drucken | schliessen
IHR FIRMENLOGO

Arbeitsverhältnisse

Titel: Arbeitsverhältnisse

Paaring: Michael & Christian

Inhalt: Was passiert wenn man in eune Firma kommt und der Ansprechpartner super lecker ist? Genau, das ganze wird turbolent. Zumal der eine die Gefühle des Anderen erwidert.




Arbeitsverhältnisse

Kapitel 1

Gelangweilt saß Christian da und starrte auf seinen Rechner. Die Anrufe kamen zwar ab und an rein, aber er keine wirklich Lust sich auf die Kunden zu konzentrieren. Viel mehr gingen seine Gedanken in eine andere Richtung.
Sein Blick schweifte zum Fenster, aber seine Ohren lauschten dem Mann gegenüber.
Ein Grinsen stahl sich über seine Lippen, als er die leisen Worte hörte, die an
niemanden gerichtet waren. Selbstgesprächen war zwar nicht ungewöhnlich, aber sie hier, so offen zu hören war komisch. Schließlich saßen hier noch mehr Leute, die ihn hören konnten. Aber niedlich war es dann schon.
Eigentlich war er ja nicht so, aber dieser Mann faszinierte ihn irgendwie, auch wenn er sich nicht erklären konnte warum. Schließlich war da ein recht großer Altersunterschied und er ja eigentlich
Christians Vorgesetzter.
Das Christian auf Männer stand, war ihm schon lange bewusst. Er hatte auch schon viele Affären und auch eine längere Beziehung gehabt. Aber nun galten seine Blicke nur Herrn Grahl. Immer wieder warf er ihm ein paar Blicke zu. Er genoss diese Blicke, zumal der Mann sie ihm auch noch erwiderte.
Außerdem machte es Christian Spaß ihm immer wieder Fragen zu stellen. Auch wenn
er damit als kleine Nervensäge galt, er nutzt diese kleinen Momente.
Wieder huschte ein Lächeln über seine Züge, als er ein paar unverständliche Worte hörte. Das war einfach zu süß.
Schon seit ein paar Tagen sah Christian ihn in einem anderen Licht. Aber die
Gedanken waren nicht gut. Gar nicht gut.
Er wollte nie wieder etwas mit einem Kollegen anfangen. Zumal er nicht wusste, wie der Mann darauf reagierte. Er konnte sich nicht vorstellen das Michael war Schwul war. Für ihn, Christian war es normal. Er wusste es schon ein paar Jahre und nutzte seine Schönheit auch aus.
Seit einiger Zeit ließ er seine Haare wachsen. Sie reichten ihm jetzt schon bis auf die Schultern. Sie waren schwarz gefärbt und wurden von ein paar hellen Strähnen durchzogen.
Er wollte einfach ein wenig aussehen wie Chris, der Sänger von Blutengel. Jedoch war seine Kleidung nicht komplett schwarz, auch wenn das seine Lieblingsfarbe war.
Der Anhänger, der um seinen Hals baumelte hatte seinem Bruder gehört. Die beiden hatten sich super verstanden, bis zu Sebastians Unfall. Das hatte alles verändert. Seit diesem Tag, an dem sein Bruder starb, war er der schwarzen Szene beigetreten. Hatte angefangen an Ritualen teilzunehmen und an Geisterbeschwören. Aber das alles hatte nichts gebracht. Sein Bruder war tot und würde nie wieder zurückkommen.
Ein Räuspern neben ihm holte Christian wieder in die Realität zurück. Der Mann, der außer seinem Bruder, seine Gedanken bestimmte stand neben ihm. Als er Michael in die Augen sah, erkannte er dort leichte Besorgnis.
Für einen Moment blickte er dem anderen Mann einfach nur in die Augen. Dann schüttelte er leicht den Kopf um wieder klar denken zu können. Dennoch konnte er die feine Röte nicht verhindern, die über sein Gesicht kroch.
"Ist alles in Ordnung? Ich hatte Sie eben schon einmal angesprochen," sagte
Michael und legte den Kopf leicht zur Seite.
Am liebsten hätte Christian die Arme um ihn geschlungen, aber er nickte nur.
"Ja, tut mir leid. Ich war eben völlig in Gedanken versunken," murmelte er.
Das war ihm doch wirklich peinlich. Sowas passierte auch immer nur ihm. Aber anstatt ihm dafür zu tadeln, grinste Michael ihn einfach nur an.
"Denken Sie aber bitte auch an die Kunden. Auch wenn es gerade sehr ruhig ist,"
entgegnete der Ältere.
Das war Christian so peinlich. Dennoch konnte er nur Lächeln. So viel Nachsicht
hätte er doch gar nicht erwartet.
"Ja mache ich. Tut mir leid. Ich habe einfach nur so viel im Kopf. Ich werde
mich jetzt wieder konzentrieren."
Michael schenkte ihm für diese Worte ein leises Lächeln und sah Christian noch einmal in die Augen. Erst dann wandte er sich ab und ging wieder auf seinen Platz.
Christians Wangen hingegen glühten rot. So hätte das aber nicht sein sollen. Da stand ausgerechnet der Mann neben ihm, an den er die ganze Zeit denken musste. Für einen Moment schloss er die Augen. Aber selbst da sah er nur diesen wunderschönen Blick.
"So, aber nicht Christian. Schalt einen Gang runter," murmelte er.
Seine Fantasy spielte ihm Dinge vor, die er nicht sehen wollte. Oder zumindest nicht hier auf Arbeit. Warum er plötzlich auf etwas ältere Männer stand, wusste er auch nicht. Alle
seine Liebhaber waren in seinem Alter gewesen. Obwohl er auch nicht genau sagen konnte wie alte Michael eigentlich war. Dieser Mann war schwierig einzuschätzen.
