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13

Catching Santa Claus [Ira]

Türchen 13

"Vorsicht, nicht dass du dich schneidest", beobachtete Niklas besorgt die Schnitzerei seines Liebsten. Zwar wusste der genau was er tat und wusste auch geschickt mit den Werkzeugen umzugehen, aber dennoch sorgte er sich. Als sie heute Morgen aufgewacht waren, ging es Tobi wieder so gut, dass er nicht weiter im Bett bleiben wollte und so hatten sie gemeinsam mit der Familie gefrühstückt und mit Luci dann verstecken gespielt bis zum Mittagessen. Es war lustig gewesen und Tobi war noch mehr aufgeblüht... Gott wie Niklas ihn dafür liebte!!

Nach dem Mittag hatte ihn der Dunkelhaarige mit großen Augen angesehen und ihn gebeten ihn doch nun Spielzeug schnitzen zu lassen und da der blonde Lockenkopf seinem Schatz nicht widerstehen konnte, hatte er zugestimmt und nun standen sie hier nebeneinander in der Weihnachtsmannwerkstatt, zu der man kam, indem man an den Maschinen der Elfen vorbei ging und die Tür, ganz hinten in der Wand durchquerte.

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Dafür dass sein Engelchen ihn machen ließ, liebte Tobias ihn gleich noch mehr.

"Es ist süß das du dir Sorgen machst, Niki. Aber ich hab das schon oft genug gemacht, ich weiß also, was ich da mache", versuchte er seinen Freund zu beruhigen und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange, bevor er sich wieder seiner Arbeit zuwandte.

Tobias hatte sich für einen Eisenbahnwagon entschieden, weil er das gut konnte. Eisenbahnen waren ja seine Leidenschaft. Allerdings bekam dieser Wagen ein Dach, das man abnehmen konnte und man somit die Einrichtung sehen konnte.

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"Das weiß ich Liebling, aber trotzdem sorge ich mich. Dagegen kann ich wohl nichts tun!", lächelte Niklas und küsste Tobias sacht auf die Wange, bevor er sich wieder seinem eigenen Spielzeug zuwandte. Er schnitzte ein kleines Holzreh für Luci, die schon sehr zeitig damit angefangen hatte Holztiere zu sammeln, besonders die, die ihr Bruder ihr gemacht hatte. Niklas war bisher jedoch nie mehr dazu gekommen weitere für sie zu schnitzen, bis jetzt.

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"Dagegen sollst du auch nichts tun, denn es macht dich nur noch liebenswerter", erwiderte der Kleinere und blickte prüfend seinen Wagen an.

Lange würde er nicht mehr brauchen, dann konnte er ihn Santa und Carol zeigen. Die wollten ihn ja unbedingt sehen. Er musste noch die Verzierungen außen Schnitzen und für den Deckel musste er sich noch was einfallen lassen.

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Verstohlen blickte Niklas auf die Arbeit Tobis und nickte anerkennend. "Du bist wirklich unglaublich begabt. Das wusste ich zwar vorher schon, aber das hier ist ein Meisterwerk. Mit Zügen kennst du dich ja auch bestens aus, im Gegensatz zu Schlitten!", grinste Niklas, bevor er eine Blitzidee hatte. "Was hältst du davon, wenn wir uns morgen früh ganz dolle einmummeln und mit dem Schlitten zu deinen Eltern fliegen?"

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"Na ja, es war eben mein erster Schlitten", erklärte Tobi. Er nahm es seinem Freund nicht übel, denn der hatte ja Recht. Schlitten waren nichts alltägliches, wohin Eisenbahnen von ihm öfters gefordert wurden.

Mit großen Augen drehte der Braunhaarige seinen Kopf und blickte seinen Liebsten an. "Wirklich?? Das wäre super, wenn wir das dürften. Mama und Papa machen sich bestimmt große Sorgen. Ich hab sie vor meiner Abreise nicht erreicht und Gabi gebeten, dass sie Bescheid sagen soll."

Tobias legte seine Arbeit und das Werkzeug auf den Tisch und fiel seinem Freund vorsichtig um den Hals, denn er wollte dessen Reh ja nicht zerstören. "Danke danke. Ich liebe dich."

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"Hey, so kann ich dir gleich einen echten Schlitten demonstrieren und wir überraschen deine Eltern. Ich würde sie auch gerne wiedersehen. Aber wir müssen sehr früh los. Wenn es dunkel ist, damit uns niemand sieht. Und wir werden den ganzen Tag bleiben bis es abends wieder dunkel ist und alle schlafen!", erklärte Niklas noch und zog seinen kleinen Eisbären fest an sich, küsste ihn liebevoll auf die Lippen.

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Sanft erwiderte der Grauäugige den Kuss und leckte sich dann über die Lippen. "Ich bin es ja gewohnt, wenig oder unregelmäßig zu schlafen. Da ist das kein Problem. Danke dass du das für mich machst. Ich liebe dich so sehr."

Gerade wollte er seinen Freund wieder küssen, als er die Türe aufgehen hörte. Fragend blickte er sich um und entdeckte Santa. "Hallo Sir. Kann ich Ihnen helfen?"

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"Hallo ihr zwei!", lächelte Santa Claus und betrachtete die Pose der beiden Liebenden. "Ich hoffe ich störe nicht?", fragte er grinsend. Niklas löste sich von Tobi und musste lachen. "Tobias hat sich nur bei mir bedankt weil ich ihm den Vorschlag unterbreitet habe morgen mit dem Schlitten seine Eltern zu besuchen", erzählte Niklas.

"Da müsst ihr aber früh los!", überlegte Santa. "Wissen wir und ich hoffe du erlaubst mir einen der Schlitten zu entführen?", fragte Niklas unsicher nach.

"Natürlich! Irgendwann gehören sie eh dir und du wirst du sie dir nehmen können ohne zu fragen. Außerdem weiß ich, dass du sie nicht zu Schrott fliegst. Aber weswegen ich eigentlich hier bin... ich wollte mit euch nochmal wegen dieser Adoptionssache sprechen!"

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Tobias schüttelte den Kopf und lächelte Niklas Vater an. Es war ihm nicht peinlich, von Santa so gesehen zu werden. Sie taten ja nichts, was Niklas Vater lieber nicht sehen sollte.

Bei dem Wort Adoption begann das Herz des Braunhaarigen aufgeregt zu schlagen.

War das jetzt ein gutes Zeichen oder nicht?

"Ähm... sicher Sir", erklärte Tobi unsicher und tastete nach Niklas Hand, drückte sie.

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"Na dann folgt mir mal. Hier, wo wir nicht alle sitzen können, mag ich das nicht besprechen. Gehen wir ins Haus. Caroline sollte es auch erfahren, also Küche!", beschloss Santa und öffnete die Tür der Weihnachtsmannwerkstatt. Sofort wurde es wieder laut.

Gemütlich gingen sie an den Spielzeugmaschinen vorbei, raus aus der Spielzeugwerkstatt und dann raus aus dem Gebäude. Mit der Kälte draußen konfrontiert wurden sie sofort schneller, erreichten das Wohnhaus in Kürze und betraten kurz darauf die Küche.

"Hallo mein Schatz, setz dich doch bitte mal zu uns", bat der Weihnachtsmann Caroline und scheuchte die anderen Kinder dann aus dem Raum, bevor er sich an den Tisch setzte.

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So langsam bekam Tobias Panik, je länger der Weihnachtsmann das Ganze herauszögerte. Immer wieder drückte er Niklas Hand und setzte sich auch in der Küche neben ihn, damit er seinen Halt nicht aufgeben musste.

Er hatte ein komisches Gefühl im Magen.

/Bitte... bitte lass ihn nichts dagegen haben/, betete er immer wieder im Kopf, während er nervös auf seiner Unterlippe kaute.

*

"Also....", begann Santa, nachdem sich alle gesetzt hatten, "Ich habe wie versprochen die Familienchronik durchgearbeitet und auch die Richtlinien des Weihnachtsmannes durchforstet. Überall steht, dass der Weihnachtsmann einen Sohn haben muss, an den er seine Aufgabe weitergibt.
Sollten mehrere Söhne vorhanden sein, erhält der Älteste die Position und wird so früh wie möglich ausgebildet. Je nachdem wann das Kind reif dafür ist!

Allerdings stand nirgendwo, dass das Kind, oder die Kinder, direkt vom Weihnachtsmann gezeugt werden müssen. Da wir ja keine andere Genstruktur als andere Menschen aufweisen, muss Niklas seine Gene nicht weiter geben und es spräche nichts gegen ein Adoptivkind.

Jedoch... ich habe darüber nachgedacht und eine Adoption kann auch einige Risiken bergen. Viele Paare, die ein Kind adoptieren wollen, bekommen ein älteres, doch ihr beide braucht ein Baby, damit es sich von vornherein an die Temperaturen und das Geschehen hier gewöhnt. Und dann das Jugendamt, das ja über alles die Finger haben muss. Wir müssen doch einen Wohnort angeben und das Kinderheim wird sicher auch Nachforschungen anstellen wo ihr das Kind aufziehen werdet. Da müssen wir uns also noch was überlegen. Doch ich denke, dazu habt ihr noch Zeit, nicht? Immerhin seid ihr zwei noch jung und Niklas muss sich dann erst mal in seine Position als Weihnachtsmann einfinden, wenn ich denn aufhöre.

Fakt ist, dass, und da solltet ihr ja eigentlich wissen, ihr zusammenbleiben dürft!"

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Mit jedem Satz den Santa gesprochen hatte, war Tobias Herz entweder stehen geblieben oder hatte rekordverdächtig geschlagen. Nikis Hand dürfte inzwischen ganz schön wehtun, so sehr drückte er sie.

