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10

Catching Santa Claus [Ira]

Türchen 10

Es war mitten in der Nacht, als das leise Klopfen von Cassiopeia an der Scheibe erklang. Santa lag schlafend neben seiner Frau und hielt sie sanft im Arm, doch schnell und geschickt wand sich Caroline, die wach gelegen und auf ihre Eule gewartet hatte, aus seiner Umarmung und ließ die Eule ein, nahm sie auf den Arm und verließ leise das Schlafzimmer, um ihren Mann nicht zu wecken.

Die Eule trug eine Nachricht am Fuß und war sehr erschöpft, weswegen Caroline die Treppe hinabschlich und in der Küche etwas Brot und Wasser für ihre Eule hinstellte. "Danke meine Süße, vielen Dank für deine Hilfe!", hauchte sie leise und nahm ihr die Nachricht ab, setzte sich dann an den Küchentisch und begann Tobis Antwort zu lesen.

Tobias war bereit zu einem Gespräch und schöpfte viel Hoffnung für ihn und Niklas mit diesem Treffen, das war in jeder Zeile indirekt zu lesen. Freudig atmete Caroline auf und zog sich dann einen Mantel über, um das Haus zu verlassen und zum Rentierstall rüber zu schleichen. Niklas würde also dort warten wo Rupert Nik abgesetzt hatte, mit gepackten Koffern. Also würde ein Rentier nicht reichen. Wenn jedoch zu viele fehlten. Würde es ihrem Mann eher auffallen. Zwei mussten also reichen.

Schnell zog sie Fabianne, ihre Rentierstute und Pascal, ein Recht junges Rentier aus ihren Boxen, spannte sie vor einen kleinen Schlitten, den Caroline selbst immer für Ausflüge benutzte. Er war leicht und die beiden Rentiere würden schnell vorankommen. Da die beiden Rentiere auch eher ihr gehörten und für sie bereit standen würden sie auch nicht so schnell umkehren, wenn Santa sie rief, so wie Rupert es getan hatte.

Schnell flüsterte sie ihnen den Standort ins Ohr und befahl ihnen schnell zu fliegen und nicht ohne Tobias zum Nordpol zurückzukehren. Sofort flogen die Rentiere von dannen und Caroline betete, dass sie es schaffen würden... .

*

Tobias hatte die halbe Nacht nicht geschlafen. Immer wieder war er aufgeschreckt, weil er dachte, es wäre Zeit.

Als es dann wirklich so war - immerhin hatte ihm Caroline in der Nachricht eine Uhrzeit angegeben, machte er sich fertig. Sorgfältig prüfte Tobi, ob er auch alle Geräte ausgeschalten hatte und verließ dann dick angezogen - so das er jetzt schon schwitze und dem Rucksack auf dem Rücken seine Wohnung, schloss ab.

Gabi hatte er gestern schon Bescheid gesagt, nicht das sie sich Sorgen machte, wenn er die Geschenke nicht rein nahm. Bei seinen Eltern hatte er es versucht, aber es war besetzt gewesen. Die Schwarzhaarige hatte den Auftrag, es weiterhin zu versuchen und seinen Eltern auszurichten, wo er war.

Möglichst leise schlich er durchs Treppenhaus und atmete erleichtert auf, als er auf der Straße stand. Sofort machte sich der Spielzeugmacher auf den Weg raus aus dem Dorf. Er wusste aus welcher Richtung Niklas gekommen war, aber nicht wie weit er da schon gelaufen war.

/Ich werde es schon finden/, dachte Tobias optimistisch und lief ein bisschen schneller. Er wollte die Rentiere nicht warten lassen. Wenn sie denn da waren... .


Nach einer halben Stunde, sah er sie vor sich auf dem Feld stehen, nervös scharrten sie mit ihren Hufen. So beeilte sich Tobi zu den beiden zu kommen. "Ihr beiden schönen bringt mich also zum Nordpol, damit ich mit Niklas Mutter reden kann?", wollte er wissen, aber mehr um sich zu beruhigen. Bisher war er nämlich noch nie geflogen.

Zustimmend, so als hätten sie den Braunhaarigen verstanden, neigten beide Tiere den Kopf. Tobias war sich sogar sicher, dass sie ihn verstanden hatten.

So setzte der 23-Jährige den Rucksack ab, hievte ihn auf den Schlitten und stieg dann selbst auf. Und was musste er jetzt machen, damit so los flogen?

/Na ja, ein Versuch kann ja nicht schaden. Hier sieht mich sowieso keiner./ Unsicher nahm Tobi die Zügel in die Hand und rief ein "Ho", wie er es aus den Filmen kannte. Und wenn es schief ging, dann würde er eben was anderes versuchen.

Aber es ging nichts schief. Die beiden Rentiere begannen zu rennen und hoben nach kurzer Zeit ab, flogen eine schöne Rechtskurve und dann nach Norden.

Dem Nordpol entgegen... .