Ein leises Klingeln schreckte ihn wieder aus seinen Gedanken.
Seine Blicke richtete sich auf den PC und er sah den Telefonbalken, der einen
Anruf ankündigte. Nur sehr widerwillig setzte er sich das Headset auf und drückte auf den Annahmeknopf. Wie von selbst sprudelte die Begrüßung aus seinem Mund.
Auch wenn er keine Lust auf die Arbeit hatte, so war er doch froh über etwas Ablenkung.
Für ein paar Minuten konnte er so seinen Gedanken entfliehen. Aber leider hielt das auch nicht lange an, denn er brauchte seine Hilfe.
Christian atmete tief durch, bevor er den Stummknopf drückte. Dann erhob er sich und sah Michael genau in die Augen. Für einen Sekundenbruchteil erfasste ihn Schwindel, aber dann fasste er sich wieder.
So schwach kannte er sich gar nicht. Sonst war immer der Verführer und erlegte gerne seine Beutel. Hier fühlte er sich eher in die Enge getrieben.
"Eine Frage?" Erklang Michaels Stimme.
"Ja, habe ich. Die Kundin hat eine Ratenzahlung vereinbart und nun sind die Raten falsch eingetragen," erklärte Christian.
Seine Augen verfolgten wie Michael zu ihm rum kann und sich dient neben ihn stellte.
Dieser sagte erst einmal gar nichts, sondern sah sich den Kundenfall an. Ihm war dieser leicht verstörte Blick von Christian nicht entgangen. Die Ursache des Ganzen kannte er aber nicht.
Dennoch war er sich der Blicke bewusst, die ihm der junge Mann zuwarf. Er konnte spüren wie sie auf seiner Haut prickelten. Schon eine ganze Weile hatte er nicht mehr so gefühlt und war so verwirrt wie jetzt gewesen. Zumal es ein Mann war, der ihn so ansah. Er spürte deutlich die Präsens des jungen Mannes neben sich. Irgendetwas lockte ihn. Es schwer zu beschreiben. Zumal er sich noch nie so gefühlt hatte. Aber das alles fesselte ihn. Es war verrückt. Immerhin war Christian auch ein Mann.
Dieser erschauderte leicht.
Schon lange war sein Blick nicht mehr auf den Rechner gewandt, sondern auf Michaels Körper. Mit den Augen tastete er ihn ab.
Zum ersten Mal wünschte er sich das auch Männerpullover einen weiten Ausschnitt hatten. Zu gerne hätte er mehr von dieser Haut gesehen, oder sie auch nur berührt. Nur für einen ganz kurzen Moment.
Sein Mund fühlte sich trocken an. Dafür raste sein Herz und pumpte das Blut durch seine Adern.
So war es ihm noch nie ergangen. Diese Schwäche war für ihn neu. Es hatte noch keiner geschafft ihn so in die Enge zu treiben. Wobei er auch noch alles vergas und sich wie ein kleines verliebtes Mädchen benahm.
Das Leben um ihn herum und auch das Telefon waren vergessen. Seine ganze Aufmerksamkeit galt nur Michael.
Die Arme hatte er auf dem Tisch abgestützt. Der rechte Ärmel war nach oben gekrempelt und das Tattoo wurde sichtbar.
Wie ein magisches Band zog es Christians Blicke an. Der junge Mann konnte sich kaum davon los reisen.
Michael spürte die Blicke und sie ließen ihn nicht kalt. Es war das erste Mal das er von einem anderen Mann so gemustert wurde und es fühlte sich nicht schlimm an.
Schon seit ein paar Tagen hatte er die Blicke von Christian gespürt und er konnte sie nicht einordnen.
Es war auch jetzt in dem Moment schwer sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Konnte er doch die Nervosität und die Intensiven Blicke spüren. Wäre es eine Frau gewesen, die ihn so angesehen hätte, hätte er es verstanden, aber so nicht.
Ohne sich im Klaren zu sein, was er tat, sah er Christian genau in die Augen und öffnete den Mund.
"Möchten Sie es sehen, mein Tattoo?"
Seine Stimme war heiser, aber dennoch kräftig genug das Christian es verstand.
Der junge Mann schreckte zusammen. Für einen Moment verlor er sich in den braunen Augen. Fast hätte er geglaubt die Worte wären nicht echt gewesen, aber der Blick des anderen Mannes bestätigte die Echtheit.
Christian schluckte schwer.
"Ja, ich... ich würde es gerne sehen," stotterte er.
Völlig aus der Fassung gebracht, lauschte er dem Schlagen seines Herzens und wartete auf eine Reaktion.
Ein Lächeln huschte über Michaels Züge, als er den Ärmel weiter nach oben schob und so eine bessere Sicht bot.
Er lehnte sich seitlich an den Schreibtisch und drehte seinen Arm, damit Christian es besser sehen konnte.
In seinen Augen war es wunderschön. Es waren uralte Zeichen. Einige davon kannte er. Es waren Zeichen der Alchemy und heidnische Symbole. Andere wieder rum erkannte er nicht. Es gab auch zu viel zu sehen.
Vergessen war die Kundin und die anderen Kollegen.
Viel mehr genoss Christian den Blick und die fremde Nähe.
Wenn er jetzt die Finger ausstrecken würde, könnte er ihn berühren.
Kaum war der Gedanken in seinem Kopf aufgeflammt, streckte er die Hand aus und seine Finger berührten ganz sacht das Tattoo.
