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16

Catching Santa Claus [Ira]

Türchen 16

Tobias war schon eine ganze Weile wach. Er hatte einfach nicht mehr schlafen können und so beobachtete er eben seinen Freund im Schlaf, konnte seinen Blick einfach nicht von den Ringen nehmen.

Er war unendlich froh, dass man ihn gestern doch noch gefunden hatte. Auch wenn er den schuldigen Elf nie finden würde, weil er einfach nicht wusste wie er aussah. Aber es war auch ein Ding der Unmöglichkeit, sie alle auseinander zu halten. Niklas und vor allen Dingen dessen Vater kannten sie schon ihr Leben lang, Tobias gerade mal ein paar Tage. Da konnte niemand so viele Elfen auseinander halten.

Aber, war derselbe Elf dann auch dafür zuständig, dass sein erstes Spielzeug kaputt war? Santa hatte ja gesagt, dass er nicht daran glaubt, dass einer der Elfen es gewesen war. Und Tobias glaubte das auch nicht so wirklich.

Aber dann blieb ja nur noch einer von Niklas Geschwister und das wollte Tobias wirklich nicht, weil er alle mochte und die ihn wohl auch.

Es war einfach zum Haare raufen.

/Vielleicht hilft eine warme Duschen/, überlegte der Braunhaarige und nickte dann. Ja, er würde jetzt duschen gehen.

So löste er sich von dem Blonden, hauchte Niklas noch einen Kuss auf die Lippen und suchte sich dann sein Zeug zusammen, bevor er leise das Zimmer verließ und ins Bad ging.

Schnell war er ausgezogen und stand unter der Dusche, ließ das warme Wasser auf sich hinab rieseln. Dass er die Tür nicht abgeschlossen hatte, hatte Tobi schon längst wieder vergessen. Noch immer drehten sich alle Gedanken darum, wer etwas gegen ihn haben könnte... .

*

Niklas erwachte weil sein Schatz nicht mehr neben ihm lag. Und natürlich bemerkte sein Körper das sofort, denn immerhin war er jetzt darauf eingestellt Tobi bei und an sich zu haben. Besonders gestern. Sie hatten stundenlang geknutscht, gekuschelt, sich gestreichelt... es war unglaublich schön gewesen.

Ein Blick auf den Ring an seinem Finger ließ Niklas breit und glücklich grinsen. Er war niemals zuvor SO glücklich gewesen... und nach dem gestrigen Erlebnis, wo sie sexuell nicht weiter gegangen waren, würde es vielleicht genau jetzt der richtige Zeitpunkt sein ihre Beziehung zu vertiefen und mit Tobias zu schlafen... mal sehen was der davon hielt. Doch erst mal finden.

Rasch stand Niklas auf und verließ sein Zimmer, hörte aus dem Bad gegenüber die Dusche rauschen und drückte testend die Türklinke. Hey, Glück musste man haben, es war offen. Doch nicht mehr lange, denn kaum hatte Nik das Bad betreten, schloss er die Tür ab, zog sich aus und schlich sich leise in die Dusche rein, stellte sich hinter Tobi und streichelte ihm über den Po. "War es Absicht von dir die Tür aufzulassen?

*

Sein Herz schlug Tobias bis zum Hals, als er so plötzlich eine Hand auf seinem Po spürte und Niklas Stimme hörte. "Oh Gott, Niki. Erschreck mich doch nicht so", murmelte der Jüngere und drehte sich dann um.

"Die Tür war offen? Dann hab ich das wohl vergessen. Ich war so in Gedanken", erklärte Tobias und legte dem Blonden dann die Arme um den Nacken. "Morgen Engelchen. Gut geschlafen?", wollte er neugierig wissen und stahl sich einen Kuss.

*

"Ja, bis du mich schändlich verlassen hast!", knurrte Niklas und zog Tobis Becken an seines, legte beide Hände besitzergreifend auf den runden Po. "Ich hab von dir geträumt, merkst du's?"

*

Als Niklas sein Becken fordernd an sein eigens zog und Tobi die Erregung spüren konnte, stöhnte er auf.

"Ja, ich spüre es", erwiderte er rau und bewegte sein Becken ein wenig. "Willst du hier weiter machen oder doch lieber im Bett?", wisperte der Braunhaarige und stürzte sich dann auf Niklas Ohr, knabberte am Ohrläppchen.

*

"Oh Bett wär mich ganz lieb. Doch vielleicht sollte ich dich vorher schon einseifen... deinen süßen Po waschen...", murmelte Niklas und griff nach der Seife. "Ich denke... dass wir vielleicht weiter gehen könnten Tobi... aber nur wenn du willst natürlich!"

*

"Oh ja, wasch mich. Ich bin dreckig", raunte Tobias und funkelte seinen Freund an.

Niklas war einfach so süß, wenn er unsicher und verlegen war. "Sicher will ich. Für den Rest meines Lebens nur noch mit dir. Und wenn du mich wieder richtig vorbereitest, tut es auch nicht weh, weil ich dich sicher anbetteln werde, dass du dich mit mir vereinst. Aber auch nur, wenn du das wirklich willst, ja Engelchen?"

Die eine Hand zog ihre Kreise in Niklas Nacken, während die andere über die Brust wanderte.

*

"Oh Baby, glaub mir: Ich will das so sehr!", lachte Niklas und drehte Tobi dann um, ging in die Knie und küsste den süßen Po. "Dann widme ich mich dir Dreckspatz mal besonders", Sinnlich begann er die Seife auf den strammen Backen zu verteilen und gründlich die Pofalte einzuseifen, als es an der Tür klopfte und sie beide sofort zusammen schreckten.

"Niklas?!" Das war sein Vater. "Niklas, Yrene kalbt, kommst du?" Sofort war Niklas aus der Dusche raus. "Ein Rentier bekommt ein Junges.", erklärte er Tobi und trocknete sich eilig ab, zog sich dann an und küsste Tobi zum Abschied, bevor er auch schon aus dem Bad verschwand.

*

Tobias zuckte heftig zusammen, als er Niklas Vater rufen hörte. Das durfte doch alles nicht wahr sein.

Der 23-Jährige erwiderte den Kuss und blickte dann seinem Freund hinterher. Da hatte eindeutig einer etwas dagegen, dass sie sich noch näher als so schon kamen.

Tief seufzend begann Tobias sich fertig zu waschen und dann abzuduschen. Bei Niklas und seinem Vater war er eh nur im Weg. Dann würde er eben in die Werkstatt gehen und sein Geschenk fertig machen.

So stieg Tobi wenig später aus der Dusche und trocknete sich ab, zog sich an.

Nachdem er das Bad aufgeräumt hatte, lief er in die Küche und frühstückte dort mit dem Rest der Familie. Als er Carol beim Aufräumen geholfen hatte - da hatte er sich nicht rein reden lassen – verschwand er wie vorgehabt in die Werkstatt. Er würde noch ein paar Stunden brauchen, bis er fertig war.

*

}|{

"Kann ich dich alleine lassen? Die Elfen verladen momentan die Geschenke und das will ich beaufsichtigen."

"So wie jedes Jahr Dad, geh schon.", lächelte Niklas und schickte seinen Vater aus dem Rentierstall. Sie hatten Yrene bereits für die Geburt fertig gemacht und alles für den Neuankömmling vorbereitet, doch sein Vater war die ganze Zeit gedanklich nicht wirklich bei der jungen Rentierkuh gewesen und somit war es besser so, wenn Nik das alleine tat.

