Du befindest Dich hier: Geschichten > Geschichten frei bis 16 > Britta & Fich > Der lange Weg vom Wölfchen zum Wolf > Der lange Weg vom Wölfchen zum Wolf - Teil 21 bis 22

Der lange Weg vom Wölfchen zum Wolf - Teil 21 bis 22

21 - Beruhigungspuschel


„Man! Das war ja die Hölle. Diese bekloppten Weiber sind doch nicht ganz dicht. Sollen die sich selber was rein stecken und Keime austauschen. Ist ja ekelhaft!“, fluchte der junge Wolf plötzlich wie ein Droschkenkutscher und hielt sich gleich danach die Hand vor den Mund. Wo war das denn hergekommen? Solch böse Worte? Aber die Frauen hatten sich das wirklich verdient! Ständig wurde an ihm herum gefingert, sein Schwanz war immer noch ganz zerzaust.

Leviathan hob nur eine Augenbraue. Was waren das denn für Töne für seinen kleinen zartbesaiteten Wolf. „Hat Gretel auch an dir rumgefingert?“, fragte er ein wenig knurrig, denn so langsam ging ihm das auf die Nerven und aufs Ego. Es war ja nicht so, dass er das haben musste, aber warum waren alle hinter dem Wolf her und für ihn interessierte sich nur so ein bekloppter Prinz?

„Ja. Voll eklig!“, knurrte Wölfchen und strich sich die Haare am Schwanz gerade. „Nicht nur rumgefingert. Sie hat mir auch noch ihre Zunge in den Mund gesteckt und jede Menge Ba-kerien!“ Allein bei der Erinnerung daran schüttelte sich der junge Wolf. Das war doch widerwärtig. Und so was sollte ihm gefallen? Das hielt er für ein Gerücht. Das von heute Morgen war dagegen viel cooler gewesen - vielleicht konnte er das mit seinem Anhängsel noch einmal machen. Wenn es wieder hart war, versteht sich.

„Das ist doch echt unglaublich. Wird man denn in allen Märchen belästigt?“ Das lief doch bestimmt schon lange so. Warum hatte das nie jemand gemeldet? Leviathan verstand das ganz und gar nicht. Das waren doch unhaltbare Zustände. Da musste aber endlich mal etwas getan werden. Dann war es doch nicht verwunderlich, dass die Stellen unbesetzt waren, wenn dort ständig jemand begrabbelt wurde.

„Ich weiß auch nicht, ich weiß nur, dass ich das nicht mehr will. Jeder fummelt mir am Schwanz rum. Der ist doch nicht aus Plastik. Der geht doch kaputt!“ Immer noch empört über diesen Frevel strich Wölfchen die Haare wieder alle in eine Richtung und Fluffy half fleißig dabei.

„Das kann ich verstehen. Mir wäre das auch nicht recht, ständig begrabbelt zu werden.“ Dass das bei ihm auch keiner machte, ließ er mal außen vor, das musste jetzt nicht erwähnt werden. Es genügte schon, dass er jeden Tag sah, wie scharf alle auf Wölfchen waren. „Die Fee muss uns was suchen, wo das nicht mehr passiert.“

„Ja, ich wäre ihr da sehr verbunden für.“ Wölfchens Schwanz war frisch sortiert, nun waren seine Finger unausgelastet und sie zuckten immer in Richtung Thano - hinter seinem Rücken lauerte nämlich Wölfchens neuer Lieblingspuschel. „Ich wäre gern wieder ein Häschen. Ich will keine Mädchenspucke mehr im Mund haben und mein Hintern ist auch schon ganz abgegriffen. Was Mama nur dazu sagen würde, wenn sie das wüsste?“

„Ich ruf sie nachher an, wenn wir im Hotel sind, dann kann sie was raussuchen bis morgen.“ Leviathan war immer noch stinkig und das schlimmste war, er wusste nicht so genau warum, das machte ihn noch stinkiger. Dazu kam, dass der Anzug auch noch nach Fisch roch. Alles in allem ein wirklich bescheidener Tag. Doch der abstoßende Geruch hielt Wölfchen nicht davon ab, sich wie ein richtiges Raubtier anzuschleichen, sich erst neben, dann auf Thano zu platzieren, nur damit er wieder mit dem weichen Plüsch spielen konnte. Zum Glück waren seine Arme lang genug, dass er den Drachen umfangen und seine Finger seufzend in dem weichen Puschel vergraben konnte - Wölfchen war zufrieden. Jetzt konnte die Welt untergehen.

„Was wird das?“, knurrte Leviathan, als Wölfchen sich an ihn drückte und der Kopf auf seiner Schulter landete. Er versuchte Wölfchen von sich runter zu schieben, aber das war gar nicht so leicht. Es schien, als wenn der Kurze fest geklettet wäre, denn er bewegte sich keinen Millimeter. Er klammerte sich sogar noch fester und der Drache bekam keine Luft mehr.

„Du bist so süß und so knuddelig und so weich und flauschig“, nuschelte Wölfchen, seine Nase im Plüsch der Schulter vergraben. Es war keine Absicht, dass sein weicher Atem dabei heiß Leviathan über den Hals strich. Wölfchen lag eben nur gerade etwas ungünstig.

„Bitte?“ Das kam schärfer raus als beabsichtigt, denn Leviathan war etwas irritiert. Ihm wurde plötzlich heiß. Was in diesem warmen Plüschanzug ja nicht ungewöhnlich war, besonders wenn sich noch jemand an einen drückte. Ungewöhnlicher war, dass er nervös wurde und sein Herz schneller schlug und es eigentlich gar nicht so unangenehm fand, Wölfchen so nahe an sich zu haben.

Zum Glück aber hatte Wölfchen - eingehüllt in den flauschigen Plüsch - die Schärfe der Worte kaum gespürt und schmiegte sich immer noch dichter. Seine Finger kneteten den Puschel, erwischten ab und an auch die unter dem Kostüm verborgene Schwanzwurzel des Drachen und Wölfchen atmete immer wieder tief ein und aus, blies Leviathan dabei seinen glühenden Atem in den Ausschnitt.

So schickte er immer wieder Schauer durch den starken Leib, an den sich Wölfchen klammerte. An der Schwanzwurzel war Leviathan sehr empfindlich, denn bei Drachen gehörte nicht nur die Schwanzspitze zu den erogenen Zonen. Ein wenig unruhig rutschte er also auf der Bank herum, aber Wölfchen ließ nicht los und ehrlich gesagt war es recht angenehm, was der Kleine da machte.

Mittlerweile hockte er rittlings auf Thanos Schoß, damit er ihn besser und gleichmäßiger umgreifen konnte und seine Finger den weichen Puschel zausen konnten. Langsam beruhigte sich der Wolf auch wieder - es war eben doch wie eine Droge. Wenn er keinen Puschel hatte, dann war er nicht ausgeglichen. Wie hatte er nur all die Jahre ohne Puschel leben können? „Ich hab dich lieb“, nuschelte er leise, wusste nicht einmal, wen oder was er meinte. Er hatte nur einfach das Gefühl, das jetzt sagen zu müssen.

Er hatte die Augen geschlossen, so konnte er nicht sehen, wie Leviathan ihn entgeistert ansah. Äußerlich war nicht zu erkennen, dass der Drache gerade in Panik geriet. Was sollte er denn jetzt machen? Er wollte Wölfchen von sich stoßen, aber seine Arme führten ein Eigenleben und legten sich um Wölfchen. „Ja… äh“, stammelte er und seufzte. „Ich dich auch… irgendwie… wäre möglich… glaub ich zumindest.“

„Schön“, nuschelte Wölfchen und er wurde langsam müde. Sein Kopf rutschte tiefer und so glitten seine Lippen über die nackten Stellen an Leviathans Hals. „Du schmeckst gut“, nuschelte der junge Wolf und schmatzte leise. Dabei wand er sich wie ein Aal und suchte eine bequeme Stellung zum schlafen.