Wie ein Hauch strich er über die Symbole. Dachte nicht darüber nach was er hier eigentlich tat. Aber er musste ihn berühren. Sein ganzer Körper schrie danach.
Michael hatte nur stiel gehalten. Er hatte das Leuchten in den grünen Augen gesehen. Sie strahlten eine unendliche Wärme aus. Aber auch leichte Furcht lag darin.
Gebannt verfolgten seine Augen die Finger, die ihn sanft streichelten. Er konnte nicht behaupten das es sich nicht gut anfühlte. Denn es fühlte sich unglaublich an.
Gänsehaut überzog seinen Arm, aber nicht vor Kälte.
Das Herz in seiner Brust raste für ihn viel zu schnell.
So etwas wie eben hatte er noch nie getan. Einen fremden Mann sein Tattoo anfassen lassen. Normalerweise war er da sehr empfindlich und mochte es nicht so berührt zu werden. Aber bei Christian war es anders.
Mit leicht geöffnetem Mund starrte er auf die Finger und hoffte dass sie nicht aufhören würden ihn zu streicheln.
Mit dem Zeigefinger fuhr Christian einer der dickeren Linien nach und ließ ihn dann über den Fingerknöchel gleiten.
Es fiel ihm unendlich schwer die Finger von dem schönen Mann zu nehmen. Es war herrlich die Haut zu erkunden. Sie sanft zu berühren.
Das es sich Michael gefallen lies, war einer der schönsten Umstände und das brachte Christian sein Lächeln und seine Selbstsicherheit zurück.
Er war doch kein kleines verliebtes Mädchen, sondern ein erwachsener Mann, der wusste was er wollte. Und jetzt wollte er Michael.
Als er den Kopf hob, blickte er Michael genau in die schönen braunen Welten. Der Blick war weich und es lag so etwas wie Erwartung darin. Von Missfallen war nichts zu sehen. Nur Wärme.
Der Ältere hatte den Kopf schief gelegt und grinste nun leicht. Sagte aber nichts.
"Es ist wunderschön. Sie scheinen es schon länger zu haben," brach Christian das Schweigen.
Er hatte einfach etwas sagen müssen. Auch wenn seine Worte anders hatte lauten sollen.
"Es freut mich das es Ihnen gefällt. Ja, ich habe es vor 10 Jahren machen lassen. Es geht auch noch weiter, aber das kann ich hier nicht zeigen," antwortete Michael.
Er bedauerte es das diese warmen Finger nicht mehr über seinen Arm glitten. Es hatte so gut getan und seine Fantasie angeregt.
"Das macht mich jetzt aber neugierig. Schade dass man nicht alles sieht. Die Zeichen sind echt toll. Ich kenne mich nur ein bisschen mit solchen Symbolen aus. Aber es ist wirklich schön," entgegnete Christian.
So langsam fand er zu seiner alten Form zurück und das tat gut.
Da sein Vorgesetzter keine Ablehnung zeigte, konnte er auch weiter machen. Schließlich war er der Jäger und Michael seine Beute.
Dieser lächelte ihn einfach nur verführerisch an. Machten diese kleinen Worte doch Lust auf mehr. Außerdem regten sie seine Fantasie weiter an.
"Ich hatte eine Zeitlang eine schwarze Phase und fand das alles sehr interessant. Nun bin ich zwar älter, aber ich mag es dennoch. Sind sie auch tätowiert? Nun, ich glaube es wäre keine gute Idee mich hier auszuziehen," antwortete er leise.
Christians Grinsen wurde anzüglich. Dieser Gedanke gefiel ihm doch verdammt gut. Er würde zu gerne mehr von diesem schönen Körper sehen.
Das Kinn auf seinen Arm gestürzt sah er Michael herausfordernd an. Das Glitzern in seinen Augen konnte er nicht verbergen und er wollte es auch nicht.
In diesem Moment war es ihm egal, ob Michael sah was er wirklich wollte. Sollte er doch ruhig wissen, dass Christian ihn wollte.
"Das kommt mir alles bekannt vor. Ich habe auch zwei Tattoos. Sie sind aber nicht so groß. Eins auf der Schulter und das andere am Bein. Dann hätten Sie alle Blicke auf sich wenn Sie sich hier ausziehen würden," gab er zurück.
Seine Augen funkelten und ließen Michael schwer schlucken.
Das waren deutliche Avancen, die man ihn da machte. So langsam verstand er auch.
Dennoch störte es ihn nicht. Es macht ihm auch keine Angst.
Es tat sogar gut so angesehen zu werden. Oder erst die Finger, die ihn berührten. Aber es war befremdlich, das konnte er nicht leugnen. Noch nie hatte ein Mann so mit ihm gesprochen oder ihn auch nur angesehen.
Christian hatte alles auf eine Karte gesetzt und nun sah er deutlich das Michael es verstand. Die Blicke es Älteren änderten sich aber nicht. Sie zeigten leichte Unsicherheit, aber keine Wut oder Missfallen.
Beide sahen sich einfach nur an. Versuchten den anderen durch seine Augen zu verstehen und zu ergründen.
"Schade das ich Ihre Tattoos gar nicht sehe. Das glaube ich auch, das mich dann alle ansehen würden. Ob das jedoch gut wäre, weis ich nicht. Wir sollten das Sie weg lassen. Ich bin Michael."
Damit streckte er Christian die Hand entgegen.
Dieser grinste breit und ergriff sie.
"Liebend gern. Ich bin Christian. Der Anblick wäre es aber wert."
Für einen Moment sahen sie sich einfach nur an. Die Welt um sie herum war völlig in Vergessenheit gerade. Beide Männer waren völlig in ihre Welt versunken.