Es war nicht seine erste Rentiergeburt - Yrenes dagegen schon! Sie hatte Schmerzen und große Angst. Das würde wohl sehr sehr lange dauern... .

*

Kritisch betrachteten graue Augen sein Werk. Aber das Geschenk hielt Tobias prüfendem Blick stand.

Ja, er war fertig. Niki hatte jetzt aber zu viel zu tun, da konnte er ihn jetzt nicht stören. Also würde er es Santa zeigen, der war ja schon beim ersten Mal so neugierig gewesen.

Der Spielzeugmacher stand auf, räumte die Werkzeuge wieder weg und putze den Tisch, bevor er sich die Holzskulptur nahm und den Raum verließ. Aus Gewohnheit warf er einen Blick zu den Elfen rein und war erstaunt, dass er keine vorfand. /Vielleicht unten beim Geschenke einpacken oder verladen. Dann störe ich sie lieber auch nicht/, entschied Tobias und verließ dann doch die Werkstatt, ging hinüber zum Haus, um den Weihnachtsmann zu suchen.

*

"Beruhigt euch, beruhigt euch!" Es war schwer die Elfen zur Ruhe zu bringen. Santa gab sich alle Mühe, doch andauernd schwatzten die hohen Stimmen durcheinander.

"RUHEE!", rief schließlich Niklas laut. Er war von einigen total aufgelösten Elfen aus dem Rentierstall geholt und in den Keller der Spielzeugwersktatt gebracht worden. Zum Glück hatte Yrene ihr Kalb bereits und dies war quicklebendig und so konnte man die beiden auch beruhigt alleine lassen.

Im Packraum hatte er sämtliche Elfen und seinen Vater vorgefunden, der sichtlich aufgeatmet hatte. Offenbar hatte Santa ihn von den Elfen holen lassen. "Also, was ist hier los?!", fragte er nochmal mit Nachdruck und Gorgel , einer der ältesten Elfen, trat hervor.

"Meister, die Spielzeugmaschinen sind kaputt. Jedes Spielzeug, welches sie hervorbringen ist beschädigt oder es fehlen Einzelteile, die wir dann in den Zahnrädern wieder finden. Meister, jemand hat die Maschinen manipuliert!", rief er aufgebracht und die anderen Elfen nickten sofort wild.

Niklas war entsetzt, ebenso sein Vater, der sofort streng fragte: "Habt ihr jemanden gesehen?"

Gorgel trat zurück und ließ den Kopf hängen, was die anderen Elfen ihm nachmachten. Lange herrschte Stille und so fragte Niklas erneut: "Nun?"

Dann ertönte eine leise Stimme: "Es war To-Tobias... Meister Niklas' zukünftiger Gefährte!" Dann brach das Chaos los... .

*

Im Wohnzimmer fand Tobias nach einigem Suchen schließlich Luci, die friedlich mit ein paar Bauklötzchen spielte.

"Luci, hast du deinen Vater gesehen? Ich suche ihn schon eine Weile und er wollte sich doch unbedingt mein Spielzeug ankucken", fragte er die kleine Blonde.

Diese drehte auch sofort ihren Kopf und ihre Augen fingen an zu leuchten, als sie die Holzfigur sah. Sofort stand sie auf, rannte zu Tobias und bekuckte sich die Sache.

"Keine Ahnung wo Papa ist. Er war im Rentierstall, weil doch eines der Rentiere ein Baby bekommt", erklärte Luci und sah dann bettelt Tobias an. "Kann... kann ich das Spielzeug mal in die Hand nehmen?"

Der Braunhaarige lachte leise und reichte dem Mädchen den Weihnachtsmann der in seinem Sessel saß.

*

Unterdessen versuchte Santa wieder Ruhe in die Menge zu bekommen, während Niklas langsam zurück ging und sich schließlich auf den Boden setzte. Das konnte nicht sein. "Tobi würde... so was nicht tun!", meinte er leise und sah dann die Elfen böse an. "Ihr lügt!!!"

*

Santa seufzte und rieb sich über die Augen. Von dem Geschrei und der Anschuldigung bekam er langsam aber sicher Kopfschmerzen.

Auch tat ihm sein Sohn leid, aber Elfen logen eben nicht. Nicht bei ihrem Herren und das war nun einmal er.

"Niklas, du weißt so gut wie ich, dass die Elfen mich nicht anlügen und dich auch nicht. Sie sind uns verpflichtet und müssen die Wahrheit sagen. Aber wir sollten Tobias suchen und ihn dazu befragen", entschied Santa und blickte mitleidig auf seinen Ältesten.

*

"Tobi war das nicht! Dieses Mal lügen die Elfen. Habt ihr ihn etwa gesehen? Tobias hat doch überhaupt keine Ahnung wie die Maschinen überhaupt funktionieren und da soll er sie manipulieren können?", schrie er nun aufgebracht und erhob sich, sah drohend zu den Elfen. "Wer behauptet hier Tobias gesehen zu haben???!"

Angstvoll zitterten die Elfen, doch weil sie eben immer ehrlich waren, hob die Hälfte der Gruppe die Hand, zog sie dann bei Niklas verzweifelten Schrei rasch wieder ein. In wenigen Sekunden war Niklas an ihnen vorbei und raus aus der Werkstatt gestürmt.

*

Der Weißhaarige schüttelte seinen Kopf. Es wurde ja immer schlimmer. Erst das mit dem zerstörten Spielzeug, dann wurde Tobi eingesperrt und jetzt die Maschinen. Hier war ganz eindeutig etwas faul.

"Seht zu, dass ihr die Maschinen wieder repariert bekommt und ab sofort wird genau darauf geachtet, wer die Werkstatt betritt und es wird aufgeschrieben. Haben wir uns verstanden?"

Die Elfen nickten geschlossen und damit verließ der Weihnachtsmann seine Werkstatt, machte sich auf die Suche nach seinem Sohn und nach Tobias. Die beiden konnten ja eigentlich nur im Haus sein.

*

Genau in eben jenem fand Niklas Tobias vor Luci stehend und eilte auf ihn zu, riss ihn förmlich an sich und sah ihm in die Augen. "Tobias...warst du heute im Maschinenraum? Hast du was mit den Maschinen gemacht? Aus Versehen vielleicht??"

*

Tobias zuckte zusammen als er so plötzlich an Niklas gerissen wurde, obwohl er mit ihm noch lange nicht gerechnet hatte. Immerhin wusste der Schweizer ja nicht, wie lange so eine Geburt dauerte.

Verwirrt blickte er mit großen Augen zu seinem Freund auf. Was wollte der? "Nein", schüttelte Tobi den Kopf. "Ich war nicht im Maschinenraum und hab auch nichts an den Maschinen gemacht. Warum?"

*

"Weil sie kaputt sind und die Hälfte der Elfen dich gesehen hat, wie du sie manipuliert hättest!", meinte Santa Claus, der kurz nach Niklas das Zimmer betreten hatte.

Niklas blickte nun flehend auf Tobi hinab. "Die haben sich ganz bestimmt geirrt, du lügst mich nicht an, das weiß ich."