Leviathan saß einfach nur stocksteif da und wusste nicht, was er machen sollte. Was gerade mit ihm passierte, verwirrte ihn vollkommen. Die unabsichtlichen Berührungen ließen seine Haut prickeln und er musste wieder an den Morgen denken, wie Wölfchen sich selbst berührt hatte und ihm wurde wieder heiß. Unbehaglich bewegte er sich unter Wölfchen, ließ ihn aber nicht los.

Zu seinem Glück lag der junge Wolf bald ziemlich still, denn er war eingeschlafen. Fluffy saß verwaist auf der gegenüberliegenden Bank und Wölfchen atmete gleichmäßig. Doch sein Atem blies dabei weiter über Leviathans Haut.

Noch nie war dem Drachen die Fahrt in die Stadt so lange vorgekommen. Er durchlebte gerade ein Wechselbad der Gefühle. Abwechselnd wurde ihm heiß und kalt. Er wollte Wölfchen von sich wegstoßen und gleichzeitig näher zu sich ziehen. Es war bisher sehr selten vorgekommen, dass er so verwirrt gewesen war. Was war nur mit ihm los? Oder besser, was machte Wölfchen mit ihm? Er war nicht mehr er selbst, seit er den kleinen Nerv-Wolf kennen gelernt hatte.

Doch eigentlich tat Wölfchen gar nicht viel. Er schlief friedlich, seine Finger kneteten weiter den herrlichen Puschel und das war es auch schon. Der Tag mit seinen Höhen und Tiefen hatte den kleinen Wolf wieder ziemlich unter Strom gesetzt und nun verlangte sein Körper nach Ruhe. Zum Glück hatte er keinen Schimmer, dass seine Nähe Thano so sehr unter Druck setzte, sonst hätte er sich wohl mit einem schlechten Gewissen zurückgezogen - doch so fühlte er sich sicher und geborgen.

Starke Arme hielten ihn fest und seit einiger Zeit wurde er auch ganz sanft hinter den Ohren gekrault. Leviathan bemerkte gar nicht, was er machte, denn er war tief in Gedanken versunken. Sein Leben war vollkommen aus den Fugen geraten und er wusste noch nicht so recht, wie er das bewerten sollte. Eigentlich war er ein Einzelgänger, aber Wölfchen um sich zu haben, gefiel ihm. Noch nie in seinem Leben hatte er so viel gelacht wie die letzten Tage. Doch es war nicht nur das. Auch sein Drang, den jungen Wolf zu beschützen. Das war nicht die Art der Drachen - Drachen beschützten nicht, sie beherrschten alles und jeden. Doch Wölfchen konnte und wollte er nicht beherrschen. Nicht nur, weil der kleine Wolf viel zu naiv war, um zu wissen, was Macht war, sondern auch, weil er den Quälgeist irgendwie mochte.

Er war das genaue Gegenteil des Drachens und so hatte er es wohl geschafft, sich in Leviathans Herz zu schleichen. Er war sogar bereit, den Kleinen vor allem und jedem zu beschützen, wenn es sein musste sogar mit Gewalt und als Wölfchen ohnmächtig geworden war, hatte ihm das ziemlich zugesetzt. „Du bist echt gemeingefährlich“, murmelte er leise und lächelte.

Wölfchen schmatzte nur im Schlaf, schien, als würde er vom Essen träumen. Seine Finger aber gruben sich in den Plüsch und der junge Wolf wirkte seit langem zufrieden. Es war das erste Mal, dass er schlief ohne zu strampeln oder zu schreien. War das der Schlüssel zur Lösung? Nähe?

Leviathan dachte darüber nach und es fiel ihm auf, dass Wölfchen sich immer recht schnell beruhigt hatte, wenn er ihn nachts an sich gezogen hatte. Warum war er da nur nicht eher drauf gekommen? Das musste er ausprobieren. Heute Nacht schlief Wölfchen bei ihm. Es war schon so selbstverständlich, dass er gar nicht darüber nachdachte, wie das auf andere wirken musste. Sicher, auch er war nicht blind für die Blicke oder taub für die Tuscheleien, doch der Gedanke, den Wolf von sich zu treiben und wieder allein durch die Märchen zu ziehen, behagte ihm nicht. Und das nicht nur, weil er mit Wölfchen an seiner Seite entschieden mehr Geld verdienen und im Augenblick eine Art Star werden konnte.

„Noch einen Keks, Mama“, nuschelte Wölfchen und riss Leviathan aus seinen Gedanken.

„Schlaf weiter, Kleiner“, murmelte Leviathan und strich Wölfchen über die Wange. Sie war weich und vollkommen glatt, darum zog er seine Finger auch nicht gleich weg, sondern streichelte weiter. Seine Fingerspitzen strichen ganz zart über Wölfchens Gesicht, tiefer, den Hals entlang und wieder zurück. Es war schön und Leviathan entspannte sich endlich auch. Er hatte begriffen, dass sich etwas verändert hatte und er fühlte sich wohl. Wölfchen gehörte jetzt zu ihm. Der Weg zu dieser Erkenntnis war nicht leicht gewesen und das eines Tages seinem Vater erklären zu müssen, was er tat und womit er sein Geld verdiente, war sicher auch nicht so leicht, wie er sich das vorstellte. Doch noch war es nicht so weit - jetzt waren sie allein auf dem Weg zurück ins Hotel, zu einem warmen Pool und einem guten Essen, einem weichen Bett und sehr viel Ruhe.

Er bedauerte es, Wölfchen wecken zu müssen, als sie am Hotel ankamen und der Portier ihnen die Tür der Kutsche aufhielt. Da der Wolf noch nicht wieder richtig wach war, nahm Leviathan ihn einfach auf die Arme und trug ihn. Er wusste, dass sie wieder Aufsehen erregten, denn schließlich kam es nicht alle Tage vor, dass ein Riesenhäschen einen Wolf durch die Hotellobby trug. Nur der Mann hinter der Rezeption verzog keine Miene. Ihm waren bestimmt schon merkwürdigere Dinge untergekommen.

Wie gestern schon ergriffen die Hotelboys die Taschen und geleiteten die beiden stumm zum Zimmer. Es schien, als hätte man sie bereits erwartet, denn es war warmes Essen gerichtet worden, genauso wie das Bad und der Duft nach Pommes und Auflauf lockte Wölfchen aus seinem Schlaf-Koma. Schmatzend sah er sich um und wunderte sich stumm, warum das Riesenhäschen ihn noch immer durch die Zimmer trug.

„Na, wieder wach?“, fragte Leviathan lächelnd und setzte Wölfchen auf dem Bett ab. Er gab dem Hotelboy ein Trinkgeld und scheuchte ihn dann aus dem Zimmer, hielt ihn aber, kurz bevor er das Zimmer verließ, auf und schälte sich aus dem Hasenanzug. Mit der Anweisung, ihn reinigen zu lassen, schickte er den Jungen dann endlich weg und streckte sich, breitete kurz die Flügel aus und seufzte. So war es besser. Dass er nur eine Unterhose trug störte ihn gar nicht. Auch nicht Wölfchen, denn der lief ja gern nackt herum.

„Der schöne Anzug, wo ist er hin.“ Das war nämlich das viel größere Problem, das Wölfchen sah. Panisch guckte er sich um. Er hatte doch das Märchen... Wölfchen stoppte. Nein, soweit er sich erinnern konnte, war das Märchen nicht zu Ende gespielt worden und nun hatte Thano seine Drohung wahr gemacht und den Anzug weggegeben. Das war so gemein. Dafür hatte Wölfchen nun all diese Ba-kerien ertragen? Das war so gemein. So, so, so gemein! Er schniefte.

