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11

Catching Santa Claus [Ira]

Türchen 11

Sein Geist driftete langsam an die Oberfläche. Er lag auf etwas weichem, ein warmer Körper schmiegte sich an seinen, lag halb auf ihm und trotzdem war ihm kalt.

Das Letzte an das sich Tobias erinnern konnte, war, das er Niklas gesehen haben wollte. Und dann war er wohl wegen der Kälte ohnmächtig geworden.

Ihm war heiß und kalt zugleich, sein Hals schmerzte und seine Nase war zu. Also eine schöne Erkältung. Aber er lebte noch und nichts schien ihm abgefroren zu sein.

Mühsam öffnete der Braunhaarige seine Augen und das erste was er sah, war ein blonder Haarschopf. Er wollte etwas sagen, einen Namen rufen, doch alles was seinen Hals verließ, war ein heißeres Husten, das ihn durchschüttelte.

*

Niklas hatte die halbe Nacht wach gelegen und gehofft, während seine Familie nach und nach ins Nett gegangen war. Gegen zwei war er dann doch vor Erschöpfung eingeschlafen, hatte aber vorher die feuchten, kalten, Handtücher von Tobis Körper gezogen und ihn dann die Nacht nur noch mit seinem Körper gewärmt.

Gerade träumte er davon wie Tobi erwachte, als Niklas von einem Schütteln unter sich geweckt wurde. Sofort war er hellwach, richtete sich auf und blickte mit aufgerissenen Augen auf Tobi hinunter. "Du bist wach?", fragte er ungläubig und realisierte es erst dann richtig. "Du bist wach!" jauchzte er laut auf und warf sich in Tobis Arme.

*

Tobias war ja froh, dass Niklas sich so freute, aber das machte den Husten auch nicht besser.

Sanft schob er den Blonden von sich runter, setzte sich auf, damit er nicht noch erstickte. "Wasser", bat er gepresst. Vielleicht hörte es dann wieder auf.

*

"Ja sofort!" Sofort griff Niklas neben sich auf den Nachttisch, wo seine Mutter vor dem Schlafengehen noch ein Glas und eine Kanne Pfefferminztee hingestellt hatte. Zwar war dieser nun kalt, doch wenigstens war es flüssig. Schnell goss er das Glas voll und reichte es an Tobias weiter, beobachtete ihn voller Liebe und Glück darüber, dass Tobias wieder wach war.

*

Gierig trank der 23-Jährige, denn sein Hals fühlte sich an, als wäre er von innen mit Schmirgelpapier überzogen.

Als das Glas leer war, reichte er es wieder Niklas und sankt zurück in die Kissen. Tobias fühlte sich erschöpft.

"Pass auf, Engelchen. Ich bin krank. Nicht das du dich ansteckst", meinte er besorgt. Tobi wollte nicht, das sein Freund krank wurde.

*

Mit Tränen in den Augen lachte Niklas leise. "Oh Tobi... selbst jetzt machst du dir Sorgen um mich, obwohl ich MIR gerade viel mehr Sorgen um dich mache! Du hast einen ganzen Tag durchgeschlafen und ich hatte solche Angst, dass du nicht mehr zu mir zurückkommst!", flüsterte Niklas und legte sich wieder auf Tobi, zog die Decken um sie beide. "Mir ist es egal ob ich krank werde. Du sollst nur wieder warm werden."

*

Mühsam hob der Braunhaarige seine schweren Arme und schlang sie um Niklas. "Ich liebe dich eben über alles. Da mach ich mir immer Sorgen", murmelte er liebevoll und schloss dann wieder seine Augen, weil es schwer war, sie offen zu halten.

"Sind wir jetzt am Nordpol? Die Rentiere haben gebockt und ich bin vom Schlitten gefallen, weil ich mich nicht fest gehoben habe", wollte er neugierig wissen. Aber eigentlich war es klar dass sie am Nordpol waren. Wo sollten sie denn sonst sein?

*

"Ja mein Eisbär, das sind wir. Als ich von Mutter hörte, dass sie dich hatte holen wollen, du aber nicht im Rentierschlitten warst, bin ich sofort losgeflogen und habe dich dann total durchgefroren gefunden. Du bist direkt in meinen Armen ohnmächtig geworden. Und jetzt sind wir in unserem Haus, speziell in meinem Bett. Wo ich sowieso irgendwann mit dir sein wollte, bloß unter anderen Umständen", lächelte Niklas leicht und streichelte zart Tobis Bauch. "Oh Liebling ich hatte wirklich wahnsinnige Angst um dich. Die ganze Zeit über habe ich gebetet und gehofft... ."

*

Ein schwaches Lächeln schlich sich auf Tobias Lippen. Er hätte sich gerne einen schöneren Anlass gewünscht, um im Bett seines Geliebten zu liegen. Aber jetzt konnte man es nicht mehr ändern.

Leise seufzend streckte er sich der Hand entgegen, schnurrte leise rau auf. Er hatte sein Engelchen vermisst, so sehr, dass er nun etwas empfindlich war.

"Ich dachte ich müsste sterben, so sehr hat mein Herz geschmerzt, als du weg warst. Mein Leben hat keinen Sinn mehr gemacht", wisperte er leise.

*

"Meines ebenso wenig. Ich habe die ganze Zeit überlegt wie wir zusammen sein können. Und ich habe mit meinem Vater geredet. Er hat schon Recht, dass ich der Weihnachtsmann werden sollte, weil ich perfekt darin wäre und es gerne machen würde, doch er meint auch, dass wir deswegen nicht Zusammensein können, weil du mir keine Kinder gebären kannst."

*

Leise seufzte Tobias auf, schmiegte sich enger an seinen Freund. "Das weiß ich doch auch Engelchen, aber mein Herz hört nun mal nicht auf die Vernunft. Ich liebe dich viel zu sehr, um dich aufzugeben oder mit einer Frau zu teilen. Aber die Tatsache ist nun einmal, dass ich ein Mann bin und keine Kinder bekommen kann."

Das Leben war schon ungerecht.

"Lass uns an was anderes denken. Bitte, küss mich, damit ich mir sicher sein kann, dass das Ganze kein Traum ist", bat Tobias und öffnete seinen Augen wieder, blickte flehend in die blauen und versank in ihnen.

*
"Wir reden dann später darüber, wenn es dir besser geht!", versprach Niklas, denn sie mussten darüber reden, ob sie wollten oder nicht. Doch jetzt wollte Niklas erst mal den Wunsch seines Geliebten erfüllen, lehnte sich vor und legte zaghaft - wie bei ihrem ersten Kuss - die Lippen auf Tobis, seufzte leise. Gott, wie hatte er diese weichen Lippen vermisst!

*

Langsam schlossen sich die Lieder über den grauen Tiefen und Tobias erwiderte den Kuss. Nach diesen Lippen war er wirklich süchtig, konnte sich nichts besseren vorstellen und hatte seiner Meinung nach lang genug darauf verzichten müssen.

Während die eine Hand auf Niklas Rücken blieb, wanderte die andere in dessen Nacken, um ihn auch ja an Ort und Stelle zu halten.

Was keiner der beiden bemerkte war, dass die Türe leise geöffnet wurde und Caroline eintrat, weil sie nach ihrem Sohn und dessen Freund sehen wollte. Ein warmes Lächeln breitete sich in ihrem Gesicht aus, als sie feststellte dass Tobias wieder wach war und es ihm schon ziemlich gut zu gehen schien.

*

Seufzend vertiefte Niklas den Kuss, nutzte aber nicht seine Zunge, denn er wollte einen sanften, keinen leidenschaftlichen, Kuss bei ihrem Widersehen. Die Hand in seinem Nacken war traumhaft und hielt ihn nicht nur gefangen, sondern streichelte auch die empfindliche Haut dort. Es war traumhaft und Nik hätte für immer so weitermachen können, würde ihnen beiden nicht langsam die Luft knapp werden. Also trennte er sich bedauernd von Tobias' Lippen und lehnte stattdessen ihre Stirn aneinander. "Das hab ich so vermisst..."

*

Tobias schnappte nach Luft. Es war eben doch nicht so gut, seinen Freund zu küssen, wenn man Erkältet war und die Nase verstopft.

Liebevoll lächelte Tobi den Älteren an und hauchte ihm noch einen kurzen Kuss auf die Lippen. "Das hab ich zwar auch vermisst, aber dich hab ich noch viel mehr vermisst. Ich bin in ein richtig tiefes Loch gefallen, hab ständig geweint und hatte nicht wirklich Appetit", murmelte der Braunhaarige, ließ seine Hand ein paar Zentimeter wandern und begann mit seinen Fingerspitzen die Haut hinter dem Ohr zu streicheln.

Das er Selbstmordgedanken gehabt hatte, ließ Tobias lieber aus. Er hatte sie nicht wahr gemacht und wenn er es erzählen würde, gab das nur Schuldgefühle bei Niklas und der konnte ja nichts dafür, dass er der nächste Weihnachtsmann werden sollte.

"Wieso können Wünsche nicht einfach ohne Wenn und Aber in Erfüllung gehen", meinte der 23-Jährige mehr zu sich selber.

