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Auf der Flucht vor dem Weihnachtsmann

Auf der Fluch vorm Weihnachtsmann!!!

Oh, wie er doch die Nase voll hatte! dachte der junge, schwarzhaarige Mann, missmutig, als er sich in der Dunkelheit der Stadt zu den Ställen schlich. Seine Schritte waren schwer, musste er sich doch durch Waden hohen Schnee vorarbeiten. Er trug eine dunkelrote Jacke, schwarze Jeans und Stiefel. Seine kurzen, strubbeligen Haare hatte er unter einer weißen Mütze verschwinden lassen, bis auf ein paar vorwitzige Strähnen, die sich nicht bändigen lassen wollten und ihm ins Gesicht fielen. Das Gesicht im weißen Schall tief vergraben nestelte er am Schloss herum, um es auf zu bekommen. Letztendlich gab er es auf die Stalltüren, mit den weißen Lederhandschuhen an, öffnen zu wollen und zog sie stattdessen kurz aus. Die Stalltüren öffneten sich quietschend, so dass er sich alarmiert, ob jemand etwas gehört hatte und die Lichter angehen würden, umsah. Erleichtert atmete er auf, als sich nichts tat und schloss dann die Türen bemüht leise hinter sich. Er schaltete das Licht nur gedämpft ein und ging dann zur Box von Ruby. Einem hübschen, weiblichen, hellbraunen Rentier. Er hatte die Kleine, wie er sie oft noch liebevoll nannte, von seinem Vater bekommen, als er 12 Jahre alt geworden war. Sie war Rudolphs Nachkomme und hatte demgemäß einiges an Temperament und Willen in sich, was hervorragend zu ihm passte, war er doch nicht anders. Andernfalls würde er sich sicher nicht einfach davon machen, aber langsam hatte er es echt satt.



Ständig ging es nur um Weihnachten. Weihnachten hier … Weihnachten da. Lief die Produktion oder nicht. Waren die Kinder brav oder nicht! Er konnte es nicht mehr hören und noch weniger, dass sein Vater meinte ihn unbedingt zu seinem Nachfolger machen zu wollen, wenn er mal in Rente ging. Das konnte er ja wohl so was von knicken! Sollte das doch seine ältere Schwester Sarah machen, die half schon immer gern im Familiengeschäft und kannte sich weitaus besser aus als er. Ihm lag das Technische besser, aber das wollte sein Vater ja nicht einsehen. Stattdessen war er doch echt auf die irre Idee gekommen, dass er dieses Jahr die Tour übernehmen sollte, so zu sagen als Einstieg in seine kommenden Lehrjahre bei seinem Vater. Er hatte seinem Vater daraufhin verständlich zu machen versucht, das er das nicht wollte, aber dieser hörte einfach nicht zu. Dann hatten es auch seine Mutter und seine Schwester bei ihm versucht, aber auch da hörte er nur, was er hören wollte. Auf jeden Fall waren es bis zu besagter Tour noch circa 4 Tage und darum haute er jetzt ab. Er hatte sein Leben wie es war satt und daher beschlossen erstmal bei seiner Patentante Lucinda unter zu kommen. Die lebte in New York und führte von dort aus ihr Zahn-gegen-Geld-Tauschunternehmen und das ziemlich erfolgreich schon seit ziemlich langer Zeit. Wie es weitergehen würde, darüber würde er sich dann Gedanken machen.



„Na, meine Kleine!“, öffnete er die Box von Ruby. Diese wurde ein wenig unruhig, ahnte sie doch, dass hier etwas ungewohntes im Gange war. „Schh … Alles ist gut! Wir hauen heute nur von hier ab!“, streichelte er sie sanft, um sie zu beruhigen. Er griff nach dem Zaumzeug und legte es ihr an, dann führte er sie aus der Box und holte den Sattel, um ihn ihr aufzulegen und fest zu zurren. Anschließend griff er in seine Jackentasche und holte ein paar Apfelstückchen hervor, mit denen er sie fütterte. Sie war wirklich groß geworden! dachte er, als sie gierig die Stücke verschlang. Ihr Geweih war prächtig und ihr Körperbau wirklich ausgewogen, genau so wie ein Rentier sein sollte. Er erinnerte sich noch an seine ersten Reit- und Flugstunden auf ihr und musste noch immer grinsen, wenn er daran dachte, wie oft er runter gefallen war, bis es endlich geklappt hatte. Sie hatte ihn immer wieder an gestupst und dazu aufgefordert weiter zu machen, selbst dann wenn er laut geflucht und alles und jeden verflucht hatte. Heute waren sie ein eingespieltes Team und er konnte sich kein anderes Rentier für sich vorstellen, als seine Ruby.



Da die anderen Rentiere im Stall nun unruhiger wurden, weil auch sie merkten, dass etwas im Gange war, beeilte er sich damit Ruby aus dem Stall zu führen und diesen, nachdem er das Licht ausgeschaltet hatte, wieder zu verschließen. Er zog die Handschuhe wieder an und führte Ruby dann zum Startfeld, dass nur wenige Meter neben dem Stall lag. Das Startfeld war wie immer vom Schnee geräumt, wurden doch täglich Materialien für die Produktion, Lebensmittel und anderes her geflogen.



„So, dann wollen wir mal!“, überprüfte er noch mal den Sattel und das Zaumzeug, dann versicherte er sich noch, dass sein Rucksack fest auf seinem Rücken saß und holte aus seiner Jackeninnentasche eine Fliegerbrille heraus, die er sich aufsetzte, um seine Augen zu schützen. Anschließend schwang er sich in den Sattel, ritt mit Ruby ein mal die Startbahn auf und ab, damit sie sich warm machen konnte und positionierte sie beide, letztendlich am Ende der Startbahn, dann gab er das Kommando und Ruby preschte vor. Er lehnte sich vor, passte sich Rubys Tempo damit an und genoss wie immer das unglaubliche Gefühl von Freiheit, als sein Rentier kurz vorm Ende der Landebahn ein Satz nach vor machte und abhob. Sie stiegen schnell höher, dann flüsterte er Ruby das Ziel ihrer Reise ins Ohr. Ein Radar oder Routenplaner brauchten sie nicht, denn die Rentiere seines Vaters konnten jeden Ort finden, zu dem man wollte. Die Luft war Eiskalt, darum war er froh sich so dick angezogen zu haben, so blieb er erstmal warm. Wie das mit der Zeit sein würde, würde er sehen, schließlich war ihr Weg nicht gerade kurz, aber er vertraute Ruby, das sie schon die geeignetste Route zum Zielpunkt nehmen würde.



Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, als sie im Morgengrauen das erste besiedelte Gebiet überflogen. Vermutlich handelte es sich nach seinen recht guten Geografiekenntnissen um Kanada. Seine Hände waren schon leicht taub und er musste sich unbedingt mal erleichtern, so dass er Ruby anwies an einer Tankstelle irgendwo in der Weite Kanadas runterzugehen und zu landen. Sie landeten natürlich nicht direkt vor der Tankstelle, sondern circa 500 Meter entfernt, sonst würden sie nur aufsehen erregen, denn sie sicher nicht gebrauchen konnten.



Der Schwarzhaarige stieg von Ruby ab und streckte sich erstmal ausgiebig, um seine steifen Gelenke zu lockern, dann griff er wieder in seine Jackentasche und gab Ruby noch etwas von den Apfelstücken. „Gutes Mädchen!“, kraulte er sie hinter den Ohren, dann nahm er die Zügel und führte sie weiter runter zur Tankstelle. Dort gab er ihr Wasser und verschwand dann selbst auf dem WC. Der Tankstellenbetreiber staunte natürlich nicht schlecht, aber er schien schon seltsameres gesehen zu haben, denn er enthielt sich jeden Kommentars, als der junge Mann bei ihm ein paar Schokoriegel, Wasserflaschen und zwei Äpfel kaufte und dann wieder raus zu seinem Rentier ging und der Straße weiter hinab folgte.



Er und Ruby gingen einige Kilometer zu Fuß, dabei er aß und trank er und gab auch Ruby noch die zwei Äpfel und was vom Wasser. Eine Weile später suchten sie sich in den Wäldern einen Platz zum Rasten. Für Ruby legte er Tannengrün aus, damit sie sich ausruhen konnte und für sich machte er ein Lagerfeuer und breitete seinen Schlafsack aus. So ruhten sie sich bis zum Einbruch der Nacht aus, um dann ihren Weg in der Luft fort zu setzen.



Nur zogen nun erste, graue Wolken auf, die weiteren Schnee ankündigten. Er presste sich fest an Ruby und hoffte, dass es zu keinem Schneesturm kam.



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Währenddessen hatten man sein Verschwinden nun auch zuhause am Nordpol mitbekommen. Da er sich eh oft den Tag über in der Stadt herumtrieb und das meist schon vorm Frühstück, war sein Fehlen erst zur Mittagszeit aufgefallen, als er nicht wie sonst zum Mittagessen aufgetaucht war.



Seine Familie hatte aufgeregt im ganzen Haus und in den Produktionshallen, dem Stall und überall da nachgesehen, wo er sich sonst am liebsten aufhielt und dabei war seiner Schwester Sarah, die im Stall nachgesehen hatte klar geworden, das ihr Bruder sie verlassen hatte, den Ruby war auch nicht da wo sie hätte sein sollen. Dieser Idiot, er war einfach zu impulsiv! dachte sie, während sie wütend in Richtung zuhause durch den Schnee stampfte. Im Gegensatz zu ihrem Bruder war sie Blond wie ihre Mutter, das Haar fiel ihr in sanften Wellen über den Rücken bis zur Hüfte, ihre Augen waren grün und sie trug ihren dunkelroten Mantel, die schwarzen Handschuhe, Schal und Mütze.



Sie konnte nur zu gut nachvollziehen, dass ihr Bruder das ständige Gerede über die Nachfolge ihres Vaters nicht mehr hatte hören können, weil ihm der Gedanke zu wider war diese einmal anzutreten, aber ihre Mutter und sie hatten doch versprochen sich darum zu kümmern und auch wenn ihr Vater momentan nicht hören wollte, so war sie sich sicher, dass sie sich ihm früher oder später sicher verständlich hätte machen können. Zumal sie nur zu gern mehr ins Familiengeschäft einsteigen wollte. Sie liebte Weihnachten und all die damit verbundene Hektik über das Jahr bei ihnen. Ihr lag es den geschäftlichen Teil zu übernehmen, die Buchhaltung, die Bestellungen, die Liste der Artigen und Unartigen. Ihr Vater hätte das sicher noch einsehen und sich vielleicht bereit erklärt ihr die Geschäfte zu überlassen und halt nur noch die Auslieferung vorzunehmen, wenn die Zeit im Jahr gekommen war, um die Geschenke zu verteilen. Aber nein, ihr Bruder musste sich ja davon machen. Ihr Vater würde ausflippen und nun noch mehr als zuvor wollen, dass ihr Bruder den Job übernahm. Er war einfach zu stur in diesen Sachen und besonders dann, wenn er sich auch noch gekränkt fühlte und das würde ihn das Verhalten seines Sohnes sicher.



Ihre Eltern waren von ihrer Suche anscheinend auch schon zurück, was der Lärm im Wohnzimmer zu deutlich machte. „Oh .. wo steckt dieser Bengel nur schon wieder! Wenn er wieder auftaucht gibt es Hausarrest für das ganze restliche Jahrhundert!“, lief ihr Vater aufgebracht im Raum auf und ab, während ihre Mutter in einem der gemütlichen Sessel vorm Kamin saß und sichtlich aufgeregt und besorgt über das verschwinden ihres jüngsten Kindes war. Obwohl er ja mit seinen 19 Jahren nicht mehr wirklich so jung war. Aber für sie würde er eben immer ihr kleiner Junge bleiben.



Sobald Sarah durch die Tür kam sah ihre Mutter sie fragend und voller Hoffnung an. „Hast du ihn gefunden?“, wollte sie mit bebender Stimme wissen. Doch die Antwort kannte sie schon, war doch niemand hinter ihrer Tochter in den Raum gekommen. „Nein … tut mir leid, Mutter!“, ging sie zu ihr herüber, um sich auf die Sessellehne zu setzen und ihrer Mutter eine Hand tröstend auf die Schulter zu legen. „Er scheint fort zu sein!“, sah sie ihren Vater an, der nun vor ihr stand. Er hatte dasselbe schwarze Haar wie ihr Bruder, allerdings schon mit reichlich grauen Strähnen darin, die selben grauen Augen und dasselbe Temperament. Viele würden sich wohl wundern, wenn sie ihren Vater sahen, sah er doch nicht gerade so aus, wie ihn sich alle zu Weihnachten vorstellten. Das Kostüm zog er nur zu Weihnachten an, ansonsten sah er den Rest des Jahres wie jeder andere normale Mann im mittleren Alter aus. „Was soll das heißen er ist fort!“, donnerte seine Stimme durch den Raum. „Ruby ist fort, was nur bedeuten kann, dass er fort gegangen ist. Vermutlich liegt in seinem Zimmer ein Brief, der alles erklären soll! Hat jemand dort schon nachgesehen?“, ihre Mutter schluchzte, Tränen traten ihr in die Augen. „Mein kleiner Junge ist da draußen? Es ist doch viel zu kalt und was ist … ist wenn ihm was passiert?“, schlug sie die Hände vor das Gesicht. „Mary! Liebes! Schh … wir finden ihn!“, wurde ihr Vater sanft wie immer, wenn es um ihre Mutter ging. Er ging vor ihr in die Knie und nahm sanft ihre Hände und blickte sie liebevoll an. „Wirklich?“, wollte ihre Mutter wissen. „Ja, wir finden ihn und holen ihn zurück!“, versprach er, denn er konnte es nicht ertragen, wenn seine Frau so traurig war und sich sorgte. Ein leichtes Lächeln erschien auf dem Gesicht von Mary und sie schöpfte Hoffnung, denn ihr Mann hatte noch nie eines seiner Versprechen gebrochen.



Sarah war gerührt und stolz solche Eltern zu haben. Sie liebten sich wirklich und wollte nur das beste für ihre Familie, auch wenn ihr Vater da nicht immer so richtig lag und ihre Mutter ihm oft einen kleine Tritt geben musste, damit er seine Fehler einsah. Sie hoffte darauf auch einmal solch eine Liebe zu empfinden. Zwar gab es da jemanden in ihrem Leben, dem sie wirklich zu getan war, aber er hielt sich noch zurück, auch wenn sie insgeheim darauf wartete, dass er sich endlich traute ihr näher zu kommen.