„Was?“ In letzter Zeit stellte Leviathan diese Frage häufig, weil er nicht wusste, was in Wölfchen vorging, aber heute schaltete er, weil Wölfchen nur so was von 'Gemein' und 'Hasenanzug' jammerte. „Ich habe ihn in die Reinigung gegeben. Wenn er sauber ist, kriegen wir ihn wieder“, sagte er darum schnell, weil er Angst um den Teppich hatte, der gleich unter Garantie nass und voll geheult wäre.

„Äschd?“, fragte Wölfchen und wischte sich über die tropfende Nase. „Oder willst du mich nur ruhig stellen?“ Wölfchen schaltete allmählich schneller als früher, es schien, als wäre nicht nur sein Körper über Nacht gewachsen, sein Geist zog langsam nach. Den Kopf schief gelegt, sah er den halbnackten Drachen musternd an und forderte dann Gisbert als Ausgleich, bis der Anzug wieder da war. Als Geisel, sozusagen.

„Äschd!“, machte Leviathan Wölfchen nach und schüttelte den Kopf, bei dem Wunsch nach Gisbert. „Erst wird gegessen, dann können wir neu verhandeln“, legte er fest. Auch wenn Wölfchen mehr oder weniger Narrenfreiheit bei ihm hatte, so war er kein Weichspüldrachen, der nach Wölfchens Pfeife tanzte.

„Aber“, schniefte Wölfchen und robbte zum Rand des Bettes, um Gisbert näher zu sein. „Ich“, setzte er an, sich zu erklären, doch er kam nicht weiter, weil er nicht wusste, was er sagen sollte. Also zog er Fluffy zu sich heran, ließ die Ohren hängen und ergab sich leise seufzend in sein Schicksal.

„Wah, lass das“, seufzte Leviathan. Er hatte eigentlich nur einen Scherz machen wollen, aber das schien Wölfchen nicht gemerkt zu haben. Er hob seinen Schwanz so, dass sein Freund es nicht sehen konnte und kitzelte ihn dann mit der Schwanzspitze am Hals. Damit hatte Wölfchen nicht gerechnet und er schüttelte sich wie ein junger Hund, weil er sich erschrocken hatte. Doch als er Gisbert erkannte, zog er ihn zu sich und beschmuste den Puschel mit Leidenschaft und Hingabe, schließlich hatten sie sich lange nicht gesehen und Gisbert möge es ihm verzeihen, dass er heute einen fremden Puschel beschmust hatte. Für Wölfchen war die Welt wieder in Ordnung. Das konnte man deutlich sehen, denn er grinste völlig zufrieden vor sich hin, fuhr sich immer wieder mit Gisbert über das Gesicht und hielt seine Nase hinein. Das Essen war vergessen und wahrscheinlich wäre es kalt geworden, wenn Leviathan ihm nicht etwas auf den Teller gepackt hätte.

Doch nun war wieder das Problem, Essen und Puschel beschmusen so zu koordinieren, dass der Puschel nicht dreckig wurde und ihm auch noch weggenommen wurde. Gisbert wurde also beiseite gelegt, aber immer in Reichweite und Wölfchen futterte hastig. Das war besser als der Fisch vorhin im Hänsel-und-Gretel-Wald! Viel besser. So könnte es immer gehen.

„Schling nicht so. Keiner nimmt dir Gisbert weg. Schnell essen ist ungesund.“ Leviathan klopfte Wölfchen auf den Rücken, weil er sich verschluckt hatte und hustete. Über sich selber den Kopf schüttelnd musste der Drache grinsen. Er hörte sich schon an wie seine eigene Mutter. Dabei war genau das etwas, von dem der Drache sicher gewesen war, dass es nie passieren würde. Aber so spielte das Leben eben.

„Aber er wird schmutzig, wenn ich ihn beim Essen beschmuse!“, erklärte Wölfchen seine liebe Not, das musste Thano doch verstehen.

„Was soll's? Wir gehen gleich baden, da wird er schon wieder sauber.“ Leviathan zuckte mit den Schultern und grinste, denn kaum dass er das gesagt hatte, griff sich Wölfchen sein Lieblingsspielzeug und vergrub die Nase darin. Es schien, als wenn der junge Wolf nur darauf gewartet hätte. Und er hatte sich auch nicht mehr die Mühe gemacht, sich vorher noch die Finger sauber zu lecken. So hingen ein paar Fetzen Käse und Petersilie in dem silberfarbenen Fell, doch das tat Wölfchens Liebe zu Gisbert keinen Abbruch.

„Können wir dann wieder so schöne Sachen machen wie heute Morgen? Das war toll und entspannend“, murmelte Wölfchen, der sich zusammen mit Gisbert gerade über den weichen Teppich rollte. Er fühlte sich schon wieder so merkwürdig angespannt, dass er nicht wusste, wo vorn oder hinten war.

„Was?“, hustete Leviathan und sah Wölfchen entsetzt an. Es lag ihm auf der Zunge, gleich nein zu sagen, aber er tat es nicht, denn damit hätte er Wölfchen wohl wieder irritiert und deprimiert. Darum brummelte er nur etwas Unverständliches und ging nicht weiter darauf ein. Vielleicht vergaß der Kleine wieder, was er gefragt hatte.

„Das ist gut“, murmelte Wölfchen und wie ein junger Wolf verbiss er sich spielerisch in dem Puschel, seine Fänge schabten zart darüber. Er wusste selbst nicht, warum er das tat - er hatte den Drang es tun zu müssen und so folgte Wölfchen einfach. „Ich weiß sowieso nicht, was los ist. Mir sitzt der Tag in den Knochen und ich bin...“ Er zuckte mit den Schultern und sah zu Leviathan hoch, die Augen zu schmalen Schlitzen gezogen, als würde er Beute anvisieren.

Was dazu führte, dass Leviathan sich immer unwohler fühlte. Wölfchen war so schräg drauf, dass der Drache ihn nicht mehr einschätzen konnte. Ohne es zu wissen, machte Wölfchen alle Dinge, die Leviathan Schauer durch den Körper jagten und seinen Puls hoch puschten. Das war ganz und gar nicht gut. „Geh doch schon mal ins Wasser, aber nur ins Flache. Ich ess eben auf und komm dann nach“, sagte er schließlich, denn er brauchte ein wenig Zeit, um sich wieder zu beruhigen.

Als hätte man einen Schalter umgelegt, schüttelte sich Wölfchen kurz und nickte dann eifrig. „Ja, mach ich“, erklärte er und zog sich schon aus. So wie er es eben immer tat. Hose, Hemd, Unterhose - alles ging zu Boden, verteilte sich um Gisbert und mit wild wedelndem Schwanz hüpfte Wölfchen ins Bad.



22 - Spannungsabbau auf Wölfchenart


Leviathan atmete auf, als er endlich allein war und ließ sich nach hinten aufs Bett fallen. Was sollte er jetzt machen? Er konnte nicht einfach hier sitzen bleiben, denn in spätestens fünf Minuten war Wölfchen wieder hier, um ihn zu holen und würde alles voll tropfen. Bei dem Gedanken musste der Drache lächeln, denn das war nun einmal typisch für den jungen Wolf. „Also, auf in den Kampf“, sagte er zu sich und zog sich aus.

Als er ins Bad kam, traute er seinen Augen nicht. Vom Becken war nicht mehr viel zu sehen, denn Wölfchen hatte einen Liter Badezusatz in das Wasser geschüttet und schlug den nun auf wie ein Wilder. Warum er das tat, wusste er selber nicht, aber der Duft nach Limonengras machte ihn ganz kirre und er fauchte und strampelte, weil er Dampf ablassen musste. Das musste er vorher noch nie, entsprechend verwirrt war er auch und bemerkte nicht einmal, dass der Drache hinter ihm stand.

„Was machst du da?“, fragte Leviathan irritiert und sah auf die Schaumberge, die stetig wuchsen. So konnten sie darin nicht mehr baden, darum hielt er Wölfchen fest und drehte ihn zu sich um. „Was ist los, Kleiner?“, fragte er sanft und sah ihn besorgt an. Das, was hier passierte, war nicht normal, auch nicht für den durchgeknallten Wolf.