*

}|{

Ein Klopfen an der Tür weckte Niklas gegen acht. Draußen war es noch stockdunkel, was hier am Nordpol ja nichts Ungewöhnliches war. "Hm... Ja?", fragte er laut und noch müde und kurz darauf steckte sein Vater den Kopf durch die Tür rein. "Morgen Nik. Ich wollte dich fragen ob du mit mir frühstückst und dann die Rentierställe mit ausmistest?", fragte er vorsichtig an. Nik überlegte kurz.

Die anderen würden noch schlafen, so war es früher auch schon, und so würde er mit seinem Vater alleine sein. Seit dem Gespräch von gestern hatte Nik noch keine Idee gehabt wie er das Problem mit den Kindern lösen könnte, doch er hatte sich vorgenommen zu seinem Vater eine bessere Beziehung aufzubauen.
Dieser liebte ihn ja und wollte nur das Beste für ihn und Niklas war der Meinung, dass auch sein Vater ihre Beziehung wieder bessern wollte, was seine vorsichtige Frage andeutete. "Gerne... Dad...", flüsterte er dann und sah das strahlende Lächeln seines Vater. Schon sehr lange hatte Niklas seinen Vater nicht mehr Dad genannt.

Schnell stand er auf und zog sich an, um dann zu seinem Vater in die Küche zu gehen.

*

Der Schweizer hatte schon vor einer Weile sein Zeitgefühl verloren. Immerhin war es noch dunkel und er nannte nun einmal eine ganz normale Uhr sein Eigen. Nichts mit Licht.

Hier oben wurde es langsam immer kälter, was hauptsächlich am Flugwind lag. Aber sie kamen auch immer näher an den Nordpol. Vor einer Weile hatten sie Schweden hinter sich gelassen.

Tobias mummelte sich noch mehr in seine Jacke an, hatte er doch vergessen, eine Decke mit zu nehmen. Die Zügel hatte er irgendwann auch los gelassen, um seine Hände aneinander zu reiben, denn trotz Handschuhe wurden sie kalt.

Der Braunhaarige hatte halt keine geeignete Kleidung, für eine Polarexpedition. Blieb nur zu hoffen, dass sie bald ankamen und er sich dann irgendwo aufwärmen konnte.

*

"Gib mir mal bitte die Marmelade Dad...", bat Niklas und lächelte seinem Vater zu. Sie hatten in Ruhe gefrühstückt und sich erstaunlich gut verstanden, miteinander gelacht und Scherze über die Rentiere und Elfen gemacht. Hach, Niklas war froh, dass er sich mit seinem Vater wieder so gut verstand und wäre Tobi noch hier, wäre er der glücklichste Mensch der Welt. So aber war jede Freude von der Einsamkeit und dem Vermissen überdeckt. Hach... wie es seinem Tobias jetzt wohl ging?

*

Der fror wie ein Schneider. Aber inzwischen flogen sie schon über der Arktis, näherten sich immer mehr dem geographischen Nordpol.

Noch war das Haus, das dort stehen sollte, noch nicht zu sehen. Ob es wohl so aussah wie in den Filmen? Das Haus aus dem Film mit Tim Allen "Santa Claus - Eine schöne Bescherung", hatte es ihm besonders angetan.

Weit konnte es jetzt auf alle Fälle nicht mehr sein, denn langsam gingen die Rentiere ein bisschen runter, vermutlich um nicht mit irgendwas zu kollidieren. Aber so wirklich kannte er sich mit dem Nordpol auch nicht aus und die Infos die Gabi im Netz gefunden hatten, waren auch nicht so wirklich hilfreich.

*

"Na dann mal ab in den Rentierstall!" Auf Santas Anweisung gingen Vater und Sohn gemeinsam über den schneebedeckten Hof, betraten den Stall und begannen wie jedes Mal erst mal mit dem durchzählen. "Hm... Komisch! Dad? Hier fehlen zwei!", rief Niklas und blickte auf die offenen Boxen. "Fabianne und Pascal. Ist Mama weg?" Die Rentiere wurden nämlich meist von ihr genutzt, da sie zwar schnell, jedoch nicht stark genug waren, um den Weihnachtsmannschlitten samt Weihnachtsmann und Sack zu tragen und die anderen Rentiere somit ausbremsten.

"Nein, deine Mutter lag heute früh noch im Bett! Aber irgendjemand muss sie rausgelassen haben, von alleine gehen sie ja nicht weg!" "Dann ruf sie doch!", meinte Niklas und ging aus dem Stall hinaus, gefolgt von seinem Vater, die sich neben ihn stellte und seinen berühmten Pfiff ausstieß, die jedes Rentier des Weihnachtsmannes vernahm und auf den es sofort reagierte. Jetzt hieß es warten... .

*

Tobi wusste nicht genau was passiert war, aber er fiel gerade Richtung Erde und mit ihm sein Rucksack.

Die Tiere hatten sich plötzlich aufgebäumt, der Schlitten hatte geruckelt und weil Tobias sich nicht hatte festhalten können, war er vom Schlitten gefallen.