Ihre Mutter hatte damals alles aufgegeben, nachdem sie ihren Vater am College kennengelernt hatte und war ihm, nachdem Großvater Clause in Rente gegangen und später mit seiner Frau nach Florida gezogen war, zum Nordpol gefolgt, um mit ihm zusammen die Geschäfte und die Familienlinie der Clause durch die Geburt ihrer beiden Kinder weiter zuführen. Dabei war ihre Mutter eine sehr begabte Künstlerin gewesen, die sich überlegt hatte später einmal ihre eigene Modelinie herauszubringen. Doch dann war Christopher in ihr Leben getreten. Er war anders gewesen als die anderen Männer, wissbegieriger, temperamentvoller und so liebevoll, dass sie ihm einfach nicht hatte widerstehen können. Natürlich war es zu Anfang schwer gewesen zu glauben was er ihr über sich erzählt hatte, aber er hatte ihr Dinge gezeigt, die man nicht anders erklären konnte, als das er wirklich der Sohn vom Weihnachtsmann war und er auf dem College sei, um Betriebswirtschaft zu studieren, weil er einmal die Geschäfte übernehmen sollte. Sie hatte lange mit sich gerungen, ob sie wirklich mit ihm ihr Leben verbringen wollte,denn er war ehrlich gewesen was die Entbehrungen anging, die sie dafür würde bringen müssen. Sie musste ihre Familie verlassen, an den Nordpol ziehen, an dem es zwar die Weihnachtsstadt gab, aber sonst nichts, das ganze Jahr würde es immer und immer wieder nur um Weihnachten gehen und Urlaub war nicht immer drin. Am Ende hatte sie sich für ihn entschieden! Familie hatte sie nicht, ihre Eltern waren ums Leben gekommen, als sie 15 Jahre alt gewesen war, ihre Großmutter, die sie aufgenommen hatte, war gestorben, als sie ihr Studium aufnahm, also würde sie niemanden fehlen und auch ihr niemand, höchstens die wenigen Freunde die sie gehabt hatte, aber sie war sich sicher gewesen neue zu finden und Christopher machte sie glücklich, er liebte sie und sie ihn, also war sie mit ihm gegangen und hatte es nie bereut. Sie hatte zwei tolle Kinder, ein schönes und wirklich langes Leben, denn ein Vorteil Teil der Familie Clause zu sein war es, dass man nachdem man das Alter von 25 Jahren erreicht hatte, nur alle 100 Jahre, um ein Jahr alterte. Das ihr Sohn, aber nun ausgerissen war bereitete ihr großen Kummer und sie konnte nur hoffen, das er heil zurück zu ihnen kam und nicht für immer fort war.



Sarah ließ den beiden einen Moment des Alleinseins, zog ihren Mantel aus und ging rauf in das Zimmer ihres Bruder. Vermutlich hatte ihre Mutter nur kurz den Kopf hineinsteckt und den Raum nach ihrem Bruder abgesucht, um dann gleich woanders weiter zu suchen, nachdem sie ihn nicht dort nicht gefunden hatte. Sie sah sofort, dass das Familienbild von ihnen von seinem Schreibtisch verschwunden war, genauso sein Lieblingsbuch aus dem Regal, ein paar Sachen aus seinem Schrank. Ihr Bruder war nicht gerade der ordnungsliebendste, so dass anderen das nicht sofort aufgefallen wäre, aber sie und ihr Bruder hatten schon immer ein inniges Verhältnis gehabt und es gab außer Ruby wohl niemanden, dem er sich eher anvertraut hätte als ihr. Er hatte sich ihr doch damals sogar als erstes anvertraut, als er gemerkt hatte, dass ihn das eigene Geschlecht eher anzog, als Mädchen und sie war verständnisvoll gewesen und hatte ihm versichert, dass das in Ordnung sei und das er eben liebe, wenn er liebe und er immer ihr Bruder sein würde, egal ob er nun schwul war oder nicht. Auch ihre Eltern hatten es gut aufgenommen, auch wenn ihr Vater zuerst irritiert gewesen war und sichtlich länger gebraucht hatte, sich damit zu arrangieren, so nahm er seinen Sohn dennoch so wie er war, genauso wie ihre Mutter. Darum schmerzte es sie nun auch, dass er diesmal einfach gegangen war, ohne sie einzuweihen und ihr die Möglichkeit zu geben ihm zu helfen. Vermutlich hätte sie ihm zwar versucht es auszureden oder sie hätte ihm gesagt, nimm eine Auszeit, denk über alles nach und komm wieder! Aber nein, gerade dann, wenn es wieder mal wirklich wichtig war mit ihr zu spreche, da sprach er nicht mit ihr! Sie seufzte und setzte sich aufs Bett. „Ach Chris!“, murmelte sie, als sie das Blatt Papier auf seinem Kopfkissen entdeckte.



Auf diesem Stand:



Meine Lieben,



es tut mir leid, aber ich halten den Druck nicht mehr aus!



Ich hab andere Träume was mein Leben angeht und möchte einfach nicht ins Familiengeschäft eintreten. Die Welt ist groß, es gibt so viel zu sehen, zu erleben und ich möchte mich verlieben, einen Menschen finden mit dem ich die Ewigkeit verbringen will, also gehe ich fort.



Es tut mir leid, dass ich nicht mit euch gesprochen habe, besonders nicht mit dir Sarah, aber ich glaube nicht, dass ich dann noch den Mut gehabt hätte zu gehen!



Verzeiht mir! Ich melde mich!



In Liebe!!!



Chris



Tränen benetzten Sarahs Wangen und sie schluchzte. Sie gab sich der Trauer einen Moment hin, dann stand sie auf, um wieder zu ihren Eltern zu gehen. Diese waren natürlich noch weniger als sie erfreut über den Brief. Ihr Mutter weinte wieder, ihr Vater tobte.



„Ruf die Sicherheitselfen!“, meinte er nachdem er seinem Unmut Luft gemacht hatte. „Sie sollen ihn finden und zurückbringen!“, wandte sich ihr Vater an sie, nachdem er sich halbwegs wieder ein gekriegt hatte. „Vater … lass ihm …!“, wollte sie ihren Vater davon abbringen, doch dieser fuhr dazwischen. „Er ist mein Sohn, dein Bruder, er ist ein Clause und er gehört hier her, also ruf sie, dann trefft mich im Kristallspiegelraum!“, drehte er sich um, um den Raum mit einem lauten Türen knallen zu verlassen. „Ach Vater!“, seufzte sie leicht frustriert, denn sie wusste, dass das sicher nicht so ausgehen würde wie er sich das dachte. Chris würde toben, wenn er wieder da war, besonders, wenn er von den Sicherheitselfen nachhause geschleift werden würde und vermutlich gleich darauf wieder das weite suchen. Beide, ihr Vater und ihr Bruder waren einfach zu stur!



Ihre Mutter hatte sich in der Zwischenzeit wieder einigermaßen beruhigt. „Das wird nicht gutgehen!“, seufzte sie, als sie aufstand und an den Kamin trat. „Ich weiß! Die beiden … sie sind sich zu ähnlich und keiner wird nachgeben. Chris will seine Freiheit und Vater ihn als Nachfolger!“, setzte sich Sarah erstmal auf die Sessellehne. „Allerdings! Wir werden wachsam sein müssen und die beiden, wenn Chris zurück ist an einen Tisch bringen, damit wir eine Lösung finden!“ „Ich bin froh, dass du vom Naturell nach mir kommst, du wirst deinem Vater eine gute Nachfolgerin!“, ging Mary zu ihrer Tochter herüber. „Wenn er mich lässt!“, murmelte diese, auch wenn die Worte ihrer Mutter sie stolz machten. „Dafür sorge ich schon!“, streichelte sie über das Haar ihrer Tochter. „So, nun geh und tu was dein Vater gesagt hat, sonst regt er sich noch mehr auf!“ „Ok! Danke!“, stand sie auf, umarmte ihre Mutter kurz und ging dann, um nach den Sicherheitselfen rufen zu lassen. Mary sah ihrer Tochter nach. Sie liebte ihre beiden Kinder von ganzem Herzen und erhoffte sich nur das Beste für sie, aber das Chris einfach davon gelaufen war, das schmerzte sehr, sie wollte beide Kinder um sich haben, aber sie wusste nach dem Brief den Chris ihnen hinterlassen hatte, dass er seine Freiheit haben musste, um den Weg nachhause zu finden. Sie hoffte nur, dass ihr Mann das auch noch einsah.



Sarah wartete im Arbeitszimmer auf den stellvertretenden Kommandeur der Sicherheitselfen. Im Gegensatz zu der vermehrten Meinung der Menschen, dass Elfen klein wären und Flügel hätte, waren die Weihnachtselfen eher menschenähnlich, sie waren genauso groß oder klein wie die Menschen, dick oder dünn. Meist hatten sie weißes oder schwarzes Haar und graue oder grüne Augen und sie hatten die typischen spitzen Ohren, die sie auch in Darstellungen und Märchen der Menschen hatten. Sonst hatten sie aber wirklich nichts gemein mit den verniedlichten Elfen in den Mythen.



Besonders Levander nicht! dachte Sarah nervös, als dieser das Arbeitszimmer betrat. Er war groß, athletisch gebaut, sein schwarzes Haar war schulterlang und meist im Nacken zusammengebunden. Die Augen eher untypisch für Elfen ein Mix aus grün und grau. Zudem trug er den moosgrünen Overall der Sicherheitselfen, deren Stellvertretender Kommandeur er war. „Lady! Wie kann ich helfen?“, sah er sie fragend an, nur wer ihn wirklich gut kannte, konnte seine Besorgnis erkennen, die er unter seiner Professionalität verbarg. Sie saß auf der Schreibtischkante, die Beine überschlagen und antwortete „Mein Bruder ist fortgelaufen! Mein Vater möchte das er zurückgebracht wird! Daher sollen wir ihn im Kristallspiegelraum treffen!“ Sie zitterte leicht, denn es nahm sich doch sehr mit, das ihr Bruder fort war. „Geht es euch halbwegs gut!“, trat er auf sie zu, denn er machte sich wirklich Sorgen um sie, wusste doch jeder wie sehr sich die Geschwister nahe standen. „Nicht wirklich! Ich mach mir Sorgen und vermisse ihn!“, schimmerte Tränen in ihren Augen. Er konnte es nicht ertragen sie so traurig zu sehen. Schon als sie noch Kinder gewesen waren hatte er das nicht gekonnt und auch heute nicht. Sanft zog er sie vom Tisch und in seine Arme. Zärtlich streichelte er über ihren Rücken. „Ich finde ihn und bring ihn heil heim!“, versprach er. „Danke!“, murmelte sie an seiner Schulter, dann sah sie auf. Er strich ihr eine Träne von der Wange und starrte dann auf ihren einladenden Mund. Aus einem Impuls, vielleicht auch dem Wunsch danach, beugte er sich herunter und küsste sie. Sarah schloss die Augen, genoss den Moment, der allzu schnell vorbei war. Als Levander klar wurde was er da tat, ließ er gleich wieder von ihr ab. Sie seufzte ein wenig frustriert, aber froh, überhaupt geküsst worden zu sein. Vielleicht taute er ihr gegenüber nun doch noch auf. „Ich … es!“, wollte er sich wohl entschuldigen. „Nein … nicht! Ich wollte es auch!“, meinte sie nur, während sie einen Schritt zurück trat. „Lass uns zu Vater gehen!“, verließ sie den Raum, bevor er den Augenblick den sie geteilt hatten, doch noch kaputt machen konnte. Er folgte ihr gleich darauf. Verunsichert über das was geschehen war, über ihre Reaktion, aber doch auch glücklich, weil er ihr Näher gekommen war, auch wenn sich das nicht ziemte, war sie doch eine Clause und er nur ein Elf.



>>><<<



Chris hielt sich währenddessen krampfhaft an Ruby fest. Es fiel ihm schwer, den seine Hände waren nun wirklich taub, genauso wie der Rest seines Körpers. Wie eigentlich nicht erhofft, war ein Schneesturm aufgezogen und sie befanden sich mittendrin. Ruby tat ihr bestes, damit er nicht all zu fiel abbekam, aber das war kaum möglich. Er zittert vor Kälte und er wusste nicht, wo sie genau waren und ob Ruby noch auf Kurs war. „Wir … wir müssen runter! Schutz suchen!“, rief er ihr zu. Sie schien zu verstehen, denn sie ging weiter und weiter runter, allerdings kamen sie nun genau in einen kleinen Luftwirbel, Ruby verlor die Kontrolle und wurde hin und her geweht, so dass er reichlich durchgeschüttelt wurde. Er verlor den Halt, konnte mit seinen tauben Händen nicht wirklich mehr nach den Zügeln greifen und fiel von ihrem Rücken. Verdammt! dachte er, als er tief und tiefer viel und mit einem dumpfen Aufprall in einem hohen Schneehaufen landete.



Er schlug sich leicht den Kopf an, den der untere Schnee war schon sehr hart gewesen und blieb reglos liegen. Ruby kämpfte sich hinab und landete unweit von ihm. Sie hatte Angst. Angst, dass er schwer verletzt war und nur, weil sie den Schneeturm nicht umfliegen hatte können.



Sie suchte ihn im Schneegestöber, doch die Sicht war nicht sehr gut. Endlich entdeckte sie ihn und kam näher. Er lag mit dem Gesicht in einem Schneehaufen, die rote Jacke wurde immer weißer durch den Schnee, der noch zu Boden fiel. Sie stupste ihn mit ihrem Kopf an, aber er regte sich nicht. Sie stupste wieder und hoffte auf eine Reaktion.







James, ein zierlicher, hübscher, junger Mann mit sehr hellen, geradezu weißen Haare, die im Nacken kürzer geschnitten und nach vorne hin länger waren, hatte im Wohnzimmer vor dem Kamin auf der Couch gesessen, eine Tasse warmen Kakao vor sich auf dem Couchtisch und ein gutes Buch in den Händen, als er einen dumpfen Aufprall in seinem Garten hörte. Ob es wohl wieder nur Schnee war, der vom Dach kam und in den Garten fiel? Fragte er sich, denn das war in letzter Zeit sehr oft passiert, so dass er öfters zusammengefahren war vor Schreck, das Geräusch nun aber schon weitestgehend ignorierte. Nur diesmal hatte es sich anders angehört, so dass er sich doch noch entschloss, obwohl er wusste, dass es draußen ziemlich ungemütlich war, nachzusehen.



Er stand auf und holte sich seinen langen, grauen Mantel und schlüpfte in seine Boots, damit ihm nicht zu kalt wurde, dann ging er in die Küche und schaltete das Licht dort und auf der Terrasse ein. Er spähte durch das Glas der Glastüren, die von der Küche auf die Terrasse führte, konnte im ersten Moment aber nichts genaues erkennen, war doch draußen noch immer der Schneesturm, denn sie morgens im Radio angesagt hatten, am toben. Schnell holte er noch eine Taschenlampe aus einer der Schubladen in der Küche, dann öffnete er die Tür, stemmte sich gegen Wind und leuchtete den Garten ab. Dort schwenkte er den Strahl der Taschenlampe hin und her. Das Licht fuhr über die Gartenstühle und den Tisch auf der Terrasse, dann über die eingeschneiten Blumenbeete, etwas Roten in einem Schneehaufen und auf ein Rentier, dann auf den kahlen, eingeschneiten Kirschbaum links im Garten.



James stutzte. Rentier? Etwas Rotes im Schnee? Der Weihnachtsmann? Er schwenkte sofort den Taschenlampenstrahl zurück, aber da war noch immer ein Rentier und etwas Rotes im Schnee! „Ich … das bilde ich mir doch nur ein! Ich hab sicher zu wenig die letzten Tage geschlafen!“, versuchte er sich einzureden, doch dann bewegte sich Ruby unruhig und ihm wurde klar, das da tatsächlich ein Rentier in seinem Garten war.



