Du befindest Dich hier: Geschichten > Geschichten frei bis 16 > Fich > Erdbeerlatte und die Wurzel aus 109 > Erdbeerlatte und die Wurzel aus 109 - Teil 2

Erdbeerlatte und die Wurzel aus 109 - Teil 2

Freitag... 09:56

Wenn ich aus dem gestrigen Abend etwas gelernt hatte, dann wohl, dass man sich nicht an der Tankstelle noch drei Tetrapacks mit Rotwein kauft und versucht, den Frust wegzuschwemmen. So was machte dickes, fettes Kopfaua. So wie jetzt. Ich stand an der Tafel und versuchte mich zu konzentrieren. Immerhin hatte ich schon eine Packung Aspirin intus, so schlimm war es also nicht mehr.

Es fühlte sich nicht mehr an wie heute Morgen, als ich glaubte, jemand stecke mir Messer durch die Schädeldecke. Es war nur noch ein dumpfes, monotones Dröhnen, damit konnte ich leben – was mich mehr verwunderte war Sven. Mein Lieblingsgenie und Weltverbesserer, solange die Welt nur aus mathematischen Formeln bestand. Ich merkte selber, dass ich heute nicht bei der Sache war, ab und an wurde ich verbessert. Doch es war nicht ein einziges Mal Sven, der mich darauf hinwies, dass etwas falsch war.

Langsam begriff ich, dass meine Anfuhr, die ich ihm erteilt hatte, wohl mehr Schaden angerichtet hatte, als mir lieb war. Warum störte mich das eigentlich so? Es war ja nicht gerade so, dass ich Maso war und darauf stand, regelmäßig verbessert zu werden. War ich denn schon daran gewöhnt, dass es mir plötzlich fehlte, wenn es nicht mehr passierte?

Es gipfelte ja sogar darin, dass ich Sven ansah, lauernd, regelrecht darauf wartend, dass er sich zurücklehnte und mir erklärte, dass man so nicht runden durfte, dass man so viel zu umständlich zum Ziel käme oder dass beim Auflösen der Klammer irgendwie ein Vorzeichenfehler passiert sein musste. Doch nichts. Er sah gar nicht von seinem Heft auf. Er tippte nur vor sich hin, schrieb hier, radierte dort, tippte wieder. So als gäbe er sich wirklich Mühe, mich zu ignorieren.

Einmal hatte ich das Gefühl, er wollte sich zu Wort melden, doch das musste ich mir wohl eingebildet haben.

Sicher fragt sich jetzt der eine oder andere, warum ich nicht einfach zufrieden war, warum ich auf der Lauer lag, damit der Typ was sagte, wenn ich mir doch sonst immer wünschte, er würde seine Klappe halten. Mensch, ich weiß es doch selber nicht! Aber irgendwie tat es mir leid, ihn so angefahren zu haben, es ärgerte mich, dass er mich so trocken abserviert hatte, als ich mich entschuldigen wollte und es ärgerte mich noch viel mehr, dass er sich an meinem Unterricht gar nicht mehr beteiligte.

Nicht einmal, wenn ich ihn ansprach und die Lösung wissen wollte, weil kein anderer das Richtige zu bieten hatte. Er sagte nur, er hätte es nicht rausbekommen und als ich in sein Heft sah, war es wirklich an dem. Er hatte den Rechenweg einfach abgebrochen und nicht zu Ende gebracht. Das war nicht Svens Art und ich machte mir Sorgen darum, weil schließlich mir zum Schluss der Direktor in den Ohren lag, wenn Sven Svenson unsere Schule nicht mehr in den Wettbewerben als Sieger hinstellte.

Also rechnete ich allein weiter, erklärte hier, machte dort. Sven schien sich gar nicht daran zu stören. Er saß nur seine Zeit ab, blätterte mal im Buch, wenn es von ihm erwartet wurde, tippte auf seinem Taschenrechner herum und kaum dass es klingelte, raffte er sein Zeug und wollte sich verdrücken. Doch ich war schneller, auch wenn mir das in meinem heutigen Zustand nicht wirklich leicht viel. Ich war stolz auf mich, aber nicht lange.

„Sven, kannst du bitte noch bleiben?“, fragte ich und was antwortete mir der Kerl? „Nein, ich habe einen Termin, tut mir leid“ und war weg, noch ehe ich begriffen hatte, was eben passiert war! Da sagte der Typ einfach, er hätte keine Zeit. Langsam machte er mich wütend und zwar richtig.

Ich wusste, es war unprofessionell, sein Verhalten so an mich heran zu lassen, ich wusste das durchaus selber, das müsst ihr mir nicht sagen, aber es regte mich auf und zwar richtig!

Einmal mehr verspürte ich den unbändigen Drang Gärtner zu werden, mit Individuen zu arbeiten, die die Klappe hielten und von meinem Wohlwollen abhängig waren! Keine Klammern, keine Taschenrechner – nur Ruhe und Beschaulichkeit. Und wenn doch irgendwann mal so eine Distel wie Sven in meinen Garten einfallen sollte und mich in den Hintern pieksen, konnte ich das Mistding immer noch rausreißen.

Oh, oh! Ich merkte gerade, wie ich anfing, mich in Svens Verhalten hineinzusteigern. Das war nicht gut, definitiv nicht gut. Ich sollte ihm neutral gegenüber treten, als Lehrer, als Pädagoge und nicht als Feind.

Hatte ich meinen Beruf wirklich so sehr verfehlt? Der Raum war schon lange leer, da starrte ich immer noch auf die Tür, durch die Sven einfach abgerauscht war. Der Kerl tanzte auf meinen Nerven herum. Er trieb mich bis an meine Grenzen. Das erste Mal war ich gespalten in den Menschen Marten und den Pädagogen Schiwitz, die versuchten, einen Weg zu finden, mit diesem Kerl noch die nächsten drei Monate auszukommen, ohne es eskalieren zu lassen. Nichts gegen schlechte Laune, ich hatte mich schließlich bei ihm entschuldigt. Warum trug er mir das so nach?

Freitag... 22.12

Heute hatte ich es mir lange nicht zugestanden, doch schlussendlich war ich doch ins Boyz ‘R’ uz gegangen. Aber ich hatte nicht versucht mich schick zu machen und ich hatte nicht vor, mich an Börjes Bar blicken zu lassen. Ich wollte mal was anderes ausprobieren und gucken, ob ich nicht jemanden fürs Wochenende fand! Jemand, der keine roten, langen Haare hatte und jemanden, der nicht so einen extrem straffen Hintern in verdammt leckeren Hotpants verpackte und zur Schau stellte. Nein, Börje war seit gestern für mich gestorben – zumindest hatte ich das beschlossen!

Ihr ahnt es, oder? Gute Vorsätze waren einfach dafür prädestiniert, dass sich keiner daran hielt. Wie viele Jahre hatte ich mir schon zum neuen Jahr vorgenommen, ein besserer Mensch zu werden. Und? Was war daraus geworden? Schon am dritten, kaum dass die Schule wieder losging, war ich auf dem gleichen Level wie vor Silvester. Gute Vorsätze hatten bei mir einfach keine Überlebenschance und ich konnte von Glück reden, dass ihre Tötung nicht gegen geltendes Recht verstieß.

Ich würde wohl mindestens acht Mal lebenslänglich absitzen müssen, so oft wie ich wehrlose, gute Vorsätze mit Betonschuhen im See versenkte, oder achtlos über Bord warf oder sie einfach vor einen Bus schubste. Ja, gute Vorsätze hatten es mit mir wirklich nicht leicht, wunderte mich sowieso, dass es immer noch so lebensmüde Vorsätze gab, die die Hoffung in mich noch nicht aufgegeben hatten und glaubten, mich zum Durchhalten bekehren zu können. Wie der arme Vorsatz, der mir klarmachen wollte, dass Börje einfach nichts für mich war!

Armer kleiner guter Vorsatz – er ruhe in Frieden.

Wie auch immer. Es war übrigens das erste Mal, dass ich, als ich den Laden betrat, den Kerl am Eingang wahrnahm. Er stand so im Dunkel, dass ich immer an ihm vorbei gelaufen war, ohne ihn zu sehen. Heute aber griff er sich einen extrem jung aussehenden Gast am Kragen und ließ sich den Ausweis zeigen. Doch der Kleine war erst siebzehn, also flog er wieder raus und bekam den Hinweis, sich hier die nächsten Monate erst mal nicht blicken zu lassen.

Wenn er achtzehn war, durfte er gern wieder kommen. Dann verschwand der Typ wieder im Dunkel. Selbst jetzt, wo ich wusste, wo er stand, sah ich ihn kaum und ehrlich gesagt: es interessierte mich auch nicht. Erstens war ich selber keine achtzehn mehr, zweitens stand ich nicht auf so junge Kerle und drittens hatte ich wirklich andere Sorgen! Zum Beispiel wehrlose, gemeuchelte gute Vorsätze.

Kaum dass ich den Vorhang hinter mir gelassen hatte, stach mir Djala ins Auge und ich senkte den Kopf. So wie ich ihn gestern abgefertigt hatte, würde es mich nicht wundern, wenn er mich auch nicht mehr kennen wollte. Also ging ich ihm lieber aus dem Weg und suchte mir heute mal einen Platz an einer anderen Bar, unweit der Tanzflächen. Ich wollte Frischfleisch, ich wollte was Dummes, was wenig Fragen stellt und gut im Bett war. So groß waren meine Ansprüche also gar nicht und ich war guter Hoffnung, heute Abend nicht allein nach Hause zu gehen.

Allerdings ging mir ziemlich schnell auf, dass man wohl vergessen hatte mir mitzuteilen, dass heute wohl Themenabend war! Wo man hin sah, Männer in schwarzem Leder oder Latex. Ab und an war noch einer in blutrot dabei, aber das war eher die Ausnahme. Da stach ich ja herrlich heraus in meiner Jeans und meinem weißen Shirt. Hurra, die Waldfee, aber ehrlich! Aber so wirklich Sorgen machte ich mir deswegen auch nicht, so fiel ich wenigstens auf und die Chancen darauf, dass ich heute Abend nicht alleine nach Hause gehen musste, standen doch ziemlich gut!

Trotz meiner Wut auf Sven und meiner Enttäuschung wegen Börje war ich also schon wieder guter Dinge und mischte mich unter das Volk, das sich tanzend über diverse Flächen bewegte. Ein paar hatten sich in die Käfige getraut und vollführten da teilweise halsbrecherische Darbietungen, andere trauten sich an die Stangen, die wohl heute nicht von den Profis genutzt wurden und versuchten sich da in erotischem Ausdruckstanz. Wie auch immer, ich hatte mir vorgenommen, mich heute wirklich gut zu fühlen und mich zu amüsieren.

Zu aller Freude war die Bar, die ich mir aussuchte, auch noch eine, die nur harte Sachen ausschenkte. Da war ich mit meinem Drang nach Wodka pur doch genau an der richtigen Quelle – wenn das nicht mein Glückstag war. Also suchte ich mir fix einen Hocker an der Bar, lächelte dem einen oder anderen zu, der mich angrinste und bestellte mir erst mal einen Mandrin.

Wem noch nicht aufgefallen ist: ich liebe dieses Zeug! Der schwedische Wodka war so sauber, dass ich nach einem Liter davon am nächsten Tag ohne Kopfschmerzen und Übelkeit aufstehen konnte, kein Kater, keine Probleme, gar nichts. Deswegen fand ich bei Absolut auch kein Ende. Ich kippte den ersten runter, orderte noch einen zweiten. Doch den wollte ich genießen. Also drehte ich mich auf meinem Stuhl, lehnte mich gegen die Theke und sah mich etwas in dem Laden um.

