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07

Catching Santa Claus [Ira]

Türchen 7

Es war gerade so schön im Bett: Schön warm, Niki hatte sich von hinten an ihn gekuschelt und es war bestimmt noch zu früh zum Aufstehen.

Genervt knurrte Tobias auf, als das Geräusch einfach nicht aufhören wollte, obwohl er wusste, dass er den Wecker nicht gestellt hatte.

So sanft wie möglich löste er sich aus Nikis Armen und stand auf. Mit kleinen Augen tapste er in die Werkstatt und nahm das Telefon ab.

"Hier Walt", nuschelte der 23-Jährige und unterdrückte ein Gähnen. Sie waren gestern erst spät ins Bett gekommen. Die halbe Nacht hatten sie gespielt, diesmal wirklich ohne Alkohol.

"Grüezi Herr Walt. Hier ist Sabine Ruckstuhl von der Bank. Sie waren vor sechs Tagen bei uns, weil ihr Freund Geld tauschen wollte. Die Maschine ist inzwischen repariert und sie gaben uns diese Nummer, um sie zu verständigen", erklang eine freundliche Stimme aus dem Hörer.

Tobi stand neben sich. Vor dieser Nachricht hatte er sich die ganze Zeit gefürchtet. Was er der Frau am anderen Ende sagte, wusste er nicht. Er hatte sich verabschiedet und den Hörer aufgelegt. Jetzt saß er auf dem Fußboden, zitterte leicht und murmelte immer wieder "nein", vor sich hin. Er wollte nicht, dass sein Freund wieder ging. Aber wenn Niklas hier blieb, dann war er eher in Gefahr, dass sein Vater ihn fand. Das war einfach nicht fair.

*

Es war kühl an seinem Bauch. Vorher hatte dort die ganze Nacht über Tobi gelegen und ihm Wärme gespendet, die sich nun verflüchtigte. Verwirrt öffnete Niklas die Augen und blickte sich müde um. Es war halb zehn, bemerkte er nach einem Blick auf den Radiowecker, und fuhr sich durchs Haar. Wo war Tobi. Leise rief er nach seinem Freund, bekam aber keine Antwort.

Vielleicht wuselte er wieder fleißig in der Küche herum, um Frühstück zu machen? Sich darüber freuend schlüpfte Niklas aus dem Bett, um dem Jüngeren zu helfen, kratzte sich dann aber verwirrt den Kopf, als er Tobias nicht in der Küche antraf. Wo konnte er nur sein?

Ach ja, die Werkstatt! Vielleicht arbeitete Tobi schon?! Niklas glaubte zwar nicht daran, ging aber trotzdem in das Arbeitszimmer und schreckte dann zusammen, als er Tobi auf dem Boden sitzend weinen sah. "Gott... was ist passiert?", Sofort war er an der Seite seines Eisbärs und zog ihn in die Arme. "Hey... Tobi... was ist denn los?!"

*

Tobias hatte gar nicht gemerkt, dass er mit weinen angefangen hatte.

/Bitte... er darf nicht gehen. Ich will nicht dass er geht. Das überleb ich nicht. Jetzt nicht mehr, wo ich weiß, das Niki in mich verliebt ist/, rotierte es in seinem Kopf.

Als er die starken Arme um sich spürte, klammerte sich der Braunhaarige an Niklas fest. "Bitte... bitte geh nicht", wisperte er traurig und war versucht, in sein Engelchen hineinzukriechen, damit er ihn nicht hier alleine ließ.

*

"Hey... wohin sollte ich denn gehen? Was ist denn passiert?", fragte Niklas nun eindringlicher, war unglaublich besorgt um seinen Schatz. Liebevoll streichelte er ihm über die Wangen, küsste ihm die Tränen weg und blickte Tobias dann direkt in die Augen.

*

Der kleine Eisbär schniefte noch immer und Tränen, liefen auch weiterhin, obwohl Niki versuchte sie wegzuküssen.

"Da... da war grad ein Anruf", brachte er mühsam hervor und sein Herz zog sich zusammen. Wenn er das Niki jetzt nicht sagte, dann würde er auch nicht gehen.

Aber das war nicht fair und egoistisch.

"Die Maschine ist wieder repariert. Du kannst dein Geld prüfen und tauschen lassen."

Traurig ließ er seinen Kopf hängen. Er wollte nicht sehen, wie froh Niklas war.

*

Niklas war froh, ja, denn nun musste er sich von Tobi nicht mehr aushalten lassen und konnte auch diesen mal zu einem Essen einladen. Dass er weggehen würde stand mittlerweile außer Frage. Seinen restlichen Urlaub, der ihm vergönnt war, würde er mit und bei Tobi verbringen. "Hey Süßer... das ist doch kein Weltuntergang!", flüsterte er liebevoll und drückte Tobi fest an sich.

*

/Kein Weltuntergang/, hallte es in Tobias Kopf wieder. Hatte er das gerade richtig verstanden und Niklas wirklich gesagt? Es war kein Weltuntergang!

Niki wollte also wirklich weg und ihn hier alleine lassen. Tobi hatte das ja immer gewusst, es aber verdrängt, um nicht daran erinnert zu werden.

Er war nur dazu da gewesen, damit sich der Ältere klar werden konnte, was er lieber mochte. Das tat weh. Sehr sogar.

Der Spielzeugmacher löste sich etwas von Niklas und wischte sich mit dem Arm über seine Augen, versuchte zu lächeln.

"Dann sollten wir wohl Frühstücken, damit wir in die Stadt können."

*

Niklas freute sich, dass Tobi wieder lächelte und küsste ihn nochmal zärtlich auf die Stirn. Hatte der Kleinere also doch eingesehen, dass Geld umtauschen kein Weltuntergang war, hoffentlich schnell ging und sie dann wieder hier gemeinsam kuscheln könnten, danach war Niklas nämlich mittlerweile süchtig.

*

Der Jüngere stand auf und ging erst einmal in sein Schlafzimmer, um sich was Gescheites anzuziehen. Er war froh, als er hier seine Maske kurz fallen lassen konnte. Denn Lächeln kostete Kraft. Aber Tobi wollte nicht, dass sich Niki Sorgen machte. So musste er halt weiter lächeln.

Fertig angezogen huschte er noch schnell ins Bad um die Haare wenigstens zu kämmen, viel würde es ja nicht nützen und dann ging der 23-Jährige in die Küche, bereitete das Frühstück vor. Mit aller Macht unterdrückte er die Tränen, die wieder fließen wollten.

/Ich will nicht, das Niki geht. Aber wenn er weg will, kann ich ihn nicht aufhalten. Ich bin doch sonst nicht so egoistisch, dass ich jemand anderem was Schlechtes wünsche, nur damit ich glücklich sein kann./

*

Niklas hatte noch einen Moment in der Werkstatt gestanden, verwirrt warum Tobi dennoch irgendwie betrübt und unglücklich auf ihn wirkte, war ihm dann aber gefolgt und umarmte ihn in der Küche angekommen sanft von hinten. "Du brauchst nicht so viel zu decken. Ein Teller reicht, du sitzt eh auf meinem Schoß, ja?", fragte er liebevoll und streichelte Tobis Bauch entlang.

*

Leise seufzte Tobi auf und kuschelte sich an sein Engelchen.

Das Schnurren, dass sich komischerweise bei den Streicheleinheiten seines Bauches seine Kehle hinaufarbeitete, unterdrückte Tobias nicht.

"Ja. Ich werde auf deinem Schoß sitzen. Aber du solltest dir erst einmal was anziehen. Ich will nicht, das du krank wirst", versuchte er so normal wie möglich zu sagen.

Der Kleine wollte seinem Freund kein schlechtes Gewissen machen, weil der gehen wollte. Tobi würde das schon irgendwie überleben. Mehr oder weniger, wobei sich der Grauäugige sicher war, eher weniger.

*

"Du brauchst dich nicht sorgen, ich bin schon mit weniger Kleidung am Körper durch kältere Gebiete gegangen, aber dir zuliebe beruhige ich mal dein Gewissen, indem ich mir was überwerfe!", lächelte Niklas und küsste Tobi in den Nacken, leckte sich dann zu dem kleinen Ohr hinauf und knabberte an dem empfindlichen Ohrläppchen. Das hatte er auch schon gestern vorm Einschlafen gemacht und Tobi war sehr angetan gewesen.

Danach löste er sich von dem Kleinere und ging ins Wohnzimmer, um sich anzuziehen.

*

Bei dem sanften Knabbern stöhnte Tobias auf und seine Sorgen verschwanden für den Augenblick im Nirgendwo. Wie auch gestern, wurden seine Beine weich und der Jüngere musste sich an der Theke festhalten, nicht das er auf dem Boden landetet.

Gestern, im Bett - als Niki so mutig gewesen war und das gemacht hatte - waren seine Knie auch weich geworden. Aber da war er gelegen, da war es nicht so schlimm gewesen.

Als sein Engelchen von ihm abließ, atmete Tobi ein paar Mal tief durch, bevor er seinen Beinen wieder traute und den Tee für Niki und für sich die heiße Schokolade auf den Tisch stellte. Heute war ihm mal danach.

Zufrieden mit sich, weil alles da war, nur sein Freund noch fehlte, setzte er sich mal wieder auf den Tisch.

*

Niklas schmiss sich eilig in frische Kleidung und eilte zu Tobi zurück, von dem er schon seit einer Weile nicht mehr getrennt sein wollte. Jede Sekunde ohne Tobi schmerzte Niklas, der eben Hals über Kopf in den Jüngeren verliebt war.

Wieder in der Küche angekommen setzte er sich auf den Stuhl und winkte Tobi zu sich, zog ihn dann auf seinen Schoß und küsste ihn liebevoll. "Da bin ich wieder."

*

Tobias sprang vom Tisch und ließ sich nur zu gerne auf den Schoß des Älteren ziehen. Er wollte das alles noch genießen, so lange er konnte.

Der Braunhaarige erwiderte den Kuss sanft und murmelte dann ein: "Seh ich", bevor er sich noch einen Kuss stahl.

Wie er das vermissen würde, wenn Niki nicht mehr da war. Aber er würde den ganzen Kerl vermissen.

Leise seufzte er auf: "Lass uns essen, bevor unser Trinken kalt wird und wir nachher noch in einen Stau kommen."

*

"Im Stau mit dir zu stehen wäre sicher auch nicht das schlechteste. Kuscheln während du eigentlich fahren müsstest", grinste Niklas und umarmte Tobi fest. "Schmierst du mir wieder das Brötchen? Du machst das so gut!", frech wackelte Niklas mit den Augenbrauen und küsste Tobi auf die Nase. Ja er war gut drauf, jetzt wo er sich keine Sorgen mehr darüber machen musste, dass er abhängig von Tobi war was Geld betraf.

*

Tobias spürte einen Stich nach dem anderen im Herzen, weil Niki so froh war. Das war einfach nicht fair. Eigentlich sollte sich der Blonde auch so mies wie Tobi fühlen.

Aber er schmierte ein Brötchen ohne was zu sagen und belegte es dann mit Wurst, reichte es Niki, bevor er sich an sein eigenes Brötchen machte.

Er verfluchte den Tag und die Tatsache, dass der Anruf heute gekommen war. Wäre er heute Morgen doch nur im Bett geblieben.

*

"Danke kleiner Eisbär", murmelte Niklas und biss genüsslich in sein Wurstbrötchen. Tobi hatte genau die richtige Wurst ausgewählt, auf die Niklas auch gerade Lust gehabt hatte. Der Jüngere kannte ihn eben schon verdammt gut und Niklas hoffte, dass er ihn noch besser kennen lernen würde in der restlichen Zeit, die ihnen blieb.

*

Der Spielzeugmacher nickte nur und aß sein Brötchen, schmierte sich und seinem Freund dann das nächste. Hier musste ja keiner verhungern, es war ja genug da.

Als sie beide satt waren, machten sich Tobi und Niki daran, das Geschirr und die Lebensmittel zu verstauen. Danach zogen sie sich warm an und verließen die Wohnung. Der Braunhaarige hängte noch schnell Gabis Geschenk an die Türe und trat kurz darauf mit seinem Freund aus dem Hochhaus.

Im Auto saßen sie dann auch bald und fuhren Richtung Stadt. Tobias hatte Probleme, sich auf die Straße zu konzentrieren, den mit jedem Kilometer den sie zurücklegten, desto schlimmer wurde das Ziehen in seiner Brust.

*

Niklas bemerkte Tobis Unruhe und wurde immer verwirrter. Schließlich wandte er sich besorgt zu Tobi und blickte ihn sanft von der Seite an. "Warum bist du so... aufgeregt?"

*

Er konnte Niki doch nicht die Wahrheit sagen. Tobias wollte nicht als total egoistisch dastehen und seinen Freund vor den Kopf stoßen, wollte er gleich gar nicht.

Also musste eine Ausrede her.

Da kam ihm das Auto, dass er überholte weil es vor ihnen her schlich gerade recht, denn so musste er so tun als würde er sich konzentrieren und konnte sich was einfallen lassen.

Erleichtert atmete der 23-Jährige auf, weil ihm eine Antwort eingefallen war.

So löste er seine Hand vom Steuerknüppel, schnappte sich Nikis und verflocht ihre Hände ineinander. Kurz blickte Tobias, weil die Straße frei war zu seinem Engelchen und meinte mit einem kleinen Lächeln: "Ich vermisse deine Nähe."