*

Bei der Anschuldigung begann Tobias zu zittern, er konnte gar nicht anders. Das über die Hälfte der Elfen ihn gesehen haben wollte, wie er etwas manipulierte, von dem er gar nicht in der Nähe gewesen war, das half ihm nicht gerade ruhig zu bleiben.

"Aber... aber ihr glaubt mir doch. Ich hab nichts getan", sprach Tobi schnell und verzweifelt, blickte immer wieder zwischen Niklas und dessen Vater hin und her.

Warum hätte er das tun sollen? Er liebte Weihnachten doch und würde nie einem Kind das Fest verderben. Genau das sagte er auch den beiden.

*

"Das weiß ich und natürlich glaube ich dir. Du warst das nicht!", meinte Nik entschlossen und zog Tobi in seine Arme, hielt ihn fest. "Ich weiß nicht was die Elfen da treiben, aber Tobi haben sie sicher nicht gesehen. Vielleicht ist das ja auch bloß wieder so eine Aktion gegen Tobi. Sie haben ihn doch auch schon eingesperrt!"

*

Der Kleinere drückte sich fest an Niklas, suchte Geborgenheit und die Gewissheit, dass die beiden im glaubten. Er war es doch nicht gewesen. Er hatte die ganze Zeit gearbeitet.

"Ich war nicht einmal in der Nähe, der Maschinen. Ich hab das Geschenk fertig gemacht und bin dann gleich ins Haus, weil ich den Weihnachtsmann gesucht habe. Bitte... bitte, ich war es nicht", murmelte der 23-Jährige.

Wer hatte nur was gegen ihn, dass er ihn so denunzierte?


Der Weihnachtsmann glaubte dem Braunhaarigen, alleine schon, weil er so verzweifelt aussah. Man musste den Kleinen einfach lieb haben. /Nur wenn kann sonst dahinter stecken? Die Elfen können nicht lügen, nicht mir gegenüber. Aber wer hätte sonst die Möglichkeit, dass alles zu machen?/ Er kam einfach auf keinen grünen Zweig.

Aber jetzt wollte er sich erst einmal Tobias Arbeit ansehen. So trat er zu seiner Jüngsten, ging vor ihr in die Hocke und betrachtete sich das Spielzeug. Es sah wirklich perfekt aus, da hatte er nichts daran auszusetzen.

Die Eisenbahn hätte bestimmt auch so gut ausgesehen, wenn sie nicht zerstört worden wäre.

*

"Dad... Tobi war es nicht. Das weiß ich. Sieh ihn dir doch an, er ist dazu gar nicht fähig. "

"Ja Tobi hat nichts gemacht!", mischte sich nun auch Luci ein und klammerte sich an dem Hosenbein des Braunhaarigen fest. "Nein er war es sicher nicht, doch irgendwer MUSS dahinter stecken und ich glaube nicht, dass es die Elfen sind!", meinte Santa und nahm Luci zu sich.

*
An all den Sachen war doch nur er schuld, weil er unbedingt hatte zum Nordpol kommen müssen. Wenn Tobias nie seinen Wunsch an den Weihnachtsmann geschickt hätte, dann wäre Caroline nie auf ihn aufmerksam geworden und hätte ihm keine Rentiere geschickt um ihn zu holen.

Dann wäre der Schweizer zwar wegen Herzschmerz und Liebeskummer gestorben, aber hier würde nicht immer sabotiert werden, wo es nur ging. Vielleicht sollte er doch wieder nach Hause, damit hier wieder alles seinen gewohnten Gang ging.

"Soll ich besser gehen? Dann passieren solche Sachen nicht mehr und Weihnachten kann auch ohne Probleme über die Bühne gehen", wollte er leise wissen und konnte die Tränen nicht zurück halten.

Wenn Tobi noch länger blieb, dann gab es vielleicht gar kein Weihnachten mehr, weil irgendwer den Schlitten manipulierte oder gar den Rentieren etwas antat.

*

"Ja spinnst du? Ich lass dich sicher nicht mehr gehen!", meinte Niklas fest und hob Tobis Gesicht, sah ihm in die Augen. "Wir gehören zusammen, das hast du gestern doch selbst gesagt. Wir kriegen raus wer das alles macht und warum. Du bist es sicher nicht und wir werden die Elfen davon auch überzeugen", versicherte er und nahm Tobi dann erst mal mit in die Küche. Er brauchte jetzt etwas Warmes zu trinken.

*

Tobias zuckte leicht zusammen, als Niklas ihn beinahe so anfuhr. Das war er von seinem Freund nicht gewohnt.

Wie betäubt ließ sich der Jüngere mit ziehen, setzte sich auf einen der Stühle und beobachtete seinen Freund eher nebenbei, wie er Tee kochte.

"Ich will ja auch nicht gehen und verdammt nochmal, ja wir gehören zusammen. Aber ich will auch nicht, dass die Kinder zu Weihnachten keine Geschenke bekommen, weil ich hier bleibe und dann noch etwas Schlimmeres als kaputte Maschinen passiert", erklärte Tobias seinem Freund.

*

"Du kannst nicht gehen!", meinte nun auch Santa, der den beiden mit Luci auf dem Arm gefolgt war. "Du gehörst hierher Tobi, zu Niklas. Jetzt wo alle das akzeptiert haben und du schon fast zur Familie gehörst, kannst du nicht so einfach gehen. Fakt ist, dass es irgendeinem nicht passt, dass du hier bist und denjenigen müssen wir stoppen.

Derjenige wird nicht bekommen was er will... nämlich dich loswerden! Da bin ich mir mittlerweile sicher!", sagte er fest und ließ sich Tobi gegenüber auf den Stuhl sinken: "Versprich uns, dass du hier bleibst."

*

Der Grauäugige schwieg auf die Worte hin. Er wollte ja auch bleiben, bei seinem Freund. Nichts lieber als das. Wer wollte ihn loswerden und warum?

Er drehte mit seinem Daumen den Ring, den er seit gestern trug.

"Ich... ich verspreche es. Ich will eigentlich auch gar nicht weg, aber ich seh doch, dass es nur noch schlimmer werden kann. Wenn jetzt schon die Maschinen in meinem Namen manipuliert werden, dann will ich nicht wissen, was als nächstes passiert."

Tobias seufzte und fuhr sich mit seiner anderen Hand durch die Haare. Tobias blickte zu seinem Freund und lächelte sanft, als er den silbernen Ring aufblitzen sah. "Ich werde bleiben", erklärte Tobi schließlich fest und ernst.

*

Alle atmeten sofort auf und kurz darauf kam Niklas mit einer Kanne Tee und vier Tassen zum Tisch zurück, stellte alles ab und küsste Tobias liebevoll. "Danke... ich will nicht wieder ohne dich sein, verstanden? Nie wieder! Wir gehören zusammen! Und ab jetzt bleibst du pausenlos in meiner Nähe. So kann keiner wieder was behaupten!"

*

Lächelnd erwiderte Tobias den Kuss und griff sich dann seine Tasse, füllte erst den anderen Tee ein und dann sich selber. So hatte er das gelernt.

"Dann muss ich Uli bitten, dass er mir zu Geburtstag anstatt was für die Eisenbahn, ein paar Handschellen schenkt. Dann kannst du mich schon nicht verlieren", kicherte der Braunhaarige und trank dann erst einmal einen Schluck Tee.