Als Santa ihnen zugestand, das sie Zusammenblieben konnte und auch nichts gegen eine Adoption stand - wenn auch nicht sofort, fühlte sich der Braunhaarige, als würde einen tonnenschwere Last von ihm genommen.

Er konnte es nicht verhindern, dass sich Tränen bildeten und über seine Wangen liefen, so glücklich war er.

*

Caroline lächelte sanft und reichte Tobi ein Taschentuch, während Niklas seine Hand aus dem Todesgriff Tobis befreite und die Arme um ihn legte. "Hast du gehört?", fragte er ganz leise. "Wir dürfen wirklich zusammenbleiben... für immer...", hauchte er und spürte nun auch bei sich die Tränen laufen. Das war wirklich zu schön um wahr zu sein!

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Tobias nahm dankend das Taschentuch entgegen und versuchte die Tränen weg zu wischen, aber das war gar nicht so leicht wenn immer wieder neue kamen.

Auf die leise Frage nickte der Braunhaarige nur und küsste sein Engelchen stürmisch. "Ich liebe dich Engelchen, so sehr", murmelte er mit belegter Stimme.

Gerade kam es ihm so vor, als wäre Weihnachten. So glücklich war er. Er könnte die ganze Welt umarmen.

"Danke Sir", bedankte er sich bei Niklas Vater, denn immerhin wusste er ja, was sich gehörte.


Auch Carol war stolz auf ihren Mann und wischte sich verstohlen eine Träne weg. Sie beugte sich zu Santa und wisperte ein: "Ich liebe dich und bin stolz auf dich und deine Entscheidung", bevor sie ihm einen Kuss auf die Wange hauchte.

*

Santa lächelte seine Frau liebevoll an und erhob sich dann. "Wir sollten die beiden jetzt mal alleine lassen!", meinte er zu seiner Frau und ergriff ihre Hand, um gemeinsam mit ihr den Raum zu verlassen.

Niklas wartete bis die Küchentür sich wieder schloss, bevor er Tobi ganz fest an sich drückte und lachen musste. "Deine Eltern werden aber morgen staunen, wenn wir ihnen das erzählen...", meinte er mit rauer Stimme und wischte sich dann die eigenen Tränen mit dem Ärmel seines Pullis ab, bevor er mit den Daumen versuchte Tobis Tränen zu beseitigen, ihn dabei immer wieder sanft auf die Lippen küssend.

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Tobias nickte nur, war sich nicht sicher, ob seine Stimme noch mehr hergeben würde.

"Ja und wir sollten Gabi Bescheid geben, die macht sich sonst auch nur Sorgen. Wir haben nämlich versucht, rauszufinden, wie ich am besten zum Nordpol komme. Aber das hätte Monate gedauert. Ich was so was von froh, als Cass bei mir ankam und die Nachricht deiner Mutter brachte", brachte der Kleinere heraus und erwiderte nur zu gerne die Küsse.

"Kuscheln wir ein bisschen in deinem Zimmer, Engelchen? Ich muss die Anspannung irgendwie loswerden." Fragend und bittend zugleich blickte er in die blauen Augen.

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"Okay... ich denke du würdest jetzt auch nicht mehr zu einem guten Ergebnis bei deinem Spielzeug kommen, so wie deine Hände zittern", lächelte Niklas sanft und küsste Tobi nochmal voller Liebe, bevor er aufstand und seinen Liebsten mit sich aus der Küche raus und dann in sein Zimmer zog. Rasch schloss er die Tür ab und drängte Tobi dann zum Bett, ließ ihn sich hinlegen und platzierte sich dann neben ihm.

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Der Braunhaarige mochte es, wenn Niklas dominant wurde. Aber das würde wohl noch etwas länger dauern, bis das jedes Mal der Fall war, dann dafür musste sein Liebster erst einmal sicherer werden, in dem was er tat.

Es war eben noch nie ein Meister vom Himmel gefallen und Tobi hatte auch mal so angefangen.

Tobi richtete sich auf und machte es sich dann auf Niklas Schoß bequem. Während sich seine Hände frech unter den Pulli des Älteren schoben und begannen die Knospen zu necken, beugte sich der Schweizer hinunter und verwickelte Niki in einen Kuss, bat mit seiner frechen Zunge um Einlass.

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Niklas seufzte leise und öffnete bereitwillig die Lippen, ließ Tobis Zunge in seinen Mund und diesen erkunden, bevor er sie zurück in ihr Reich drängte und nun selbst eroberte. Es war toll den Dunkelhaarigen zu küssen, doch dessen Finger an seinen Brustwarzen waren noch besser und er wollte Tobias dasselbe Gefühl zurückgeben. Also ließ er seine Hände ebenfalls wandern, glitt unter Tobias' Pullover und ahmte dessen Berührungen geschickt nach.

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Nur zu gerne ergab sich der Jüngere, ließ seinen Mund plündern und versuchte nur halbherzig, sich zu verteidigen. Er war eben schon immer unten und bei ihm musste viel passieren, dass er mal das Steuer an sich riss.

Als Tobi die geschickten Finger Niklas auf seiner Haut spürte und wie sie ihn ärgerten, stöhnte er leise in den Kuss, begann schon automatisch ohne groß darüber nach zu denken, sein Becken zu bewegen.

Aber langsam wurde die Kleidung lästig. So löste sich Tobias, zog erst sich den Pulli aus und schmiss ihn aus dem Bett und befreite dann seinen Geliebten mit dessen Hilfe aus dem Pulli

Sofort widmeten sich seine Finger wieder den Brustwarzen, während Tobi sich noch nen Kuss stahl und sich dann über den Hals hermachte.

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Niklas ließ sich noch eine kleine Weile sanft verwöhnen, bevor er selbst die Initiative ergriff und sich aufsetzte, nun - da er größer war - mit Tobi auf Augenhöhe war. Fest ergriff er den runden Po und zog ihn zu sich, näher an sein Becken und genoss die Reibung. Dann lehnte er sich vor und bedeckte die süßen Brustwarzen Tobis mit seinen Lippen, begann sie kurz darauf mit der Zunge zu verwöhnen... Tobi schmeckte eben einfach traumhaft.

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Die Hände auf seinem Po und das Näherziehen, wodurch sich die Reibung erhörte, ließe Tobias aufstöhnen und seinen Kopf in den Nacken legen.

Die geschickte Zunge, die sich dazu Schaffen machte und die frechen Hände, die begannen zu kneten, was sie da in Händen hielten, ließen die Atmung des Braunhaarigen tiefer und schneller werden.

Er drückte seinen Rücken durch, brachte sich dem geschickten Mund so noch näher und während die eine Hand über Niklas Seiten strich, fand die andere ihren Weg zum Nacken, begann ihn leicht zu kraulen. "Niklas", stieß Tobias rau heraus. Das brauchte er jetzt, um die Anspannung los zu werden.

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Niklas wurde durch das Verhalten Tobis noch mehr angespornt und wandte sich nun der anderen Brustwarze zu, während seine Hand die zurückgelassene weiter verwöhnte.

Währenddessen war nun seine andere Hand alleine auf den runden Backen gelagert und kribbelte vor Neugier. Er musste es jetzt wagen. Kurz glitt Niks Hand auf dem Po nach oben bis zum Bund und schlüpfte dann unter den Bund der Hose, berührte die nackte Haut des Pos.

Doch Nik merkte schnell, dass er nicht besonders weit kam. "Deine Hose ist ganz schön eng...", hauchte er deswegen leicht auf die feuchte Brustwarze und wartete auf Tobis Erlaubnis die Hose zu öffnen.

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Sein Becken drängte sich der Hand entgegen, auch wenn Tobias dafür ein wenig die Reibung ihrer Erregungen aufgeben musste.

Nicht nur Niklas fiel auf, das die Hose gerade mächtig störte, sondern auch dem Jüngeren.

So beugte er sich zu seinem Geliebten und raunte ihm ein "Dann zieh sie mir doch aus. Ich will deine Hand auf meinem Po spüren", ins Ohr. Danach leckte er einmal darüber, bevor er vorsichtig damit begann, am Ohrläppchen zu knabbern.

Ob Niki seiner Aufforderung wohl nachkam und ihm wirklich die lästige Hose auszog.

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Niklas lief es heiß und kalt den Rücken runter, als Tobi sein Ohrläppchen so sehr verwöhnte. Nun konnte er erst recht nicht mehr an sich halten. Schneller als Tobi gucken konnte, hatte Niklas dessen Hose geöffnet und schob sie hinab. Bloß blöd, dass Tobi nun immer noch auf seinem Schoß saß. Was nun?

Kurzentschlossen rollte er Tobi von sich runter, befreite ihn von allem lästigen Stoff, bevor er sich selbst ganz auszog und Tobi dann einfach wieder auf seinen Schoß setzte.

*

Ein liebevolles Lächeln breitete sich auf Tobias Lippen aus, als er seinen Freund so ungeduldig sah.

Allerdings verging im das Lächeln wieder, als er sich nackt wieder auf Niklas Schoß fand. Rau stöhnte Tobias auf, als sich ihre steifen Erregungen berührten, sich aneinander rieben, als der Kleinere seine Hüften ein wenig bewegt.

"Engelchen", keuchte Tobias und biss leicht in Niklas Hals, damit er nicht zu laut wurde. Immerhin wusste der 23-Jährige nicht, was sein Freund mit ihm vorhatte.

*

Niklas stöhnte tief und zwang dann Tobi die Hüften still zu halten. Es reichte schon, dass sich ihre Glieder berührten, wenn Tobi jedoch noch Reibung erzeugte, würde ihr Liebesspiel schon bald vorbei sein.
Niklas Durchhaltevermögen war eben noch nicht so stark wie das von Tobias. Und eben deshalb sollte Tobi still halten und Niklas' Beherrschung nicht allzu sehr reizen.

Der Blonde wollte sich nämlich Zeit lassen Tobi zu erkunden und vielleicht half ihm sein Freund ein wenig dabei die verborgenen Regionen zu erforschen?!