Das stimmte auch wirklich, aber es war eben nicht der Grund, warum er sich so mies fühlte.

*

"Ach bist du süß...", flüsterte Niklas gerührt und hob Tobis Hand an seine Lippen, um sie zu küssen. "Aber wir haben doch vorhin gekuschelt und nachher werde ich dich nochmal ganz fest drücken und festhalten!", versprach Niklas und spürte sein Herz schneller schlagen.

*

Tobias Hand kribbelte wie verrückt und er war versucht, einfach an der Seite anzuhalten und Niklas auf Knien anzuflehen nicht zu gehen.

Aber er hatte ja kein recht über den Blonden zu bestimmen, sonst wäre er genau wie dessen Vater. Also schwieg er und fuhr weiter, seinem Verderben entgegen, denn so empfand der 23-Jährige es.

/Ja, das wird eine Abschlussumarmung sein. Ich will nicht. Ich will zurück in mein Bett und die Welt aussperren/, quengelte er in Gedanken.

Stumm fuhr er in die Stadt, löste ihre Hände nur wenn er schalten musste und parkte leider schon viel zu schnell bei vor der Bank.

"Ich warte hier, ja?!", murmelte der kleine Eisbär leise. Er wollte nicht mit hinein. Er wollte nicht sehen, wie die Maschine bestätigte, dass das Geld echt war und Niklas sein Geld bekam, mit dem er dann aus seinem Leben verschwinden würde.

*

"Ähm... okay..." Traurig darüber, dass Tobi ihn alleine ließ, stieg Niklas aus dem Wagen und schlurfte mit dem Geld in der Tasche in die Bank, ging dort zum Schalter und musste die ganze Zeit an Tobi denken und warum dieser nicht mit rein gekommen war. Sie klebten doch die letzten Tage nur aneinander und jetzt so was.

Erst als die Bankangestellte ihm lächelnd 2140 Franken auf den Tisch legte, erwachte Niklas aus seinem Traum. "So, hier haben Sie ihr Geld. Einen schönen Tag noch!"

Schnell das Geld wieder in die Tasche steckend verließ Niklas dankend die Bank und stieg zurück in Tobis Auto.

*

Fest biss sich Tobias auf die Unterlippe, um nicht laut schreien zu müssen, als Niki aus dem Wagen stieg.

Er wusste, dass er Niki gehen lassen musste. Und trotzdem liefen erneut die Tränen.

Hastig wischte er sie weg und malte mit seinem Finger sinnlose Muster auf das Lenkrad, wartete, das sein Freund wieder kam und betete doch innerlich, dass das Geld nicht reichen würde oder die Maschine doch wieder kaputt sein.

Aber sein Engelchen kam wieder und so wie es aussah, hatte er das Geld.

Tobias seufzte lautlos, stahl sich einen kurzen Kuss, bevor er dann wieder los fuhr. Mit Ziel: Flughafen, damit sich Niklas gleich mal erkundigen konnte, wann der nächste Flug ging und er sich ein Ticket kaufen konnte.

*

"Du... sind 2140 Franken viel?", fragte Niklas unsicher, als er wieder im Auto saß. Hoffentlich war es so, denn dann konnte er Tobi verwöhnen und besonders oft ausführen. Jetzt ging es jedenfalls schnell nach Hause zum kuscheln!

*

Ja, verdammt. Es war viel und würde für einen Flug reichen. Wer hasste ihn da nur so sehr?

"Ja, ist schon eine ganze Menge. Dafür muss ich eine Zeit lang arbeiten", erwiderte Tobias, hielt an einer roten Ampel.

Auf dem Weg zum Flughafen gab es mehr davon, weil in die Richtung der Verkehr immer mörderisch war. Besonders wegen den Taxis.

*

"Das ist schön!", freute sich Niklas sichtlich und lehnte sich im Sitz zurück, ergriff Tobis Hand und streichelte sie sanft. Erst dann sah er nach draußen und bemerkte, dass sie irgendwie nicht denselben Weg nahmen auf dem sie hergekommen waren. Aber er kannte sich ja eh nicht hier aus. Wahrscheinlich würden sie nur eine Abkürzung fahren!

*

Tobias unterdrückte die Tränen, die schon wieder fließen wollten, weil sich Niklas über die Menge des Geldes freute.

Der Ältere würde also so aus seinen Leben verschwinden, wie er gekommen war: schnell und leise.

Nach einer halben Stunde - daran waren diverse rote Ampeln schuld - hielten sie vor dem Flughafen. "Wir sind da", sprach der Spielzeugmacher mit belegter Stimme und versuchte, das feine Zittern seines Körpers los zu werden.

*

Niklas hatte während der Fahrt die Augen geschlossen gehabt und darüber nachgedacht wie er Tobi heute ausführen könnte, als sie anhielten. "Ah endlich wieder zu Ha..." Sofort stockte Niklas als er nicht wie erwartet vor Tobis Haus hielten. "Kleiner Eisbär... wo sind wir hier?"

*

Das Zittern nahm zu, als er Niklas Kosenamen für sich hörte und dessen Frage. "Na... am Flughafen. Du willst doch zum Äquator und jetzt, wo du dein Geld hast kannst du das auch", murmelte Tobias verwirrt und traute sich endlich, zu seinem Engelchen zu blicken.

Allerdings war alles etwas verschwommen, weil sich da schon wieder Tränen bildeten und diesmal auch gewannen, über Tobis Wangen liefen.

*

"Ja bist du des Wahnsinns? Wie kommst du auf so einen Stumpfsinn?", rief Niklas nun aufgebracht. DESWEGEN war Tobi also den ganzen Tag so durch den Wind gewesen, hatte andauernd so traurig geguckt. "Denkst du ich will dich verlassen, nach allem was passiert ist? Ich will mit dir zusammen sein so lange ich kann... ich liebe dich doch!", hauchte er schließlich leise.

*

Tobias zuckte leicht zusammen, als Niki so laut wurde. So kannte er ihn gar nicht. "Aber...", wisperte der Braunhaarige "deswegen hab ich doch heute Morgen schon geweint und du hast gemeint, das sei kein Weltuntergang. Für mich hat sich das so angehört, dass du mich satt hast und weg willst."

Der Grauäugige konnte einfach nicht aufhören mit weinen. Aber daran waren auch die drei Worte schuld, die er so sehnlichst hatte hören wollen. /Er liebt mich... er liebt mich/, rief ein freudiges Stimmen immer wieder in seinem Kopf.

"Wirklich? Du liebst mich wirklich?", wollte sich der kleine Eisbär versichern. Nicht das ihm seine Ohren einen Streich spielten.

*

"Ja... ich liebe dich!", hauchte Niklas selbst verblüfft dass er das gesagt hatte, was er fühlte. Bis jetzt war er sich dessen gar nicht so bewusst gewesen aber jetzt wo er tief in sich reinhörte wusste er, dass es der Wahrheit entsprach. Er liebte Tobias! Und jetzt musste er das Missverständnis aufklären. "Als ich heute Morgen sagte, dass es kein Weltuntergang sei, meinte ich den Geldwechsel. Nie wollte ich weggehen. Ich dachte du seist traurig weil wir das Geld wechseln und wir deswegen nicht zu Hause kuscheln können. Aber weißt du, ich bin froh darüber weil ich dich jetzt auch mal einladen kann!"

*

Fahrig wischt sich Tobias mit der Jacke über die Augen und lächelte leicht, auch wenn es reichlich verzerrt war.

"Und ich hab gedacht, du freust dich, weil du ja schon von Anfang an zum Äquator wolltest. Deswegen wolltest du ja auch in die Stadt, zum Geld wechseln. Ich bin so blöd", kam es beschämt von dem Kleinen.

Jetzt hielt ihn nichts mehr. Er schnallte sich ab und warf sich Niklas in die Arme, kuschelte sich an ihn. "Für die Zukunft sollten wir wohl klar sagen, was wir meinen und uns wünschen. Nicht dass es noch mehr solcher Missverständnisse gibt."

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"Der Meinung bin ich auch!", lachte Niklas und umarmte Tobi fest, drückte ihn an sich. "Ich wollte das Geld wirklich nur, um auch dich mal einladen zu können. Dank deines tollen Buches weiß ich ja jetzt wies so am Äquator ist und obwohl das ziemlich aufregend wäre dorthin zu reisen, möchte ich dort trotzdem nicht hin... weil du nicht da wärst!"

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"Das ist so süß von dir, Engelchen", murmelte der Braunhaarige und richtete sich leicht auf, um Niklas zu küssen.

"Lass uns nach Hause fahren. Auf den Schreck brauch ich ein paar Kuscheleinheiten", murmelte er noch, bevor er seine Lippen sanft auf das weiche Paar legte.

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"Gerne, jederzeit und ohne Unterbrechung!", flüsterte Niklas verliebt und küsste Tobias nochmal innig, bevor er ihn wiederwillig losließ, dass er sie beide Heim bringen konnte.

*

Beschwingt schnallte sich Tobias wieder an, startete den Wagen und fädelte sich in den Verkehr ein. Seine zweite Hand ließ er auf dem Oberschenkel seines Engelchens liegen, nahm sie nur weg, wenn er wieder einmal schalten musste.

Dem Braunhaarigen kam es so vor, als wäre sie diesmal schneller gewesen, als er vor seinem Hochhaus parkte. Aber ihm sollte es recht sein.

"Wir sind da, Niki", sprach er leise. Denn der Blonde war am Ende der Fahrt ziemlich leise gewesen, aber Tobi hatte nicht kucken können, weil doch ganz schön viele Autos unterwegs gewesen waren.

*

Niklas hatte die ganze Zeit Tobi betrachtet und nochmal genauestens seine Gefühle für den Jüngeren betrachtet. Da war nur tiefe Liebe, aber auch Angst davor wieder von Tobi getrennt zu werden. Hoffentlich ließ sich sein Vater Zeit, fand ihn nicht so schnell!

Als Tobi ihn ansprach riss er Niklas damit aus den Gedanken. Sofort lächelte er dem Dunkelhaarigen zu und schnallte sich ab. "Endlich!"

*

Tobias lachte warm und schnallte sich dann selbst ab. Es war süß, wie sich sein Engelchen über so was einfaches, wie zurück in der Wohnung zu sein freuen konnte.

Der 23-Järhige stieg aus, wartete bis Niki das Auto umrundet hatte und griff selbstverständlich nach dessen Hand. "Ich bin glücklich, dass du hier bleibst", erklärte er liebevoll.

*

"Und ich erst. Beinahe wärst du mich los geworden", seufzte Niklas und küsste Tobi auf die Schläfe, während sie gemeinsam zum Haus rüber gingen und schließlich nach ein paar Stufen Tobis Wohnung betraten.

*

Das Kalendertürchengeschenk landete auf der Kommode, wie auch schon das von gestern. Aber im Augenblick hatte Tobias keine Lust sich darum zu kümmern.

Gut, Niki verschwand nicht einfach mit dem nächsten Flieger, aber der Braunhaarige hatte immer noch im Kopf, das Nikis Vater Verbindungen hatte und ihn finden konnte, wenn er zu lange an einem Ort blieb.

Das machte ihm jetzt viel mehr Sorgen. Vielleicht sollte er auch Urlaub machen und zusammen mit Niki fliegen. Seine Eltern hatten ihm das schon oft nahe gelegt, weil er sich überarbeiten würde - in ihren Augen.

Gabi war daran bestimmt auch nicht unschuldig.

>>Du kannst dir das Geld auch gerne von uns borgen<<, halte die Stimme seines Vaters in seinem Kopf wieder. Na ja, Tobi würde darüber noch einmal eine Nacht schlafen und dann morgen mal mit seinem Engelchen darüber reden.

Aber erst einmal, zog der Grauäugige sich die Schuhe und die Jacke aus, verräumte beides. "Was machen wir jetzt, Engelchen? Plätzchen hab ich für dieses Jahr immer noch keine gemacht. Aber ehrlich gesagt, hab ich auch keine Lust, weil ich was viel Süßeres bekommen habe, was den Zähnen nicht einmal schadet."

Liebevoll blickte er zu dem Größeren auf.

*

Unschuldig blinzelte Niklas mit den Augen und fragte leise "Was denn?", musste dann aber grinsen. Er wusste genau was Tobias wollte. "Bist du sicher, dass du DAS willst und nicht doch lieber zähne schädigende Plätzchen?!"

*

"Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich DAS will. Und wenn ich für den Rest meines Lebens keine Plätzchen mehr esse", erwiderte Tobias und trat einen Schritt auf Niklas zu.

Mit den Worten "Ich liebe dich", stellte er Kleinere sich auf seine Zehenspitzen und küsste seinen Freund liebevoll. "Mir ist noch nie was Besseres passiert als dich zu treffen", wisperte Tobi nachdem er den Kuss wieder gelöst hatte und lehnte sich gegen sein Engelchen.

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Niklas seufzte glücklich und zog Tobi fest in seine Arme, streichelte liebevoll den Rücken rauf und runter. "Mir ist noch nie so etwas Gutes passiert wie du! Ich weiß nicht was ich ohne dich machen soll, wenn ich wieder zu Hause bin...", hauchte er leise und man hörte die Trauer und Angst vor diesem Moment in seiner Stimme.