Obwohl der Schnee weich war - immerhin lag er ganz schön hoch, kam der Braunhaarige hart auf. Hektisch schnappte er nach Luft, denn der Aufprall hatte ihm die Luft aus den Lungen getrieben.

"Scheiße... das darf nicht wahr sein. Warum war ich nur so blöd und hab das nicht voraus gesehen? Ich hätte mich festhalten sollen."

Grummelnd richtete er sich auf, klopfte sich den Schnee von der Kleidung und blickte sich um. Und in welche Richtung musste er jetzt? Ganz toll.

/Wo sind die Rentiere?/

Sofort warf er seinen Kopf in den Nacken, blickte wild hin und her und atmete erleichtert auf, als er die Rentiere wieder fand.

Sofort schulterte er seinen Rucksack, stapfte den Tieren hinterher durch den Schnee.

*

Es dauerte nicht mal zwanzig Minuten, bevor die beiden Rentiere vor Niklas und seinem Vater zum Stehen kamen. "Na da seid ihr zwei ja, wo wart ihr nur?" Neugierig ging Niklas um die Rentiere und den Wagen drum herum und berührte die Sitzfläche im Wagen. "Sie ist noch warm. Irgendjemanden müssen sie geflogen haben!"

*

Völlig aufgeregt rannte Caroline aus dem Haus. Sie hatte den Pfiff ihres Mannes bis hinein gehört und das war gar nicht gut.

Er sollte doch nicht wissen, dass Tobias her kam, weil sie sonst gar nicht zum Reden kamen.

Als sie endlich vor dem Haus stand und den Schlitten sah, stieß sie einen spitzen Schrei aus. Tobias war nicht da. Irgendwas musste da passiert sein, denn er stand ja auch nicht neben ihrem Mann und ihrem Sohn.

*

Niklas zuckte zusammen als er den Schrei seiner Mutter hörte. "Mum?", Sofort rannte er zu ihr und blickte sie fragend und besorgt zugleich an. "Was ist los?"

*

"Er... er ist nicht da", stammelte sie aufgelöst und blickte noch immer ungläubig auf den leeren Schlitten.

Sie zuckte leicht zusammen, als sie von hinten umarmt wurde. Aber es war nur Santa, der seine Frau beruhigen wollte.

"Tobias hat gestern wohl eher unbewusst einen Brief an den Weihnachtsmann geschickt. Ich hab ihn beim Sortieren gefunden. Daraufhin hab ich mir überlegt, ich könnte mal mit ihm reden und ihm danken, dass er so gut auf dich aufgepasst hat, Niklas. Ich hab also Cass hingeschickt und sie kam mit einer Antwort zurück.

Daraufhin hab ich dann den Schlitten geschickt. Aber er ist nicht da. Da muss was passiert sein."

*

Sofort bekam es Niklas mit der Angst zu tun. "Tobi..." hauchte er atemlos und schwang sich sofort in den Schlitten "Fliegt dahin wo ihr hergekommen seid!", brüllte er die Rentiere an, die sich sofort in die Lüfte erhoben und in die Richtung flogen aus der sie zuvor auch gekommen waren.

"Schneller... schneller!", trieb er sie an und suchte pausenlos den Boden nach Tobias ab. Nach fünfzehn Minuten Flug, sah er jemanden durch den Schnee stapfen. Sofort lenkte er die Rentiere nach unten und hielt vor der Gestalt, erblickte einen zitternden Tobias mit blauen Lippen. "Gott... Tobi!", schrie er und sprang aus dem Schlitten, rannte auf seinen Freund zu und zog ihn erleichtert und überglücklich in seine Arme.

*

"Niki, bist du das?", brachte er mühsam hervor, denn seine Zähne klapperten immer wieder aufeinander. Ihm war arschkalt. Aber er hatte nun einmal keine Klamotten zuhause, die für diese Temperatur geeignet waren.

"Kalt", murmelte er noch, bevor sein Körper schlapp machte und der Braunhaarige in sich zusammen sackte. Er hatte sein Engelchen noch einmal sehen dürfen, jetzt war alles wieder gut.

*

"Oh Gott Tobi!", schrie Niklas voller Panik, fing seinen Liebsten im Fall auf und rannte mit ihm in den Schlitten zurück. Schnell setzte er sich auf die Sitzbank und legte Tobi neben sich, dessen Kopf auf seinen Knien gebettet. "Oh bitte bitte...", flehte er und zog sich den dicken Wintermantel aus. Er war die Temperaturen gewöhnt, würde nicht so schnell frieren. Fest wickelte er Tobias in den Mantel und trieb dann die Rentiere mit Eile nach Hause.

*

Caroline hatte mit so einer Reaktion gerechnet, gleich im ersten Moment, als Tobias nicht im Schlitten gewesen war.

Ängstlich klammerte sie sich an ihren Ehemann, hoffte und betete lautlos, dass ihr Sohn seinen Freund fand und heil hier her brachte.