*

"Weil das mit den Wünschen so nicht funktioniert! Besonders nicht wenn man sich in den Sohn des Weihnachtsmannes verliebt...", lächelte Niklas leicht und küsste Tobi wieder zart auf die Lippen. "Als ich hier ankam konnte ich auch nur die ganze Zeit weinen, bis ich mit meiner Mutter gesprochen habe. Sie versteht uns und ohne sie wärst du ja jetzt nicht hier! Sie ist wundervoll, du wirst sie lieben... und sie dich. So wie ich dich auch liebe, mein Schatz!

*

"Du scheinst eine wunderbare Mutter zu haben. Sonst hätte sie kaum alle Hebel in Bewegung gesetzt, um mich her zu holen. Es war bestimmt auch nicht leicht, ohne das dein Vater etwas davon gemerkt hat", meinte der Braunhaarige und musste dann gähnen.

Da hatte er schon so lange geschlafen und er war immer noch müde. Aber das lag an der Erkältung. "Lieb dich, Engelchen", wisperte der Jüngere und klammerte sich an seinen Geliebten. Nicht das noch jemand auf die Idee kam, ihn ihm wieder wegzunehmen.


Die beiden sahen süß zusammen aus, aber Caroline würde jetzt auf sich aufmerksam machen. Die beiden hatten doch bestimmt Hunger.

"Morgen ihr beiden", grüßte die Blonde und trat näher zum Bett. "Habt ihr gut geschlafen? Und wie geht es dir, Tobias?"

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Niklas schreckte leicht zusammen, hatte er seine Mutter doch gar nicht gehört. "Lass mich raten, du stehst da schon länger?", grinste er und wandte sich halb um, weiter ließ ihn Tobis Umarmung nicht entkommen. "Hunger hätte ich, ja! Aber ich zweifle, dass ich zum Essen runterkommen kann... und das will ich auch gar nicht.", flüsterte er dann mit einem verliebten Blick auf Tobias.

*

Kichernd nickte Caroline und besah sich dann mal Tobias näher. Süß sah er ja schon aus, sie konnte Niklas also verstehen warum er sich verliebt hatte.

Aber ihr entging keineswegs, der leichte Glanz in den Augen und die Gänsehaut, die sich gebildet hatte. "Ich bring dir gleich Medizin, Tobias. Dann geht es dir schnell wieder besser. "


Tobias war froh, dass sein Engelchen ihn nicht alleine lassen wollte. In seinem Zustand wollte er lieber nicht auf den Weihnachtsmann treffen. Sonst landete er vielleicht noch krank wie er war vor der Tür.

"Hunger hätte ich auch, aber mein Hals wird das wohl nicht mitmachen", murmelte er leise und verzog dann das Gesicht, weil es wehtat. Bis jetzt hatte er gut verbergen können, das ihm das Sprechen und vor allem das Schlucken wehtat.


Lächelnd strich die Hausfrau den beiden über die Haare und erklärte, dass sie das Essen auch gerne hoch bringen würde und in der Hausapotheke auch etwas gegen Halsschmerzen stand.

*

"Danke Mum, bist ein Engel!", lächelte Niklas und wartete bis seine Mutter das Zimmer verlassen hatte, kuschelte sich dann an Tobias und streichelte ihm zart über die Brust. "Möchtest du was anderes anziehen? Vielleicht einen warmen Schalfanzug? Oder kann ich vielleicht etwas anderes für dich tun?"

*

"Mir ist so schon heiß und gleichzeitig kalt, ich weiß nicht, ob da ein Schlafanzug das Richtige ist", erklärte Tobias und streckte sich etwas der Hand entgegen. Er hatte diesen ganzen Kerl einfach schrecklich vermisst und besonders das Kuscheln mit ihm.

Tobias brummte leise etwas und schloss kurz seine Augen, denn gerade war alles verschwommen. "Einfach nur da bleiben, dann werde ich schon wieder gesund."

*

"Ich lass dich nicht mehr weg. Nochmal verliere ich dich nicht!", schwor Niklas und legte sich auf den Rücken, zog Tobi dann an seine Brust, wickelte die Decken fest um ihn und hauchte ihm einen Kuss auf den Kopf. "Ach mein Eisbär... sag mal... wieso warst du eigentlich nicht im Bett, als mein Vater mich holen kam?", fragte er dann spontan. Das hatte er sich vorher schon gefragt… .

*

Zufrieden seufzend schmiegte sich Tobias an seinen Freund.

Wenn er im Bett gewesen wäre, hatte Niklas Vater ihn wohl erschlagen.

"Ich hab die Plätzchen fertig gemacht, damit wir sie dann zum Frühstück essen können. Aber daraus ist ja nichts geworden und in der Gesellschaft meiner Mutter haben sie nicht wirklich geschmeckt, weil ich an dich denken musste und dich so schrecklich vermisst habe", gestand der Braunhaarige und begann mit seiner Hand träge über die Brust den Blonden zu streichen, unsinnige Muster darauf zu malen.

*

"Ich habe dich auch furchtbar vermisst. Jeder Tag, auch wenn es nur zwei waren, war unendlich lang und dunkel ohne dich!", hauchte Niklas und drückte Tobias fest an sich, wollte ihn nie wieder gehen lassen. "Ich hatte Angst um dich, wusste nicht was du machst und wie du reagierst... ob du dir was antust."

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Niklas sprach es an, also wollte Tobias ehrlich sein.

"Ich hab mit dem Gedanken gespielt. Aber Mama war bei mir und sie hat mir Mut gemacht, dass das schon wieder irgendwie wird", gab der Braunhaarige zu.

Er hatte es ja eigentlich verschweigen wollen, um seinem Engelchen keine Angst zu machen oder das er sich schuldig fühlte. Aber Niki hatte die Befürchtung ausgesprochen, da erzählte er dann lieber die Wahrheit.

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"Oh Tobi... du kleiner Dummkopf. Versprich mir, sollten wir uns jemals wieder trennen müssen, dass du die Hoffnung nicht aufgibst und die was antust, sondern dass du so wie ich einen Weg zu finden versuchst", bat Niklas und blickte ernst in Tobis schöne Augen. "Hättest du dir was angetan wären wir jetzt nicht hier zusammen... das hier ist doch der beste Beweis den du kriegen kannst, den Beweis, dass es immer Hoffnung gibt!"

*

Artig nickte Tobias. "Ich verspreche es dir, Engelchen. Aber für mich ist in dem Moment eine Welt zusammen gebrochen, obwohl ich ja wusste, dass wir nicht für den Rest unseres Lebens zusammen sein können, weil du ja einen Sohn brauchst, der deine Stelle später mal übernimmt. Das du der Weihnachtsmann bist oder besser der Zukünftige, daran hab ich im Traum nicht gedacht", erklärte der Braunhaarige und erwiderte den ernsten Blick. "Ich schwöre auf alles was mir heilig ist, wenn es sein muss."

Was beide nicht bemerkt hatte, war, dass Caroline mit dem Essen wieder da war und Santa, der mal nach seinem Sohn und dem kranken Mann kucken wollte.

*

"Naja es klingt ja auch ganz schön irre, wenn jemand ankommt und meint er sei der Sohn des Weihnachtsmannes. DU hast doch selbst gesagt, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt!", erinnerte Niklas. "Aber danke, dass du es mir geschworen hast. Ich will dich nie mehr verlieren und irgendwie werden wir meinen Vater überzeugen können.
Wir haben uns gestern unterhalten und das erste Mal seit Jahren wieder richtig miteinander geredet. Ich verstehe seinen Standpunkt, aber es kann doch mit uns nicht daran scheitern, dass du keine Kinder gebären kannst... ."

*

"Weißt du Engelchen, meine Mama hat mir mit acht erzählt, es gäbe keinen Weihnachtsmann. Ich war so was von enttäuscht und hab drei Tage nur geweint, weil das ja dann hieß, die schöne Eisenbahn die ich bekommen hab, die wäre von meinen Verwandten. Aber mir ist damals gleich aufgefallen, dass die nicht aus dem Laden sein kann und ich hab mir immer gewünscht, das sie wirklich vom Weihnachtsmann kommt", murmelte Tobi und stibitze sich einen Kuss.

Das war schön, dass sich Vater und Sohn wieder besser zu verstehen schienen. "Es ist schön, dass ihr geredet habt. Aber er hat mir echt Angst gemacht. So schnell brauch ich deinen wütenden Vater nicht wieder. Ich hab mir Horrorszenarien ausgemalt, was er mit mir macht, wenn ich ihm nicht sage, wo du bist."

*

"Ach Süßer... Angst brauchst du vor meinem Vater nicht zu haben. Er denkt eben nur an meine Zukunft und eben an die Weitergabe seiner Aufgabe. Dass ich einfach abgehauen bin, hat ihn nicht glücklich gemacht und deswegen war er auch so, als er zu dir kam. Und ich muss gestehen, dass ich auch Angst hatte, aber eher um dich!", beichtete Niklas und küsste Tobis weiche Lippen, lächelte ihn dann warm an. "Vielleicht stammte deine Eisenbahn damals ja wirklich von meinem Vater, oder gar von mir. Damals war ich auch nicht viel älter als du und habe noch selbst Spielzeug gemacht... ."

*

Nur zu gerne erwiderte Tobias den Kuss, seufzte leise auf. Er hatte Niklas so schrecklich vermisst.

"Weißt du, Engelchen, ich kann deinen Vater ja irgendwo verstehen. Er ist wie mein Vater. Bei uns war auch jeder Banker in der Familie und er hat gehofft, dass aus mir auch einer wird. Für ihn war das ein Schock, als ich sagte: "Nein Papa, ich möchte gerne Spielzeugmacher werden".