„Ich weiß nicht. Hatte jetzt irgendwie das Gefühl, das machen zu müssen und das roch alles so und dann da...“ Wölfchen redete laut und schnell und seine Augen verdrehten sich ganz komisch. Außerdem traute er sich nur bis zur Hüfte aus dem Wasser, weil schon wieder alles hart war, ohne dass Wölfchen begriff, warum schon wieder.

„Schon gut, ich glaub, ich weiß langsam, was mit dir los ist. Du wirst erwachsen, Kleiner, und zwar nicht wie alle anderen mit der Zeit, sondern im Rekordtempo.“ Leviathan konnte spüren, was in Wölfchen tobte und auch sehen. „Schnellpubertät“, murmelte er seufzend. „Okay, mach es so wie heute Morgen. Lass uns dort drüben ins Flache gehen. Da kann ich dich festhalten, damit du nicht absäufst.“

Vorhin hatte Wölfchen es noch ganz aufregend gefunden, dass wie heute Morgen wieder zu machen, sich anzufassen und zu hecheln, aber im Augenblick war ihm heiß und kalt. Das warme Wasser machte ihn kirre, die warme Luft auch - ebenso die warmen Fliesen. Ohne Vorwarnung schoss er aus dem Wasser und ließ sich auf die kühleren Fliesen weiter weg am Fenster fallen, seufzte wohlig auf und bemerkte erst später, dass er irgendwie einladend auf dem Rücken lag. Sein Schweif war durch die offnen Beine gezogen und liebkoste schon sein hartes Anhängsel. Ein tiefes Grollen entrang sich seiner Kehle und er konnte nichts dagegen tun, nur den Drachen wie Beute in seinen heißen Blick fassen.

Leviathan sah zu Wölfchen rüber und wirkte unentschlossen. Er wusste, was Wölfchen wollte, aber dazu war er nicht bereit. Er konnte sich doch nicht neben den jungen Wolf legen und ihm wieder dabei zusehen, wie er sich selbst berührte, darum schüttelte er den Kopf. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Wölfchen wie ein richtiger Wolf blitzartig auf alle viere kam und mit festem Blick auf ihn zu schlich. Dabei ließ er Leviathan nicht aus den Augen, fesselte ihn mit seinem Blick. Wölfchen hatte aufgegeben zu fragen, was passierte, er verstand es nicht - er wusste nur, dass er das tun musste, damit er sich besser fühlte. Instinkte eben.

„Rudi“, knurrte der Drache und wich ein wenig weiter ins Wasser zurück. So wie er gerade fixiert wurde, gefiel ihm das gar nicht, aber er wusste, dass er nicht viel dagegen machen konnte. Wölfchen war vollkommen von der Rolle und Argumenten nicht mehr zugänglich. Er wurde von seinen Hormonen gesteuert.

„Lauf nicht weg“, knurrte Wölfchen dunkel und seine Stimme rollte kehlig. „Ich hab das Gefühl, dass wir zusammen Spaß haben könnten.“ Seine Augen blitzten listig, als er am Beckenrand Leviathan folgte. Sein Körper bewegte sich aufreizend und der Schweif strich immer wieder über seinen harten Schoß, das machte den jungen Wolf nur noch wilder.

„Du wirst mich schon fangen müssen.“ Auch wenn Leviathan wusste, dass er nicht verhindern konnte, was kam, kampflos würde er sich nicht ergeben. Er war schließlich ein Drache, der sich nicht einfach was befehlen ließ. Er sah Wölfchen herausfordernd an und knurrte leise. Die ganzen Pheromone, die durch die Luft schwebten, ließen auch ihn nicht kalt.

„Wölfe hetzen ihre Beute. Willst du dir das wirklich antun?“, fragte der junge Wolf. Der Kopf war weit zum Boden gezogen. So reckte der Hintern weit in die Höhe und der Schwanz vollführte einen animierenden Tanz. Schritt für Schritt kam er näher und strecke eine der Hände aus, um eine von Leviathans silbernen Strähnen zu greifen.

Leviathan zuckte nicht schnell genug zurück, so dass er nun eingefangen war, wenn er sich nicht selbst jede Menge Haare ausreißen wollte. „Jetzt hast du mich, und was jetzt?“, fragte er dunkel und ließ sich ziehen. Er leistete ein wenig symbolischen Widerstand, damit der junge Wolf sich nicht zu sicher war, dass er schon gewonnen hatte.

„Und jetzt scheißen wir auf Ba-kerien und Krankheiten“, knurrte Wölfchen. Seine Augen fixierten Leviathans Lippen. Er verspürte den Drang, sie zu liebkosen, während eine seiner Hände langsam seinen harten Schoß liebkoste ohne es zu merken. Sein Atem ging schnell und langsam beugte er sich weiter vor zu dem Drachen.

Leviathan gab sich geschlagen und ließ sich ziehen, bis er nahe am Rand stand und Wölfchen ihm eine Hand in den Nacken legen konnte. Er zuckte auch nicht mehr zurück, als Wölfchens Lippen sich stürmisch und ungeschickt auf seine pressten. Das war so unwirklich. Das war nicht das Wölfchen, das er kannte, aber es war recht seltsam. So langsam bekam der Drache Spaß an dem Spiel, darum zog er Wölfchen näher zu sich. So tief war das Wasser noch nicht, wo er stand und so ragte er noch ziemlich weit über den Rand hinaus.

Wölfchen legte ihm auch die zweite Hand in den Nacken und drängte sich so dicht gegen Leviathans Brust. Dass sein harter Schoß dem Drachen in die Brust stach, störte ihn wenig. Lieber drängte er den Kopf des Drachen weiter in den Nacken, damit er ihn besser küssen konnte. Anfangs noch ungeschickt und planlos wurde sein Werben langsam gezielter. Seine Zunge strich über die sich neckend wehrenden Lippen und sein Leib fing an sich gegen Leviathan zu bewegen.

Aber so wie Wölfchen auf dem Rand hockte, drückte er Leviathan in eine sehr unbequeme Position, so dass der Drache Wölfchen fester umfing und zu sich ins Becken hob. Er trug seine Last zu einer Stelle des Beckens, wo eine Bank unter Wasser verborgen war und stellte den Wolf darauf ab. So waren sie fast gleich groß und sie hatten es bequemer. Erst dort ließ er sich erobern und öffnete seine Lippen, damit die forschende Zunge sich bei ihm umsehen konnte.

„Hm!“ Wölfchen stöhnte laut und zufrieden, als er sich wieder an Leviathan reiben konnte. Das fühlte sich gut an - mehr noch, es machte ihn gierig und hungrig. Es sollte noch besser werden! Viel besser! Immer fahriger rieben seine Hände über Leviathans Nacken, zogen nervös an Strähnen, strichen die Ansätze der ledernen Flügel nach. Er keuchte erschrocken, als er die fremde Zunge an seiner spürte, doch dann war er völlig entfesselt für das Spiel von Fangen und Verstecken, das Leviathan begann.

Der Drache hatte sich vorgenommen, wenn er das hier schon machte, dann richtig. Er zog Wölfchen fest an sich und trieb ihn mit seiner Zunge in den Wahnsinn, weil er sich nicht einfangen ließ und schließlich anfing, fremdes Terrain zu erobern. Dabei strich er immer wieder durch Wölfchens Schwanz und kraulte ihn am Schwanzansatz. Dort war der Wolf mindestens so empfindlich wie er selber. So langsam ließ er sich in den Strudel der Lust ziehen, der durch Wölfchen tobte.

Immer wilder gebärdete sich der junge Wolf in seinen Armen. Er hatte die Ohren angelegt und grollte, ab und an schnappten die langen Fänge nach Leviathans Zunge, doch Wölfchen entschuldigte sich dafür immer auf seine Art. Sein heißer Körper rieb sich immer heftiger gegen den Drachen, er peitschte das Wasser wieder zu Schaumbergen auf und weil er, für seine Begriffe, dem kräftigen Körper, der ihn so reizte, immer noch nicht nah genug war, schlang er eines seiner Beine um Leviathans Hüfte.