Heftig begann ihr Herz zu schlagen, als der Schlitten wieder auftauchte. "Hoffentlich geht es Tobias gut", sprach sie leise.

*

Schnell ließ Niklas die Rentiere landen, nahm Tobias wieder auf seine Arme und rannte mit Tränen in den Augen auf seine Eltern zu, die vor dem Haus standen. "Er ist total unterkühlt! Wir brauchen heißes Wasser und Decken und er muss schnell im Bett aufgewärmt werden!", weinte er immer noch panisch und rannte ins Haus, die Treppen rauf und in sein Zimmer.

*

Caro bekam es mit der Angst zu tun, als sie den blassen Tobias und die blauen Lippen sah und auch Santa ging es nicht besser. Ob er wollte oder nicht, er machte sich Sorgen um den jungen Mann.

"Natürlich", nickte seine Mutter hastig und löste sich von ihrem Mann, rannte ins Haus und ließ das Wasser in der Küche laufen, damit es heiß wurde.

Luci, ihre Jüngste die gerade in die Küche kam, wies sie an, so viele Decken wie möglich zu holen und sie in Niklas Zimmer zu bringen.

Als das Wasser die richtige Temperatur hatte, füllte sie es in Schalen und trug sie ebenfalls nach oben.

*

Oben angekommen legte Niklas seinen Liebsten aufs Bett und zog ihn rasch aus. Seine Sachen waren viel zu kalt. Nur in Boxershorts schob er ihn unter die Decke und zog sich ebenfalls aus. Nichts wärmte besser als Körperwärme!

Also schlüpfte er kurz darauf mit unter die Decke und drückte sich an Tobi. Gott, er war ja eiskalt. Überall. Voller Angst drückte er sich fest an Tobias und versuchte ihn zu wärmen.

*

Luci und ihre Mutter kamen gleichzeitig bei dem Zimmer an. Sofort eilte Caroline zum Bett und stellte die Schüsseln davor. "Luci, hol mir bitte ein paar Handtücher", bat sie ihre Tochter, nahm die Decken entgegen.

Sofort breitete sie die Decken über den beiden Männern aus, steckte sie allerdings noch nicht fest, weil sie Tobias ja noch mit heißen Tüchern bedecken wollte.

"Es tut mir leid, Niklas. Ich hätte mitfliegen sollen, dann wäre das nicht passiert", entschuldigte sich die Blondine.

*



"Nein Mum, ich versteh schon. Sonst wäre es rausgekommen. Vater hätte doch gemerkt, dass du weg bist", schniefte Niklas und drückte sich weiterhin an Tobi, küsste sich über die blauen Lippen, egal ob seine Familie das sah und sich daran störte. "Tobi... Schatz... mein kleiner Eisbär... du musst warm werden. Du darfst mich jetzt nicht verlassen, hörst du?", flehte er angstvoll. Er wollte Tobi nicht verlieren... .

*

Inzwischen stand wirklich seine ganze Familie in Niklas Zimmer und gerade kam die kleine Luci und brachte die von Mama bestellten Handtücher.

Sofort tauchte Caroline die Handtücher in das Wasser und verteilte sie dann auf Tobias Körper.

"Mehr können wir im Moment nicht machen. Wir sollten die Tücher regelmäßig wechseln, mein Schatz. Ich bin mir sicher, dass Tobias das schafft. Er ist stark und er liebt dich", versuchte sie ihren Sohn zu beruhigen und ihm Mut zu machen.

*

"Er ist total kalt Mama. Für ihn ist es zu kalt hier, das kann man nicht mit Europa vergleichen!", flüsterte Niklas und legte den Kopf auf Tobis Brust. Gott... er durfte nicht sterben, er musste bei ihm bleiben. "Bitte...", flehte er flüsternd. "Ich liebe dich doch..."

*

Traurig seufzte Caroline auf. Ihr brach es das Herz, ihren Sohn jetzt so verzweifelt zu sehen. Es war eben nicht geplant gewesen, dass Tobias aus dem Schlitten fiel. Anders konnte es gar nicht passiert sein, denn die Rentiere würden nicht auf Tobias hören und landen.

Sie blickte auf, als sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte. Es war Santa. "Wir müssen ihn warm halten und er muss leben wollen", erklärte der Weihnachtsmann. Auch ihm ging es jetzt nahe, wie verzweifelt Niklas war.

*

Verzweifelt klammerte sich Niklas an seinem Freund fest, wollte ihm mehr Wärme geben, doch das konnte er nicht. Er hatte alles getan. Jetzt kam es nur noch auf Tobias an. Während nun die Familie umherging, Feuer im Kamin in Niks Zimmer machte und dem Blonden dabei halfen Tobias in immer wieder neue heiße Handtücher zu wickeln, betete und hoffte Niklas jede Minute. Das Schicksal konnte nicht so gemein sein und ihm Tobi nun wieder wegnehmen, wo der doch schon mal hier war! Tobias musste kämpfen. Es brauchte kein Wunder, dass sein Freund warm wurde und die Augen aufschlug, nein, jetzt kam es nur noch auf Tobias an, der nun für sie beide kämpfen musste... .



