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14

Catching Santa Claus [Ira]

Türchen 14


Tobias saß senkrecht im Bett, als er den Wecker hörte. Seiner hatte einen anderen Ton, den hier war er noch nicht gewohnt. Grummelnd tastete er nach dem Wecker und schaltete ihn nach ein paar Versuchen aus.

Der Braunhaarige war versucht, sich einfach wieder hinzulegen und weiter zu schlafen, aber sie wollten ja seine Eltern besuchen. Tobi beugte sich zu seinem Freund und murmelte: "Engelchen, aufstehen. Es ist Zeit", hauchte ihm dann einen Kuss auf die Lippen.

*

Niklas hatte das Klingeln seines Weckers gehört und war auch schon wach, doch da er merkte wie Tobi sich bewegte und kurz darauf das Klingeln verschwand tat er so als würde er weiterschlafen, um auf seinen Guten Morgen Kuss zu warten.

Das musste er auch nicht lange, denn schon hörte er die leisen Worte Tobis und fühlte die zarten Lippen. Grinsend packte Niklas seinen Schatz und drehte sich mit ihm, küsste ihn dann besinnungslos ins Kissen, bevor er sich lachend löste und sich anzog.

*

Schwer atmend blieb Tobias in den Kissen liegen und leckte sich über die Lippen. So wurde er morgens gerne geweckt.

Schließlich, als sein Engelchen schon halb fertig war und es nicht mehr wirklich etwas zu sehen sah, erhob sich auch der Braunhaarige und zog sich an.

"Ich hoffe du hast gut geschlafen, Engelchen. Ich muss mich erst an deinen Wecker gewöhnen, der hört sich anders an, als meiner", erklärte Tobi und durchsuchte dann seinen Rucksack, doch er fand das Gesuchte nicht. Also musste es entweder doch in seiner Wohnung sein oder bei seiner Mutter.

*

"Wir können deinen ja holen. Wollen doch eh noch in deine Wohnung. Ach und Schatz. Zieh dich sehr warm an! Wir fliegen eine Weile!", bemerkte Niklas und zog sich selbst noch einen zweiten Pullover über, schnappte sich zwei dicke Decken aus dem Schrank. Die würden sie brauchen.

*
"Mach ich", antwortete der Jüngere und mummelte sich dann gleich dicker ein, damit er nicht schon wieder krank wurde. Er hasste es krank zu sein.

"Essen wir noch was bevor wir losfliegen oder frühstücken wir mit meinen Eltern zusammen?" Tobias war das wirklich egal, ihn interessierte es nur. Denn die könnten ja - je nachdem wenn sie dort waren - beim Bäcker vorbei gehen und Brötchen holen.

*

"Ich dachte wir essen bei deinen Eltern, oder bei dir. Je nachdem wo du zuerst hin willst. Meine Eltern werden schlafen. Wenn du jedoch jetzt Hunger hast können wir auch was mitnehmen!", meinte Niklas und zog dann Tobi hinter sich her die Treppe hinab, zog sich seine dicksten Stiefel und seine dickste Jacke an. Er war zwar Kälte gewöhnt, doch mit dem Flugwind war nicht zu spaßen.

*

"Mhm... ich weiß nicht, ob meine Lebensmittel noch gut sind und ob Gabi zwischendurch was einkaufen war. Ich konnte ihr ja auch nicht sagen, wie lange ich weg bleibe, weil ich es nicht wusste", erklärte Tobias und folgte seinem Freund leise.

Auch er zog sich an, was er hatte. Auch wenn seine Sachen längst nicht so dick waren, wie die von Niklas. Aber bei ihnen wurde es ja auch nicht so kalt.

Als beide fertig waren, verließen sie das Haus und schlossen leise die Tür hinter sich, bevor sie nebeneinander zum Stall liefen.

*

"Also essen wir dann bei deinen Eltern?", fragte Niklas während er, am Stall angekommen, die Tür öffnete und dann die Boxen entlang ging. Sie brauchten schnelle Rentiere und waren zu zweit. "Ich denke vier reichen!"

Schnell entschied er sich für die vier schnellsten und ausdauernden. Sie waren auch ein gutes Team, hatten ungefähr die gleiche Geschwindigkeit und würden sich somit nicht auspowern indem sie eines der anderen Rentiere mitziehen mussten.

Die entsprechenden Rentiere holte er aus den Boxen und brachte sie nach draußen in den Schnee, wo sie sich sofort aufstellten. Jeweils zwei nebeneinander, sodass zwei Reihen vorhanden waren.

Dann ging Niklas zurück in den Stall und bis zum Ende, wo auch der Heuhaufen stand. Dahinter hatten sie ihre Schlitten, die alle sehr leicht waren, sodass Niklas den Zweispanner leicht den Weg entlang tragen konnte und ihn schließlich im Schnee hinter den Rentieren abstellte.

"Setz dich schon mal rein!", bat er dann Tobias und holte indes das Gespann.
Als er zurückkam war Tobi seiner Bitte nachgekommen und so breitete Niklas die beiden Decken über seinen Schatz aus, küsste ihn dann nochmals und spannte dann die Rentiere zusammen vor den Schlitten, setzte sich dann neben Tobias und kroch zu ihm unter die Decken, ließ nur die behandschuhten Hände rausschauen, in denen er die Zügel hielt.

*

“Ja, würde ich sagen. Ich bin mir sicher, dass mein Eisschrank nichts hergibt", erklärte Tobi. "Und meine Eltern freuen sich sicherlich, dich mal wieder zu sehen."

Interessiert beobachte der kleine Eisbär dann seinen Freund und als die Rentiere draußen standen, ließ er sie kurz an ihm schnuppern, damit sie keine Angst vor ihm hatten. Er würde wohl eh in Zukunft oft mit Niklas unterwegs sein und er würde es sich sicher nicht nehmen lassen, seinen Schatz auf die Weihnachtstour zu begleiten. Solange er keine Kinder hatte, zumindest.

Als Niklas mit dem Schlitten kam, setzte er sich brav hinein und kuschelte sich dann in die Decken. Als sein Freund endlich fertig war und sich neben ihn setzte, kuschelte er sich gleich an seine Seite und legte einen Arm um ihn.

"Wenn ich dich beim Steuern störe, sag Bescheid."

*

"Tust du nicht. Pass nur auf, dass du die ganze Zeit zugedeckt bleibst!", mahnte Niklas und trieb dann die Rentiere an, ließ sie erst mal vom Hof laufen und dann immer schneller durch den Schnee preschen, bis sie endlich abhoben und über den Wolken dann in Richtung Schweiz flogen.

*

Darauf würde er sicher achten. Tobias hatte keine gesteigerte Lust, wieder krank zu werden. So kuschelte er sich noch etwas mehr in die Decke, zog den Kopf ein, damit sein Hals geschützt war.

Gerne hätte der 23-Jährige noch ein wenig geschlafen, aber es war einfach faszinierend die Umgebung zu betrachten, auch wenn er kaum etwas sah. Auf dem Hinflug hatte er ja nichts sehen können, weil er ja hatte die Rentiere lenken müssen. Nicht dass sie so wirklich auf ihn gehörte hätten, aber er kam sich sicherer vor.

Plötzlich kam ihm eine Frage. "Sag mal Niklas, wie klappt dass eigentlich, das innerhalb einer Nacht alle Kinder auf der Welt ein Geschenk bekommen? Natürlich nur, wenn du mir das sagen darfst."

*

"Natürlich darf ich dir das sagen, immerhin bist du mein Geliebter, mein zukünftiger Mann. Da darfst du alles wissen was mich und meine Aufgabe betrifft!", lächelte Niklas und hauchte schnell einen Kuss auf Tobis kühle Wange, bevor er sich wieder auf ihre Flugbahn konzentrierte. "Weißt du, die Rentiere, die wir zu Weihnachten nehmen werden das ganze Jahr trainiert. Sie sind vier Mal so schnell wie diese hier und um noch schneller voran zu kommen nutzen wir, wie all die anderen Weihnachtsmänner zuvor, acht Rentiere. Natürlich muss der Weihnachtsmann tierisch schnell fliegen und wir gehen nach den Zeitzonen vor, reisen sozusagen gegen die Sonne, damit wir es schaffen.