Das würde Niklas ja gleich sehen. Denn nun wanderten beide Hände wieder zu dem nackten Po und legten sich auf die knackigen Pobacken. Es war wirklich schön Tobi dort zu berühren, die straffe Haut zu ertasten.

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Tobias knurrte auf, als der Ältere ihn zwang, still zu halten. Aber dann sah er doch ein, das Niklas nicht so viel Erfahrung wie er hatte und damit schneller am Ende ein würde, als er selber.

So hielt Tobi eben still, auch wenn ihm das gar nicht passte und knabberte zur Ablenkung über den Hals nach oben und lutschte an dem Ohrläppchen.

Als er beide Hände auf seinem Po spürte, keuchte der Braunhaarige auf, knurrte ein "Bitte ich will dich in mir spüren" und widmete sich dann wieder dem Ohrläppchen.

Hatte er Niki eigentlich schon mal gesagt, dass er fragen sollte, wenn er was wissen wollte? Tobias konnte sich nicht mehr daran erinnern.

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Niklas hielt inne und erinnerte sich an ihr gemeinsames Duscherlebnis wo Tobi auch schon gefleht hatte und Niklas wusste ja auch ungefähr was Tobi wollte, doch war er einfach unsicher. Immerhin konnte er Tobias wehtun, und das wollte er gewiss nicht.

Tobi...", flüsterte er deswegen sanft und zog sich leicht zurück, damit sich die Lippen des Dunkelhaarigen von seinem Ohrläppchen trennten und er in die grauen Augen sehen konnte. "Ich... ich weiß nicht wie Tobi... tut mir leid. Du musst mir wohl helfen... ."

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Sein Freund war einfach zu süß, wenn er nicht weiter wusste und unsicher war.

Sanft hauchte der Schweizer seinem Engelchen einen Kuss auf die weichen Lippen.

"Das macht wirklich nichts, dass du das nicht weißt, Niklas. Ging mir am Anfang auch so. Ich zeig es dir", murmelte er und griff nach einer Hand, führte sie zu seinem Mund.

Sanft küsste er jeden Finger, ehe er drei Finger in den Mund nahm und an ihnen saugte, sie flink mit seiner Zunge umspielte. Seine Augen schlossen sich leicht, funkelten Niklas an und Tobias stellte sich vor, dass er etwas anders im Mund hatte. Das würde wohl noch ein wenig warten müssen, bis er Niki Nachhilfeunterricht erteilt hatte.

Als die Finger nach Tobias Meinung nass genug waren, führte er die Hand von hinten zwischen seine Beine so weit, dass er einen Finger an seinem Muskelring spüren konnte.

"Bitte, Niklas. Es wird nicht sehr wehtun. Ich will deine Finger in mir spüren ganz tief, wie sie immer wieder in mich stoßen, mich in den Wahnsinn treiben", erzählte er lüstern, was er jetzt gerne hätte.

*

Niklas bebte bei Tobis Aktionen und den heißen Worten. "Du bist ja ganz schön versaut...", raunte er heiser und schluckte dann nervös, bevor er einen Finger sanft an Tobis Eingang platzierte, ihm genau ins Gesicht sah und dann vorsichtig ein kleines Stück eindrang.

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Bei der heißeren Stimme und den Worten von Niklas, lief Tobias eine Gänsehaut über den Rücken. "Das ist das erste Mal, dass ich so rede", murmelte er leise und versank in den blauen Augen.

So nahm er auch nur am Rande den Schmerz wahr, als der erste Finger in ihn drang. "Tiefer", stöhnte er rau und verhinderte mit aller Macht, dass sich seine Hüfte bewegte. "Bitte, beweg ihn."

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Niklas nickte nur und folgte Tobis Anweisungen, ließ den Finger langsam bis zum Anschlag eindringen und spürte die Hitze und Enge um sich, stellte sich vor wie es wohl wäre wenn sich diese Enge um ein anderes seiner Körperteile schließen würde.

Bei dem Gedanken stöhnte er tief auf und zog seinen Finger ein kleines Stück zurück, stieß dann wieder vor, wiederholte das Ganze ein paar Mal, bis er einen entsprechenden Takt gefunden hatte.

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Tobias keuchte auf und streckte sich dem Finger entgegen.
Das war so gut, endlich wieder etwas in sich zu spüren, auch wenn es nur ein Finger war.

Wie würde es dann erst sein wenn Niklas... .

Laut stöhnte der Braunhaarige auf und hielt sich an den Schultern des Blonden fest. "Mehr", wimmerte der Jüngere. Er wollte noch einen Finger in sich spüren, sich vorstellen dass es Niklas Glied war, das ihn in den Himmel stieß.

*

Niklas gehorchte Tobias. Immerhin schien der absolut keine Schmerzen zu haben und somit schwand auch die Unsicherheit des Blonden.

Einen zweiten Finger an Tobis Eingang platzierend, lehnte sich Niklas vor und nahm die warmen Lippen Tobis ein, schob seine Zunge in den heißen Mund, während er den zweiten Finger sanft in Tobias stieß.

*

Nur zu gerne erwiderte Tobias den Kuss, ließ ihn wild werden, denn gerade spürte er den zweiten Finger in sich gleiten. Das war gut. Noch nicht perfekt, aber das würde schon noch kommen, wenn sie richtig miteinander schliefen.

Als die beiden Finger genau seine Prostata trafen, riss er sich aus dem Kuss, warf den Kopf in den Nacken und schrie "Oh Gott".

Ob ihn jemand hören konnte, war Tobias in dem Augenblick grad so was von egal. Das war einfach nur himmlisch. "Schneller... Ja... fester", keuchte der Braunhaarige abgehackt, bewegte sich nun doch leicht gegen die Finger.

Tobias löste eine Hand von Niklas Schulter, ließ sie am starken Oberkörper hinab gleiten und legte sie um das pralle Glied, begann es fest zu pumpen. Immer wieder glitt sein Daumen über die Eichel. Es war nicht fair, dass Niklas nichts genießen konnte. Und bevor er vollends denn Verstand wegen den begabten Fingern verlor, wollte Tobi sein Engelchen verwöhnen.

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Niklas stöhnte tief auf und legte den Kopf in den Nacken, begann seine Finger so zu bewegen, wie Tobias seine Finger über sein Glied tanzen ließ. Sie waren im Einklang, zwar nicht vereint und doch im selben Rhythmus. "Tobi... ich liebe dich...", stöhnte er tief und schob unerwartet noch den dritten Finger in Tobi, spürte, wie dieser sich verengte.

*

Tobias hatte sich auf die Lippe gebissen, als der Blonde die Stöße an seine eigene Hand angepasst hatte und jedes Mal diesen einen Punkt in ihm berührt hatte.

Er wollte nicht erneut schreien, denn so viel Glück, dass es diesmal keiner hören würde, hatten sie bestimmt nicht.

Als er auch noch einen dritten Finger in sich spürte, kam Tobias. Immer wieder verengten sich seine Muskeln, ließen ihn so die Finger noch deutlich spüren, während er seinen Erguss auf Niklas Bauch verteilte. "Ich liebe dich auch", brachte der Jüngere atemlos heraus, hörte aber nach wie vor nicht damit auf, die Erregung in seiner Hand zu massieren. Niklas hatte sich jetzt wirklich einen Orgasmus verdient.

*

Und auf diesen brauchte Tobi nicht lange warten, denn das verengen um seine Finger ließ Niklas sich wieder vorstellen wie es wäre in Tobi zu sein, mit ihm verbunden zu sein und diese Vorstellung, verbunden mit den neckenden Fingern Tobis brachten auch Niklas zum Orgasmus.

Leise schreiend bäumte er sich auf und verteilte seinen Samen in Tobis Hand, lehnte sich dann erschöpft gegen Tobias, zog sanft seine Finger zurück.

*

Tobias fühlte sich leer, als die Finger verschwanden. Aber Niklas lehnte ja noch an ihm, da war es nicht ganz so schlimm.

Langsam führte der Braunhaarige seine eingesaute Hand zu seinem Mund und begann sie genießend sauber zu lecken, schnurrte nebenbei. So etwas Gutes konnte man doch nicht verschwenden.

"Alles in Ordnung, Engelchen?", wollte Tobi besorgt wissen, als er fertig war und beide Arme um seinen Freund legte.

Er war sich nicht so sicher, ob das wirklich eine gute Idee gewesen war. Vielleicht hatte Niki für den Rest seines Lebens genug davon, nur weil er ihn dazu gedrängt hatte.

*

Bebend hatte Niklas Tobis Aktion beobachtet, jeden Zungenschlag verfolgt und das Gefühl genossen als Tobi sein Sperma von den Fingern leckte.

Er hätte das vermutlich nicht gemacht. Tobi pur zu schmecken, wenn Nik bei ihm Fellatio machte war die eine Sache, doch nach einer "Handarbeit" trotzdem noch das Sperma abzulecken, war eine andere Sache. Nicht, dass Niklas das nicht gefiel! Nichts was Tobi mit ihm tat gefiel dem Blonden nicht! Alles war schön und aufregend, solange es nur mit seinem Geliebten geschah!

Auf die leise Frage hin lächelte Niklas schließlich und küsste Tobi sanft auf die Lippen, schmeckte sich selbst. "Ja, alles ist in Ordnung... das war toll! Ähm... hab ich dir nicht wehgetan?"

*

Der Jüngere erwiderte den Kuss und lächelte dann. "Ein bisschen, aber ich hab es kaum gespürt, denn deine blauen Augen haben mich zu dem Zeitpunkt gefangen genommen. Sie haben mich regelrecht hypnotisiert", erklärte Tobi und begann mit einer Hand Niklas im Nacken zu kraulen.