Immer wenn mir Djala zu nahe kam, senkte ich den Kopf und tat, als würde ich etwas auf dem Boden suchen. Als ich dann einmal wieder aufsah stand plötzlich das vor mir, was ich gesucht hatte: Anfang dreißig, in einer leckeren, engen Lederhose, blond – was schon immer ein sehr gutes Zeichen war -, die Hose gut gefüllt und er selber auch schon in Stimmung. Na so was ließ ich mir doch nicht entgehen! Ich lächelte also zurück und schon im nächsten Augenblick stand Chris neben mir und wir waren für ein paar Minuten in ein nettes, sinnleeres Gespräch vertieft, ehe ich seine Zunge im Hals hatte und ich wehrte mich nicht dagegen.

Warum auch? Seit ich beschlossen hatte, dass Börje mich nicht interessierte, lief doch alles bestens. Mir fielen sogar die Männer zu! Also zog ich mir den Typen etwas dichter. Eines seiner Knie landete in meinem Schritt – wow, wow, wow! Der Kerl wusste aber genau, was er wollte! Doch ich wehrte mich nicht. Ich hockte schon viel zu lange auf dem Trocknen! Ich würde mich hüten, das hier zu versauen!

Der Typ lag übrigens verdammt gut in der Hand. Meine Hände rutschten von ganz alleine auf dessen Hintern und drängten ihn immer dichter gegen meine Brust. Ich konnte seinen Schwanz richtig spüren, wie er gegen meine Brust drückte, wie er langsam immer weniger Platz in seiner Hose hatte. Wow! Doch irgendwann musste jeder mal Atem schöpfen, da brachte es nichts mehr, wie ein Walross durch die Nase zu keuchen. Wir mussten uns lösen und plötzlich war Chris weg.

Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie ich ihn los war, was war denn nun los? Doch schon im nächsten Augenblick hatte ich wieder eine Zunge im Hals! Definitiv nicht die gleiche wie eben, diese hier war geschickter und vor allem schmeckte sie lecker nach Wodka! Wenn das nichts war, das ging ja hier wie am Fließband. Allerdings endete dieser Kuss abrupt und plötzlich hatte ich Börjes Gesicht vor meinem. Er keuchte atemlos, genau wie ich und knurrte Chris an, als der sich beschweren wollte.

„Zisch ab, Kurzer, du wirst hier nicht gebracht!“, erklärte ihm Börje. Sein Blick glich dem eines Raubtieres, das Beute geschlagen hatte – irgendwie hatte ich das blöde Gefühl, ich war die Beute, oder besser: mein armer kleiner guter Vorsatz, der sich gerade das Genick brach und einsehen musste, dass ich von Börje nicht lassen konnte. Schon gar nicht, wenn der Kerl in engem Latex auf meinem jubilierenden Schoß hockte. Hey Leute, ich bin auch nur ein Mann!

Sein Blick glitt wieder auf mich. Seine Hände stützte Börje auf die Theke hinter mir und eines seiner Knie lag auf meinem Schritt, heikel, heikel!

„Wo warst du gestern, ich habe dich gesucht“, wollte er von mir wissen und ich hatte nicht die Chance zu türmen. Dieser Blick ging wieder durch mich hindurch, sortierte mein Innerstes und ich war bereit mich zu offenbaren.

„Ich bin heim“, sagte ich nur mit etwas belegter Stimme und Börje presste die Lippen zu einem Strich zusammen.

„Aha“, sagte er nur und sah mich weiterhin an. „Warum?“, wollte er plötzlich wissen und ich saß da wie vor den Kopf geschlagen. Was sollte ich denn darauf sagen? Dass ich beleidigt gewesen war, weil er besser tanzen konnte und ich beschämt von dannen geschlichen war, um mich zu betrinken? Auch wenn es durchaus der Wahrheit entsprach, so würde ich den Teufel tun und Börje das sagen. Nein, da war mein Ego dagegen und ich stimmte ihm definitiv zu.

„Mir war so“, sagte ich also nur und sah wie Börje die Augen verengte. Hoppla, hatte ich da gerade was Falsches gesagt? Kurz wurde Chris angeknurrt, der sich noch einmal an uns heran gewagt hatte und mit einem „Schortie, du wirst hier nicht mehr gebraucht“, wurde er in die Wüste geschickt. Ich hatte da wohl irgendwie gar nicht mitzureden oder was? Na ja, okay. Ich gebe zu, ich war schon ziemlich angetan davon, dass der heiß umschwärmte Kerl auf meinem Schoß hockte und wie ein eifersüchtiger Hund alles verbellte, was sich an uns heran wagte. Aber trotzdem wollte ich nicht zulassen, dass Börje das einfach so für mich entschied.

„Ich wollte mich mit Chris aber noch unterhalten“, knurrte ich Börje also an und der strich sich eine der langen flammenroten Strähnen über die Schulter zurück.

„So?“, sagte er nur und plötzlich sah ich mich wieder in einem atemraubenden Kuss gefangen. Mein Gott, war der Kerl geschickt mit seiner Zunge! Mir wurde schon langsam schwarz vor Augen, so forderte er mich, da löste Börje den Kuss und sah mich wieder mit diesem Raubtierblick an. „Und? Willst du dich immer noch mit ihm unterhalten?“

Ich wusste vor lauter Schreck gar nicht, was ich sagen sollte und Börje schien sichtlich zufrieden. Mit seiner Brust drängte er mich immer weiter zurück, bis mein Kopf auf der Theke lag und er seine Ellenbogen neben meinem Kopf aufstellen konnte. So sah er mir in die Augen und ich schwöre: ich war hin und weg, ich nahm gar nichts mehr um mich herum wahr. Zwar wunderte ich mich kurz darüber, dass mir sein Gesicht bekannt vorkam, doch ich schob es darauf, dass der Kerl mir ja schließlich seit fast einer Woche Tag und Nacht nicht mehr aus dem Kopf ging. Da konnte man sich schnell einbilden, dass man jemanden kannte.

„Musst du nicht wieder hinter die Bar?“, fragte ich ihn, ich wusste selber nicht warum. Doch meine Hände legten sich besitzergreifend auf seinen Hintern. Das weiche Latex ließ mich jeden Muskeln spüren und als Börje das bemerkte spannte er immer wieder die Muskeln an und ließ mich hart schlucken.

„Warum fragst du, willst du mich loswerden? Ich bin heute privat hier!“, erklärte er mir und wieder fanden sich unsere Lippen. Was war denn hier los? Gestern da ließ er mich einfach stehen, scherte sich gar nicht mehr darum, dass ich ihm den Arsch gerettet hatte und heute da ließ er kaum noch von mir? So richtig kam ich da auch nicht hinterher, schon gar nicht, als er gänzlich auf meinen Schoß kroch. Der Kerl war mindestens so groß wie ich, musste ziemlich komisch aussehen, doch das war mir ziemlich egal – ich hatte, was ich wollte!

„Na, scharf auf einen Orgasmus?“, hörte ich es plötzlich an meinem Ohr und als ich die Augen drehte, sah ich Djala, der mich frech angrinste und zwei Gläser von seinem Tablett neben mir auf die Theke stellte.

„Hä?“, machte ich nur und begreife gar nichts. Sahen wir so verzweifelt aus. „Ich weiß mich zu beherrschen“, murmelte ich ihm nur entgegen, doch er nickte auf die Drinks.

„Das Zeug nennt sich Orgasmus9 und Börje hat die Wette gewonnen. Also kriegt er sein Lieblingsgesöff“, erklärte mir Djala, dann war er auch schon wieder weg.

Ich sah Börje an, der es sich auf mir sichtlich bequem machte und einen kurzen Schluck aus einem der Gläser nahm, dann küsste er mich wieder und ließ mich an dem Geschmack teilhaben. Amaretto und Kakao breitete sich in meinem Mund aus, während das Wort 'Wette' anfing alles zu überflügeln und jeden meiner Gedanken beherrschte. Was sollte das? War das hier schon wieder eines von Börjes Spielen? Das fand ich definitiv nicht lustig! Ich hätte vorsichtig sein sollen, als er sich so auf mich gestürzt hatte – ein Kerl wie Börje, ausgerechnet auf mich! Ich hätte es wissen müssen.

Also schob ich ihn von mir und zwar gänzlich. Etwas irritiert glitt er von meinem Schoß und der Rest, der um uns herum stand, schien gar nicht fassen zu können, was ich tat. Aber hey, die waren auch nicht Teil einer Wette! Die waren ja auch nicht verarscht worden, so wie ich!

Nur für den Fall, dass ich heute noch nicht erwähnt hatte, dass ich ziemlich sauer auf Börje war, erwähne ich es jetzt gern noch einmal. Ich war stinksauer. Wie hatte ich auch nur eine Sekunde glauben können, der Typ hätte wirkliches Interesse an mir. Nein, er machte sich einen Jux daraus, mich etwas auflaufen zu lassen. Na herrlich! Und ich war auch noch so doof und ließ es mir gefallen.

„Was denn los, Marten“, wollte der freche Kerl auch noch allen Ernstes von mir wissen und sah mich mit seinen grünen Augen etwas irritiert an. Hallo? Hätte ich nicht der Irritierte von uns beiden sein sollen?

„Da fragst du noch? Du hast mit Djala ’ne Wette abgeschlossen, dass du mich um den Finger wickeln kannst. Los, verpiss dich, ich hab die Nase voll von dir, aber echt!“ Ich wand mich wieder meinem Wodka zu, der brav auf mich gewartet hatte und trauerte meinem armen, kleinen, guten Vorsatz nach, der ja nun leider schon über Bord gegangen und in meinem ersten Wodka ersäuft worden war. Ich konnte nur seiner Seele gnädig sein und noch einen auf ihn trinken, doch ich kam nicht dazu, weil Börje mich zu sich herum riss. Also Feuer hatte der Kerl ja, hätte man dem Barmädel gar nicht zugetraut!

„Bist du bescheuert? Die Wette lautete nur darauf, ob ich endlich mal den Mut habe, dich einfach so anzuquatschen. Du rennst ja immer weg, du willst doch gar nichts mit mir zu tun haben. Lädst mich zum Tanzen ein und verpisst dich einfach. Ich war gestern ziemlich sauer!“, erklärte er mir und drängte mich wieder nach hinten gegen die Theke. Ich war gezwungen, ihm in die Augen zu sehen und ich schluckte hart. Warum war ich nur versucht, ihm zu glauben? Doch ich konnte ja durchaus auch ein Esel sein, störrisch und unbelehrbar, also murmelte ich nur, dass er sich mal nicht so aufblasen solle, er wäre doch schließlich gut unterhalten worden, von all den Typen, die wie Scheißhausfliegen an ihm geklebt hätten.

„Das hab ich mir ja nun auch nicht gerade ausgesucht“, knurrte er mich an. Ob er auch nur den Hauch einer Ahnung hatte, wie rassig und lasziv das wirkte? Ja, doch. Ich glaube er wusste es. Spätestens als sich mein Schoß dichter an ihn drückte und er gar nicht umhin kam zu spüren, was ich wohl gerade dachte. Er schien zufrieden – und zwar ziemlich.

Er beugte sich wieder dichter zu mir und ich atmete erschrocken ein. „Warum bist du weggelaufen“, hauchte er mir ins Ohr. Ich hörte es durch die Musik kaum, sondern erahnte es nur, so wie sich die Lippen gegen mein Ohr bewegten. „Sag’s mir.“

Ich schluckte hart, was sollte ich sagen? Die Wahrheit? Damit er mich auslachte? Doch ich konnte meine Gedanken gar nicht so schnell zensieren, wie sie mir über die Zunge und die Lippen gehopst waren.

„Ich war eifersüchtig auf diese Idioten. Ich hatte keinen Bock, daneben zu stehen und zuzugucken, wie sie dich überall begrabschen“, sagte ich und Börje lächelte. Wow! Dieses Lächeln brachte mich immer wieder dazu, alles andere zu vergessen. Es gab nichts Besseres, als dieses Lächeln. Gar nichts.