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"Na siehst du, jetzt macht er schon wieder Scherze", lachte Santa seinen Sohn an. Er war erleichtert, dass sie Tobi wieder hatten aufmuntern können, jetzt musste er nur noch herausfinden wer ihn hier nicht haben wollte und das alles tat. Und vor allem wie er es geschafft hatte den Elfen vorzugaukeln, Tobi wäre das gewesen... .

*

Luci kicherte vor sich hin. Zwar verstand sie nicht alles, was Tobias da sagte, denn sie kannte Handschellen nicht, aber sie war froh, dass es dem Braunhaarigen wieder besser ging.

"Tobi magst du mit mir puzzeln? Ich hab da ein ganz Großes, das ich alleine nicht puzzeln darf, weil Mama sagt, es ist zu schwierig." Aus großen Augen blickte Luci den Älteren an. Sie mochte den Freund ihres Bruders.


Der Schweizer lachte leise. Luci hatte wirklich einen Narren an ihm gefressen. "Sicher werde ich ein wenig mit dir Puzzeln, wenn Niki das erlaubt. Immerhin bin ich ja nicht alleine, wenn ich bei dir bin."

*

"Ich weiß nicht ob ich das erlauben sollte! Luci puzzelt doch immer mit mir. Jetzt bin ich eifersüchtig!", schmollte Niklas gespielt und wuschelte seiner kleinsten Schwester durchs Haar, küsste Tobi und nickte seinem Dad dann zu. "Dann spielt ihr zwei und Dad und ich gehen nochmal zu den Elfen!"

*

Tobias erwiderte den Kuss und lachte dann leise. Wenn sein Freund schmollte, sah er so niedlich aus. "Schmollst du jetzt weil ich lieber mit Luci spiele als mit zu den Elfen zu gehen, die mich wohl am liebsten in der Luft zerreißen würden oder weil Luci mir die Ehre zu teil werden lässt, mit ihr zu puzzeln?", wollte Tobi neugierig wissen.

Darauf, dass der Weihnachtsmann und Niklas wieder zu den Elfen gehen würden, nickte Tobi nur. "Macht das. Ich war es wirklich nicht und schwöre das vor jedem Gericht. Vielleicht findet ihr ja doch was raus. Ansonsten müsst ihr mich halt wegschließen wenn die Elfen euch nicht glauben."

*

"Natürlich mag ich es nicht, dass du mit Luci puzzelst, ICH puzzle sonst mit meinem kleinem Sonnenschein!", erklärte Niklas und kam nochmal zu Tobi, nahm ihn in den Arm. "Wir werden dich sicher nicht wegschließen. Die Elfen werden schon auf uns hören!", versicherte er und verschwand dann mit seinem Dad aus der Küche.

*

Der Jüngere genoss die Umarmung, erwiderte sie, bevor er seinen Freund wieder loslassen musste, weil die dann wieder in die Werkstatt wollten.

Seufzend saß Tobi jetzt da, wünschte sich bei seinem Freund zu sein und starrte in seine Teetasse. Aber bis das nicht geklärt war, würden ihn keine zehn Pferde so schnell in die Nähe der Elfen bringen.

Luci, der Tobias Leid tat, rutschte von ihrem Stuhl und trat neben ihn, griff mit ihrer kleinen Hand nach der von Tobias. "Komm, Tobi. Lass uns puzzeln gehen. Das bringt dich auf andere Gedanken."

Der Spielzeugmacher nickte, stellte ihre Tassen und die Kanne auf ein Tablett das die kleine Blonde ihm zeigte und folgte dem Mädchen dann ins Wohnzimmer.

Ein Puzzle mit 500 Teilen sollte es sein und einer Winterlandschaft mit jeder Menge Pinguine und Eisbären. Das war natürlich schwierig, weil ein Teil wie das andere aussah.

So machten sich die beiden erst einmal daran, die Randteile herauszusuchen und sie zusammen zu setzten.

*

"Okay, was machen wir?", fragte Niklas nachdem er und sein Vater das Haus verlassen hatten. "Wir befragen die Elfen, um herauszubekommen warum sie der Meinung sind Tobi wäre es gewesen. Am besten getrennt. Und nur diejenigen, die sich vorhin gemeldet haben.", schlug Santa vor und Niklas stimmte da gerne zu.

Also riefen sie in der Werkstatt wieder alle Elfen zu sich und sortierten jene aus, die nichts gesehen hatten, schickten jene zurück zu den Maschinen, um sie weiter zu reparieren.
Dann teilten sie die Elfen in zwei Gruppen auf und Niklas ging in die Weihnachtsmannwerkstatt, während Santa seine Befragung im Briefraum begann. Jeder der beiden rief die Elfen nacheinander rein und befragte diese genau.

Das würde zwar länger dauern, aber so konnten sich die Elfen nicht absprechen und wurden nicht von einem anderen Elfen abgelenkt oder sogar beeinflusst.

*

Luci machte es Spaß, mit dem Braunhaarigen zu puzzeln. Fast so, als würde sie mit ihrem großen Bruder puzzeln. Sie waren auch ziemlich gut zusammen, denn immer wen Tobi ein Teil nicht verarbeiten konnte, schaffte es Luci und umgekehrt.

Irgendwann gesellte sich auch noch Michel dazu, der dem Ganzen nur mit einer gehobenen Augenbraue folgte. Er verstand nicht, was man am Puzzeln finden konnte, damit man sich über Stunden damit beschäftigte. Aber er war mit seinen Gedanken ja eh wo anders... .

*

Gegen Abend betrat auch Caroline das Wohnzimmer. Sie war bereits drüben bei Niklas und ihrem Mann gewesen, um ihnen etwas zu trinken zu bringen und hatte dabei alles erfahren.

Natürlich war sie sich sicher, dass Tobias keineswegs etwas damit zu tun hatte und sie wollte ebenso wie alle anderen schleunigst herausfinden wer der wahre Übeltäter war. Doch jetzt musste erst mal das Abendbrot vorbereitet werden. "Hallo ihr drei. Hilft mir jemand in der Küche?"

*

Der Spielzeugmacher und die kleine Schwester von Niklas waren gut vorrangekommen und so war schon einiges zu sehen, als Caroline ins Zimmer kam.

"Sicher doch Carol. Das mach ich gerne", erwiderte Tobias und wandte sich dann an die kleine Blonde. "Du hilfst deiner Mama doch sicher auch, oder Luci?"

Luci nickte wie wild und sprang von ihrem Stuhl. "Erst Händewaschen", bestimmte sie und lief zu Tobias und zog ihn hinter sich heraus aus dem Wohnzimmer, nachdem der 23-Jährige aufgestanden war.

Wenig später fanden sie sich in der Küche ein, in der auch schon Michel stand und irgendwas klein schnitt.

*

Während in der Küche nun das Abendbrot vorbereitet wurde, schickte Niklas gerade den letzten Elf zurück an die Maschinen. Nun hatte er alle in seiner Gruppe befragt. Mal sehen wie weit sein Vater war.

Also verließ Niklas die Weihnachtsmannwersktatt und ging zum Briefraum, sah noch zwei Elfen vor der Tür warten. Dann konnte er ja bei diesen beiden mit zuhören. Laut klopfte er an, bevor er das Zimmer betrat und sich still neben seinen Vater setzte.