Wenn ich allerdings durch den Schornstein rutschen und die Geschenke persönlich hinlegen würde, so wie es in der Geschichte heißt, dann würde ich es natürlich nicht schaffen. Unsere Elfen verzaubern die Geschenke so, dass wir sie von oben nur runter fallen lassen und sie sich dann selbst, im Haus angekommen, unter den Weihnachtsbaum legen. Das erleichtert es uns natürlich auch enorm.

Wenn du magst kannst du ja mit Dad und mir zu Weihnachten mitkommen und es miterleben. Da ich ja noch nicht der Weihnachtsmann bin, darf ich auch nur helfen. Dad macht die ganze Arbeit und ich lerne nur von ihm so gut es geht!"

*

Wie sich das anhörte. Zukünftiger Mann. Einfach nur schön. Verliebt seufzte Tobias auf und hörte dann ganz genau zu, was sein Freund ihm da erklärte.

"Ich würde gerne mal mitkommen, aber nur wenn ich euch nicht störe und dann auch nicht im Weg bin", erklärte der Jüngere.

Immerhin wollte er dem Weihnachtsmann ja keine Schwierigkeiten machen. Nicht das sie dann doch noch gesehen wurden. Das käme gar nicht so gut.

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"Nein, du bist nicht im Weg. So hab ich wenigstens jemanden zum bekuscheln auf den längeren Flügen über den Ozean!", lächelte Niklas und streichelte rasch über Tobis Hand auf seiner Hüfte. "Ich liebe dich und ich würde mich unglaublich freuen wenn du immer bei mir bist, egal was ich gerade tun muss!"

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"Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich dich jemals freiwillig verlassen werde. Selbst wenn du das von mir verlangen solltest, so leicht wirst du mich nicht mehr los, mein Lieber", antwortete Tobias ernst.

Niklas musste sehen, dass es ihm ernst war. "Und außerdem würde ich eingehen wie eine Primel, wenn ich mich von dir trennen würde. Ich brauche dich zum Leben, wie die Blumen das Wasser und die Sonne oder wie die Menschen die Luft. Du bist alles was für mich wichtig ist."

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"Oh du bist so niedlich. Möchtest du ab jetzt meine Primel sein, kleiner Eisbär?", grinste Niklas und ließ die Rentiere dann tiefer fliegen. Es würde nicht mehr lange dauern, dann waren sie da.

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"Wenn du mich regelmäßig gießt und mir all deine Liebe schenkst, dann gerne", schmunzelte der kleine Eisbär und hielt sich dann vorsichtshalber fest, als sie ein wenig runter gingen.

Nicht das er schon wieder vom Schlitten fiel wie bei seinem ersten Flug. Darauf konnte er dankend verzichten.

"Weit ist es nicht mehr? Oder hat es einen anderen Grund, warum du runter gehst?"

Tobias starrte gebannt auf das Hochhaus, in dem er wohnte. Sie würden jetzt also auf dem Dach landen und dann durch den Kamin in seine Wohnung kommen. Wie das wohl funktionierte? Fragen wollte der Braunhaarige jetzt nicht, denn er würde es ja gleich am eigenen Leib erfahren.

Oder konnte das nur der Weihnachtsmann und Niklas, weil er noch keiner war?

"Niki, wie kommen wir jetzt in meine Wohnung? Kannst du das mit dem Kamin auch oder nur dein Vater?"

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"Nein, ich kann das auch. Und du ebenso", lächelte Niklas und landete dann den Rentierschlitten tatsächlich auf dem Dach, stieg aus und holte dann ein Säckchen unter seinem Sitz hervor. "Das ist Elfenstaub! Magisch!", grinste Niklas und ging zum Schornstein

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Tobi beobachtete das Tun seins Freundes und stieg dann ebenfalls aus, gesellte sich zu dem Blonden. "Ich nehme mal an, das Pulver wird jetzt über uns gestreut und wir passen dann durch den Kamin? Aber wie kommen wir dann in der richtigen Wohnung raus?"

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"Das Pulver lässt uns sanft und langsam durch den Kamin nach unten gleiten, ja. Und wir halten einfach bei den Kaminen und schauen, ob es deine Wohnung ist", lächelte Niklas und griff dann in den Beutel, holte eine kleine Menge von einem glitzernden Staub heraus und rieselte ihn über Tobi, bevor er das gleiche bei sich tat und dann locker in den Kamin reinsprang. Sofort passte sich sein Körper der Öffnung des Schornsteins an und glitt ganz langsam hinab

*

Tobias folgte Niklas einfach, auch wenn er ziemlich unsicher war.

Nach einer kleinen Ewigkeit - wie es zumindest dem Braunhaarigen vorkam, hatten sie den richtigen Kamin erreicht und während der Blonde halbwegs elegant dem Kamin entstieg, purzelte Tobias einfach heraus und saß auf dem Boden.

Da musste er wohl noch eine Weile üben.

"Wie lange braucht man, damit man aus dem Kamin steigt und nicht fällt wie ich?", wollte der Schweizer wissen während er aufstand und seine Kleidung ausklopfte, weil ein bisschen Ruß hängen geblieben war.

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"Jahre...", lachte Niklas und half seinem Freund dabei sich von dem Ruß zu befreien, küsste ihn dann auf die schwarze Nase und kicherte leise. "Willkommen daheim Liebling!

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Tobias grummelte vor sich hin. Das war ja klasse. Dann würde er sich noch öfters zum Narren machen und besonders, wenn der Weihnachtsmann dabei war.

Ganz toll.

"Du Engelchen, von dir sind noch Sachen da. Ich hab es nicht geschafft, sie anzufassen, als du weg warst, weil es so wehgetan hat, dass du nicht mehr bei mir bist", murmelte der Jüngere. Er dachte nicht gerne daran zurück und das er seinen Freund beinahe verloren hätte. Dafür war er jetzt zu glücklich.

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"Die nehme ich gleich mit. Pack du aber erst mal noch das ein was du brauchst und dann hinterlassen wir eine Nachricht für Gaby und Uli, bevor wir wieder aufbrechen. Immerhin müssen wir noch zu deinen Eltern!", erinnerte Nik und kramte gleich seine Sachen zusammen, trennte sie von Ulis und stopfte sie in seinen Rucksack.

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Tobias nickte nur, stahl sich noch einen kurzen Kuss und flitze dann in sein Zimmer, um noch ein paar Klamotten einzupacken und das eine oder andere aus seiner Nachttischschublade, zum Spielen.

Das Kästchen das er gesucht hatte, hatte Tobi zwar gefunden, aber das Gesuchte hatte sich nicht darin befunden. Also musste er bei seinen Eltern suchen oder sie fragen.

Danach huschte er ins Bad und packte da noch ein paar Sachen ein, unter anderem auch sein Duschgel und Shampoo. Das mochte er nun einmal am liebsten.

Ein paar Plätzchen aus der Küche wurden auch noch eingepackt. Immerhin hatten er und Niki sie mit viel Liebe gemacht.

*

Niklas hatte brav im Wohnzimmer gewartet und sich aufs Sofa gesetzt. Er wollte Tobi nicht nachrennen und diesen vielleicht damit irritieren, verführen oder etwas anderes tun, um seinen Freund abzulenken. Tobias würde sobald nicht wieder hierher kommen und da sollte er möglichst nichts vergessen.

Als Tobias dann den Raum betrat erhob Niklas sich und lächelte ihn liebevoll an. "Ich hoffe du hast alles?!"

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"Ja, ich hab alles. Aber ich muss dann noch was bei meinen Eltern suchen. Und ich hab ein paar Plätzchen eingepackt. Für den Rückweg oder deine Familie", erklärte der Braunhaarige, trat zu seinem Freund und küsste ihn.

"Ich muss nur noch schnell einen Zettel schreiben und ihn auf die Kommode legen", murmelte Tobias und tat dann auch genau das, schrieb ein paar beruhigende Zeilen für seine Freunde, das es ihm gut ging und sie sich keine Sorgen um ihn machen sollten.

Als er fertig war, legte Tobi den Zettel auf die Kommode und kehrte dann erneut in sein Wohnzimmer zurück. "Wir können dann weiter, Engelchen."

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"Alles klar!" Mehr sagte Niklas nicht, setzte nur seinen Rucksack auf und nahm Tobis Tasche mit den gepackten Sachen, streute das Pulver über sie beide und betrat den Kamin. Kurz darauf wurde er nach oben gesogen und landete auf dem Dach, fing einige Momente später Tobi auf und hielt ihn fest.

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Tobias folgte wieder seinem Freund und war froh, dass der ihn auf dem Dach auffing, bevor er sich wieder so unelegant zu Boden legen konnte.