Er hat lange Zeit kein Wort mit mir geredet und das machte mich traurig. Aber schließlich hat er eingesehen, dass es wichtiger ist, dass ich Glücklich bin.

Aber ich muss sagen, wenn ich das ganze Jahr Weihnachtsmusik hören und Plätzchen essen müsste, dann würde ich Weihnachten auch hassen", kicherte er leise.

Er könnte eine Eisenbahn von Niklas zuhause haben? Ja das war ja großartig. "Hast du ein Zeichen eingeritzt, damit man gleich erkennt es ist von dir?", wollte er aufgeregt wissen.


Santa mochte es gar nicht einfach so ignoriert zu werden und das Frühstück wurde langsam kalt. So räusperte er sich.


Alleine die Tonlage ließ Tobias einen Schauer über den Rücken rinnen und sofort löste er sich von Tobi, rollte sich auf die freie Fläche und kauerte sich zusammen. Alleine der Anblick des Weihnachtsmannes – auch wenn er nicht sein Kostüm trug - ließ ihn wieder an vorletzte Nacht denken. Tobi hatte Angst. Musste er jetzt wieder gehen? Sein Engelchen schon wieder alleine lassen, wo er es doch endlich wieder hatte... .

*

"Die Musik nervt, ja, aber Plätzchen gibt es nur zu Weihnachten!", lächelte Niklas und wollte gerade was zu der Eisenbahn sagen, als sein Vater das Zimmer betrat. Verwundert betrachtete er Tobis sofortiges Abrücken und Zusammenkauern, "Hey... er tut dir nichts!", flüsterte er sanft und sah zu seinem Vater. "Jetzt hast du ihn erschreckt!", murrte er und deckte Tobi sanft zu, dieser war ja eh schon krank.

*

"Aber, das wollte ich doch nicht. ich wollte nur auf uns Aufmerksam machen, weil das Frühstück sonst kalt wird und ich mal nach deinem Freund sehen wollte, wie es ihm geht", gestand der Weihnachtsmann reumütig.


Der Braunhaarige klammerte sich am Arm seines Freundes fest. Er brauchte jetzt ein bisschen Schutz, aber er wagte es nicht, sich in Niklas Arme zu werfen. Dessen Vater sah das bestimmt nicht gerne. "Ich… ich geh wieder wenn Sie das wollen, Sir... ähm Herr Weihnachtsmann."

Ja, wie sprach man einen Weihnachtsmann eigentlich richtig an?

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"Nein nein, werde erst mal wieder gesund! Und Niklas wäre sicher sehr böse auf mich, wenn ich dich jetzt von hier vertreiben würde. Wir reden nochmal über alles, wenn du fit genug dafür bist. Bis dahin bist du Gast in meinem Haus und hast nichts zu befürchten!", versicherte Santa Claus und lächelte seinen Sohn an.

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Merklich entspannte sich Tobias und versuchte sich in einem dankbaren Lächeln. "Danke Herr Weihnachtsmann", bedankte der 23-Jährige sich artig und kuschelte sich zufrieden in das Bett.


Caroline war auf ihren Mann stolz. Er hatte Tobias nicht gleich wieder vor die Türe gesetzt, wobei er da auch Problem mit ihr bekommen hätte.

Mit den Worten: "So ihr beiden, ihr esst jetzt erst einmal und die Medizin hab ich mit auf das Tablett gestellt", stellte sie das Essen auf das Bett. Für genügend Tee war auch gesorgt.

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"Oh endlich. Ich hab totalen Hunger. Danke!", freute sich Niklas ehrlich und sprach damit das Thema rausschmeißen nicht mehr an, wollte damit auch die Verlegenheit seines Vaters nehmen, der nun wohl einsah, wie dumm er gehandelt hatte in Tobis Wohnung. Der bemerkte, wie viel Angst er anderen Menschen machen konnte... selbst seinem eigenen Sohn. "Ja, dann lass ich euch mal in Ruhe frühstücken. Wir essen unten in der Küche, doch da kannst du ja leider noch nicht hin, ruh dich lieber im Bett aus... Tobias!", murmelte Santa nochmal und verschwand dann aus Niks Zimmer, gefolgt von dessen Mutter.

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Erleichtert atmete der Schweizer auf, als die Türe sich hinter Niklas Vater geschlossen hatte. Seine Mutter machte einen netten Eindruck, aber mit dessen Vater schien nicht gut Kirschenessen zu sein.

"Ist er immer so?", wollte Tobi neugierig wissen, während er sich die Medizin nahm und die Packungsbeilage studierte, nachdem er alles aus dem Karton geholt hatte.

*

"Mein Vater ist kompliziert. Er sagt nur selten was er wirklich denkt und naja das mit uns liegt ihm schwer im Magen. Wärst du weiblich dann würde er sich dir gegenüber sicher anders verhalten. Doch immerhin scheint er wenigstens versuchen zu wollen, das mit uns zu akzeptieren und dich besser kennen zu lernen. Gib ihm Zeit!", meinte Niklas und griff sich dann ein Brötchen.

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"Gut, ich werde ihm Zeit geben", murmelte Tobi etwas abwesend und hatte endlich gefunden, was er gesucht hatte. Die Dosierung.

Also zählte er die Tropfen ab und schluckte sie dann. Hoffentlich wirkten sie schnell.

Der Braunhaarige schenkte sich erst einmal einen Tee ein und bekuckte sich argwöhnisch das Angebot. Ob er etwas davon runter bekam.

Plötzlich viel ihm der Satz von Niki wieder ein. "Seit ich dich kenne und weiß, dass du Kinder haben musst, hab ich mir noch nicht einmal gewünscht, eine Frau zu sein. Mit eigenen Kindern kann ich wirklich nicht dienen. Aber sag mal, würde er nicht auch adoptierte Kinder akzeptieren? Die würden ja mit genauso viel Liebe aufwachsen, wie leibliche."

*

"Oh ich brauche keine Kinder solange ich mit dir Zusammensein kann! Aber ein Kind mit dir aufzuziehen wäre schon was Besonderes. Doch ob mein Vater ein adoptiertes Kind als nächsten Weihnachtsmann akzeptieren würde, weiß ich nicht!" Auf die Idee seinen Vater danach zu fragen war Niklas auch noch gar nicht gekommen... .

*

Langsam griff Tobi nach einem Brötchen und bestrich es mit Butter und Nutella. Woher die hier am Nordpol Nutella bekamen, interessierte ihn nicht.

Danach schnitt es der Braunhaarige klein. Vielleicht tat es nicht ganz so weh, wenn die Stückchen zum Kauen kleiner waren.

"Wir können ihn ja mal fragen, wenn es mir besser geht. Hab ja quasi Bettarrest, bis es mir wieder besser geht", kicherte Tobias. Bettarrest hatte er bisher auch noch nie gehabt.

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"Machen wir. Und solange es dir so schlecht geht habe ich auch Bettarrest. Du wirst dir bald wünschen, dass du nicht hier gelandet wärst, so sehr werde ich dich verwöhnen und bekuscheln. Stunde um Stunde, Minute um Minute...", kicherte Niklas und mopste Tobi ein Stück des Brötchens

*

"Gegen kuscheln und schmusen hab ich nichts", erwiderte Tobias und konnte nichts dagegen machen, dass sich seine Stimme ein wenig rau anfühlte. Scheiß Erkältung. Hoffentlich verlor er seine Stimme nicht für eine Weile. Wie sollte er sich denn sonst verständlich machen?

Der Braunhaarige versuchte nach seinem Freund zu schlagen, meinte es aber nicht ernst. "Hey, das ist mein Essen. Ich muss es nur klein schneiden, damit ich es besser essen kann."

*

"Quark, das war eindeutig geteilt damit ich mir was mopsen kann!", neckte Niklas und stopfte sich das Brötchen in den Mund, kaute genüsslich und zwinkerte Tobias frech zu. "Bestrafst du mich jetzt?"

*

Tobias hob süffisant eine Augenbraue. "Mit was würde ich dich denn bestrafen?", wollte er jetzt absichtlich mit rauchiger Stimme wissen.

Er war schon gespannt, wie Niklas auf die Tonlage reagieren würde.

Und ein bisschen war nie verkehrt, das förderte die Gesundheit. Behauptete zumindest immer Phil und der musste das wissen, der war so gut wie nie krank.

*

Niklas bekam sofort eine Gänsehaut und dachte an ihr gemeinsames Erlebnis zurück, dass sie gehabt hatten bevor sein Vater aufgetaucht war. "Ich... ich verrate dir doch nicht wie du mich bestrafen könntest, da wär ich ja schön blöd. Musst dir selbst was einfallen lassen!", bestimmte Niklas und spürte seinen Puls beschleunigen

*

Ein breites Grinsen schlich sich auf Tobias Gesicht, denn er hatte da schon eine Idee. Schnell ließ er seinen Blick über das Tablett gleiten und befand es als ausreichend.

Vorsichtig - damit er nichts umschmiss - rutschte er zu seinem Engelchen und küsste ihn sanft, neckte die weichen Lippen mit seiner Zunge, während er den Blonden zurück in die Kissen drückte.

Ihre Hände verschlang der 23-Jährige ineinander und führte sie langsam über Niklas Kopf.