*

Während Luci sich daran machte, den Tisch zu decken, denn da stand sie nicht im Weg und das war auch nicht zu schwer für sie, kümmerte sich Tobias um die Kartoffeln die geschält werden mussten und Michel verarbeitete das Gemüse.

Sie arbeiteten gut zusammen, sodass schnell alles in den Töpfen und in der Pfanne brutzelte.

Nach einer halben Stunde war alles soweit fertig und während Luci ihren Geschwister Bescheid sagte, Tobi sich dazu bereit erklärte seinen Freund und dessen Vater zu holen, trug Michel den Tee ins Wohnzimmer, schenkte in jede Tasse etwas ein.

Kurz drauf trug auch schon Carol die Schüsseln und die Platte mit dem Fleisch.


Tobias rieb sich über seine Arme, als er in die Werkstatt trat. Für den kurzen Weg hatte er sich keine Jacke angezogen. Der Braunhaarige schüttelte sich, denn es hatte angefangen mit schneien und ein paar der Eiskristalle hingen in seinen Haaren.

Der 23-Jährige lief zum Briefraum und klopfte dort an, weil er nicht wusste, ob überhaupt wer im Raum war und ob er nicht störte. Aber der Weihnachtsmann schien sich oft hier aufzuhalten, deswegen wollte er es zuerst hier versuchen.

Als keine Antwort kam, öffnete Tobi die Türe und streckte seinen Kopf durch den entstandenen Spalt.

*

Niklas und Santas Claus hatten gerade den letzten Elfen weg geschickt und ihre Ergebnisse ausgetauscht, als Tobi den Kopf zur Tür herein steckte. "Hey Schatz. Ist was passiert?", fragte Niklas lächelnd und winkte ihn herein.

*

Lächelnd trat Tobias ein und schloss die Türe hinter sich. Er wollte immer noch keine Elfen sehen, wenn die ihn nicht leiden konnten. Er würde sich fern von ihnen halten, wo es nur ging. /Auch wenn das ziemlich schwierig werden wird/, ging ihm der Gedanke durch den Kopf.

Der Braunhaarige schüttelte ihn daraufhin und lief dann zu seinem Freund, stahl sich einen Kuss. "Ich hatte Sehnsucht nach dir. Und Carol schickt mich. Es gibt Abendessen", erklärte der Jüngste.

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Niklas zog Tobi auf seinen Schoß. "Gut, dann gehen wir gleich alle zusammen rüber, aber erst müssen wir mit dir sprechen. Also, die Elfen haben alle so ziemlich das gleiche ausgesagt!", begann Niklas und Santa setzte fort: "Sie haben einen braunhaarigen Mann gesehen, der aussah wie du, die gleichen Sachen trug und als er kurz zu ihnen blickte, sahen sie dein Gesicht.

Wir denken dass sie schon dich gesehen habe. Beziehungsweise jemanden, der so aussah wie du und wenn du keinen Zwillingsbruder hast dann haben wir wohl einen Feind in unseren Reihen. SO eine Kopie von jemandem geht nur mit Elfenzauber und das heißt es ist einer der Elfen."

"Oder aber einer aus unserer Familie, denn wir kommen ja auch an den Elfenstaub heran", hing Niklas leiser an und senkte den Kopf. "Wir haben keine Ahnung wer es nun genau ist, der dir so übel mitspielt, deswegen sagen wir erst mal nichts den anderen. Weder den Elfen noch jemandem in der Familie. Wenn du gefragt wirst, sag einfach die Elfen wissen nicht genau was sie gesehen hätten. Wenn der wahre Täter zu den Fragern gehört wird ihn das ganz schon verwundern."

*

Der Spielzeugmacher schloss seine Augen und atmete tief durch. Das konnte doch alles nicht wahr sein.

"Nein, ich hab keinen Zwillingsbruder. Eine große Schwester, aber die starb vor zwei Jahren", erklärte Tobias und kuschelte sich an Niklas, versteckte sein Gesicht in dessen Halsbeuge.

Also einer der Elfen oder der Familie. Nur wer? Luci liebte ihn, Carol und Santa mochten ihn ja auch, sonst würden sie ihm ja nicht erlauben, dass er mit Niklas zusammen war. Die Zwillinge? Nein. Die hatten genauso einen Narren an ihm gefressen wie Luci.

"Ähm... ich weiß nicht ob das wichtig ist, aber ich hab vor vier Tagen, als wie im Stall beim Küssen waren, jemanden verschwinden sehen. Aber ich weiß nicht wer das war", murmelte Tobi und spürte, wie er rot wurde. Er hatte nicht unbedingt vor Niklas Vater sagen wollen, dass sie küssend im Stroh gelegen hatten. Aber es war gut als Erinnerungsstütze, wenn er das erwähnte.

Und natürlich würde er nicht sagen, was in dem Raum besprochen worden war. Immerhin wollte der Kleine ja auch, dass es aufhörte.

*

"Puh, das heißt aber nicht, dass derjenige den du gesehen hast auch all das hier tut. Vielleicht war es wirklich einer meiner Geschwister, der uns eben gesehen hat, aber dann rücksichtsvoll gegangen ist", grinste Niklas und streichelte Tobi beruhigend über den Rücken. "Wir kriegen auf jeden Fall raus wer das alles gemacht hat, keine Bange. Wir brauchen nur Zeit!"

*

Die Frage war nur, ob sie die Zeit hatten. Denn Tobias hatte ein ganz ungutes Gefühl bei der ganzen Sache. Aber er sagte nichts, weil er seinen Freund nicht beunruhigen wollte und solange er es nicht aussprach, würde es auch nicht wahr werden. So zumindest die Logik des Braunhaarigen.

"Gehen wir essen. Sonst zieht uns Caroline noch die Ohren lang, weil wir ihr gutes Essen kalt werden lassen", lachte Santa und stand selber auf.

Er hoffte auch, dass sie schnell herausfanden, wer für die ganzen Sachen verantwortlich war. Er hoffte es wegen Niklas und Tobias.

Tobi seufzte leise und erhob sich dann von dem Schoss des Blonden, auch wenn er gerne noch dort sitzen geblieben wäre.

Dann reichte er Niklas die Hand, zog ihn hoch und folgte dem Weihnachtsmann aus dem Raum und aus dem Gebäude.

*

}|{

Voll bis oben hin lehnte sich Niklas am Tisch zurück und grinste in die Runde. "Das war sehr lecker. Mama du kochst wie immer fantastisch und natürlich auch einen Dank an die Helfer!", lachte er und wuschelte Luci durchs Haar, nickte Michel aber nur zu.

Kurz nach ihm wurden auch die anderen fertig und das Abendbrot war wortwörtlich gegessen. Die ganze Zeit über war es stiller gewesen als sonst, denn alle hatten mittlerweile erfahren dass die Maschinen sabotiert worden waren und dass die Elfen nichts gesehen hatten.
Jeder war sich des unsichtbaren Feindes bewusst.

*

Selbst die Zwillinge hatten nicht herum gealbert und Tobi hatte still vor sich hin gegessen, nur ab und an eine Frage von Luci beantwortet.