Braune Blätter [Chaotizitaet]

10 – Joshua



Ich atmete tief durch. Seit über einer Woche schien der Strom der braunen Blätter kein Ende zu nehmen. Und täglich wurden es mehr, die wir nicht sofort zurückschicken konnten. Täglich waren es mehr braune Blätter, die mich mit unterschiedlichen Reaktionen begrüßten, wenn ich am Morgen durch den Hintereingang das Twice betrat. Einige voller Hoffnung, dass sie heute zurückkehren würden, einige resigniert, wohl wissend, dass ihre Lebensumstände es erlaubten, dass sie auch weiterhin auf der Warteliste standen, wieder andere besorgt, wenn es darum ging – gleich einer Wettervorhersage – zu erfahren, wie viele braune Blätter heute am Baum der Sterbenden gewesen waren, um wie viele sich ihre Zahl der Gestrandeten erhöhen würde.

Die Tatsache, dass ich mich nach wie vor in der Gegenwart der braunen Blätter nicht ganz entspannen konnte, machte die Sache nicht gerade einfacher.

„Guten Morgen Boss!“, begrüßte mich da das einzige braune Blatt, an dessen Gegenwart ich mich mittlerweile soweit gewöhnt hatte, dass ich beinahe sogar soweit gehen würde, sie als Freundin zu bezeichnen. Es war Nathalie. Das erste braune Blatt dieser Serie überhaupt. Gleich am nächsten Abend hatten wir sie und Rob zurückschicken und so das unausgesprochene Versprechen des Vortages einlösen wollen, auch wenn es bedeutete, an jenem Abend ein kritisches braunes Blatt bei uns zu behalten, aber sie hatte entschieden abgelehnt. Wie auch an jedem folgenden Abend. Selbst an jenen Abenden, wo wir nur unkritische Fälle hatten. Ein ums andere Mal hatte sie zurückgesteckt, hatte anderen den Vortritt gelassen.

„Guten Morgen Nathalie!“, begrüßte ich sie meinerseits. „Ruhige Nacht gewesen?“ In dieser meist rhetorischen Frage schwang an diesem Morgen echte Sorge mit – nicht ohne Grund. Für gewöhnlich versuchten wir, Kinder, die sich in die andere Ebene verirrten, noch am selben Tag zurück zu schicken, damit sie es einfach als wirren Traum abtun konnten, aber vor zwei Tagen hatten wir gleich ein halbes Dutzend Kinder unter den braunen Blättern gefunden. Wir waren zuerst äußerst irritiert gewesen, waren doch alle Kinder obendrein aus dem selben Land, ja, sie kannten einander sogar. Caleb hatte versucht, heraus zu finden, was geschehen war, dass sie alle in dieser Ebene gestrandet waren, aber die Kinder waren zu verängstigt gewesen. Das jüngste unter ihnen war gerade einmal drei Jahre alt, das älteste sieben. Es hatte Caleb reichlich frustriert, dass die Kinder kein echtes Vertrauen zu ihm fassen wollten. Gewiss, sie hatten ihm soweit Glauben geschenkt, dass er ihnen helfen würde, sie nach Hause zu bringen, dass sie ihm ins Twice gefolgt waren, aber er hatte nicht einmal ihre Namen in Erfahrung bringen könnten. Schließlich hatte Nathalie vorgeschlagen, dass sie versuchen sollte, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Sie hatte dabei so zuversichtlich gewirkt, dass es ihr gelingen würde, heraus zu finden, was mit den Kindern geschehen war, dass Caleb schließlich zugestimmt hatte. Wir wussten nicht, wie Nathalie es anstellte, aber sie hatte etwas an sich, dass die anderen braunen Blätter dazu brachte, sich ihr zu öffnen. Manchmal glaubte ich sogar so etwas wie Eifersucht auf diese Fähigkeit in Caleb zu erkennen. Denn für gewöhnlich war er es, zu dem die braunen Blätter schlussendlich Vertrauen fassten.