"Erst ein bisschen ausruhen oder gleich Duschen? Das Sperma klebt immer so unangenehm, wenn es fest wird", wollte Tobi wissen und begann dann doch lieber damit, Küsse auf den verführerischen Hals zu hauchen. Er wollte noch ein bisschen kuscheln. Das brauchte er jetzt.

*

"Ich glaube du beantwortest dir deine Frage gerade selber oder?", grinste Niklas und streichelte über den Schweißfeuchten Rücken Tobis, seufzte genießend bei den Küssen auf seinem Hals. Hach es war so schön mit dem Dunkelhaarigen zusammen zu sein.

"Denkst du, dass wir irgendwann richtig miteinander schlafen können? Ich nicht nur mit den Fingern in dich eindringe?"

*

"Sicher, aber wir lassen uns Zeit. Erst wenn du dir wirklich sicher bist, gehen wir den letzten Schritt. Ich werde so lange warten und dich nicht drängen", antwortete Tobias ernst.

Sein Engelchen sollte das wissen. Sicher, Tobias würde schon gerne mit seinem Freund vereint sein - so richtig. Aber er konnte auch warten. Am Anfang hatte er auch etwas gebraucht, bis er sich sicher war, das Michael mit ihm schlafen konnte. Jeder Mensch brauchte Zeit, wenn es um etwas Neues ging.

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"DU drängst mich nicht, Liebling. Eher dränge ich doch dich! Immerhin wird mir das ganze keine Schmerzen verursachen... hoffe ich jedenfalls. Aber dir kann ich wehtun und deswegen brauchst doch du eher Zeit", meinte Niklas und schmuste mit Tobi, legte sich dann hin und zog den Kleineren auf sich.

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Der Kleine Lachte warm, als Niklas sich so um ihn sorgte. "Nein, du wirst keine Schmerzen haben, Engelchen. Und wenn du mich richtig vorbereitest, kannst du mir auch nicht wehtun. Außerdem ist es nicht mein erstes Mal und was am wichtigsten ist, du würdest mir niemals wehtun. Deswegen wird es mir auch nicht weh tun", erklärte der Braunhaarige und räkelte sich ein wenig auf dem starken Körper seines Freundes.

"Aber lieb, dass du dir Sorgen machst", murmelte er liebevoll und hauchte einen Kuss auf die einladenden Lippen.

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Niklas erwiderte diesen nur zu gerne, rollte sich mit Tobi übers Bett und blieb schließlich auf ihm liegen, um ihn nochmal versengend zu küssen, bevor er Tobias lange ansah. "Ich würde dir niemals beabsichtigt wehtun und ich sorge mich ständig um dich, weil ich dich nicht noch mal verlieren will. Ich liebe dich Tobi und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Deswegen werde ich wohl mein Leben lang um dich besorgt sein und auf dich achtgeben wollen, Schatz!"

*

Atemlos von dem letzten Kuss blickte Tobias in die blauen Augen über sich. "Ich will dich auch nicht noch einmal verlieren und wenn ich dafür Himmel und Hölle in Bewegung setzten müsste. Nochmal wirst du mich so schnell nicht los, ich hab ja kaum die zwei Tag ohne dich überlebt. Ich trenne mich nicht mehr von dir, wenn es nicht sein muss."

Irgendwie musste er Niki doch zeigen können, dass es ihm ernst war. Irgendein Zeichen, das ihn diese Worte nie wieder vergessen ließ. Er musste mal zuhause nachsehen, ob er da noch was hatte.

Tobi war sich nicht mehr sicher, was er alles eingepackt hatte. Er konnte sich aber erinnern, ein Holzkästchen in der Hand gehabt zu haben. Aber hatte er es auch eingepackt...

*

"Das ist schön zu hören. Und jetzt sollten wir gemeinsam nochmal in der Dusche verschwinden. Und danach gehen wir wieder an die Arbeit. Mein Dad freut sich sicher schon dein Spielzeug zu sehen. Er wird begeistert sein!", strahlte Niklas und rutschte dann von Tobi, stieg aus dem Bett und griff sich die Handtücher von gestern.

*

Duschen! Zusammen mit Niklas! Nichts lieber als das.

Tobias leckte sich über seine Lippen und stand dann selber auf, klapste seinen Freund frech auf den knackigen Po.

"Dann ab unter das kühle Nass. Ich will wieder nach dir riechen. Auch wenn das Duschgel an dir besser riecht", kicherte Tobi und suchte sich Wäsche raus. Na ja, zumindest frische Unterwäsche. Den Pulli und die Jeans konnte er ja wieder anziehen, das war ja noch frisch.

*

Niklas kicherte bei dem Klaps auf den Po, schnappte sich dann frische Kleidung und klemmte sie sich unter den Arm, bevor er das Handtuch um seinen Unterleib wickelte und das gleiche bei Tobi tat. Immerhin sollte sie niemand erwischen wie sie nackt über den Flur gingen, selbst wenn es bis zum Bad nicht weit war.

Glücklicherweise war der Flur jedoch frei, sodass Tobi und Niklas ruhig ins Bad schlendern und dieses von innen abschließen konnten. Erst dann ließ Niklas sein Handtuch fallen, legte die frische Kleidung auf den geschlossenen Toilettendeckel und stieg dann in die Dusche.

*

Tobias machte seinem Freund alles nach und stand deswegen kurz nach ihm unter der Dusche. "Ich glaube an Duschen mit dir zusammen, könnte ich mich wirklich gewöhnen. Warmes Wasser auf unseren Körpern... rrrr", kicherte der Braunhaarige und drehte dann das Wasser auf.

"Dasselbe Duschgel wie das letzte Mal oder hast du noch was anderes? Ich weiß nämlich nicht, ob dein Duschgel genauso gut an mir riecht."

*

"Du allein riechst schon wundervoll, aber das Duschgel verfeinert dich noch zusätzlich! Wenn du aber magst können wir morgen früh bevor wir zu deinen Eltern gehen auch noch zu dir und deines holen. Vielleicht magst du auch noch ein paar Sachen mitnehmen, jetzt wo du länger bleibst!", schlug Niklas sanft vor und begann Tobi und sich selbst abzuduschen, bis sie nass genug waren, dass das Shampoo schön auf ihrer Haut schäumte.

*

Tobias nickte nur. "Das wäre eine gute Idee. Dann kann ich Gabi eine Nachricht hinterlassen. Weil wenn wir einmal bei ihr in der Wohnung sind, kommen wir da nicht mehr so schnell weg. Sie will dann alles haargenau wissen", erklärte Tobias und griff sich dann wieder frech das Duschgel, begann seinen Freund einzuseifen. Er konnte einfach nicht anders, musste diese weiche Haut immerzu berühren.

Außerdem würde Gabi um die Uhrzeit eh noch schlafen. Sie mussten ja immerhin früh los, damit sie von keinem gesehen wurden. "Hab ich dir heute eigentlich schon gesagt, dass ich dich liebe?"

*

"Oh du bist so süß!", strahlte Niklas und beugte sich hinab, um Tobi tief und voller Liebe zu küssen, während er selbst etwas Duschgel in seine Hand gab und begann Tobi einzuseifen.

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Tobi wollte eigentlich noch erwidern, das er nicht so süß wie Niklas sei, als er auch schon den Mund voll hatte, im wahrsten Sinne des Wortes, denn eine freche Zunge hatte sich Zugang verschafft. Aber nicht wild plünderte sie alles, sondern umspielte zärtlich die von Tobi.

Leise seufzte der Kleine auf, nicht zu Letzt auch wegen den Händen auf seinem Körper und erwidere den Kuss mit viel Gefühl und aller Liebe, die er für sein Engelchen empfand.

*

Erst als Niklas die Luft knapp wurde, löste er sich von Tobias und sah mit verschleiertem Blick in Tobias' Augen. "Ich liebe es dich zu küssen! Und ich liebe dich! Und ja, du hast mir heute schon gesagt, dass du mich liebst, aber es stört mich nicht im Geringsten, wenn du es nochmal wiederholst, mich abduschst und wir dann wieder in die Werkstatt gehen!"

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"Ich liebe dich so sehr, das mir einfach nicht die richtigen Worte einfallen, um es auszudrücken. Vielleicht gibt es auch keine passenden Worte dafür und sie müssen erst erfunden werden", erklärte Tobi und zuckte mit seinen Schultern.

"Und gegen den weiteren Plan hab ich nichts einzuwenden", murmelte er warm, stahl sich noch einen Kuss und seifte dann Niklas Rücken ein, bevor er sie beide abduschte.

Gemeinsam duschen war einfach herrlich, entschied der Braunhaarige, als er aus der Dusche trat und sich Niklas Handtuch schnappte, ihn begann abzutrocknen. Das hatte er auch schon immer mal machen wollen.

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"Mensch du verwöhnst mich ja echt! Wenn ich mich dazu entscheide dick zu werden, dann lass ich mich tagelang von dir verwöhnen und liege nur noch faul rum und dann hab ich in kurzer Zeit einen so dicken Bauch wie mein Dad!", lachte Niklas und zog sich dann an, als er trocken war.

Schließlich blickte er zu Tobias, der gerade seine Jeans schloss und ging zu ihm, um ihn zart auf die Wange zu küssen! "Was denkst du wie lange du noch für deinen Zug brauchst?"

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"Ich liebe dich eben und da mach ich das gerne", war die Antwort des Schweizers, der sich dann seinen Pullover griff und ihn anzog.

Tobias ging im Kopf durch, wie weit er schon war. "Na ja, ein paar Verzierungen noch und für den Deckel muss ich mir was einfallen lassen."

Als er fertig war, wurden die Handtücher noch sauber aufgehängt, es sollte sich ja keiner beschweren können, dass nicht aufgeräumt war.