Kapitel 2

So bemerkten sie auch nicht Frau Lieder, die näher kam und verwundert neben Michael stehen blieb.
Sie hob fragend eine Augenbraue, als sie einen Blick auf die verschlungenen Hände warf. Irritiert sah sie von einem zu anderen. Aber niemand schien sie zu bemerken.
Leider war ihre kleine Unterhaltung nicht ganz ohne Aufmerksamkeit verlaufen. Die Kundin hatte bereits aufgelegt.
Fabian und Karola warfen interessierte Blicke über die niedrigen Trennwände.
Keiner der beiden Männer bemerkte die Blicke, oder auch nur Frau Lieder. Viel zu sehr waren sie in ihrer Welt versunken.
Christian sah ihn einfach nur an. Seine Augen leuchteten.
Fast hatte er das Gefühl sich in den grauen Welten zu verlieren, das sie nur für ihn strahlten.
Nur ganz zaghaft berührten sich ihre Finger. Es war nur eine ganz kleine Berührung. Aber Michael genoss sie. Es tat gut, auch wenn er es sich nicht erklären konnte.
"Herr Grahl? Könnten wir uns bitte kurz unterhalten?" brach Frau Lieders Stimme ihre Zweisamkeit.
Erschrocken blickte Michael auf und sah der Frau genau in die Augen. Für einen kurzen Moment war er völlig verwirrt.
Christian zog seine Finger zurück und senkte den Blick. Das war gar nicht gut.
Wie aus einem Traum erwacht, traf ihn die Realität. Er brauchte einen Moment, bevor ihm bewusst wurde wo er sich befand. Die neugieren Blicke seiner Kollegen waren unangenehm und ließen ihn doch wieder rot werden.
Normalerweise störte es ihn nicht seine Neigung offen zu zeigen, aber genau jetzt war es ihm doch sehr peinlich und er hätte sich gerne versteckt.
Nur ungern löste er seinen Blick vom Schreibtisch, aber er tat es trotzdem als er Michaels ruhige Stimme hörte.
"Aber natürlich. Wir hatten hier nur einen schwierigen Kundenfall. Jetzt ist aber alles geklärt," sagte dieser gerade.
Seine Stimme klang ruhig, hatte aber einen leicht belegten Unterton.
Ohne Christian anzusehen, folgte er Frau Lieder zu ihrem Platz. Das Herz in seiner Brust raste, aber er gestattete sich nicht weiter daran zu denken. Er musste sich jetzt auf die Arbeit konzentrieren, auch wenn ihm das schwer fiel. Fehler konnte er sich nicht leisten.
Der junge Mann starrte ihm kurz nach und schluckte dann schwer. So hatte das definitiv nicht laufen sollen.
Die Blicke seiner Kollegen waren neugierig und störte ihn gerade zusehend. Er wollte sich lieber damit auseinander setzten, das sich Michael berühren ließ und ihn so offen angesehen hatte. Von Ablehnung war keine Spur gewesen.
Erst das Klingeln des Telefons riss Christian aus seinen Gedanken und brachte ihn in die reale Welt zurück.
Es fiel ihm schwer, aber er nahm das Gespräch an und konnte es ohne Probleme selber klären.
Mit den Gedanken war er die ganze Zeit bei Michael. Sein Herz schlug immer noch viel zu schnell und seine Finger kribbelten von der Berührung.
Als das Gespräch beendet war, stützte er den Kopf in die Hände und atmete schwer.
Zum Glück ließen ihn seine Kollegen in Ruhe. Neugierige Fragen und Blicke konnte er jetzt gar nicht gebrauchen.
Viel zu sehr kreisten seine Gedanken um Michael und das eben erlebte. Nie hätte er gedacht das es so laufen könnte. Das es nur die Chance auf eine Berührung gab. Aber das war eben wirklich passiert.
Sein Kopf ruckte nach oben als er Michaels angenehme Stimme hörte. Er war eben wieder gekommen und sprach mit Carola. Das war im Moment auch OK. Ihm jetzt anzusehen und mit ihm zu reden wollte er nicht wirklich. Im Moment brauchte er etwas Ruhe und wollte das alles Revue passieren lassen.
Als er aber Michaels Blicke auf sich spürte, sah er ihm doch genau in die Augen und er erkannte so etwas wie Bedauern darin.
Aber nur für einen kurzen Augenblick, dann setzte sich der Mann und Christian war mit seinen Gedanken wieder völlig allein.
Tief atmete er durch und versuchte seinen angespannten Körper wieder zu beruhigen. Das war eben alles doch recht viel gewesen, auch wenn er sich das nicht eingestehen würde.
Sonst war er derjenige, der anderen den Kopf verdrehte und nicht so.
Aber hier, genau jetzt war es völlig anders. Es hatte nur ein kleiner Blick und eine Berührung gereicht um ihn aus der Fassung zu bringen.
Wie ein kleines Mädchen glühte nun sein Gesicht und sein Herz raste immer noch.
Als wenn das alles nicht schon schlimm genug war, zeigte das Outlook eine Nachricht von Michael.
Christian schloss kurz die Augen, aber die Anzeige blieb. Schnell klickte er das Programm an und öffnete die Mail.
Sie war nur kurz, aber prägnant.
Hallo Christian,
ich weis gar nicht wie ich anfangen soll, aber was war das eben? Ich denke, wir beide sollten uns ganz dringend unterhalten. Da ich nicht weis, was du mit mir gemacht hast.
Michael.

Der junge Mann stieß ein leises Knurren aus. Immer wieder gingen ihm die Worte durch den Kopf. Das alles war verrückt und er steckte mittendrin.
Aber dennoch wärmten die Worte auch sein Herz.
Für einen Moment grübelte er darüber nach ob er antworten sollte, aber dann hatten seine Finger schon auf Antworten geklickt.
Mit zittrigen Fingern tippte er auf der Tastatur herum. Die Technik war schon eine tolle Erfindung.
Sein Herz schlug schneller und er spürte wieder diese leichte Röte.
Hallo Michael,
ich weis, das wir ganz dringend reden sollten. Was eben passiert ist kann ich nicht genau sagen. Nur so viel, das du mich interessierst und ich die Berührungen sehr genossen habe und ich glaube du auch.
Christian.