*

Niklas seufzte leise und nach einem letzten kurzen Widerstand schlossen sich seine Augen und Nik gab sich ganz seinem Liebsten hin. Willig öffnete er den Mund und ließ Tobis Zunge ein, war gespannt was sein Eisbär mit ihm anstellen würde.

*

Munter plünderte er was ihm geboten wurde, verlor sich in dem Geschmack.

Als die Luft knapp wurde, trennte sich Tobias von seinem Geliebten und leckte noch einmal über die Lippen, bevor er beide Handgelenkte mit einer Hand umfasste.

Jetzt hatte er die zweite frei und setzte sich auf. Dann konnte er sein Frühstück ja anrichten.

Der 23-Jährige griff sich das Glas mit Honig und einen Löffel und ließ das Gold munter auf Niklas starke Brust tropfen. Besonders viel traf auf die dunklen Knospen.

Als Tobi mit seinem Werk zufrieden war, steckte er den Löffel zurück ins Glas, leckte sich noch einmal über die Lippen und machte sich dann daran, den Honig von der Haut zu lecken.

*

"Du Ferkel, man spielt nicht mit dem Essen, hat dir deine Mama das nicht beigebracht?", schimpfte Niklas während noch Honig auf seine Brust tropfte, wurde dann aber ganz still, als sie Tobis Zunge ans Auflecken von eben jenem machte. Keuchend schloss er sogleich die Augen und hob die Brust noch den Kosungen entgegen. "Oh Tobi..."

*

Kurz löste sich der Kleinere murmelte ein: "Doch schon, aber ich spiele ja nicht mit dem essen, ich esse es", bevor er sich wieder hinunterbeugte.

Immer wieder huschte seine Zunge über die Knospen, befreite sie von dem klebrigen Honig und biss dann leicht hinein, wollte seinen Geliebten stöhnen hören.

"Stöhn für mich", murmelte er rau, bevor er sich der anderen Knospe zuwandte, ihr dieselbe Behandlung zu teil werden ließ.


*

"A-aber, wenn meine Eltern das hören?", flüsterte Niklas leise und vergrub das Gesicht im Kissen, biss keuchend hinein. Seine Zimmertür war offen, jederzeit konnte jemand hereinkommen und sie beide überraschen. Außerdem war Tobi krank und ob ihm das hier gut bekam?

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Knurrig löste er sich von der Brust, blickte auf das Kissen, das ihm den Blick auf seinen Liebsten nahm.

"Ich lass mir mein Frühstück nicht von irgendwem vermiesen und außerdem hab ich jedes Recht darauf, ich bin dein Freund und hab dich zwei Tage nicht mehr berühren und verwöhnen können", murmelte Tobias und stand dann auf, kuckte gleich mal ob die Tür einen Schlüssel hatte.

Und sie hatte. Zufrieden schloss er ab und kehrte dann zum Bett zurück, kniete sich über Niklas und zog das Kissen weg. "Ich hab abgeschlossen und sollen sie dich doch Stöhnen hören. Ich nehm es auf meine Kappe und sag, das ich einen Alptraum wegen der Erkältung hatte", murmelte der Jüngere nur, hielt die Hände wieder an ihrem Platz fest und widmete sich wieder der halbsteifen Knospe, knabberte an ihr.

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"Oh du bist so gemein...", hauchte Niklas halbherzig und schloss wieder die Augen. Ihm war es trotzdem peinlich laut zu stöhnen, obwohl sich dies nicht erfolgreich verhindern ließ. Tobi wusste einfach zu gut wo er empfindlich war und so dauerte es nicht lange bis er den Kopf in den Nacken warf und ein tiefes Stöhnen seinen Mund verließ.

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"Ich weiß. Aber es soll ja eine Bestrafung sein", knurrte er rau und stöhnte dann selbst auf, als er Niklas sah, wie er sich leidenschaftlich unter ihm räkelte und Stöhnte.

Der Braunhaarige richtete sich auf, griff erneut nach dem Honiglöffel und ließ diesmal den Brotaufstrich in Nikis Bauchnabel tropfen, leckte danach alles wieder heraus.

*

"Oh Gott...", Niklas schrie leise auf und fühlte sein Glied, was eh schon die ganze Zeit über steif war, vibrieren. "Mensch Tobi, du weißt doch wo du hin willst, mach schon...", flehte er zitternd und sah mit funkelnden Augen auf seinen Freund hinab.

*

Tobias erwiderte den Blick aus funkelnden Augen, bevor er Niklas ganz los ließ und ihm seiner Boxershorts beraubte.

Sinnlich leckte er sich über die Lippen, wägte nur kurz ab, ob er auch auf das Glied Honig tropfen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Pur schmeckte sein Freund einfach am besten.

So beugte er sich wieder hinunter und verschlang die Erregung mit einem Happs. Leise stöhnte er auf, das war einfach so geil.

*

Niklas entließ einen leisen Schrei und hielt sich dann die Hände vor den Mund, da Tobi ihn auf dem Weg nach unten hatte loslassen müssen. So lange Arme hatte sein Schatz eben nicht. Und das nutzte Niklas nun, um nicht noch lauter zu werden. Er stöhnte pausenlos in seine Handflächen, hob sich Tobi entgegen, immer wieder.

*

Sofort hielt er Niklas Hüften fest. Tobis wollte seinen Hals nicht überstrapazieren, indem der Blonde in ihn stieß.

Er knabberte, saugte und leckte wie ein Weltmeister, um seinem Freund einen Höhepunkt zu schenken und ihn wieder zu schmecken. Das würde sein Frühstück komplett machen.

*

Niklas wand sich hin und her und konnte nach und nach nicht mehr auf seine Lautstärke achten, gab sich Tobias nur noch hin bis... ja bis die Welt um ihn herum in tausend Sterne explodierte und er aufschreiend kam. Zitternd lag er da und hielt die Augen geschlossen, konnte nichts weiter tun als schwer zu atmen. Das war noch besser gewesen als beim ersten Mal.

*

Tobias schluckte alles was Niklas ihm gab, leckte sich anschließend über die Lippen. Das Schlucken hatte jetzt gar nicht wehgetan.

Der Braunhaarige beugte sich über Niklas und hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn. "Alles okay mit dir?", wollte er wissen, während er ihm beruhigend über die Brust strich.

*

"Das... das sollte ich dich fragen. Du bist derjenige von uns, der krank ist und Halsschmerzen hat...", hauchte Niklas müde und umarmte Tobi fest, zog ihn an sich. "Und deswegen danke ich dir doppelt, dass du das für mich getan hast. Ich liebe dich... ."

*

Der Spielzeugmacher kuschelte sich an seinen Freund und seufzte leise. "Das Schlucken hat aber nicht wehgetan, weil es weich ist und nicht hart. Ich liebe dich auch. So sehr", murmelte er und schloss seine Augen.

Jetzt war er etwas müde, dabei war er gar nicht zum Orgasmus gekommen. aber der Braunhaarige war auch nicht wirklich hart geworden. Dafür war er also doch zu krank. Aber ihm reichte es jetzt schon, dass es Niklas gefallen hatte.

"Ein bisschen schlafen wäre jetzt nicht schlecht", nuschelte er undeutlich.

*

"Aber du hast noch fast nichts gegessen, geschweige denn getrunken. Und dabei hast du mir erzählt, dass du in den letzten zwei Tagen ebenso keinen Bissen runter bekommen hast. Bitte iss was Schatz, dann darfst du gerne schlafen!", versprach Niklas.

*

Tobi gab nur ein leises "mhm" von sich und stemmte sich dann langsam hoch, lehnte er sich die Wand. Niki hatte Recht, er hatte wenig gegessen, aber er war müde, daran war die Erkältung schuld.

Aber seinem Liebsten zu Liebe, aß er zwei Brötchen, auch wenn er Probleme mit dem Schlucken hatte, weil das Brot überall dagegen kam und trank auch von dem Tee. Es nütze ihm nichts, wenn er keine Kraft hatte, um gesund zu werden.

*

"Danke mein Schatz...", meinte Niklas ehrlich, als Tobi gerade das Glas leer getrunken hatte und legte ihn dann sanft in die Kissen, deckte ihn liebevoll zu. "Jetzt darfst du gerne schlafen, Dornröschen. Dein Prinz wird dich nachher wieder wach küssen, es sei denn du willst durchschlafen?"

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Gerne ließ der Braunhaarige sich verhätscheln.

"Wenn ich wieder Anstalten machen sollte, den ganzen Tag zu verschlafen, kannst du mich gerne wecken. Und gegen einen Kuss hab ich auch nichts", meinte Tobias grinsend und stahl sich noch einen Kuss. "Liebe dich", konnte er noch murmeln, bevor er auch schon wieder eingeschlafen war. Sein Körper holte sich eben was er brauchte, um wieder gesund zu werden.

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Liebevoll blickte Niklas auf seinen schlafenden Freund hinab, stieg dann aus dem Bett und suchte leise eine frische Boxershorts aus dem Schrank, zog diese an und dann auch noch eine Hose und einen dicken Pullover. Er wollte Tobi schlafen lassen und ihn alle Ruhe gönnen. Also schnappte er sich das Tablett, stellte es erst mal beiseite, um die Tür aufzuschließen, und ging dann mit dem Tablett auf dem Arm die Treppen runter in die Küche

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Dort war Luci gerade beschäftigt, mit ihrer Mama zu kochen. Während die 10-Jährige den Tisch deckte, würzte Caroline das Essen.