*

"Na dann hast du ja nicht mehr viel. Wir können Dad ja gleich mit rüber in die Werkstatt nehmen und ihm zeigen wie du arbeitest. Das interessiert ihn sicher fast noch mehr, als das Endergebnis!", meinte Niklas und ergriff sanft Tobis Hand, führte ihn aus dem Badezimmer und die Treppe runter, wo sie sich beide an der Garderobe Schuhe und Jacken anzogen.

*

Tobi schluckte leicht. Außer Niklas hatte ihm bisher noch keiner zugeschaut. Gut Gabi, aber die zählte nicht, die kannte er schon sein Leben lang.

"Ist er denn schon wieder in seiner Werkstatt oder noch hier im Haus?", fragte der Kleinere unsicher. Es war halt schon etwas anderes, wenn Niki ihm zusah, oder dessen Vater das sollte.

*



"Das weiß ich nicht. Müssen wir mal schauen." Kurz nachdem Niklas das gesagt hatte, ging er in die Küche und entdeckte seine Mutter bei der Vorbereitung des Abendbrotes.

"Mum, ist Dad noch hier im Haus?", fragte er sofort und Caroline lächelte sanft und schüttelte den Kopf. "Nein, er ist in der Werkstatt." Seine Mutter auf die Wange küssend, bedankte sich Niklas und ging zu Tobias zurück. "Er ist in der Werkstatt."

*

Tobi hatte brav gewartet, wo ihn sein Freund verlassen hatte und als der wieder kam, griff er gleich nach dessen Hand.

"Na dann", grinste er unternehmungslustig und zog seinen Freund hinaus aus dem Haus und hinüber zur Werkstatt.

Da er sich aber immer noch nicht merken konnte, wie sie da genau hineinkamen, sah er bittend zu Niklas. "Das musst du wohl machen. Ich kann mir das immer noch nicht merken."

*

"Du brauchst einfach drei Mal klopfen. Dann öffnen die Elfen!", erklärte Niklas und tat eben jenes, wartete bis sich das Tor öffnete, bevor er die Elfen begrüßte und dann nach links durch die Tür ging, seinen Vater aber nicht vorm Kamin antraf. "Komisch! Vielleicht ist er neugierig geworden und hat schon geguckt?!", vermutete Niklas und musste grinsen. Sein Vater und neugierig... .

*

"Irgendwann merk ich mir das sicher. Aber ich hatte bisher andere Dinge im Kopf."

Groß, blond, blaue Augen und hieß Niklas.

Leise kicherte der Braunhaarige vor sich hin, während er den Elfen grüßend zunickte und seinem Schatz folgte.

"Ist dein Vater oft neugierig oder ist das eine Ausnahme?", wollte er interessiert wissen, bevor sie die Werkstatt betraten und dort wirklich Santa über dem Tisch hing und etwas in der Hand hielt, das verdächtig nach seiner Arbeit aussah.

*

"Eigentlich nicht, aber seitdem du hier bist ist er ja sowieso total verändert!", lachte Niklas und betrat gemeinsam mit Tobi die Weihnachtsmannwerkstatt, musste erst recht lachen, als er seinen Vater erblickte. "Na Dad? Hast es wohl nicht ausgehalten und wolltest unbedingt schon mal gu...." Niklas brach sofort ab, als Santa Claus sich mit finsterem Gesicht herum drehte und einen völlig zerstörten Zug in den Händen hielt.

*

Tobias zitterte leicht und Tränen liefen über seine Wangen. Wer war so gemein und zerstörte eine Arbeit von ihm?

"W... wer", brachte er hervor, bevor er sich setzten musste, weil er sonst wohl Bekanntschaft mit dem Boden gemacht hätte.

Er hatte so viel Liebe und Mühe hineingesteckt und jetzt war es einfach umsonst gewesen.

*

Geschockt blickte Niklas seinen Vater an, doch dieser schüttelte nur traurig den Kopf. "Ich wollte es mir ansehen, war neugierig, aber als ich dann hier ankam war es bereits so. Ich habe auch keine Ahnung wer so etwas gemeines tun würde...", hauchte er und man hörte ihm sein Unverstehen deutlich an.
"Wir fragen die Elfen ob sie was gesehen haben!"

*

Der Jüngste im Raum bekam das gar nicht so wirklich mit. Er war immer noch erschüttert, das es hier jemanden gab, der einfach so Arbeiten zerstörte.


Santa trat zur Tür und drückte einen Kopf. Kurz darauf ging die Tür auf und alle Elfen traten ein.

"Hat von euch jemand mitbekommen, das in der Abwesenheit meines Sohnes und seines Freundes die Werkstatt betreten hat? Tobias Spielzeug wurde nämlich zerstört", fragte der Weihnachtsmann und er duldete keine Lügen.

*

Erschrocken blickten die Elfen auf das kaputte Spielzeug. Für sie war es das schlimmste was jemand tun konnte. Doch alle hatten sich auf die Maschinen und die Arbeit an eben jenen konzentriert und somit hatten die Elfen nicht einmal mitbekommen, dass Tobi und Niklas die Werkstatt verlassen hatten. Durch den Maschinenlärm an sich hatten sie natürlich auch nichts gehört, berichteten alle Elfen und waren dabei so ehrlich wie eh und je. Immerhin waren sie dem Weihnachtsmann zur Treue verpflichtet und würden ihn niemals anlügen.

Niklas nickte bei den Worten der Elfen und ging dann zu Tobi, hockte sich vor ihn und zog ihn einfach in die Arme, während Santa die Elfen wieder an die Arbeit schickte und die Tür der Weihnachtsmannwerkstatt hinter ihnen schloss, sodass sie drei nun alleine waren.

*

Traurig ließ sich der Braunhaarige in Niklas Arme fallen und klammerte sich an ihn. Wer konnte nur so gemein sein?


Santa seufzte auf, trat zu den beiden und legte dem Braunhaarigen tröstend eine Hand auf die Schulter. "Das tut mir wirklich leid, Tobias. Aber ich werd schon rausfinden, wer dafür verantwortlich ist. Das verspreche ich dir", versuchte der Weihnachtsmann den traurigen jungen Mann aufzumuntern.

*

Niklas streichelte Tobi beruhigend über den Rücken und blickte seinen Vater offen an. "Es sah wundervoll aus Dad und dieser Zug wäre so gut geworden, dass wir ihn sogar zu den Elfen zur Produktion hätten geben können!", schwor er und konzentrierte sich dann wieder auf Tobias, strich ihm zart die Tränen von den Wangen. "Hey... Kopf hoch. Du kannst das nochmal! Und diesmal passen wir wie Luchse auf dein Spielzeug auf!"

*

Langsam nickte der Schweizer. "Gut. Aber ich glaub nicht, dass ich den Zug noch einmal hinbekomme. Ich... ich werd was anderes machen", murmelte Tobias und stahl sich einen Kuss. "Ich liebe dich", wisperte der Kleinere.


Niklas Vater nickte. "Genau. Ihr könnt es dann einschließen, wenn ihr die Werkstatt verlasst. Du kennst ja die Kombination und wo der Safe ist, Niklas."

*

"Dann machst du eben was anderes. Egal was du schnitzt, es wird eh wunderschön sein! So schön wie du!", versicherte Niklas und rieb seine Nase an Tobis, bevor er sich erhob und zu seinem Vater drehte. "Ich werde wirklich ab jetzt alles im Safe einschließen. Glücklicherweise kennen ja nur du und ich die Kombination. Und dann müssen wir alles daran setzen herauszufinden wer das war!"

*

Bei dem Kompliment wurde Tobias rot, ohne dass er etwas dagegen machen konnte.

Aber wer konnte denn etwas gegen ihn haben? Er hatte doch niemandem was getan oder jemanden verärgert.

"Mir fällt keiner ein, der das gewesen sein könnte", murmelte Tobi und wischte sich die Tränen von den Wangen.

Er konnte ja nicht einmal mit Sicherheit sagen, wer sie im Stall gesehen hatte.

*

"Mir fällt auch keiner ein! So was ist hier einfach noch nicht passiert, nie!", meinte Niklas und seufzte tief im Einklang mit seinem Vater, der nun weiter sprach: "Ich glaube nicht, dass es ein Elf war, doch wer sonst?"

*

Tobias zuckte mit seinen Schultern. "Ich hab keine Ahnung. Ich kenn deine Familie nicht gut genug und ich will keinem etwas unterstellen", erklärte der 23-Jährige.

Er wollte doch keinen anschwärzen und schlecht machen. Denn das Letzte was er wollte, war, das er sich mit Niklas Vater und selbst mit seinem Freund in die Haare bekam, weil er einem seiner Geschwister etwas unterstellte.

*

"Wir wollen auch niemandem etwas unterstellen. Wir werden einfach die Sache im Auge behalten und schauen ob jemand verdächtig ist", meinte Santa und verließ dann den Raum.

Niklas blickte ihm nach und wandte sich dann wieder Tobias zu, küsste ihn tröstend. "Wir lassen Dad das machen. Du trocknest jetzt deine Tränen und dann essen wir alle zusammen Abendbrot und heute Abend spielen wir was Lustiges, ja?", schlug Niklas sanft vor.

*

Der Braunhaarige nickte nur und wischte sich dann über die Wangen und die Augen, damit die Tränen verschwanden. Wer auch immer es gewesen war, Tobias wollte demjenigen nicht zeigen, dass es ihn getroffen hatte.

"Gut, gehen wir essen und dann was lustiges Spielen. Damit ich die Sache vergessen kann", erwiderte er und griff sich Niklas Hand, verließ mit ihm die Werkstatt und verabschiedete sich noch von den Elfen am Tor, nachdem sie ihnen das Tor geöffnet hatten.


Müde kuschelte sich Tobias an seinen Freund, als der aus dem Bad kam und sich ebenfalls ins Bett legte. Der Abend war trotz des Vorfalls noch schön geworden, denn die ganze Familie hatte zusammen Activity gespielt und da Essen war auch wieder lecker gewesen.