Kaum hatte er auf Senden geklickt, bereute er es schon wieder. Auch wenn er am liebsten noch mehr geschrieben hätte und deutlicher geworden wäre, so schienen die paar Zeilen schon zu reichen.
Er hörte ein tiefes atmen und ein paar gemurmelte Worte, die er nicht verstand.
Ein leises Lächeln stahl sich auf Christians Züge. So schlecht war die Situation gar nicht. Denn wenn sie reden wollten würden sie das nicht hier tun. Also lief das Ganze auf ein Date raus und das war genau das richtige.
Das Klingeln des Telefons ließ Christian kurz zusammen fahren. Aber es konnte sein Grinsen nicht mindern.
Er nahm das Gespräch an und lauschte der Stimme einer aufgebrachten Frau.
Auch wenn er gerne mit Michael gesprochen hätte, so brauchte er dessen Hilfe leider nicht.
Dafür kündigte das Outlook eine neue Mail an.
>Ja, ich habe es genossen und ich weis nicht mal warum. Ich weis im Moment gar nicht was ich denken soll. Wie kannst du mich bloß interessant finden, obwohl ich auch ein Mann bin? Und ich habe das dringende Gefühl das es in diese Richtung geht. Du bringst mich komplett aus der Fassung. Ich möchte noch einmal in Ruhe mit dir darüber reden. Michael<
Wieder musste der junge Mann lächeln. Er wusste genau wie schwer es war diese Gefühle zu verstehen. Sie konnten einen verrückt machen. Aber Michael schien das nicht weiter zu stören.