*

Tobias hob eine Hand und streichelte sanft über die weiche Wange seines Engelchens. "Denk nicht daran, Niki. Noch bist du hier bei mir und es wäre schade, wenn du unsere gemeinsame Zeit mit traurigen Gedanken verbringst. Wir werden es nicht ändern können und sollten unsere Zeit genießen, die uns zusammen bleibt."

Er schenkte seinem Freund ein warmes Lächeln, bevor er ihn wieder küsste, mit seiner Zunge um Einlass bat. Wenigstens für eine Weile wollte Tobias den Älteren von seinen düsteren Gedanken abbringen.

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Niklas erwiderte den Kuss sanft und eher liebevoll als leidenschaftlich. Doch er ließ sich ablenken damit und vergaß für einen Moment seinen Vater und seine Verpflichtungen. Dann wurde ihm jedoch wieder bewusst, dass sie vielleicht doch nicht ewig Zeit hatten. "Vielleicht sollten wir doch heute noch die Plätzchen backen!"

*

Auch Tobias erwiderte den Kuss liebevoll. Leidenschaftlich hätte nur zu etwas geführt, was in seinen Augen noch zu früh war. Vor allen Dingen, da Niki damit keine Erfahrung hatte.

"Okay. Dann müssen wir aber erst mal schauen, was ich noch an Zutaten da habe und mit den Rezepten vergleichen. Ich wollte nur drei Sorten frisch machen und die vierte gibt es nur als Fertigteig", erklärte der Braunhaarige, bevor er sich noch einen Kuss stibitze und dann in die Küche ging, dort das Rezeptbuch für Plätzchen aus dem Schrank suchte.

*

Lächelnd betrachtete Niklas den davonwuselnden Tobias und musste gleich an das jährliche Plätzchenbacken mit seiner Mutter denken. Plätzchen gab es nämlich bei ihnen wirklich nur an Weihnachten, während andere weihnachtliche Freuden fast täglich fabriziert oder veranstaltet wurden. Demnach war die Woche in denen Niklas' Mutter Plätzchen für alle buk etwas ganz besonderes und selten, nämlich dann wenn sein Vater ihn doch mal von der Arbeit entließ, durfte er mithelfen.

Erneut packte Niklas die Sehnsucht nach seiner Mutter, doch um sie zu benachrichtigen würde er sein Versteck offenbaren müssen und so seinen Vater hierher locken. Das wollte er ganz und gar nicht, deswegen musste sich seine Mutter einfach gedulden, bis Nik von selbst seinen Urlaub beenden würde.

Diesen Entschluss in Gedanken nochmal bekräftigend folgte Niklas seinem Freund in die Küche, um dort mit ihm den Teig vorzubereiten.

*

Glücklicherweise war alles da, was er brauchte und auch noch in ausreichender Menge.

So stürzte er sich fröhlich lachend mit seinem Freund auf die Zutaten, bereitete genau nach Rezept den Teig vor - was natürlich nicht ohne gelegentliches Naschen von statten ging. Auch wenn Tobi wusste, dass er von zu viel rohem Teig Bauchweh bekommen konnte, so naschte er doch viel zu gerne, um es sein zu lassen.


Als das erste Blech mit Zimtsternen aus dem Backofen kam um etwas zu kühlen und das zweite gerade hineinwanderte, blickte sich Tobias mal um. Leise musste er kichern, denn die Küche und besonders Niklas und er selber waren mit Mehl dekoriert. Aber was war zu erwarten, wenn die beiden nebenbei herumalberten und sich hier und da einen Kuss oder eine Umarmung holten, damit sie nicht wegen Vernachlässigung eingingen.

Die Vanillegipfel, die Kokosmakronen und die Brunsle lagen schon fertig in den Schüsseln, den ein oder anderen hatten sie natürlich auch schon probieren müssen.

Das Mittagessen hatten sie vor lauter backen vergessen. Aber wenn das letzte Blech aus dem Ofen war und aufgeräumt, wäre Tee angebracht und ein paar Plätzchen, so als nachträgliches Mittagessen. Tobi hatte auch noch Marzipanstollen da. Selbst gemacht schmeckte er natürlich besser, aber wenn man schon einmal einen geschenkt bekam, dann aß man natürlich den zuerst.

*

Sobald Tobi mit dem heißen Blech bei ihm auftauchte, stahl sich Niklas frech grinsend einen Zimtstern herunter und steckte ihn genüsslich in den Mund. Den Teig herzustellen hatte ihm riesigen Spaß gemacht, so lustig war es nicht mal mit seiner Mutter. Zumal er hier noch ausreichend Streicheleinheiten und Küsse bekam. Und jetzt wo er das Ergebnis ihrer kleinen Weihnachtsbäckerei schmeckte, war er äußerst zufrieden. "Die sind superlecker!"

*

"Aber auch nur, weil du mir beim Backen geholfen hast", antwortet Tobias liebevoll lächelnd und stellte dann das Backblech auf die Untersetzter.

Danach drehte er sich zu seinem Freund um und lehne sich an den Tisch hinter sich. "Weißt du, dass du überall voller Mehl bist? Das sieht süß aus."

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"Denkst du, du siehst besser aus? Farblich gleichst du nämlich gewaltig dem kleinen Eisbär, der du für mich bist!", grinste Niklas und küsste Tobi wieder zart auf die Lippen.

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Der Braunhaarige erwiderte den Kuss und grinste seinen Freund dann breit an. "Wenn ich dafür jedes Mal von dir geküsst werde, saue ich mich auch gerne öfters ein."

Tobi leckte sich über seine Lippen und zog dann Niki noch ein wenig zu sich, kuschelte sich an seine Brust.

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"Ich küsse dich auch ohne, dass du vollkommen mit Mehl bestäubt bist!", versicherte Niklas und grinste breit, umarmte Tobi und drückte ihn an seine Brust. "Hach ist das schön mit dir!"

*

Man konnte sich ja auch noch mit schönen anderen Sachen einsauen und vorzugsweise, ohne ein Stück Stoff am Körper.

Aber das behielt Tobias lieber für sich, so weit war Niklas bei weitem noch nicht.

Der 23-Jährige schlang seine Arme ebenfalls um seinen Freund und seufzte leise auf.

"Ja, einfach nur himmlisch. Ich glaub, ich muss mich bei allen Göttern dafür bedanken, dass du mir über den Weg gelaufen bist", überlegte er leise.

*

"Ich glaube der Einzige bei dem du dich bedanken musst ist Rupert, der mich hierher gebracht hat!", meinte Niklas unbefangen, merkte nicht einmal was er da gerade gesagt hatte.

*

/Rupert? Den Namen hat doch seit 100 Jahren keiner mehr. Und wie meint Niki das, her gebracht? Wenn es ein Auto oder ein Motorrad gewesen wäre, hätte dieser Rupert Niklas ja auch gleich in die Stadt bringen können./

"Du Niki, wer ist Rupert? Ich mein, versteh mich nicht falsch, aber wenn Rupert dich her gebracht hat, dann hätte er dich doch auch gleich in die Stadt bringen können. Ich mein, er muss doch zumindest mit einem Auto oder so unterwegs gewesen sein, denn sonst hätte er dich nicht mitnehmen können", fragte Tobias unsicher.

Vielleicht war das ja auch so eine Sache, wie das mit dem ohne Internet und als einzige Familie dort wohnen und sein Engelchen redete nicht gerne darüber.

*

"Ähm... er hat mich her gebracht, aber er musste dann schnell zurück und hat mich deswegen einfach im Schnee abgesetzt!", erklärte Niklas und spürte sein Herz bis zum Hals schlagen. Mist, warum hatte er das vorher nur gesagt?!

*

"Es hat was mit den Sachen zu tun, die du mir nicht erklären kannst, hab ich recht, Engelchen?", murmelte der 23-Jährige.

Er wollte Niklas ja nicht dazu drängen, ihm Sachen zu verraten, die ihn nichts angingen.

"Wie zum Beispiel, dass du dich mit Schlitten so gut auskennst oder das du die Namen aller Kinder wusstest und ob sie brav waren oder nicht. Das kann ja eigentlich nur einer, aber dafür bist du erstens nicht alt genug, zweites nicht dick genug und der Bart fehlt dir auch.

Außerdem weiß ja jeder, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Obwohl das schade ist, denn ich würde mich gerne für die Geschenke bedanken, die ich immer hatte und von keinem meiner Verwandten oder Freunde kam."

Tobias hob seinen Kopf und blickte liebevoll in die blauen Augen. "Ich liebe dich Niklas. Egal wer und was du bist. Ich liebe dich mehr als mein Leben."

*

"Woher sollen die Geschenke, die weder von deinen Verwandten noch Freunden stammen, denn sonst kommen, wenn nicht vom Weihnachtsmann? Glaubst du die fallen vom Himmel und landen unter deinem Baum?", fragte Niklas sarkastisch und setzte sich dann an den Küchentisch. "Sei dir nicht so sicher darin, dass es ihn NICHT gibt!"

*

Tobias folgte seinem Freund einfach, ließ sich auf dessen Schoß nieder und stahl sich einen Kuss. "Wenn ich ihn jemals treffen sollte, dann fang ich wieder an, an ihn zu glauben. Aber im Augenblick hört sich das Ganze ziemlich fantastisch an. Ich hoffe du bist mir nicht böse", nuschelte der Braunhaarige den Satz.

Den Niki schien an den Weihnachtsmann zu glauben und Tobi war sich gar nicht so sicher, dass sein Engelchen nicht sauer auf ihn war, weil er es nicht tat.

*
"Nein... bin ich nicht. Nur wenige Erwachsene glauben noch an ihn...", murmelte Niklas leise und dachte so bei sich, dass Tobi bald wieder an ihn glauben musste, denn sein Vater würde nicht untätig rumsitzen, sondern weiterhin pausenlos nach ihm suchen, so wie Nik ihn kannte.

Seufzend lehnte sich Niklas vor und küsste Tobi sanft, bevor er von einem Klingeln gestört wurde. "Oh die Plätzchen..."

*

Der 23-Jährige erwiderte den Kuss und sprang dann beim Klingeln von Niklas Schoß, lief zum Ofen, um die Zimtsterne zu retten.

"Was hältst du davon, wenn wir uns heiße Schokolade machen, du kannst auch einen Tee haben und wir uns dann mit ein paar der kalten Plätzchen und Christstollen auf der Couch gemütlich machen, so als nachträgliches Mittagessen?", wollte Tobias wissen, als er das Blech auf den Tisch stellte und dann zum Ofen zurückkehrte, um das nächste Blech hinein zu schieben.

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"Klingt verführerisch, aber ich möchte auch Schokolade haben!", verlangte Niklas sanft und grinste dann, als er Tobi dabei beobachtete wie der das Blech zum Abkühlen hinstellte.

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"Gut, dann bekommst du auch eine heiße Schokolade. Lässt sich ja alles machen", bestätigte Tobias und beobachtete dann seinen Freund. Bei dem Grinsen, schüttelte der Brünette seinen Kopf. "Wenn du zu viele warme Plätzchen isst, bekommst du Bauchweh, Niki. Aber ich pfleg dich auch, wenn das der Fall sein sollte."

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"Die sind nun mal lecker! Aber ich kann auch noch warten bis die Plätzchen nachher abgekühlt sind", meinte Niklas und erhob sich, umarmte Tobi spontan von hinten.

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Nur zu gerne kuschelte sich der Spielzeugmacher an die starke Brust in seinem Rücken. "Sie laufen dir ja nicht weg. Aber du kannst ja auch ein bisschen an mir knabbern", grinste Tobias frech, drehte seinen Kopf ein wenig und eroberte Niklas weiche Lippen zu einem Kuss.

Danach war er süchtig und wenn sie nicht beide atmen müssten, würde er sich auch nicht mehr von seinem Engelchen trennen.

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Niklas erwiderte den Kuss und als sich ihre Lippen trennten begann Niklas tatsächlich an Tobi rum zu knabbern, indem er hinab zum Hals wanderte und dort sanft in die Haut biss und leckte. Tobi schmeckte so gut... wenn auch etwas mehlig.

*

Genießend seufzte der Braunhaarige auf und bot Niklas mehr Platz, in dem er seinen Kopf zur Seite neigte. Während sich seine Augen schlossen und Tobias noch näher ein seinen Freund schmiegte, legte sich seine rechte Hand in den Nacken des Älteren.

"Schön", nuschelte Tobi etwas weg getreten. Das fühlte sich einfach viel zu gut an. Niklas war einfach perfekt für ihn.

*

Niklas freute sich, dass seine Aktion Tobi gefiel und machte weiter, knabberte sich zur Halsbeuge hinab und kostete erneut von Tobi, spürte wie er langsam erregt wurde.

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Oh Gott. Das fühlte sich einfach so gut an. Niklas schien ein Naturtalent zu sein, wie beim Küssen.

Tobias wurde warm und seine Knie langsam weich, denn seine Halsbeuge schien ein Schwachpunkt zu sein, den er zum ersten Mal wahrnahm. Aber Michael hatte dort auch nie geknabbert.

Energisch verdrängte er alle unliebsamen Gedanken, denn nur Niklas war wichtig. Er war sein Hier und Jetzt und wenn es nach dem Braunhaarigen ging auch seine Zukunft. "Niklas...", hauchte Tobias halb weggetreten "hör ja nicht auf."

*

"Nein... nein...", murmelte Niklas nur selbstvergessen und schob Tobi nach vorne gegen die Arbeitsplatte, drückte sich von hinten ganz nah an ihn, sodass Tobi deutlich Niks Erregung spüren konnte. Gott er war total wild auf den Kleineren, wollte mehr von ihm.