„Ähm … hey! Was … was machst du den hier?“, kam er näher und hatte so auch nun einen besseren Blick auf das Rote im Schnee. Jetzt konnte er erkennen, das es ein Mensch war der da lag und er bekam Angst. War derjenige der da lag Tod oder nur verletzt? Er beschloss nachzusehen, wurde aber von Ruby, die Chris vor allem Unbekannten schützen wollte erst einmal davon abgehalten, in dem sie sich zwischen Chris und James stellte und mit den Hufen scharrte. „Oh .. ha!“, wich James sofort zurück, er wollte sicherlich nicht von den Geweih aufgespießt werden, das ihm das Rentier demonstrativ entgegen hielt. Er blickte über Ruby hinweg und er wusste, er konnte nicht einfach weggehen, denn wenn derjenige der da lag noch lebte, dann würde es sicher in dieser Nacht nicht lange dauern, dass er oder sie erfror. Zwar war er noch nie sonderlich mutig gewesen, aber diesmal beschloss er es zu sein und trat wieder vor. „Schh … Keine Angst! Ich will doch nur helfen!“, kam er Ruby immer näher. Sie wurde noch unruhiger, blickte von Chris zu dem Fremden und wieder zurück. Unsicher, was sie tun sollte! „Ich will … wirklich nur helfen! Hier draußen erfriert dein Begleiter oder Begleiterin, wenn ich ihn oder sie nicht ins Haus hole!“, sprach James auf das Rentier ein, in der Hoffnung, das es sich durch seinen ruhigen Tonfall beruhigte und verstand, dass er nur helfen wollte. Ruby tänzelte hin und her verstand dann aber, dass der Fremde recht hatte. Chris brauchte Hilfe und Wärme und die konnte sie ihm nicht bieten, aber der Fremde und sein Haus. Der Weißhaarige stand nun vor Ruby, streckte die Hand ganz vorsichtig und langsam aus und berührte sie zwischen den Ohren, streichelte sanft bis zu ihren Nüstern herab. „Ich bin James und nun lass mich helfen, ja!“, blickte er sie bittend an. Sie schien zu nicken, zumindest kam ihm die Kopfbewegung des Rentiers so vor, dann trat Ruby beiseite. „Danke!“, nickte James, dann ging er schnell zum Schneehaufen, ließ sich auf die Knie nieder und sah sich den Verletzten, wie er an der Statur feststellte, an.



Gut, dass er sich noch an seinen erste Hilfe Kurs erinnerte, denn er für den Führerschein hatte machen müssen. So drehte er den jungen Mann vor sich nicht gleich auf den Rücken, sondern tastete erstmal dessen Nacken, Rücken und die Beine ab, um sicher zu gehen, dass nichts gebrochen war, dann drehte er ihn mit einiger Mühe auf den Rücken. Ein hübscher Mann, dachte er, als er ihm die Fliegerbrille abnahm und in das Gesicht von Chris sah. Eine Beule zeigte sich deutlich an seiner Stirn unterhalb der Mütze. Die Wangen waren gerötet von Schnee und Kälte, die Lippen standen leicht auf und er atmete schwer. James biss sich auf die Lippen, denn der andere sah, selbst verletzt wie er war, echt zum anbeißen aus. Er schien größer als er zu sein, hatte schwarzes Haar und wenn er dann noch graue Augen hatte, dann wäre er definitiv sein Typ! dachte James unwillkürlich, aber er verbot sich den Gedanken gleich wieder, denn der andere war verletzt und er brauchte Hilfe und nicht jemanden, der sich in solch einer Situation nicht beherrschen konnte und über ihn herfiel. „Hey, aufwachen! Hier ist es zu kalt zum ausruhen!“, tätschelte er die Wangen des Schwarzhaarigen. „Na komm schon! Zeit zum aufstehen!“, rüttelte er, als das nicht gleich half, an dessen Schultern. Wenn er nicht bald aufwachte, dann musste er sich überlegen, wie er den eindeutig größeren und schwereren Mann ins Haus bekam. Ob ein Krankenwagen wohl zu ihnen durchkommen würde, wenn er einen rief, falls der junge Mann nicht bald aufwachte? fragte sich James voller Sorge, das eben dies nicht geschehen könnte.



„Aufwachen … kalt … Zeit zum aufstehen!“, drang es nur schwer zu Chris durch. Er kämpfte sich aus der Dunkelheit der Stimme entgegen und versuchte dann, auch wenn sich sein Körper vor Kälte völlig taub und kraftlos anfühlte die Augen zu öffnen. Zuerst sah er nur verschwommen, nur Konturen. Jemand kniete über ihm, rüttelte an ihm. Nach und nach wurde seine Sicht klarer und er konnte einen jungen Mann über sich ausmachen. Moosgrüne Augen, sahen besorgt zu ihm herab, weißes Haar umrahmte das herzförmige Gesicht, die Lippen des anderen formte Worte, aber er verstand nicht, war zu gebannt von dem Anblick der sich ihm bot. Ein Weihnachtsengel! dachte er und lächelte leicht. Er wollte diese Lippen zu gern küssen, die warme Haut des anderen berühren, also hob er schwerfällig einen Arm, um den Wunsch in die Tat umzusetzen.



„Wie geht es dir? Tut dir was weh?“, sprach James besorgt auf den anderen ein, nachdem dieser endlich die Augen geöffnet hatte, aber der Schwarzhaarige schien nicht ganz bei sich zu sein. Lächelte irgendwie entrückt und dann griff er auch noch nach ihm, wollte ihn anscheinend zu sich herunter ziehen. „Hey! Nicht! Wir müssen erstmal ins Haus!“, hielt er das Handgelenk des anderen fest, zum Glück war er durch die Kälte noch nicht wieder so stark wie er sonst wohl sein würde! dachte James. „Wir müssen ins Haus! Es ist hier zu kalt!“, sah er den Schwarzhaarigen ernst an. Er zitterte schon vor Kälte, was der andere endlich wahr zu nehmen schien. „Du frierst!“, stellte Chris fest und begann sich gleich um seinen Retter zu sorgen. Er setzte sich auf und sah sich um, auch wenn ihm kurz dabei schwindlig wurde. „Wir sollten ins Haus gehen!“, sah er die beleuchteten Fenster hinter ihnen. James seufzte angesäuert. „Das hab ich schon die ganze Zeit gesagt!“, grummelte er, dann stand er auf, um dem Verletzten aufzuhelfen. Es brauchte zwei Anläufe bis Chris stand, dann schlang der Weißhaarige auch schon einen Arm um seine Hüfte und meinte er solle sich auf ihn stützen, da er noch nicht so sicher auf den Beinen wäre. Chris musste schmunzeln, der Andere war so zierlich und auch noch gut einen Kopf kleiner als er, dass er ihn kaum halten würde können, aber er tat ihm den gefallen, trug aber doch das meiste seines Gewichts selbst. James führte ihn in die Küche, ließ ihn sich dort erstmal auf einen der Hocker vor der Kücheninsel setzen. „Bleib einfach sitzen … ich kümmere mich nur schnell noch um dein … Rentier und dann sehe ich mir deine Beule noch mal an!“ James musste lächeln, als er daran dachte, das tatsächlich ein Rentier in seinem Garten stand.



„Ruby!!! Geht es ihr gut?“, wollte Chris gleich von seinem Platz aufspringen, als er Rubys Namen hörte. Er war so gefangen gewesen von dem Anblick des Weißhaarigen, dass er gar nicht mehr an sie gedacht hatte, das versetzte ihm einen Stich, denn er liebte und sorgte sich doch eigentlich um Ruby. Später würde er zu ihr gehen und sich entschuldigen, denn er konnte das Gefühl eines schlechten Gewissens nur schwer ertragen. „Hey, sitzen bleiben!“, drückte ihn James zurück auf den Hocker. „Es geht ihr gut, sie sah nicht verletzt aus! Keine Sorge!“, beruhigte er den Schwarzhaarigen. „Es hilft jetzt nicht, wenn du rausgehst und mir da nochmal zusammenklappst! Ich kümmere mich schon um … Ruby!“, fiel ihm er Name doch wieder ein. „Ich bring sie in der Garage unter und dann sehe ich gleich nach, was wir noch so an Gemüse haben, dass bring ich ihr dann!“, mit diesen Worten ließ er den anderen kurz allein.



Chris sah ihm nach, stand dann doch auf und trat an die Glastür. Es beruhigte ihn zu sehen, dass Ruby wohl augenscheinlich wirklich nicht verletzt war. Er öffnete die Tür einen Spalt und lauschte heimlich.



„Schh …! Es geht ihm ganz gut! Keine Sorge!“, sprach James auf Ruby ein. „Er hat anscheinend einen wirklichen Dickschädel!“, lächelte er und streichelte dann Ruby über den Hals. Sie hatte die ganze Zeit während er versucht hatte ihr Herrchen zu wecken neben ihm gestanden, sehr unruhig und besorgt, wie James wahrgenommen hatte. „Ich kümmere mich gut um ihn, also entspann dich! Wenn er später wieder besser auf den Beinen ist, dann kommt er zu dir! Versprochen!“, griff er nach den Zügeln. „Aber jetzt musst du erstmal aus der Kälte!“, und so führte er sie in die Garage. Dort holte er eine Decke, die sie im Zweitwagen liegen hatten, dann sattelte er sie ab und legte dann die Decke über sie. „Ich hoffe so ist es angenehmer für dich!“, streichelt er sie nochmal. „Ich bring dir gleich noch was zu essen!“, schmiegte er sich kurz an das Rentier, dann ließ er sie allein, das Licht aber an. Ruby sah ihm dankbar für alles, was er für sie und Chris getan hatte nach. Sie mochte den jungen Mann mit jedem Augenblick mehr.



Der Schwarzhaarige konnte kaum glauben, dass Ruby so zahm bei dem Weißhaarigen war. Normalerweise ließ sie nur ihn oder seine Schwester an sich ran und nun kam dieser junge Mann und eroberte Rubys Herz, durch seine Sanftheit und dadurch, dass er ihm so selbstlos geholfen hatte. Er setzte sich wieder auf den Hocker, bevor sein Gastgeber noch zurück kam und sich aufregte weil er nicht saß. So langsam spürte er den Schmerz der Prellungen, die Beule und einen leichten Kopfschmerz, denn endlich wurde sein Körper wieder warm, was das prickeln und stechen auf seiner Haut nur zu deutlich machte.



James, kam wieder in die Küche, zog dir Tür hinter sich zu und drehte sich dann zu ihm um. „Wie geht es dir?“, wollte er dann besorgt wissen. „Ganz ok! Mir ist kalt und der Kopf schmerzt, aber es geht schon!“, erwiderte Chris. James stellte sich vor ihn und sah sich die Beule an, tastete leicht darüber. Die Berührung war so sanft, dass Chris die Augen schloss und leise seufzte. „Ich gebe dir dafür gleich einen Eisbeutel, aber vorher solltest du unter die Dusche oder in die Wanne und dich aufwärmen!“, ließ James die Hand wieder sinken. Was Chris fast ein unwilliges Murren entlockt hätte. „Das wäre wirklich nicht schlecht!“, meinte er stattdessen. „Gut, dann komm mal mit! Denkst du du kannst laufen oder willst du dich wieder auf mich stützen?“, sah er ihn fragend an. „Stützen wäre ganz gut!“, erhoffte sich Chris dadurch mehr Nähe zu dem anderen. „Ok! Dann mal los!“, brachte James den Verletzten daraufhin ins Bad.



„Wanne oder Dusche?“, ließ er Chris sich auf den Wannenrand setzen. „Wanne!“, bat Chris. „Könntest du mir beim ausziehen helfen? Meine Finger sind noch etwas taub!“, was in diesem Fall sogar stimmte. James erschauerte leicht vor Erregung, bei dem Gedanken daran, nickte dann aber und schälte den anderen nach und nach aus seinen Sachen, die er zur Seite legte, um sie gleich in den Wäschetrockner zu tun, wenn der andere erstmal in der Wanne saß. Hmm … das fühlt sich so gut an! dachte der Weißhaarige, als seine Hände letztendlich unter das letzte Shirt von Chris fuhren und er die Haut des anderen berührte, dann das Shirt hochschob, damit er es ihm über den Kopf ziehen konnte. Sein Herz schlug schnell und er hätte fast gesabbert, so gut war die Figur des Schwarzhaarigen in seinen Augen. Chris genoss es ausgezogen zu werden, auch wenn James bei seinen Shorts stoppte. „So, das sollte reichen, denn Rest schaffst du sicher allein!“, meinte dieser ein wenig rot um die Nase.



„Danke!“, erwiderte Chris lächelnd. „Gern geschehen! Ich komm dann gleich mit Handtüchern und ein paar Sachen meines Dad's zurück, die dir passen sollten!“, wandte sich James von ihm ab, um dessen Sachen aufzusammeln. „Ok!“, nickte Chris dankbar. „Übrigens heiße ich Christopher, eigentlich Christopher Jr., nach meinem Vater, aber alle nennen mich nur Chris!“, hielt er dem Weißhaarigen die Hand hin, der sich wieder zu ihm herum drehte. „Sehr erfreut!“, lächelte James. „Ich heiße James, aber meine Freunde nennen mich Jamie!“, ergriff er die Hand. Chris schüttelte die zarte Hand leicht, hielt sie vielleicht einen ticken zu lang, aber er war zu versunken in das Lächeln des anderen. „Bis gleich dann!“, zog James seine Hand zurück, dann ging er mit Chris Sachen aus dem Bad.



Er schloss die Tür und lehnte sich anschließend mit dem Rücken daran. Sein Herz schlug Purzelbäume, dabei waren es doch nur ganz unschuldige Berührungen gewesen, die sie getauscht hatten, nicht einmal ein Kuss. Er seufzte, stieß sie dann von der Tür ab und ging runter in den Keller, um den Trockner anzustellen, während sich Chris lauwarmes Wasser einließ und wohlig seufzend in die Wanne stieg und sich entspannte.