Als sie Schritte hörte, drehte sie sich um und blickte liebevoll ihren Ältesten an. "Schläft Tobias?", wollte sie besorgt wissen. Hoffentlich ging es dem Braunhaarigen bald besser.

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"Ja, er ist gerade eingeschlafen!", lächelte Niklas und stellte das Tablett auf die Arbeitsplatte. "Danke für das leckere Frühstück Mum! Wie war eures?"

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"Oh, es war wirklich lecker. Vor allen Dingen, da es dein Vater gemacht hat", erklärte Caroline milde lächelnd. Und probierte die Sauce. "Er war wohl schon ziemlich früh wach und hat dann das Frühstück gemacht."

Es war eher selten, das Santa mal das Frühstück machte. Denn eigentlich war die Blondine für den Haushalt zuständig.

"Isst du mit oder bist du noch vom Frühstück satt", wollte Luci wissen, denn dann würde sie noch ein Gedeck mehr auflegen.

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"Nein, ich esse mit, aber nicht so viel. Bin etwas satt, ja, aber dein Essen lass sich mit nicht entgehen. Was gibt es denn?", fragte er neugierig und ließ sich auf seinen Stuhl am Tisch nieder, zog Luci, die an ihm vorbeiwuseln wollte, auf den Schoß und kitzelte sie sanft am Bauch.

*

Die Kleine quietschte auf. Schon lange war ihr Bruder nicht mehr so ausgelassen gewesen und hatte mit ihr gespielt oder sie gekitzelt, so wie jetzt.

"Bitte bleib so wie du gerade bist. So hab ich dich am liebsten, großer Bruder", bat das blonde Mädchen und hauchte ihrem Bruder einen Kuss auf die Wange.

Caroline betrachtete die ganze Szene zufrieden. Tobias tat ihrem Sohn wirklich gut. Das musste jetzt nur noch Santa einsehen.

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"Solange mein Tobi hier bleibt, bleibe ich so Luci, doch wenn er weggehen muss, werde ich furchtbar traurig sein!", meinte Niklas sanft und küsste Luci auf die Nasenspitze.

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"Dann bleibt Tobi einfach hier", bestimmte das Mädchen und rutschte dann vom Schoß des Älteren, um den Tisch fertig zu decken. Immerhin brauchte Niklas auch einen Teller und Besteckt.

"Das kannst du leider nicht entscheiden, Mäuschen. Das liegt alleine bei Papa", erklärte Caroline und stellte dann den Topf mit der Sauce und den Nudeln auf den Tisch. Danach griff sie sich die Pfanne und legte auf jeden Teller ein Schnitzel.

*

"Ja... das liegt ganz bei ihm...", seufzte Niklas und versank dann in Gedanken, schreckte erst auf als Luci wieder auf seinen Schoß sprang. "Wieso kommt das denn auf Papa an?"

"Naja weißt du, Papa mag es nicht wenn Tobi und ich zusammen sind, weil mich das bei meiner Aufgabe stört, dann wenn ich der Weihnachtsmann bin!"

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"Und wie stört Tobi dich? Ich hab zwar noch nicht mit ihm gesprochen, aber bisher finde ich ihn nett", erklärte Luci und legte eine ihre Hände auf Niklas Wange.

"Ich wünsche mir, das ihr für immer zusammen bleiben könnte. Ich würde mir das ja vom Weihnachtsmann wünschen, aber Papa wird das nicht erfüllen", überlegte die 10-Jährige und knabberte auf ihrer Unterlippe. "Dann wünsche ich es mir eben von dem lieben Gott."

Caroline lachte über ihre Tochter. "Luci, kannst du die anderen holen? Es gibt Essen."

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Niklas lachte ebenfalls und blickte dann seine Mutter an. "Da sind wir dann schon drei, die das hoffen. Mit dir vier Mama!", lächelte er bitter und seufzte tief, sah dann hoch, als seine Geschwister geschlossen die Küche betraten. "Nanu, wo ist denn dein Tobias?", fragte Michel stichelnd und erntete einen bösen Blick. "Der schläft! Er ist krank und muss sich ausruhen!"

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Bevor Michel noch etwas Gemeines oder Verletzendes sagen konnte, fing er sich eine Kopfnuss - man höre und staune - seines Vaters ein.

"Du hast dich da nicht einzumischen Michel, das geht alleine deine Mutter, mich, Niklas und Tobias etwas an und du kannst so viel sticheln wie du willst, das bringt dir den Job als Weihnachtsmann auch nicht ein. Es ist Tradition, dass immer der Älteste es wird", erklärte Santa nicht gerade liebenswürdig und setzte sich dann an seinen Platz.

"Tobias ist wieder eingeschlafen? Er sah vorhin schon nicht so gut aus. Ist es arg schlimm?", wollte der Familienvater wissen. Er hatte sich ja vorgenommen, sein Verhältnis mit Niklas wieder etwas aufzubessern und dazu gehörte auch, dass er sich nach dessen Freund erkundigte, auch wenn er das immer noch nicht wirklich für gut befand. Sein Sohn brauchte nun mal einen eigenen Sohn, sonst gab es kein Weihnachten mehr.

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Erstaunt über die in Schutznahme und Santas Frage stand Niklas erst mal der Mund offen, bevor er endlich reagierte und sich räusperte. "Naja er wollte nicht viel essen, doch ich hab ihn dann darum gebeten und so hat er dann doch noch zwei Brötchen runter gekriegt. Wenn er viel isst und trinkt, im Bett bleibt und viel schläft ist er bald wieder gesund... hoffe ich!"

*

"Das wird schon", erwiderte Caroline und setzte sich dann selbst an den Tisch. "Oder wir holen einen Arzt, wenn es nicht besser wird."

Sante nickte nur, das hatte er sich auch schon überlegt. Wenn es schlimmer wurde, musste sowieso ein Arzt her, sonst war die Gefahr zu groß, dass Tobias die ganze Sache nicht überlebte.

Ein ganz kleines bisschen hatte er den Braunhaarigen auch schon in sein Herz geschlossen, auch wenn er das nicht laut zugeben würde.

Santa eröffnete das Essen und nahm sich dann von den Nudeln und der Sauce. "Er hat Spielzeugmacher gelernt?", wollte er dann doch neugierig wissen, nachdem er das Essen seiner Frau gelobt hatte.

Es wurde Zeit, dass er sich ein wenig über Tobias erkundigte. Vielleicht konnte er so dann verstehen, wie Niklas sich in ihn verliebt hatte.

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"Ja, und er macht wundervolles Spielzeug. Er hat für einen Spielzeugladen eine ganze Landschaft mit Schlitten geschnitzt. Und zu Nikolaus geht er ins Waisenhaus und verschenkt dort selbstgemachtes Spielzeug an die Waisenkinder dort!", erzählte Niklas träumerisch und hatte dabei diesen verliebten Ausdruck in den Augen. "Er sammelt auch Eisenbahnen. Durch seine ganze Wohnung verlaufen die Gleise!"

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Erstaunt hob Santa eine Augenbraue. Heutzutage wollten die Leute nur noch Ärzte, Anwälte und so was werden. Allen ging es ums Geld. Da war es schon etwas erstaunliches, das ein junger Mann einen Beruf ergriff, bei dem man nicht wirklich viel verdiente. Außer, man verkaufte das Spielzeug im eigenen Laden.

Der Weihnachtsmann schmunzelte als er seinen Sohn schwärmen hörte, unterbannt es aber gleich wieder.

Caroline hatte es aber trotzdem gesehen und war zufrieden, dass sich ihr Mann wirklich wieder mehr mit ihrem Sohn beschäftigte und sich auch nach Tobias erkundigte.

"Hast du denn geschaut, ob er eine Eisenbahn von dir oder deinem Vater bekommen hat?", wollte sie neugierig wissen. Denn der Blondine war bekannt, dass nur wenige Kinder Spielsachen direkt vom Weihnachtsmann oder von Niklas bekommen hatten. Fast alle Spielsachen wurden ja von den Elfen hergestellt.

*

"Das weiß ich leider nicht. Ich hatte mir anfangs vorgenommen mal nachzuschauen wenn Tobias schläft, doch dann hab ich es wieder vergessen oder bin vor ihm eingeschlafen. Und das mitten auf dem Sofa…", grinste Niklas. "Wenn ich eines meiner Spielzeuge sehe würde ich es sofort erkennen... bin halt nur nicht zum gucken gekommen. Naja... auf jeden Fall wollte Tobis Vater immer, dass er Banker wird, doch Tobias hat sich dann dagegen entschieden und wollte unbedingt Spielzeugmacher werden. Er hat sozusagen seinen Traum verwirklicht!"

*

Aufgeregt klatschte Luci in die Hände. "Meinst du, ich kann mir mal eines seiner Spielsachen ansehen? Ich will wissen, ob seine Spielsachen auch mit deinen mithalten können", plapperte die Blonde und blickte ihren Bruder aufgeregt an.

Jetzt konnte sich Santa ein Lächeln nicht mehr verkneifen.

"Erst einmal, Mäuschen, muss Tobias wieder gesund werden. Und wenn er dann will, kann er gerne etwas in der Werkstatt herstellen. Wenn ich ehrlich bin, würde ich nämlich auch gerne etwas von ihm sehen.