„Das ist schön“, sagte er plötzlich zu mir und ich dachte, ich spinne. Sagte der Kerl mir gerade, dass es schön wäre, dass ich eifersüchtig war? Was sollte das denn?!

„Das wollte ich erreichen“, gestand mir Börje und ich starrte ihn fassungslos an. Er nippte an seinem Glas und schürzte kurz die Lippen. Ich merkte gar nicht, wie eine Hand in seine Hosentasche glitt, als er mir allerdings ein kleines Cellophantütchen in die Hand drückte, wurde mir heiß. „Lust auf einen richtigen Orgasmus?“, flüsterte er mir ins Ohr und seine Worte glühten sich bis in mein Hirn – langsam und aufreizend. Ich glaubte zu träumen. Das konnte er gerade nicht gesagt haben! Doch so wie Börje mich ansah, hatte er es sehr wohl so gemeint. Er hockte auf mir, bewegte sich fordernd gegen mich und die Typen um uns herum sahen uns schon grinsend an. Irgendwie war ich doch gerade im falschen Film – definitiv!

Ich kippte meinen Wodka runter, schob den Cocktail hinterher, doch meine Kehle blieb trocken, kratzig und rau. „Okay“, hörte ich mich nur sagen und Börje nickte zufrieden. Auch er leerte sein Glas und küsste mich noch einmal ausgehungert, während er von meinem Schoß glitt und mich bei der Hand packte. Langsam, mich immer weiter küssend, dirigierte er mich durch die Massen der Menschen, ich bemerkte kaum noch, wie sie uns anstarrten. Ich hätte mir sicher sein können, dass mindestens die Hälfte davon mich gern getötet hätte. Aber das war mir relativ egal. In meinem Kopf schoss gerade alles durcheinander und erst als ich die Tür zu den privaten Räumen sah, begriff ich was passieren würde.

Ich umgriff die Tüte in meiner Hand fester und kaum das die Tür hinter uns zuschlug, küsste ich Börje wieder ausgehungert. Der Abend lief irgendwie nicht so wie geplant, aber ich würde den Teufel tun und mich beschweren! Ich bekam, was ich wollte. Ich hörte meinen Puls deutlich hämmern, spürte das Blut in meinen Ohren. Es rauchte, es pulsierte, immer schneller und schneller, lauter, immer lauter.

Ich ließ alles um mich herum geschehen. Als ich das nächste Mal wieder wirklich etwas zu mir kam, hockte ich auf einem bequemen Stuhl und meine Hose war offen. In meinem Schoß lag ein roter Schopf und eine geschickte Zunge rieb über meinen Schwanz, aber vom Feinsten! Keinen Schimmer, woher Börje das konnte, aber er wusste wie man jemanden gezielt und schnell in den Wahnsinn treiben konnte.

Es dauerte keine Minute, da sah ich Sterne, mein Atem flog, mein ganzer Leib brannte. Doch anstatt erlöst zu werden, spürte ich den Gummi langsam über mich gleiten. Träge öffnete ich die Augen, weil ich mich auf das Fühlen auf meiner Haut nicht mehr verlassen konnte. Es kribbelte und prickelte überall, ich hatte das Gefühl, jemand setze sich auf meinen Schoß. Doch als ich die Augen öffnete sah ich, dass ich mich nicht getäuscht hatte. Der Anblick war der Hammer! Börje war nackt. Nur das lange, rote Haar floss ihm über den Leib wie Blut. Ich konnte nicht sagen, was mich mehr anmachte. Die heiße Enge, in die ich gerade geschoben wurde, oder der Körper, den ich in Händen hielt.

Nägel gruben sich in meine Schultern, als Börje mich langsam in sich trieb, der Kopf lag weit im Nacken, ich konnte ihm nicht ins Gesicht sehen. Doch als er verhielt und sich probeweise um mich verengte, suchte er plötzlich meine Lippen. An den Rest konnte ich mich kaum noch erinnern. Diese Enge, diese Hitze, die Zunge – ich hatte so was noch nie erlebt! Was nicht heißen sollte, dass dies mein erster Sex war. Oh Gott behüte, der war lange her – aber so intensiv, so verdammt geil war es noch nie gewesen. Vielleicht, weil ich selten One-Nights hatte, vielleicht weil ich noch nie eine Transe hatte, vielleicht aber auch, weil ich noch nie auf einen Kerl so scharf gewesen war wie auf ihn.

Keinen Schimmer, ich kann’s euch nicht sagen, aber als ich kam und spürte, wie auch er sich über meine Brust ergoss, war ich viel zu geschafft. Ich hatte kaum was gemacht, aber ich keuchte wie nach einem Marathon. Meine Knie zitterten, mein Körper bebte und auf meiner Schulter lag Börje und atmete hektisch. „Schon besser“, murmelte er nur und grinste schief. Doch ich kam nicht dazu, ihn an mich zu ziehen und ihn zu liebkosen, oder gar zu küssen. Er erhob sich einfach und zog sich an. Ich war gar nicht in der Lage zu reagieren, fragte ihn nur, was das denn nun sollte, ob es nicht gut gewesen wäre. Mit seinem bezaubernden Lächeln sah er mich an und zog sich mit einem gekonnten Hüftschwung die Hose hoch. Mir wurde ganz schwummerig bei dem Anblick und ich hätte ihn schon wieder bespringen können, aber ehrlich!

„Is' besser, wenn ich gehe, ehe ich mich verliebe“, sagte er mir mitten ins Gesicht. Ich war etwas überfahren.

„Warum das denn?“ Mein Atem ging noch immer schnell und hektisch. Ein paar der Worte verschluckte ich fast, doch er zog sich weiter an.

„Weil du mich nicht leiden kannst, Marten – deswegen!“

Hä?

Hallo?

Ich kannte diesen Kerl ein paar Tage. Okay, gestern war ich sauer gewesen, aber das war doch mit unserer wilden Knutscherei geklärt. Zumindest war ich bis eben davon ausgegangen.

„Stimmt doch gar nicht“, murmelte ich und entsorgte erst mal den blöden Gummi. Schließlich sah das ziemlich albern aus, wie ich da so hockte, mit einem Kondom über meinem schlaffen Schwanz. Mit einem geschickten Knoten flog es in die Ecke und ich sah Börje weiter an. Er schlüpfte in seine Boots, schloss die Riemen und sah von unten zu mir hoch.

Rrr! Verdammt sah das heiß aus. Aber seine Worte passten gar nicht zu diesem Bild: „Stimmt wohl, Marten Schiwitz, denn die Wurzel aus 109 ist nun einmal 10,440.306.508.910.6 und nicht nur 10,44“, sagte er und im nächsten Augenblick war die Tür hinter ihm zu. Ich saß in meinem Sessel, starrte die Tür an und versuchte alles zu begreifen. Wirklich alles. Zum Beispiel, dass Börje weg war und vor allem, was er gesagt hatte. Das konnte... das... das …

Mein Herz fing an zu rasen und meine Gedanken fuhren Achterbahn. Ich wusste nicht, was vorn oder hinten war, oben oder unten. Mir war heiß und meine Hände zitterten. Als ich endlich wieder zum mir kam, so richtig, zog ich mich hastig wieder an und rannte Börje hinterher. Ich musste wissen, woher er Sven kannte!

Woher wusste er, dass ich Dispute mit dem Typen hatte? Hatte dieser Sven ihm etwa alles erzählt? Das Naheliegendste weigerte sich mein Hirn zu glauben! Nein, ich selbst wollte es auch nicht denken! Börje war nicht Sven, verdammt – das konnte doch alles nicht wahr sein. Nein, das war nicht Sven, den ich gerade gefickt hatte, definitiv nicht! Das hätte ich doch gemerkt! Völlig surreal redete ich mir das ein.

Ich verging mich doch nicht an meinen Schülern, noch weniger an denen, die ich nicht gerade besonders mochte! Das war nicht Sven, das hätte ich gemerkt. Sie sahen sich doch gar nicht ähnlich! Verdammt – das wäre mir aufgefallen, da war ich mir sicher! Aber die beiden mussten sich kennen! Genau – das war’s! Sie kannten sich! Sie kannten sich und hatten geredet. Vielleicht war es sein Bruder oder Cousin. Ich weigerte mich zu akzeptieren, dass Börje auch ein schwedischer Name war. Dann stammten sie eben aus einer Familie, aber sie waren definitiv nicht ein und dieselbe Person.

Ich hetzte den Flur entlang und riss die Tür wieder auf. Lärm aus den Boxen hämmerte mir entgegen, doch mein Puls war noch schneller als der treibende Beat. Ich warf mich zurück ins Getümmel. Mein Blick suchte hektisch, doch ich fand Börje nicht. Verdammt, der konnte doch nicht einfach so etwas machen, so etwas sagen und sich dann verpissen, was dachte sich der Typ dabei?

Zum Glück fand ich ziemlich schnell Djala, was bei seiner Größe wirklich nicht schwer war und der grinste mich schon so wissend an. Prima! Das hatte ja schnell die Runde gemacht. Doch ich ging nicht weiter darauf ein, wollte nur wissen, wo der Kerl war.

„Börje, hat sich eben verabschiedet. Meinte, er müsse weg. Ich dachte, der wollte mit dir… also… war nicht so gut oder was?“ Djala sah mich fragend an, doch ich knurrte nur.

„So ein Arsch!“

Da hatte sich der Bastard doch wirklich aus dem Staub gemacht! Vielleicht erwischte ich ihn noch. Also hastete ich zum Ausgang, doch da war nichts zu machen – die kleine Gasse lag gänzlich leer und als ich den Ordner fragte, der im Dunkel lauerte, so erklärte er mir, dass er erstens Börje nicht gesehen hätte und zweitens das Personal einen eigenen Ausgang hätte.

Klasse!

Meine Faust sauste gegen die Hauswand, als ich mich dagegen lehnte. Das konnte doch alles nur ein böser Traum sein, ein widerlicher Alptraum. Doch so oft ich auch die Hand gegen den rauen Putz schlug, ich wachte einfach nicht auf.

Samstag … 13:45

Was für eine Nacht!

Ich weigerte mich noch immer, zu erwachen, denn ich wusste, wenn ich bei Bewusstsein war, würden die Kopfschmerzen anfangen, die Kopfschmerzen, die ich mir mit drei Flaschen Rotwein und einer halben Flasche Klaren gestern Abend noch eingetrichtert hatte.

Wow!

„Bloß nicht bewegen!“, lautete die Parole für heute. Die Augen wieder zu schließen war keine gute Idee, denn das Zimmer fing an, langsam – dann aber immer schneller – um sich selbst und um mich zu rotieren. Schneller und schneller und immer schneller. Nicht mal mit einem Bein auf dem Teppich bremsen half. Also stemmte ich das andere Bein angewinkelt fest in die Matratze. Meine Finger umklammerten zitternd die Streben vom Kopfteil meines Bettes. Wow – was für eine Höllenfahrt!

Kennt ihr das, wenn so langsam der Hass in euch hoch kommt? Auf euch selber? Weil ihr wider besseren Wissens doch bis zum Limit gesoffen habt? Ich jedenfalls war gerade an diesem Punkt angekommen. Mir war schlecht. Mein Mund schmeckte, als hätte ich an alten Socken gelutscht und als ich mir das auch noch bildlich vorstellte, aus welchem Grund auch immer, wurde mir dermaßen übel, dass ich dann doch mal – behände und flink – einen Abstecher ins Bad machen musste. Was mich dort ereilte, unterschlage ich euch mal lieber, das gehört weder hier her noch sonst wo hin. Wohl nicht mal in meinen Magen – aber ich schweife ab, wie ich gerade noch so merke.

Fuck!

Fuck! Fuck! Fuck!

