch mal passiert?“

„Dann bezieh ich das Bett eben noch mal und gebe dir wieder Sachen von mir. Los komm, ich beiß nicht.“

Schüchtern legte sich Masaki wieder zu seinem Freund, allerdings traute er sich nicht, sich im wieder zu nähern und er war froh, dass Hiro ihn nicht dazu zwang. Oder, war da doch etwas anderes?

„Du, Hiro...“

„Mh?“

„Bist du dich sicher, dass du mich nicht eklig findest?“

„Ach Quatsch. Und vergiss nicht, so was passiert jedem Mann.“

„Jedem Mann?“

„Na klar, jetzt wirst du langsam aber sicher erwachsen“

„Oh ja, endlich lange aufbleiben, dass wird toll.“

Strahlend sah Masaki Hiro an, der darauf hin anfing zu lachen.

„Ha, ha, du bist halt doch noch ein Kind.“

Wie war das? Erst wurde er angeblich erwachsen und nun bezeichnete Hiro ihn schon wieder als Kind. Er hatte es so satt. Er würde dem anderen beweisen, dass er kein Kind mehr war.

Demonstrativ setzte sich der Chibi auf Hiros Hüften, nahm sein Gesicht in beide Hände und gab ihm einen innigen Kuss. Er machte das nach, was Hiro immer gemacht hatte. Erst strich er mit der Zunge über die vertrauten Lippen, ehe er versuchte, die Mundhöhle zu erforschen.


Ohne Gegenwehr ließ Hiro ihn gewähren und fand es gar nicht so schlecht, mal den passiven Part zu übernehmen.

Schneller als Hiro lieb war trennte sich sein Schatz wieder von ihm und sah ihn entschlossen an.

„Hat sich das angefühlt wie der Kuss eines Kindes?“

„Wenn du jetzt diese Frage nicht gestellt hättest, dann hätte ich es dir sogar geglaubt.“

Grinsend richtete Hiro sich auf, passte aber auf, dass Masaki schön auf ihm sitzen blieb. Ihm war plötzlich eine Idee gekommen. Es war zwar riskant, aber einen Versuch wert.

„Was hältst du davon, wenn wir ein kleines Spiel spielen? So kannst du beweisen, dass du erwachsener bist.“

Zwar schien Masaki dem ganzen nicht zu trauen, aber er stimmte zu.
Schnell stand Hiro auf und verschwand in Youichirus Zimmer. Nach einer Minute kam er wieder zurück, in der Hand zwei Würfel haltend


„Pass auf, das Spiel ist recht simpel. Wir würfeln abwechselnd und müssen dann dass tun, was die Würfel uns sagen. Sollte allerdings etwas dabei sein, was dir nicht gefällt, dann würfeln wir einfach noch mal, ok?“

Neugierig besah Masaki sich die zwei Würfel. Küssen, berühren, reizen, (ab)lecken, einsetzen und blasen, stand auf dem Einen. Körper, Lippen, Brustwarzen, Zehen, Brust und ein Fragezeichen auf dem Anderen. Was würde dass nur für ein Spiel werden?

„Wofür steht das Fragezeichen?“

„Oh, da kann man sich eine Körperstelle aussuchen. Hör mal, wenn du das nicht willst, dann können wir es auch lassen.“

„Nein, nein, ist schon gut. Ich fang an, ok?“

Mutig nahm Masaki die Würfel in die Hand und ließ sie über das Bett rollen. Hiro hatte sich ihm gegenüber gesetzt und sah ebenfalls mit Spannung, wie sich die Würfel die Worte Körper und berühren aussuchten.

Unentschlossen sah Masaki seinen Freund an. Es war ja nicht so, dass er ihn noch nie angefasst hätte, aber irgendwie war das völlig anders. Spannung lag in der Luft, die er auf keinen Fall kaputt machen wollte, weil er sich so zierte.

Wie um Masaki zu helfen, zog Hiro sein Schlafshirt aus, nahm vorsichtig die schmale Hand in seine und legte sie auf sein Herz.

„Merkst du, ich bin auch nervös. Vertrau mir.“

Ja, Vertrauen sollte er in die Person haben, die ihn gerade so freundlich und liebevoll ansah. Wer konnte da nicht vertrauen?

Andächtig und behutsam ließ Masaki seine Hand über Hiros Brust zu dessen Bauch streichen. Er spürte die Muskeln unter der Haut, als sie sich auf Grund seiner Berührung versteiften. Erst erschrak er etwas, aber dann gefiel es ihm. Die Haut unter seinen Fingerspitzen war weich, aber trotzdem straff und es war ein aufregendes Gefühl, jemand anderen so zu berühren. Masaki hätte noch ewig so weiter machen können, doch Hiro war schließlich auch mal dran.


Hiro war erleichtert, als Masaki seine Hand wieder zurückzog. Nie hätte er gedacht, dass so eine einfache Berührung in ihm so ein Feuerwerk auslösen würde. Da fragte er sich doch ernsthaft, ob er bei seinem Chibi auch solche Gefühle entfachen konnte.