*

Tobias stützte sich mit seinen Händen auf der Platte ab und drückte sich Niklas entgegen, keuchte auf, als er die wachsende Erregung an seinem Po spürte. Das ließ auch ihn härter werden.

Sein Herz hämmerte wild in seiner Brust und ein Stöhnen entwich seinen halbgeöffneten Lippen, als Tobias begann, sich an Niklas zu reiben. Niklas schien neugierig zu werden, was es außer Küssen sonst noch gab. Anders konnte er sich diese plötzliche Wildheit nicht erklären. "Niki, bitte berühr mich", wimmerte der 23-Jährige. Zu gerne wollte er die Hände wieder auf seiner Haut spüren.

*

Niklas stöhnte leise auf, kam dem Becken Tobis noch entgegen kam, seine Erektion stärker an dem runden Po rieb. Wow... das war einfach nur Wahnsinn. Er wollte mehr! Mehr entdecken, mehr berühren, mehr schmecken. Sehnsüchtig ließ er seine Hände wandern, schob sie unter Tobis T-Shirt und begann mit den kleinen Brustwarzen zu spielen.

*

Das Stöhnen hörte sich in Tobias Ohren so sündig an, das er selbst eines nicht unterdrücken könnte. Der Braunhaarige kam sich gerade vor, wie in einem seiner kühnsten Träume. Vernascht von seinem Freund in der Küche.

Die geschickten Finger die seine Brustwarzen zwickten und zwirbelten ließen nicht nur diese, sondern auch sein Glied noch härter werden. Die Hose spannte inzwischen ganz schön, aber das war Tobias egal.

"Niki", knurrte er rau und löste eine Hand von der Arbeitsplatte, legte sie auf den knackigen Po des Älteren und zog ihn so noch näher an sich. Tobias drehte seinen Kopf und verwickelte Niklas in einen heißen Zungenkuss.

*

Stöhnend erwiderte Niklas den Kuss, drängte noch näher und streichelte hinab zu dem flachen Bauch, wollte immer mehr von Tobias fühlen und wurde auch immer neugieriger. Tobi musste doch jetzt genauso erregt sein wie er. Ob er....? Testend glitt Niklas' Hand nach unten zu der Hose des Dunkelhaarigen und erspürte die dicke Beule. Tatsächlich!

*

Als Tobias die tastende Hand spürte, riss er sich aus dem Kuss und warf seinen Kopf mit einem heißeren Schrei in den Nacken. Er war doch sonst nicht so empfindlich und reagierte so, wenn er berührt wurde. Wobei immer noch Stoff dazwischen war.

"Niki", wimmerte der Braunhaarige und war kurz davor, die Bleche mit den Plätzchen vom Tisch zu fegen und sich auf ihm verführen zu lassen, als ein permanentes Klingeln, in sein Ohr drang.

Tobias knurrte genervt auf, als das Klingeln einfach nicht aufhören wollte. /Wenn das die Tür ist, gibt es Tote/, dachte er grimmig und war versucht, das Klingeln einfach zu überhören.

Bis ihm auffiel, dass das gar nicht die Tür sein konnte, denn der Ton hörte sich ganz anders an. Aber das Telefon konnte es auch nicht sein und den Wecker in seinem Schlafzimmer hatte er auch nicht gestellt. "Der Backofen", fiel es ihm siedend heiß wieder ein. Die Zimtsterne würden sonst schwarz werden.

Niki oder Zimtsterne. Die Wahl war wirklich nicht schwer. Niklas war ihm eindeutig wichtiger.

*

Niklas hörte das Piepen ebenfalls und hörte ebenso die Worte Tobis. Der Backofen... richtig, die Zimtsterne. Tobi nochmal tief küssend schob er ihn sanft von sich, ging zum Herd und stellte ihn kurzerhand aus. Die Plätzchen konnten jetzt warten. "Damit die Wohnung samt Plätzchen nicht abbrennt", erklärte er und hob die Hand, winkte Tobi zu sich. "Komm... wir gehen ins Schlafzimmer... ähm, wenn du magst!", fügte er dann unsicher hinzu.

*

Frustriert ließ Tobias seinen Kopf hängen. Das durfte doch jetzt nicht wahr sein. Diese dämlichen Plätzchen, hatten doch auch noch warten können und einfach nicht auf sich auf sich aufmerksam machen.

Der Braunhaarige drehte sich um und lehnte sich an den Schrank, beobachtete Niklas bei seinem Tun. Eine Augenbraue wanderte in die Höhe, als sein Freund den Backofen ausstellte.

Ein warmes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus, als er die unsichere Aufforderung hörte. Nur zu gerne ging er jetzt mit dem Älteren kuscheln.

So trat Tobi zu Niklas, stahl sich einen kurzen Kuss und zog ihn dann an der Hand hinter sich her.

*

Niklas war unglaublich froh, dass Tobi ihn mitnahm, lieber bei ihm war als weiter Plätzchen zu backen. Er liebte die Dinger und aß sie für sein Leben gern, aber jetzt war er einfach nur neugierig, wollte mehr mit Tobi tun als nur ihn zu küssen. Er wollte endlich die Erfahrungen machen, die Millionen anderer Menschen bereits gemacht hatten. Er wollte mehr!

Im Schlafzimmer angekommen zog Niklas Tobi gleich wieder an sich und blickte ihm sanft in die Augen. "Ich liebe dich...", hauchte er ganz leise und zog Tobi dann rasch das Shirt über den Kopf, bevor er ihn heiß küsste.

*

Nur zu gerne ließ sich Tobias an den Älteren ziehen und erwiderte den liebevollen Blick. "Ich liebe dich auch, so sehr", antwortete der Jüngere und fand sich gleich darauf ohne Shirt in einem heißen Kuss wieder.

Mit allem was er an Gefühlen für Niklas hatte, erwiderte Tobi und löste sich dann wieder schwer atmend. Mit verschleierten Augen zog er seinem Engelchen das Shirt über den Kopf, leckte sich bei dem Anblick über die Lippen.

Niklas sah einfach verdammt heiß aus. Sanft begann er, Küsse auf die Brust des Blonden zu hauchen. Sanft legte er seine Hände auf Niklas Hüfte und zog ihn mit zum Bett.

*

Niklas seufzte leise und ließ sich mitziehen, spürte jedem der süßen Küsse nach und drehte sich schließlich mit Tobi, um sich rückwärts aufs Bett zu legen und Tobi auf sich zu ziehen. "Ein bisschen musst du mir helfen... ich weiß ja nicht so genau was ich machen darf...", hauchte er bittend und legte sich in die Kissen.

*

Der Kleinere räkelte sich genüsslich auf Niklas und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen.

"Ich werde dich einfach ein bisschen verwöhnen. Sag du mir, ob es dir Recht ist oder nicht. Wenn du dann willst, kannst du es immer noch selbst ausprobieren", murmelte er liebevoll.

Er wollte nicht, dass Niki sich überfordert oder bedrängt fühlte.

*

"Okay... überrasch mich und verführ mich. Ich bin gespannt!", lächelte Niklas und fuhr mit beiden Händen durch Tobis Haar, zog ihn nochmal an sich und küsste ihn gierig, bevor er das schöne Gesicht losließ und Tobi die Chance gab zu beginnen. Natürlich würde er sich nachher revanchieren und würde demnach nun ganz genau aufpassen.

*

Tobias erwiderte den Kuss und küsste sich dann über den Hals, ließ seine Zunge über die Haut gleiten und knabberte schließlich in der Halsbeuge.

Seine Finger kümmerten sich inzwischen um beide Brustwarzen, zupften leicht an ihnen und rieben sie zwischen Daumen und Zeigefinger.

Nach einer Weile löste sich sein Mund von Nikis Hals und machte sich über eine der Brustwarzen her, saugte an ihr.

Der Braunhaarige ließ seine freie Hand, zum Bauch seines Engelchens gleiten und streichelte ihn sanft.

Von sich aus würden sie nicht zum Äußersten gehen. Nur wenn Niklas das wirklich wollte.

*

Niklas stöhnte und warf genießend den Kopf in den Nacken. So was hatte er noch nie erlebt. Er war wahnsinnig erregt und Tobis Berührungen jagten ungekannte Schauer durch seinen ganzen Körper. Wenn er sich selbst berührte war es nie so intensiv.

*

Das Stöhnen spornte den 23-Jährigen an und so wandte er sich auch noch der anderen Brustwarze zu, ließ er dieselbe Behandlung zu teil werden.

Seine Hand rutschte noch ein Stück weiter nach unten und legte sich auf die große Beule in Niklas Hose, drückte sanft zu.

Tobias löste sich von der durchtrainierten Brust, wollte Niklas Gesichtsausdruck sehen.

*

Niklas stöhnte erregt auf und hob automatisch das Becken der erkundenden Hand entgegen. Gott, das war phantastisch! "Tobi...", stöhnte er wild und öffnete die Augen einen Spalt breit, blickte sehnsüchtig zu Tobias hoch. "Hör ja nicht auf!" Keuchend hob er die Hände und streichelte wieder die geröteten Wangen entlang.

*

"Sicher nicht", versicherte der Braunhaarige und erhöhte den Druck noch ein wenig.

Tobias beugte sich zu seinem Freund, stahl sich einen Zungenkuss, bevor er sich aufsetzte.

Genießend leckte sich Tobias über die Lippen als er seinen Freund so im Bett liegen sah und griff vorsichtig nach dem Hosenbund, blickte fragend in die blauen Augen, suchte nach einer Bestätigung. "Ich geh nur so weit, wie du es willst", versicherte er noch einmal.

*

"Ich weiß nicht wie weit man gehen kann, aber momentan will ich nicht, dass du aufhörst!", versicherte Niklas und hob drängend die Hüften, wollte sehnlichst Tobis Hand auf seinem nackten Glied spüren.

*

Tobias lächelte sanft auf seinen Freund nieder und öffnete dann mit geschickten Fingern den Knopf und den Reißverschluss der Hose, zog sie gleich samt der Boxershorts von den schmalen Hüften und über die langen Beine.

Selbstvergessen leckte er sich über die geschwollenen Lippen, während er seinen Blick nicht von der stattlich aufgerichteten Männlichkeit nehmen konnte.

Das er selbst schon mehr als erregt war und es langsam schmerzte, weil die Hose eng wurde, ignorierte er fürs Erste. Niklas war wichtiger.

Er versank in den blauen Augen und schloss sanft seine Hand um die Erregung, pumpte es leicht.

*

Leise schreiend hob Niklas blitzartig die Hüften und stieß in die warme Hand Tobis, konnte nicht fassen was diese kleine Berührung in ihm auslöste. "Tobi... Tobi... bitte..." hauchte er, wusste jedoch nicht um was er genau bat, er wollte nur mehr!

*

Der Spielzeugmacher stöhnte auf, als er Niklas schreien hörte. Tobias biss sich erregt auf die Unterlippe. Der Blonde war einfach die Sünde pur.

Ein paar Mal strich er noch über das Glied, fuhr mit seinem Daumen über die Eichel, bevor er ganz von Niklas abließ.

Er beugte sich über den Älteren, raubte sich einen Kuss und rutschte dann wieder nach unten.

Kurz stupste er mit seiner Zunge in Nikis Bauchnaben und hauchte dann einen Kuss auf die Spitze der prallen Erregung, legte seine Hände auf die Hüften, damit sein Freund nicht gleich in seinen Mund stoßen konnte, wenn er ihn in sich aufnahm.

*

Niklas konnte nur noch den Atem anhalten als er ahnte was jetzt auf ihn zukam. Als er dann schon die weichen Lippen fühlen und den Atem Tobis auf seinem Glied spüren konnte war er sich sehr sicher. Tobi wollte... und schon stöhnte Niklas heiser auf als die feuchte Wärme sein Glied umfing und es zu reizen begann. Eine freche Zunge erkundete ihn, ließ ihn am ganzen Körper vibrieren. Das war der helle Wahnsinn!

*

Das heißere Stöhnen war Tobias Bestätigung genug, dass es Niklas wirklich gefiel. So verstärkte er seine Bemühungen seinen Freund in den Himmel zu schicken.

Der Grauäugige nahm die Erregung tiefer in seinen Mund auf, gerade so, dass er nicht würgen musste und löste eine Hand von der Hüfte, begann sanft Nikis Hoden zu kneten. Er wollte ihn über die Schwelle jagen, wollte ihm den ersten Orgasmus bescheren, der nicht durch eigenes Hand anlegen verursacht wurde. Er wollte sein Engelchen schmecken!

*

Noch nie zuvor von einem anderen berührt worden, hatte Niklas auch kein besonders gutes Durchhaltevermögen und all diese Berührungen, die Zunge, das Saugen, die Wärme - all das war einfach zu viel für den Älteren und so warf er schon nach kurzer Zeit den Kopf nach hinten und kam mit einem lauten Schrei

*

Tobias ging dieser Schrei durch und durch, ließ eine Gänsehaut auf seinem Oberkörper entstehen.

Gierig schluckte er alles was Niklas ihm bot und war sich sicher, so etwas Gutes hatte er noch nie gekostet.

Der Kleinere entließ das schlaffe, saubere Glied wieder aus seinem Mund und leckte sich zufrieden über seine Lippen hatte im Augenblick starke Ähnlichkeit mit einer zufriedenen Katze vor einer Sahneschüssel.