Ihn nahm das alles einfach zu sehr mit. Erst das zerstörte Spielzeug, dann wurde er eingeschlossen und nun das. Was kam als nächstes? Würde derjenige auch noch versuchen ihn umzubringen? Aber er hatte doch wirklich niemandem etwas getan.

In sich gekehrt, half der Braunhaarige trotz Prostest der Hausherrin beim Abräumen und Geschirrputzen. Er musste sich irgendwie ablenken, dieses ungute Gefühl das ihn seit dem Abendessen beschlich loswerden.


Da aber auch die Zwillinge mal wieder halfen, waren sie schnell fertig und für Tobi gab es nichts mehr zu tun. So begann er seinen Freund zu suchen, weil Niklas nicht geholfen hatte.

*

Der Blonde saß derzeit mit den "Nicht-Helfern" im Wohnzimmer und baute das Spielbrett zu "Spiel des Lebens" auf. Sie hatten sich mal wieder dazu entschlossen gemeinsam zu spielen. Es machte Spaß und schweißte die Familie zusammen, was in dieser Zeit gerade besonders wichtig war.

*

Tobias fand seinen Freund schließlich im Wohnzimmer, mit dem Rest der Familie.

Warm lächelnd setzte sich der Braunhaarige neben seinen Freund, hauchte ihm einen Kuss auf die Wange und besah sich dann das Spiel. Das hatte er jetzt noch nie gespielt.

"Erklärt mir einer wie das Spiel geht?", wollte Tobi wissen und Cloe erklärte sich sogleich dazu bereit, dem Gleichaltrigen zu erklären, wie das Spiel funktionierte.

Bis die Zwillinge und Carol kamen, wusste Tobias das wichtigste und den Rest würde er einfach im Spiel erfragen, wenn es wichtig war.

*

Kaum waren alle Familienmitglieder am Tisch versammelt begann das Spiel. Jeder suchte sich eine Figur heraus und dann ging der Spaß los. Doch Niklas konnte sich immer weniger konzentrieren, wurde von Minute zu Minute müder.

Ein Blick auf Tobias zeigte ihm, dass es diesem nicht anders ging. Gähnend ergriff er Tobis Hand und sah ihn an. "Wollen wir schlafen gehen? Du siehst genauso müde aus wie ich mich fühle... ."

*

Der Grauäugige hatte Mühe seine Augen überhaupt noch offen zu halten und so brauchte er auch ein wenig länger, bis sein Kopf die Worte des Blonden verarbeitet hatte.

"Gute Idee. Ich kipp sonst noch vom Stuhl und das wird dann wehtun. Tut mir leid. Wir können ja morgen nochmal spielen, wenn ich nicht ganz so müde bin", entschuldigte sich Tobias und wünschte dann allen eine gute Nacht, bevor er aufstand.

Das Gähnen musste er mühsam unterdrücken. Kam bestimmt von der ganzen Aufregung heute.

*

"Na bevor ihr vom Stuhl fallt und euch noch den Kopf aufschlagt, geht ihr jetzt!", lachte Santa und Caroline und die anderen wünschten ihnen eine Gute Nacht, bevor Niklas Tobi an die Hand nahm und mit ihm auf ihr Zimmer ging.

*

Während dem Laufen rieb sich Tobias immer wieder über die Augen und versuchte erfolglos sein Gähnen zu unterdrücken. Das war doch nicht normal, dass man innerhalb einer halben Stunde so schnell müde wurde.

In Niklas Zimmer taumelte der Braunhaarige auf das Bett zu. "Nur kurz hinlegen, dann zieh ich mich aus", murmelte er, ließ sich aufs Bett fallen und war auch schon im nächsten Augenblick eingeschlafen.

Er bekam gar nicht mehr mit, dass es Niklas genauso erging.



Braune Blätter [Chaotizitaet]

16 – Josh



Als ich an diesem Tag die Hintertür zum Twice aufschloss, rann mir ein Schauder ob der Anwesenheit der vielen gestrandeten braunen Blätter über den Rücken. Für gewöhnlich machte mir ihre Gegenwart kaum etwas aus, doch mittlerweile hatte ihre Zahl dermaßen zugenommen, dass es mir schien als könnte ich nirgendwo in dem Raum hintreten, ohne nicht einen von ihnen zu berühren. Und das machte das ganze so unheimlich. Darüber hinaus wusste ich, dass das Twice nicht viel länger als vorübergehender Sammelort für die Gestrandeten dienen konnte. Bald wären sie so viele, dass sie selbst bei bestem Willen sich von den Gästen fernzuhalten, um ihnen die unangenehme Erfahrung der Berührung zu ersparen, nicht mehr dazu in der Lage wären. Und leider musste ich davon ausgehen, dass sich die Situation noch verschlimmerte. Ich konnte nur hoffen, dass die Erdanalyse uns weiterhalf, es uns ermöglichte, eine Lösung zu finden, ehe das Ganze dergestalt eskalierte, dass die Weltöffentlichkeit von dem Problem erfuhr.

Vorerst aber hatte ich ein dringenderes Problem: Ich musste eine neue Bleibe für die braunen Blätter finden. Denn ich wollte mir das Donnerwetter nicht vorstellen, wenn Cal später ins Twice kam, um die neusten Opfer dieses merkwürdigen Fluchs abzuliefern, nur um dann von mir zu hören, dass ich den Rest rausgeworfen hatte. Selbst wenn die meisten abends zur Rituallotterie wiederkämen, gäbe es doch bestimmt ein paar, die sich auf den Streifzügen durch die Stadt verirrten und Cal sie wieder einsammeln musste. Nein, das war keine gute Idee. Abgesehen davon, dass ich nicht so ungastlich sein wollte, die gestrandeten Seelen einfach so vor die Tür zu setzen. Sie mochten zwar vielleicht keinen Schlaf brauchen, aber wusste ich, ob sie deswegen immun gegen die winterliche Kälte Englands waren? Immerhin hatten wir Dezember! Nein, mir würde etwas anderes einfallen müssen.

Gedankenverloren klimperte ich mit dem dicken Schlüsselbund, während ich mit der anderen Hand die Tasse Kaffee, die ich mir gemacht hatte, umklammert hielt. Es beruhigte mich immer, mit den Schüsseln zu spielen, brachten mich doch ihre unregelmäßigen Ecken und Kanten oft auf andere Gedanken. Und manchmal boten sie auch Problemlösungen.

So wie in diesem Moment! Ich hatte fast vergessen, dass ich diesen Schlüssel hatte... An meinem Schlüsselbund hingen nämlich weit mehr Schlüssel als ich benötigte. Natürlich war an dem Metallring die übliche Sammlung von Auto-, Wohnungs- und Briefkastenschlüssel befestigt. Dazu die Schlüssel für das Twice... Aber alles in allem wären es wohl kaum mehr als zehn Schlüssel gewesen, die mich selbst betrafen. Der Rest waren Schlüssel aus meiner Vergangenheit, deren Schlösser in den meisten Fällen nicht mehr existierten, die ich aber zunächst aus Faulheit, dann aus Gewohnheit und nun als Erinnerungsstücke aufbewahrte. Wie etwa der Schlüssel zum Haus meiner Großmutter.