Was Nathalie uns schließlich über die Kinder erzählte, war eben so simpel wie schrecklich. Ihre Eltern hatten allesamt einer Sekte angehört, die sich in den australischen Outback zurückgezogen hatten, um dort als Kommune fernab von allen schädlichen Einflüssen der modernen Zivilisation zu leben. Was dann folgte, war fast unvermeidlich – der Anführer hatte eines Tages verkündete, die Zeit für den Aufstieg in die Transzendenz sei gekommen. Was nichts anderes bedeutete, als dass die gesamte Kommune gemeinsam Selbstmord begangen hatte. Bei den Kindern aber waren sich die Eltern offenbar nicht sicher gewesen, wie viel Gift für die jungen Körper notwendig war, um ihnen einen schnellen, schmerzfreien Übergang zu ermöglichen und hatten ihnen zu wenig gegeben. Offenbar hatte es sich um ein halluzinogenes Gift gehandelt, das bei einer zu hohen Dosis schreckliche Krämpfe auslöste. Unter diesen Umständen aber hatten wir die Kinder nicht zurückschicken wollen. Es wäre keine glückliche Heimkehr gewesen, sie unter all den Toten wieder zu sich kommen zu lassen. Oder schlimmer, sie zu einem Zeitpunkt zurück zu schicken, wo noch Sektenangehörige lebten, die dann einen neuerlichen Versuch unternahmen, die Kinder aufsteigen zu lassen. Nein, wir beschlossen, zu warten, bis wir aus den Nachrichten erfuhren, dass man die Sektenangehörigen in der Kommune gefunden und die komatösen Kinder in ein Krankenhaus gebracht hatte. Selbst dann wäre eine Rückkehr alles andere als schön, aber wenigstens hätten die Kinder dann eine Chance zu leben.

Andererseits hatte die Anwesenheit der Kinder unter den braunen Blättern das Gruppengefüge gewaltig geändert. Waren die gestrandeten Seelen bis dahin überwiegend mit ihrem eigenen Schicksal beschäftigt, spaltete sich das Lager nun in diejenigen, die mit Kindern nichts anfangen konnten und sich soweit entfernt wie möglich von ihnen aufhielten, während andere durch ihre Anwesenheit endlich eine Aufgabe gefunden zu haben schienen, die sie von ihren eigenen Problemen ablenkten. Doch auch die Kinder reagierten unterschiedlich auf die übrigen braunen Blätter, waren sie doch bislang nicht gerade unter gewöhnlichen Umständen aufgewachsen.

Ich hatte bereits am Vortag mit Caleb gesprochen und wir waren überein gekommen, bevorzugt diejenigen, die nichts mit den Kindern anfangen konnten, so schnell wie möglich zurück zu schicken, wussten wir doch nicht, wann es für die Kinder sicher wäre, heimzukehren. Wir konnte ja schlecht mal eben in Australien anrufen und fragen, ob sie die Sekten-Toten schon gefunden hatten... Blieb also nur das Studium der australischen Online-Presse. Andererseits durften wir auch nicht zu lange warten, sonst verdursteten die Körper der Kinder. Zwar wurde dieser Vorgang durch die Tatsache, dass die Seelen sich in der Nähe des Paradiesbaumes aufhielten, verlangsamt, aber mehr als fünf Tage würden wir nicht riskieren können.

„Ru’ige Nacht“, erwiderte Nathalie nickend. „Und, wie lautet die aktuelle Wettervor’ersage?“, fragte sie scherzhaft.

„Hab noch nicht mit Josh gesprochen. Aber wie es scheint haben sie gestern kein Ritual durchführen können“, meinte ich ein wenig frustriert. Natürlich hatte mir Josh gestern Abend mitgeteilt, dass Cal sich eine Auszeit genommen hatte, und so sehr ich den Scout auch irgendwo verstehen konnte, so sehr sorgte ich mich doch um die verirrten Seelen. Immerhin ging es hier um Menschen, die auf meiner Seite lebten, die zu mir gehörten. Und so hatte ich Joshs Ärger durchaus geteilt.

„Dann sind sie also auf der anderen Seite noch mehr im Verzug als ’ier?“, fragte Nathalie ein wenig besorgt.

Ich nickte, während ich die Bestände an Alkoholika durchging und mir Notizen für den nächsten Einkauf machte.

„Gibt es wirklisch keine Schance, mehr als drei Blätter pro Tag zurückzuschicken?“, fragte sie dann.

„Nein, leider nicht. Das liegt nicht etwa am Baum, sondern an Caleb und mir. Die Energie eines menschlichen Körpers reicht leider nicht aus, um mehr als drei Rituale durchzuführen. Nun ja, rein theoretisch würde sie für ein viertes Ritual reichen, aber dann wären wir so erschöpft, dass wir die nächsten 24 Stunden durchschlafen würden. Was heißt, dass wir für einen ganzen Tag ausfallen würden und es somit im Endeffekt zwei Rituale weniger wären im Vergleich zu einer Beschränkung auf drei Rituale pro Tag. Um effektiv mehr Rituale pro Tag durchzuführen, ohne Ausfälle heraufzubeschwören, müsste es noch ein zweites Team von Wächter und Scout geben. Aber es liegt in der Natur der Sache, dass es immer nur einen Wächter und einen Scout pro Baum geben kann“, erklärte ich.

„Aber Tag für Tag drei Rituale auszuführen zehrt langsam aber sischer auch an euren Kräften“, bemerkte Nathalie und sah mich aufmerksam an.