Teil 3


Christian leckte sich über die Lippen und klickte auf Antworten.
Die Welt um ihn herum war vergessen. Zum Glück schien es gerade sehr ruhig zu werden. So konnte er sich völlig auf diesen einen Mann konzentrieren.
>Das freut mich das ich dich aus der Fassung gebracht habe. Das zeigt das es dich reizt. Ich finde dich nun mal interessant und ich möchte dich näher kennen lernen. Gerade weil du ein Mann bist. Das ist ja das was mich reizt dabei. Du möchtest also ein Date mit mir? Ich möchte mich sehr gerne mit dir treffen. Mach einfach einen Vorschlag. Zumal ich auch noch dein Tattoo sehen möchte. Christian<
So langsam fühlte sich der junge Mann wieder in seinem Element und es machte ihm Spaß. Er war der Jäger und Michael seine Beute. Die Jagd konnte beginnen und er konnte nur hoffen das dieser mitmachen würde.
Seine Mail war eine kleine Provokation gewesen, da er wissen wollte wie weit er gehen konnte.
Er hörte Michael schnauben und im nächsten Moment bekam er einen undeutbaren Blick geschenkt.
Der schöne Mann war aufgestanden. Sein Gesicht zierte eine leichte Röte, als er Christian empört ansah. So viel Dreistigkeit hatte er nun auch nicht erwartet. Aber die Worte waren deutlich. Viel zu deutlich.
Nur für einen kurzen Moment begegnete er Christians Blick und blieb an dessen hellen Augen hängen. Sie strahlten ihn an und schon wärmte der Blick sein Herz.
Es war gar nicht so leicht sich davon zu lösen. Diese Blicke schienen ihn gefangen zu nehmen.
Christian stützte das Kinn auf seine Handfläche und lächelte Michael offen an. Sollte dieser doch ruhig wissen was er von ihm wollte. Je eher die Fronten geklärt waren desto besser.
Und Michael verstand es auch. Der Mann schluckte, als er sich auf seinen Stuhl fallen ließ.
Diese Augen machten ihn noch verrückt. Die Blicke waren so schön und brachte ihn komplett aus der Fassung.
Aber irgendwie genoss er es auch und das war das schlimmste.
Er wusste was Christian wollte, nur zumindest konnte er es sich jetzt deutlich denken.
Kurz schloss er die Augen. Das Herz in seiner Brust raste.
Was sollte er darauf bloß antworten? Wollte er das denn überhaupt?
Unschlüssig starrte er aus dem Fenster und versuchte seine Gedanken etwas zu ordnen. Das war alles verrückt. Noch nie hatte ein Mann ihm ein solches Angebot gemacht.
Warum auch? Schließlich war er nicht schwul.
Aber die Berührungen und die Blicke von Christian sprachen etwas anderes.
Er hatte sich regelrecht in diesen Augen verloren. Fast hatte er das Gefühl das seine Haut immer noch kribbelte wo Christian ihn berührt hatte.
Frau Lieder hatte ihm nur einen verwirrten Blick geschenkt, aber keine weiteren Fragen über diesen Vorfall gestellt. Was auch gut gewesen war.
Wie hätte er ihr etwas erklären sollen was er selbst nicht wusste?
Michael seufzte leise. Er wusste doch selber nicht was er wollte.
Erst eine Frage von Joey holte ihn in die Realität zurück. Das Outlook hatte er zugemacht. Es musste nicht jeder diese Nachrichten lesen.
Christian hingegen knurrte leise. Er hatte auf eine Antwort gehofft. Wenigstens etwas. Aber nichts der gleichen geschah. Er bekam keine Mail.
Wütend nahm er den nächsten Call an und versuchte wenigstens etwas Michael aus seinen Gedanken zu drängen. Aber er hatte kein Glück.
Schon wieder brauchte er dessen Hilfe.
Schnell hatte er den Kunden auf stumm gestellt und sich erhoben.
Michael kam eben zu seinem Platz zurück. Kurz blieb er stehen und starrte den jungen Mann an. Wieder begann sein Herz zu rasen und er verfluchte sich dafür.
"Ich bräuchte etwas Hilfe," erklärte Christian.
Die Worte hingen einen Moment in der Luft, dann setzte Michael sich in Bewegung und ging zu Christian.
Dieser hatte sich wieder hingesetzt und sah Michael erwartungsvoll an.
Schnell hatte er ihm das Problem erklärt und sein Ansprechpartner ihm die Antwort gegeben. Aber so schnell wollte er den schönen Mann nicht gehen lassen.
"Sorry, für meine etwas sehr direkte Mail. Aber es ist einfach die Wahrheit," sagte er leise. Es musste nicht jeder hören was er zu sagen hatte.
Der Ältere blickte ihn einfach nur an.
"Das ist schon OK. Es überfordert mich nur etwas. Ich weis im Moment nicht was ich denken soll. Das ist zu viel für mich."
Mit diesem Worten drehte er sich und ging davon.
Völlig irritiert sah ihm Christian hinterher. Was hatte das denn zu bedeuten? War das denn schon die Abfuhr?
Der junge Mann ballte die Hände zu Fäusten und versuchte die Emotionen zu verdrängen. Das tat weh. Sehr weh.
Hatte er sich eben noch so sicher gefühlt, zerbrach es genau in diesem Moment. Die Worte waren wie ein Schlag ins Gesicht gewesen. Es hätte nicht schmerzhafter sein können.
Es fiel Christian unendlich schwer, aber er nahm das Gespräch mit dem Kunden wieder auf und gab ihm die gewünschte Antwort.
Kaum war das Gespräch beendet, erhob er sich und verschwand auf Toilette. Er brauchte jetzt einfach etwas Ruhe.
Das Michael ihm hinterher blickte, merkte er nicht.
Dieser hatte den gequälten Ausdruck auf dem hübschen Gesicht noch gesehen. Er wusste das seine Worte nicht glücklich gewählt waren. Aber es war auch nur seine Wahrheit gewesen.
Etwas unschlüssig stand er nun im Gang und wusste nicht ob er ihm nachgehen sollte oder doch lieber hier warten sollte.
Aber dann entschied er sich doch für einen anderen Weg, auch wenn dieser feige war.
Als er wieder vor seinem Rechner saß, öffnete er Outlook und begann zu tippen.
>Hallo Christian,
es tut mir Leid wegen eben. Ich wollte dich nicht verletzten. Aber wir sind hier auf Arbeit, da möchte ich nicht über so etwas reden. Das heißt nicht, dass ich nicht mit dir reden möchte. Aber deine Mail hat mich wirklich etwas überfordert. Mir hat noch nie ein Mann so etwas gesagt. Ich weis dabei einfach nicht was ich denken soll. Wenn du möchtest können wir uns gerne heute Abend treffen und darüber reden. Michael<
Kaum hatte Christian sich gesetzt schickte er die Mail ab. Er wusste das er damit einen großen Schritt nach vorne machte, aber er musste mit dem jungen Mann reden.
Christian hatte sich wieder etwas gefasst. Ein paar Minuten Ruhe hatten gut getan. Auch der warme Kaffee in seinen Händen beruhigte ihn.
Als er nun aber die Mail von Michael sah, kam alles wieder hoch. Fast getraute er sich nicht das Mailprogramm zu öffnen. Seine Neugierde trieb ihn jedoch an.
Schnell hatte er die Zeilen überflogen und sein Puls schlug schneller.
War doch noch nicht alles verloren?
Unschlüssig legte er den Kopf schief und lass es sich erneut durch. Michael wollte ihn treffen? Ein Nein kam da nicht in Frage. Außerdem hatte dieser sich entschuldigt.
Zaghaft klickte er auf Antworten und begann zu schreiben.
>Hallo Michael,
deine Worte und deine Blicke taten eben sehr weh, aber das muss wohl so sein. Ich weis, das ich sehr direkt war und ich bereue das auch nicht. Ich möchte das du weist, was ich über dich denke und das ich dich nicht als Kollegen sehe. Wir können uns heute Abend sehr gerne sehen und reden. Christian<
Die Mail war verschickt und der junge Mann starrte aus dem Fenster.
Was hatte dieser Mann nur mit ihm gemacht das er sich so komisch verhielt? Erst benahm er sich wie ein Kind, dann kam seine alte Form wieder und schon bekam er wieder einen Dämpfer verpasst.
Normalerweise war er nicht so ein Sensibelchen, aber der Blick hatte so wehgetan. Er war so abweisend gewesen.
Leicht erstaunt, bemerkte er kurze Zeit später die neue Mail.
>Glaube mir bitte, das ich dir nicht weh tun wollte. Das war nicht meine Absicht. Wirklich nicht. Du hast 18 Uhr Feierabend. Ich bin genau so lange da. Wenn du magst können wir dann was essen gehen. Bist du eigentlich aus Halle? Es ist seltsam wenn ein anderer Mann mir so etwas sagt. Aber aus deinem Mund klingt es wie ein Kompliment. Michael.<
Ein Lächeln huschte über Christians Züge als er das las.
Nichts lieber würde er tun als mit diesem Schnuckelchen heute Abend essen zu gehen.
Mit einem breiten Grinsen tippte er eine Antwort.
>HI Michael,
das ist schon OK. Ich glaube einfach, ich habe ein bisschen überreagiert. Ich weis ja selber wie es ist solche Sachen von einem Mann zu hören und wie verwirrend es sein kann. Aber danke das es dir gefällt. Ich sage dir ja auch nur die Wahrheit. Nein, ich bin nicht aus Halle. Ich komme aus der Nähe von Freyburg. Da haben wir heute also gleichzeitig Feierabend? Das gefällt mir. Wir können gerne was essen gehen. Du musst mich dann nur führen, da ich mich hier nicht so gut auskenne. Christian.<
So ging das den ganzen Nachmittag. Es kamen recht wenige Anrufe rein und beide nutzen die Zeit zum mailen. Auch wenn Christian ein richtiges Gespräch lieber gewesen wäre, so war er über die Mails auch glücklich.
Immerhin konnten sie sich so schon etwas kennen lernen und die Zeit bis 18 Uhr verging auch schneller.
Christian konnte es kaum erwarten und sah immer wieder auf die Uhr.