Das war so ziemlich das einzige, zu dem ich noch in der Lage war. Fluchen – in allen Sprachen, die mir gerade einfielen. Es waren, in meinem Zustand, nicht gerade viel, was mich aber nicht daran hinderte, weiter zu fluchen. Mein Kopf war ein einziges Hammerwerk. Monoton und unaufhörlich hämmerte mir der Schädel – bumm, bumm, bumm. Immer wieder auf dieselbe Stelle. Mein Magen knurrte, doch schon der Gedanke an Essen reichte, um mich noch einmal im meinem Taumel dezent ins Bad abbiegen zu lassen. Mann, wenn das keine saubere Alkoholvergiftung war, was dann?

Und wofür das alles?

Langsam – Schritt für Schritt – kamen die Erinnerungen wieder. Sie hinkten noch etwas, taumelten, so wie ich taumelte. Wenigstens ging es ihnen nicht besser als mir, das gab mir schon mal wieder etwas Aufwind. Aber nur so lange, bis mir einfiel, was eigentlich passiert war – ich hatte einen meiner Schüler gefickt und zwar mit Leidenschaft und Hingabe!

Zack – schon war ich wieder im Bad. Nicht wirklich, weil mich der Gedanke anwiderte, sondern weil ich mich irgendwie vielleicht zu schnell bewegt hatte, oder so. Jedenfalls stand ich fünf Minuten später nur noch blass an die Tür meines Badezimmers gelehnt, starrte mich im Spiegel an und versuchte zu begreifen, woher Börje die Sache mit der 109 wusste.

Hey cool, ich war zwar besoffen, aber so was konnte ich mir noch merken. Da konnte man doch mal wieder sehen, was der Geist als lebensnotwendig erachtete. Wie auch immer. Ich beschloss erst einmal zu duschen. Nicht nur, weil ich mich fühlte wie ein Spritfass, sondern auch, weil ich insgeheim darauf hoffte, dass meine Lebensgeister, wo immer sie auch waren, sich von mir an das Tageslicht locken ließen.

Doch vergebens. Nach ein paar Minuten durfte ich feststellen, dass mir diese Plagen von Geistern heute wohl komplett die Zusammenarbeit verweigerten. Herrlich! Wie auch immer, ich trocknete mich ab, zog mir etwas an – alles allerdings sehr langsam und bedächtig, denn jede Bewegung, die mein armer Kopf machte, pulsierte durch meinen Leib und schmerzte wie Tausende von Nadeln.

Ich konnte mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so besoffen gewesen war. Ich konnte mich nicht einmal erinnern, was ich gestern zum Mittag hatte, was allerdings wiederum zeigte, dass es mit meinem Erinnerungsvermögen nicht wirklich weit her war. Alles an was ich mich erinnern konnte, war das unglaublich berauschende Gefühl mit Sven gevögelt zu haben. Sven Svenson, dem Kerl, den ich am wenigsten mochte. Zumindest hatte ich mir das immer eingebildet und was… Oh nein, bloß nicht denken oder alles was dazu tendierte. Nein.

Mein Kopf drohte zu explodieren – in Hunderte kleiner Teilchen, die sich lecker locker an meiner Tapete zu verteilen drohten.

Ich griff mir ein Röhrchen Kopfschmerztabletten, schüttete sie in ein Wasserglas und löste sie auf. Mal sehen, ob meine Kopfschmerzen gegen eine Doping-Ladung Aspirin ankamen? Wir wollten schon mal sehen, wer hier der Klügere war und nachgab. Ich jedenfalls hatte das nicht vor. Schließlich versuchte ich gerade alles zu verdrängen, vor allem, dass ich wohl einen meiner Schüler gefickt hatte!

Und warum war das eigentlich der einzige Gedanke, den ich fassen konnte?

Weil es verdammt geil gewesen war, das konnte ich nicht leugnen, selbst mit diesen Kopfschmerzen nicht. Es war der beste Fick seit langem gewesen, was sollte ich da noch groß leugnen? Aber weil nicht sein kann, was nicht sein darf, sollte ich davon schnell wieder runter kommen und das Wohlgefühl bei diesem Gedanken flink auf die Kopfschmerzen schieben. Wenn erst mal rauskam, was ich gemacht hatte, war ich meinen Job los!

Kommt schon Leute, lobt mich! Ich war nicht mehr im Verdrängungsmodus. Ich versuchte mir nicht einzureden, dass Börje nur Svens Cousin war oder dass die Wurzel aus 109 nur geraten war. Ich hatte mittlerweile verarbeitet, wen ich da auf meinem gierigen Schoß balanciert hatte.

Autsch! Hämmerte mir der Schädel.

Der Cocktail aus 10 Aspirin war auch einfach nur widerlich. Wo war das Problem, auch Kopfschmerztabletten mit einem angenehmeren Geschmack zu bedenken? Wie sollten die Dinger denn wirken, wenn sie einen zum Würgen brachten und so schneller wieder im Klobecken waren, als in der Blutbahn. Nein, keine Sorge. Ich war ein Mann, ich behielt sie, wo sie hin gehörten – lieber hing ich noch etwas der Tatsache nach, dass Sven und Börje sich so was von nicht ähnlich sahen.

Zwar verschwamm mir alles vor den Augen, aber ich war durchaus noch in der Lage mich an das eine oder andere zu erinnern. Zum Beispiel daran, dass Börje Beine vom Boden bis zum Hals hatte, die mir bei Sven noch nie aufgefallen waren. Übrigens standen Sven die grünen Augen besser als seine blauen und na ja. Die roten Haare. Ich fand sie heiß! Aber für einen Kerl nicht wirklich alltagstauglich und warum machte ich mir darüber eigentlich Gedanken? Das konnte doch nur an den Kopfschmerzen liegen. Konnten diese dämlichen Tabletten nicht langsam mal anfangen zu wirken?

Wie auch immer, nach dem Duschen und dem Tablettencocktail legte ich mich wieder hin und war überraschend schnell wieder eingeschlafen.

Sonntag... 12:19

Ya-hooo!

Als ich zu mir kam, hämmerte mir immer noch der Schädel. Aber nur noch dumpf. Es war nicht mehr wirklich schmerzlich, aber es war monoton und langanhaltend und nicht mehr penetrant. Dafür hatte ich einen Mist geträumt, das kann ich euch gar nicht erzählen – denn mein Lieblingsschüler tauchte darin auf, nackt und lüstern schob er sich über meinen Schoß. Soweit ich mich erinnern konnte, hatten wir in meinem Traum so ziemlich jede Stellung durchgenommen, die mir spontan eingefallen war. Ich staune über mich selber, zu was für akrobatischen Gewaltakten ich noch fähig war. Dass Sven – alias Börje – damit keine Probleme hatte, wunderte mich fast gar nicht.

Warum?

Weil Börje in meinen Augen einfach perfekt war. Dieser Mann hatte alles, was ich suchte. Nein, ich suchte keine Transe mit roten Haaren, aber der Kerl hatte einen Körper, nach dem man(n) sich die Finger leckte, ich eingeschlossen und er war frech, so richtig frech! Er ergriff die Initiative und kam zur Sache, ziemlich schnell, wenn ich mich da unter Schmerzen dran erinnern konnte.

Na ja, was soll ich lange drum herum reden? Der Quicky mit ihm war gut! Er war richtig gut gewesen! Ach scheiße – was heißt hier gut? Ein Buch ist gut, ein Bonbon schmeckt gut. Die Nummer mit diesem Kerl war einfach nur geil!

Und wäre Sven nicht mein Schüler, ich würde ihn mir greifen und immer wieder rannehmen! Wie sagte man so schön? Junge Hengste ließen sich noch zureiten. Aber hey – nicht wenn ich dem Kerl in meinem Matheunterricht ins Gesicht sehen musste! Wie sollte ich das denn, wenn ich mich nur an seine lustverhangenen Augen erinnern konnte und an sein leidenschaftliches Stöhnen?

Mal davon abgesehen: Unzucht mit Schutzbefohlenen war kein Kavaliersdelikt. Egal ob er mich nun heiß gemacht hat oder nicht, ich hätte ja nein sagen können. Ja okay, Leute. Ich höre euch schon wieder. Ja, ja – du und nein sagen, bei so einem Kerl!

Ich geb's ja zu, ich war vorgestern zu gar nichts mehr in der Lage, seit er mir in die Hose gefasst hat und mein Zweithirn zum Ersthirn geworden war – aber ich hätte euch mal in der Situation erleben wollen. Klar, hinterher ist man immer schlauer – aua! Von wegen: die Kopfschmerzen waren weg, sie hatten sich nur so lange versteckt, bis ich wieder anfing mein Ersthirn zu benutzen. So was Hinterhältiges. Aspirin und zwar schnell!

Vielleicht sollte ich auch einfach nur aufhören, mir über den Bauch und den Schritt zu streicheln, aufstehen und duschen? Seit anderthalb Tagen lag ich in diesem Bett und hatte mich nicht wirklich am Leben beteiligt. Es wurde Zeit, dass ich mal wieder versuchte mich daran zu erinnern, wie Leben eigentlich funktionierte. Morgen wartete schließlich ein weiterer Schultag auf mich.

Doch alles an was ich denken konnte war: warum hatte ich mich so besoffen, dass ich gestern Abend nicht ins Boyz ‘R’ uz hatte gehen können. Na, wenn ich sonst keine Probleme mehr hatte?

Öhm... doch, hatte ich. Aber ich war ein Künstler im Verdrängen, ich war ein begnadeter Virtuose im Übersehen und ein Meister im Ignorieren. Also übersah ich einfach alle Probleme, die sich gerade vor mir türmten und erwischte mich doch allen Ernstes unter der Dusche dabei, wie ich schon wieder diese Hammer-Nummer in jeder Einzelheit in Slow-Motion ablaufen ließ. Jede Sekunde davon war es wert gewesen, sie zu genießen!

Jeder Zungenschlag, egal wo an meinem Körper, jede Berührung und dann die Hitze... und dann… diese Enge... und dann eine ziemliche Sauerei an meinen Badezimmerfliesen, die ich ziemlich peinlich berührt und schwer keuchend mit der Dusche entfernte.

Also langsam machte ich mir selber Angst, ich war ja zu gar nichts mehr zu gebrauchen!

Die Hände sollten mir abfaulen dafür, dass ich doch allen Ernstes wegen einem meiner Schüler masturbierte. Das durfte doch alles nicht mehr wahr sein. Konnte ich noch tiefer sinken?

Nein, das war eine rhetorische Frage, ich möchte von euch darauf keine Antwort, okay?

Gönnt mir mein letztes bisschen Würde. Um es zu wahren und zu mehren zog ich mich nach dem Duschen an, räumte die leeren Flaschen und Tetrapacks weg und versuchte mich an so banalen Dingen wie essen und geradeaus laufen. Ich hatte mir das irgendwie einfacher vorgestellt.

Aber nun gut – um die ganze Sache mal abzukürzen. Die Bilder tanzten noch immer vor meinen Augen, ich konnte kaum gerade aus laufen, ohne einen Türstock mitzunehmen. Egal wie scharf ich auf Börje – ich weigerte mich ab jetzt einfach, ihn Sven zu nennen, das verlangte mein Gewissen – auch war, ich bekam keinen Fuß vor die Haustür und schlief vor dem Fernseher ein.

Würde war wohl ausverkauft und bekamen wir diese Woche auch nicht mehr rein! Ich musste wohl lernen, ohne zu leben.

Montag... 6:01

Mein Wecker klingelte, ich zog es vor, ihn zu ignorieren.

Montag... 7:00

Mein Wecker lärmte immer noch, ich begriff langsam, wo ich war und warum ich da war und wo ich eigentlich sein sollte und kam ins Rotieren. Immer noch mit verschwommenen Farben und immer noch mit verklärtem Blick. Von den Kopfschmerzen und dem Pelz auf meiner Zunge mal ganz zu schweigen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meinem Zustand einen neuen Rekord im Bad aufstellen konnte, aber ich konnte.