Ungeduldig nahm er die Würfel und ließ sie über den Bettbezug rollen. Als sie endlich lagen, konnten die beiden Freunde die Worte (ab)lecken und Lippen lesen.
Zwar sah Masaki nicht gerade begeistert aus, aber er ließ es trotzdem zu, dass Hiros Zunge zärtlich über seine Lippen strich. Und so unangenehm schien es dem Chibi dann doch nicht zu sein, wie der Brünette zufrieden feststellte, als seinem Spatz ein kleiner Seufzer entwich.


Als nächstes war wieder Masaki an der Reihe, der nun laut der Würfel Hiros Brust küssen sollte. Das war dann etwas, was ihm gar nicht mehr so gefiel. Nicht, dass er es nicht gerne getan hätte, Hiros Körper konnte sich schließlich sehen lassen, aber peinlich war es ihm trotzdem.

„Könn...könnten wir das bitte auslassen?“, fragte er zaghaft, da er trotz allem befürchtete Hiro könne böse auf ihn sein, stieß aber nur auf Verständnis.

Allerdings musste er versprechen, bei dem was Hiro würfeln würde keinen Rückzieher zu machen. Hätte er das lieber mal gelassen, denn nun durfte Hiro sich aussuchen, welches Körperteil er küssen wolle. Und der Gute suchte sich ausgerechnet den Bauch aus, die Stelle, an der Masaki ganz besonders kitzlig wahr.


Bestimmt, damit sein Chibi ihm nicht doch abhauen konnte, hielt er ihn an der schmalen Hüfte fest und begann kleine Schmetterlingsküsse auf dem flachen Bauch zu verteilen. Augenblicklich fing Masaki zu quietschen an und versuchte sich aus dem unnachgiebigen Griff zu befreien, was ein total sinnloses Unterfangen war.

Hiro bekam schon arge Zweifel, ob der Chibi überhaupt kapierte, dass das an- beziehungsweise erregend wirken sollte und nicht lustig, da das verhaltene Gekicher einfach nicht aufhören wollte. Aber irgendwann hatte alles ein Ende und ehe er sich’s versah, wurde die Atmung des anderen immer stockender und auch gelegentliche Keucher waren zu hören. Auch konnte er langsam aber sicher spüren, dass Masaki das alles nicht kalt ließ.

Ein letztes Mal küsste er die samtene Haut, ehe er seinen Freund ansah. Die sonst so strahlend grünen Augen waren leicht verschleiert und halbgeschlossen.
Besitzergreifend schlangen sich Masakis Arme um Hiros Nacken und zogen ihn zu sich nach oben.

„Mir wird so heiß, Hi-chan...“, hauchte der Jüngere gegen Hiros Lippen, bevor er ihn leidenschaftlich küsste.


Das Spiel war vergessen, Hiros Eltern, die nur eine Etage tiefer schliefen, waren zur Nebensache geworden und dass sie vier Jahre trennten, war in die hinterste Ecke verdrängt. Sowohl bei Hiro als auch bei Masaki schaltete sich der Verstand nach und nach aus. Allein die Zärtlichkeiten, die sie austauschten reichten aus, um beide spüren zu lassen, wie sehr der andere ihn liebte.

Fahrig streichelten die unerfahrenen Hände über Hiros Rücken. Alles war für Masaki so neu und aufregend. Auch spürte er ein aufkommendes Verlangen, dass sich einfach nicht unterdrücken ließ. Immer mehr wünschte er sich, dass Hiro ihn in einer ganz bestimmten Region streicheln sollte, so wie Shincho es bei Kato in Mitsuki no Himitsu getan hatte. Ob er ihn fragen sollte? Gelesen hatte Hiro den Band ja auch. Noch ehe Masaki richtig darüber nachdenken konnte, hatte sein Mund Hiro die Frage schon gestellt.

Verblüfft hörte Hiro damit auf, den Hals seines Chibis zu bearbeiten und sah ihn aufmerksam an. Er hatte anscheinend nicht erwartet, dass Masaki gleich soweit gehen wollte, aber für ihn war es ja auch überraschend. Sollte er nicht eigentlich Angst haben?

„Bist du dir sicher, dass du das willst?“

„Ich....lass es uns doch versuchen, bitte.“

„Einverstanden, wir versuchen es.“

Sacht berührten die bereits geschwollenen Lippen die schon leicht erhitzte Haut der Stirn.

„Und solltest du dich in irgendeiner Weise unwohl fühlen, dann zieh einfach kräftig an meinen Haaren oder zwick mich, dann höre ich sofort auf.“

Glücklich lächelnd schmiegte sich Masaki an seinen Freund. Nein, vor ihm brauchte er keine Angst zu haben.

„Jetzt gibt es nur noch eine Sache, die wir klären müssten. Lieber mit der Hand oder mit dem Mund.“


Fortsetzung folgt