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Ihr Vater hatte schon auf sie gewartete. Er stand vor dem großen Kristallspielgel, der Mitten im Raum flach auf einem runden Unterbau lag, und sah darauf hinunter. „Irgendwie bekomme ich nur Schnee zu sehen!“, murrte er. „Vater Levander ist da, ich hab ihm schon gesagt, worum es geht!“, trat Sarah neben ihren Vater. „Gut, dann müssen wir nur noch den Spiegel dazu bringen uns zu zeigen, wo er ist.“ Levander trat näher, so dass Sarah nun genau zwischen beiden vorm Spiegel stand. „Nun gut! Lass mich mal, Vater!“, meinte sie, dann fuhr sie mit ihren Händen über die Spiegelfläche. „Zeig mir bitte Chris!“, bat sie höflich und hoffte auf ein Bild. Sie sah zuerst auch nur Schnee! „Hmm … Ich schätze da ist ein Schneesturm am toben!“, murmelte sie, doch dann erkannte sie etwas Rotes im dichten treiben. „Da!“, deutete sie auf den Punkt und zoomte näher. Ihr Bruder auf Ruby, eine Windböe und er fiel! Sie begann zu zittern vor Angst, ihr Vater ballte die Hände zu Fäusten. „Wo ist er runter gekommen?“, konnte man seiner Stimme die Sorge zu gut anmerken. „Ich weiß nicht! Ich versuch noch was rein zu kriegen!“, ihre Hände zitterten so stark, dass sie es nicht gleich schaffte. Levander legte ihr beruhigend die Hände auf die Schultern. „Du schaffst das!“, sprach er ihr Mut zu. Er konnte die Sorge, die Aufregung und Angst nur zu gut verstehen, aber die brachte ihnen nichts, sie mussten wissen wo Chris war, um ihm helfen zu können. „Danke!“, sah sie kurz zurück zu ihm, dann konzentrierte sie sich wieder auf den Spiegel. „Chris! Folge ihm!“, bat sie erneut und das nächste Bild das sie bekam war Chris, auf dem Schneehaufen ohne Bewusstsein, Ruby, die ihn versuchte zu wecken. „Wo … wo ist er?“, wollte sie wissen, aber es gab nur Schnee zusehen, keine klaren Umrisse auf der Weltkarte! Das Bild war gestört und würde wohl erst klarer, wenn der Sturm nachließ. „Zurück auf Chris!“, Wies sie an. Ihr Herz schmerzte, als sie ihn so daliegen sah. Ihr Vater war verstummt, zitterte nun wie sie vor Sorge. Er wollte seinen Sohn nicht verlieren, warum konnte sie ihn denn nicht finden, wenn er sie so dringend brauchte? fragte er sich. Das Bild änderte sich. Ein junger Mann tauchte auf. Er beruhigte Ruby, half seinem Sohn, der sich endlich wieder, nach einer Ewigkeit wie es schien, rührte. Alle im Raum atmeten erleichtert auf. Allein dafür, dass der junge Mann seinem Sohn gerettet hatte würde er ihm für immer dankbar sein! dachte Christopher. „Er lebt! Ein Glück!“, seufzte Sarah. „Für die Ortsangabe müssen wir noch warten bis der Sturm abflacht, aber wir wissen, dass ihm geholfen wird und er nicht schwer verletzt ist!“, blickte sie ihren Vater an. Dieser nickte nur.



Das Bild folgte den beiden jungen Männern ins Haus, dann war wieder nur Schnee zu sehen.



Sarah richtet sich auf, dann drehte sie sich um. „Mutter sollte das mit dem Sturz nicht erfahren, sie ist noch zu aufgeregt über das Fortlaufen von Chris. Sagen wir ihr einfach, dass der Spiegel noch keine Angabe über den Ort machen konnte wo ist Chris ist, was ja auch nicht gelogen ist!“, sah sie die beiden Männer bittend an. „Du hast recht!“, stimmte ihr Vater ihr zu. „Levander, sobald die Ortsangabe steht, möchte ich das ihr aufbrecht und Chris zurückbringt und überbringt dem jungen Mann meinen Dank!“ „Herr, das werden wir tun!“, verneigte sich der junge Elf, als Christopher den Raum verließ.



„Danke für vorhin noch einmal!“, trat Sarah auf Levander zu. „Hab ich gern gemacht!“, rufst du nach mir, wenn du den Ort bekommst oder soll ich hier bleiben und mit dir über den Spiegel wachen?“, sah er sie fragend an. „Bleib hier, dann grüble ich nicht zu viel und vergeh nicht in Sorgen!“, bat sie. „Dann soll es so sein!“, nickte er zustimmend. Da es im Raum nichts als den Spiegel gab, ging beide zurück ins Arbeitszimmer ihres Vaters und setzten sich dort auf die kleine Couch vorm Fenster, das einen grandiosen Blick auf die Stadt frei gab. Sie rutschte näher an ihn heran, lehnte den Kopf an seine Schulter und blickte hinaus auf den Trubel in den Straßen. Er legte wie selbstverständlich einen Arm um sie und blickte genauso wie sie stumm hinaus. Stündlich würden sie nun nach dem Spiegel sehen und hoffen ein Bild, einen Ort zu erhalten.



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Nachdem die Wäsche im Trockner war schnitt James für Ruby Gemüse klein, packte alles in eine große Schüssel und ging damit zu ihr herüber, um sie zu füttern. Er streichelte sie sanft wie beim letzten Mal und versicherte ihr, als sie unruhig darüber Chris nicht zu sehen hin und her tänzelte, dass es dem Schwarzhaarigen gut ginge und er bald zu ihr komme. Ruby beruhigte sich daraufhin und schmiegte ihren Kopf vorsichtig, um den jungen Mann nicht mit ihrem Geweih zu verletzen an dessen Schulter. „Du bist wirklich ein braves Mädchen!“, sprach er mit ruhiger, sanfter Stimme. „So und nun sehe ich mal wieder nach Chris! Nicht das er im Bad noch Dummheiten macht!“, grinste er leicht. Sie sah ihm kurz nach, dann begann sie zu fressen.



Chris wartete derweil auf James, der ihm Handtücher und Anziehsachen bringen wollte. Er seufzte glücklich über den Umstand, dass ihm endlich wieder warm war und er auch noch so einen hübschen jungen Mann kennengelernt hatte. Schon immer hatte er eher auf die zierlichen Jungs gestanden, hatte seine ersten Erfahrungen mit einem Elfenjungen gemacht, der in seine Klasse gegangen war, aber so richtig verliebt gewesen, das war er bisher noch nicht. Aber vielleicht änderte sich das gerade, denn so angetan war er noch nie auf Anhieb von jemanden gewesen. James grüne Augen, das weiße Haar und dieses sanften Lächeln, ließen etwas in ihm unruhig flattern und sich ein warmes, wohliges Gefühl in ihm ausbreiten, wenn er ihn nur sah und wenn er ihm dann nahe kam, dann wurde das Flattern stärker, er wurde unsicher und ein wenig hilflos, wusste er doch nicht, ob James genauso wie er schwul war.



James war indes im Schlafzimmer seiner Eltern, dass aber kaum genutzt wurde, waren sie doch ständig auf Geschäftsreisen. Seinen Eltern gehörte eine große Immobilienfirma und sie baute überall auf der Welt ihre unglaublichen Häuser, Einkaufszentren und so. Die meiste Zeit seiner Kindheit war er von Kindermädchen aufgezogen, seine einzige richtige konstante in seinem Leben war ihre Haushälterin Lupe gewesen, diese war dann leider, auch wenn es ihr schwergefallen war ihn zu verlassen, weil er fast wie ein Enkelsohn für sie war, zu ihrer Tochter nach Südamerika gegangen, als er 16 Jahre alt geworden war. Nun war er oft allein, kümmerte sich so gut es ging um alles und sonst kam ja auch noch die Putzhilfe und der Gärtner, denn das Anwesen seiner Eltern war nicht gerade klein. Oft fühlte er sich wirklich allein, Freunde zu finden war noch nie leicht gewesen für ihn, den die meisten hielten ihn für zu schwach und zu zierlich, um mit ihnen mithalten zu können. Daher hatte er sich meistens an die Mädchen gehalten, aber diese waren ihm mit der Zeit einfach zu mütterlich rüber gekommen und schienen ihn vor allem und jeden beschützen zu wollen, obwohl er doch ein Mann war. Zu der Zeit merkte er auch, dass er sich eher zu seinem Geschlecht hingezogen fühlte, doch nach ersten zaghaften Versuchen jemanden näher zu kommen und einer heftigen Abfuhr, hatte er sich erstmal zurück gezogen und blieb lieber für sich. Er war nun 18 Jahre alt, hatte gerade den Abschluss der Highschool hinter sich und wollte bald ans College um Literatur und Geschichte zu studieren. Er hatte sich schon immer für Bücher und Geschichte interessiert und so war es nur zu klar für ihn gewesen diesen Weg einzuschlagen. Vielleicht konnte er später als Journalist arbeiten, falls er nachdem Aufbaustudium Journalismus noch zu seinen Hauptfächer nahm oder vielleicht Verlagswissenschaften. Er wusste es noch nicht, aber das richtige würde sich sicher noch finden dachte er er und ließ daher alles in Ruhe auf sich zu kommen. Seinen Eltern war das sicher einerlei, in ihren Augen schien er wohl mehr ein Statussymbol zu sein, das zeigen sollte, das sie eine Familie waren und in der Lage ein Kind zu haben, interessiert hatten sie sich nie für ihn. Daher konnte er sich auch an kein Weihnachtsfest erinnern, an dem er nicht mit seinen Kindermädchen oder eben ganz allein gewesen war. Sie schickten Geschenke, riefen an und fragen wie es ging, wollten im Grunde aber nur hören, das es ihm gut ging und das er nicht anstellte, was sie beschämen könnte. Er konnte es ihnen noch nicht einmal krumm nehmen, waren beide doch in der höheren Gesellschaft von Eltern aufgezogen worden, denen es nicht anders ergangen war, als ihnen selbst. Darum war er auch zu froh, dass er nicht so geworden war und das er sich keine Sorgen zu machen brauchte, einmal selbst so zu eigenen Kindern sein zu können, denn er wollte keine und da er schwul war, würde es auch nie dazu kommen. Nicht das er Kinder nicht mochte, aber eigene, nein die wollte er nicht.



Er schüttelte die unangenehmen Erinnerungen ab und suchte im Schrank seine Vaters nach einer dunklen Stoffhose, einem hellen Shirt und ein paar Schlappen, die er eh nie anzog. Dann holte er noch ein großes und ein mittleres Handtuch aus dem Schrank im Flur und kam dann zurück ins Bad. „So, da bin ich wieder, war nur kurz noch Ruby versorgen!“ entschuldigte er sich, als er zum Waschbecken ging und die Sachen die er auf den Arm trug ablegte. Als er sich umdrehte stand Chris schon in seiner ganzen Pracht vor der Wanne und somit vor ihm und er war wirklich … gut bestückt! gestand er sich, rot werdend ein, er versuchte den Blick abzuwenden und drehte sich daher um, um nach dem großen Handtuch zu greifen und es Chris dann reichlich zittrig rüber zu reichen. Dieser riss sich mächtig zusammen um nicht laut zu lachen, denn James war einfach zu niedlich, wie groß seine Augen doch bei seinem Anblick geworden waren und wie rot dessen Wangen. Allerdings schien ihn der Anblick nicht abzustoßen, sondern eher anzuziehen, den es fiel ihm anscheinend wirklich schwer nicht zu ihm zu sehen. Er nahm lächelnd das Handtuch an, rubbelte sich ab und wickelte es sich um die Hüften. „Danke, das ist echt nett von dir! Nicht jeder würde sich so um einen Fremden kümmern!“. meinte er dann. „Ich konnte dich ja wohl kaum da draußen lassen und ich bezweifle, dass ein Krankenwagen es hier her geschafft hätte, außerdem kommst du mir nicht wie ein geflohener Serienmörder vor, der mit einem Rentier von Stadt zu Stadt zieht und arme, alleinstehende, junge Männer meuchelt!“, grinste James, der nun wieder sichtlich entspannter war, nachdem Chris Prachtstück verhüllt war. Alleinstehend! Hmm … gut zu wissen! dachte Chris hocherfreut darüber, dass James wohl niemanden hatte den er liebte, vielleicht gab es ja doch eine Chance dem Weißhaarigen noch näher zu kommen. Hoffte er zumindest.



„Serienmörder? Nein, das bin ich nicht, was aber nicht heißt, das ich … nicht gefährlich sein könnte!“, drängte er James zurück an das Waschbecken. Er legte seine Hände rechts und links neben diesem auf das Waschbecken und machte so eine Flucht vorerst unmöglich. James erschauerte, heiß rann Erregung seinen Rücken herunter. Eigentlich sollte er Angst haben dachte er, aber da war nichts als reine Neugier und sich stetig steigerndes Verlangen. Zu sanft war ihm Chris vorgekommen, als er sich um Ruby sorgte, als das er ein Triebtäter sein könnte. „Gefährlich scheinst du wirklich zu sein! Vermutlich ein Herzensbrecher, der jungen Mädchen scharenweise den Kopf verdreht!“, hüstelte James nervös. „Jungen Mädchen sicher nicht, aber jungen Männer schon eher!“, raunte Chris ihm ins Ohr. James biss sich auf die Unterlippe. Dann … dann war er wirklich schwul wie er! dachte er erfreut, dass gerade in seinem Garten so ein gut aussehender, wirklich gutgebauter, junger Mann gelandet war, der tatsächlich schwul war und genau sein Typ. Vielleicht sollte er dem Zufall oder dem Schicksal danken, falls sie sich weiter näher kamen. „Dann sollte ich wohl aufpassen, dass du meines nicht brichst!“, drückte er den Schwarzhaarigen, in dem er ihm seine Hände auf die Brust legte, von sich weg. Er lächelte dabei breit und hoffte, dass der andere den Hinweis verstand.



Schien er, denn dessen Herzschlag unter seinen Hände wurde ziemlich schnell, als sei er erregt oder sehr erfreut über seine Worte. Und das war Chris auch ungemein, aber vorerst ließ er von James ab und trat einen Schritt zurück, so dass James wieder frei war. Es fröstelte Chris leicht, auch wenn er nur zu gern mit dem Spiel zwischen ihnen weiter gemacht hätte. „Am besten ziehst du dich erstmal an, ich schlüpfe auch in was bequemeres, dann mach ich uns eine Kleinigkeit und besorge endlich einen Eisbeutel für die Beule an deiner Stirn!“, nahm der Weißhaarige seine Hände von der weichen, warmen Haut des anderen, die er zu gern noch länger berührt hätte. „Einverstanden! Wir sehen uns dann gleich unten!“, stimmte er ihm zu. „Dann bis gleich!“, schlüpfte James aus dem Bad, um dann rüber in sein Zimmer zu gehen. Wow! dachte er mit klopfenden Herzen. So was erlebte man sonst nur in Romanen und nun hatte er das Live und in Farbe, hier in seinem Haus, in seinem Leben! presste er seine Hände an sein Herz. Er lächelte verträumt und ging dann zu seinem Schrank. Er entschied sich für eine weite, weiße Stoffhose und seinen smaragdgrünen, warmen Kaschmirpullover, der ihm eigentlich zu groß und dessen Ärmel zu lang waren. Dann schlüpfte er noch in ein paar warme, rutschfeste, schwarze Socken, um dann runter in die Küche zu gehen.



Dort suchte er im Kühlfach nach einem Eisbeutel und legte ihn dann weiter nach vorn, damit er ihn gleich fand, wenn der andere kam. Er stellte auch ein Glas Wasser auf den Tisch und löste Aspirin gegen den Kopfschmerz den Chris sicher haben würde auf den Tisch und widmete sich dann dem Abendessen. James machte ein paar einfache Sandwiches, dazu noch zwei Gläser Saft, die er ins Wohnzimmer brachte. Dann räumte er auf, denn er mochte keine große Unordnung in seinem Haus.