Keuchend löste Leviathan den Kuss und sah Wölfchen in die fiebrig glänzenden Augen. Sie waren mittlerweile über den Punkt hinaus, wieder aufhören zu können und das wollte der Drache auch gar nicht. Der Wolf in seinen Armen machte ihn an, darum eroberte er die weichen Lippen auch erneut und knurrte leise. Seine Hand legte sich auf Wölfchens Hintern und drückte ihn fest an sich, so dass ihre Geschlechter sich heiß berührten. Und schlagartig spürte er die Schauer, die den jungen Wolf durchliefen selbst - die heiße Haut und das Wasser, das sie umgab, übertrug jede noch so kleine Regung. Sie waren sensibler geworden.

Wölfchen zitterte. Seine Nägel gruben sich tiefer in Leviathans Rücken und sein Kuss wurde atemberaubend. Wölfchen löste sich nur noch um Atem zu schöpfen, doch dann überfiel er den Peiniger wieder, der es wagte, sich nicht fangen zu lassen. „Mehr!“, forderte er plötzlich dunkel, ohne zu wissen, was er da sagte.

„Hmm“, machte Leviathan und schob Wölfchen gegen die Umrandung, damit er mehr Halt hatte. Er ließ von den fordernden Lippen ab und knabberte sich über den Hals des Wolfes. Dabei schob er eine seiner Hände zwischen ihre Leiber und strich erst einmal sanft über Wölfchens heißes, hoch aufgerichtetes Fleisch, das förmlich nach Zuwendung bettelte und entlockte dem jungen Wolf ein Jaulen.

Gott - war das gut! Sich selber anzufassen war schon nicht übel, aber das hier? Nicht zu wissen, wo die Hände als nächstes landen würden, was sie taten? Das war süße Folter, von der Wölfchen mehr wollte. Auch sein zweites Bein schlang sich um Leviathans Hüfte und sein Schweif peitschte das Wasser zu Schaum.

Es war berauschend, zu sehen, wie Wölfchen sich in seine Hände begab und sich Leviathan anvertraute. „Meins“, knurrte der Drache und ritzte vorsichtig die Haut am Hals seines Gespielen mit einem Zahn und leckte den kleinen Tropfen Blut weg, der aus der Wunde quoll. Seine Finger wurden fordernder und endlich umfasste er Wölfchen und der Leib in seinen Armen spannte sich wie eine Bogensehne. Der Drache konnte deutlich spüren, dass Wölfchen sich nicht mehr lange auf der Welle, auf der sie beide trieben, halten können würde. Dafür war er zu jung, zu unerfahren. Er brauchte seine Befriedigung - jetzt.

Der junge Körper quälte sich. Ihm fehlte die Ausdauer, doch er spürte, dass er noch nicht am Ziel war.

Mehr!

Ganz entgegen seiner sonstigen Gewohnheit stellte Leviathan seine eigene Befriedigung hinten an. Er wollte, dass Wölfchen dieses Zusammensein in guter Erinnerung behielt und das bekam, was er brauchte. Darum erregte er ihn mit kräftigen Strichen und küsste ihn wieder leidenschaftlich. Seine Finger liebkosten das heiße Fleisch und fanden immer wieder die richtige Mischung aus Druck und Streicheln, die Wölfchen sich vor Lust winden ließen. Er winselte und spannte sich, bettelte mit jeder Zelle seines Leibes darum, dass es endlich gut wurde!

Und wirklich - noch ein fester Druck und ein tiefer Kuss und Wölfchen spürte endlich das, was er sich ersehnt hatte - alle Energie floss aus ihm und er lag heftig keuchend in Leviathans Armen.

Im ersten Moment wusste der Drache nicht, was er machen sollte, aber dann küsste er Wölfchen auf die Stirn und ließ ihn den Kopf auf seiner Schulter ablegen. „Wieder besser, Kleiner?“, fragte er sanft und kraulte seinen kleinen Freund hinter den Ohren. Erst jetzt wurde Leviathan bewusst, was er gerade gemacht hatte, aber erstaunlicherweise störte es ihn nicht, sondern fühlte sich richtig an. Wölfchen gehörte eben zu ihm, daran ließ sich nichts mehr ändern.

„Hm“, nuschelte der junge Wolf. Er zitterte noch immer und suchte mit seinen Füßen den Grund des Beckens, damit er sich hinstellen und beruhigen konnte. Doch er tat es nur halbherzig, denn so gehalten zu werden, war schön und der heiße Leib unter seinen Händen fühlte sich wunderbar an - wie ein Puschel, nur ohne Fell aber mit der gleichen Wirkung. Er lächelte verträumt, was den Drachen schmunzeln ließ.

Das war ein vollkommen verrückter Tag.

Er hielt Wölfchen weiter fest, als er sich auf die Bank setzte, so dass der größte Teil ihrer Körper von warmem Wasser umspült wurde. So konnte seine eigene Erregung wieder abklingen und der junge Wolf hatte die Chance, wieder zu sich zu kommen, ohne zu ertrinken.

„Jetzt geht’s mir besser“, murmelte Wölfchen träge und suchte im Wasser nach Gisbert. Er wollte jetzt einen Puschel flauschen, er wusste auch nicht warum. Aber heute hatte er vieles getan, von dem er nicht wusste warum, da kam es auf eines mehr oder weniger auch nicht mehr an.

„Dann ist gut.“ Leviathan ließ Wölfchen ein wenig nach seinem Lieblingspuschel fischen, aber dann hatte er Erbarmen und ließ seinen Schwanz einfangen. Währenddessen streichelte er leicht über Wölfchens Körper, denn das schien seinem Freund zu gefallen. Der Wolf wirkte entspannt und Leviathan konnte nicht widerstehen und knabberte sich küssend über den schlanken Hals und weil sich das auch für Wölfchen gut anfühlte, ließ er den Kopf auf die Seite fallen und knurrte zufrieden.

Er hatte keinen Schimmer, was hier passierte oder warum er plötzlich Leviathan etwas in den Mund stopfen konnte, ohne das Ba-kerien im Spiel waren. Doch er wollte das auch gar nicht wissen. Er wollte es nur wieder machen, denn das war toll gewesen. Und so lange Thano sich nicht beschwerte, dass sich Keime übertrugen, war das sicher okay.

Auf seinem Weg über Wölfchens Hals kam Leviathan irgendwann wieder bei Wölfchens Lippen an, an denen er auch erst knabberte, bevor er die Berührung zu einem sanften Kuss ausweitete. Dafür dass sein Freund das heute das erste Mal gemacht hatte, stellte er sich ziemlich geschickt dabei an und machte Lust auf mehr. Er merkte, dass seine Erregung wieder aufflammte und er drückte Wölfchen näher an sich.

„Mit dir macht das viel mehr Spaß als mit Gretel“, nuschelte Wölfchen und als er die Chance hatte, die freche Zunge mit seinen Zähnen zu fangen, nutzte er sie - doch er biss nicht fest zu, weil er selber nur zu gut wusste, wie weh das tat, wenn er sich auf die Zunge biss.

„Hm“, brummte der Drache, denn an einer Antwort wurde er geschickt gehindert, aber so einfach ließ er sich das nicht gefallen, auch wenn die Worte ihn freuten. Seine Hände legten sich auf Wölfchens Hintern und kneteten ihn sanft. Dabei bezog er auch die Schwanzwurzel des Wolfes mit ein und ließ seine kräftigen Finger darüber massieren.