"Danke Niki", bedankte sich der Kleinere und hauchte ihn noch einen Kuss auf die Lippen, bevor die beiden zum Schlitten traten und Tobi sich drauf setzte, sich mit der Decke einmummelte. Es war zwar nicht so kalt wie am Nordpol - bei weitem nicht - aber es war eben doch Nacht und etwas kühler als am Tag.

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"Keine Ursache. Ich werd dich ab jetzt immer auffangen, bis du weißt wie man sich abfängt. Dein Körper wird das alleine schaffen. So was lernt man nicht, indem man es gezeigt bekommt!", meinte Niklas und setzte sich wieder neben Tobi, platzierte ihre Taschen unter den Sitzen und trieb dann die Rentiere erneut an. "Ich denke mal, dass wir bei deinen Eltern nicht auf dem Dach parken müssen. Die Rentiere können wir ja hinter das Haus stellen."

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"Auf einem schrägen Dach zu parken, könnte auch ein wenig schwierig sein", kicherte Tobias, weil er sich das gerade bildlich vorstellte. "Du kannst hinter dem Haus parken, das ist kein Problem. Bäume verdecken die Sicht auf das Haus und somit auch auf den Schlitten."

Den Hausschlüssel hatte er eingepackt, damit sie ins Haus konnten und je nachdem wie früh es war, konnten sie sich auch noch einmal hinlegen. Immerhin war Donnerstag, da hatte sein Vater frei. Das war jeden zweiten Donnerstag im Monat so.

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"Ich dachte aber schon, dass wir deine Eltern wecken. Sie sollen ja keinen Schreck bekommen, wenn plötzlich ein Rentierschlitten bei ihnen im Garten steht oder wir im Gästezimmer liegen", argumentierte der blonde Lockenkopf und steuerte die Rentiere wieder sicher über die Wolken, damit sie keine sah.

Dort flogen sie so lange bis die Rentiere innerlich spürten, dass sie kurz vor dem Ziel waren und wieder runter wollten. Dem ging Niklas sofort nach und ließ den Schlitten sicher im Garten von Tobias' Eltern landen. "Da wären wir!"

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Der Schweizer stimmte seinem Freund zu und kuschelte sich dann wieder an ihn. Auch wenn die Strecke nicht so lange wie zum Nordpol war, so brauchte er das doch.

Als sie erneut landeten, kletterte Tobi vom Schlitten und streckte sich dann erst einmal. "Nehmen wir die Sachen mit rein oder lassen wir sie hier?", wollte er wissen und kramte in seiner Jackentasche nach dem Schlüssel, den er dort hineingesteckt hatte.

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"An den Schlitten geht keiner, zumal die Rentiere ihn gar nicht lassen würden. Also vor Diebstahl sind die Sachen auf jeden Fall geschützt. Ich weiß nur nicht ob du was in der Tasche hast, dem die Kälte schaden könnte?!"

Niklas stieg ebenfalls aus dem Schlitten und legte dann die Decken zusammen. Die würde er auf jeden Fall mit rein nehmen, damit sie wieder warm wurden und nicht eiskalt waren, wenn sie sich heute Abend wieder drunter kuscheln wollten.

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Der 23-Jährige nahm seine Tasche lieber mit rein. Die Kälte könnte den Plätzchen nicht gut tun. "Die Plätzchen", murmelte Tobi und griff sich dann die Hand seines Freundes, zog ihn mit zur Vordertür.

Dort schloss er so leise wie möglich die Tür auf und trat dann in den Flur. Nach Niklas schloss er die Tür wieder und begann sich dann aus den warmen Sachen zu schälen. Hier war es ja schön warm, da brauchten sie das nicht.

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"Deine Eltern haben gut geheizt", kommentierte Niklas die Wärme im Haus und zog sich ebenfalls aus, entledigte sich auch des zweiten Pullovers. Heute Abend würde er ihn wieder brauchen. "Gehst du deine Eltern wecken?", fragte er dann sanft und nahm Tobias die Tasche ab.

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"Ja, meine Mutter friert immer so schnell, deswegen ist immer gut geheizt", erklärte Tobias.

"Mach ich. Aber sie werden jetzt wohl noch nicht aufstehen. Dad schläft immer so bis um halb Zehn, Zehn wenn er frei hat. Davor bekommst du ihn nicht aus dem Bett. Mama hat schon alles versucht." Zu gut konnte der Braunhaarige sich noch an einige Weckaktionen erinnern.

"Wartest du in meinem Zimmer?", nur kurz stahl sich Tobi noch einen Kuss, bevor er sich auf den Weg machte. Seine Mutter könnte jetzt schon wach sein und etwas lesen.

Und wirklich, als er leise das Schlafzimmer seiner Eltern betrat, saß seine Mutter auf ihrer Betthälfte und hatte ein Buch in der Hand.

"Morgen Mama", flüsterte er leise und als sich Leoni erheben und auf ihn zu rennen wollte, schüttelte er den Kopf. "Nachher. Wir bleiben den ganzen Tag. Niklas und ich sind in meinem Zimmer, vermutlich noch ein wenig schlafen. Wir sind um eins heute Nacht los, damit uns keiner sieht."

Seine Mutter nickte nur mit einem Lächeln und so verließ der 23-Jährige wieder das Schlafzimmer seiner Eltern und machte sich auf den Weg zu seinem.

*

Niklas hatte Tobias hilflos nachgesehen, aber nichts gesagt. Das letzte Mal hatte sein Freund ihm doch gesagt wie leicht man sich hier verlaufen konnte und nun ließ Tobi ihn alleine.

Doch Niklas war ein Mann, keine Memme, und er wusste dass das Gästezimmer oben lag, also ging er die Treppe rauf und fand nach dem ersten Fehlversuch, der im Bad endete, dann auch das richtige Zimmer. Dort zog er sich bis auf die Unterhose aus und kroch unter die Decke. Er war hundemüde.

*

Tobi fand ohne Probleme den richtigen Weg, aber er war hier ja auch aufgewachsen. Aber Niklas wusste ja, dass sein Zimmer oben lag und die Lok an seiner Tür hing. Von dem her ging der Braunhaarige davon aus, dass sein Freund sich nicht verlaufen würde.

Leise, weil er nicht wusste, ob sein Engelchen schon wieder schlief, öffnete Tobias die Tür und lächelte, als er seinen Freund halb schlafend vorfand. So leise es ging, zog sich Tobias aus und krabbelte dann selber ins Bett, kuschelte sich an seinen Freund.

Er hatte sich so daran gewöhnt, ausschlafen zu können, dass er es nicht mehr gewöhnt war, so früh aufzustehen. "Mama weiß Bescheid", murmelte der Braunhaarige, bevor er dann selber die Augen schloss.

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"Das ist gut, da bekommt sie keinen Schreck!", lächelte Niklas müde und zog Tobi fest an sich, schloss dann gänzlich die Augen und war innerhalb kürzester Zeit eingeschlafen.

Dass kurz darauf nochmal die Tür geöffnet wurde und eine neugierige Leoni ins Zimmer spähte, bemerkte er nicht einmal.

*

Noch bevor er richtig an Niklas gekuschelt lag, schlief Tobias auch schon.

Auch er bemerkte seine Mutter nicht und so schloss Leoni die Tür wieder hinter sich. Sie war glücklich und froh, dass ihrem Sohn nichts passiert war und er wohl wieder mit Niklas zusammen war. Stefan würde sich nachher auch freuen. Aber erst würde sie ihre drei Männer schlafen lassen.

Niklas und Tobias schienen es ja nötig zu haben.

*

}|{

Erst gegen halb zehn erwachte Niklas wieder. Diesmal ausgeschlafen. Gemütlich rekelte er sich und bemerkte dann das Gewicht auf sich. Sofort musste er glücklich lächeln und zog Tobias fest in seine Arme, küsste ihn auf die Stirn. Es war so schön nicht mehr alleine im Bett liegen zu müssen... früh mit jemandem im Arm aufzuwachen und sich sofort geliebt zu fühlen.

*

Als er eine Berührung an seiner Stirn fühlte, grummelte Tobias ein bisschen, ruckelte sich zu Recht und vergrub dann sein Gesicht in Niklas Halsbeuge. Er hatte gerade so einen schönen Traum - eine Auswirkung des Traumes drückte sich da an Niklas Bein und der Braunhaarige hatte überhaupt keine Lust, aufzustehen.