"Es war doch noch ein schöner Abend", murmelte er schon halb im Land der Träume.

*

"Ja das war es und es wird eine kurze Nacht werden. Ich hab für um eins den Wecker gestellt!", erzählte Niklas flüsternd und schloss dann ebenfalls die Augen. Etwas Schlaf brauchte er, auch wenn Niklas wohl noch im Traum den Täter verfolgen würde.

Während des Essens und dem spielen hatte er auf die Reaktion jedes einzelnen geachtet, doch nichts Verdächtiges entdeckt. Und dass Niklas nicht mal den geringsten Verdacht hatte, machte ihm Angst.

Nicht um sich, nein... um seinen Geliebten. Denn wer wusste schon wie weit dieser unbekannte Feind noch gehen würde... .



Braune Blätter [Chaotizitaet]

13 – Josh



Ich war froh, dass mich die Spiegelunterhaltung mit Joshua am Vormittag und jene nach dem Mittagsansturm von meiner Nervosität abgelenkt hatte. Ich hatte mich doch tatsächlich das erste Mal seit langem – eigentlich seit ewig – darauf eingelassen, mit einem anderen Mann zu flirten. Und ich war ernsthaft versucht gewesen, diesen Neil zum Abschied zu küssen, als die ganze Truppe wohlbehalten wieder in Sheffield angekommen war. Darüber war mir sogar vollkommen entgangen, darauf zu achten, wie Cal auf Neils Anwesenheit reagiert hatte. Dabei hatte ich mir eigentlich bei der Abfahrt am Twice fest vorgenommen, darauf zu achten, ob Cal nicht vielleicht wenigstens das kleinste Anzeichen von Eifersucht zeigte. Andererseits hatte mir Neils Anwesenheit aber auch erspart, mich – und sei es nur gedanklich – eingehender mit Cals missgestimmter Angesüßten auseinander zu setzen. Überhaupt, wenn ich jetzt an die letzte Nacht zurückdachte, wurde mir bewusst, dass ich wohl zum ersten Mal in meinem Leben Cal beinahe vollkommen ignoriert hatte. Und das nicht, weil ich ihn mit der Schweigetaktik strafen wollte oder ähnliches. Ich hatte ihn einfach nicht wahrgenommen, weil ein anderer Mensch es geschafft hatte, meine Aufmerksamkeit voll und ganz auf sich zu lenken. Geküsst hatte ich Neil dann letztlich doch nicht – ich war einfach nicht der Typ Mensch der sofort drauf los küsste –, aber alles in allem war es ein verdammt interessanter Abend gewesen. Ein Abend, bei dem ich momentan nicht wusste, was ich davon halten sollte. Sollte ich mich schuldig fühlen? Auf jeden Fall aber war ich nervös, wenn ich daran dachte, dass Neil versprochen hatte, zum Tee im Twice vorbeizuschauen.

Da das mit der Unterhaltung mit Joshua als Ablenkung so hervorragend funktioniert hatte, beschloss ich, gleich einem von seinen Vorschlägen nachzugehen und mir so weitere Ablenkung zu verschaffen. Denn noch war nicht Tea-Time, noch durfte ich nicht mit Neils Ankunft rechnen. Ich hauchte einen Spiegel an der Theke an, als wäre ich damit beschäftigt ihn zu polieren – obgleich diese Aufgabe dankenswerter weise von einer professionellen Reinigungskraft übernommen wurde – und wartete darauf, Cassandra im Glas zu erblicken.

Ich hatte Glück und binnen Sekunden tauchte das vertraute Gesicht auf.

„Und, wie war der gestrige Abend?“, fragte sie und übersprang gleich die höflichen, aber zwischen so guten Freunden, die wir wohl waren, unnötigen Begrüßungsformeln.

„Lass mich raten, Edgar hat dir erzählt, was hier los war?“ Es fiel mir schwer, nicht mit den Augen zu rollen. Manchmal war der ehemalige Wächter eine richtige Tratschtante.

Cassandra lachte und nickte dann.

„Interessant“, beantwortete ich schließlich ihre Frage. Interessant war eine gute Antwort, fand ich. Interessant konnte so ziemlich alles umschreiben, einschließlich der Tatsache, dass ich noch nicht wusste, wie es weitergehen würde.

Neuerliches Lachen. „Aha... Dann darf ich wohl davon ausgehen, dass du den Spiegel nicht deswegen aktiviert hast, weil du mir dringend alles von gestern erzählen wolltest?“

„Nein, eher nicht. Wirklich viel gibt es ja auch nicht zu erzählen. Neil hat zugestimmt, die Charade mitzumachen, wir sind in den Peak gefahren, haben Cal und Co eingesammelt und sind wieder zurück nach Sheffield gefahren. Ende der Geschichte. Das, weswegen ich den Spiegel aktiviert habe, hat mit dem zu tun, was sich heute Morgen und dann noch nach dem Lunch ereignet hat.“

„Gleich zwei einschneidende Ereignisse an einem Tag, die dich dazu bringen, meine Meinung einzuholen?“, fragte Cassandra neckend.

„Wie es scheint, hatte eine unserer Vermissten eine geniale Idee und hat sich nicht gescheut, Joshua diese Idee vehement schmackhaft zu machen. Und als Folge dessen, hatten Joshua und Caleb etwas Zeit für sich und haben selbst ein paar wirklich gute Ideen entwickelt. Eine dieser Ideen betrifft dich, und weil ich gerade etwas freie Zeit habe, dachte ich, packe ich den sprichwörtlichen Stier bei den Hörnern und frage dich. Du hast erzählt, dass du dich zu deinen Lebzeiten häufig in die Pflege eures Gartens vertieft hast, wenn du deiner Ehe entkommen wolltest. Folglich können wir davon ausgehen, dass du eine Menge über Pflanzen und vielleicht auch über Bäume weißt.“

Cassandra nickte langsam. Sie dachte nicht gerne an ihre Ehe zurück, aber sie ahnte, weshalb Josh diesen Aspekt zur Sprache brachte.

„Bevor wir einen Arboristen zu Rate ziehen, dachten wir, fragen wir dich erst einmal, ob du eine Idee hast, wie wir vielleicht erkennen können, ob eine Krankheit oder ein Schädling unsere Paradiesbäume befallen hat und das der Grund für die vielen braunen Blätter ist.“

Cassandra überlegte einen Moment, ehe sie ihre Gedanken zu dem Thema äußerte. „Das Problem ist, für gewöhnlich stirbt dann ein Ast ab, oder die Rinde verändert sich. Oder der Baum hört sich hohl an, wenn man gegen den Stamm klopft, weil die Krankheit ihn innerlich auffrisst. Aber das ist bei euch nicht der Fall. Keiner von euch hat von einer auffälligen Veränderung des Baumes berichtet. Nur davon, dass es mehr braune Blätter gibt. Alle anderen Arten, einen Baum zu untersuchen, scheiden bei euren Bäumen aus. Ihr könnt nicht einfach hergehen und einen kleineren Ast absägen, um herauszufinden, ob sich der Kern irgendwie verändert hat. Oder an einer Stelle die Rinde abschälen, um die Bastschicht zu betrachten. Auch an die Wurzeln, die vermutlich als erste einen Befall mit Schimmel oder ähnlichem aufweisen würden, kommt ihr nicht heran, ohne dem Baum zu schaden. Ich persönlich würde als erstes die Wurzeln untersuchen wollen. Oder zumindest die Erde, in der er steht...“

„Die Erde!“, unterbrach ich sie. „Meinst du, wir könnten etwas von der Erde an ein Labor schicken? Sicher, wir müssten vorsichtig sein, keine der winzigen Wurzeln zu verletzen, aber vielleicht könnte man dann im Labor einen Schimmelbefall auch in der Erde nachweisen... Das wäre besser als einen Baumdoktor zu bitten, sich den Baum anzusehen. Wir haben hier in Sheffield zwar eine recht angesehene Gruppe Arboristen, aber die würden nach nur einem Blick auf den Baum dringend empfehlen, diesen zu fällen und zu einem individuellen Gartenmöbel umzugestalten. Einfach, weil sie die Blätter nicht sehen können. Ein Labor dagegen...“

„Einen Versuch wäre es sicherlich we...“ Weiter ließ ich Cassandra nicht kommen. Ich beschloss gleich Nägel mit Köpfen zu machen. Mit Kehrschaufel und Besen bewaffnet ging ich nach draußen in den Innenhof, um möglichst unfallfrei eine möglichst aussagekräftige Erdprobe zu nehmen.



Eine Google-Suche brachte zu Tage, dass ich die Probe noch nicht einmal bis London oder Wales schicken musste, sondern dass es gleich in Lancashire am Myerscough College einen Fachbereich für Arboristik gab. Dieser würde mit Sicherheit auch ein angeschlossenes Labor haben. Aber sollte ich einfach so den Beutel mit Erde dorthin schicken? Wie sollte ich am besten vorgehen? Und wieso war Neil noch nicht aufgetaucht? Denn ein Blick auf die Uhr und der stetig zunehmende Gästestrom zeigten mir, dass die Erd-Aktion und die Internet-Suche mich lange genug ablenkt hatten, so dass jetzt Tea-Time war. Ohne Neil.

Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Schließlich waren alle Kerle gleich, oder? Versprachen sofortige Rückmeldung, die zumindest einschlägigen Filmen zufolge einem schwarzen Loch und einer Zeitverschiebung im Quantenuniversum sei Dank frühestens am nächsten Donnerstag erfolgte. Aber in Wirklichkeit waren nicht alle Kerle so. Ich war schließlich ein lebendes Beispiel. Wenn ich Cal versprach, mich am nächsten Ta bei ihm zu melden, tat ich das. Andererseits war ich mit Cal nicht zusammen, er weigerte sich, mit mir zu flirten, und überhaupt war somit die Situation nicht mit der zwischen Neil und mir vergleichbar. Doch letztlich war das, was mich an Neil so fasziniert hatte, seine offenkundig ehrliches Interesse an mir gewesen. Und dazu gehörte auch, dass ich seiner Aussage, dass er heute spätestens zur Tea-Time ins Twice kommen würde, Glauben geschenkt hatte. Oder dass er zumindest im Telefonbuch oder über die Auskunft die Telefonnummer des Twice ausfindig machte und hier anrief, wenn ihm etwas absolut Wichtiges dazwischen gekommen war.

Doch ein Gast nach dem anderen kam, sogar Catherine war nach erfolgreicher Theaterprobe auf eine gemütliche, ausgiebige Tasse Tee vorbeigekommen und saß nun an ihrem Tisch, aber von Neil war noch immer nichts zu sehen.

Als mein Blick das x-te Mal suchend durch den Raum wanderte und wieder an der Tür zu verharren schien, winkte mich Catherine zu sich herüber.

„Erwarten wir heute noch jemanden?“, fragte sie lächelnd.

„Nicht wirklich?“, versuchte ich mich herauszureden.

„Es gibt tatsächlich Menschen, die Nicht Wirklich als Namen tragen? Man kann ein Kind auf den Namen Nicht taufen lassen?“

„Catherine“, grummelte ich drohend.

„Setz dich, und gönn dir selbst eine Tasse Tee“, befahl sie mir sanft. „Denn wenn du wie ein nervöses Hinkel herumtigerst, wird Herr Wirklich nicht wirklich deinem Charme erliegen.“

„Sind wir nicht wieder sprachgewandt?“ Dennoch ließ ich mich für den Moment auf dem Sessel ihr gegenüber nieder.

„Ach Josh, du machst es einem manchmal aber auch wirklich viel zu leicht, dich ein wenig aufzuziehen.“ Catherine lächelte mich mit dieser Art Lächeln an, der ich nie widerstehen konnte. Diese Art Lächeln, mit der sie mir schon immer all das entlockt hatte, das mich bedrückte.

„Okay, Herr Wirklich heißt Neil und hatte wirklich versprochen heute spätestens zur Tea-Time wieder vorbeizuschauen.“

„Neil?“, fragte Catherine interessiert. „Ich bin stolz auf dich Josh. Endlich einmal ein Name, der nicht mit CA anfängt und L aufhört.“

„Nur ein Flirt“, versuchte ich, abzuwiegeln.

„Aber nur ein Flirt ist für jemanden wie dich schon sehr viel, Josh, und das weißt du.“

„Es ist nichts, und so wie es aussieht, wird es auch nichts!“ Langsam wurde ich sauer. Sowohl auf Neil, der nach wie vor nicht auftauchte, als auch auf die ganze Welt, die offenbar kein wichtigeres Thema als meinen Flirt vom Vorabend kannte. Himmel, hatte ich eben mal geflirtet. Hieß ja noch lange nicht, dass sich deswegen etwas an meinem prinzipiellen Interesse an Cal geändert hätte, oder ändern würde, oder ich mir jetzt auf Teufel komm raus einen anderen Kerl suchen würde. Die Chance hätte ich jederzeit gehabt und hatte sie bewusst nicht genutzt. Also änderte sich daran nichts! Außer vielleicht, wenn Neil jetzt auftauchte...



Was er den ganzen Abend nicht tat. Cal kam vorbei, brachte den üblichen Schwung brauner Blätter vorbei, ich erzählte ihm von der Idee, die gestrandeten braunen Blätter bei der Suche mit einzuspannen und wir führten die möglichen drei Rituale durch. Normaler Alltag eben. Oder zumindest die Art Alltag, wie er sich in der letzten Woche herauskristallisiert hatte. Hätte ich zur Schadenfreude geneigt, hätte ich zumindest aus dem Umstand, dass Cals Angesüßte ihm nach dem Vorfall im Peak offenbar den Laufpass gegeben hatte, so etwas wie Genugtuung ziehen können, aber ich neigte nicht zur Schadenfreude. Außerdem wusste ich, dass ein verlassener Cal ein missgelaunter Cal war, mit dem die Zusammenarbeit noch ungemütlicher wurde als sonst. Da hätte ich gut die Ablenkung durch Neil gebrauchen können. Aber er kam ja nicht.

Er kam auch nicht am nächsten Tag und so langsam beschlich mich das Gefühl, dass es falsch gewesen war, sich mit ihm auf einen Flirt einzulassen. Dafür aber hatte ich mit Joshua reden können und hatte ihm von der Erdprobe erzählt, die ich am Vormittag ans Myerscough College geschickt hatte. Woraufhin er beschloss, eine Erdprobe von seinem Baum an das Kriminallabor zu schicken, zu dem er über einen Polizeiinspektor Kontakt bekommen hatte. Jetzt hieß es warten, ob die Erdanalyse irgendetwas zu Tage förderte. Und warten war etwas, das mir in meiner momentanen Gemütsverfassung nicht wirklich leicht fiel.

Also beschloss ich mein seelisches Gleichgewicht durch einen Bummel über den Weihnachtsmarkt wieder herzustellen und lud Catherine ein mich zu begleiten. Quasi als Entschuldigung für mein grummeliges Verhalten am Vortag. Zwar war zwischen Lunch und Tea-Time relativ wenig auf dem Weihnachtsmarkt los, aber mir sollte es recht sein. Ich wollte beim Kitschtanken nicht von quengeligen Kindern, die unbedingt den Weihnachtsmann sehen wollten, oder den Weg blockierenden Glühweinstandbelagerern gestört werden.

„Die musst du probieren, Josh!“, rief Catherine mit einem Mal und zog mich zu einem Stand, kaum, dass wir den Platz betreten hatten. Der besagte Stand war offenbar dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Weihnachtsmarkt vertreten, zumindest hatte ich ihn bislang noch nie auf dem Markt gesehen und ich war eigentlich so etwas wie ein Stammgast hier.

Amüsiert folgte ich ihr und betrachtete gleich darauf die Auslage, in der ansatzweise als Schneebälle zu bezeichnende Backwaren lagen. Es handelte sich um Mürbeteigstreifen, die zu Kugeln aufgewickelt waren und je nach Geschmack in Schokolade, Marzipan, Cointreau oder Puderzucker getaucht worden waren. Auch Sorten wie Eierlikör, Zimt und Nougat luden zum kalorienreichen Schlemmen ein.

„Rothenburger Schneeballen!“, verkündete Catherine stolz. „Zwar groß und mastig, aber ich weiß genau, dass du heute kein Mittagessen hattest, also kannst du ruhig einen vertragen.“

Ich zögerte. Es mochte eitel klingen, aber ich versuchte auf meine Ernährung zu achten und wusste, dass ich gerade was Kekse und auf Keksteig basierende Backwaren betraf, leicht schwach wurde und mehr aß als für mich gut war. Andererseits hatte Catherine recht. Der Mittagsansturm hatte mir keine Zeit gelassen, selbst etwas zu essen und nach dem Ansturm war ich mit den Gedanken schon zu sehr auf dem Weihnachtsmarkt gewesen, um an Essen zu denken. Vermutlich hätte sich mein Magen an der ersten Würstchenbude, die nicht bloß nach kaltem Bratfett roch, gemeldet. „Also gut, wieso nicht. Aber nichts mit Puderzucker!“, beschied ich. Ich mochte Puderzucker zwar, hasste es aber hinterher wie ein Schneemann auszusehen. Ich schaffte es ja noch nicht einmal Waffeln mit Puderzucker zu essen, ohne hinterher auszusehen, als hätte man eine ganze Tüte Mehl über mir ausgekippt.

„Dann Marzipan oder Nougat“, empfahl mir Catherine, wusste sie doch, dass bei diesen Varianten genug des zusätzlichen Geschmacksträgers in die Zwischenräume gekrochen war, um den gesamten Schneeball danach schmecken zu lassen. Angesichts meiner Vorliebe für Schokolade war die Entscheidung für Nougat dann nur noch reine Formsache.

Wie üblich hatte Catherine recht, diese Schneeballen waren eine Versuchung, der zu erliegen es wert war. Und sie schienen ganz dafür gemacht, augenblicklich die Stimmung eines Menschen anzuheben. Auf jeden Fall zauberten sie mir fast sofort ein glückliches Lächeln auf die Lippen.

Bis zu dem Zeitpunkt, als ich Neil am Ende einer Budengasse entdeckte!

Wie üblich entging meiner Begleiterin nichts, sie bemerkte sofort, dass ich mich versteifte und folgte meinem Blick. Doch in der Menge schien sie kein bemerkenswertes Gesicht, das ihr irgendwie bekannt wäre, zu erkennen.

Schon wollte ich nach einer passenden Ausrede suchen – vielleicht einer der Jungen in der Schule, die mich gelegentlich wegen meiner Homosexualität angefeindet hatten, schließlich gab es Menschen, die selbst zehn Jahre und noch später sofort zu erkennen waren –, als mir die Hände gebunden wurden, denn Neil hatte mich seinerseits entdeckt und bahnte sich nun einen Weg durch die noch verhaltene Besucherschar.

„Josh! Ich hätte nicht geglaubt, dich hier zu treffen. Obwohl ich natürlich nichts gegen einen solchen Zufall einzuwenden habe. Vor allem, da du jetzt bereit zu sein scheinst, dich an unsere Bekanntschaft zu erinnern. Aber ich meinte gesehen zu haben, wie du vor höchstens zwanzig Minuten mit deinem Projektpartner das Twice verlassen hast“, begrüßte er mich.

„Wie bitte?“ Irritiert starrte ich ihn an und vergaß darüber sogar, mir die Krümel des Schneeballens aus dem Gesicht zu wischen.