„Was?“ Erschrocken löste Wölfchen den Kuss und sah über seinen Rücken nach unten auf die großen Hände - er begriff nicht, warum es sich gut anfühlte. Wenn sein Vater ihm früher den Hintern verhauen hatte, hatte das immer nur wehgetan - aber das hier, das war... „Ah!“, entkam es Wölfchen gestöhnt und er schlug sich verlegen die Hände vor den Mund. Doch das hinderte ihn nicht daran, seinen kleinen, runden Hintern fester gegen Leviathans Hände zu pressen.

„Gut?“ Leviathan grinste und machte weiter. Ihm gefiel es, wie Wölfchen auf seine Berührungen reagierte. Er küsste sich wieder über das Gesicht seines Freundes zu den weichen Lippen und murmelte dabei: „Dir braucht nichts peinlich zu sein. Solange dir gefällt, was ich mache, genieße es einfach und probier selber etwas aus, wenn dir danach ist. Sei ruhig neugierig.“

„O-kay“, sagte Wölfchen gedehnt und grinste. Er hatte jetzt mehr von einem richtigen Wolf als von einem verschreckten Wölfchen. Was auch immer diese von Thano vorhin angesprochene Blitzpubertät war, es war etwas, was Wölfchen daran hinderte, sich selbst zu erkennen. Also suchte er auch nicht weiter, sonder machte Dinge, die Spaß brachten. Zum Beispiel ein bisschen auf dem Puschel herum zu knabbern, der ihn zu necken versuchte. Außerdem spürte er etwas unter sich, von dem er noch nicht genau wusste, was es war. Doch das hinderte ihn nicht daran, neugierig darauf herum zu rutschen und zu lachen, als Leviathan große Augen machte. „Was?“, fragte er dabei schelmisch und man wusste nicht, ob der naive, kleine Wolf fragte oder der pubertäre Jungwolf auf ein bisschen Krawall gebürstet war.

„Kleines Biest“, knurrte der Drachen und zwickte Wölfchen in die Schulter. So wie Wölfchen sich auf seinem Schoß räkelte, musste er sich ein Aufstöhnen verkneifen, aber dann schüttelte er den Kopf. Warum nicht? „Mach weiter“, keuchte er leise und seine Finger griffen fester zu. So drängte er den jungen Wolf dichter gegen sich und der rieb seine Brust über Leviathans Haut. Es war eine faszinierende Erfahrung, dass Berührungen sich so gut anfühlen konnten. Es war der Wahnsinn. Er wollte gerade zwischen sie beide fassen, um seine Neugier zu befriedigen, da spitzte er die Ohren - klingelte da nicht etwas?

Und was war das für eine komische Kugel, die da durch die Tür geschwebt kam. Wölfchen erstarrte vor Schreck.

Leviathan öffnete ein Auge, als Wölfchen sich nicht mehr bewegte und setzte sich erschrocken auf, hielt seinen Freund aber weiter bei sich. „Was?“, fragte er völlig aus dem Konzept gebracht und folgte Wölfchens Blick. „Hat man hier eigentlich keine Privatsphäre mehr“, knurrte er leise und fixierte die Kugel. „Wer will was?“, fragte er barsch.

„Entschuldigt die Störung. Aber zieht euch bitte an und kommt ins Wohnzimmer, wir müssen reden!“, sagte die Fee, die sich um die Stellenvergaben für Wölfchen kümmerte. Weil sich die beiden heute nicht hatten blicken lassen, wusste sie nicht, in welchem Märchen die beiden morgen spielen sollten. Die Nachfragen sprengten ihren Postkasten und ihre Chefin hockte ihr im Nacken. Vier Märchen wollten den jungen Wolf auf der Stelle haben.

Die Kugel schwebte davon und Wölfchen guckte ihr verwirrt hinterher.

„Verdamm…“ Leviathan schluckte den Fluch runter und seufzte. „Bringen wir es hinter uns, umso schneller haben wir wieder unsere Ruhe“, sagte er seufzend und küsste Wölfchen noch einmal kurz. Erst dann schob er ihn vorsichtig von sich und stand auf. Er nahm seinen Freund an die Hand und führte ihn zu einer Bank, wo Bademäntel lagen. „Hören wir uns an, was sie zu sagen hat.“

„Sicher will sie uns sagen, wo wir morgen arbeiten werden. Hoffentlich sind das nicht wieder so aufdringliche...“ Wölfchen schüttelte sich und zog den Bademantel um sich fester, schüttelte noch einmal den Kopf und die Ohren und den Schwanz, dann patschte er hinter Thano her aus dem Bad ins Wohnzimmer, frottierte dabei Gisbert noch schön trocken, damit der sich nicht erkältete.

Leviathan ließ sich auf das Sofa fallen und blickte böse auf die Kugel, die davor schwebte. „Was gibt’s?“, fragte er darum nicht gerade freundlich und schlug die Beine übereinander. Jetzt wirkte er wieder wie der überhebliche Drache, den er sonst nach außen zeigte.

„Ich hatte erklärt, dass Wölfchens Auftritte heiß begehrt sind“, sagte sie, weil der Wolf mit dem Trocknen des Drachenpuschels beschäftigt war. „Mir laufen die Leute die Türen ein. Sie wollen Antworten. Sie wollen wissen, wo ihr morgen antretet und ich habe bereits die Regisseure von vier Märchen hier, die euch haben wollen“, erklärte sie das Problem im Schnelldurchlauf, verkniff sich aber jegliches Grinsen. Da hatte sie wohl etwas gesehen, was sie nicht hätte sehen sollen.

„Welche Märchen?“, fragte Leviathan knapp und zog Wölfchen neben sich. Im Moment war ihm das ziemlich egal, wo sie morgen arbeiten sollten, darum sollte sein Freund entscheiden, wo er hin wollte. „Aber wenn wir wieder in so ein Märchen kommen, wo man ständig sexuell belästigt wird, dann vergessen sie 's gleich wieder. Die Nächste, die Wölfchen bedrängt, geht in Flammen auf, da können sie sich sicher sein.“

Die Fee verkniff es sich zu kommentieren, dass ihr das klar war. Schließlich wusste sie ja jetzt - wenn auch unfreiwillig herausgefunden - dass der junge Wolf vom Markt war. So verlegte sie sich darauf zu erklären, dass sowohl aus dem Märchen Bremer Stadtmusikanten, als auch aus Dornröschen, Aschenputtel und der kleinen Meerjungfrau angefragt wurde, ob Wölfchen sie nicht ein bisschen aufpeppen konnte. Sie vermied bewusst die Wortwahl der Regisseure, denn sonst machte der Drache gleich wieder dicht.

„Welches würde dir gefallen?“, fragte Leviathan und seine Stimme wurde gleich sanfter, als er sich an den Wolf wandte, der sich an seine Seite gekuschelt hatte. Er strich ihm eine Strähne aus der Stirn und lächelte. „Ich bleibe auf jeden Fall bei dir und lasse dich nicht alleine.“

„Dornröschen und Aschenputtel sind doch alles wieder Mädchen, die mir dann was in den Mund stecken wollen oder schlimmeres“, knurrte Wölfchen. Darauf hatte er keine Lust. „Du bist der einzige, der das darf. Die Musik von den Stadtmusikanten finde ich gar nicht übel, vielleicht versuchen wir es ja mal da“, überlegte Wölfchen und sah Leviathan forschend an.

„Von mir aus. Wenn du da hin möchtest, machen wir das. Du kannst entscheiden.“ Leviathan wandte sich wieder an die Fee und sein Gesicht verschloss sich. „Welche Posten sind dort zu besetzen?“ Schließlich kam es auch darauf an, welche Rolle sie spielen sollten.

„Wie oft noch - das ist egal. Sagt, was ihr spielen wollt, und die Stellen sind frei.“ Die Fee schüttelte den Kopf. Hörte ihr denn gar keiner zu?