Chris kam leise die Treppe herunter und blieb lächelnd im Türrahmen stehen, als er James beim aufräumen beobachtete. Er erschien ihm geradezu graziös dabei, so voller Anmut, dass er am liebsten zu ihm gegangen, dessen Taille mit seinen Armen umfangen und ihn sanft auf Hals und Schulter geküsst hätte, die durch den weiten Ausschnitt des Pullovers den er trug frei zugänglich für seine Lippen gewesen wäre. Er seufzte kaum hörbar und verbot sich weiteres vordringen in den Privatbereich des anderen bis nach dem Abendessen. „Oh … da bist du ja!“, entdeckte ihn James nun. Ein erfreutes Lächeln erschien auf seinen Gesicht, als er den anderen bat sich doch zu setzen. „Das Glas ist für dich, da ist Aspirin für deinen Kopfschmerz drin!“, schob er es zu Chris herüber. Dankbar trank gleich das Glas aus und reichte es dann James, damit er es in die Spülmaschine stellen konnte. „Danke!“, war er wirklich sehr gerührt darüber, das James so gut zu ihm war. Dieser kam nun auch mit dem Eisbeutel und hielt ihn ihm an die Beule. Chris seufzte, tat es doch wirklich gut, zumal James so nah bei ihm stand, dass er dessen Geruch intensiver wahr nahm. Es war ein Hauch von Vanille und doch mit ein wenig Sandelholz versetzt! dachte er, während er die Augen schloss. „Wird es besser!“, legte James zärtlich eine Hand auf Chris Schulter, worunter dieser sofort erschauerte, vor wohl gefallen. „Hmm … ja, denke schon!“, murmelte dieser. „Das ist gut!“, erwiderte dieser mir beruhigender Stimme. Er kontrollierte, ob die Schwellung ein wenig zurück ging und nahm dann den Eisbeutel nach 10 Minuten wieder weg, um ihn wieder ins Eisfach zu legen. „Du bist zu gut zu mir!“, sah ihm Chris hinter her. „Du bist mein Gast, da muss man das doch sein!“, lächelte James. „Wenn du willst, dann sieh nach Ruby und dann komm ins Wohnzimmer zum Essen!“, schlug der Weißhaarige vor, schließlich wusste er wie sehr sich Ruby um Chris sorgte. „Ja, das ist eine gute Idee!“, stand Chris auf, er lieh sich eine Jacke von James Vater und ein paar Schuhe, dann lief er auch schon zur Garage.



James setzte sich derweil wieder ins Wohnzimmer auf die Couch und versuchte zu lesen, auch wenn er sich nicht wirklich konzentrieren konnte. Chris gerade eben wieder so nah zu sein, machte ihn nervös und doch auch glücklich. Er hatte wie hypnotisiert auf dessen Lippen gestarrt, nachdem er die Augen geschlossen hatte und sich gewünscht ihn einfach zu küssen, doch er hatte sich nicht getraut. Nun verfluchte er sich dafür und hoffte auf eine weitere Gelegenheit.



„Hey, mein Mädchen! Ich bin froh, dass es dir gut geht!“, begrüßte Chris Ruby. Diese wurde wieder unruhig, aber diesmal aus Freude nicht aus Sorge. Er umarmte sie kurz und streichelte dann über ihren Kopf. „Der Sturz war nicht deine Schuld!“, beruhigte er sie. „Es geht mir gut! Dank James!“, lächelte er. „Ich bin froh, dass du ihn magst, denn ich mag ihn auch! Sehr sogar, denke ich!“, gestand er ihr. „Ich weiß, ich weiß noch nicht allzu viel von ihm, aber daran kann man arbeiten! Oder was denkst du?“, sah er sie aufmerksam an. Sie nickte mit dem Kopf und er musste lächeln. „Genau auf die Antwort hatte ich gehofft!“, streichelte er diesmal ihren Hals. „Er hat wirklich gut für dich gesorgt, sah er das Futter und die Decke! Ein Grund mehr in zu mögen!“, zog er die Decke die ein wenig verrutscht war gerade.



Der Schwarzhaarige blieb noch eine Weile bei Ruby, bevor er zurück ins Haus ging. Dort zog er Schuhe und Jacke aus und kam dann ins Wohnzimmer. James sah zu ihm auf meinte dann „Na, dann setzt dich und lass uns essen!“ Chris setzte sich daraufhin neben und gemeinsam begann man zu essen. Sie unterhielten sich über Gott und die Welt, merkten schnell das sie nicht immer einer Meinung waren, aber sie durch ihre Diskussionen auch neues erfuhren und ihre Ansichten ab und an änderten. Sie ergänzten sich gut und genossen es sich gemeinsam auf der Couch gemütlich zu machen, nachdem sie das Geschirr weggeräumt hatten.



James traute sich sogar, sich ein wenig an Chris zu lehnen und meinte nach einer Weile „Das ist der schönste Abend seit langem! Wieso den das?“, wollte Chris wissen, der James Nähe sichtlich genoss und wie beiläufig seinen Arm um James legte und ihn enger an sich zog. „Ich bin oft allein! Meine Eltern sind ständig weg! Freunde … na ja … ich finde nicht so leicht welche!“, gestand er. „Das tut mir leid!“, seufzte Chris. Es tat ihm weh nur daran zu denken, das so ein wundervoller Mensch viel zu oft allein war, das er dann nicht lächelte, wie er es den ganzen Abend getan hatte. „Ich hab mich daran gewöhnt!“. meinte James. „Umso schöner ist es mal jemanden da zu haben, mit dem man reden kann! Wie ist das bei dir und deinen Eltern?“, wollte er wissen. „Hast du Geschwister?“, wuchs seine Neugier. „Meine Eltern lieben sich sehr und waren bzw. sind auch immer für mich und meine Schwester dagewesen. Manchmal zu sehr! Mein Vater bestimmt sehr gern und ist sehr stur, besonders was mein weiteres Leben angeht. Er will das ich ins Familiengeschäft einsteige, aber das will ich nicht. Ich bin 19 Jahre alt und möchte selbst entscheiden was ich tun will!“, erwiderte Chris. „Das würde mich wohl auch nerven! Hast du versucht ihm das klar zu machen?“, drehte sich James in Chris Armen so, dass er zu ihm hoch sehen konnte. Wir haben es alle versucht! Meine Mutter, die ich wirklich sehr liebe, meine Schwester, die auch meine beste Freundin ist und ich selbst, aber er ließ nicht mit sich reden! Darum bin ich jetzt auch eine Weile fort von zuhause! Wir brauchen Abstand, um dann in Zukunft in Ruhe zu reden!“, erwiderte Chris ernst. „Manchmal hilf das am besten!“, stimmte der Weißhaarige ihm zu. Nahm er doch an, dass Chris im einvernehmen mit seiner Familie gegangen und nicht einfach fortgelaufen war. „Was willst du den für dein weiteres Leben?“, kuschelte sich James an Chris, nicht wirklich wahrnehmend was er da tat, er fühlte sich einfach nur wohl und geborgen. „Ich möchte, wie es mein Vater damals war, aufs College, aber statt BWL möchte ich Ingenieurwissenschaft, Architektur und Maschinenbau studieren! Ich mag es an allem möglichen herum zu basteln und entwickle gerne neue Dinge, die vielleicht auch mal dem Familiengeschäft zu gute kommen könnten! Außerdem möchte ich jemanden finden, den ich lieben kann und der mich so liebt wie ich bin!“, teilte Chris seine Träume mit dem jungen Mann in seinen Armen. „Das hört sich doch gut an und ich glaube daran, dass du alles schaffen kannst was du möchtest!“, versicherte ihm James, das er an seine Träume glauben und sie verwirklichen sollte. „Ich werde mein Bestes geben, zumal ich glaube, dass zumindest der zweite Teil sich vielleicht schon bald erfüllt!“, lächelte er James zärtlich an. Er senkte den Kopf und küsste ihn ganz sanft und vorsichtig. Es war mehr ein hauch, als ein richtiger Kuss. James schloss die Augen, gab sich dem warmen Gefühl, dass sich in ihm ausbreitete, hin. „Hmm … das könnte wahrlich geschehen!“, murmelte er, dann öffnete er die Augen drückte sich etwas hoch und küsste nun seinerseits Chris. Dieser drückte ihn fester an sich und der Kuss wurde intensiver. Das Verlangen begann in ihm begann zu brennen, er wollte ihn mit Haut und Haaren, aber war James dazu bereit? Er wollte ihn nicht überfordern, zumal sie sich ja gerade erst ein paar Stunden kannten.



Als der Verlangen zu stark wurde, schob er James ein wenig von sich. Dieser sah ihn mit geröteten Wangen verdutzt an. „Hab ich … hab ich was falsch gemacht?“, wurde er unsicher, kannte er sich doch nicht wirklich in den Dingen aus. „Nein … nein das ist es nicht!“, griff Chris nach eine Hand von James. „Es liegt an mir! Ich … ich will dich … dich lieben hier vor dem Kaminfeuer, aber ich glaube nicht das … das du schon soweit bist!“, malte er mit seinem Finger Kreise in James Handfläche. „Du willst mit mir … schlafen?“, wollte dieser sicher gehen, das er richtig verstand. „Ja, ja das will ich! Ich weiß wir kennen uns erst ein paar Stunden, aber … ich weiß auch nicht … ich mag dich sehr … ich glaub ich bin das erste Mal in meinem Leben wirklich verliebt und dann ist da … einfach dieses Drängen in mir. Ich war schon immer sehr … körperlich! Ich will dir nichts vormachen, es gab andere vor dir, mit denen ich ohne das Gefühle im Spiel waren geschlafen habe, aber du bist mit wichtig und ich möchte dich nicht verschrecken oder dir wehtun!“, seufzte er, weil das, was er gesagt hatte wirklich die Wahrheit war. James war gerührt, lehnte sich vor und küsste Chris sanft, dann zog er sich wieder zurück. „Ich mag dich auch sehr gern und ich … würde gerne mit dir auf … diese Art zusammen sein, aber du solltest wissen, das … das es das erste Mal für mich wäre. Vor dir hab ich zwar schon mal jemanden geküsst und ich mochte auch schon mal jemanden mehr, aber bisher hatte ich einfach kein Glück in Liebesdingen und darum … darum wärst du der erste der mit mir … schläft!“, senkte er den Kopf, weil es ihm doch ein wenig peinlich war. Chris schluckte schwer. James war noch … unberührt! Einerseits jubelte etwas in ihm, aber andererseits hatte er auch Angst, dass er dem Weißhaarigen wehtun würde. „Würde … würde es dir was ausmachen, wenn wir erst einmal nur … kuscheln und uns an den Rest langsam heran tasten würden?“, bat er Chris, den Blick noch immer gesenkt. Dieser hob das Kinn von James zärtlich an. „Ich kann warten, mir reicht das Kuscheln erst einmal und ich bin geehrt, dass du mit mir schlafen wollen würdest!“, küsste er ihn sanft. James schlang seine Arme um den Nacken von Chris und seufzte glücklich.



Später lagen sie beide doch noch vor dem Kamin, allerdings kuschelten und küssten sie sich wirklich nur, genossen die Wärme und Zärtlichkeit des jeweils anderen. Sie zogen sich dabei gegenseitig aus, erkundeten sich, ging aber nie darüber hinaus.



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Währenddessen waren Sarah und Levander wieder im Kristallspiegelraum und versuchten nun schon zum bestimmt x-ten Mal etwas genaueres über Chris Aufenthaltsort heraus zu finden. Die blonde, junge Frau wurde von mal zu mal frustrierter. Zwar half ihr Levanders Anwesenheit sich halbwegs zu beruhigen, aber es nervte tierisch nicht zu wissen, wie es ihrem Bruder nach dem Sturz genau ging und wo er war.


„Verdammt, warum klappt das nicht!“, ballte sie die Hände zu Fäusten und trat von Spiegel weg. „Man kann nichts erzwingen, das weißt du!“, erwiderte Levander, der hinter ihr an der Tür gelehnt hatte und sie aufmerksam beobachtet hatte. Er liebte ihren Gang, das kleine aufbrausen ihres Temperaments, wenn sie mal nicht so ruhig war wie sonst. Ihr Haar kam ihm wie gesponnenes Gold vor und diese vollen Lippen luden dazu ein sie zu küssen. Wie gern hätte er dem Drang nachgegeben, aber sie war wie schon mal erwähnt eine Clause, somit so was die Prinzessin dieser Stadt und er nur ein Diener im Dienste ihres Vaters, wie konnte er da erwarten ihr ebenbürtig zu sein. Es schmerzte und er wünschte sie es wäre anders, oder er könnte über seinen Schatten springen, aber er konnte nicht, traute sich nicht, selbst nach dem Kuss nicht, von dem sie selbst sagte, dass sie ihn auch gewollt hatte.



„Versuch es noch mal!“, forderte er sie auf und kam dann zum Spiegel, stellte sich neben sie und sah darauf hinab. „Also gut!“ Sie sollte es wirklich besser noch mal versuchen, bevor ihr Vater wieder auftauchte und sie löcherte, ob sie etwas heraus gefunden hatte. Sie glitt mit den Händen über den Spiegel und bat erneut um einen Ort, ein Bild ihres Bruders.



Der Schneesturm schien sich gelegt zu haben, denn das Bild wurde endlich klarer. Eine Insel, die Freiheitsstatue, dann schwenkte das Bild auf das Haus des jungen Mannes, der ihrem Bruder geholfen hatte, dann hinein und …. dann wurde sie rot und verwischte das Bild. Ihr Bruder war gerade wohl ziemlich beschäftigt wie es aussah. Auch Levander hatte sich sichtlich Rot im Gesicht abgewandt. „Es scheint … scheint ihm gut zu gehen!“, rang er mit seinen Händen. Ihm war es peinlich Chris so gesehen zu haben und noch peinlicher war es ihm, das die Szene gleich darauf vor seinen Augen erneut aufgetaucht war, nur das er und … Sarah die Hauptrollen gespielt hatten. Ein Schauer der Erregung durchdrang ihn. Er versuchte sich zusammen zu reißen und meinte dann „Kannst du den Ort bestimmen?“ „Ja, … ich denke das kriege ich hin!“, rang auch sie um Fassung. Mit so was hatte sie nun wirklich nicht gerechnet und insgeheim war sie neidisch, denn das was ihr Bruder und der junge Mann hatte bzw. taten, das wollte auch sie. Sie sah zu Levander herüber, dann seufzte sie. Vielleicht sollte sie nachdem ihr Bruder zurück war endlich mal daran arbeiten Levander klar zu machen, dass sie ihn wirklich mochte und das es ihm genauso ging!



Aber vorerst war ihr Bruder wichtiger. Sie rief die Weltkarte auf, gab die Daten ein und schon hatte sie den ungefähren Aufenthaltsort. Staten Island, NY.