Der Trick dabei war: das Hirn ausschalten und einfach den Körper machen lassen. Als ich mich dann doch mal wieder mit meinem Hirn dazwischen schaltete, war ich geduscht, angezogen, hatte Kaffee und Müsli intus und war gerade mit meinem Fahrrad – noch etwas wacklig und hoffend, dass mich keiner von denen in grün anhielt – auf dem Weg zur Schule.

Zwar blieb zu bezweifeln, dass ich in meinem angeschlagenen Zustand wirklich unterrichten konnte, aber ich konnte ja erst mal so tun als ob. Viele meiner Schüler taten das auch. Sie beherrschten keine höhere Mathematik, aber so tun als ob, konnte einen immer noch auf eine Vier retten – und wie hieß es immer? Vier ist bestanden, bestanden ist gut und gut ist zwei. Also, warum sollte das bei mir nicht auch klappen? Nur heute.

Ich weiß, gerade gab ich ein ziemlich jämmerliches Bild ab, keine Vorbildfunktion und gar nichts, aber wartet mal ab, was ich für ein jämmerliches Bild abgab, als ich erfuhr, dass meine 9c auf Klassenfahrt war, die einzige Doppelstunde des Tages ausfiel und mir bewusst wurde, dass ich gut und gern noch ein paar Stunden hätte schlafen und ausnüchtern können?

Bemitleidenswert – doch es bemitleidete mich keiner wirklich. Das Lehrerzimmer war leer, die Gänge zum Glück auch. Also griff ich mir einen Kaffee aus dem Automaten und eine Zigarette und versuchte auf dem Schulhof etwas zu mir zu kommen. Ein Schulhof konnte durchaus ein Ort der Ruhe sein, sofern die Schüler in ihren Klassen saßen. Diese Erfahrung machte ich gerade und konnte das nicht mal richtig genießen.

Peinlich, als ich meine Zigarette anmachte, zitterten meine Finger noch immer. Das musste doch irgendwann mal wieder aufhören! Zwar hatte ich euch schon erklärt, wie das mit guten Vorsätzen bei mir so war und dass die armen Dinger bei mir keine Überlebenschance hatten, aber einer von denen war so blöd und kam wirklich zu mir, also fasste ich ihn und beschloss: nie wieder Alkohol. Mal sehen, wie lange der kleine, niedliche Vorsatz bei mir dieses Mal überlebte. Ob er mindestens eine Woche alt wurde?

Ich war mittlerweile bei der dritten Zigarette und dem vierten Kaffee und sah wieder langsam klare Formen. Eine Form war groß, männlich, blond und lief über den Schulhof, als würde er definitiv nicht hierher gehören. Ob er der Lover einer unserer Oberschülerinnen war? Dann hatte er sich aber ganz schön in den Pausenzeiten vertan. Na ja, muss ich zu der Haarfarbe noch was sagen? Nicht wirklich, oder?

Schien sich zu langweilen, denn er schlenderte auf mich zu. Dann guckte er mich an, grinste und winkte.

Hallo? Alles senkrecht?

„Ja hallo, was machst du denn hier?“, sagte der Kerl auch noch zu mir und ich musste geguckt haben wie ein alter Bus, denn er fing an zu lachen.

„Sorry, sollten wir uns kennen?“, fragte ich also ziemlich plump. Zu Konversation der gehobenen Form war ich heute definitiv noch nicht in der Lage. Ich war froh, dass das Nötigste klappte und ich gerade noch so schmerzfreie Hauptsätze konstruieren konnte.

„Ich glaube schon“, sagte der Kerl auch noch und kam immer näher. „Denk dir die Haare lang und schwarz, anstelle der Jeans einen kessen Minirock. Dazu High-Heels und ein Tablett.“ Zur Untermalung seiner Worte machte er eine Geste, als würde er ein Tablett tragen und wenn ich auch zu nichts in der Lage war, außer zu den lebenserhaltenden Maßnahmen, das konnte ich mir vorstellen und ich riss die Augen auf.

„Djala?“

Der Unglaube sprach mir aus jeder Pore meines Körpers. Djala lachte nur.

„Japp, aber du kannst mich auch Frank Filisiak nennen, wenn ich Turnschuhe anhabe.“ Er grinste, zeigte seine Turnschuhe und setzte sich dann zu mir auf die Bank. Ich musterte ihn erst einmal – nein, ich hätte ihn definitiv nicht erkannt, aber das war nichts Neues, den lieben Sven hatte ich ja auch nicht erkannt.

„Was willst du hier?“, fragte ich ihn und er sah mich undeutbar an. Das hatte ich gerade noch gebraucht. Ich wusste selber, dass ich heute Morgen nicht gerade wie das blühende Leben wirkte, da musste der mich nicht noch so angaffen.

„Ich suche eigentlich Sven, hast du ihn gesehen?“, fragte mich Frank doch allen Ernstes. War der Kerl lebensmüde? Seiner Existenz überdrüssig? Mich ausgerechnet das zu fragen? Doch ich versuchte schweren Herzens nicht wieder zu explodieren, das hatte mir noch nie Glück gebracht, sondern sagte nur mit zusammengebissenen Zähnen: „Nein... und es interessiert mich auch nicht“, konnte ich mir dann doch nicht verkneifen und biss mir zur Strafe auf die Zunge. Scheiße, das tat weh! Und wie!

„Wie? Interessiert dich nicht? Es interessiert dich nicht, wo Börje ist?“, hakte er auch noch nach – Djalas Art, in Wunden zu stochern, hatte ich bereits seziert, oder? Hatte ich da auch erwähnt, dass mich das bei Frank genauso ankotzte? Nein? Ich hole es gern nach. Frank ging mir nämlich mit seiner blöden Fragerei ziemlich gegen den Strich.

„Hab ich doch gerade gesagt, oder?“, knurrte ich Frank also an und zündete mir noch eine Zigarette an.

„Hör doch auf, mit dem Mist, Marten. Das kannst du mir doch nicht...“

„Doch“, platzte ich nur patzig zurück. War ich mit dem Kerl schon mal Schweinehüten, dass der mich plötzlich beim Vornamen nannte? Süßer war ja noch okay, aber Marten hatte mich nicht jeder zu nennen. Aber gut, ich war großmütig, ich sah darüber hinweg, über seine Worte allerdings weniger. „Doch das kann ich. Lass mich mit dem Kerl bloß zufrieden. Verarscht mich und macht sich dann auch noch einen Jux daraus.“ Ich merkte, wie ich mich in Rage redete und Franks Einwürfe trugen auch nicht gerade dazu bei, dass ich mich wieder beruhigte.

„Marten, belüg dich doch nicht selber. Ich hab euch gesehen – ihr müsst nur im gleichen Raum sein und die Luft ist wie elektrisiert, es knistert und es prickelt überall. Du kannst es nicht abstreiten, das gespürt zu haben.“

Boah – wo waren wir denn? In der Grundschule? Erste große Liebe? „Aber für ein bisschen Prickeln wirft man nicht einfach so Leben und Karriere weg, Frank, geht das in deinen Kopf nicht rein?“ Ich versuchte es einfach mal im Guten. Vielleicht begriff er ja und ließ mich in Ruhe?

Aber ich hatte da wohl nicht mit Franks Hartnäckigkeit gerechnet. „Mann, du sollst doch nicht dein Leben wegwerfen“, sagte er und ich hörte mich gleich sagen: „Hallo? Ich weiß ja nicht wie viel er dir erzählt hat, aber der Kerl ist mein Schüler! Ich habe einen meiner...“ Ich drosselte die Stimme, das musste jetzt echt nicht jeder hören.

„Ich habe einen meiner Schüler gefickt. Was glaubst du, was mir blüht, wenn das raus kommt? Wenn seine Eltern mich anzeigen? Ich bin meinen Job los! Unzucht mit Schutzbefohlenen!“ So Blond konnte ja selbst Frank nicht sein, um das nicht zu begreifen – doch ich wurde eines Besseren belehrt. Er war so blond. Okay, zur Rettung seiner Ehre musste ich sagen, er versuchte einfach die andere Seite zu sehen.

„Marten, in drei Monaten hat er sein Abi und ist raus aus der Schule. Du suchst doch gerade nur Ausreden!“

Jetzt wurde der Kerl auch noch frech! Ich knurrte und schüttete meinen vierten Kaffee runter, der leere Becher landete zielgenau neben dem Eimer, der gleich neben der Bank stand.

„Ausreden?“, zischte ich. „Verdammt, Frank, wie soll das werden? Wenn irgendwann rauskommt, dass ich schwul bin...“

„Willst du dich etwa dein Leben lang verstecken?“, fragte mich Frank mitten ins Gesicht und irgendwie tat diese Feststellung weh. Keinen Schimmer warum, nicht so wie die rasenden Kopfschmerzen der letzten Tage und der innere Drang zu sterben und es hinter sich zu bringen. Es tat einfach nur weh, in mir drinnen. Doch ich würde den Teufel tun und das zugeben. Aber Frank gab nicht auf. Der Kerl hatte wohl – an was auch immer – Blut geleckt und bohrte immer weiter.

„Wie soll das werden, Marten? Am Tag den perfekten Hetero-Lehrer spielen und nachts in Bars ’n schnellen Fick suchen? Sollen so die nächsten 30 Jahre laufen? Verdammt, Marten, mach was du willst, aber Sven leidet! Er kommt nicht zur Arbeit, nicht zur Schule... er ist doch...“

„Es interessiert mich nicht, was er ist“, brüllte ich Frank an, doch dann drosselte ich wieder meine Stimme. Der Kerl regte mich auf und zwar richtig! „Arbeit! Das ist doch keine Arbeit, das macht der doch aus Jux! Der Kerl hat Kohle wie Heu, der braucht doch das Geld nicht! Aber ich, verstehst du? Ich kann meinen Job nicht einfach so riskieren!“

Doch Frank sah mich nur fassungslos an und schüttelte den Kopf. „Wie kommst du denn auf den Mist? Sven braucht die Kohle wirklich. Er arbeitet nicht bei Vincent, weil er so scharf drauf ist, jeden Tag betatscht zu werden, sondern weil er das Geld braucht, um hier bleiben zu können, du Arsch... Schnauze, Marten, jetzt rede ich!“, fuhr er mir einfach über den Mund, als ich intervenieren wollte.

„Seine Eltern gehen nächstes Jahr zurück nach Schweden und sie sind dagegen, dass er alleine hier bleibt. Aber er will und deswegen spart er das Geld, wo er nur kann, er will hier bleiben, bei dir, du Volldepp – auch wenn ich langsam echt nicht mehr verstehe warum, aber der Kerl liebt dich. Schon länger übrigens!“

Peng!

Das saß. Ich muss geguckt haben wie eine Kuh, wenn’s blitzt. Der tat bitte was? Der... mich? Nee, oder?

„Bitte?“, war alles was ich über die Lippen brachte und das war für Frank wieder ein gefundenes Fressen. „Ja, du Idiot. Er liebt dich. Und du bist auch scharf auf ihn, Marten. Lüg mich nicht an. Ich seh' doch die Gier in deinen Augen, wenn du ihn nur ansiehst. Den kleinen runden Hintern, die ellenlangen Beine. Die vollen Lippen. Na?“ Frank sah mich provozierend an und ich knurrte nur. Seine direkte Art ging mir langsam echt auf den Geist!

„Was ist an Sven jetzt anders als an Börje? Okay, von den Klamotten mal abgesehen.“

Ich sah Frank eine Weile an, so blöd sah er gar nicht aus. Warum begriff er nicht des Pudels Kern? „Einer davon ist mein Schüler und wenn es raus kommt, dann...“

„Oh Marten. Ich kann’s echt nicht mehr hören!“ Frank erhob sich und sah mich noch einmal von oben herab an. Nicht nur bildlich gesprochen, er sah wirklich auf mich nieder und verzog verächtlich die Lippen. „Schüler, Schüler. Sing mal ein anderes Lied. Du bist doch nur feige, eine totale Flasche!“ Dann wandte er sich um, und mit einem „tschüss“ ging er einfach.