Ich gab mir einen Ruck. Ich hatte nicht gemerkt, wie erschöpft meine Stimme bei den Worten geklungen hatte. Dann schüttelte ich den Kopf. „Das ist es nicht. Also nicht die Rituale. Es ist mehr, dass wir nicht wissen, woran es liegt, dass es ständig mehr braune Blätter werden. Ich fühle mich, als würden wir versuchen, einen leckenden Deich am Brechen zu hindern, doch wir können nie alle undichten Stellen rechtzeitig mit Sandsäcken verstärken. Wir können noch nicht einmal auf den Deich klettern, um nachzusehen, wo die Flut herkommt, ob es vielleicht Auen gibt, die wir mittels Schleusen gezielt fluten könnten... oder ob einfach weiter flussabwärts irgend etwas das Wasser aufstaut und so das Problem verursacht. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit... Es zerrt an meinen Nerven und an Calebs und an Joshs und wohl auch an Cals...“ Der Vergleich hinkte zwar, aber ich wusste nicht, wie ich das Gefühl anders beschreiben sollte. Denn dem berühmten Kampf gegen die Windmühlenflügel glich es noch nicht, zumindest, solange wir noch in der Lage waren, wenigstens drei braune Blätter pro Tag zurückschicken zu können.

„Du willst sagen, dass ihr wegen der Rituale und der Tatsache, dass ihr jeden Tag die gestrandeten braunen Blätter finden müsst, gar nischt dazu kommt, Ursachenforschung zu betreiben?“ Nathalie hatte sofort verstanden, was ich hatte ausdrücken wollen, wofür ich dankbar war. „Und du befürschtest, es könnte immer so weiterge’en, bis alle Menschen in der falschen Ebene gefangen sind?“

Ich nickte niedergeschlagen.

„Ihr seid solsche ’ohlköpfe!“, warf sie mir dann ganz unvermittelt an den Kopf.

„Hö?“, fragte ich nicht gerade intelligent.

„Seid ihr schon mal auf die Idee gekommen, dass wir eusch ’elfen könnten?“ Ungläubig schüttelte sie den Kopf. „Isch meine, sieh disch doch mal um: ’ier sitzen etwa ein Dutzend Leute, die den ganzen Tag nischts anderes zu tun zu ’aben, als dir beim Getränkeausschenken zuzuse’en, darauf zu warten, dass Caleb die Neuzugänge bringt und zu ’offen, vielleischt am Abend in der Rituallotterie das Los mit dem ’auptgewinn zu zie’en. Stattdessen könnten zumindest einige von uns loszie’en und bei der Suche nach den braunen Blättern ’elfen. Immer’in sind wir selbst welsche, und als solsche in der Lage, andere braune Blätter zu erkennen. Das würde Caleb etwas Luft verschaffen und eusch viellesicht ein paar Minuten Ru’e geben.“

„Aber ihr hättet keine Möglichkeit, mit uns zu kommunizieren“, widersprach ich, auch wenn es verlockend war, einen Teil der Arbeit auf andere abzuwälzen.

„Nebensäschlisch!“, erklärte Nathalie. „Denn du ’ast selbst gesagt, dass du bei dem Gedanken ganz krank wirst, dass die ganze Welt vielleischt irgendwann aus braunen Blättern besteht, wenn ihr keine Zeit ’abt, ’eraus zu finden, was so viele Menschen dazu bringt, sisch in die falsche Ebene zu verirren.“

„Krank ist vielleicht der falsche Ausdruck“, murmelte ich und hoffte, dass Nathalie mir nicht zu genau zuhörte. „Wenn die ganze Welt nur noch aus braunen Blättern besteht, entspricht das dem Weltuntergang. Die Welt hört einfach auf zu leben, zu atmen, sich zu drehen.“ Ich wusste genau, dass jeder Mensch mit seiner eigenen Energie zum Spin der Erde beitrug. Maß man diesen Spin in den Sekunden eines Tages, die die Erde brauchte, um sich einmal um sich selbst zu drehen, so verlor der Planet angesichts der ungeheuren Menge Menschen, die derzeit unsere Welt bevölkerten, kaum mehr als einen Bruchteil einer Sekunde an Spin, wenn sich jemand auf die falsche Ebene verirrte. Nicht wirklich beunruhigend. Zumindest auf den ersten Blick. Nach aktuellen Berechnungen müssten etwas über achtzigtausend Menschen braune Blätter werden, ehe die Erde auch nur eine Sekunde langsamer würde. Was etwas weniger als einem Fünftel der Einwohner dieser Metropolstadt entsprach. Doch die Mathematik war unbestechlich. Wenn die braunen Blätter weiter so zunahmen, würde es irgendwann soweit kommen, dass die Erde eine Sekunde langsamer wurde. Und dann noch eine, und noch eine... bis es eine Minute und schließlich eine Stunde war. Und ein Tag hatte nur vierundzwanzig Stunden. Die Welt würde stehen bleiben. Aber vorher würden die vielen Menschen, die in jenem komaähnlichen Zustand gefangen waren, den Behörden auffallen. Vielleicht würde man zunächst alles auf einen neuen HxNy-Virus schieben. Antibakterielle Seifen und Krankenhausatemschutzmasken würden wieder Hochkonjunktur haben. Aber wenn bekannt wurde, dass es kein HxNy war, dass die Seuche weiter um sich griff, ohne dass die Forscher irgendeinen medizinischen Grund finden konnten, würde Panik ausbrechen. Und ehe die Welt stehen blieb, würde die Welt, so wie wir sie kannten, von ihren Bewohnern vollkommen verwüstet.