„Wir finden und bringen ihn zurück!“, sah Levander sie ernst an. Er hatte sich Haus und Ort genau eingeprägt und war sich sicher, dass diese Mission von Erfolg gekrönt sein würde. „Danke!“, nickte sie, dann verließ er den Raum. Sie sah ihm noch eine Weile nach, dann beschloss sie ihren Eltern Bescheid zu geben, dass sie den Ort kannten und sich die Sicherheitselfen auf den Weg machten. Von der Sache zwischen Chris und dem junge Mann erzählte sie erstmal nichts! Es würde sich zeigen, ob es was ernstes war oder nicht.



Davon das die Sicherheitselfen auf dem Weg zu ihm waren, davon ahnte Chris nichts. Er genoss es viel mehr mit James vor dem Kamin zu liegen, ihm sanft über den Rücken zu streicheln und nachdem sie sich wirklich ausgiebig liebkost hatten, einfach nur zu reden. So hatte er erfahren, was James werden wollte, das dieser gern Milchshakes mochte, aber keine Bohnen, dass er unheimlich gern las, genauso wie er, und das er im Januar Geburtstag hatte. Er mochte James von Stunde zu Stunde mehr und bedauerte es sehr, dass er in wenigen Stunden erstmal weiter musste zu seiner Tante. Zum Glück wusste diese ja noch nichts von seinem Besuch, so dass sie sich momentan nicht um ihn sorgen musste, weil er noch nicht angekommen war.



Seine Eltern und Schwester sorgten sich sicher, aber er hatte ihnen einen Brief hinterlassen und so sollten sie zumindest halbwegs beruhigt sein. Außerdem hoffte er sehr, dass der Schneesturm nicht überall so schnell nachließ, so dass sie ihn durch den Spiegel nicht zu schnell fanden.



James drehte sich wohlig seufzend auf den Bauch und sah zu Chris, der auf der Seite lag und ihn betrachtete. „Ich hoffe ich gefalle dir?“ „Sehr sogar!“, küsste er James liebevoll. „Das hör ich gern!“, schnurrte dieser geradezu. „Was wirst du tun, wenn der Sturm ganz vorbei ist?“, wollte der Weißhaarige nun wissen. Schließlich wusste er, dass Chris nicht einfach bleiben konnte. „Ich werde nach New York fliegen, zu meine Tante und erstmal dort versuchen unter zu kommen und dann entscheide ich wie es weiter geht! Ich muss mir Arbeit suchen, ein College, ein eigenes Heim!“, fuhr er mit seiner Fingerspitze über James Brust. „Kommst du mich wieder besuchen?“, sah dieser ihn hoffnungsvoll an. „Oh ja! Ich gebe dich sicher nicht mehr her!“, versicherte ihm Chris. James lächelte glücklich. „Das hatte ich gehofft zu hören. Wegen New York! Da brauchst du nicht zu fliegen. Wir sind hier auf Staten Island, ist ein Teil davon und du brauchst nur die Fähre zu nehmen, dann bist du schon in Manhattan!“, meinte James. „Staten Island? Da war Ruby ja doch auf Kurs!“, murmelte Chris. „Willst du Ruby nicht hier lassen bis du bei deiner Tante warst? Ich würde mich gern um sie kümmern und so hättest du auch wirklich einen Grund zurück zu kommen!“, bot er an. „Das ist lieb, aber ich werde die Fähre nicht nehmen! Ruby ist schneller und glaub mir, ich komm sowieso wieder.“ „Ruby? Du willst mit Ruby nach Manhattan reiten!“, musste James kichern. Er setze sich auf und zog die Decke, die sie beide mit auf den Teppich genommen hatten ein wenig höher. Das war mal eine Vorstellung, Chris würde sicher ziemlich auffallen. „Reiten? Nein … fliegen!“, erwiderte Chris vollkommen ernst. „Fliegen?“, hielt James verdutzt inne. „Ja, fliegen! Ruby ist ein Weihnachtsrentier und zudem Rudolfs Tochter und somit kann sie fliegen. In einigen Jahren wird sie den Schlitten meines Vaters mit ziehen, wenn er an Weihnachten die Geschenke auf der ganzen Welt verteilt!“, fuhr Chris fort.



„Das ist … doch absurd!“, hoffte James, das Chris nur eine Scherz machte, aber es schien ihm vollkommen ernst zu sein. Oh Gott … vermutlich hatte Chris doch mehr abbekommen bei dem Sturz als gedacht. Vielleicht hatte er eine Hirnblutung oder so. James bekam Angst um Chris. „Was … was ist los?“, wollte dieser wissen, den er sah dem anderen dessen Angst an. „Ich glaube wir sollten schnell ins Krankenhaus! Vermutlich hast du doch mehr abbekommen als gedacht, so wirres Zeug redest du!“, stand James auf. „Komm schnell! Ziehen wir uns an, dann hol ich den Wagen aus der Garage. Irgendwie schaffen wir es schon zum Krankenhaus!“, hielt er Chris die Hände hin, damit er ihm aufhelfen konnte, doch dieser zog ihn stattdessen zu sich zurück auf den Teppich. „Jamie!“, umfasste er mit seinen Händen dessen Gesicht. „Es geht mit gut! Ich weiß das ist schwer zu glauben und ich hätte es dir vermutlich eher sagen sollen, aber ich bin Christopher Clause jr., der Sohn von Santa Clause. Mein Zuhause ist normalerweise die Weihnachtsstadt am Nordpol. Ruby ist ein fliegendes Rentier und ich war auf dem Weg zu meiner Tante Lucinda, oder auch Zahnfee genannt, um Abstand von meinem alten Leben zu bekommen. Allerdings kam ich in einen Schneesturm, stürzte von Ruby und landete in deinem Garten. Was wirklich das Beste war, dass mir jemals hätte passieren können, bis auf die Beule natürlich.“ James hörte ihm aufmerksam zu, konnte das aber alles nicht glauben. Jeder in seinem Alter wusste doch, dass es den Weihnachtsmann gar nicht gab. Ihm traten Tränen in die Augen, denn Chris schien ihn wirklich verarschen zu wollen oder er war aus einer Nervenheilanstalt geflohen, hatte ein Rentier gestohlen und war dann irgendwie in seinem Garten gelandet. Vermutlich war das alles für ihn nur ein krankes Spiel und er sein Opfer. Ein Opfer das sich wirklich gefreut hatte endlich eine Freund und vielleicht aus einen Lebenspartner gefunden zu haben.



„James … was?“, wollte Chris wissen, als dieser sich auch schon von ihm löste, ihn von ich stieß und aufstand. „Du … bist … ein Arsch! Wie kannst du mir das antun? Den Weihnachtsmann gibt es nicht, ergo kannst du nicht sein Sohn sein! Also verarsche mich nicht und verschwinde von hier! Entweder ist eine Schraube bei dir Locker oder du hast mich ausgenutzt, um Essen zu bekommen und Unterschlupf und obendrein noch Liebkosungen. Bin ich nur froh mich … mich dir noch nicht ganz hin gegeben zu haben! Es wundert mich, dass du dir nicht doch noch genommen hast, was du anscheinend wirklich wolltest!“, schrie er den Schwarzhaarigen an, während er sich in die Decke hüllte, da er sich auf einmal nicht mehr wohl fühlte, so nackt wie er vor Chris stand. Dieser sprang auf. „Jamie … das ist keine Verarsche! Ich mein das erst und wenn du mir nicht glaubst, dann beweise ich es dir eben! Und das was zwischen uns ist … ist was besonderes für mich! Verdammt noch mal! Mach das nicht kaputt!“, packte er den Kleineren an den Schultern. „Beweisen? Wie, in dem du dich auf Ruby schwingst und eine Runde über dem Garten drehst?“, spottete James, dem das alles zu fiel war. Er wusste nicht was er glauben sollte, zumal Chris von dem was er sagte so felsenfest überzeugt war. „Wenn du mir dann glaubst, ja dann dreh ich mit ihr eine Runde!“, nickte Chris. „Hmpf … da will ich sehen!“, wandte sich James ab, um seine Sachen zusammen zu raffen und sich anziehen zu gehen. Chris zog sich direkt im Wohnzimmer wieder an, dann ging er zur Garderobe und zog sich Schuhe und Jacke wieder an, um dann auf James zu warten, der kurz darauf runter kam und sich, ohne mit ihm zu sprechen, Mantel und Schuhe anzog.



Chris hasste die Spannung zwischen Ihnen. Er hasste es das James nicht mit ihm sprach und ihn nicht ansah. Es brach ihm das Herz, dass seine Herkunft zwischen ihnen stand, weil es so schwer zu glauben und doch wahr war. James folgte ihm raus, schwieg und wartete ab, das sich Chris blamieren und er ihn rausschmeißen konnte. Danach wollte er nichts mehr, als sich in sein Bett zu schleppen, die Decke über sich zu ziehen und still vor sich hin zu leiden vor Liebeskummer.



„Na Ruby!“ betrat der Schwarzhaarige die Garage und streichelte sein Rentier. „Wollen wir James mal zeigen was wir alles können?“, nahm er die Decke von ihrem Rücken und legte den Sattel auf, um ihn dann fest zu zurren. Er legte auch das Zaumzeug wieder an und führte sie, nachdem sie zustimmend genickt hatte, raus in den Garten. James hatte derweil in der Tür zur Garage gestanden und ihm zu gesehen, wie routiniert Chris mit dem Rentier umgegangen, es gesattelt hatte. Anschließend machte er Platz, damit die beiden an ihm vorbei konnten und folgte ihnen dann. „Wenn du gleich siehst das wir wirklich fliegen! Glaubst du mir dann? Wirst du mir zuhören und mir noch eine Chance geben?“, stand Chris neben Ruby und sah James fragend an. Dieser seufzte, verschränkte die Arme vor der Brust und meinte „Ja, ja dann hör ich dir zu und dann sehen wir weiter! Mehr kann ich nicht versprechen!“, erwiderte dieser ernst. „Ok! Das ist fair!“, wollte sich Chris gerade in den Sattel schwingen, als er die Glöckchen hörte. Auch James hörte sie und sah sich überrascht um. „Hörst … Hörst du da auch?“, ließ er die Arme wieder sinken. „Ja, leider!“, blickte sich auch Chris suchend um, er sah nach oben, den die Glöckchen schienen immer näher zu kommen. „Ich hätte wissen müssen, das er sie nach mir schickt!“, seufzte er. „Ruby! Bleib hier!“ „Jamie! Lass uns ins Haus, wir müssen alle Türen und Fenster verschließen! Ich werde nicht freiwillig mit ihnen gehen!“, packte er den Weißhaarigen am Arm und zog ihn zum Haus. „Was … was meinst du?“, wollte James alarmiert, über Chris plötzliche Besorgnis und Aufregung von ihm wissen. „Die Sicherheitselfen sind gleich da! Sie sind bei uns so was die Polizei und Geheimdienst in einem und sie sollen mich zurück bringen!“, schob er James ins Haus, dann schloss er die Tür. Die Glöckchen hörten sich nun an, als seien sie genau über dem Haus. „Sicherheitselfen? Du meinst Elfen? Diese kleinen putzigen Dinger aus den Märchen?“, folgte er Chris zu den Fenstern im Wohnzimmer, die dieser sorgfältig verschloss. „So klein und putzig sind die nicht. Sie sind uns ähnlicher als du denkst!“, seufzte er. „Wenn sie sich was in den Kopf gesetzt haben, dann geben sie nicht so schnell auf.“



Langsam wurde James das alles zu viel. Chris sollte der Sohn von Weihnachtsmann sein. Ruby war ein fliegendes Rentier und nun auch noch Sicherheitselfen, die Chris zurück zum Nordpol verschleppen sollten. Ihm wurde schwindlig und er wankte leicht. Chris war sofort bei ihm, hielt ihn fest. „Es tut mir leid, dass du das alles durchmachen musst!“, zog ihn der Schwarzhaarige fest an sich. „Ich verspreche dir, ich mach alles wieder gut!“, strich er James beruhigend über den Rücken. „Setzt dich jetzt lieber, du bist reichlich blass um die Nase!“, sorgte er sich um den Weißhaarigen. „Ok!“, nickte dieser unfähig wirklich zu verstehen was gerade vor sich ging. „Ich kümmere mich um die anderen Türen und Fenster! Bin gleich zurück!“, hauchte er ihm einen Kuss auf den Mund, doch dazu kam es schon nicht mehr.



Auf einmal war die Hölle los. Vor den Fenstern sah James, wie sich ein paar Kerle an Seilen herab ließen. Sie hatten spitze Ohren und grüne Overalls an. Das Feuer im Kamin ging aus, weil es durch den Schnee, der anscheinend in den Schacht geworfen wurde gelöscht wurde. Der schwarze Rauch breitete sich aus und er hustete, während Chris, ihn gleich weiter vom Kamin fort schob. Für einen Moment sahen sie nichts, bis der Rauch sich legte und da waren sie auch schon umzingelt. „Scheiße!“, entfuhr es Chris.



„Da bist du ja!“, stand Levander ihm genau gegenüber. „Verzieh dich und sag meinem Vater, dass ich hier bleibe und mich melde, sobald ich mein Leben geregelt habe!“, spie er ihm entgegen. „Tut mir leid! Das ist nicht akzeptabel! Auf Geheiß von Santa Clause haben wir dich nachhause zu bringen! Auf der Stelle!“, blieb Levander ruhig, auch wenn ein klein wenig Wut in seinen Augen aufflammte, das der andere so trotzig und uneinsichtig war. „Ich habe aber nicht das Bedürfnis zurück zu gehen! Ich bin alt genug meine eigenen Entscheidungen zu treffen und ich bleibe hier!“, hielt er James, der sichtlich verwirrt von einem zum anderen sah, schützend hinter sich. „Trotzdem bleibt die Tatsache bestehen, das wir einen Befehl haben und den führen wir aus! Jungs! Schnappt ihn euch!“, wies er die drei anderen Sicherheitselfen, die um sie herum standen, an sich Chris zu schnappen. Dieser drängte James weiter hinter sich zum Fenster, dann setzte er sich verbissen zu wehr. „Niemals schleppt ihr mich zurück!“, zischte er. Es kam zu einigen Schlagabtäuschen, wobei sich die Elfen zurückhielten, ihn nicht wirklich zu verletzten, während Chris das egal war, ging es hier doch um seine Freiheit und seine Zeit mit James. War er erstmal zurück am Nordpol, würde er James wohl kaum wiedersehen, denn sein Vater würde ihn das nächste Jahrhundert scharf überwachen lassen und ein ganzes Jahrhundert würde der Weißhaarige nicht leben, nicht, wenn er nicht in seine Familie einheiratete. Der Gedanke James zu verlieren, ihn nie wieder zu sehen, schmerzte unheimlich.



James nahm endlich wahr, dass das was Chris ihm gesagt hatte wirklich stimmen musste und ihm wurde klar, dass man Chris wirklich zurück zum Nordpol verfrachten wollte. Das … das konnte er nicht zu lassen! Er hatte sich in ihn verliebt und er würde ihn sicher nie wiedersehen, wenn er jetzt fort geschleppt wurde. „Nein … lasst ihn in Ruhe! Ihr habt gehört, das er nicht zurück will!“, sammelte er all seinen Mut und warf sich auf einen der Sicherheitselfen. Zumindest wollte er das, aber Levander fing ihn ab, hielt ihn mit den Armen umschlungen. „Es muss sein! Er gehört nicht hierhin! Er ist ein Clause, er hat eine Bestimmung und die bist nicht du!“, flüsterte er ihm zu. James Körper versteifte sich. „Nein …“, schüttelte er den Kopf! „Er ist ein Mensch und er hat die Wahl!“, versuchte er sich zu befreien, aber Levanders Umarmung war zu fest.