*

"Hey mein Schöner... ich würde zu gerne noch mit dir kuscheln, aber wir sind ja hier, um deine Eltern zu besuchen!" erinnerte Niklas und grinste. "Und da sollten sie uns vielleicht auch mal zu Gesicht bekommen", lachte er und drehte Tobi auf den Rücken, rutschte an ihm runter, schob die Boxershorts tiefer und küsste die Spitze des steifen Gliedes.

*

Tobias stöhnte leise auf, als er den Kuss auf seinem Glied spürte. Aber wie ging das? Träume konnte man doch nicht am eigenen Leib spüren.

Langsam und wiederstrebend wachte der Braunhaarige auf und tastete mit geschlossenen Augen neben sich. Wo war nur sein Freund? "Niki?", fragte er müde und verwirrt, blinzelte einmal.

*

"Hier unten", hauchte Niklas und setzte das Glied seines Freundes somit einem erregenden Luftzug aus, bevor er die Eichel ableckte und leise summte. "Du solltest jetzt langsam wach werden. Dein Freund ist es auch schon."

*

Der Braunhaarige hisste auf, als er den Luftzug an dieser Stelle spürte und kurz darauf diese talentierte Zunge.

Tobias öffnete ganz seine grauen Augen und blickte an sich hinunter, keuchte auf, als er Niklas bei seinem besten Stück sah, wie dieser sich gerade über die Lippen leckte. "Morgen Engelchen", murmelte er rau. "Der ist nur schon wach, wegen dem Traum den ich hatte."

*

"Was hast du denn geträumt?", fragte Niklas leise und sinnlich, leckte wieder über die Eichel und knabberte sich dann tiefer, um die Hoden zu necken.

*

Stöhnend legte Tobi seinen Kopf in den Nacken und bog seinen Rücken durch.

"G... genau so was in der Art", brachte er rau hervor, denn das Knabbern an seinen Hoden ließ Schauer durch ihn rinnen. "Allerdings waren wir an einem anderen Ort und die Kleidung war auch etwas anders", erklärte der Kleinere und ließ eine Hand in Niklas Haare gleiten, während die andere sich im Laken festkrallte.

*

"Erzähl mir mehr...", verlangte Niklas heiser und schickte gerade seine Hände auf Wanderschaft als... als es an der Tür klopfte und Leonis Stimme erklang. "Seid ihr schon wach?"

Sofort schreckte Niklas zusammen, musste dann aber lachen, während er Tobi wieder die Hose hochzog, sich hinlegte und sie beide brav zudeckte. "Ja sind wir, kommen sie rein Leoni."

*

Tobi wollte gerade seinen Traum erklären, als es klopfte. Frustriert knurrte der Braunhaarige auf und rief ein lautes "Nein." Er legte sich einfach auf seinen Liebsten, vergrub sein Gesicht wieder in Niklas Halsbeuge.

"Sie soll verschwinden", murmelte er leise, doch leider ging die Tür auf und Leoni trat ein.

"Morgen ihr beiden. Ich wollte euch zum Frühstücken holen. Stefan würde seinen Sohn nämlich auch gerne wieder sehen und wissen, wie es ihm so ergangen ist. Denn irgendwie müsst ihr beide es ja geschafft haben, wieder zusammen zu kommen, ohne das euch dein Vater, Niklas, erwürgt hat. Das was Tobi erzählt hat, war nämlich nicht gerade schön."

*

"Nein war’s auch nicht, aber wir werden euch dann alles erzählen!", versprach Niklas und wartete bis Leoni sich verabschiedet, und den Raum verlassen hatte, bevor er sich wieder an Tobi wandte. "Freu dich, dass du wieder zu Hause bist und bitte sei nicht so quengelig!", bat er seinen Freund und küsste ihn nochmal sanft, bevor er aus dem Bett stieg und sich anzog.

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Der Braunhaarige grummelte noch ein wenig vor sich hin, aber es war gar nicht mehr so ernst gemeint. Er war nur ein bisschen schlecht drauf, weil seine Mutter in dem unpassenden Moment stören musste.

Also erhob sich auch Tobias, streckte sich und zog sich dann ebenfalls an. Als er fertig war, trat er zu seinem Freund und holte sich in seinen Augen einen richtigen Kuss, um wach zu werden.

*

Niklas erwiderte den tiefen Kuss und strahlte Tobi dann an. "Nach dem Frühstück müssen wir Zähne putzen!", lachte er dann und zog den Dunkelhaarigen hinter sich her die Treppe runter und fand nach einem kleinen Umweg die Küche.

"Guten Morgen allerseits."

*

"Ja, das müssen wir wohl", kicherte er leise und folgte seinem Freund.

"Morgen Mum, morgen Dad", begrüßte er seine Eltern und fand sich kurz darauf in einer Umarmung seiner Mutter wieder, die er nur zu gerne erwiderte. Er hatte seine Eltern ja auch vermisst und ihnen nur Probleme gemacht, aber Niklas war seine große Liebe, da wäre er sogar noch weiter als bis zum Nordpol gegangen.

*

Niklas lächelte Tobias' Eltern zu und schüttelte ihnen die Hand. "Es ist schön sie sobald wieder zu sehen. Und unter solch anderen Umständen", grinste er und setzte sich dann Tobis Vater gegenüber, griff sich ein Brötchen. Er hatte tierischen Hunger.

*

Endlich konnte sich Tobias aus dem Griff seiner Mutter befreien, denn er hatte auch Hunger. So setzte er sich neben seinen Freund, hauchte ihm einen Kuss auf die Wange und schob dann wie Wurst- und Käseplatte ein wenig näher zu ihm, bevor sich der Braunhaarige selbst ein Brötchen griff und es mit Nutella bestrich.

"Ich hoffe ihr beiden habt gut geschlafen und Gabi hat die Nachricht ausgerichtet. Ich hatte versucht euch zu erreichen bevor ich Niklas hinterher bin, aber es war besetzt", murmelte Tobi weil er jetzt doch ein schlechtes Gewissen hatte.

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"Ja Gabi hat angerufen und gesagt du seist bei Niklas. Aber wie du da hingekommen bist und was nun genau passiert ist konnte sie nicht sagen. Dafür doch hoffentlich du!", meinte Leoni und nahm sich selbst etwas zu essen.

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Unsicher blickte der Braunhaarige seinen Freund an. Durfte er das erzählen?

"Na ja...", begann Tobi und trank dann erst einmal, um etwas Zeit zu schinden. "nachdem du weg warst Mama, lag ich deprimiert auf der Couch, als es plötzlich klopfte. Vor dem Fenster flog eine weiße Eule und das am helllichten Tag.

Na ja, es hat sich herausgestellt, dass die Eule von Caroline war, das ist Niklas Mutter. Sie wollten mich treffen und mit mir reden. Ich sollte Bescheid sagen wenn ich an einem Gespräch interessiert war und sie würde..."

"Darf ich das erzählen oder ist dein Vater dann gleich sauer auf dich und ich darf dich dann doch nicht heiraten?", fragte er ängstlich nach. Er wollte Niki nicht wieder hergeben.

*

Niklas musste bei der Frage lachen und streichelte Tobi zart über die Wange. "Es sind doch deine Eltern! Die sollten schon erfahren was nun mit ihrem Sohn ist!", lächelte er liebevoll und wandte sich dann an Leoni und Stefan. "Also was er sagen wollte ist, dass meine Mutter Tobias einen Rentierschlitten vorbei schickte, um ihn zu einem Gespräch abzuholen."

*

Leise seufzte Tobias auf, als er die Hand an seiner Wange spürte. Herrlich.

Das sich seine Eltern gerade gleichzeitig ansahen und denselben Gedanken hatten "Heiraten? So ernst war es ja nicht einmal mit Michael", wusste er nicht.

"Du bist also wirklich der Sohn des Weihnachtsmanns und wohnst am Nordpol", wollte Stefan sicher gehen, das seine Frau ihm keinen Bären aufgebunden hatte. "Leoni hat so etwas erwähnt, aber ich tue mir schwer damit, das zu glauben."

*

"Natürlich ist es unglaubwürdig. Ich würde mir selbst nicht glauben, wenn ich es nicht besser wüsste. Ja, ich bin der Sohn des Weihnachtsmannes und der zukünftige Weihnachtsmann!", wiederholte Niklas geduldig und legte Tobi eine Hand in den Nacken, um ihn sanft zu streicheln.