Tobi beugte sich über seinen schwer atmenden Freund, und blickte liebevoll in die blauen Augen. "Alles okay mit dir Niki? Nicht das ich dir zu weit gegangen bin", wollte er besorgt wissen.

*

Niklas musste sich erst einmal sammeln, lag mit geschlossenen Augen da und atmete schwer. Das war... einfach fantastisch gewesen. "Du bist nicht zu weit gegangen. So was habe ich noch nie erlebt. Danke... dass ich es durch dich erfahren habe!", hauchte er leise und öffnete dann wieder die Augen, sah Tobi verliebt an. "Komm her!" Auffordernd öffnete er die Arme und wartete bis Tobi sich an ihn schmiegte.

*

Ein warmes Lächeln schenkte der Braunhaarige seinem Freund, bevor er sich mit Freuden in die offenen Arme fallen ließ, sich an Niklas schmiegte. Sein Kopf landete dabei auf der trainierten Brust.

"Schön dass es dir gefallen hat. Ich wollte nicht zu weit gehen, um dich nicht zu erschrecken. Weil ich ja weiß, dass du keine Erfahrung hast", murmelte Tobias leise und begann hauchzart über die weiche, blasse Haut zu streicheln. "Ich liebe dich Niki. So sehr."

*

"Ich liebe dich auch kleiner Eisbär und wenn es nach mir ginge würde ich dich nie wieder verlassen...", seufzte Niklas und drückte Tobi fest an sich, küsste ihn dann auf die Stirn. "Wenn du magst und mich kurz Luft schnappen lässt, dann revanchiere ich mich! Auch gerade weil ich keine Erfahrung habe, muss ich muss ja Erfahrungen sammeln und das möglichst mit dir!", meinte er dann grinsend.

*

Wenn es nach Tobias ging, würde er seinen Freund auch nie wieder gehen lassen. Aber leider ging es nicht nach ihnen beiden. /Die Welt ist einfach ungerecht. Da ist man in den tollsten Menschen verliebt der einem jemals über den Weg gelaufen ist und dann kann man ihn nicht behalten, weil der Vater was dagegen hat/, grummelte der 23-Jährige in Gedanken.

Bei dem Angebot hob Tobia überrascht seinen Kopf und blickte in Nikis blaue Augen. Das hatte er jetzt nicht erwartet. Tobi hatte absolut keine Probleme damit, seinem Freund etwas zu geben und dafür nichts zu bekommen, weil dieser keine Erfahrung hatte.

Aber was sein Engelchen da sagte, war Richtig. Wie sollte er Erfahrung bekommen, wenn er nicht übte?

"Gerne, Engelchen. Aber du musst nicht so weit gehen wie ich. Das wäre für dein erstes Mal ein bisschen weit. Das verlange ich überhaupt nicht von dir. Mach nur das, was sich für dich gut anfühlt." Ernst sah er den Älteren an und hauchte ihm dann einen Kuss auf die Nase. "Bei mir hat das damals auch länger gedauert, bis ich mich das erste Mal an einen Fellatio getraut habe. Das ist der Ausdruck dafür, wenn man einen Mann mit dem Mund befriedigt", erklärte Tobias. Niklas konnte die ganzen Ausdrücke ja gar nicht kennen.

*

"Wir haben aber nicht lange Zeit mein Schatz und ich möchte nicht um die Erfahrung herumkommen bei dir... ähm dieses Fellatio zu machen!", versicherte Niklas ernsthaft und zog Tobis Kopf zu sich, um ihn sanft zu küssen. "Ich möchte dir genauso eine Freude bereiten wie du mir."

*

Nur zu gerne erwiderte Tobias diesen Kuss. "In Ordnung, dann lasse ich dich diese Erfahrung machen. Ich warn dich nur schon mal vor, dass das Sperma nicht jedermanns Geschmack ist. Also musst du nicht unbedingt schlucken", meinte der Braunhaarige ernst. Er war seinem Freund sicher nicht böse, wenn er nicht schlucken würde.

Liebevoll blickte er Niklas an und flüsterte: "Die größte Freude bereitet du mir schon, dass du mein Freund bist, auch wenn wir nicht so viel Zeit zusammen haben."

Tobi stahl sich noch einen Kuss, bevor er wieder sanfte Küsse auf Nikis Burst verteilte. Er wollte den Älteren ein bisschen verwöhnen, während dieser sich ausruhte.

*

"Du brauchst mich nicht zu warnen Tobi. Ich habe langsam das Gefühl du willst mich davon abhalten!", scherzte Niklas und streichelte über Tobias' nackten Rücken, genoss das Gefühl der weichen Haut. "Ich bin ein erwachsener Mann und ich weiß was ich tue und ob ich das auch tun will.", erklärte Nik fest und ließ sich dann von den kleinen Küssen verführen. Oh was hatte er all die Jahre verpasst... .

*

Der Kleinere streckte sich der Hand entgegen, schnurrte leise auf. Er liebte Nikis Hände auf seiner Haut einfach.

"Ich will dich von nichts abhalten. Ich will nur nicht, das du dich zu irgendwas verpflichtet fühlst, weil ich es bei dir gemacht habe", war das Letzte was der Spielzeugmacher von sich gab, bevor er seinen Kopf wieder senkte und an einer der empfindlichen Brustwarzen knabberte, seine Zunge ab und an darüber gleiten ließ.

*

"Tobi... ich verspreche dir, dass ich nicht machen werde was ich nicht will, wenn dich das beruhigt!", schmunzelte Niklas und war froh dass Tobi sich so viele Gedanken um seine Gefühle machte. So war das unter Liebenden sicher immer und Nik war einfach froh die Liebe durch Tobias kennen gelernt zu haben... .

Eine kleine Weile ließ er Tobias' Küsse noch über sich ergehen, dann übernahm er jedoch die Initiative, drehte sich mit Tobi und küsste ihn gierig, während er dessen Hose öffnete.

*

Die Worte beruhigten den Grauäugigen ungemein und so nickte er einfach, weil er gerade den Mund voll hatte.

Etwas überrascht war Tobias schon im ersten Augenblick, als er sich so plötzlich auf dem Rücken vorfand. Aber die talentierte, gierige Zunge die sich bei dem Kuss in seinen Mund geschmuggelt hatte, lenkte ihn genug ab.

Sofort schlang Tobias seine Arme um Nikis Nacken, zog ihn so näher an sich und gewährleistete damit, dass der Blonde nicht einfach so wieder ging.

Nur zu gerne hob er seine Hüften an, als Tobias die Hand an seiner Hose spürte. Langsam wurde es wirklich Zeit, dass seine Erregung aus diesem Gefängnis kam. Denn die war kein Stück abgeflaut, als er sich mit dem Oberkörper seines Freundes beschäftigt hatte.

*

Tobias weiterhin im Kuss gefangen haltend streifte Niklas die Hose seines Freundes langsam hinab und schob sie mit den Füßen schließlich vom Bett. Immerhin brauchte er Platz. Rasch folgte auch die Unterhose des Jüngeren und dann lag Tobi auch schon in seiner ganzen Pracht vor ihm. Nackt! So wie es Niklas auch war. Und das spürten sie beide ganz genau, als Nik sich gänzlich auf Tobi legte und sich ihre beiden Erektionen berührten. Stöhnend ließ der Blonde den Kuss noch heißer werden, verlockte die süße Zunge zu noch wilderen Spielen und genoss den außerordentlich süßen Geschmack seines Liebsten. Wenn Tobis Speichel so gut schmeckte, wie sollte dann sein Sperma nicht schmecken?

*

Als sich ihre Körper ganz, ohne den störenden Stoff berührten, stöhnte Tobias tief in den Kuss hinein. Zu lange war es für ihn her und mit Niklas fühlte sich alles doppelt so intensiv an. Hoffentlich wurde er nicht wahnsinnig.

Harsch erwiderte Tobias den Kuss, hatte aber Mühe sich darauf zu konzentrieren, den inzwischen rieb er sein Becken an Nikis und immer wieder trafen sich dabei ihre Glieder, sandten Stromstöße aus, die den Braunhaarigen noch härter werden ließen.

*

Niklas genoss die neue Erfahrung, die Reibung ihrer beiden Glieder aneinander. Es war ein tolles Gefühl und wurde noch intensiver durch ihre heißen Küsse, die sie beide austauschten.

Gott mit Tobi war einfach alles wundervoll! Es war phantastisch verliebt zu sein, sich erregt im Bett herumzuwälzen und danach zu schmusen. Überall Küsse auszutauschen und mit dem Partner pausenlos zusammen zu sein! Alles war neu für Niklas, unbekannt und trotzdem so begehrt und gewollt. Er wollte für immer hier bleiben, Tobias nicht mehr verlassen... warum musste der Kleinere nur ein Mann sein? Eine Frau hätte er sofort heiraten und mit zum Nordpol nehmen können. Dort hätten sie Kinder gezeugt und glücklich gelebt. Aber das alles würde ein Traum bleiben denn eine Zukunft mit Tobi gab es nicht! Nie würde sein Vater das akzeptieren, alleine schon weil Niklas Kinder kriegen MUSSTE! An wen sollte er denn sonst die Aufgabe des Weihnachtsmannes weitergeben... es war einfach hoffnungslos für sie beide.

Aber wenn Nik schon kein Leben lang mit Tobi Zusammensein konnte, wollte er wenigstens alle wichtigen Erfahrungen mit ihm machen. Den ersten Kuss hatte er ja schon von dem beliebten Jüngeren bekommen, auch den ersten Fellatio und vielleicht auch das erste Mal richtigen Sex, wenn sie noch eine Weile zusammen bleiben durften. Jetzt war es dafür noch zu früh und auch wenn Nik ungefähr wusste wie es funktionierte, war er jetzt dafür noch nicht bereit. Er hatte Angst etwas falsch zu machen und Tobi vielleicht weh zu tun, denn immerhin war dieser Eingang da unten sehr verletzlich.

Jedoch küssen - und das am ganzen Körper - würde nicht wehtun. Und genau das wollte Nik jetzt endlich tun. Also schob er jeden Gedanken an die Zukunft aus seinem Kopf und löste seine Lippen von Tobis, um sich langsam an dem schlanken Körper hinab zu küssen.

*

Heftig atmend mit roten, geschwollenen Lippen und geschlossenen Augen lag Tobias da, versuchte wieder genügend Luft zu bekommen. Der Kuss war einfach fantastisch gewesen, den würde er nie wieder vergessen.

Als Niklas sich über seinen Körper hermachte, seufzte der Braunhaarige genießend auf und vergrub seine Hände in den weichen Haaren. Irgendwo musste er sich ja festhalten, um nicht aus der Realität katapultiert zu werden.

Sein Körper streckte sich den Küssen entgegen, genoss mit all seinen Sinnen. Sie vorwitzige Zunge, die auf einmal über eine seiner Brustwarzen huschte, veranlasste Tobi zu einem tiefen Stöhnen. "Niki... so gut", raunte der Kleinere.

*

Niklas wusste noch nicht genau wie er vorgehen wollte, um Tobi in den Himmel zu katapultieren, doch er würde erst einmal damit beginnen diese rosigen Brustwarzen zu verwöhnen, was ihm selbst auch sehr gefallen hatte.

Als sich seine Lippen schließlich im die kleinen Knospen schlossen und er Tobis süßes Seufzen vernahm, war Nik sich sicher nichts falsch zu machen und gab sich besondere Mühe diesen neuen Ort zu erkunden und dann zum gegenüberliegenden weiterzuwandern, diese kleine Knospe ebenfalls zu verwöhnen. Währenddessen wollte er mal schon seine Strecke auskundschaften und ließ seine Finger den Bauch hinab wandern und sie schließlich das steife Glied Tobis umklammern.

*

Fest klammerte sich Tobias an seinen Geliebten, damit ihn seine Gefühle nicht davon spülten. Es waren so einfache Berührungen und trotzdem schien er in Flammen zu stehen.

Gleichzeitig stieß er einen heißeren Schrei aus und seine Hüfte ruckte nach oben, als der 23-Jährige die Hand an seiner Erregung spürte.

Wenn sich die Hand da unten schon so gut anfühlte, wie würde es dann erst sein, wenn Niklas Mund an derselben Stelle war? Alleine wegen dem Gedanken wurde Tobias falls das überhaupt ging noch härter und knurrte lustvoll.

"Bitte, Niki... bitte", bat Tobias. Aber da sein Kopf so herrlich frei war, wusste er selbst nicht, worum er genau bat.

*

"Oh du bettelst, welch interessante Erfahrung!", grinste Niklas und wanderte dann auf die Bitte hin langsam mit den Lippen nach unten, während seine Hand zärtlich und langsam das Glied Tobis entlang fuhr, die Geschmeidigkeit jenes guten Stückes genoss. Von seinen Erfahrungen mit sich selbst kannte er das ja schon, doch mit Tobi war alles anders. Dessen Glied fühlte sich seidiger an und es war auch ein kleines Stück kleiner, doch das störte Nik nicht im Geringsten. Schnurrend leckte und küsste er sich über den flachen Bauch nach unten, ließ dann von Tobis Glied ab und schob mit beiden Händen die Schenkel des Jüngeren auseinander, legte sich dazwischen und küsste Tobi dann testend auf die Eichel.