Als Chris mitbekam, das Levander James in seiner Gewalt hatte, blieb er erschüttert stehen. Seinem Freund durfte nichts geschehen. Unachtsam geworden, packte ihn zwei Sicherheitselfen an den Oberarmen, hielten ihn eisern fest. „Lass … lass ihn los!“, schrie er. „Er hat nichts damit zu tun!“ Eigentlich wusste er, dass sie niemals einem Menschen weh tun würden, aber sein Kopf war wie leer gefegt, alles was noch zählte war James und um diesen hatte er gerade panische Angst.



„Ein normaler Mensch schon, aber nicht er, er ist der Sohn von Santa Clause. Er wird so ist es vorgesehen einmal sein Nachfolger. Die Kinder dieser Welt brauchen ihn, brauchen das für das er einmal stehen wird. Rechtschaffenheit, Hoffnung, Freude. Dein Leben wird nur ein Wimpernschlag seines Lebens dauern!“, redete Levander weiter auf James ein. „Gib ihn auf! Erinnere dich an ihn, an das was ihr hattet, erfreue dich dran, aber lass ihn gehen! Ihr gehört nicht zusammen!“ Tränen benetzten James Wangen. Er schüttelte den Kopf.



„Was … was machst du mit ihm!“, schrie Chris. Er konnte nicht ertragen, wie James zu weinen begann, wie die Kraft ihn verließ, wie blass er wurde. „James! Jamie!“, versuchte er sich los zu reißen.



„Bringt ihn in den Schlitten!“, wies Levander die anderen Elfen an, Chris, der wütend und voller Sorge um James lautstark tobte, hinaus in den Garten zu schleifen und ihn in den Schlitten zu setzen. Der Schlitten landete und man verfrachtete ihn hinein. „James! Hör nicht auf ihn! Ich komm zurück! Hörst du! Ich komm zurück!“, rief er immer und immer wieder.



Levander ließ James nun los. „Es tut mir leid! Aber so sieht die Wirklichkeit aus!“, meinte er zu James. „Nicht jeder bekommt was er sich wünscht!“, seufzte er und dachte dabei an Sarah. Das er dabei James verletzte, vielleicht nur darum, weil er selbst nicht bekam was er wollte bzw. er nicht den Mut hatte es sich zu nehmen, das war ihm momentan nicht einmal bewusst. James gebrochener Blick wandte sich zu Chris. Er presste seine Hände an sein Herz, das so unendlich weh tat. Wie gern würde er glaube, das er wirklich zurück kam, aber er konnte es nicht! Levander hatte ihm durch seine Worte die Hoffnung daran genommen! „Bevor wir nun gehen möchte ich dir noch danken!“ kam es nun von dem Schwarzhaarige hinter ihm, so dass sich James zu ihm um wandte. „Santa Clause bat mich dir seine Grüße auszurichten und dir für die Hilfe, die du seinem Sohn hast zu kommen lassen zu danken!“, er verbeugte sich leicht, dann wandte er sich zum gehen ab.



„Warte!“, hielt ihn James zurück. „Richtige ihm bitte aus, das ich seinen Dank nicht will. Ich will den Dank eines Mannes nicht, der seine Bedürfnisse über die seines Sohnes stellt und der anscheinend besser zu den Kindern der Welt ist, als zu seinen eigenen!“, ließ sich James erschöpft auf der Couchlehne nieder. Levander versteifte sich. „Ich richtete es ihm aus! Auch wenn er nicht erfreut sein wird!“, erwiderte er knapp, ohne sich noch einmal um zu drehen.



Kurz darauf hatten sie auch Ruby an den Schlitten gebunden und er sah ihnen nach, wie sie abhoben und davon flogen. Eigentlich hätte er nun überrascht sein sollen, darüber das sie wirklich flogen, aber er hatte einfach die Kraft dazu nicht. Mechanisch räumte er ein wenig auf, dann ging er rauf in seine Zimmer, rollte sich auf seinem Bett zusammen und weinte.



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Chris funkelte die Sicherheitselfen, den ganzen Weg zurück zum Nordpol wütend an. „Was hast du mit James gemacht?“, wollte er von Levander wissen. „Nichts, wir haben nur geredet!“, meinte dieser und zuckte mit den Schultern, als sei nichts gewesen. „Das glaub ich dir nicht! Wenn du ihm irgendwie weh getan hast, dann zahlst du dafür! Das schwöre ich!“, keifte er ihn an, bevor er letztendlich die Arme vor der Brust verschränkte und nur noch vor sich hinstarrte. Er machte sich Sorgen um James! Egal was Levander gesagt hatte, es hat ihn sichtlich mitgenommen.



Als sie am Abend am Nordpol landeten wartete seine Familie schon an der Landebahn. Seine Mutter hatte Tränen in den Augen, so sehr freute sie sich ihn wieder zu sehen und auch bei seiner Schwester schimmerten sie in den Augen, auch wenn sie ihn eher böse an funkelte, weil er einfach abgehauen war. Sein Vater stand hinter ihnen, ein verkniffenes Gesicht machend, weil er noch immer sauer über das Verschwinden seines Sohnes war.



„Herr! Er ist zurück!“, nickte Levander seinem Herrn zu. „Danke, ihr habt gute Arbeit geleistet!“, erwiderte dieser und entließ ihn dann, damit er sich später anderen Aufgaben widmen konnte. Levander gab ein Zeichen dann zerrte man Chris aus dem Schlitten und herüber zu seiner Familie. „Mein Junge! Bereite mir nie wieder solche Sorgen!“, umarmte seine Mutter ihn überglücklich über seine Rückkehr. Er drückte sie kurz, ließ dann aber gleich wieder los. Zwar liebte er seine Mutter wirklich sehr, aber momentan war er einfach zu aufgewühlt und wütend über alles was man ihm mit seinem gewaltsamen Abgang angetan hatte und somit auch James. Zum Glück war die Beule an seinem Kopf so gut wie weg, so dass seine Mutter sich nicht noch weitere Sorgen machen würde! dachte er als er sich seiner Schwester zu wand. „Idiot! Du kannst doch nicht einfach abhauen!“, knuffte sie ihn in den Arm, dann umarmte sie ihn. Auch er drückte sie kurz und ging dann wortlos an ihr und ihrem gemeinsamen Vater vorbei. „Hey!“, packte dieser ihn am Arm. Chris blieb stehen. §Du hast doch was du willst, also lass mich los!“, sah er ihn eisig an. Er konnte momentan die Nähe seines Vaters einfach nicht ertragen. „Wir haben zu reden und zwar ausführlich und das nächste Jahrhundert hast du Hausarrest! Verstanden?“, sah er seinen Sohn eindringlich an. „Verstanden?“ „Verstanden!“, nickte dieser nur müde, dann riss er sich los und ging in Richtung ihres Hauses weiter. Seiner Mutter und seine Schwester sahen ihm besorgt nach.



„Christopher! Anstatt ihm zu zeigen, dass du froh bist, das er wieder da bist, das du dich gesorgt hast, musst ihm gleich mit so was kommen!“, verpasste ihm seine Frau einen Schlag auf den Arm. „Er war aufmüpfig und hat uns Sorgen bereitet, er braucht diese Bestrafung!“, maulte er, weil er meinte im Recht zu sein. „Was er braucht ist Verständnis und das du ihm endlich mal zuhörst, wenn er dir sagt, was er für sich will! Ich glaube nicht, dass er dir so schnell verzeiht, dass du ihn so zurück hast bringen lassen!“, mischte sich nun auch seine Tochter ein. „Gott, sind denn nun alle Verrückt geworden!“, seufzte er. Langsam wuchs ihm aber echt alles über den Kopf. Er wusste einfach nicht wie er mit seinen Kindern in dem Alter in dem sie nun waren um gehen sollte, alles was er tat und sagte war falsch und nun schalt ihn auch noch seine Frau. „Ich geh ihm lieber nach, nicht das er noch mal abhaut!“, meinte Sarah, dann lief sie los und ließ ihre Eltern allein zurück.



„Christopher. Ich weiß du liebst unseren Jungen, aber er ist nicht wie du was seine Wünsche angeht. Er will andere Dinge!“, umarmte sie ihn liebevoll. „Geh auf ihn zu Rede mit ihm! Zeig ihm dass du interessiert bist und das du auf das eingehst was er will, sonst wird er die nächste Chance ergreifen wieder fort zu laufen und selbst wenn du ihn dann wieder zurück holst, läuft er wieder weg. Ich will nicht, dass er uns zu hassen lernt!“, seufzte sie unglücklich. Sanft umarmte er seine Frau. „Ach Mary! Es ist so schwer, das Richtige zu tun.“ „Ich weiß! Aber ich bin ja da, um dir zu sagen was das Richtige ist. So und nun lass uns zurück gehen! Ich werde das Abendessen machen und morgen sehen wir dann weiter! Ok?“, sah sie ihn fragend an. „Ok!“, nickte er, dann ließ er sie wieder los und lächelte sie hoffnungsvoll, das sich alles finden würde, an.



„Herr?“, trat Levander noch einmal auf die beiden zu, nachdem er Ruby in den Stall gebracht und dort mit Futter und Wasser versorgt hatte. „Ja, Levander?“, wandte sich Christopher dem Sicherheitself zu. „Könnte ich kurz mit euch sprechen?“, bat er. „Mary, ich komm gleich nach!“, blickte er liebevoll zu seiner Frau herab. „Lass dir nicht zu viel Zeit, es ist eisig hier draußen!“, hauchte sie ihm einen Kuss auf die Wange, dann lächelte sie Levander an und ging. Sie konnte schon verstehen, dass ihre Tochter für den jungen Elf schwärmte, doch schien er einfach nicht über seinen Schatten springen zu können, was seine Gefühle für sie anging, dabei sah sie ihm doch an, wie zugetan er ihrer Tochter war. Nachdem Mary fort war richtete Levander aus, was James ihm gesagt hatte, nachdem er seinen Dank ausgerichtet hatte. Christopher schluckte schwer, traf ihn das doch ganz schön, zumal ihm diese Worte wirklich zu denken gaben. „Ich danke dir! Levander! Für alles!“, nickte er dem Elf zu. „Ich stehe immer zu euren Diensten!“, verneigte dieser sich kurz und ging dann. Er sah Levander noch eine Weile nach. Er mochte Levander, dieser war gradlinig, prinzipientreu, ehrenvoll und gab in allem was er tat sein Bestes. Vermutlich würde dieser einen weitaus bessern Weihnachtsmann abgeben, als es sein Sohn wohl je sein würde, zumal dieser wohl wirklich nicht seine Nachfolge antreten wollte, wie er es ihm mit seiner Flucht nur zu deutlich gemacht hatte. Vielleicht hatte dieser James recht, er schien wirklich zu sehr mit Weihnachten und der damit verbundenen Pflicht seiner Familie gegenüber den Kindern der Welt beschäftigt gewesen zu sein, als das er wahrgenommen hatte, das sein Sohn anders war als er und ihm wirklich nicht daran gelegen war seine Nachfolge einmal anzutreten. Er seufzte schwer, es war schade, aber seine Frau und er hatte ihre Kinder zu eigenständigen Menschen erzogen und damit lag die Wahl ihrer Zukunft bei diesen, nicht bei ihnen! Gestand er sich nun endlich schweren Herzens ein. Vielleicht sollte er nun wirklich mal mehr Augenmerk auf seine Tochter legen, denn diese schien sich wirklich mit viel Freude und Engagement für das Familiengeschäft zu interessieren und außerdem herrschten doch moderne Zeiten, warum sollte es dann nicht auch mal einen weiblichen Santa Clause geben. Nun schon wieder besserer Stimmung! Wandte er sich um und ging nachhause.



Chris hatte sobald er durch die Tür war, seine Jacke und die Schuhe ausgezogen, sie zu Boden geworfen und war rauf in den Kristallspiegelraum gerannt, er war an den Spiegel getreten, hatte ihn berührt und sofort ein Bild von James verlangt. Er machte sich unheimliche Sorgen um den anderen. Sein Herz schmerzte umso mehr, als er den jungen Mann weinend auf seinem Bett liegen sah. „Jamie!“, seufzte und berührte ganz sachte das Bild das ihm gezeigt wurde. Tränen benetzten seine Wangen. „Chris?“, betrat seine Schwester, kurz nach ihm, den Raum. Er schniefte, wischte sich die Augen ab und schob das Bild fort. Er wollte nicht das sie sah wie er weinte, aber es war wohl schon zu spät, um noch was daran zu ändern. „Was … du weinst?“, eilte sie sofort besorgt zu ihm herüber, um ihn in ihre Arme zu ziehen. „Was ist los?“, sah sie ihm forschend ins Gesicht, denn es tat ihr weh ihren kleinen Bruder so niedergeschlagen zu sehen.



„James! Ich … ich musste ihn zurück lassen und wegen … wegen Vater werde ich ihn nun nie wieder sehen nur noch im Spiegel! Ich hab versprochen zurück zu kommen, aber er wird mich nicht mehr aus den Augen lassen und James … er wird älter werden, mich vergessen und irgendwann … irgendwann wird er sterben! Ich … ich will ihn nicht verlieren!“, rannen die Tränen ihm erneut nur so über seine Wangen. „Dich hat es ganz schön erwischt nicht wahr?“, strich sie ihm beruhigend über den Rücken. „Ja … ich ich glaube er ist der Richtige für mich! Mein Weihnachtsengel!“, murmelte er verheult an ihrer Schulter. „Aber er ist so verletzt, vielleicht will er mich gar nicht mehr, nachdem was … was Levander zu ihm gesagt hat. Ich … ich hab es nicht verstanden, aber es hat ihm zugesetzt. Levander wollte mir nicht sagen was er gesagt hat und dafür kriegt er noch eine von mir reingehauen, aber es muss schmerzhaft gewesen sein! James … James Blick war danach so leer!“ Levander! dachte sie nun auch reichlich wütend, über das Verhalten des Elfen. Sie musste endlich mal Tacheles mit ihm reden, denn so ging es einfach nicht weiter. Außerdem wollte sie wissen, was er zu diesem James gesagt hatte! „Du solltest dich jetzt erstmal hinlegen, wir rufen dich dann zum Essen und morgen sehen wir dann, was wir bei Vater erreichen können, ok?“, wischte sie ihrem Bruder die Tränen von den Wangen. „Ok!“, nickte er kraftlos, dann verließ er den Raum und schlurfte in sein Zimmer. Auch er rollte sich auf seinem Bett einfach nur zusammen, weinte allerdings nicht mehr, sondern starrte bis er endlich einschlief einfach vor sich hin.