Ich meine, es hat ja nicht jeder den Traum Spielzeugmacher zu werden und ist dann wirklich so gut, dass seine Sachen in einem Schaufenster ausgestellt werden", versuchte sich Santa aus der Affäre zu ziehen, in dem er rein aus beruflichem Interesse schauen wollte.

Aber als er das warme Lächeln seiner Frau sah, wusste er, dass zumindest sie ihn durchschaut hatte.

*

Niklas lächelte dankbar und lehnte sich spontan zu seinem Vater, um ihn fest zu umarmen. "Danke, dass du ihm eine Chance gibst, Dad...", flüsterte er ihm leise ins Ohr und setzte sich dann wieder zurück. "Wenn Tobi wieder wach ist werde ich ihm das gleich erzählen, dass er bei uns was schnitzen darf, er wird sich sicher riesig freuen... ."

*

Santa strahlte. Er hatte also für den Augenblick die richtige Entscheidung getroffen, das bewies ihm ja alleine die Umarmung seines Ältesten.

So schmeckte ihm das Essen auch doppelt so gut und er nahm sich noch einmal Nachschlag. Vielleicht würde er nachher noch einmal bei Tobias vorbeisehen und ein bisschen mit ihm reden.

Immerhin wusste er noch immer nicht, wie die beiden sich begegnet waren.


Etwas verpeilt aber ausgeruht öffnete Tobias nach Stunden des Schlafes seine Augen und tastete neben sich. Doch da war nichts. Frustriert seufzte er auf, was in ein kurzes Husten überging.

Niki, sein Engelchen war nicht da.

/Bestimmt bei seinem Vater, um sich mit ihm weiter auszusprechen/, ging es ihm durch den Kopf, während sich Tobias träge auf den Bauch rollte und sein Gesicht in Niklas Kissen versteckte. Es roch so lecker nach dem Älteren.

*

"Na? Bist du wach?", erklang plötzlich die Stimme Santas neben dem Bett und kurz darauf wurde ein Stuhl heran gerückt, auf den sich Santa niederließ. Niklas hatte beschlossen heute wieder bei den Elfen in der Spielzeugwerkstatt vorbei zu schauen und so war sein Vater die Treppe rauf geschlichen und hatte gewartet bis Tobi wach wurde. "Wie geht’s dir?"

*

Leicht zuckte Tobias zusammen, hatte sich aber gleich wieder im Griff.

Er rollte sich zurück auf den Rücken und zog die Decke wieder hoch, die sich selbstständig gemacht hatte.

"Na ja, der Hals tut immer noch weh, aber nicht mehr so schlimm wie heute Morgen und ich bekomm wohl Fieber. Das würde erklären, warum mir in einem Augenblick heiß und im nächsten wieder kalt ist. Und ich vermisse Niki", murmelte er den letzten Satz leise.

Er wusste immer noch nicht, wie Niklas Vater der ganzen Sache jetzt gegenüber stand.

*

"Niklas ist momentan bei den Elfen in der Werkstatt und beaufsichtigt sie bei der Spielzeugherstellung. Wenn du magst schicke ich Caroline mit einem Fiebersenkenden Mittel zu dir. Wir haben leider nicht allzu viele Medikamente da und einen Doktor rufen wir in dieser Gegend nur ungern, zumal der drei Tage braucht, um hierher zu kommen!", erzählte Santa und griff nach einem Glas Tee, dass er vorhin schon eingegossen hatte und reichte es Tobias.

*

Der Braunhaarige nickte dankbar und trank etwas. Er hatte nämlich wirklich Durst.

"Ich nehm nur ungerne Medikamente. Eigentlich nur dann, wenn es gar nicht anders geht. Wenn... wenn es bis heute Abend nicht besser ist, würde ich gerne etwas nehmen", murmelte Tobias und setzte sich dann auf, lehnte sich an die Wand in seinem Rücken und deckte sich wieder zu.

So war es einfach höflicher sich zu unterhalten, wenn man ungefähr auf derselben Höhe war.

"Sind sie schon lange da? Sie hätten sich nicht unbedingt die Mühe machen müssen, nach mir zu sehen. Sie können mich ja nicht besonders leiden."

*

"Ich kenne dich doch gar nicht, also kann ich auch nicht sagen, dass ich dich nicht leiden kann. Und ich habe eine Weile gewartet ja, denn immerhin bin ich hier, um mit dir zu reden. Um dich kennen zu lernen, um genau zu sein. Ich möchte herausfinden wie du es geschafft hast meinem Niklas den Kopf zu verdrehen, und vor allem wie es genau dazu gekommen ist. Denn DAS hat mir mein Sohn nicht erzählt!"

*

Der 23-Jährige schluckte leicht. Gut, Niklas Vater hatte ein Recht darauf zu erfahren, wie es so weit gekommen war. Auch wenn er das gerne mit seinem Engelchen an der Seite getan hätte.

"Das war so...", begann Tobias und erzählte, wie er den Schlitten früh morgens fertig bekommen hatte, wie er dann joggen gewesen war und Niklas getroffen hatte. Das er ihm angeboten hatte ihn mit in die Stadt zu nehmen weil er eh hin musste und wie er ihn dann bei sich aufgenommen hatte, weil der Automat kaputt war und die Kassiererin Angst hatte, das es Falschgeld war.

Wie seine Freunde Niklas aufgenommen hatten, dass seine Eltern den Blonden schon ins Herz geschlossen hatten und das sie sich durch den Alkohol das erste Mal geküsst hatten.

Wie der Tag im Waisenhaus verlaufen war und das die Kinder ganz begeistert von Niklas gewesen war. Wie der Anruf von der Bank gekommen war und der Tobias total traurig war, weil das ja bedeutete, dass Niklas gehen würde.

Das sich das dumme Missverständnis aufgelöst hatte und das Niklas ihm gestanden hatte, ihn zu lieben. "Ich war davor schon in Niklas verliebt, hatte mir aber immer wieder gesagt, dass das nicht ging, dass es mir nur das Herz brechen würde.

Niklas hat mir an dem Tag als Sie ihn abgeholt haben, seine Liebe gestanden. Wir wussten, dass es nicht ewig gut gehen konnte, aber wir wollten es so lange genießen, wie es ging. Wir dachten, wir hätten länger Zeit und dann standen Sie plötzlich am selben Abend noch in meiner Wohnung", murmelte Tobias und wieder liefen Tränen.

*

"Das tut mir leid, aber mein Sohn ist ohne ein Wort verschwunden und wir alle haben uns um ihn gesorgt. Tagelang haben wir nach jeder Spur Ausschau gehalten, mit Rupert gesprochen wo genau er Niklas abgesetzt hatte und die Elfen stundenlang suchen lassen! Und als dann endlich geklärt war wo mein Sohn ist, sollte ich ihn so schnell wie möglich holen, und dann stehst du da plötzlich da und wir alle hatten mit einer Frau gerechnet. Ich war außer mir und deswegen habe ich... mich nicht benommen wie ein guter Weihnachtsmann sich benehmen sollte...", schloss Santa Claus und gab Tobi ein Taschentuch, damit dieser sich die Tränen wegwischen konnte.

Dann überdachte er nochmal das Erzählte und nickte dann für sich. "Ich kann verstehen, dass mein Sohn sich in dich verliebt hat. So selbstlos und vertrauensvoll, wie du ihn aufgenommen hast..."

*

Tobias nahm das Taschentuch entgegen und trocknete seine Tränen.

"Na ja, Niklas war mir gleich sympathisch als ich ihn das erste Mal gesehen hatte und da ich wusste, dass der nicht aus dem Dorf ist - denn dort kennt jeder jeden - hab ich eben auf ihn gewartet und ihn angesprochen. So kam eines zum andern und weil ich ja eh in die Stadt musste, um den Schlitten und die Rentiere abzugeben, hab ich es ihm angeboten. Für mich war das ja kein Umweg oder so etwas", sprach der Schweizer und nahm sich dann wieder das Glas, trank es leer.

"Ich liebe ihn wirklich und werde es wohl akzeptieren müssen, wenn Sie mir den Umgang mit Niklas verbieten. Auch wenn mich das kaputt machen wird. Ich bin nun einmal keine Frau und kann keine Kinder bekommen." Traurig starrte der Jüngere auf die Decke.

*

"Ja, das bist du leider nicht, doch ich muss sagen, dass das das Einzige ist was gegen eure Beziehung spricht. Niklas liebt dich und würde zugrunde gehen, wenn ich dich ihm wieder wegnehme, zumal mich Caroline verlassen würde!", meinte Santa und seufzte, blickte dann in Tobis Augen. "Und ich hörte du seist ein guter Spielzeugmacher, vielleicht könntest du ja auch noch von Nutzen sein...", murmelte er.

*

Der Grauäugige wurde bei dem Kompliment rot.

"Ja, das bin ich. Allerdings habe ich mich auf Holz spezialisiert. Ich hab nur leider keine Arbeiten da, sonst würde ich sie Ihnen gerne zeigen", erklärte Tobi und lächelte dann leicht.

Inzwischen kam ihm der Weihnachtsmann gar nicht mehr so unheimlich vor, wie in der Nacht als er ihn getroffen hatte.

"Na ja", murmelte Tobias und wusste nicht, ob er das nächste wirklich sagen sollte. "Was spricht denn gegen eine Adoption? Einen Jungen und vielleicht auch ein Mädchen aus dem Waisenhaus zu nehmen und ihm eine Familie zu geben. Oder es gibt doch auch Leihmütter, die Kinder austragen."