„Da gibt’s nicht zufällig auch Häschen?“, fragte Wölfchen in die Diskussion und die Fee sah ihn forschend an. Der Wolf sollte tragende Rollen spielen, die möglichst häufig im Bild waren - keine Hintergrundstatisten ohne Text und Einfluss. „Nein, keine Hasen. Aber du kannst ein Hund sein, die sind fast wie Wölfe“, schlug sie vor und Wölfchen legte den Kopf schief. Ein Hund? „Darf der auch singen?“

„Die Bremer Stadtmusikanten singen alle“, lachte die Fee, weil Leviathan gerade aussah, als wenn ihn was gebissen hätte. „Och nöö“, murmelte er leise und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Das ging nicht. Er konnte nicht singen. Nicht mal zwei Töne hintereinander halten, aber da musste er wohl durch, weil er Wölfchen versprochen hatte, bei ihm zu bleiben. „Okay, was ist dann mein Part? Wohl der Esel, denn für die Katze und den Hahn bin ich zu groß.“

„Ja, der Authentizität wegen wäre es nicht schlecht, wenn Hund und Esel besetzt würden. Die beiden Darsteller für Katze und Hahn sind zierlichere Wesen. Sie sind auch mehr an ihrer Karriere interessiert, so dass ich nicht glaube, dass Wölfchen wieder in Gefahr sein wird.“ Dass er das bei dem potenten Drachen vielleicht eher wäre, verkniff sie sich - wie gesagt: sie brauchte die beiden noch.

„Okay, dann bereiten sie alles vor und schicken uns morgen früh eine Kutsche.“ Leviathan hatte keine Lust auf eine weitere Unterhaltung und es war auch alles gesagt. Dass er gerade sehr unhöflich war, störte ihn nicht im Geringsten, denn er war sauer. Nicht nur, dass sie gestört worden waren, er hasste es, wenn diese Kugeln einfach ungefragt irgendwo auftauchten.

„Gut, die Kutsche wird morgen früh bereit stehen.“ Die Fee verabschiedete sich, denn sie wollte es sich nicht mit dem Drachen verscherzen - sie waren und blieben launische Geschöpfe. Die Kugel löste sich auf und Wölfchen sah sich suchend um. „Wech“, murmelte er und schmuste sich weiter an Gisbert, gähnte verhalten. Auf dem Tisch stand immer noch der Rest des Essens und so liebäugelte Wölfchen mit ein paar Trauben. Doch er war zu faul.

„Ja, wech.“ Leviathan war immer noch ein wenig verstimmt, aber jetzt, wo sie wieder alleine waren, verflog das schnell. Er strich Wölfchen durch die Haare und zog ihn zu sich auf den Schoß. „Möchtest du schlafen?“, fragte er und musste schmunzeln, weil sein kleiner Freund immer wieder sehnsüchtig zu den Trauben blickte und leise seufzte. Darum beugte er sich vor und nahm die Schale vom Tisch. Natürlich wedelte Wölfchen gleich freudig mit dem Schwanz und stopfte sich ein paar der grünen Trauben in den Mund, ehe er erklärte, dass sie ruhig schon ins Bett gehen könnten und vielleicht noch ein bisschen fernsehen und gucken, was in anderen Märchen so passierte. Er fühlte sich gerade so schön zufrieden und entspannt und kuschelte sich dichter an den Drachen.

„Warum nicht.“ Leviathan nahm sich auch eine Traube und stand mit Wölfchen zusammen auf. Er nahm noch einen Teller mit ein paar kleinen Törtchen und gab sie Wölfchen zum halten. So beladen ging er in sein Schlafzimmer und setzte seine Last auf dem Bett ab. Er zog den Bademantel aus, bevor er sich zu Wölfchen legte, denn er mochte es nicht, wenn der sich verwurschtelte, wenn er sich bewegte. Dann hatte er immer das Gefühl, als würde ihn sein eigener Mantel erwürgen - das war nichts für ihn.

Wölfchen war da sowieso ziemlich pragmatisch. Er warf immer alles von sich, wo er ging und stand, das hatte sich mit seiner Weiterentwicklung noch nicht geändert. Vergessen war sogar der neue Hasenanzug, denn Thano lenkte ihn ja immer sehr gut ab. Es war angenehm, sich an den Drachen zu schmiegen, noch schöner war es, wenn die großen, wissenden Hände Wölfchen berührten.

So wie jetzt, wo sie über seinen Rücken strichen und immer mal wieder den Schwanzansatz liebkosten, sobald der kleine Wolf sich an den Drachen schmiegte und den Kopf auf Leviathans Schulter legte. So konnte er fernsehen und gleichzeitig die Streicheleinheiten genießen, nach denen sein Körper gierte. Es war schon komisch: bis vor ein paar Tagen war es für Wölfchen unerträglich angefasst zu werden und dann auch noch an solchen Stellen. Doch bei seinem Drachen war das völlig anders. Da konnte er gar nicht genug bekommen. Nachdenklich beschmuste er den Puschel, den Thano sich auf den Bauch gelegt hatte, schön in Wölfchens Reichweite und guckte mit wild zuckenden Ohren zu, wie man gerade seine Ohnmacht im Fernsehen zeigte. „Oh!“

Er wurde rot, so dass Leviathan gar nicht anders konnte, als ihn auf die warmen Wangen zu küssen. „Ich hab mich echt erschrocken, als du einfach umgefallen bist“, murmelte er dabei und seine Arme schlossen sich kurz fester um den kleinen Wolf. „Aber ist ja nichts passiert und morgen sehen wir, wie es bei den Bremer Stadtmusikanten ist.“

„Ich werde versuchen, nicht wieder umzufallen, aber der neue Anzug hatte Flecken und die gingen nicht raus und ich war schuld und das war so furchtbar“, seufzte Wölfchen und schloss die Augen. Er wollte das nicht mehr sehen. Lieber genoss er die sanften Liebkosungen, das machte so schön warm im Bauch und prickelte auf der Haut, dass Wölfchen sich immer mal vor Behagen schüttelte.

Leviathan, der das natürlich bemerkte, zog Wölfchen darum auf sich. So konnte er ihn noch besser streicheln und küssen. Er fragte nicht mehr, warum er etwas machte, sondern tat es einfach, weil es ihm gefiel und Wölfchen anscheinend auch. Der kleine Kerl hatte etwas geschafft, was noch niemandem gelungen war. Er hatte sich in Leviathans Herz geschlichen. Unbemerkt und heimlich.

„Morgen werde ich ein Hund sein“, murmelte Wölfchen, „das ist fast so was wie ein Wolf, oder? Ob Papa da stolz auf mich wäre? Morgen darf nichts schief gehen.“ Er wollte endlich beweisen, dass er sehr wohl auch ein rechtschaffener Wolf sein konnte, auch ohne diese blöde Prüfung. Pa! Leute fressen! Lügen und betrügen! Es ging doch auch ohne.

„Ja, ein Hund ist fast ein Wolf und dein Vater sollte besser stolz auf dich sein, wenn er es nicht mit mir zutun bekommen will. Ich werde auf jeden Fall stolz auf dich sein.“ Leviathan kraulte Wölfchen hinter den Ohren und sah ihn lächelnd an. Der Kleine sollte sich keine Sorgen machen. Darum küsste er ihn sanft, denn damit konnte man ihn von trüben Gedanken ablenken. Er sprang sofort darauf an und versuchte nun Leviathans Zunge wieder zu fangen und zu vertreiben, wurde immer wilder, weil der Drache sich wehrte. Bis er auf Leviathans Bauch saß und so mehr Kraft in seinen Kuss legen konnte. Dabei wedelte sein Schwanz immer wieder über Leviathans Schritt.

Leviathan ließ ihn machen und genoss es sichtlich. Immer wieder knurrte er weich, wenn die weichen Haare des Schwanzes über seinen Schoß strichen und seine Hände liebkosten auch Wölfchen intensiver. Er konnte gar nichts dagegen tun, dass er wieder erregt wurde, schließlich hatte er bisher noch nichts von dem gehabt, was sie heute geteilt hatten.