"Normalerweise ist es meine Aufgabe eine Frau zu heiraten und Nachkommen in die Welt zu setzen, sobald ich meine Position eingenommen habe. Doch ich habe mich nun mal in Tobi verliebt und nach einigem hin und her akzeptiert mein Vater das und erlaubt uns später ein Kind zu adoptieren, das dann mein Nachfolger wird!"

*

Tobias ließ sein Essen Essen sein, schloss seine Augen und schnurrte vor sich hin. Er mochte es einfach, wenn sein Freund in im Nacken kraulte. Wenn sie jetzt alleine gewesen wären, dann hatte er sich auf den Schoss seines Engelchens gesetzt, aber das ging jetzt nicht.


Adoptieren. Den beiden war es wohl wirklich ernst. Aber Leoni freute sich, dass ihr Sohn so glücklich war und sich die beiden wieder hatten. "Solange ihr uns dann zur Hochzeit einladet und zu der Taufe des Sohnes und zu allen anderen Feierlichkeiten, geben wir euch gerne unseren Segen", versprach Tobias Mutter und sein Vater fügte hinzu: "Wehe du machst ihn unglücklich. Dann haben wir ein Problem miteinander, Niklas."

*

"Wenn ich Tobi je unglücklich machen sollte, habe ich ein Problem mit mir selbst, denn ich werde alles tun, dass es meinem Schatz gut geht und er glücklich mit mir ist!", versicherte Niklas fest und lächelte dann Leoni an. "Selbstverständlich werdet ihr zu allen weiteren Angelegenheiten eingeladen, nur müsst ihr Stillschweigen bewahren. Keiner außer euch und Tobis Freunde, darf etwas erfahren... ."

*

Stefan nickte, denn er war mit der Antwort einverstanden. Das zeigte ihm, dass Niklas es wirklich ernst mit ihrem Sohn meinte und er ihn nicht absichtlich verletzten würde. Zufrieden wandte er sich seinem Essen zu, sollte Leoni sich um den Rest kümmern.

"Das ist selbstverständlich, dass wir schweigen. Sonst werdet ihr ja von Reportern überrannt", erklärte Leoni und musste dann lachen, als Tobias Magen knurrte.

Der lief rot an, löste sich dann aber wiederstrebend von seinem Freund, damit er Frühstücken konnte. Ohne leeren Magen machte kuscheln auch nur halb so viel Spaß.

Währenddessen erzählte der Jüngste in der Küche, wie es am Nordpol so war und von der Werkstatt, den Elfen, Niklas Geschwistern und Caroline und Santa. Die Schikane ließ er aus, darüber mussten sich seine Eltern nicht auch noch den Kopf zerbrechen.

*

Neugierig lauschte Niklas den Erzählungen seines Eisbären. Es war interessant zu hören wie Tobi über sie alle dachte und dass er ehrlich war zeigte alles an Tobi. Er sagte die guten Dinge nicht nur, um Niklas zu gefallen sondern weil er sie wirklich mochte oder eben nicht mochte.

"Nach Weihnachten, wenn wir erst mal wieder ein Jahr lang Ruhe haben, lade ich euch herzlich ein. Dann könnt ihr ein paar Tage bleiben und euch anschauen wo euer Sohn die nächsten Jahre leben wird."

*

Tobi erzählte so wie er es empfand, wie es ihm gefiel. Und bei Niklas gefiel es ihm wirklich. Da war es dann auch nicht so schlimm, da er seine Familie und Freunde selten sah.

"Sicher doch, wir kommen euch gerne besuchen, Niklas", versprach Leoni und freute sich gleichzeitig, das der Blonde sie eingeladen hatte.

Als alle satt waren, räumte die Hausfrau den Tisch ab und scheuchte die Männer ins Wohnzimmer. Vielleicht wollten sie eine Weilte unter sich sein, um das eine oder andere zu besprechen.

*

}|{

"Zieh dich ja warm an. Nicht dass du zu Hause wieder zwei Tage im Bett liegst!", mahnte Niklas seinen Freund mit einem sanften Lächeln und küsste ihn auf die Lippen. Nach einem herrlichen Mittagessen hatten sich Leoni, Stefan, Tobias und er sich zu einem gemütlichen Spaziergang entschlossen.

Das konnten sie nur hier, denn am Nordpol spazieren zu gehen war alles andere als gemütlich, da es einfach viel zu kalt war.

*

Tobias erwidere den Kuss und lächelte seinen Freund dann an. "Keine Sorge, Engelchen. Ich werde mich warm anziehen. Ich hab zwar nichts dagegen krank zu sein wenn du mich wieder so liebevoll pflegst, aber es muss nicht unbedingt sein."

Zuhause, wie schön sich das anhörte. Mit einem zufriedenen Lächeln und glänzenden Augen zog sich der Braunhaarige fertig an und bekam nicht einmal die glücklichen Gesichter seiner Eltern mit, die sich wirklich für ihren Sohn freuten.

So verließen die Vier kurz darauf das Haus und nachdem Stefan abgeschlossen hatte, schlenderten sie mit ihrem Liebsten ihm Arm vom Grundstück und ein wenig hinaus in die Natur.

*

Den Arm fest um Tobis Schulter gelegt ging Niklas glücklich den Weg zum Wald entlang. Es war herrlich endlich jemanden zu haben mit dem man alles ergründen konnte. Niklas war unglaublich verliebt und hoffte, dass sich das in Zukunft auch nicht ändern würde.

Als sie den Wald betraten, kam Stefan mit Leoni im Arm neben ihn und sprach ihn von der Seite an. Vorhin war er schon sehr neugierig gewesen, hatte nach ihren gemeinsamen Zukunftsplänen gefragt und nun wollte er mehr vom Gewerbe des Weihnachtsmannes wissen. Niklas würde ihm natürlich, wie vorhin auch schon, ehrlich antworten.

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"Ich lass dich kurz mit Dad alleine, ich muss Mama was fragen", meinte der Braunhaarige liebevoll, haucht seinem Freund einen Kuss auf die Wange und löste sich dann von ihm.

Leoni, die das auch gehört hatte, löste sich ebenfalls von ihrem Mann und lief mit Tobias ein paart Schritte hinter den beiden. "Also, Tobi. Was ist so wichtig, dass du dich von deinem Freund trennst?"

Tobias erzählte seiner Mutter von seiner Idee und diese wusste auch, wo sie suchen musste. Das würden sie nachher noch machen, bevor Tobias und Niklas wieder zum Nordpol gingen.

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Niklas wartete geduldig auf seinen Freund während er sich mit Stefan unterhielt. Gerade ging es um die Spielzeugherstellung und die Elfen, als Tobi zu ihm zurückkehrte. Sofort schlang Niklas wieder einen Arm um ihn und küsste ihn liebevoll auf die Wange, flüsterte ihm ein: "Hab dich vermisst!", ins Ohr.

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Leise schnurrte Tobias auf, als er sich in Niklas Armen wieder fand. "Ich dich auch, Engelchen. Aber es war wichtig. Jetzt hast du mich ja wieder", erklärte der Kleinere liebevoll und hauchte Niklas einen Kuss auf die Wange. "Hast du dich gut mit Dad unterhalten oder seid ihr beide schon gestorben, weil ihr nicht beachtet wurde?". Frech grinste Tobi seinen Geliebten an.

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"Natürlich waren wir kurz vorm sterben, doch du hast mich gerettet", grinste Niklas und lachte dann, küsste Tobi zart auf die süßen Lippen. "Nein wir haben uns unterhalten. Dein Dad ist sehr interessiert was den Weihnachtsmann angeht."

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Lachend erwiderte der 23-Jährige den Kuss. "Ich weiß. Er hat zwar nicht mehr an ihn geglaubt, aber die Weihnachtsfilme gerne gesehen. Jetzt versucht er halt zu vergleichen, was wahr ist und was nicht", erklärte Tobias und merkte, dass sein Vater leicht rot wurde.

"Das muss dir nicht peinlich sein", kicherte Tobi übermütig und beobachtete seine Eltern, wie Leoni versuchte, ihren Mann wieder etwas fröhlicher zu stimmen.

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"Nein, das muss es wirklich nicht. Es ist verständlich, dass sie neugierig sind und sie können ruhig weiter fragen.", lächelte Niklas und strich über Tobis Wange, während sie weiter gingen. Im Vergleich zum Nordpol war es hier richtig warm und man konnte in Ruhe den Schnee genießen, ohne dass man darin fast erfror.