Hoffentlich hatte er sich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt. Vorsichtshalber duckte sich Tobias mal.

*

"Eine Adoption...", murmelte Santa und senkte den Kopf. Darüber hatte er noch nie was gehört. Bisher waren die Kinder der Weihnachtsmänner auch immer von eben jenem gezeugt wurden. Es gab keinen Fall in der Familienchronik wo er das nachprüfen konnte. Aber Niklas war mit Tobias glücklich und wenn Santa sich mal mit Caroline beriet und in der Chronik und den Richtlinien nachschlug, ob irgendwas dagegen sprach, konnte er vielleicht was Genaueres sagen. "Nun ja... mir fällt kein Fall in unserer Familie ein, wo das Kind adoptiert wurde, aber im Prinzip... wir haben ja nichts Magisches in den Genen, können auch nicht zaubern oder sonst was. Das können nur die Elfen und der Weihnachtsmann ist ein normaler Mensch, der im Prinzip alles von klein auf gelernt hat...", überlegte er laut weiter und blickte dann ernst zu Tobias. "Ich werde darüber nachdenken. Und was das mit den Spielzeugen angeht, das kannst du mir dann in der Werkstatt zeigen, wenn du wieder gesund bist!"

*

Erleichtert atmete der Braunhaarige auf. Der Weihnachtsmann war ihm nicht sauer und er wollte über eine Adoption nachdenken, was war doch schon mal ein Anfang und ein Hoffnungsschimmer.

"Danke Sir, dass sie darüber nachdenken wollen. Das bedeutet uns beiden viel, dass Sie es nicht von Anfang an ablehnen", bedankte sich der Jüngere.

Tobi schluckte. Er durfte wirklich in der Werkstatt des Weihnachtsmannes Holzspielzeug herstellen. "Danke Sir. Das ist sehr nett von ihnen. Dann muss ich schnell wieder gesund werden. Nicht nur wegen Niklas. Ihn würde ich nämlich auch gerne mal bei der Arbeit beobachten. Aber das geht ja nicht, wenn ich krank bin."

*

"Dann solltest du dich wieder rasch hinlegen und noch etwas schlafen. Oder möchtest du vorher was essen. Wir haben dir extra was vom Mittag aufgehoben aber meine Frau wollte dich auch eine Suppe kochen. Doch da weiß ich aber nicht wie weit die schon ist!", gestand Santa und lächelte nun offen.

*

"Eine Suppe wäre nicht schlecht", gestand Tobias und wurde im nächsten Augenblick rot, als sein Magen knurrte. "Ich weiß nicht, ob ich schon wieder feste Nahrung schlucken kann. Die Brötchen heute Morgen gingen auch nur, weil sie weich waren und ich sie klein geschnitten habe."

"Ich werde einfach so lange warten, bis mir Ihre Frau etwas bringt", entschied der Grauäugige und legte sich wieder richtig hin. Es war schon bequemer, im Bett zu liegen, als sich an die Wand zu lehnen. "Ich hoffe, ich halte Sie nicht von etwas Wichtigem ab, Sir", hoffte er dann doch leise, weil er sich irgendwie schuldig fühlte.

*

"Oh nein, für mich war es wichtig den Freund meines Sohnes besser kennen zu lernen und Niklas ist soweit ausgebildet, dass er alleine klar kommt. Zumal ihn die Elfen vergöttern, er scheucht sie wohl nicht so herum wie ich, sondern ist unglaublich nett zu ihnen...", lachte Santa und erhob sich. "Ich sag Caroline Bescheid und Nik werde ich rufen, damit er was davon hat, dass du wach bist."

*

"Danke Sir", antwortete Tobias nur und schloss dann seine Augen wieder. Er wusste, dass er viel Schlafen und trinken sollte, wenn er krank war.

Als er die Türe hörte, öffnete Tobi seine Augen wieder und blickte sich noch einmal um, bevor er sich wieder auf den Bauch drehte und sein Gesicht erneut im Kissen vergrub, tief den Geruch seines Liebsten in sich aufnahm. Danach war er süchtig und wenn es das als Parfüm geben würde, Tobias würde es sofort kaufen.

*

"Was machst du denn da?", fragte Niklas nicht mal zehn Minuten später und blickte lachend auf Tobi hinab, handelte kurzerhand und warf sich auf ihn, biss ihn lachend in den Nacken. Sein Vater war soeben zu ihm gekommen und hatte ihm erzählt, dass er sich mit Tobi unterhalten hatte. Sofort war er hergeeilt, um herauszufinden über was die beiden gesprochen hatten...

*

Der Braunhaarige quietschte leise auf, als er so plötzlich seinen Freund auf sich spürte und er ihm in den Nacken biss. Leise schnurrte er auf.

"Ich versuche deinen Geruch in mir aufzunehmen, weil du einfach lecker riechst. Und weil du ja nicht bei mir bist, nehm ich eben mit deinem Kissen vorlieb", erklärte Tobias und räkelte sich leicht unter seinem Freund.

"Und was machst du hier? Dein Vater hat gesagt, du bist in der Werkstatt bei den Elfen."

*

"War ich auch, bis er zu mir kam und meinte, dass du wieder wach bist und ihr beide geredet hättet.", erzählte Niklas und rollte sich dann von Tobi runter, legte sich brav neben ihn. "Jetzt kannst du an mir schnüffeln, Niklas pur. Und dabei kannst du mir ja erzählen über was ihr geredet habt..."

*

Das ließ sich Tobi nicht zweimal sagen und kuschelte sich wieder an seinen Freund, vergrub sein Gesicht in Niklas Halsbeuge.

"Er hat mich gefragt, wie wir uns überhaupt kennen gelernt haben und wie daraus Liebe wurde. Ich hab es ihm erzählt und dann haben wir über Möglichkeiten geredet, dass du doch einen Sohn haben kannst. Er hat versprochen darüber nachzudenken und mit deiner Mutter zu reden. Und er hat mir offiziell angeboten, dass ich in seiner Werkstatt arbeiten kann", erzählte er einem Freund.

Immerhin hatte er ja auch ein Recht darauf zu erfahren, worum es gegangen war. Er war ja wichtiger Bestandteil des Gespräches gewesen.

*

"Über welche Möglichkeiten habt ihr denn geredet? Adoption?", fragte Niklas neugierig und küsste Tobias auf den Scheitel. "Ist ja aber auch Wahnsinn, dass er sich dafür interessiert. Hätte ich nicht gedacht. Aber, dass er gerne dein Spielzeug sehen würde, hat er beim Mittag schon erzählt."

*

"Ja, darüber und das man sich auch noch eine Leimutter nehmen kann, dann wäre das Kind auch von dir, aber wir könnten weiterhin zusammen bleiben.

Er sieht wie glücklich du mit mir bist und weiß, dass du unglücklich wärst, wenn ich wieder gehen muss. Deswegen überlegt er es sich", nuschelte Tobias, richtete sich auf und stahl sich einen Kuss von seinem Freund.

"Dir hat er das vielleicht gesagt, aber ich war ja nicht beim Essen dabei. Apropos, er hat gesagt, dass mir deine Mum Suppe macht. Ich hab nämlich wieder Hunger. Wobei ich auch gerne an dir knabbere." Damit beugte er sich wieder hinunter und knabberte zärtlich an Nikis voller Unterlippe.

*

"Essen!" Genau in diesem Moment schneite auch schon eine strahlende Caroline herein, die schon teilweise von Santa gehört hatte, dass dieser mit Tobias gesprochen und über eine Adoption nachdenken würde. Aber ihr Mann hatte ihr auch verraten, dass Tobi Hunger hatte und so hatte sie schnell die weichen Nudeln in die fertige Suppe getan und war hier hinauf gestiegen. "Mensch Nik, du bist ja schneller da als man dich überhaupt rufen kann. Dein Vater war doch erst zu mir, bevor er zu dir ist!", empörte sie sich und Niklas lachte nur. "Du bist eben zu langsam Mum..."

*

Tobias kicherte leise und löste sich dann von seinem Freund, um sich aufzusetzen. Im Liegen aß sich so schlecht und vor Allen Dingen Suppe.

"Er hatte Sehnsucht nach mir", grinste der Braunhaarige breit. "Das sieht fabelhaft aus..."

Ja, wie hatte er jetzt Niklas Mutter zu nennen? Bei seinem Vater war es klar, dass er ihn siezte und mit Sir ansprach. Das hatte ihm sein Vater von klein auf beigebracht, weil er da ja noch geglaubt hatte, dass Tobias denselben Beruf ergriff.

Aber wie sollte er jetzt dessen Mutter ansprechen? Fragend blickte er zu Niklas und zu dessen Mutter.

*

Diese verstand sofort und lächelte sanft. "Sag ruhig Caroline, oder Carol!", meinte sie und stellte dann ein Tablett mit einer Schüssel voller Suppe über Tobis Oberschenkel. "Ich hoffe es schmeckt! Und Nik, das ist seines, also Finger weg." "Och mööönsch!", quengelte Niklas sofort. "Die ist doch so lecker!"

*

"Danke Carol", bedankte sich der Braunhaarige noch einmal und nahm sich dann den Löffel.

Gerade als er ihn in die Suppe tauchen wollte, hörte er Niklas quengeln.

Das sah so süß aus.