Wölfchen saß so günstig, dass er am eigenen Leib spüren konnte, wie sehr es Leviathan gefiel, was sie taten. Denn da schmiegte sich etwas hart und heiß an Wölfchens Hintern. Er zuckte hoch, sah sich um und sein Schwanz wedelte noch intensiver über die erregte Härte. „Ui“, machte er und kam auf alle Viere, guckte nun unter sich und musterte die Veränderung genau. Das war interessant. Voller Forscherdrang ließ er seinen Schwanz weiter darüber wedeln und entlockte dem Drachen so ein leises Stöhnen. Das war einfach nur herrlich, wie die weichen Haare ihn liebkosten, auch wenn er durchaus nichts gegen neugierige Finger gehabt hätte, die sich mit ihm beschäftigten, aber er wollte den jungen Wolf nicht drängen. Das war alles noch zu neu für Wölfchen und er sollte das Tempo selber bestimmen.

Im Augenblick war Wölfchen fasziniert von der Größe und wendete blitzschnell auf Leviathan. Nun hatte der den wild wedelnden Schwanz im Gesicht und Wölfchens neugierigen, heißen Atem in seinem Schoß. „Ist ja immer noch größer als meiner“, murmelte Wölfchen und strich fast ehrfürchtig mit einem Finger die gesamte Länge entlang, von der Eichel bis zur Wurzel.

„Hng“, kam es etwas gepresst von Leviathan, der gerade nicht so richtig wusste, wie ihm geschah. Sein Becken ruckte ein wenig nach oben und seine Hände griffen sich den wedelnden Schwanz. Auch wenn es nur eine kleine Berührung gewesen war, so spürte der Drachen sie in seinem sensibilisierten Zustand sehr viel intensiver und seine Hände legten sich fest auf Wölfchens Hintern, kneteten ihn und strichen auch immer wieder dabei über die Hoden.

„Äh?“ Verwirrt von der beidseitigen Attacke sah sich Wölfchen um, guckte über die Schulter zurück zu Leviathan. Dieser Anblick machte ihn irgendwie heiß, denn ihm wurde warm und er fühlte sich so wie vorhin im Bad. Sein Körper prickelte wie der komische Badeschaum von vorhin. Seine Augen verschmälerten sich wieder und Wölfchen hatte seine Beute wieder im Blick. Seine Fänge blitzten hervor, als er grinste und seine Finger wieder über Leviathans Härte gleiten ließ - schneller und fester.

Damit erreichte er, dass Leviathan sich stöhnend aufbäumte und gleichzeitig fester zugriff. „Ja“, entkam es ihm und er schloss die Augen. Das war einfach herrlich. Die Berührungen wirkten noch etwas unbeholfen, aber gerade das machte es auch so aufregend, denn er wusste, dass Wölfchen so etwas vorher noch nie gemacht hatte. „Sei ruhig neugierig“, keuchte er und intensivierte seine eigenen Liebkosungen bei Wölfchen. Der schmolz fast dahin vor Genuss und seine Beine öffneten sich immer weiter. So rutschten seine Knie über die Laken und er kam auf Leviathans Bauch zum Liegen, stöhnte zufrieden auf und sein Kopf sank tief in Thanos Schoß. Es war ein Reflex des Wolfes, dass seine Zunge über die Beute strich und er schloss die Augen.

Das war gut - der Geschmack des Drachen tanzte auf Wölfchens sensibler Zunge. So leckte er immer wieder über die glühende Härte und kostete. Dafür dass er kein Fleisch mochte, machte ihn das hier ziemlich an.

„Ah.“ Leviathan bäumte sich auf. Das war einfach unglaublich. So etwas hatte er noch nicht erlebt, dass so zaghafte und unsichere Berührungen ihn dermaßen erregten und nicht nur ihn, wie er feststellen konnte, weil sich Wölfchens Erregung an seine Brust drückte. Aber so kam Leviathan nicht an ihn heran, darum packte er seinen Freund an der Hüfte und hob ihn ein wenig hoch. Erst dann legte er ihn so neben sich, dass sie sich seitlich gegenüber lagen und er einen freien Blick auf den Schoß des Wolfes hatte, den er gleich eroberte, damit Wölfchen wusste, dass alles in Ordnung war und er nichts falsch gemacht hatte.

Doch Wölfchen konnte sich immer nur auf eines konzentrieren - genießen oder forschen und im Augenblick hatte er Beute geschlagen und wollte die auch nicht wieder hergeben. Er wusste, wie gut Leviathans Finger sich auskannten und welchen Genuss er ihm bereiten konnte, doch der Jagdinstinkt des Wolfes war stärker. Seine Zunge und die Fangzähne kümmerten sich mit Leidenschaft um die zarte Haut.

Das machte er so geschickt, dass Leviathan sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr zurückhalten konnte. Sei Körper zuckte und er stöhnte immer wieder lustvoll auf. Ihr kleines Zwischenspiel im Bad hatte ihn schon so weit gebracht, dass es jetzt nicht mehr sehr viel bedurfte, um ihn an den Punkt zu bringen, von dem es keine Umkehr mehr gab. „Mehr“, grollte er kehlig und griff fester zu, damit auch Wölfchen nicht zu kurz kam. Zusätzlich ließ er das weiche Fell an seiner Schwanzspitze über Wölfchens Rücken streichen - er wusste genau, wie sich das weiche Fell auf sensibler Haut anfühlte und so war es auch. Wie eine genießende Katze drückte Wölfchen den Rücken durch, doch von seiner Beute ließ er nicht ab. Mit Händen und Zunge machte er sich zu schaffen, ohne richtig zu begreifen warum und mit welchem Ziel. Es war wie ein Rausch, die Gier nach Thanos Stöhnen.

Davon bekam er reichlich, denn der Drache hielt sich nicht zurück, Wölfchen zu zeigen, wie richtig er ihn berührte. Es dauerte darum auch nicht lange, bis es zuviel für den Drachen wurde. Er wollte Wölfchen noch warnen, aber dazu kam er nicht mehr, weil ihn sein Höhepunkt so schnell überrollte, dass er sich ihm nur noch laut stöhnend ergeben konnte.

Etwas verwirrt über die abrupten Veränderungen zuckte Wölfchen zurück und beobachtete mit Neugier, wie sich diese klebrige Masse verteilte. Mit verengten Augen kostete er, spuckte aber angewidert und schüttelte sich. Nein, das sah nur aus wie Zuckerguss, das war keiner. Viel zu salzig.

„Komm her, Kleiner“, lachte Leviathan ein wenig atemlos und zog Wölfchen zu sich hoch, damit er wieder die Arme um ihn legen konnte. Lächelnd strich er ihm mit einem Finger über die Lippen, bevor er ihn küsste, wenn auch nur kurz, weil er noch immer außer Atem war. Er fühlte sich wie nach einem Sprint, aber wunderbar entspannt und zufrieden.

„Gut, hä?“, grinste Wölfchen, der genau wusste, wie der Drache sich jetzt fühlte. Wenn er nur halb so zufrieden war wie Wölfchen vorhin, dann war er jetzt sehr, sehr entspannt. Der junge Wolf gähnte und raffte sich die Decke, die achtlos beiseite geschoben worden war. Dazu zerrte er noch Gisbert dichter zu sich, dann rollte er sich mit seiner Beute auf seinem Thano zusammen.

„Ja, gut“, lachte Leviathan und rückte Wölfchen auf sich zurecht, damit sie es beide bequem hatten. Der kleine Wolf bekam noch einen sanften Kuss, dann schloss der Drache ebenfalls die Augen und strich nur noch ganz zart über Wölfchens Rücken. Sie waren beide müde, so dass nach kurzer Zeit schon nur noch ihre gleichmäßigen Atemzüge zu hören waren. Wölfchen hatte wieder Gisbert beim Wickel und kaute darauf herum und dank der Nähe schlief der kleine Wolf ruhig.