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"Du genießt es hier zu sein, hab ich Recht Niklas? Weil es hier so schön warm ist und man Winterspaziergänge machen kann", murmelte Tobias leise.

Er fand es am Nordpol schweinekalt, aber daran würde er sich auch noch gewöhnen. Niklas lebte ja schon 26 Jahre dort, da war er die Temperaturen gewöhnt.

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"Ja, es ist schön. So kann man den Schnee genießen und hier gibt es auch Bäume und Sträucher und vor allem ersichtliche Wege. Bei uns ist überall nur Schnee und es ist einfach zu kalt...", meinte Niklas bedauernd.

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"Dann kommen wir eben so oft her wie es geht, um spazieren zu gehen. Und besonders im Sommer ist es hier schön, auch wenn ich den Schnee lieber mag", erklärte Tobias.


Eine Weile waren sie noch weiter gelaufen, bevor sie sich auf den Rückweg gemacht hatten, weil Leoni kalt geworden war. Ihre liebste Zeit war der Sommer.

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"Den Schnee magst du jetzt noch lieber, aber warte erst einmal ab. Wenn du dieses Weiß das ganze Jahr über siehst sehnst du dich nach was anderem!", versicherte Niklas. "Dann wäre es sehr schön öfter hier zu sein!"

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"Aber wenn es uns zu viel wird, schleichen wir uns raus, nehmen einen Schlitten und wir sind weg", kicherte Tobias. Noch sah er darin kein Problem, aber er konnte sich auch nicht wirklich vorstellen, wie viel Niklas dann zu tun hatte, wenn er der Weihnachtsmann wurde. Aber für ihn stand jetzt schon fest, dass er ihm helfen würde wo es nur ging, solange sie noch kein Kind adoptiert hatten.

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"Klar, das machen wir. Und da kannst du dann auch deine Eltern und Freunde wieder sehen, denn die kann ich dir nun mal leider nicht täglich bieten, so wie du es bis jetzt hattest. Ich hoffe nur, dass ich dich nicht unglücklich mache. Es ist sehr sehr einsam am Nordpol...", seufzte Niklas und blickte Tobi ernst an.

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Tobias löste sich von seinem Freund und blickte ihn ernst an. Er stellte sich etwas auf seine Zehenspitzen, legte beide Hände auf Niklas Wangen und blickte ihm tief in die Augen.

"Du weißt das ich dich liebe und das mehr als mein Leben oder man mit Worten ausdrücken kann. Es ist mir egal, ob ich meine Familie täglich sehe oder nicht. Im Augenblick besuch ich sie auch nur einmal im Monat, dafür Telefonieren wir häufiger.

Alles was mir zu meinem Glück gefehlt hat steht jetzt vor mir, kann ich meinen Freund nennen und da ist es mir gleich, wo wir leben. Solange ich nur bei dir sein kann und ich dir nicht auf die Nerven gehe. Du, Niklas Santal, würdest mich nie unglücklich machen, denn dazu bedeute ich dir zu viel. Egal mit was, mich wird du bis zum Ende deines Lebens nicht mehr los."

Noch bevor der Blonde irgendwas sagen konnte, küsste Tobi ihn, wollte ihm so zeigen, was er nicht in Worte fassen konnte.

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Niklas war gerührt von der kleinen Rede und erwiderte dankbar den Kuss. Er sorgte sich zwar immer noch, denn Tobi war es gewohnt unter seinen Freunden zu sein, viele unterschiedliche Menschen zu sehen und außerdem waren sie ja erst seit kurzem zusammen. Er hoffte nur, dass Tobias sich niemals so langweilen oder einsam fühlen würde wie Nik es getan hatte, bevor er Tobi begegnet war... .

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Stefan und Leoni lächelten nur leicht und gingen weiter, denn sie wollten nach Hause. Die Jungs würden schon nachkommen, wenn sie fertig waren.

Der Kuss dauerte eine ganze Weile und erst schweratmend lösten sich die beiden wieder voneinander. Tobias griff sich die Hand seines Freundes und zog ihn hinter sich her, denn er wollte jetzt auch nach Hause.

Um das zu suchen was ihm schon seit gestern im Kopf herumspuckte und damit er sich dann an sein Engelchen kuscheln konnte.

So schlossen sie wieder zu Niklas Eltern auf und eine halbe Stunde später sahen sie das Haus der Walts schon wieder vor sich.

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Niklas zog sich die Jacke und Schuhe aus und ging mit Stefan ins Wohnzimmer, so wie es dieser vorgeschlagen hatte. Tobias hatte gerade gesagt, dass er mit seiner Mutter nochmal was alleine bereden wollte und war mit ihr in der Küche verschwunden.

Bald würde es Abendbrot geben und danach würde es nicht mehr lange dauern bis sie zurück zum Nordpol mussten. So sollte Tobi wenigstens noch seine gewünschte Zeit mit seinen Eltern haben, auch alleine.

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Als sie sich sicher war, das Stefan und Niklas im Wohnzimmer waren, zog Mama Walt ihren Sohn hinter sich her mit auf den Dachboden. Dort hatte sie das letzte Mal gesehen, was ihr Sohn suchte.

Der Dachboden war zwar vollgestellt mit allerlei Kartons und sonstigem Zeug, aber überhaupt nicht staubig und dreckig und sogar Licht gab es hier oben.

Zielsicher steuere Leoni den letzten Karton ganz in der Ecke an und ließ dann die Hand ihres Sohnes los, um ihn zu öffnen.

Vorsichtig holte sie den Stoff heraus, reichte ihn Tobias und suchte dann weiter, bis sie ein kleines schwarzes Kästchen herausholte, das die Größe einer Musikkassette hatte. "Hier, das war es doch, was du gesucht hast."


Hibbelig reichte der Braunhaarige seiner Mutter den Stoff wieder und nahm dann das Kästchen entgegen, strich einmal über das Ornament im Deckel, bevor er ihn hochklappte. Da lag was er gesucht hatte. Einfach nur perfekt...

"Danke Mama, das hab ich gesucht. Und du hast nichts dagegen?", wollte sich der 23-Jährige vergewissern. Immerhin gehörte es nicht ihm und war - zumindest damals bei seiner Geburt für etwas ganz anderes bestimmt gewesen. Im Laufe der Zeit hatte sich das geändert und Tobi kam das fast wie ein Frevel vor, den Inhalt jetzt für sich selbst zu verwenden.

Liebevoll blickte Leoni ihren Sohn an und umarmte ihn dann. "Nein, ich hab nichts dagegen. Ich sehe doch das du glücklich bist, also mach das, was du dir in den Kopf gesetzt hast."

Zufrieden mit sich und der Welt gingen die beiden wieder hinunter, machten einen Stopp bei Tobias Zimmer wo er das Kästchen ganz zu unters in seine Tasche steckte und kehrten dann zu ihren Männern zurück, die redend im Wohnzimmer saßen.

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Niklas war wirklich froh, dass er seinen Liebsten wieder hatte und zog ihn somit gleich in seine Arme, küsste ihn liebevoll. "Da bist du ja wieder! Was habt ihr denn besprochen?", wollte er gleich flüsternd wissen. Er war eben auch manchmal neugierig.

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"Das bleibt vorerst noch ein Geheimnis. Wenn du ganz lieb bist, erzähl ich es dir heute Abend vielleicht", kicherte Tobias übermütig und stahl sich noch einen Kuss, bevor er sich neben Niklas setzte und an ihn kuschelte.

Er schnappte sich die freie Hand seines Engelchens und verschränkte sie mit seiner. "Und worüber habt ihr geredet?" "Wie man arme, wehrlose Tobis am besten ärgern kann", erwiderte Stefan frech und streckte seinem Sohn die Zunge raus, weil der das auch tat.

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"Niklas verkniff sich ein Lachen und antwortete dann ganz ernst "Ja, dein Vater hatte in paar gute Tipps für mich. Die werde ich auch gleich heute Abend mal ausprobieren!", grinste er dann doch.

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Beleidigt verschränkte Tobias seine Arme vor der Brust. "Komm du mir nochmal in mein Bett, mein Lieber", erklärte er und musste dann stutzen. "Ach ne, is ja dein Bett. Mist aber auch."

Das war nicht fair. Tobias konnte sich ungefähr vorstellen, welche Tipps sein Dad Niklas gegeben haben könnte und das war gar nicht lustig. Ob er Carol nach einem eigenen Zimmer fragen sollte? Er würde zwar nicht schlafen können - so ohne Niklas - aber er lief dann schon nicht Gefahr geärgert zu werden.