*

Nur zu gerne spreizte Tobias seine Beine, immerhin konnte er sich vage daran erinnern, dass Niklas dasselbe machen wollte, wie Tobi gemacht hatte.

Bei dem vorsichtigen Kuss auf sein Glied verließ ein gestöhntes "Oh Gott", seine geschwollenen Lippen und vorsichtshalber krallte sich der Braunhaarige im Laken fest. Nicht das er noch seinem Engelchen wehtat, weil er sich in die blonden Haare krallte.

*

SO schlecht schmeckte die durchsichtige Flüssigkeit auf der Eichel gar nicht, die er da kostete. Sicher würde es nicht so schlimm sein, wie Tobi meinte, das Sperma des Dunkelhaarigen zu schlucken und immerhin hatte dieser ja auch seines geschluckt. Wann sollte Niklas außerdem sonst diese Erfahrung machen? Bei einer Frau gab es das in dieser Art nicht... dies war also seine einzige Chance. Er wollte sie für sich nutzen und Tobi befriedigen. Weil er ihn liebte und leider nicht für immer bei ihm sein durfte.

Die letzten Bedenken somit beiseite schiebend leckte sich Niklas das erste Mal das Glied entlang, nahm es dann in den Mund und begann etwas ungeschickt dasselbe zu tun, was Tobi schon vorhin mit ihm getan hatte.

*

Tobias schrie auf und warf seinen Kopf in den Nacken, als er Niklas Mund um sein bestes Stück spürte. Er wurde hier noch verrückt.

Klar, Niklas hatte keinerlei Erfahrung davor gehabt, tat das was auch der Braunhaarige gemacht hatte.

Aber gerade dieses vorsichtige, unsicherer machte ihn mehr an, als jemals sonst etwas. "Gott, Engelchen... mach weiter. So gut", keuchte er rau und versuchte, tiefer in den Mund seines Freundes zu stoßen. Er konnte gar nicht anders, schien die Kontrolle über seinen Körper verloren zu haben. Wie würde es dann erst sein, wenn sie richtig miteinander schliefen? Er würde wohl sterben.

*

Das Stoßen traf Niklas so unvermittelt, dass er seinen Kopf nicht zurückziehen konnte und die Spitze des Gliedes kurzerhand seinen Gaumen reizte. Keuchend löste sich Nik von Tobi und hustete erstmals, hielt sich den Hals. "Kl... kleiner Eisbär... das war... zu überraschend!", raunte er nachdem er sich etwas beruhigt hatte und blickte wieder zu dem Kleineren.

*

Der verzweifelt versuchte, seinen Körper wieder unter Kontrolle zu bekommen. Ihm tat es leid, dass er Niklas gereizt hatte, das war nicht seine Absicht gewesen.

Tobias streckte eine Hand aus, griff sich die von Niklas und zog ihn zu sich, hauchte ihm entschuldigen einen Kuss auf den Hals und dann auf die Lippen.

"Tut mir leid Engelchen... wollte ich nicht... du machst mich so heiß, mit deiner Unsicherheit", gab der Braunhaarige schwer keuchend zu. "Halt... halt mich einfach an den Hüften fest, dann kann ich nicht mehr zustoßen. Das hab ich vergessen dir zu sagen, entschuldige."

Reumütig blickte er in die blauen Augen. Sein Kopf war wieder klar, weil es ihm unendlich Leid tat, dass er Niklas wehgetan hatte.

*

"Ich hätte ja selbst auf die Idee kommen können, weil du mich ja vorhin auch festgehalten hast...", lächelte Niklas und küsste Tobi zart auf die Lippen. "Lass mich nochmal, ja? Du schmeckst nämlich gar nicht so übel und ich könnte mich glatt daran gewöhnen dich dort unten zu berühren und zu kosten!", grinste er, um Tobi zu beruhigen, sah er doch dessen Reue. Fest zog er ihn in eine Umarmung und blickte ihm sanft in die Augen, als er noch einmal bekundete wie sehr er Tobi liebte, bevor er ihn sanft ins Kissen drückte und erneut seine Position zwischen Tobis Schenkeln einnahm.

*

Tobias nickte leicht, fuhr mit seiner Hand kurz durch die weichen Haare, bevor er sie wieder ins Laken krallte. Und das nicht zu früh, denn gleich darauf spürte er Hände an seinen Hüften, die in auf der Matratze hielten und den heißen Mund, der sich wieder um seine Erregung schloss.

Der Braunhaarige stöhnte auf, wimmerte ein "Niki" und schloss dann wieder genießend seine Augen.

*

Tobias nun im sicheren Griff, begann Niklas von neuem. Leckte sich wieder das Glied rauf und runter, nahm es in den Mund und verwöhnte es so gut er es vermochte. Genau lauschte er auf Tobis Reaktionen, hörte das Seufzen und Stöhnen, wenn er etwas besonders richtiges machte oder das stille Aufatmen, wenn Tobi etwas nicht so gut gefiel. Je mehr er darauf achtete, umso besser wurde er, wusste genau was er tun musste und verwöhnte nun Tobias mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stand. Gerne hätte er die sahneweiße Haut entlang gestreichelt, mit den Fingern die Brustwarzen erkundet, doch er musste Tobi fest im Laken halten, stieß der nun immer unkontrollierter nach oben.

*

Inzwischen kam der 23-Jährige aus dem Stöhnen und Schreien nicht mehr heraus. Das war so verdammt gut, was sein Geliebter da mit ihm machte.

Sein Körper gehorchte ihm auch nicht mehr. Immer wieder wandere sein Kopf von der einen Seite zur anderen und seine Hüften wollten hochschnellen um sich weiter in der warmen Höhle zu vergraben, doch das war nicht möglich. Dafür hielt Niklas ihn zu gut fest.

In seinem Kopf bildete sich das Bild, wie Niklas immer wieder in ihn hineinstieß und das war das Letzte, was der Braunhaarige gebraucht hatte.

Tobias bog seinen Rücken durch als er endlich Erlösung fand, schrie dabei den Namen des Älteren. Er fühlte sich wie im siebten Himmel.

*

Niklas musste fast gewaltsam Tobis Hüfte festhalten, als dieser kam, ruckartig immer wieder nach oben stieß. Sicher würde er bei dem kleineren blaue Flecken hinterlassen, dachte er sich, bevor er Tobias schmecken konnte, all das Sperma seines Liebsten schluckte und nochmal für sich feststellte, dass es nicht schlecht schmeckte. Er könnte das sicher öfter tun... .

Erst nachdem er alles geschluckt hatte, leckte er Tobias sauber, löste sich von ihm und kam schließlich nach oben, um Tobi in die Arme zu ziehen und beruhigend über sein Gesicht hinweg zu küssen.

*

Völlig fertig sankt der Kleinere in die Kissen zurück und versuchte keuchend Luft zu bekommen.

Tobias kuschelte sich in die starken Arme, erschauerte als eine Gänsehaut über seinen Körper kroch, weil er noch so empfindlich war.

"Wahnsinn", murmelte er und genoss die federleichten Küsse. "Ich glaub... du hast mich soeben... abhängig von dir gemacht"

*

Lachend drehte sich Niklas mit Tobias und legte ihn auf sich, strich über den nackten Rücken. "Du bist süß... ich liebe dich... wahnsinnig!", hauchte er leise und nahm Tobis Gesicht in die Hände, blickte ihn ganz genau an. Er wollte sich alles einprägen.
*

Nur zu gerne ließ sich Tobias auf den Starken Körper ziehen, auch wenn er ihn gerne auf sich spürte. Der Jüngere versank in den blauen Augen und wünschte sich, nie mehr aus ihnen aufzutauchen.

"Ich liebe dich auch, Engelchen. So sehr, dass man es gar nicht in Worte fassen kann", erwiderte er liebevoll, beugte sich zu Niklas und küsste ihn sanft.

Als sie sich wieder trennten, legte Tobi sanft eine Hand auf Nikis Wange. "Du bist mein Leben, Niklas Santal", murmelte er.

*

Niklas lächelte ein unglaublich liebevolles Lächeln und zog Tobias ganz fest an sich. "Ach Tobi... wenn wir doch nur für immer...", Traurig seufzte er und hob Tobis Hand von seiner Wange, um sie an seine Lippen zu führen und zart zu küssen.

*

"Ich weiß... Aber das Schicksal ist nun einmal gegen uns, da können wir nichts machen. Und auf die Romeo & Julia Nummer mit dem Umbringen nur damit wir zusammen sein können, hab ich keinen Bock", grinste Tobias leicht.

"Lass es uns vergessen. Lass uns in der Gegenwart leben und nicht in der Zukunft. Genießen wir jeden Tag einfach so, als wäre es der Letzte. Dann können wir uns hinterher auch keine Schuld geben, das wir was verpasst hätten."

Er verschränkte die Hand mit der seines Engelchens und küsste ihn dann verzweifelt, weil Tobias seinen Tränen nicht nachgeben wollte.

*

"Wenn wir uns umbringen, dann können wir nicht zusammen sein. Das ist Schwachsinn! Dann doch lieber jeden Tag leben als sei es der Letzte. Wenn ich mir überlege, dass ich dann irgendwann mal eine Frau nehmen muss, bloß um Kinder zu haben... ohne dich...", stockend brach Niklas ab und schloss die Augen. Auch in seinen Augen brannten Tränen, doch er wollte stark sein - für sie beide.

*

Tobias hob seine zweite Hand und legte sie sanft auf Niklas Wange, streichelte zart darüber. "Ich weiß...", hauchte er und küsste sanft die Augenlieder. "Ich wusste doch von Anfang an dass du eine Frau heiraten musst, um Kinder zu bekommen. Ich habe es gewusst und mich trotzdem in dich verliebt."

Der Braunhaarige hatte Mühe, den Klos in seinem Hals hinunter zu schlucken. "Lass uns nicht mehr daran denken. Schlafen wir ein bisschen. Dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus", murmelte Tobi und verwickelte den Blonden in einen tiefen Zungenkuss.

*

Den Kuss langsam erwidernd verdrängte Niklas einfach jeden Gedanken an eine baldige Trennung. Vielleicht wäre schlafen gar nicht schlecht. Er war auch ziemlich müde, was wohl mit seinem Orgasmus zusammenhing. Langsam löste er seine Lippen von Tobi und öffnete wieder die Augen, lächelte sanft. "Okay... schlafen klingt gut!"

*

Der Spielzeugmacher hauchte seinem Geliebten noch einen Kuss auf die Nase, bevor er von ihm runter rutschte und sich an ihn schmiegte. So war es für Niklas bestimmt angenehmer zu schlafen.

Er bettete seinen Kopf auf der starken Brust und legte einen Arm quer über Niklas Brust. Dass erst Nachmittag war, ignorierte Tobi einfach. Sie beiden waren jetzt müde, dann schliefen sie eben. Die anderen Plätzchen konnte er auch noch später backen.

Kurze Zeit später war er auch schon eingeschlafen.

*

Niklas blickte noch eine Weile still auf Tobias hinab und genoss dessen Umarmung, kraulte ihm sacht den Nacken, damit Tobi nicht aufwachte. Schließlich schloss er die Augen und schlief selbst ein, mit den Gedanken bei Tobias.

*

Hell wach streckte sich Tobias leicht und hob dann seinen Kopf, um auf seinem Wecker nach der Zeit zu sehen. Halb elf abends. Und er war putz munter. /Super/, dachte der Braunhaarige sarkastisch.

Vorsichtig - damit er den Älteren nicht weckte - löste sich Tobias von dem warmen Körper und krabbelte aus dem Bett. Dann würde er eben jetzt die Plätzchen fertig backen und die Küche aufräumen.

Leise schlich sich der 23-Jährige zu seinem Schrank, fischte sich aus der Schublade eine Boxershorts und zog schließlich noch ein Hemd an, ließ es aber offen. Schließlich war die Heizung an. Es war zwar seine Wohnung, doch deswegen lief Tobias trotzdem nicht so gerne nackt herum.

Lautlos verließ er sein Schlafzimmer, nachdem er noch einen Kuss auf Niklas Stirn gehaucht hatte und schloss die Tür hinter sich. Immerhin sollte der Größere ja nicht aufwachen.

Die Küchentüre wurde auch noch geschlossen, bevor er das Blech aus dem Backofen nahm und ihn wieder anschaltete. Während er aufheizte, backte Tobias die übrig gebliebenen Zutaten weg und verräumte das Geschirr im Geschirrspüler. Zwischendurch wanderte das halb fertige Blech für ein paar Minuten noch einmal in den Backofen.

Die fertigen Zimtsterne legte er in eine Schüssel, stibitze sich allerdings einen, den er genüsslich aß.

So schritt die Zeit voran, in wenigen Minuten wäre es Mitternacht.

Doch dem Braunhaarigen machte es nichts aus. Er war es gewöhnt, mit wenig Schlaf auszukommen und Nächte auch mal durch zu machen.

*

Durch die geschlossene Küchentür vernahm Tobias keine weiteren Geräusche aus seiner Wohnung. So entgingen ihm auch die Glöckchen, die über seinem Haus zu klingen begannen und einen dumpfen Aufprall auf dem Dach. Kurz darauf drang Rauch aus dem kleinen Kamin und nach einem rutschenden Geräusch kamen schwarze Stiefel zum Vorschein, schließlich ein roter Mantel und dann ein weißer langer Bart. Sekunden später trat der Weihnachtsmann aus dem Kamin, jedoch nicht mit einem Geschenksack über der Schulter, sondern einem grimmigen Gesichtsausdruck!