Ich wusste im ersten Moment gar nicht, was ich sagen sollte. Ich? Feige? Eine Flasche?

„Hey, wo willst du hin?“, rief ich ihm hinterher, für mich war das hier noch nicht beendet. Für ihn schon, denn er wandte sich nicht einmal um, als er sagte: „Den Scherbenhaufen kitten, den du mit deiner Feigheit geschlagen hast!“

Na prima, reichte es nicht, dass ich mich wegen meinem Alkohol-Exzess mies fühlte? Musste man mir da auch noch den schwarzen Peter zuschieben? Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen – schon gar nicht, wenn meine einzigen beiden Stunden heute ausgefallen waren und ich den Rest des Tages nicht wirklich etwas zu tun hatte. Ohne zu wissen warum, erhob ich mich, schnipste meine Kippe beiseite und folgte ihm. „Warte, ich komm mit.“

Montag... 10:12

Tja, da standen wir nun und ich hatte keinen Schimmer was ich eigentlich hier wollte. Eigentlich war doch nur mein Ego an allem Schuld, das vor Frank nicht wie der totale Verlierer hatte dastehen wollen. Und nur weil mein Ego das wollte, stand ich nun hier wie der Dorfdepp. Frank neben mir drückte einfach auf die Klingel, ohne mich vielleicht mal zu fragen, ob ich bereit bin. Nein, es interessierte hier keinen, ob ich so weit war, als die Tür aufging, hatte ich einfach so weit zu sein.

Frau Svenson öffnete uns und als sie mich sah grüßte sie höflich. Frank wurde etwas herzlicher empfangen, er schien schon öfter hier gewesen zu sein.

„Herr Schiwitz, was verschafft uns die... oh Sven.“ Und schon wurde die Tür weiter aufgerissen und ich stand ihm gegenüber.

Sven.

Die Haare verstrubbelt, als käme er gerade aus dem Bett. Dazu nur eine kurze Schlafshorts und ein Shirt. Ich kam also nicht umhin, die langen Beine mal wieder zu bemerken. Als er mich sah wurde er blass und trat in einem Reflex einen Schritt zurück. Doch Frank grinste ihn nur an. „Na, Alter, wir wollten mal gucken, wie es dir geht. Hab gehört, du bist krank!“, sagte er und riss mich so aus meiner Erstarrung. Doch sagen konnte ich immer noch nichts.

„Har du gjort något, Sven10?“

„Nej, mamma, men lämma oss11.“

„Är det säkert att du inte hargjort något12?“

„Ja visst, mamma, det är privat. Det är något vi måste klara upp13.“

Ich verstand kein Wort und Frank, wie es schien, auch nicht. Schwedisch war eben nicht Schulstandard. Wie auch immer, ehe ich mich jetzt im Für und Wider deutscher Lehrpläne verlor, folgte ich lieber Svens Einladung. Nach Frank betrat ich das Haus. Sven schloss die Tür hinter uns und schweigend ging er eine Treppe hinauf, wir folgten. Ich hatte mal wieder die Chance festzustellen, dass er verdammt gut gebaut war! Vor allem der neckische Hintern, der vor meiner Nase tanzte. Doch ich stöhnte nur lautlos auf, als ich mich schon wieder dabei erwischte. Verdammt, der Kerl war mein Schüler!

Lecker, verlockend, aber immer noch mein Schüler. Der Klugscheißer, den ich nicht mochte! Doch das brachte gar nichts, diese Beine und der Hintern sprachen einfach für sich.

„Kommt rein“, murmelte Sven, als er sich auf seiner Couch nieder ließ. Natürlich dachte er gar nicht daran, sich etwas über zu ziehen – warum auch! Wäre ja zu einfach gewesen. Mein Gott! Wer hasste mich nur so sehr?

Als würde ein halb nackter Kerl nicht reichen, war auch sein großes Doppelbett völlig verwühlt. Es schrie doch regelrecht, man solle hineinkriechen und Spaß haben. Hörte das denn außer mir keiner?

„Was wollt ihr hier? Ich habe einen Krankenschein, der wurde heute Morgen im Sekretariat abgegeben!“, knurrte Sven und vermied es, mich anzusehen. Tja, Bürschchen – zu spät! Das Ei war gepellt!

„Also, ich bin hier, weil ich mal sehen wollte, was du so machst“, sagte Frank und stieß mich an. „Und du?“

„Nur so“, kam es über meine Lippen. Was sollte ich auch sonst sagen? Ich bin hier, weil ich kein Feigling sein wollte? Na wie klang das denn? Da klang ja „nur so“ eindeutig besser!

„Aha“, machte Sven nur, wenn ihr mich fragt, ziemlich teilnahmslos. „Frank, du hast gesehen, was ich mache, du kannst gehen!“, schob Sven noch hinterher und ich sah ihn eindringlich an. Was wurde das denn?

„Nee, Süßer, nichts da. Der Marten labert heute nur Mist. Ich bin hier, um euch beide mal locker mit den Köpfen zusammenzuschlagen, wenn er wieder Mist redet!“, sagte Frank und amüsierte sich gerade sichtlich und prächtig. Wohlgemerkt, auf unsere Kosten, was ich wiederum weniger prickelnd fand.

„Frank“, knurrte Sven. Ob es Absicht war, dass seine Stimme dabei so verlockend rauchig klang?

„Was denn, mein Schatz“, flötete der Blonde neben mir nur und ich seufzte innerlich. Das konnte ja noch was werden.

„Frank, was kostet es mich, dass du gehst?“, versuchte es Sven vergeblich, denn Frank grinste nur.

„Nein, Süßer, um nichts auf der Welt lasse ich mir diese Eierei, die jetzt folgen wird, entgehen. Und glaube mir, ich werde euch oft mit den Köpfen zusammen schlagen!“ Frank wurde mir langsam aber sicher extrem unsympathisch, ob das an seinem fiesen Grinsen lag oder daran, dass Sven so bemitleidenswert drein blickte, wusste ich selber noch nicht.

Ich betrachtete mir Sven genauer. Er hatte die Knie angezogen und die Arme darum geschlungen. Man konnte ein paar der feinen Muskeln spielen sehen. Schade, dass so was immer unter einem Anzug verborgen wurde. Oh mein Gott! Was dachte ich denn da?! Gut, dass so was immer unter einem Anzug verborgen wurde, wollte ich doch sagen... denken... was auch immer.

Merkt man, dass ich gerade ziemlich verwirrt und aus dem Konzept war? Und in dieser Verwirrung erwischte mich Svens Frage eiskalt.

„Was willst du noch hier? Ist doch alles geklärt?“

Geklärt? Nichts war geklärt – er hatte sich von mir ficken lassen, hatte mir zu verstehen gegeben, wer er war und war auf nimmer Wiedersehen verschwunden!

„Hab mir Sorgen gemacht!“, sagte ich also völlig überrumpelt und Frank grinste, applaudierte mir und ich kam mir so albern vor. Vor allem, weil Sven mich ansah und schief grinste. Was sollte das?

„Siehst du, Süßer“, fing Frank wieder an, „er hat sich Sorgen um dich gemacht! Ist doch lieb von Marten, oder?“

Oh, da musste ich dazwischen, nicht dass hier noch etwas falsch verstanden wurde! „Ich bin sein Lehrer, ich muss mir Sorgen machen!“, sagte ich und Sven schoss gleich zurück, dass das nicht notwendig wäre und ich gern wieder gehen könne. Ich hätte ja gesehen, dass er nicht tot wäre!

Ich konnte gar nicht so schnell reagieren, wie ich erst eine große Hand in meinem Nacken spürte und dann einen hämmernden Schmerz in meiner Stirn! Und ich war doch so froh gewesen, dass der Exzess-Kopfschmerz endlich müde geworden war!

„Aua - Frank, du Wichser!“, brüllte Sven und hielt sich den Kopf. Erst da begriff ich, dass Frank seine Drohung wirklich wahr gemacht hatte.

„Ich hab doch gesagt, wenn ihr Mist redet, knall ich euch in die Realität zurück. Na wie war das?“ Und dann lachte der Vogel auch noch! Ich hätte ihn am liebsten gewürgt, wenn ich mich hätte bewegen können, ohne dass mir der Schädel explodierte! Vorsorglich setzte ich mich weiter weg – genau wie Sven. Noch mal musste das wirklich nicht sein.

„Arsch“, murmelte Sven nur. „Außerdem war das mein Ernst. Mein Herr Lehrer hat gesehen, dass es mir gut geht. Jetzt kann er wieder... Frank, Pfoten weg. Verdammt. Warum hört mir keiner zu?“, knurrte Sven.

„Weil du Mist redest, Süßer. Du bist scharf auf ihn, du hast alles in Bewegung gesetzt, um ihn zu kriegen und jetzt? Hallo? Da sitzt er! Reiß ihm die Klamotten runter, vögelt euch den Verstand raus, aber lasst mich mit der Schüler-Lehrer-Scheiße endlich zufrieden. Ihr feigen Hühner... boak... boak, boak, boak!“, imitierte der Kerl jetzt auch noch ein Huhn und ich wurde wirklich wütend.

Ich kam mir so verarscht vor. Doch ich hatte Angst, mein Gesicht zu verlieren, wenn ich einfach aufstand und ging. Na ja, ich gebe zu: ich hatte nicht nur Angst um mein Gesicht. Frank hatte schon Recht. Meine Gedanken drehten sich nur noch darum, Sven diese paar Klamotten runter zu reißen und ihn da drüben gepflegt in seine eigene Matratze zu drücken. Aber da blieb immer noch ein Thema, egal wie sehr Frank es verkleinerte und verniedlichte, das über uns beiden stand.

Wenn es rauskam, dass ich mit meinen Schülern ins Bett ging, dann konnte ich meine Karriere als Lehrer vergessen. Dann würde mir keine Schule in diesem Land mehr eine Chance geben! War es das wert?

„Frank – halt einfach die Klappe. Marten, hat Recht. Das gibt nur Ärger. Was hast du dir dabei gedacht, ihn einfach hierher zu schleifen?“, sagte Sven. Er klang so resigniert! Er hatte gar nichts mehr von Börje, keine Streitlust, nicht das freche Glitzern in den Augen und... nein, das gefiel mir nicht.

„Oh Mann, zwei Hornochsen wie euch habe ich echt noch nicht erlebt. Das knistert total! Ihr passt so gut zusammen – aber nein... Idioten, beide!“ Frank sprang auf und lief durch den Raum. Ich sah Sven an, er sah mich an. Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll, aber als sein Körper leicht zuckte, zuckte meiner auch und im nächsten Augblick hatte ich ihn unter mir auf der Couch begraben und schob ihm meine Zunge bis in den Hals. Verdammt, das hatte ich vermisst!

Meine Finger stahlen sich unter das Shirt, meine andere Hand drängte seine Shorts tiefer und seine Finger waren auch nicht gerade untätig. Ich hörte Frank noch von ferne, er murmelte irgendwas von „euch kann man echt nicht den Rücken zudrehen“ doch er wirkte sichtlich zufrieden – aber wohl lange nicht so zufrieden wie ich!

Was weiter geschah, weiß ich kaum noch. Ich wurde in einen Taumel aus Farben, Gefühlen und Emotionen gezogen. Immer tiefer und tiefer. Ich kam erst wieder zu mir, als ich Wellen der Lust über mir zusammenschwappen spürte und langsam die Gier und die Leidenschaft aus mir floss, während meine Hände sich in die Laken von Svens Bett krallten und er mich immer wieder hastig küsste. Das lustgetränkte Stöhnen an meinem Ohr, als ich ihn über die Klippe schubste, ließ mich folgen.