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Niklas und Stefan brachen zeitgleich in Gelächter aus und der Blonde zog seinen Freund sofort in seine Arme und küsste ihn auf die Lippen. "Gott, du glaubst aber auch alles!", kicherte er und streichelte Tobis Oberarme rauf und runter. "Du bist süß wenn du schmollst. So lass ich dich heute Abend auch in mein Bett, mein Süßer... ."

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Der Braunhaarige schmollte gleich noch mehr.

"Das ist nicht fair von euch. Keiner hat mich lieb. Mama, die sind gemein zu mir", murmelte Tobias vor sich hin.

"Wenn wir wieder zuhause sind, erwarte ich eine angemessene Entschuldigung von dir, Niki", flüsterte der Schweizer leise, sein Dad musste nicht alles mitbekommen. Aber entgegen seines Benehmens, blitzen seine Augen kurz frech auf und er stahl sich einen süßen Kuss.

Er wusste, dass sein Dad und Niklas nur Spaß machten. Aber er durfte sich auch mal wie ein Kind verhalten und schmollen wenn ihm danach war.

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Niklas lächelte nur milde und streichelte Tobi sanft über den Rücken. Sein Schatz würde sich schon wieder einkriegen und immerhin wusste der Dunkelhaarige dass es nur Spaß gewesen war.

Nach weiteren kleinen Späßen machten sie sich dann jedoch daran geschlossen das Abendbrot vorzubereiten. Immerhin war es bald Zeit für den Aufbruch. "Können wir uns nach dem Abendbrot vielleicht noch hinlegen bis wir dann gegen eins wieder aufbrechen?", fragte Niklas Leoni, während er Gurken schnitt.

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Die Meisten der Späße gingen leider auf Tobias Konto, aber er schmollte nicht mehr. Seinem Freund konnte er ja auch nicht lange sauer sein.


Leoni verteilte die Brettchen und das Besteck auf dem Tisch, als Niklas fragte. "Sicher könnt ihr euch noch hinlegen. Da müsst ihr mich nicht fragen. Immerhin liegt der Nordpol nicht gerade um die Ecke und ihr werdet wohl eine Weile unterwegs sein. Da ist es sowieso besser, wenn ihr davor noch etwas geschlafen habt."

Seine Mum war einfach die Beste.

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"Vielen Dank Leoni. Fangt dann schon mal ohne mich an, ich füttere noch schnell die Rentiere und sehe nach ihnen!", meinte Niklas, griff sich dann ein paar Möhren, sah dabei entschuldigend zu Leoni und verschwand draußen im Garten.

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Tobias sah seinem Freund nur lächelnd hinterher. Zuhause hatten die Rentiere ja immer genug zu fressen in ihren Boxen, aber hier ging das ja nicht.

So setzte sich der Braunhaarige mit seinen Eltern an den Tisch und während die beiden aßen, schmierte Tobi ein paar Brote und belegte sie mit Wurst und Käse, legte sie auf Niklas Brett, bevor er sich selbst etwas machte und wieder einmal Nutella nahm. Das war eben seine Sucht.

*

Niklas hatte unterdessen die Mohrrüben an die Rentiere verfüttert und stand nun neben ihnen, flüsterte ihnen zu, dass es nicht mehr lange dauern würde bis sie in ihren warmen Ställen waren und dass sie weiter so schön ruhig sein sollten. Den Schlitten hatte er vor ihrem Spaziergang abgemacht, damit sich die armen Tiere wenigstens bewegen konnten.

*

Langsam machte sich Tobi doch Gedanken, wo sein Freund blieb. So lange dauerte es doch nicht, um die Rentiere zu füttern.

"Ich schau schnell nach Niklas", erklärte Tobi und stand auf, ging in den Flur und zog seine Schuhe an. Leicht besorgt verließ der Braunhaarige das Haus und lief in den Garten.

Ein warmes Lächeln schlich sich auf seine Lippen, als er den Blonden sah, wie er anscheint mit den Tieren sprach. "Kommst du Essen? Ich hab mir Sorgen gemacht, weil du zu lange weg warst."

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Niklas drehte sich erschrocken um und lächelte dann sanft. "Oh ja, ich komme, entschuldige bitte. Sie sind nur sehr unruhig weil sie es nicht gewöhnt sind so lange irgendwo warten zu müssen", erklärte Niklas und tätschelte nochmal jedes Rentier, bevor er zu Tobi ging und ihn sanft auf die Lippen küsste.

Dann gingen sie gemeinsam ins Haus und Niklas fand es unglaublich süß von Tobi, dass dieser ihm die Schnitten gemacht hatte. "Du bist ein echter Schatz!"

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"Ist doch nicht so schlimm", erklärte der Jüngere und erwiderte den Kuss.

Es freute den Schweizer, dass Niklas sich so über die Brote freute. "Gern geschehen, Engelchen. Und ja, ich bin dein Schatz", grinste er, raubte sich einen Kuss uns setzte sich wieder an seinen Platz, aß selbst noch etwas.

*

Das Essen verlief danach sehr ruhig und nur leise Gespräche wurden geführt. Niklas wurde immer müder und so kam es, dass er nur noch rasch beim Aufräumen half, bevor er schon mal ins Schlafzimmer schlenderte, nicht, dass er hier noch in der Küche umfiel und einschlief. Und Schlaf brauchte er, denn während Tobi während des Heimfluges schlafen konnte, galt das für ihn nicht und wenn sie dann am Nordpol ankamen würde Niklas erst mal die Rentiere verpflegen müssen, bevor er sich wieder hinlegen konnte.

*

Er sah, dass Niklas müde war und so half Tobias seinen Eltern eben mehr.

Als sie fertig waren, verabschiedete er sich herzlich von den beiden, weil Tobi noch nicht wusste, wann er sie das nächste Mal sehen würde. Auch bedankte er sich noch einmal bei seiner Mutter für ihre Hilfe.

Der Spielzeugmacher machte sich dann selbst auf den Weg in sein Zimmer und betrat es leise weil er noch nicht wusste, ob Niki schon schlief.

Ein warmes Funkeln trat in seine Augen, als Tobias den Älteren auf dem Bett liegen sah, in voller Montur und schon halb im Land der Träume.

So trat er zum Bett und begann Niklas vorsichtig aus der Kleidung zu schälen. In Klamotten schlief es sich nicht so gut.

*

"Hm... nicht Dad, ich will noch nicht aufstehen... miste die Rentiere alleine aus...", murmelte Niklas und kuschelte sich fest ins Kissen. Sobald er im Zimmer gewesen war, war er schon aufs Bett gefallen und eingeschlafen, so müde war er.

*

"Du kannst auch in Ruhe schlafen, aber nicht in den Klamotten", murmelte Tobias liebevoll und deckte seinen Freund dann zu, als er ihn bis auf die Unterwäsche ausgezogen hatte.

Sauber hängte der 23-Jährige die Sachen über einen Stuhl und zog sich dann selber aus. Noch kurz verschwand er im Bad, putze sich die Zähne und kehrte dann in sein Zimmer zurück, krabbelte selber ins Bett.

Schnell stellte Tobias seinen Wecker noch auf eins, das hatte ja heute Morgen auch wunderbar geklappt und kuschelte sich dann an seinen Freund, löschte das Licht.

Kurz darauf war auch der Jüngere eingeschlafen.



Braune Blätter [Chaotizitaet]

14 – Neil



Handy? Mist! Neil dachte fieberhaft nach. Natürlich hatte heute alle Welt ein Mobiltelefon. Sogar dieser dämliche Projektpartner von Josh, der sich nicht mal gescheut hatte, diesen darüber anzurufen, um ihn als Taxi zu missbrauchen. Nicht, dass Neil etwas gegen die nächtliche Fahrt in den Peak, die daraus resultierte, gehabt hätte. Aber wie sollte er Josh klar machen, dass er kein Handy hatte? Dass er noch nie eines gebraucht hatte? Wozu auch? Von seiner Familie lebte keiner mehr, Freunde hatte er in dieser Stadt keine, und wenn er zu Hause war – wirklich zu Hause – dann würde das Ding eh keinen Empfang haben. Zugleich war Neil aber auch klar, dass, wenn er kein Handy hatte, er nicht an Joshs Nummer kommen konnte. Und Joshs Nummer bedeutete, dass dieser süße Barkeeper eindeutig an ihm interessiert war und er war nicht gewillt, sich dies entgehen zu lassen. War er es doch irgendwie leid, auf dieser Mission immer nur allein zu sein. Denn selbst wenn er Josh nicht alles von sich erzählen konnte – aber welcher Mensch tat das schon heutzutage? – wäre es doch zumindest schön, sich nicht mehr einsam zu fühlen.