*

Tobias saß inzwischen auf der Theke, knabberte an ein paar Plätzchen und baumelte mit seinen Beinen, wartete darauf, dass der Wecker klingelte und ihm sagte, dass das letzte Blech fertig sei.

Kurz darauf klingelte er auch wirklich leise und der Braunhaarige war froh, dass er den Radiowecker genommen hatte, denn bei dem konnte man die Lautstärke einstellen. Den vom Backofen hätte man trotz geschlossener Türe noch im Schlafzimmer gehört. So aber verhalte der Ton auf dem Flur, trank nur wegen der offenen Tür ins Wohnzimmer.

So hüpfte Tobi von der Theke, schnappte sich das Blech mit den Handschuhen und stellte es auf den Tisch, schaltete dann den Ofen aus. Niki und er konnten dann zum Frühstück ein paar davon essen. Denn immerhin fehlten dem Blonden das Mittag- und das Abendessen.

*

Ein leises Klingeln aus der Küche ließ den Weihnachtsmann zusammenschrecken, was eine alte Gewohnheit war. Immerhin durfte er nicht entdeckt werden. Doch heute, jetzt, war ihm das egal. Er wollte seinen Sohn holen, den er so lange hatte suchen müssen. Egal wie viele andere Leute sich hier in dieser Wohnung befanden und wie viele ihn sehen würden!

Entschlossen ging er auf die Tür zu aus deren Richtung vorhin das Klingeln gekommen war und stieß sie schnell auf, blickte mit finsteren Augen in den Raum hinein!

*

Tobias streckte sich und war am überlegen, was er jetzt noch machen könnte. Denn müde war er nicht. Aber er könnte sich ein Buch nehmen und sich zu Niklas kuscheln.

Gerade als er sich entschieden hatte, welches Buch er nehmen wollte, hörte er die Küchentür aufgehen. War Niklas wach? War er zu laut gewesen?

Mit einem sanften Lächeln und der Frage "Hab ich dich aufgeweckt", drehte er sich um. Allerdings verging ihm das Lächeln gleich wieder.

Wie kam der Fremde in seine Wohnung und vor allem, warum trug der Fremde ein Weihnachtsmannkostüm? /Bis Weihnachten ist es doch noch 17 Tage. Und bis Fasnacht ist es noch länger hin/, ging es Tobias durch den Kopf. Bei dem mörderischen Blick, lief es ihm eiskalt den Rücken herunter. "Kann... kann ich Ihnen helfen?", wollte er unsicher wissen.

*

"Niklas Santal! Wo ist er?", fragte der Fremde streng und kam näher auf Tobias zu. "WO IST ER?!"

*

Angstvoll wich Tobias zurück. Der fremde Mann machte ihm Angst.

"Wer... wer sind Sie... wie sind Sie hier rein gekommen und verdammt noch mal, was geht Sie das überhaupt an?", fragte Tobias, wurde zum Schluss hin lauter und redete sich in Rage.

Das gab es ja wohl nicht, das da ein Irrer unbemerkt in seine Wohnung kam, so nen albernes Kostüm anhatte und nach seinem Freund fragte, als hätte er einen Besitzanspruch auf ihn.

Der Braunhaarige wich noch ein Stück zurück, denn der harte Blick, ließ ihm einen Schauer über den Rücken laufen.

/Was hat der Weihnachtsmannverschnitt vor, wenn er Niklas hat? Und was macht er mit mir, wenn ich es ihm nicht sage?/

Unbewusst nahm der Spielzeugmacher war, wie die Kirchturmuhr hier in der Nähe Mitternacht schlug. Aber Tobias hatte andere Probleme.

Leicht fing Tobias an mit Zittern, während er sich die schlimmsten Szenen ausmalte, was passieren konnte. Er hatte Angst. Schreckliche Angst... .



Braune Blätter [Chaotizitaet]

07 – Cal



Fünf Tage. Seit fünf Tagen hatte Cal keinen ruhigen Abend mehr gehabt. Seit fünf Tagen musste er jedes Mal nach Dienstschluss und bisweilen auch in der Mittagspause diese elende Stadt auf der Suche nach braunen Blättern durchkämmen. Und nach wie vor konnten sie jeden Abend höchstens drei von ihnen zurückschicken.

Inzwischen waren sieben braune Blätter auf ihrer Seite gefangen, was bedeutete, dass selbst wenn ihnen wie durch ein Wunder ein ‚freier Tag’, sprich ein Tag ohne neue braune Blätter vergönnt gewesen wäre, sie immer noch nicht alle durch das Portal hätten heimschicken können. Und an das Wunder eines freien Tages wollte Cal im Moment nicht glauben. Nicht, wenn Josh ihn neuerdings bereits um zehn Uhr morgens mit dem aktuellen Stand an Hiobsbotschaften versorgte. Der Kerl stand doch sonst nie so früh auf. Schon gar nicht, wenn sie am Vorabend das Höchstmaß an Ritualen durchgeführt hatten.

Überhaupt wurmte es Cal ungemein, dass er jeden Abend mit dieser Weichbirne Josh statt seiner neusten Freundin Catrice hatte verbringen müssen. Die Frau war echt scharf, darüber hinaus witzig und kannte Shakespeare nicht bloß aus ‚Shakespeare in Love’. Kurz, eine Frau, bei der man ganz schnell auf dem Abstellgleis landete, wenn man nicht am Ball blieb. Und ihr da jeden Abend nur einen kurzen erschöpften Anruf widmen zu können, ohne ihr erklären zu können, weshalb man für mehr gerade keine Zeit hatte, brachte ihm bei ihr wohl kaum Pluspunkte ein.

Entsprechend war Cal entschlossen, an diesem Abend keine Rituale durchzuführen. Es war Nikolaus, da wollte er mit seiner Freundin schön romantisch zu Abendessen, dann noch ein wenig Sterne beobachten und vielleicht sie davon überzeugen, gemeinsam mit ihm zu Frühstücken. Auf die Anstups-Art und nicht die Art, wo sie erst um halb acht Uhr früh vor seiner Tür aufschlug und am besten noch Croissants mitbrachte. Sie hatten eh zu viele verirrte Seelen für den sofortigen Rücktransport, da konnte es kaum einen Unterschied machen, wenn er mal einen Tag nicht für die Rituale zur Verfügung stand!

Diesem Entschluss folgend, schickte er eine kurze SMS an Josh als Antwort auf dessen aktuellen Blätterstand, benachrichtigte ihn so, dass er am späten Nachmittag die Blätter abliefern würde, dann aber noch etwas vorhätte. Danach schaltete er wohlweißlich sein Handy aus. Er verspürte wenig Lust, sich Josh gegenüber rechtfertigen zu müssen, oder sich dessen Gezeter anzuhören.

Es war ja nicht so, dass er sich gänzlich vor der Arbeit drückte. Er opferte sogar seine Mittagspause, um schon mit der Blättersuche beginnen zu können und passte dann am Nachmittag den Hochbetrieb der Tea Time ab, um die verirrten Seelen im Twice abzuliefern. Hochbetrieb bedeutete nämlich, dass Josh keine Zeit haben würde, sich mit ihm über seine Pläne für den Abend zu unterhalten, und er sich ungesehen wieder davonstehlen konnte.

Nicht, dass Cal nicht so etwas wie ein Gewissen gehabt hätte, das ihn daran erinnerte, dass es eigentlich seine Pflicht gewesen wäre, wenigsten sicher zu stellen, dass keines der braunen Blätter als medizinisch akuter Notfall einzustufen war und vielleicht die Nacht nicht überstand, wenn sie ihn nicht augenblicklich heimschickten, aber er brauchte einfach diesen Abend. Es zerrte schlicht zu sehr an seinen Nerven. Tag für Tag schienen es mehr braune Blätter zu werden, mehr verirrte Seelen, die er ansprechen, überzeugen und zum Baum bringen musste. Und natürlich schmerzte es auch ihn, wenn er jeden Abend einer stetig wachsenden Gruppe mitteilen musste, dass sie nicht an diesem Tag durch das Portal zurückgeschickt werden konnten. Dass sie warten mussten.

Er brauchte einfach wieder ein Stückchen Normalität, und sei es nur für ein paar Stunden. Stunden, die er mit einem Menschen verbrachte, der an ihm interessiert war und der nicht Josh hieß. Ein Mensch, an dem auch er interessiert war. Fast beneidete er Joshua und Caleb auf der anderen Seite, die nach drei anstrengenden Ritualen sich immerhin aneinander kuscheln und die Nacht über aus der gegenseitigen Nähe Kraft schöpfen konnten. Aber genau diese Kraft würde er sich jetzt auch holen. Von Catrice. Und wenn es nur die Kraft eines angeregten Gesprächs beim Essen war.



Er hatte alles gründlich vorbereitet. Er hatte einen Tisch bei ihrem Lieblingsitaliener bestellt, hatte zu Hause geduscht, sich in legere und doch gut aussehende Kleidung geworfen und Catrice pünktlich bei ihr zu Hause abgeholt. Mit einem kleinen Confiserie-Schokoladennikolaus. Zwar wurde hierzulande Nikolaus nicht wirklich gefeiert, aber seit er von einer deutschen Austauschpraktikantin von den dortigen Bräuchen gehört hatte, hatte er ein paar für sich übernommen. Und Schokolade mit passender Geste und nicht als schlichter Kitsch kam bei Frauen eigentlich immer gut an. So wie heute bei Catrice, die ihm mit einem Lächeln zumindest ein wenig die Vernachlässigung der letzten Tage verzieh.

Sie sah einfach blendend aus. Rote, bis auf den Rücken fallende Locken, strahlend blaue Augen, ein Anflug von Sommersprossen im Gesicht... dazu eine nicht zu verachtende Figur, die selbst in der dicken Daunenjacke noch verheißungsvoll zu erahnen war.

Das Essen selbst lief perfekt. Die Bruschetta waren noch heiß und knusprig, als sie serviert wurden, die Pasta nicht zu ölig um einem Darmgrimmen zu verursachen, das Fleisch auf den Punkt genau gebraten und die Cassatta zum Dahinschmelzen. Dazu ein guter Wein, wovon er aber nur ein kleines Glas trank, würde er doch später am Abend noch Auto fahren. Keine aufdringliche Musik, das Handy hatte er zu Hause gelassen – nicht dass Josh am Ende noch versuchte ihn darüber zu orten –, ja, er vermied sogar beim Händewaschen jeden Blick in den Spiegel, um auch Edgar keine Angriffsfläche zu bieten.

Catrice taute von Gang zu Gang mehr auf – sie hatte ihn zu Beginn des Abends durchaus spüren lassen, wie wenig sie von seinen kurzgefassten Anrufen in den letzten Tagen gehalten hatte –, so dass Cal es schließlich wagte, ihr beim Dessert den Vorschlag zu machen, noch kurz in den Peak hinaus zu fahren, um dort ein wenig den winterlichen Sternenhimmel zu betrachten.

„In den Peak?“, fragte sie leicht ungläubig.

„Nun ja, hier in der Stadt kann man die Sterne nicht wirklich sehen. Und der Abend ist zu schön, um ihn sich durch einen unvollkommenen Blick auf die Sterne trüben zu lassen“, hatte er leicht dahin gesagt. In Wirklichkeit waren ihm all die anderen Gründe durch den Kopf geschossen, die gegen einen romantischen Spaziergang hier in der Stadt sprachen. So waren zwar die Einkaufsstraßen mit weihnachtlichen Lichtern geschmückt und hübsch anzusehen, weniger hübsch aber war der Anblick der betrunkenen oder bekifften Jugendlichen, die in Hausecken und vor den Schaufenstern herumlungerten. Der Fluss, in jeder anderen Stadt ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänge zu zweit, war immer noch als Opfer der einstigen Stahlwerke und dem, was die gesamte Industrie einst der Stadt als Stadtbild aufgeprägt hatte, anzusehen und somit kein schöner Ort. Von Romantik ganz zu schweigen. Zu genau erinnerte er sich noch an einen derartigen Versuch, den er in einer lauen Frühlingsnacht vor ein paar Jahren mal gestartet hatte. Er hatte tatsächlich einen einigermaßen akzeptablen Abschnitt entlang des Ufers ausfindig gemacht, nur um von seinem inneren Teufelchen darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass sich im Fluss alles spiegelte, nur keine romantischen Sterne. Die Tatsache, dass der Fluss in dieser Stadt zudem gleichbedeutend mit dem schiffbaren Kanalsystem war und entsprechend immer wieder mit begradigendem Betoncharme aufwartete, tat ihr übriges, an diesem Ort keine romantische Stimmung aufkommen zu lassen. Kurz, der damalige Versuch eines Spaziergangs war eine absolute Pleite gewesen. Der Weihnachtsmarkt wäre zu dieser Jahreszeit Cals bevorzugte Option gewesen, war aber um diese Zeit überwiegend nur noch von lallend singenden Glühweinleichen bevölkert, so dass man dort auch nicht mehr auf einen kurzen, romantischen Bummel vorbei konnte, weshalb eigentlich nur der Peak blieb. Und jetzt im Dezember bestand zumindest die Chance, nicht hinter jedem Busch über ein anderes Pärchen zu stolpern, das die gleiche Idee gehabt hatte.