Kapitel 4

Es war um sie herum schon recht ruhig geworden. Nur noch zwei Mädels waren mit da.
Michael war, nach dem die große Chefin gegangen war zu ihm gekommen und hatte sich auf den freien Platz gesetzt.
So hatte sie schon etwas Gelegenheit zu plaudern. Es stellte auch niemand blöde Frage. Selbst die Blicke blieben aus.
Beide Männer genossen die Nähe des jeweils Anderen. Auch wenn sie sich nicht berührten so lag deutlich eine Spannung in der Luft, die beide reizte.
Fast hätten sie so auch noch den Feierabend vergessen.
"Warte noch einen Moment, dann können wir zusammen gehen," sagte Michael und ging zu seinem Platz.
Schnell schloss er alle Programme und fuhr dann seinen PC runter. Seine Unterlagen legte er an die Seite. Die könnte er auch noch morgen sortieren.
Aus den Augenwinkeln beobachte er Christian. Dieser hatte seinen Rechner runter gefahren und packte seine Sachen zusammen. Er wollte nur noch hier raus und mit Michael etwas Zeit ohne seine Kollegen verbringen.
Zusammen gingen sie durch das Service Center Richtung Ausgang. Sie hatten Glück, der Fahrstuhl war oben, so das sie nicht warten mussten. Da sonst niemand da war, konnte sie alleine nach unten fahren.
"Oh, wir sind alleine im Fahrstuhl. Wie passend." Grinste Christian.
Er schüttelte seine schwarze Mähne und stellte sich ganz dicht an Michael. Zwar war er ein Stück kleiner wie der Ältere, aber das war nicht schlimm. Er konnte ihm dennoch sehr gut in die Augen sehen.
Die grauen Welten funkelten ihn vergnügt an. Sie strahlte eine unglaubliche Wärme aus.
Christians Herz machte einen kleinen Sprung, als er ihm so nah war und seinen Duft riechen konnte.
"Weist du eigentlich das du wunderschön bist?" hauchte er.
Er hatte es einfach sagen müssen. Der Ältere war einfach nur schön. Auf seine ganz spezielle Weise.
Ein warmes Lächeln huschte über Michaels Züge. Seine Wangen färbten sich leicht rot bei diesem schlichten Worten.
"Nein. Das hat mir noch niemand gesagt," gestand er.
Seine Stimme nur ein Flüstern. Die fremde Nähe machte ihn verrückt. Zu deutlich spürte er Christians Atem auf seinem Gesicht. Roch diesen süßlichen und doch herben Männerduft.
Christian grinste nur und kam ihm noch etwas näher. Der junge Mann wollte gerade etwas erwidern, als der Fahrstuhl ein lautes Piepen von sich gab und die Türen sich öffnete. Beide Männer fuhren auseinander und stiegen dann aus.
Niemand hatte sie gesehen.
Gemeinsam durchquerten sie die Eingangshalle und gingen hinaus in die Nacht.
Der Winter hielt das Land noch schwer im Griff und ein eisiger Wind wehte beiden entgegen.
Christian schimpfte leise und zog seine Jacke enger. Er hasste den Winter. Da bevorzugte er doch lieber und Sommer und Sonne. Schließlich gab es da auch viel mehr zu sehen.
Michael führte sie auf den Parkplatz der AVE und öffnete seinen schwarzen Audi.
Er liebte seinen A3 über alles. Den Audi hatte er jetzt seit knapp einem Jahr und er war sein ganzer Stolz. Auch wenn er ich nicht oft nutzte. Meistens kam er mit der Bahn zur Arbeit, da dies für ihn bequemer war. Aber heute hatte er noch etwas erledigen müssen und war deswegen mit dem Wagen da.
Sie hatten sich vorher darauf geeinigt, das Christian sein Auto hier ließ und Michael ihn dann zurück brachte.
"Sehr schicker Flitzer. Ich mag solche Autos. Ich wusste doch das du auf Luxus stehst," meinte Christians als er eingestiegen war.
"Freut mich das er dir gefällt. Ich mag den kleinen auch. Ich habe auch lange dafür sparen müssen. Dann mal auf zum Italiener," gab dieser zurück.
Der Wagen setzte sich in Bewegung. Passierte die Schranke, die Unbefugten das Betreten verbot und rollte auf die Hauptstrasse. Geschickt fädelte sich Michael in den Verkehr ein und lenkte den Audi zu seinem Lieblingsrestaurante.
Sie unterhielten sich die ganze Fahrt über. Für Christian war es schwer seine Finger bei sich zu belassen. Immer wieder berührte er Michael ganz leicht.
Strich mit seinen Fingern über dessen Arm.
Dieser quittierte das mit einem Grinsen und einen leichten Seufzen.
Der junge Mann musste das einfach nutzen. So ließ er seine Hand auf Michaels liegen. Gestattet ihm nur ab und an das schalten.
Viel zu schnell hatten sie das Restaurante erreicht und Michael parkte den Wagen.
"Ich denke mal, ich werde mich jetzt benehmen müssen. Ein bisschen kann ich mich ja zurück halten. Ich weis, das man es nicht gerne sieht, wenn sich zwei Männer näher kommen. Aber ich hoffe, ich darf dich trotzdem ein bisschen berühren," meinte Christian mit ruhiger Stimme.
"Es wäre mir auch nicht recht, wenn jeder sehen könnte, was zwischen uns ist. Aber ich habe nichts dagegen wenn du mich berührst. Ich fände das eher schön. Dann komm. Ich habe Hunger," antwortete Michael.
Sie schnappten sich ihre Sachen und stiegen aus.