Montag... 16:32

„Verrätst du mir was?“, fragte ich Sven nach einer ganzen Weile, in der ich mich auf seiner Brust zusammengerollt hatte. Seine Arme hielten mich fest, so als würde er mich nie wieder gehen lassen wollen. Es tat irgendwie gut, ich wusste selber nicht warum. Seine Finger malten Bilder auf meinem Rücken, Kreise, Sterne.

Er lachte leise. „Was willst du wissen?“, fragte er mich und ich stützte mich über ihm auf, um Börje in die blauen Augen zu blicken. „Zum Beispiel, warum du... seit wann? Ich meine...“ Oh mein Gott. Wie hörte ich mich denn an? Ich stammelte sinnlos vor mich hin, wie ein kleines Mädchen. Verdammt, ich war doch ein Mann und ich wusste was ich wollte und ich wollte wissen, warum ich nicht gemerkt habe, dass so ein Kerl scharf auf mich ist. Davon mal abgesehen, dass er mein Schüler war, ich hätte doch so ein Exemplar nicht übersehen, wenn es mich wirklich gewollt hätte!

„Du willst wirklich, dass ich dir das sage?“, fragte er mich und grinste auch noch frech. Na Hallo? Würde ich fragen, wenn ich es nicht wissen wollte? Doch ich spielte mit.

„Ja, ich will es wissen... was kostet mich das?“

„Wie wäre es mit einem Kuss auf den Bauch? Ich könnte mich dann schon überreden lassen, dir ein paar informative Brocken vor deine Füße zu werfen.“ Dabei lachte der fiese Kerl auch noch! Als würde das nicht reichen, bog er den Rücken durch und rieb seinen Bauch an meinem. Dass dabei mein Schwanz über seine Schamhaare strich war doch sicher pure Absicht! Der Kerl war ja wohl mit allen Wassern gewaschen.

„Lass das!“, knurrte ich ihn an und biss ihm in die Schulter. Die lag gerade so appetitlich herum, doch das brachte Sven nur dazu, sich noch intensiver gegen mich zu bewegen.

„Also willst du es nicht wissen“, flüsterte er, als ich ergebend meinen Kopf in seine Halsbeuge fallen ließ.

„Fieser Kerl!“

Doch das interessierte Sven nicht wirklich, er reizte mich weiter und ich atmete tief durch. Es brauchte keine Minute und ich war wieder scharf auf ihn – das war definitiv nicht normal! Um nicht gleich wieder wie ein brünstiger Stier über ihn herzufallen, ließ ich mich einfach neben ihm ins Bett fallen, achtete aber darauf, dass mein Lieblingskörperteil nicht sinnlose Zelte in Camping-Verbots-Zonen baute. Sven kratzte an meinem Ego, ich wollte mich nicht vor ihm bloßstellen.

„Willst mich nicht küssen, hm?“, fragte er mich plötzlich und sah mich an. Ich drehte den Kopf und konnte Sven wieder in die Augen sehen.

„Ich will eine Antwort. Aber wenn ich dir den Bauch lecke, mein Lieber, dann bin ich mir selber nicht sicher, ob ich dir nicht gleich noch einen blase und dann wieder über dich herfalle und du vergisst mir zu antworten“, erklärte ich ihm und es war das erste Mal seit langem, dass Sven nicht wusste, was er sagen sollte. Doch leider hielt das nicht lange an.

„Und wenn ich verspreche, nicht hart zu werden, egal wie sehr du dir 'n Wolf saugst?“, fragte er frech und ich schlug mir vor den Kopf. Danke – ich war am Ende. Egal was Sven noch vorhatte, ich würde nur noch folgen. Ich hatte ihm einfach nichts mehr entgegen zu setzen, denn er war wirklich mit allen Wassern gewaschen. Als er auch noch neben mir lachte, konnte ich nur noch knurren.

„Du bist süß, Marten“, flüsterte er irgendwann ganz dicht neben mir. Er musste meine kurzzeitige Blindheit ausgenutzt haben, um sich an mich heran zu schleichen. Nun lag er an meiner Seite und strich mir sanft über die Wange. Das war verdächtig, das passte so gar nicht zu dem Bild, das er bis eben noch vermittelt hatte. „Wenn ich mich nicht schon am ersten Tag in deiner Klasse in dich verliebt hätte, ich würde es jetzt tun“, sagte er und ich blickte ihn fragend an.

„Erster Tag?“

Sven nickte nur und setzte sich auf. Wow! Was für ein Anblick. Und dann hockte sich der Kerl auch noch im Schneidersitz direkt vor meine Nase. Hatte der denn gar kein Schamgefühl? Apropos Scham... er war überall blond und... groß... und lecker! Ich bemerkte mein ungebührliches Verhalten erst, als ich mir die Lippen leckte beim Starren und er anfing zu lachen und meinen Blick mit der Hand zu seinen Augen korrigierte.

„Das ist unhöflich, Marten“, stichelte er und ich knurrte nur und stopfte ihm das Kissen auf den Schoß, denn sonst war ich einfach nicht in der Lage, mich ausschließlich seinem Gesicht zu widmen. Nicht dass es nicht schön gewesen wäre, das hatte ich euch ja schon gesagt, oder? Aber... Untenrum war er auch ziemlich... schön. Oder ich war einfach nur geil wie ein läufiger Köter. Aber das Resultat war das gleiche.

„Wenn du doch in mich verliebt warst… Warum hast du mich dann so blamiert?“, knurrte ich ihn an, als Sven – entgegen meiner Erwartung – das Kissen ließ, wo es war und sich damit fein säuberlich bedeckte.

„Weil ich keinen Bock hatte, einem Hetero hinterher zu hecheln und ich mir dich wieder abgewöhnen wollte.“

Peng.

Das musste ich erst mal verdauen – die Sache mit dem Hetero war schon ein Hammer, aber dass man sich mich abgewöhnen musste? Was war ich denn? So was wie Nasebohren? Fingernägel kauen? Eine schlechte Angewohnheit?

„Na ist doch so. Egal was ich gemacht habe, es hat dich einen Scheiß interessiert. Ich war gut, ich war so gut – ich wusste alles. Gab’s mal ein nettes Wort? Nee – immer hingst du nur bei Anja rum, die Alte ist blöd wie ein leerer Schweinetrog! Bei der ist doch nichts mehr zu retten! Aber das hast du ja gar nicht eingesehen. Kaum hat sie gejammert, da warst du schon bei ihr, hast dich über sie gebeugt, stundenlang erklärt und sie mit ihren dicken Titten und den Ausschnitten bis zum Bauchnabel? Ich war so sauer.“

Übrigens konnte ich mir sehr gut vorstellen, dass er sauer war, denn seine Finger misshandelten gerade sein Kissen nach Strich und Faden. Ich selber musste das Gehörte erst mal verdauen und hielt ihn mit einem lauten „Stopp“ vom Weiterreden ab. Ich musste mich auch erst mal aufsetzen und lehnte mich ans Kopfteil seines Bettes, während ich Sven weiter betrachtete. Im Augenblick wirkte er so verloren, ich kann euch das gar nicht beschreiben. Wie er da so hockte, und mir erzählte, wie ich mich an meine Schülerinnen rangemacht hätte. Verlegen kratzte ich mich hinter dem Ohr und fragte: „Sah das wirklich so aus?“

„Ja, klar sah es so aus. Und um mir dich wieder abzugewöhnen, hab ich eben angefangen deine Fehler zu korrigieren. Das hat dich nervös gemacht, das hat mir ziemlich gefallen“, gestand er mir mit einem verschmitzten Grinsen, was schon wieder mehr nach Sven aussah. Ich wusste allerdings noch nicht wirklich, ob ich darüber jetzt froh sein sollte oder doch lieber nicht! Wenn er so grinste, fühlte sich der Kerl meistens im Oberwasser und würgte mir wieder eine rein. Ich machte mich also auf den nächsten Tiefschlag gefasst.

„Tja, und als ich dann meinen lieben Hetero-Mathe-Pauker in unserer Bar sah, da wusste ich auch nicht mehr so richtig was los war. Aber nachdem ich erst mal meinen ersten Herzkasper deswegen hinter mir hatte und eingesehen hatte, dass eine Frau dir vielleicht doch nicht geben konnte, was du suchst, da habe ich eben versucht meine Chance zu nutzen.“

Nach und nach fing er an, mir zu erzählen, wie das nun im Club gelaufen war, ab und an blieb mir schon der Mund offen stehen. Vor allem als er mir erklärte, das wäre sein erster Sex gewesen und wie er sich auf dem Klo darauf vorbereitet hätte. Hut ab, auf das eine oder andere Detail hätte ich gern verzichtet. Warum, wollt ihr wissen? Weil ich nun doch nicht anders konnte und kleine Zelte baute.

Ich musste mir nur ausmalen wie er sich selbst... oh nein!

Steuererklärung! Steuererklärung! Steuererklärung!

Doch nicht mal das half. Also drehte ich mich leise stöhnend lieber auf den Bauch, ein Loch in der Matratze war weniger peinlich als eines in der Decke! Wie sollte ich das denn seiner Mutter erklären? Von denen erfuhr ich übrigens, dass die schon Bescheid wussten, sowohl dass er scharf auf seinen Mathelehrer war, als auch wo er arbeitete. Es hatte harte Diskussionen gegeben, doch als selbst seine Mutter ihn in seinem Outfit nicht erkannt hatte, war es okay gewesen, wenn Sven dort sein Geld dafür verdiente, in Deutschland bleiben zu können, wenn seine Eltern zurückgingen.

Irgendwie bewegte mich das ja schon. Schließlich war Frank ja nicht müde geworden, mir zu erklären, das würde er nur wegen mir machen! Schweigend sah ich ihn an.

„Was denn?“, wollte er wissen und ich zuckte nur die Schultern. „Nichts weiter. Ich erinnere mich nur gerade daran, wie du Chris angegangen bist. Das hatte was... sah rassig aus.“ Ich schnurrte ein bisschen und grollte leise. Ich konnte nicht anders, denn der Gedanke daran machte mich wirklich an – so wie mich eigentlich alles an diesem Kerl anmachte. Ja, ja, ich höre euch ja schon wieder. Erst nicht wollen und dann nicht den Hals voll kriegen. Hey! Ihr habt leicht reden – ihr habt diesen Leckerbissen auch nicht nackt vor eurer Nase sitzen!

Und falls es euch interessiert: ich werde auch nicht zulassen, dass ihr meinen Leckerbissen irgendwann mal nackt vor eurer Nase sitzen habt! Ich werde es zu verhindern wissen.

„Du hast gut reden“, knurrte Sven mich nur an und warf sich plötzlich auf mich. Die Sache mit der Würde war ja schon vor ein paar Tagen abgehakt worden, deswegen wunderte es mich auch gar nicht, dass er mich auf den Rücken drehte und anfing zu lachen, als alles abstand, was so abstehen konnte. Doch dann legte er sich in ganzer Länge und Schönheit auf mich und rieb hart über meinen aufgebrachten Schwanz.

„Das war nicht lustig, Marten – ich hab mich beschissen gefühlt. Erst lässt du mich Tags davor einfach mit den ganzen Idioten auf der Tanzfläche alleine und am nächsten Tag hast du diesen Wanderpokal auf deinem Schoß, in dem Loch hat doch weiß Gott schon jeder mit allem gesteckt, was man da rein schieben kann.“

Na, wie hörte sich das denn an? Aber ich musste gestehen: Ich stand drauf, wenn er so sprach, so schmutzig, dabei war ich gar nicht so pervers. Aber bei ihm... mit diesem feinen Gesicht. Es gab ihm etwas Verruchtes. Weil ich anfing zu kichern öffnete Sven kurz seine Beine, ließ meinen harten Schwanz dazwischen schnipsen und presste seine Schenkel fest zusammen, bis mir schwarz vor Augen wurde und ich ein lüsternes Stöhnen nicht mehr verkneifen konnte. Der spielte mit dreckigen, verdammt erregenden Tricks.