So tauchte er den Löffel in die Suppe, pustete ein bisschen damit sie nicht mehr so heiß war und hielt ihn dann Niklas hin. "Hier. Damit du dann nicht zu deinem Vater rennst und dich beschwerst, dass du nichts zu essen bekommst", grinste er.

*

Triumphierend grinste Niklas seine Mutter an, nahm dann die Suppe vom Löffel entgegen und seufzte leise. "Hach ist das lecker. Du bist eine tolle Köchin!" "Jaja, jetzt schleim nicht! Ich hab noch was unten, du kannst also beim Abendbrot was davon haben, lass Tobi seine Suppe. Er muss immerhin gesund werden!", lächelte Caroline und Niklas gab nach. "Na schön, gewonnen. Lass es dir schmecken kleiner Eisbär!"

*

Tobias beugte sich vorsichtig zu seinem Freund, stahl sich einen Kuss und murmelte ein: "Danke Engelchen", bevor er aß.

"Mhm... das ist wirklich lecker, Carol", lobte der Braunhaarige und leckte seine sich Lippen.

Weil es so gut schmeckte, war er auch ziemlich schnell fertig.

Und dann war er schon wieder so müde, dass er einschlief. Es hatte ihn wohl doch mehr erwischt, als er gedacht hatte.

Selbst das Abendessen verschlief er, obwohl nicht nur Niklas versuchte, ihn zu wecken.

*

"Der wird wohl bis morgen durchschlafen!", seufze Santa, als sie nun zum dritten Mal an Tobis Bett standen und ihn zu wecken versuchten. "Dann soll er das halt!", gab Niklas traurig auf. Wenn es seinem Schatz nicht gut ging musste er eben das kuscheln verschieben. "Dann lass uns jetzt zu Abend essen!", versuchte sein Vater ihn aufzumuntern und legte Niklas den Arm um die Schulter, um ihn in die Küche zu führen.

*

Caroline war sich schon von Anfang an klar gewesen, das Tobias nicht mit ihnen zu Abend essen würde. Das war so, wenn man krank war. Man schlief die ganze Zeit durch und hatte kaum Appetit.

Deswegen nahm sie ihren Sohn auch in den Arm, als der mit traurigem Gesichtsausdruck in die Küche kam. "Je mehr er jetzt schläft, desto schneller ist er wieder gesund und du kannst ihm das Haus und die Werkstatt zeigen."

Dass er dann auch wieder kuscheln konnte, sagte sie lieber nicht, denn gerade kamen ihre anderen Kinder in die Küche. Die mussten nicht alles wissen.

*

"Ja, das sehe ich ein. Soll er schlafen. Dann bleib ich heute Abend aber noch mit euch beiden in der Küche oder im Wohnzimmer. Lasst uns einen richtigen Spieleabend machen! Das ist furchtbar lustig!", versprach Niklas lächelnd und setzte sich dann an den Tisch.

*

Spieleabend? Caroline und Santa sahen sich beide an. /Das ist ja schon Ewigkeiten her, dass Niklas mit uns etwas gespielt hat/, ging es dem Weihnachtsmann durch den Kopf, aber er grinste wie ein Honigkuckenpferd.

Glücklich ließ er sich auf seinem Stuhl nieder, genoss das Essen und half danach sogar beim Abräumen und verschwand als erster im Wohnzimmer, um die Spiele heraus zu suchen.

*

"Wenn wir alle mitspielen wird es umso lustiger. Als ich bei Tobi war haben wir zwei Abende mit seinen Freunden gespielt und das war super lustig. Wir sollten das auch öfter machen!", schlug Niklas vor und folgte dann mit seiner Familie im Schlepptau seinem Vater.

*

Dieser Tobias wurde Santa immer Sympathischer. Gleich morgen würde er sämtliche Ahnenbücher und Papiere durchforsten, ob nicht doch etwas über eine Adoption in ihrer Familie bekannt war.

Freudig blitzen seine Augen, als seine ganze Familie kam und ziemlich schnell, hatten sie sich auch auf das erste Spiel geeinigt. Spiel des Lebens. Das spielten die Jüngsten so gerne.

*

Und so setzten sich alle Mitglieder der Familie an den runden, großen Tisch im Wohnzimmer und bauten das Spielfeld auf. Jeder bekam seine Farbe und dann konnte es auch schon losgehen. Niklas war sich sicher, dass diese Spielrunde mindestens genauso toll werden würde wie mit Gabi, Uli und Co. wenn nicht besser, denn immerhin war dies Niks Familie und Niklas würde nun alles dafür tun, dass sie sich alle wieder so gut vertrugen, wie früher...



Braune Blätter [Chaotizitaet]

11 – Neil



Als Neil an diesem Mittag das Twice betrat, stellte er zufrieden fest, dass er die Zeit wohl so abgepasst hatte, dass die Mehrzahl der üblichen Mittagsgäste ihr Mahl schon beendet hatte und gegangen war. Was in seinen Augen bedeutete, dass Josh mehr Zeit hätte, mit ihm ein wenig zu plaudern und zu flirten.

Zwar hatte es bei der Begrüßung, die im Grunde nur aus einem Blick und einem Nicken bestanden hatte, kein Indiz auf Vertrautheit gegeben, aber Neil war sich sicher, dass, wenn er erst einmal an einem ruhigen Tisch saß und Josh kam, um seine Bestellung aufzunehmen, auch ein paar persönlichere Worte gewechselt würden. Zumindest hatte er nach dem gestrigen Abend allen Grund zu dieser Annahme, hatten sie doch die Fahrt in den Peak mit angeregtem Scherzen und Plaudern verbracht, und diesem Cal und dessen Freundin dann eine astreine Vorstellung geboten. Neil hatte sich köstlich amüsiert, auch wenn er nach außen hin nicht gezeigt hatte, dass er sich innerlich vor Lachen förmlich gekringelt hatte.

Dann aber geschah etwas, das er so gar nicht einzuordnen wusste. Cal erschien, ging zur Theke und gleich darauf verschwanden der Barkeeper und sein Projektpartner in Richtung Hinterausgang. Er hörte nur noch knapp, wie Josh in die Küche rief, er wäre mit Caleb für eine Stunde oder so oben.

In all den Tagen, die er jetzt das Twice schon frequentierte, hatte Neil noch nie erlebt, dass die beiden Mittags schon an dem Projekt arbeiteten! Überhaupt hatte Josh am Abend zuvor keine seiner Fragen bezüglich des Projekts beantwortet, sondern hatte stets geschickt das Thema gewechselt. Auch irritierte Neil in diesem Moment, dass Josh heute von Caleb gesprochen hatte, wo er gestern den Mann immer Cal genannt hatte. Aber gut, vielleicht durften nur gute Bekannte ihn Cal nennen und für die Küchenbesatzung war er daher Caleb. Neil beschloss es mit einem Achselzucken abzutun. Weniger leicht fiel es ihm, die Sache, dass Josh nun nicht mehr in der Bar weilte, gleichgültig abzutun. Bedeutete dessen Abwesenheit, dass doch aus dem geplanten Flirt jetzt nichts würde, was Neil mehr als schade fand. Entsprechend mürrisch war er, als die Kellnerin der Tagesschicht kam, um seine Bestellung aufzunehmen.

Doch es war nicht Neils Art lange über Dingen zu brüten, die er nicht ändern konnte. Das war noch nie seine Art gewesen, weshalb seine Eltern ihn immer stets als den Friedfertigen in der Familie bezeichnet hatten. Und so beschloss er nach dem Essen stattdessen den Innenhof, den Josh ihm am Vorabend gezeigt hatte, näher zu erkunden. Denn das Niesen, das ihn dort geplagt hatte, war nicht auf eine allergische Reaktion auf Efeu zurückzuführen, sondern war der Nähe eines Paradiesbaumes geschuldet. Wie aber hätte er Josh erklären sollen, dass da in dem Hof ein Paradiesbaum stand? Der Barkeeper hätte ihn doch für irre gehalten.

Aber wenn in dem Hof tatsächlich einer dieser verfluchten Bäume stand, dann hätte er endlich einen Punkt, an dem er ansetzen konnte, um ein Gegenmittel gegen die Allergie zu erforschen. Egal, wie oft er dabei Niesen musste... Und an Ideen mangelte es ihm schließlich nicht, obwohl sein erster Plan offenbar fehlgeschlagen war.



11. Dezember [Laila]
Denni-Ray und Chris
Nikolaus

Gähnend streckte sich Denni-Ray. Seine Hand wanderte über das Laken, aber die andere Seite des Bettes war, wie sonst auch immer leer. Der junge Mann seufzte leise.
Was hatte er auch anders erwartet, wenn er mit einem Vampir zusammen war? Seine Liebe zu dem Wesen der Nacht war der Mittelpunkt in seinem Leben geworden.
Chris war fast jeden Morgen verschwunden. Nur die Nächte gehörten ihnen.
Langsam wand sich der junge Mann und öffnete die Augen. Ein breites Lächeln zierte seine Züge, als er die kleine Karte und den Schokoladennikolaus entdeckte.
Hatte Chris doch daran gedacht?
Das verliebte Grinsen wurde breiter, als er den Inhalt der Karte lass. Sein Vampir wünschte ihm einen schönen Nikolaus mit dem Versprechen auch einen Lustvollen Abend.
Glücklich schloss Denni-Ray die Augen, die Karte fest in den Händen.
Der Abend sollte etwas Besonderes werden.