Fieberhaft suchte Neil nach einer Lösung für sein Problem. So schwierig konnte es doch nicht sein, an so ein dämliches Mobiltelefon zu kommen, oder? Schließlich gab es fast an jeder Straßenecke in der Innenstadt einen Laden, der Kommunikationstechnik anbot. Sicher wäre da auch ein Gelegenheitstelefon für ihn dabei... Gut, das würde er sich zwar erst noch zulegen müssen, aber... Plötzlich durchzuckte es ihn wie ein Geistesblitz. Hatte diese Tussnelde von diesem Cal nicht was davon gesagt, dass ihr Mobiltelefon zur Reparatur sei? Schließlich war es nur natürlich, dass so ein kleines, elektronisches Spielzeug irgendwann mal defekt war...

„Mein Handy ist derzeit leider defekt. Totalschaden. Im Laden versuchen sie momentan zumindest die gespeicherten Daten und die Sim-Karte zu retten“, fabulierte Neil unter Berücksichtigung all dessen, was er je im Vorbeigehen über Mobiltelefone aufgeschnappt hatte. „Viel Hoffnung konnten sie mir allerdings nicht machen. Möglich also, dass ich ab morgen eine neue Nummer habe. Wäre nicht wirklich hilfreich, wenn ich dir also meine noch aktuelle Nummer gäbe. Aber wie wäre es, wenn du mir deine gibst, und ich dir morgen, sobald ich weiß, wie es mit meinem Handy weitergeht, eine SMS schicke? Dann hast du auf jeden Fall die richtige Nummer.“

Es war Catherine, die misstrauisch zu sein schien. „Was um alles in der Welt haben Sie mit Ihrem Mobiltelefon gemacht, dass noch nicht einmal die Sim-Karte heilgeblieben ist?“

Neil verzog das Gesicht. Verlegen kratzte er sich am Kopf. „Also, das ist mir jetzt wirklich peinlich... Es war so, ich wollte gerade mein Badezimmer putzen. Einschließlich Fugen in der Dusche schrubben. Sie wissen schon, wo sich sonst gerne Schimmel rein setzt. Ergo so richtig mit etwas Bleiche, damit sich mögliche Sporen gleich wieder verziehen und eine andere Dusche zum Besetzen suchen. Damit mir mein Handy aber nicht in den Putzeimer mit dem Bleiche-Wasser-Gemisch fällt, hab ich es ganz klug oben auf das Regal mit den Handtüchern gelegt. Es kam natürlich, wie es kommen musste... ein Anruf ging ein, das Handy fing an zu vibrieren, bewegte sich das Regal entlang, stürzte runter, riss die Bleiche-Flasche mit sich, die aufplatzte, das Handy selbst nahm die Kante des Handtuchhalters mit und erlitt dabei einen Riss im Display und die Pfütze Bleiche auf dem Boden hat dann den Rest erledigt. Das hat man davon, wenn man einmal absolut ordentlich beim Putzen sein will.“

„Autsch!“, antwortete Josh mitfühlend und sogar besagte Catherine schien einigermaßen von der Geschichte überzeugt zu sein. Oder zumindest ließen ihn seine Putzbemühungen in einem besseren Licht erscheinen. Egal wie, sie schien Josh etwas zu bedeuten und einen gewissen Einfluss auf ihn zu haben, von daher wäre es unklug sie nicht zu überzeugen. Oder es sich gar mit ihr zu verscherzen.

Auf jeden Fall jedoch brachte ihm diese Geschichte Joshs Handy-Nummer ein. Mit einem ungehörten, erleichterten Seufzer und einem zufriedenen Lächeln, steckte Neil den Zettel mit der Nummer in seine Jackentasche. Dann wandte er sich wieder Josh zu. „Wie sieht es aus, musst du schon wieder zurück oder hast du noch Zeit für einen Glühwein? Sie sind natürlich auch eingeladen“, wandte er sich rasch an Catherine. „Diese Zufallsbegegnung sollte nicht so schnell zu Ende gehen.“

„Wenn es auch heißer Kinderpunsch sein kann, gerne“, erwiderte Josh nach einem kurzen Blick auf die Uhr. „Ich muss schließlich noch arbeiten, und nur weil ich Alkohol ausschenke, heißt das noch lange nicht, dass ich dabei angetrunken sein darf. Ich habe bei meinen Angestellten eine Null-Promille-Politik, da sollte ich mit gutem Beispiel vorangehen.“

Catherine entschuldigte sich. „Ich muss leider los. Wir haben noch eine Probe. Beatrice kriegt es immer noch nicht hin, bei ihrem Auftritt die Klappe zu halten.“

„Aber, ich dachte...“, sagte Josh noch, dann war Catherine auch schon im zunehmenden Menschengedränge verschwunden. Er schüttelte verwundert den Kopf. „Dabei hatte sie mir vorhin noch gesagt, dass sie erst heute Abend wieder proben würden...“

Neil grinste. Er ahnte, weshalb Catherine gegangen war, und ehrlich, wenn er sie das nächste Mal im Twice sah, würde er ihr dafür danken. Die alte Dame hatte nämlich gemerkt, dass er am liebsten alleine mit Josh wäre, und auch Josh sich in ihrer Gegenwart wohl kaum auf die Fortsetzung ihres Flirts einlassen würde, egal wie sehr er es insgeheim wollte, und somit beschlossen, ihnen ein klein wenig auf die Sprünge zu helfen.

„Du kannst sie ja spätestens, wenn sie das nächste Mal ins Twice kommt, danach fragen, ob sie irgendwelche Termine durcheinander gebracht hat, oder ob sie einfach nur gerne drei Stunden und mehr zu früh zu einer Probe erscheint.“ Er grinste Josh schelmisch an, der ihn empört auf den zum Glück durch die Winterjacke gut gepolsterten Arm schlug. „Also komm, lass uns was Heißes zu trinken holen.“ Und er griff sich Joshs Hand, um diesen zum nächstgelegenen Glühweinstand zu ziehen. Dabei stellte er fest, dass sich dessen Hand exakt so gut anfühlte, wie er es in Erinnerung hatte. Vielleicht sogar noch ein bisschen besser.

Je länger er in der Gegenwart des jungen Mannes weilte, je mehr er über diesen erfuhr, desto mehr machte sich in Neil die bislang stets niedergedrückte Hoffnung breit, dass er vielleicht doch nicht dazu verdammt war, ein ewig einsames Leben zu führen. Und sei es nur für ein paar kurze Jahre...



14. Dezember [Laila]
Flugzeug
Reno und Christoph

Eigentlich hatte Reno heute frei, aber dennoch saß er im Cockpit seines Fliegers. Er war Pilot bei der Marine und einer der Besten.
Heute war er jedoch nicht dienstlich unterwegs, sondern ganz privat mit seinem Partner Christoph.
Seit knapp 3 Jahren waren sie nun schon ein Paar und dank Renos Job hatten sie nie die Zeit zusammen, die sie wollten.
Auch wenn Reno seinen Job liebte, ab und an wollte er einfach mehr Zeit mit Christoph.
Kurz warf er seinem Freund einen Blick zu und grinste breit.
„Bald sind wir da und dann machen wir uns einen schönen Tag. Der gehört nämlich nur uns.“
Er hatte die Flugdaten bereits eingegeben, sodass er nun nichts weiter tun musste.
Christoph neigte den Kopf, als Reno zu ihm kam und sich auf seinen Schoss setze.
Rote, lange Haare umschmeichelten das schöne Gesicht und Christoph wusste wieder warum er diesen Mann so begehrte.
Seine Arme umschlangen den schönen Mann und zogen ihn näher.
Reno presste seine Lippen auf die seines Liebsten und küsste ihn hungrig. Heute wollte er nichts anderes tun.



Schnelle Lebkuchen [Laila]

200 g Mehl
150 g Mandeln
15 g Lebkuchengewürz
1 Msp. Kardamom
125 g Puderzucker
200 g Butter

Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und ca. 2 Stunden kalt stellen.
Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und ausstechen.
Ca. 8-12 Minuten bei 180 Grad backen.
Nach Belieben verzieren.