Kurz warf Catrice einen zweifelnden Blick auf ihre Schuhe, doch angesichts der Außentemperaturen hatte sie ihre Lieblingspumps gegen elegante Stiefeletten getauscht. Vielleicht immer noch nicht das beste Schuhwerk für eine Hügelwanderung, aber sie würden schließlich nicht mehrere Kilometer zwischen sich und das Auto bringen wollen. Vermutlich nur fünfzig oder hundert Schritte... Das wäre mit den Schuhen machbar. Sie lächelte Cal an. „Also gut, wieso nicht. Ich habe schon lange keinen schönen Sternenhimmel mehr gesehen.“

Er erwiderte das Lächeln und bedeutete dann dem Kellner, dass er die Rechnung haben wollte.



Es waren nur wenige Schritte bis zum Wagen, dann fuhren sie in Richtung Westen aus der Stadt. Leiser Rock tönte aus dem Radio, laut genug um zu verhindern, dass eine unangenehme Stille aufkam, wenn einem nicht nach Reden zumute war, aber nicht zu laut um eine Unterhaltung im Keim zu unterdrücken. Doch nachdem sie den ganzen Abend über dieses und jenes geplaudert hatten, schien Catrice sich für den Moment für die Musik entschieden zu haben. Cal sollte es recht sein, konnte er sich doch so auf den Weg konzentrieren. Zwar war er im Grunde oft genug im Peak gewesen, um die Strecke zu seiner Lieblingsstelle zu kennen, aber in der winterlichen Dunkelheit war es doch etwas anderes.

Allmählich wich die dichte Bebauung der Stadt den Vororten, die offiziell betrachtet schon zum Peak District gehörten, und wenige Minuten später hatten sie auch die letzten Häuser hinter sich gelassen. Immer auf eventuellen Gegenverkehr achtend, suchte Cal sich nun seinen Weg mit wechselndem Fern- und Abblendlicht, bis plötzlich ein jäher Ruck durch den Wagen ging, begleitet von einem äußerst unguten Geräusch. Erschrocken trat er instinktiv auf die Bremse, doch als sich dies alles andere als gut anfühlte, ließ er lieber den Wagen langsam ausrollen. Schließlich kam das Auto zum stehen und er konnte den Wagen verlassen. Den Motor ließ er laufen, damit zum einen die Kälte nicht sofort ins Innere kroch und zum anderen, um etwas Licht zu haben, in dessen Schein er die Ursache für das eigenartige Verhalten des Fahrzeugs erkennen konnte – ein platter Reifen!

Cal fluchte. Es war ganz eindeutig: Irgendjemand hasste ihn! Denn es konnte schließlich kaum als sofortige Strafe dafür gelten, dass er mal einen Abend nicht für die Rituale zur Verfügung stand. Eine derartige, übernatürliche Rache war einfach nicht denkbar. Zumal das Unglück dann – in dem unwahrscheinlichen Fall, dass er an so eine ‚ausgleichende Gerechtigkeit’ glaubte – schon viel eher am Abend eingetreten wäre. Auf jeden Fall so rechtzeitig, dass er doch noch den Abend mit Josh und den braunen Blättern hätte verbringen können. So aber...

Bedauernd kehrte er ins Wageninnere zurück, um Catrice über ihre Lage aufzuklären. Zwar hatte er ein Reserverad im Kofferraum, aber das aufzuziehen würde ein Weilchen dauern, noch dazu in der Dunkelheit... Und er konnte Catrice noch nicht einmal anbieten, im warmen Wagen sitzen zu bleiben. Denn zum einen würde er gewiss nicht den Reifen bei laufendem Motor wechseln – das war etwas für die Formel 1, aber nicht für einen Straßenrand im Peak District – und zum anderen wollte er nicht riskieren, dass ihm der Wagenheber abrutschte und das Auto ruckartig von der Schrägen in die Waagerechte zurückfiel und Catrice sich dabei irgendwo anstieß.

„Wie wäre es, wenn du den Pannendienst rufst und wir beide solange im warmen Wagen sitzen bleiben?“, schlug Catrice mit einem vielsagenden Blick vor, der ihm eigentlich hätte bedeuten sollten, dass sie durchaus bereit war, das Beste aus der Situation zu machen.

„Damit würden wir nur das Unvermeidliche hinauszögern. Denn spätestens der Pannendienst würde uns dann bitten aus dem Wagen zu steigen, damit er den Reifen wechseln kann. Abgesehen davon ist es keine so große Kunst einen Reifen zu wechseln“, erklärte Cal, dem der Blick seiner Freundin leider vollkommen entgangen war. Reifenwechseln... wie schwierig konnte das sein? Früher hatte er es doch auch regelmäßig bei seinem alten Wagen gemacht, ehe er sich mit dem neuen Auto auch praktische Ganzjahresreifen zugelegt hatte. Alles, was er tun musste, war sich an die richtige Reihenfolge zu erinnern und in Nullkommanichts wären sie wieder unterwegs.

Nur, dass er noch nie in der Dunkelheit versucht hatte, einen Reifen zu wechseln... Dass allein schon das Hinknien, um den Wagenheber an der verstärkten Stelle der Karosserie anzubringen, seine Beine reichlich kalt werden ließ... Dass sich die Werkzeuge mit Handschuhen einfach nicht richtig packen lassen wollten... Dass sich natürlich eine Schraube im Laufe der Zeit so festgezogen hatte, dass er selbst als er sein ganzes Gewicht auf den Schraubenschlüssel legte, keinen Erfolg hatte. Überhaupt schien das Bordwerkzeug nicht dazu gedacht, irgendwelche ernsten Einsätze erfolgreich zu absolvieren. Es schien mehr dazu zu dienen, als Ballast im Kofferraum irgendein Ungleichgewicht in der Gewichtsverteilung des Wagens auszugleichen und irgendwelche Richtlinien zu erfüllen. Frustriert trat er ein ums andere Mal auf den Schlüssel, ohne auch nur den Ansatz einer Millimeterbewegung bei der Schraube auszulösen. Darüber hinaus tat ihm so langsam der Fuß weh, waren die Lederhalbstiefel doch nicht wirklich mit einer Arbeitssohle ausgestattet.

„Wirst du jetzt endlich den Pannendienst rufen?“, kam die reichlich genervte Frage von Catrice, deren Tonfall sich inzwischen merklich den Außentemperaturen angepasst hatte. „Oder ein Taxi, das uns zurück in die Stadt bringt, und du kommst morgen mit dem Pannendienst her? Cal, du bist seit bald einer dreiviertel Stunde zu Gange, mir ist kalt und es sieht nicht so aus, als würdest du heute noch etwas Vernünftiges zustande bringen. Wobei heute nur noch weniger als eine Stunde ist, wie ich anmerken möchte. Abgesehen davon, dass ich morgen arbeiten muss und vielleicht ein klein wenig Schlaf möchte? In meinem Bett, und nicht in einem immer kälter werdenden Wagen am Straßenrand im Peak!“

Cal stöhnte innerlich. Er konnte Catrice ja verstehen, ihm war auch kalt und ja, verdammt, er hätte gerne ein Taxi gerufen und sich, auf dem Rücksitz neben ihr sitzend, von einem anderen nach Hause fahren lassen. Aber das ging nun mal nicht. Denn sein Handy lag, dank seiner genialen Einfälle, zu Hause. Catrice das jetzt beichten zu müssen... wobei... wenn sie so dringend ein Taxi wollte, weshalb nahm sie dann nicht ihr eigenes Handy? Daran sollte es doch wohl mal bitte nicht scheitern, oder?

Leider stellte sich heraus, dass Catrice gerade an diesem Nachmittag ihr Smartphone hatte zur Reparatur geben müssen. „Ich hatte geglaubt, auch mal ein paar Tage ohne das Ding auskommen zu können. Schließlich gibt es ja noch Festnetztelefon und E-Mails... Aber dass du mit mir hier herausfährst, ohne ein Handy dabei zu haben... Was, wenn einer von uns sich verletzt hätte und du einen Krankenwagen hättest rufen müssen?“ Sie schüttelte den Kopf und wandte sich von ihm auf eine Art ab, die Cal eindeutig sagte, dass er damit mehr als nur einen Bock geschossen hatte. Dass er sich glücklich schätzen durfte, wenn sie ihm zu Silvester gestattete, reumütig angekrochen zu kommen. Wobei das Jahr noch nicht festgelegt war.

Er musste sich ganz dringend eine Lösung für ihr Dilemma einfallen lassen! Da half es auch nicht, dass die Sterne mittlerweile klar über ihnen prangten und sich im polierten Lack des Wagens spiegelten. So viel zur Romantik...

Moment! Spiegeln – das war die Lösung! Aber wie sollte er das unauffällig gestalten? Er wollte auf gar keinen Fall, dass Catrice davon etwas mitbekam und ihn für gaga hielt. Er musste sich also ein Ablenkungsmanöver einfallen lassen... Kurz sah er sich um. Alles um sie herum war duster, von den Sternen und der Taschenlampe einmal abgesehen. Cal seufzte. Er tat es zwar nicht gerne, aber so wie es aussah, hatte er keine andere Wahl. Er stellte sich neben Catrice und tat plötzlich so, als lauschte er ganz angestrengt. „Da! Hörst du es? Ich glaube da unten, dort wo wir auf diesen Weg abgebogen sind, kommt gerade ein Auto lang! Gleich können wir es sehen... Ich werde hinuntergehen und ihm mit der Taschenlampe winken. Vielleicht kann der Fahrer uns mit in die Stadt zurückneh...“

Er kam nicht dazu, den Satz zu beenden, denn Catrice unterbrach ihn schrill: „Was? Und du willst mich hier allein auf diesem gottverlassenen Weg in der Dunkelheit zurücklassen? Tickst du noch ganz richtig! Ich werde den Wagen anhalten!“ Damit riss sie ihm die Taschenlampe aus der Hand und eilte den Weg hinab.

Cal konnte sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen. Das hatte besser geklappt als er zu hoffen gewagt hatte. Rasch kletterte er in den Wagen und hauchte das Glas des Rückspiegels an. „Edgar! Hörst du mich? Edgar, verdammt! Mach schon!“ Er wusste nicht, wie lange er Zeit hatte, bis Catrice merkte, dass gar kein Auto kam und sauer zu ihm zurückkehrte.

„Cal?“ Überrascht blickte ihm Edgar aus dem Spiegel entgegen. „Hast du eine Ahnung, wie wütend Josh...“

„Jetzt nicht!“, unterbrach Cal ihn und seufzte. Er konnte es Josh nicht einmal verübeln, dass dieser wütend auf ihn war. Aber wenn sie heute Nacht noch von hier wegwollten, waren sie auf seine Hilfe angewiesen. Und da half es nichts, wenn Edgar ihm jetzt auch noch eine Predigt hielt. „Hör zu, Edgar, ich steck in der Klemme. Mein Wagen hat eine Reifenpanne, ich krieg die letzte Schraube nicht gelöst, kann somit den Reifen nicht wechseln, wir sitzen in einer scheißkalten Dezembernacht im Peak fest und ja, ich hätte gerne, dass du Josh solange nervst, bis dieser sich in seinen Mini räumt und uns hier abholt!“

„Cal? Bist du dir im Klaren darüber, was du da sagst? Du bist bereit, zuzulassen, dass du bei Josh in der Schuld stehst? Dass unser Süßer dich nicht ohne Versprechen von Gegenleistung hier abholen wird? Noch dazu, wo er vermutlich deine aktuelle Vielleicht-Noch-Freundin ebenfalls mitnehmen soll und sie nicht einfach im nächsten Moor vergraben darf?“ Halb amüsiert, halb besorgt sah Edgar Cal an.

„Ja“, erwiderte dieser mit einem resignierten Kopfnicken. „Es geht aber nicht anders. Wir haben kein Handy mit und da blieb nun mal nur der Spiegel als Kommunikation...“

„Also gut, ich werde mein Bestes versuchen.“ Damit war der Spiegel wieder bis auf die Umgebung des Peaks leer. Von Weitem sah Cal Catrice zu ihm zurückkehren.



7. Dezember [Laila]
Sehnsucht nach der Erde
Cameron und Leevan

Genervt lehnte Lt. Colonel Cameron Mitchell an der Wand des Bunkers, den das Stargate Center auf einem fremden Planeten in der Pegasusgalaxy gebaut hatte.
Es war Dezember [Laila] [Laila]und Cam wünschte sich nichts sehnlichster als auf die Erde zurück zu kommen.
Auch wenn er seinen Job liebte, so wollte er jetzt nicht hier sein.
Viel lieber wäre er jetzt auf der Erde und würde die Vorweihnachtszeit mit seinem Geliebten Leevan genießen.
Sie waren knapp ein halbes Jahr zusammen und es war die schönste Zeit in seinem Leben.
Der Werdrachen war das Beste was ihm jemals passiert war.
Sie waren ein perfektes Team, so wohl privat als auch beruflich.
Cameron seufzte leise. Sein Blick wanderte zu Leevan als dieser den Raum betrat. Dieser Mann sah selbst in Militärkleidung verdammt sexy aus. Es war aber auch egal, was dieser Mann trug. Schon alleine dieser Anblick ließ Cam hart werden.
Ohne auf die anderen Anwesenden zu achten, ging er auf Leevan zu und küsste ihn.
Holte sich das, was er so sehnsüchtig brauchte, auch wenn sie nicht auf der Erde waren.