Catherine sprang mir bei. „Wenn Sie damit Cal Brown meinen, so war dieser heute nicht im Twice. Das wäre mir aufgefallen. Sie wären mir übrigens auch aufgefallen, wenn Sie da gewesen wären.“ Schließlich hatte sie an diesem Tag bei mir zu Mittag gegessen, und weil ich sie schon beim Aufnehmen der Bestellung auf den Besuch des Weihnachtsmarktes angesprochen hatte, hatte sie nach dem Essen gewartet, bis sich der Laden soweit geleert hatte, dass ich das Twice für ein paar Stunden meinen Mitarbeitern überlassen konnte.

Neil wandte sich nun Catherine zu, sichtlich irritiert aber auch etwas indigniert. „Da ich Sie dort gleichsam nicht gesehen habe, sind wir wohl quitt“, erwiderte er ein klein wenig bissig. „Es sei denn natürlich, wir waren in unterschiedlichen Etablissements. Aber schließlich wird es das Twice wohl kaum zweimal in dieser Stadt geben.“

Mir wurde heiß und kalt. Sollte... Konnte... War es möglich, dass Neil aus unerfindlichen Gründen im anderen Twice, bei Joshua und Caleb, gewesen war? Für gewöhnlich konnte ein Mensch nur ein Twice betreten und es war immer die selbe Bar. Abhängig davon, auf welcher Ebene er existierte. Mit mir oder mit Joshua als Barkeeper. Aber die Gäste kannten immer nur den einen oder den anderen. Genauso, wie man als Auftraggeber immer nur mit dem Browns Engineering Service zu tun hatte, zu dessen Ebene man gehörte. Schließlich wäre es fatal, wenn Calebs Kunden auf Cal trafen und dieser nichts von den besprochenen Projekten wusste und umgekehrt, oder ich Stammgäste nicht erkannte. Weshalb meine Catherine etwa nie Joshuas Conrad im Twice treffen konnte, obwohl ich von Joshua wusste, dass Catherine, als sie noch als Kinderärztin gearbeitet hatte, Conrad hin und wieder für eine Weihnachtsfeier auf der Kinderstation des Krankenhauses engagiert hatte. Oder weshalb Jessy und Jenny, die ihres Zeichens eineiige Zwillinge waren, beide den Job der Pianistin in unserer Bar haben konnten. Einfach, weil der Zufall es so wollte, dass sie der jeweils anderen Ebene angehörten. Und der den Paradiesbäumen innewohnende Schutz verhinderte, dass Menschen, die auf unterschiedlichen Ebenen existierten, sich von Dingen erzählten, die fest an eine Ebene gebunden waren. So dass man etwa keine Verabredung für ein Essen im Twice treffen konnte, wenn der Essenspartner der anderen Ebene angehörte. Vermutlich wirkten die Bäume dann dergestalt auf die Betroffenen ein, dass einer von beiden dem Twice als Treffpunkt dann ablehnend gegenüberstand. Oder einfach etwas anderes vorschlug. Aber mir war noch nie ein Mensch begegnet, der offenbar in beiden Twice verkehrte. Denn bei Joshua und Caleb konnte ich mir durchaus vorstellen, dass diese beiden sich nach dem Mittagsrummel in eine etwas privatere Umgebung zurückgezogen hatten. Vor allem aber würde das auch erklären, dass Joshua Neil mit keinem Blick gewürdigt hatte. Zumindest hatten Neils Worte gerade so geklungen, als hätte Joshua – vermeintlich ich – ihn förmlich ignoriert. Doch Joshua kannte Neil ja nicht und hatte, im Gegensatz zu mir, auch kein Interesse an einem Mann, der nicht sein fester Freund war. Und was, eilten meine Gedanken weiter, zogen den nächsten hastigen Schluss, wenn Neil gestern tatsächlich im Twice gewesen war, sich an sein Wort gehalten hatte, nur versehentlich in der falschen Ebene gelandet war? War es möglich? Ich musste dringend mit Cassandra oder Edgar darüber reden, vielleicht wussten die ja etwas in der Richtung...

Meine Gedanken rasten im Kreis als hätte jemand am Karussell den Turbo eingeschaltet. Und gleich einem Passagier auf dieser irrsinnigen Rummelfahrt versuchte ich mich krampfhaft an der Stange des Karussellpferdes festzuhalten, um nicht von der Fliehkraft meiner Gedanken davon geschleudert zu werden. Der einzige Gedanke, der diesem haltgebenden Pol aber gleichkam, war die Tatsache, dass ich die Situation, die sich zu einem handfesten Streit zwischen Catherine und Neil auszuwachsen drohte, irgendwie entschärfen musste. Denn wenn meine Idee richtig war, dann hatten beide recht... Ich riss mich zusammen und trat zwischen die beiden, die sich zum Glück für den Moment darauf beschränkten einander giftig anzufunkeln und sich nicht verbal anzugehen. Letzteres hätte unschön Aufmerksamkeit auf uns ziehen können. Ich legte Catherine beruhigend die Hand auf den Arm, während ich Neil fest ansah. „Es war vorhin verdammt voll...“, sagte ich mit einem entschuldigenden Schulterzucken. „Vermutlich hattest du das Pech in einer Ecke zu sitzen, die ich heute Lydia überlassen habe. Und Cal war zwar vorhin nicht da, aber wie du siehst, ist Catherine hier eher hochgewachsen und mit Wintermantel könnte es in dem Gedränge zu einer Verwechselung gekommen sein.“ Ich betete innerlich, dass die beiden sich auf diese Ausrede einließen. „Auf jeden Fall aber freue ich mich, dass wir uns doch noch sehen. Ich hätte es bedauert, hätte ich dich heute wegen der anderen Gäste tatsächlich verpasst.“ Und ich schenkte Neil ein warmes Lächeln. Bei Catherine war ich mir fast sicher, dass, wenn sie mein Lächeln sah, sie bereit wäre, Neil fast alles zu verzeihen. Einschließlich eines dreifachen Doppelmordes oder so. Solange ich keinen Trübsal mehr blies und Cal nicht mehr ständig nachweinte.

Neil schien kurz zu zögern, doch dann zuckte auch er mit den Achseln. „Du hast wohl Recht. Denn hättest du was mit diesem Cal, wärest du bestimmt nicht jetzt schon auf dem Weihnachtsmarkt, sondern noch dabei eine gemütlichere Mittagspause zu genießen.“ Die anzüglich hochgezogene Augenbraue verriet mir genau, wie er sich die Gestaltung dieser Mittagspause vorstellte. Und ehrlich gesagt, war er da nicht allzu weit von meiner Vorstellung bezüglich der Mittagspausen von Joshua und Caleb entfernt. „Übrigens...“ Er beugte sich vor. „Du hast da was...“ Ein verspielter Finger strich mir vorsichtig ein paar Schneeballen-Krümel aus dem Mundwinkel.

Wäre da nicht das Lächeln auf seinen Lippen gewesen, ich wäre am liebsten vor Scham im Erdboden versunken. Oder hätte mich hinter Catherine versteckt. Hatte ich doch tatsächlich die ganze Zeit Kekskrümel um den Mund gehabt. So aber schluckte ich und atmete einmal tief durch, ehe ich Neil dankte. Dann fiel mir etwas ein. „Wie wäre es“, begann ich, „wenn wir unsere Handy-Nummern austauschten? Dann könntest du mich selbst im dichtesten Mittagsrummel per SMS auf deine Anwesenheit aufmerksam machen...“



13. Dezember [Laila]
Wiener Apfelstrudel
Martin und Ralf

Kurz warf Ralf Zacherl einen Blick auf die Uhr und seufzte. Es war fast 22 Uhr.
Der Drehtag hatte wieder ewig gedauert. Eigentlich hatte er schon lange zu Hause sein wollen.
Kaum hatte das Taxi vor seiner Berliner Villa gehalten, war er auch schon ausgestiegen. Er bezahlte den Taxifahrer und steuerte dann die Tür an.
Im Moment sehnte er sich nach nichts anderen als ein heißes Bad mit seinem Liebsten Martin Baudrexel.
Sein Weg führte ihn zuerst in die Küche, aber diese war leer. Kurz runzelte er die Stirn, dann versuchte er es im Wohnzimmer.
Dort saß Martin auf der Couch. Sofort hob der Schwarzhaarige den Kopf und sah seinen Freund an.
„Da bist ja endlich. Ich habe schon auf dich gewartet,“ sagte er.
Langsam erhob er sich und kam auf Ralf zu.
Dieser grinste ihn an.
„Es tut mir leid, dass ich so spät bin. Aber die Aufzeichnung hat länger gedauert als gedacht.“
Sein Blick wanderte über Martins offenes Hemd und er leckte sich über die Lippen. Genau so liebte er diesen Mann.
Ralf beugte sich nach vorn und raubte sich einen langen Kuss. Er schlang seine Arme um Martin und zog ihn näher.
Lang und leidenschaftlich küssten sie sich, konnten kaum genug voneinander bekommen.
Keuchend trennten sie sich voneinander.
„Ich habe noch etwas für dich. Warte kurz,“ flüsterte Martin.
Sanft hauchte er Ralf einen Kuss auf die Stirn, bevor er in der Küche verschwand.
Der Koch sah seinen Freund verwundert nach, ließ sich dann aber auf dem Sofa nieder und legte den Kopf nach hinten.
Kurz darauf erschien Martin mit einem Teller Wiener Apfelstrudel.
„Ich weiß, du liebst ihn. Da habe ich vorhin welchen gemacht.“
Damit stellte er den Teller auf den Tisch und legte das Besteck dazu.
Der Apfelstrudel roch herrlich und machte Hunger.
Ralf starrte erst das Dessert und dann Martin an. Ein Grinsen schlich über seine Züge, als er sich auf Martin warf und ihn küsste.