Genau diese Dinge, die Panik, das Wissen zu wissen, was los war und es niemandem erzählen zu können – denn wer sollte uns glauben? –, und schließlich die Welt verwüstet dem Untergang geweiht zu sehen, das war es, was mir so eine verdammte Angst machte! Denn es war Angst, das ich empfand.

Als ich wieder aus dieser Gedankenkette auftauchte und von mir von Nathalie nur betroffenes Schweigen begegnete, wurde mir klar, dass sie mich dennoch gehört hatte. Ich riss mich zusammen. „Entschuldige. Bin wohl etwas melodramatisch geworden. Soweit wird es sicher nicht kommen. Vielleicht tobt gerade im All ein ungewöhnlich starker Sonnensturm, der die ganzen Übergänge zwischen den Ebenen ermöglicht und wenn der Sturm vorbei ist, wird hier auch wieder schnell Ruhe herrschen. Nimm mein Gebrabbel nicht soo ernst.“

„Weil du selbst auch an die Theorie mit dem Sonnensturm glaubst“, schnaubte Nathalie sarkastisch. „Schlafmangel und daraus resultierender Pessimismus ’ätte isch dir e’er abgenommen. Weshalb isch dir ’eute zumindest für Calebs Mittagsbesuch verordne, mit ihm nach oben in deine Wohnung zu verschwinden und disch für ein Kuschelstündchen aufs Bett zu ’auen! Während isch mit ein paar anderen auf die Suche nach den braunen Blättern ge’e. Und wenn du dann ausgeschlafen ’ast, kannst du ja vielleischt mit Caleb gemeinsam ein wenig überlegen und Ideen für die Ursachen der braunen Blatt-Schwemme austauschen. Aber isch sag dir jetzt schon, dass er die Theorie mit dem Sonnensturm genauso wenig glauben wird, wie isch!“

Ich nickte benommen und folgte dann ihrem Hinweis, dass es vielleicht ratsam wäre, endlich mit Josh Kontakt aufzunehmen, um von ihm nicht nur die aktuelle Zahl brauner Blätter am Baum der Sterbenden zu erfahren, sondern ihm gleichfalls vorzuschlagen, die Blätter, die bei ihm gestrandet waren, auch bei der Suche ihrer Leidensgenossen mit einzuspannen.

Erst als ich die wenigen verwelkten Blätter unter dem Baum wegfegte, ging mir auf, dass Nathalie es einmal mehr verstanden hatte, das Gespräch so zu manipulieren, dass ich nicht dazu gekommen war, sie danach zu fragen, weshalb sie jeden Abend entschied noch einen Tag länger zu bleiben. Dabei hatte ich mir fest vorgenommen, herauszufinden, weshalb sie so wenig Interesse daran hatte, nach Hause zurückzukehren.




10. Dezember [Laila]
Unser eigenes Haus
Ennes und Jack

Die Sonne war gerade dabei unter zugehen. Der Tag war lang und anstrengend gewesen, wie so viele davor und es würden noch mehr folgen.
Aber das war es Ennes und Jack wert.
Seit gestern lebten sie in ihrem neuen Haus, auch wenn es noch nicht ganz fertig war. Lange würde es aber nicht mehr dauern.
Grinsend dachte Ennes darin, wie sie das Bett eingeweiht hatten. Es war eine schöne Nacht gewesen, mit viel Leidenschaft.
Auch wenn beide ihre Liebe nach außen nicht öffentlich machen konnte, so konnten sie hier auf ihrem Grundstück und in ihrem Haus tun und lassen was sie wollte.
Ennes zuckte kurz zusammen, als sich zwei starke Arme von hinten um ihn schlangen. Augenblicklich spürte er den warmen Atem seines Geliebten im Nacken.
„Geniest du den Sonnenuntergang? Komm mit rein, ich habe uns was zu essen gemacht und dann geht’s ins Bett,“ sagte Jack.
Seine Stimme klang müde, aber es schwang auch ein klein wenig Lust in ihr mit.
Ennes nickte und drehte den Kopf zur Seite um seinen Freund zu küssen.



Sandplätzchen [Laila]

250 g Butter
150 g Zucker
1 Prise Salz
1 Eigelb
100 g Stärke
275 g Mehl

Butter, Zucker, Salz verrühren, dann das Eigelb darunter rühren und zum Schluss das Mehl und die Stärke.
Teig ca. 2 Stunden kalt stellen.
Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und ausstechen.
Ca. 13-15 Minuten bei 180 Grad backen.
Nach Belieben verzieren.