„Sven“, konnte ich nur keuchen, meine Stimme klang so dünn und schwach. Doch mein Foltermeister ließ sich nicht erweichen. Er spannte seine Muskeln weiter an und ich sah langsam Sterne. Verdammte, süße Pein!

„Lieb mich, ich werde schon dafür sorgen, dass du alle anderen vergisst!“, raunte er mir rau ins Ohr und ich tat was er verlangte... wieder und wieder und wieder.

Montag... 22:53

Ein paar Minuten lagen wir einfach nur so da. Er hatte seine Beine fest um mich geschlungen und ich zog meine Arme um ihn immer dichter. Ich hätte mich wohl selber gehasst, wenn ich diesen Mann ohne Kampf aus meinen Leben hätte gehen lassen! Verdammt, wir fanden schon einen Weg für die nächsten drei Monate – bestimmt! Es waren doch nur drei Monate.

Plötzlich biss mir Sven in die Schulter und ich sah ihn fragend an. Er grinste frech. „Langsam verstehe ich, was mein Mathelehrer meinte, als er mir versuchte zu erklären, wie man seine Wurzel aus einer Unbekannten zieht.“ Ich wusste erst mal gar nicht, was ich sagen sollte, doch dann grinste ich auch.

„So unbekannt bist du nun auch wieder nicht“, und zog mich langsam zurück. Dabei küsste ich ihn ausgehungert und das war ich auch.

Ich habe erst später erfahren, dass Svens Eltern bereits wussten, was mit ihm los war und Frank seinen Teil dazu beigetragen hatte. Deswegen kam uns auch den ganzen Abend keiner stören. Nicht einmal, als Sven mich mitten in der Nacht nach Hause brachte, weil ich wirklich langsam heim musste. Er fuhr mich bis vor die Tür, doch da brachten wir dann auch noch eine geschlagene Stunde im A6 seiner Mutter zu, ehe ich mich endlich durchringen konnte zu gehen – schließlich würden wir uns morgen ja wieder sehen.

Das konnte heikel werden!

Dienstag... 9:34

Folter!

Folter!

Lehrermisshandlung!

Nötigung!

Wo war Amnesty International, wenn man sie mal wirklich brauchte? Wo war Greenpeace? Konnten die mal aufhören, Wale zurück ins Meer zu schleifen und mich retten? In der dritten Reihe in der Mitte saß nämlich ein blonder Kerl in Jeans und engem, schwarzen Shirt und ließ seine Zunge beim Nachdenken immer wieder um seinen Bleistift tanzen! Nur dass er vor nicht einmal elf Stunden mit dieser geschickten Zunge um ganz andere Stifte getänzelt war. Oh mein Gott! Ich musste langsam aufhören so was zu denken, mich daran zu erinnern, wie verdammt geschickt dieser Kerl mit seiner Zunge war!

Konnte Sven nicht einfach wieder seinen Anzug anziehen und klugscheißern? Mit seiner Brille und den hohen Schuhen? Warum saß er da und aus jeder Pore seines Körpers schien geradezu das Sexappeal zu quellen. Und dieser Augenaufschlag!

Das gehörte verboten!

„Herr Schiwitz, ist ihnen nicht gut?“, fragte der Mistkerl mich auch noch. „Sie sind so blass!“

Ich hätte Sven erwürgen können. Der Kerl wusste doch ganz genau, warum mir gerade das Blut aus dem Gesicht lief und wo genau es hin lief! Heute Nacht würde der Kerl leiden, oh ja. Er würde so leiden! Betteln würde der unter mir, soviel war schon mal beschlossen. Und dann grinste der auch noch. Er trug die grünen Linsen – wie in der Bar und wirkte damit noch unschuldiger. Nur ich wusste, dass der Kerl ganz bestimmt nicht unschuldig war.

„Könnte das an deinen Rechenkünsten liegen?“, sagte ich und wandte mich wieder der Tafel zu – bloß nicht provozieren lassen, sonst griff ich mir den Kerl noch am Kragen und zerrte ihn raus auf den Flur. Mir war klar, dass es schwer werden würde, aber dass Sven es mir zusätzlich so schwer machen würde, hätte ich wissen müssen.

Oh ja – er würde leiden! Betteln, vor mir knien und mich um Erlösung anflehen! Ich malte es mir so richtig aus, während ich die Lösung für das mathematische Problem an die Tafel schrieb und auf das erlösende Klingeln wartete.

Dienstag... 21:08

Seit das Boyz ‘R’ uz geöffnet war, saß ich an Börjes Bar und hatte meinen Liebling gut im Blick. Konnte ja sein, dass ich mir das nur einbildete, aber irgendwie sah er heute noch schärfer aus als sonst. Oder lag es einfach nur daran, dass ich jetzt wusste, was die kleinen Fetzen Stoff noch leckeres verhüllten? Heute trug er dunkles Grün. Die Hotpants saß eng wie immer und ich knurrte jedes Mal leise, wenn jemand meinem Süßen zulange auf den Hintern starrte, wohingegen ich mir gern das Privileg heraus nahm, ihn stundenlang anzustarren. Schließlich durfte ich das, ich war sein Freund.

Djala hatte übrigens seit einer Stunde nichts Besseres zu tun, als mich auf den Arm zu nehmen, wenn er zu unserer Bar kam und mich mal wieder beim Gucken erwischte. Mal stellte er mir ein leeres Glas hin, mit der Begründung, ich würde sabbern und das würde dem empfindlichen Holz der Theke nicht bekommen, mal leckte er mir in meiner Trance über das Ohr, dass ich erschrak und kreischte wie eine Jungfrau. Das war schon ziemlich peinlich! Aber das hinderte Djala nicht daran, mir immer wieder aufs Neue unter die Nase zu reiben, dass es sein Verdienst wäre, dass ich jetzt so einen leckeren Freund hätte.

Doch was nutzte mir das? Ausleben durfte ich das ja nicht! Es wurde nicht gern gesehen, dass einer der Kellner in festen Händen war, was nicht hieß, dass ihnen Beziehungen untersagt wurden – es wurde nur einfach nicht gern gesehen, wenn sie sich für einen Einzigen entschieden. Sie sollten zum Flirten bereit sein, die Männer zum Konsum animieren. Da störte es wohl ungemein, wenn die Illusion zerstört wurde, sie allein wären der Auserwählte.

Na ja, ich regte mich darüber nicht auf. Ich wusste, dass Börje nur mich wollte und ich wusste auch, warum er hier arbeitete und wofür das Geld war. Also legte ich meinem Süßen doch keine Steine in den Weg, ich saß einfach da, streckte Djala, der gerade an mir vorbei ging, die Zunge heraus und langweilte mich zu Tode, während ich mir gerade vorstellte, wie ich mit einem der Typen da drüben mal geschwind im Bad verschwand.

Aber nicht um das zu tun, was ich mit Sven dort gern tun würde, sondern um ihm seine klebrigen Griffel bis zum Ellenbogen zu amputieren, damit er nicht noch einmal auf die Idee kam, meinem Liebling an den spärlich bekleideten Hintern zu fassen!

Langsam wurde ich hier wahnsinnig. Jedes mal versuchten es diese Typen aufs Neue und Börje lehnte immer nur ab, lächelte dabei. Mir wäre das Lächeln schon lange vergangen! Immer wieder sah ich auf die Uhr, die Zeit schlich. Bildete ich mir das nur ein oder liefen die Zeiger rückwärts? Klar, ihr habt Recht – ich hätte auch gehen können. Doch den Typen da drüben traute ich nur so weit wie ich spucken konnte und da ich mir dabei immer mal auf die Schuhe kleckerte, war ja wohl mal klar, dass ich definitiv nicht einfach gehen konnte.

Angespannt hockte ich also auf meinem Hocker, nippelte an meinem Absolut und leerte mein Wasserglas. Ich hatte es noch nicht auf den Tisch gestellt, da stand mein Lieblingskellner schon vor mir und füllte es frisch. Leitungswasser war kostenlos, aber das bestellte fast keiner – warum auch, wenn es Alkohol gab?

„Alles klar?“, fragte mich Börje und ich knurrte nur, sah zu den Typen rüber, die mich so komisch anguckten und knurrte wieder. So sonderlich überkommunikativ war ich heute wirklich nicht. Was auch daran liegen könnte, dass ich noch keine Chance dazu bekommen hatte, Sven seine Show aus der Mathestunde heimzuzahlen! Ich hatte also nicht nur schlechte Laune, ich hatte auch ziemlichen Druck und in spätestens einer Stunde würden mir langsam aber sicher die Augen aus dem Kopf quellen.

„Angenommen, Djala übernimmt für eine halbe Stunde die Bar, was würdest du dann gern machen?“, fragte er mich frech und zwinkerte mir auch noch zu. Meine zum bersten geschwollene Libido fing an zu jauchzen und zu jubilieren, ich musste gar nichts sagen, man sah mir wohl an, auf was ich gerade so richtig Bock hatte. Börje jedenfalls lachte leise und schüttelte den Kopf. „Lustmolch!“, tadelte er und küsste Djala kurz, ehe er ihm die Bar übergab und mich hastig hinter sich her in die privaten Räume zerrte.

Und weil ihr anständige Leser seid und keine perversen Spanner, bleibt ihr auch gern draußen und wollt gar nicht wissen, was wir die nächste halbe Stunde alles angestellt haben...

Neun Monate später...

Tja, ich war immer noch mit Sven zusammen – langsam hatte sich das zwischen uns auch eingepegelt. Er ließ mich in der Schule in Ruhe meinen Job machen und ich ging nicht jedes Mal gleich dazwischen, wenn einer an der Bar wieder seine Pfoten nicht bei sich behalten konnte.

Obwohl er jetzt Mathematik studierte, ging er immer noch abends arbeiten – im Großen und Ganzen hatte ich da nichts dagegen, nur gegen einige seiner Kunden. Ich gebe zu, Eifersucht lag immer mit auf dem Tisch, gar keine Frage. Doch ich wusste, dass Sven das Geld brauchte und ich hatte wieder ein paar Stunden Zeit, ihn mir eindringlich zu betrachten, Dinge an ihm zu finden, die mir neu waren und sie mir zu merken, bis ich ihn dann im Bett hatte.

In unserem Bett, wenn ich das mal betonen darf. Mit Erlaubnis seiner Eltern ist er nämlich bei mir eingezogen, seit er studiert. Ich versuche immer noch, ein bisschen mehr Zahlenkunde unter das denkende Volk zu bringen und die Liebe zu den Wurzeln und die Tugend der Kugelkoordinaten an den Mann oder die Frau zu bringen. In meiner Schule weiß immer noch keiner, dass ich schwul bin und wenn es nach mir geht, bleibt das auch so. Mir reicht es völlig, dass mein Lieblingskellner Bescheid weiß. Den Rest geht das einfach nichts an.

Falls ihr mal wieder Bock auf uns habt, kommt doch einfach vorbei im Boyz 'R' uz. Pepe, an der Tür, wird keine Fragen stellen und dann einfach die Treppe hoch, gleich die erste Bar. Ich bin der Typ, der immer ganz rechts sitzt, aber nur, wenn eine rassige, rothaarige Schönheit hinter der Theke steht, wenn nicht – dann nicht... 


Ende





9 ... Cocktail. 1 cl Wodka, 1 cl Amaretto, 1 cl Tripple Sec (Cointreau), 1 cl Creme de Cacao – weiß, 2 cl Sahne und Kakaopulver mixen und servieren. 

10 ... schwed.: „Hast du was angestellt, Sven?“ 

11 ... schwed.: „Nein Mama, aber lass uns bitte allein.“ 

12 ...schwed.: „Sicher, dass du nichts angestellt hast?“ 

13 ...schwed.: „Ja Mama, das ist privat. Wir haben noch was zu klären.“