Teil 5

Kaum hatten sie das Restaurante betreten, kam ein Kellner und bot ihnen einen Platz an. Sie hatten Glück und bekamen einen kleinen Tisch in einer Nische. Von hier konnten sie gut in den Raum sehen, aber nicht jeder sah sie.
Christian zog seine Jacke aus und ließ sich auf die Sitzbank fallen. Diese war mit Roten Stoff bezogen und gab dem ganzen ein warmes Ambiente. Der ganze Raum wirkte sehr gut eingerichtet und schenkte Ruhe und Erholung.
Michael saß ihm genau gegenüber. Auf dem Tisch stand ein Teelicht und schenkte warmes Licht.
„Es ist wirklich schön hier,“ meinte Christian bewundernd.
Sein Gegenüber nickte nur grinsend. Er freute sich sehr das es Christian hier gefiel.
Der Kellner kam wieder und brachte ihnen die Karten. Der junge Mann fragte nach den Getränken, notierte sich die Wünsche und verschwand wieder.
Leise, italienische Musik durchzog den Raum.
Christian stützte sein Kinn auf seine Handflächen und sah Michael genau in die schönen grauen Augen. Sie strahlten im Moment so viel Wärme und Sanftheit aus, das Christian nicht anders konnte, als sich in ihnen zu verlieren.
„Sieh mich bitte nicht so an. Ich werde noch rot. Du ziehst mich ja fast aus mit deinen Blicken. Aber weist du eigentlich, das du so wie jetzt wirklich gut aussiehst?“ hauchte Michael.
Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
Das Kribbeln in seinem Bauch nahm noch zu, als Christian den Kopf leicht neigte und eine seiner schwarzen Strähnen nach vorne fiel.
„Danke. Ich kann mich an dir einfach nicht satt sehen. Du bist so wunderschön. Es gibt aber keinen Grund rot zu werden. Es ist alles nur natürlich,“ flüsterte Christian.
Seine Stimme war ruhig und warm. Für Michael klang sie verführerisch.
So blieb der Ältere einfach nur sitzen und genoss diese Blicke. Erst der Kellner brachte ihn in die Realität zurück.
Er stellte die beiden Getränke ab und wartete auf die Essensbestellung.
Christian hatte nur einen kurzen Blick in die Karte geworfen und wählte eine Spinatlasange. Michael hatte sich für gefüllte Cannelloni entschieden.
Kaum das der Kellner verschwunden war, fixierte Christian den anderen Mann. Seine rechte Hand schob sich über den Tisch und blieb auf Michaels Arm liegen.
Michael hatte die Ärmel seiner Strickjacke nach oben geschoben und gewährte seinem Gegenüber einen perfekten Blick auf sein Tattoo und das nutzte dieser auch.
Langsam strichen seine Finger darüber. Zögerlich zogen seine Finger die harten Konturen nach und bescherten Michael eine echte Gänsehaut.
Dieser hielt den Blick jedoch auf die schönen grünen Augen gerichtet.
Ganz langsam streckte auch seine Hand aus und berührte damit Christians Arm. Seine Fingerspitzer strichen hauchzart über die weiche Haut.
Es war ein sehr komisches Gefühl einen Mann zu berühren, aber es berauschte Michael. Es tat unglaublich gut.
Die ganze Zeit hielten sie Blickkontakt. Konnte die Augen nicht voneinander lassen.
Unbewusst leckte sich Christian über die Lippen.
Das Kribbeln in seinem Magen war angewachsen. So wie jetzt hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt. Aber es tat gut. Das konnte er nicht leugnen. Die Haut, die Michael berührte brannte förmlich. Nur diese kleinen Berührungen verbrannten ihn und schenkten ganz andere Gedanken.
Der schöne Mann hatte den Kopf leicht schief gelegt und die Lippen etwas geöffnet. So sah er Christian einfach nur an. Ergötzte sich an dessen Anblick. Viel zu sehr gefiel ihm was er sah und es erregte ihn.
Seine Finger zogen Kreise über Christians Arm und Hand. Dann ganz langsam hob er seine Hand und berührte Christians Wange. Es war wie ein Schlag als er die weiche Haut streifte. Sein Puls und seine Atmung beschleunigten sich.
Aber es tat gut. Es fühlte sich unglaublich gut an. Mit all seinen Sinnen versuchte Michael diesen Moment in sich aufzunehmen.
Christian hielt einfach nur still. Für einen kurzen Moment vergaß er Luft zu holen. Dafür war das Gefühl viel zu groß, was ihn überfiel.
Ganz sacht ließ Michael seinen Zeigefinger über das Kinn gleiten. Strich zart über die weiche Haut und berührte sanft die Unterlippen.
Es war wie ein sanfter Schlag.
Christian öffnete ganz leicht seine Lippen. Seine Zunge glitt nach draußen und leckte über die Fingerkuppe. Sie züngelte daran herum und nahm den Finger dann leicht in den Mund. Genießend saugte er daran und nahm mit Freunde, Michaels Gesichtsausdruck in sich auf. Der schöne Mann schluckte schwer. Die Augen hatten sich geweitet und er starrte gebahnt auf die weichen Lippen.
Es gab in diesem Moment nur ein Gefühl und das war das Saugen an seinem Finger.
Vergessen war die Tatsache das sie in einem Restaurant waren und das der Kellner wohl jeden Moment wieder kam.
Michael war gefangen in dem Moment. Konnte ihn nur genießen.
Aber auch Christian war gefesselt. So wie jetzt hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt.
Das er Michael einmal so nah kommen würde, hätte er in seinen kühnsten Träumen nicht gedacht. Aber die Realität war auch schöner als jeder Traum.
Nur sehr ungern zog Michael seinen Finger weg, aber er tat es dann doch. Seine Finger kribbelten als er sie auf Christians Hand legte.
Sie sahen sich einfach nur in die Augen. Alles andere war vergessen.
Nur leider hielt diese Ruhe nicht lange. Der Kellner kam um die Ecke und brachte die kleinen Vorspeisesalate.



Fortsetzung folgt

URL: http://chibi-fich.de/CMS/index.php?page=1448&printview=1
© 2005 Ihre Firma — Alle Rechte vorbehalten
drucken | schliessen