Nachdem meine Eltern sich hatten scheiden lassen, hatten meine Mutter und ich eine Weile bei ihr gewohnt. Und weil meine Mutter natürlich tagsüber arbeitete und Oma nicht mehr so flink auf den Beinen gewesen war, war es einfacher gewesen, mir einen Schlüssel anzuvertrauen anstatt Oma jeden Tag, wenn ich von der Schule heimkam, durch das Haus zu scheuchen, nur um mir die Tür zu öffnen. Dann waren meine Mutter und ich in eine eigene Wohnung gezogen. Von dort hatte ich keinen Schlüssel mehr. Aber das lag vermutlich daran, dass ich diese Wohnung nicht gemocht hatte. Im Grunde hatte ich sie gehasst. Was weniger an der Wohnung gelegen hatte als an der Tatsache, dass sie symbolisierte, dass meine Mutter und ich wirklich nicht mehr zu meinem Vater zurückkehren würden. Dass ich nicht länger in der gleichen Straße wie Cal wohnte.

Natürlich hatte ich in der Schule Geschichten von Eltern anderer Kinder gehört, die sich getrennt hatten und sich auch scheiden ließen. Aber meist war es der Vater der auszog. Nicht die Frau und die Kinder. Also beschloss ich nachzusehen. Eines Tages... Eines Tages war ich nach der Schule einfach mit Cal zurückgegangen, ganz so wie früher. Aber in dem Haus, in dem ich früher gewohnt hatte, wohnte jetzt eine fremde Familie. Mein Zuhause... es war einfach nicht mehr da. Gehörte nicht mehr mir. Meine Großmutter hatte es mir dann erklärt. Dass mein Vater und meine Mutter sich schon länger nicht mehr verstanden hatten, dass mein Vater immer öfter davon gesprochen hatte, sie und mich zu verlassen. Bis er es eines Tages auch getan hatte. Was meine Mutter bis zu diesem Zeitpunkt aber nicht gewusst hatte, war, dass mein Vater die Raten für das Haus schon seit geraumer Zeit nicht mehr bezahlt hatte. Dass die Bank schon mehrfach mit Zwangsversteigerung gedroht hatte. Und dass mein Vater, Feigling, der er war, schließlich einfach verschwunden war, als die Bank sich nicht länger hinhalten ließ. Er war genau an dem Tag gegangen, als die Bank mit einem Gerichtsvollzieher zu uns kam. Meine Mutter hatte überhaupt keine Chancen gehabt, das Haus zu behalten. Trotzdem mochte ich die Wohnung, in der wir nun wohnten, nicht, weshalb ich von da an jeden Tag nach der Schule zu meiner Großmutter ging und erst kurz bevor meine Mutter von der Arbeit heimkam in die Wohnung zurückkehrte. Bis Großmutter starb.

Ich wusste nicht, ob der Schlüssel noch heute zu dem Häuschen passte, in dem sie gewohnt hatte, aber selbst wenn, ich würde es nicht ausprobieren. Meine Großmutter war tot und das Haus gehörte nun jemand anderem.

Doch es war nicht der Schlüssel zum dem Haus meiner Großmutter, der mir nun unverhofft eine Lösung für mein Unterbringungsproblem bot, sondern der Schlüssel zum Crucible Theater...

Es war wohl unvermeidlich gewesen, dass meine Mutter nicht allein blieb. Und nachdem ich vom Verrat meines Vaters gelernt hatte, lag mir nichts ferner, als sie davon abzuhalten, ihr Glück bei jemand anderem zu finden. Und es war ja nicht so, dass sie mich, bloß weil sie Abends ab und an ausging und schließlich einen neuen Freund in unser Leben brachte, vernachlässigte. Wobei der erste Freund, den sie nach der Trennung von meinem Vater anschleppte, eine ziemliche Niete war. Aber das erkannte sie selbst auch sehr schnell und entsprechend kurz war die Beziehung. Erst etwa drei Jahre nachdem die Scheidung rechtskräftig geworden war, hatte sie Glück mit einem Mann. Hank war super. Er konnte zwar mit Kindern nicht sonderlich viel anfangen, aber mittlerweile war ich groß genug, um nicht unbedingt mehr einen Ersatzvater zu brauchen. Ersatz-Großer-Bruder oder ähnlich gearteter Kumpel tat es auch. Eine Rolle, die Hank gerne übernahm. Hank war in dem Organisationskomitee, das jedes Jahr für die Snooker-Weltmeisterschaft im Theater zuständig war. Und als solcher verbrachte er viel Zeit im Theater, sprach mit der Crew und dem Hausmeister... Nicht selten begleitete ich ihn, denn ich hatte das Turnier schon ein paar Mal bei Fernsehübertragungen gesehen und brannte darauf, die Vorbereitungen live mitzuerleben. Von so viel Enthusiasmus, den ich nicht nur für die Weltmeisterschaft sondern für all die anderen Arbeiten im Theater zeigte, angetan, übergab mir schließlich der Hausmeister einen Schlüssel für den Bühneneingang, damit ich nach der Schule kommen konnte, wann immer ich wollte.

In dem Jahr, als ich mit der Schule fertig wurde, hatte Hank meiner Mutter schließlich einen Heiratsantrag gemacht. Sie hatte – wenig überraschend – angenommen. Leider hieß das für mich von beiden Abschied zu nehmen, denn ich hatte mich an der Sheffield Universität eingeschrieben, abgesehen davon, dass ich ja wegen des Baumes und Cal an die Stadt gebunden war. Hank hingegen hatte einen besser bezahlten Job innerhalb der Snookergemeinschaft erhalten und wurde Hauptverantwortlicher für die UK-Championship, die allerdings in einer anderen Stadt als Sheffield ausgetragen wurde. Danach besuchte ich zwar noch ein paar Mal die Leute im Theater, aber nachdem auch der alte Hausmeister in den Ruhestand gegangen war und mir das Studium immer mehr abverlangte, war einfach keine Zeit und kein Anreiz mehr da. Den Schlüssel aber hatte ich immer noch, und ich war mir sicher, dass er immer noch passte. Und das Theater bot mehr als ausreichend Platz für all die braunen Blätter.

Erfreut, eine Lösung gefunden zu haben, trank ich meinen Kaffee aus, dann rief ich die Gestrandeten zusammen und gemeinsam machten wir uns zum Theater auf. In diesem Moment war ich froh, dass es Dezember und nicht Frühjahr war... Zwar wäre das Theater mit Vorstellungen und ähnlichem beschäftigt, aber es war bei weitem nicht so ein Gewusel wie in den Wochen vor und während der Weltmeisterschaft.



Nachdem ich die braunen Blätter sich selbst und ihren Theatererkundungen überlassen hatte, kehrte ich ins Twice zurück. Höchste Zeit, sich um die alltäglichen Pflichten zu kümmern. Nicht nur die Bar betreffend, sondern auch den Baum. Es waren Blätter zu zählen...

Ich seufzte. Für gewöhnlich liebte ich den Blick in die immergrüne Krone, aber der zunehmend scheckige Anblick, der sich mir bot, war einfach nur niederschmetternd. Noch hatten wir keine Ahnung, was die Blätter dazu brachte, sich in solcher Anzahl braun zu färben, noch hatte ich nichts vom Myerscough College gehört... Der einzige Trost war, dass ich bislang noch kein einziges braunes Blatt welk am Boden gefunden hatte. Wir hatten also noch niemanden mit unserer Unfähigkeit der Situation Herr zu werden in den Tod geschickt.

Vierzig! Ich zählte vierzig neue braune Blätter. Es wurden rapide mehr. Und das machte mir zunehmend Angst. Ich wusste, dass es Joshua genauso ging, dass wir beide um diese Welt fürchteten.

Am Vortag hatte ich sogar Edgar und Cassandra gefragt, was würde, wenn unsere Blätter auch braun würden. Die Antwort war ebenso aufmunternd wie niederschmetternd gewesen. Weder der Scout noch der Wächter konnten zu braunen Blättern werden. Einfach aus dem Grund, weil wir nicht durch gewöhnliche, grüne Blätter am Baum repräsentiert wurden. Nein, unsere Blätter waren aus Glas und wurden von zwei dicken, spiralförmig gewachsenen Ästen im Herzen der Krone geschützt. Sicher, Glas war zerbrechlich und tatsächlich war es so, dass sollte je eines unsere Blätter zu Bruch gehen, wir augenblicklich sterben würden. Aber die Äste boten einen sehr soliden Schutz. Bis sich unsere Blätter im Alter trübten und schließlich zu feinem Sandstaub zerfielen und andere unseren Platz einnehmen würden.

So schön es war, zu wissen, dass wir selbst nicht von dieser unheimlichen Seuche angegriffen werden konnten, so furchtbar war der Gedanke, dass wir verdammt wären, zuzusehen, wie unsere Welt zu Grunde ging. Denn wir waren zugleich die einzigen Menschen, die mit ihrer Lebensenergie nicht zum Spin der Erde beitrugen. Gewiss, wir waren auch die einzigen, die beim totalen Stillstand in der Lage wären, die Welt wieder Stück für Stück, Blatt für Blatt, in Schwung zu bringen, aber das würde nur dann etwas bringen, wenn wir sicher sein könnten, dass die so Heimgekehrten nicht am nächsten Tag wieder Opfer der Seuche würden. Nicht, dass wir nicht versuchen würden, mit den letzten drei Menschen die Welt am Leben zu erhalten – und wenn wir sie wieder und wieder per Ritual zurückschicken müssten –, aber es wirkte trostlos, ja irgendwie aussichtslos.

Ich war erleichtert, als ein Klopfen im Spiegel mich aus meinen düsteren Gedanken riss. Es war Joshua für unseren Tagesberichtaustausch. Und er hatte halbwegs gute Neuigkeiten. Seine Laboranalyse lag schon vor. Einschließlich eines merkwürdigen Quasikristallbefunds.

„Was wir jetzt bräuchten wäre a) die Aussage, ob in deiner Probe auch diese quasikristalline Verbindung vorliegt und b) eine Aussage, ob es sich dabei einfach nur um ein bislang noch nicht entdecktes Vorkommen hier in England handelt, oder ob dieser Befund für unsere Bäume und damit für unser Problem spezifisch ist“, berichtete er.

Ich nickte. Soweit konnte ich ihm folgen.

„Nur bezweifle ich, dass mir das Polizeilabor noch einmal eine Eilanalyse macht. Ich weiß nicht, ob deine Probe vom College bereits ausgewertet wurde...“ Hoffnungsvolle Stille beendete den Satz.

Ich lächelte leicht. „Zumindest habe ich noch keine E-Mail mit dem Ergebnis bekommen. Aber ich denke, ich werde gleich mal dort anrufen und sie bitten besonders nach dieser Legierung Ausschau zu halten. Vielleicht haben sie auch die Möglichkeit einer Vergleichsprobe.“

Joshua nickte erleichtert. „Danke, Mann. Genau darauf hatte ich gehofft.“



Mango Chutney [Jabba]

2 500g Mango (fertig hergerichtet)
3-4 Zwiebeln
100g Ingwer
ca. 500ml Saft (2 Orangen, 1 Grapefruit, 2 Zitronen)
ca. 250ml Wasser
150g brauner Zucker
150g Gelierzucker
3 Chili-Schoten

Gewürze:
2 Tl Curry
1 Tl bunter Pfeffer
schwarzer Pfeffer
getr. Chili
Salz
2 Tl Kräutersalz
1 El süßer Paprika


Fein gewürfelte Zwiebeln zusammen mit dem ganz fein gewürfelten Ingwer in einen hohen Topf geben, mit Wasser knapp bedecken ein paar Minuten köcheln lassen bis die Zwiebeln glasig sind. Mit dem Saft ablöschen. Brauner Zucker dazu. Dann die in Würfel geschnittenen Mango. Salz und schw. Pfeffer dazu. Ca. 20 min kochen. Curry, bunter Pfeffer und getr. Chili vermörsern und mit den restl. Gewürzen unterrühren. Dann den Gelierzucker zugeben und ca. 5min sprudelnd kochen. Abschmecken, evtl. nochmal Zitronensaft zugeben. Wie es schmecken soll? Süß-sauer, scharf, aromatisch. ;-) Ausschalten und die fein gewürfelten frischen Chili-Schoten unterrühren. Ganz heiss in Gläser abfüllen und sofort verschließen.

Schmeckt zu Fleisch, (Ziegen)käse, als Grillsoße, zum Abschmecken von chin. Gemüse…

Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb 2-3 Tagen verbrauchen


Menge ergibt ca. 14 Gläsele à 230g



16. Dezember [Laila]
Klausuren
Michel und Sebastian

Eigentlich hätte alles so einfach sein können. Da war Michel nun schon mit seinem Lehrer zusammen und es brachte ihm dennoch nichts.
Zwar gab Sebastian immer wieder ein paar Tipps und half ihm auch beim Lernen. Mehr aber leider nicht.
Fluchend blätterte Michel durch das Buch. Er konnte sich beim Besten Willen nicht konzentrieren. Aber diese Prüfung war wichtig. Sie entschied darüber wie es weiter ging in seinem Leben.
Nie hätte der junge Mann gedacht, dass er jemals Interesse an der Schule hatte. Er war in einer armen Gegend in Köln aufgewachsen.
Die Schule besuchte man hier nur aus Langeweile oder gar nicht. Er selber war 24 Jahre und damit eigentlich zu alt um die 10 Klasse einer Realschule zu besuchen. Aber hier herrschten andere Gesetze.
Erst als sie einen neuen Lehrer bekamen und dieser sich für Michel interessierte wurde die Schule und damit auch die Zukunft interessant.
Nun saß er hier bei Sebastian, mit dem er seit knapp 4 Monaten zusammen lebte und kämpfte sich durch die Matheaufgaben.
Die Klausur war in 3 Tagen und er verstand immer noch nicht alles.
Kurz hob er den Blick, als er Sebastian hörte, der nach Hause kam.
„Na Schatz, fleißig am Lernen?“ fragte der Lehrer und grinste.
Sein Freund verzog nur das Gesicht.
„Ich hasse Mathe. Du kannst mir ja helfen,“ gab er zurück.
Seine rechte Hand wanderte über Sebastians Bauch und schob sich unter dessen Shirt.
„Gerne. Wenn du etwas richtig beantwortest, bekommst du etwas von mir, als kleine Belohnung.“
Die Worte klangen dunkel und die pure Lust schwang in ihnen mit.
Diesen Vorschlag ließ sich Michel nicht zweimal machen.
So machte lernen einfach mehr Spaß.