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Das Abendessen glich einer Beerdigung, so gedrückt war die Stimmung. Alle sahen sich an, aber niemand sprach groß. Chris stocherte nur in seinem Essen herum aß aber nicht wirklich was. Ihre Mutter versucht ein unverfängliches Thema auf kommen zu lassen, aber auch das brachte nichts. Irgendwann stand Chris dann auf, bat darum auf sein Zimmer gehen zu dürfen und verschwand darin. Ab und an sah jemand nach ihm, aber er schlief entweder oder starrte vor sich hin.



Chris Mutter redete während des Abwasches, bei dem ihr Mann ihr half, mit ihm über die Situation und versuchte mit ihm einen Weg zu finden, damit alle zufrieden und zumindest halbwegs glücklich sein würden, was natürlich nicht ganz so einfach war, aber sie bemühten sich.



Während dessen zog sich Sarah ihre Wintersachen an und machte sich auf den Weg zu Levander, der um diese Uhrzeit sicher bei sich zuhause sein würde. Dort angekommen klopfte sie an und wartete dann das er ihr öffnen würde. Levander trug nur eine dunkle Stoffhose, als er ihr öffnete. Sie musste schlucken, als sie seinen athletischen Körperbau studierte. „Sarah, was … was machst du hier?“, sah er sie überrascht an. War irgendwas nicht in Ordnung, war Chris wieder fort gelaufen? fragte er sich besorgt. „Ich muss mit dir reden!“, drängte sie sich in sein Haus, ohne das er was tun konnte. Er schloss die Tür hinter ihnen und sah sie dann fragend an. „Was hast du zu James gesagt?“, wollte sie sofort und ohne um schweife wissen. Er seufzte, er hätte ahnen können, das Chris ihr davon erzählte. „Die Wahrheit!“, meinte er. „Und die wäre in deinen Augen?“, setzte sie sich auf seine Couchlehne. „Das sie keine Zukunft haben, das man nicht immer bekommt was man möchte und das er ihn gehen lassen sollte!“ Ärger keimte in ihr auf. „Kein Wunder, das er so mitgenommen war, wie mein Bruder es beschrieb! Was ist, wenn es sie eine Zukunft gehabt hätten und die sie mit deinen Worten zerstört hast? Kannst du dir das vorstellen! Chris liegt so viel an James und diesem sichtlich an Chris, so wie er geweint hatte auf dem Bild, das Chris auf dem Spiegel gesehen hatte. Sie leiden besser jetzt, als das sie zu spät merken, dass es nichts geworden wäre, weil sie doch einfach zu verschieden sind!“, fuhr er mit ruhiger, fester Stimme fort, den er meinte was er sagte. „Meine Mutter war auch ein einfacher Mensch bevor sie her kam und hätte sie sich nicht für ihn entschieden und mein Vater sich für sie, dann gäbe es Chris und mich jetzt nicht!“, hielt sie dagegen. „Die beiden sie nicht minder verschieden wie Chris und James oder … oder ich und du!“, stand sie wieder auf, um sich vor ihm aufzubauen und ihn zornfunkelnd anzusehen. „Du und ich?“, sah er sie überrascht an. Was … was wollte sie damit sagen? „Ja, du und ich? Ich mag dich … sehr sogar und das seit … eigentlich schon seit dem Kindergarten. Du warst immer für mich da, hast mich beschützt und warst mir ein guter Freund. Bei dir fühle ich mich geborgen und sicher und das hat sich bis heute nicht geändert! Ich hab zwar ab und an mal für einen anderen geschwärmt, aber geliebt … geliebt habe ich immer nur dich!“, gab sie zu. Ihr viel eine Last vom Herzen, denn dieses Geheimnis hatte sie schon zu lange mit sich herum getragen, es in sich verschlossen.



Levander versteifte sich, dann seufzte er und ließ sich nun seinerseits auf einer Sessellehne nieder. Sein Herz schlug schmerzhaft schnell vor Aufregung und Glück in seiner Brust. Er liebte sie doch auch, aber es konnte einfach nicht sein! Sie hatte etwas besseres verdient als ihn. Sarah stand da, sah ihn an und wartete auf eine wirkliche Reaktion von ihm. Ein paar Worte, die ihr zu verstehen geben würde, was er dachte. „Nun sag schon was!“, hielt sie es nicht mehr aus. „Sarah … ich … das mit uns … du bist ein Clause … du verdienst was besseres als mich!“, brachte er dann endlich raus. §Was besseres als dich? Was soll das heißen?“, trat sie näher, stupste ihn an und meinte dann „Sieh mich an und erkläre es mir?“ Er sah auf und das mit solch einer Traurigkeit, das ihr Herz schmerzte. „Du bist eine Clause, deine Familie ist etwas Besonderes, ihr seit das Weihnachtsfest! Ich dagegen bin doch nur ein Elf, der euch dient, so gut es eben geht! Du solltest jemanden wählen, der mit dir auf einer Stufe steht, der die ebenbürtig ist!“, erwiderte er, auch wenn es schmerzte. „Du bist so ein Idiot!“, schlug sie nach ihm. „Ich weiß selbst, was und wenn ich will? Denkst du wirklich mir geht es um den Rang einer Person in der Gesellschaft? Ich will jemanden der mich liebt, jemanden bei dem ich mich geborgen und sicher fühle und Levander, dieser jemand bist du und wirst immer du sein! Also sieh mir in die Augen und sag mir, dass du nichts … aber auch wirklich nichts für mich empfindest, wenn du das kannst, dann werde ich dir nie wieder zu nah kommen, nie wieder mit dir sprechen, um mir den Schmerz zu ersparen, denn ich sonst immer wieder durch deinen Anblick erleiden würde!“, forderte sie mit ruhiger, ernster Stimme. Allein die Aussicht darauf brach ihm das Herz.



„Levander! Sieh mich an und sag es?“, sah sie ihn eindringlich an. Sie zitterte vor Anspannung, aber sie musste es wissen, egal, ob ihr Herz dann brach oder nicht! „Ich … das kann ich nicht! Ich … !“,seufzte er schwer. „Dafür … dafür liegt mir zu viel an dir!“ Er sprach zwar nicht von Liebe, aber damit, dass er zumindest schon mal zu gab, das ihm was an ihr lag, damit konnte sie leben, denn darauf konnte man aufbauen und das würde sie, ganz sicher! Nun wo sie wusste, das sie ihn am Harken hatte, würde es zwar immer noch ein Kampf werden, die Leine einzuholen, aber sie würde nicht aufgeben, bis sie ihn hatte. „Das ist doch schon mal ein Anfang!“, lächelte sie sanft, dann drückte sie ihn ein wenig zurück, lehnte sich vor und küsste ihn zuerst sanft, dann immer besitzergreifender. Er schlang seine Arme um ihr Taille und zog sie näher, während sie sich immer und immer wieder küssten. Atemlos lösten sie sich nach einer Weile wieder voneinander. „Das war ein weitere Schritt in die richtige Richtung!“, lächelte sie voll Zärtlichkeit, während er sie benommen ansah und nur nicken konnte. Wie sollte er auch gegen diese Frau und seine Gefühle für sie ankommen?



„So, nun müssen wir aber erstmal einen weg finden James und Chris wieder zusammen zu bringen!“, lief sich nun vor ihm auf und ab. „Ich finde wir sollten Vater dazu bringen ihn zum Weihnachtsfest bei uns einzuladen!“, blieb sie stehen und sah Levander an. „So bekommt Chris ein einmaliges Geschenk, das er lieben wird, im wahrsten Sinne des Wortes und Vater bekommt ein paar Sympathiepunkte zurück und mein Bruder wird dann vielleicht endlich wieder mit ihm reden, damit sie endlich einen Weg finden, wie jeder von uns bekommt, was er möchte!“, meinte sie dann. „Denkst du, dein Vater wird dem so einfach zu stimmen?“, sah er sie fragend an. „Wir werden eben unser Bestes geben müssen!“, erwiderte sie. „Wir? Ja wir? Du trägst die Mitschuld an diesem Dilemma, also wirst du mir helfen meinen Bruder wieder glücklich zu machen!“, kam sie zu ihm herüber. „Also gut! Da du … wie ich zu geben muss recht hast, was das angeht, sollte ich mich wohl anziehen, damit wir deinen Vater aufsuchen können!“, stand er auf. „Ja solltest du wohl!“, blickte sie zu ihm auf. „Auch wenn mir … dein Anblick … fehlen wird!“, strich sie mit ihren Händen über seine Schultern, hinab über seine Brust, zu deinem festen Bauch. Ihm gefiel das Gefühl, das ihre Hände bei ihm auslösten, aber das mussten sie ein andermal ausführlich weiter austesten. Jetzt gab es erstmal Arbeit zu tun. „Sarah! Später!“, grinste er, woraufhin sie ein wenig rot um die Nase die Hände fort nahm. „Ja, du hast recht!“ grinste nun auch sie. Er ging sich schnell anziehen, dann ging man zurück zu ihrem Haus, um mit ihren Vater und ihrer Mutter zu sprechen.



Chris war derweil aufgewacht und konnte es sich, auch wenn es ihm wehtat, nicht verkneifen, im Kristallspiegelraum nach James zu sehen. Dieser lag zumindest nicht mehr auf dem Bett und weinte, dafür saß er im Wohnzimmer vor dem Kamin, der Weihnachtsbaum leuchtete, er schien zu versuchen zu lesen, gab es dann aber wohl auf und starrte nur gedankenverloren ins Feuer. „Jamie!“, seufzte Chris. Es musste doch einen Weg geben! Er musste sein Versprechen halten, auch wenn er dafür einen Deal mit seinem Vater würde eingehen müssen. Nur noch einmal zumindest wollte er James sehen, mit ihm sprechen und sich richtig verabschieden, selbst, wenn der dafür seine Wünsche aufgab und doch noch eines Tages die Nachfolge seines Vaters würde antreten müssen. Gleich morgen würde er zu ihm gehen und ihn darum bitten. Er hoffte nur, das sein Vater zustimmen würde.



Zur selben Zeit saßen Sarah, Levander und ihre Eltern im Arbeitszimmer ihres Vaters zusammen und besprachen alles weitere. Nachdem ihr Vater von der Bindung zwischen seinem Sohn und James erfahren hatte, konnte er dessen Wut auf ihn noch besser verstehen, er hatte ihn nicht nur zwingen wollen seine Nachfolge anzutreten, nein er hatte ihm auch noch die Zuneigung dieses jungen Mannes genommen, weil er ihn so gewaltsam hatte nachhause schleifen lassen, ohne das dieser wirklich verstehen konnte wer sein Sohn war und was für ein Leben er eigentlich führte und was für Pflichten dieser hatte. Er war wütend auf sich soviel Schmerz und Leid verursacht zu haben und hoffte darauf nun alles wieder gut machen zu können, in dem er Levander und Sarah mit Zustimmung seiner Frau zu James schickte, um ihn zu ihnen über die Feiertage einzuladen und ihn wieder mit Chris zu vereinen. Seine Frau war stolz auf ihn, dass er sich überwunden hatte über seinen Stolz zu springen und das Richtige zu tun. Außerdem war sie neugierig, wie der junge Mann war, dem ihr Sohn anscheinend so schnell sein Herz geschenkt hatte.



Ohne das Chris, der sich wieder hingelegt hatte, etwas davon mitbekam machten sich Sarah und Levander auf den Weg. Früh am Morgen landeten sie im Garten von James Haus. Dieser war auf der Couch eingeschlafen und hatte davon nichts mitbekommen. Erst als es an der Balkontür klopfte schreckte er auf.



Verschlafen schälte er sich aus seiner Decke und stand auf, um nachzusehen wer das sein konnte, daran das Chris wirklich zurück kam, daran glaubte er nicht mehr, denn wenn er die Hoffnung noch gehabt hätte, dann wäre der Schmerz in ihm einfach zu unerträglich gewesen. Vor seiner Tür standen eine junge Frau, mit blonden Haar und der Elf vom vorherigen Tag. Er zitterte, als er sich an dessen Umklammerung erinnerte, an dessen Worte. „Was … wollt ihr hier?“, sah er sie durchs Glas an, öffnete aber nicht. Sarah seufzte, sie hatte gewusst, dass es nicht einfach werden würde. „Wir wollen nur reden! Es geht um Chris!“, erwiderte sie ruhig. „Ist er wieder fort gelaufen?“, blickte er sie fragend an. „Nein, aber erleidet und das können wir einfach nicht ertragen, auch wenn wir der Hauptgrund sind, das er es tut. Bitte lass uns rein, damit wir in Ruhe reden können!“, bat sie. „Ich halt dir Levander auch von Hals! Er ist eigentlich ein lieber Kerl, wenn man ihn kennt und das was er gestern zu dir gesagt hat … vergiss das, er hat unrecht! Wenn sich zwei Menschen lieben, dann sollte nichts zwischen ihnen stehen!“, fuhr sie fort. „Darum sind wir auch hier! Also bitte … lass uns reden, um Chris willen!“ James seufzte. Er wusste nicht, ob das eine gute Idee war, aber es ging um Chris und er wollte einfach das es ihm gut ging, ob nun mit oder ohne ihn. „Also gut!“, öffnete er die Tür, trat zur Seite und ließ sie rein. „Setzt euch ins Wohnzimmer, ich mach uns Tee!“, schloss er die Tür hinter ihnen. „Gern!“, nickte Sarah und zog Levander dann mit sich ins Wohnzimmer, wo sie sich setzten und auf ihren Gastgeber warteten, der gleich darauf mit Tee und Keksen zu ihnen kam und sich gegenüber von ihnen setzte. „Nun … worüber wollt ihr sprechen?“, wollte er dann wissen. „Mein Vater möchte sie für sein Verhalten und dem damit recht gewaltsamen fortgehen von Chris entschuldigen. Er wusste nicht, das sich zwischen euch etwas anbahnte und das er Chris und dich durch sein Vorgehen so verletzen würde. Er möchte nicht das ihr weiter leidet und würde dich daher gern zu unserem Weihnachtsfest einladen, damit ihr euch wiedersehen könnt und wir in Ruhe über die Zukunft sprechen können!“, begann Sarah, über das was ihr Anliegen war zu sprechen.



Die Aussicht darauf Chris wiederzusehen führte dazu, dass James beim eingießen des Tees leicht zitterte. Sein Herz schlug schnell vor Freude, aber er hatte auch Angst, das alles zu schön wahr, als das es wahr sein konnte. „Ich … weiß nicht was ich sagen soll!“, griff er nach seiner Tasse und trank einen Schluck, während es ihm seine Gäste gleich taten und Levander anschließend an einem Keks knabberte, anscheinend überließ er Sarah gänzlich das reden, um James unbedrohlich zu erscheinen. „Ich … das was dein Freund gesagt hat gestern!“, deutete er auf Levander „Damit hatte er nicht unbedingt unrecht.“ „Ich weiß, aber ich weiß auch, dass man der Liebe, wenn sie endlich vor einem steht eine Chance geben sollte, egal wie unterschiedlich man ist, oder ob man nun vom selben Geschlecht, einer anderen Rasse oder Herkunft ist. Man weiß nie was noch passieren wird, ob man zusammen bleibt, sich trennt oder wie die Zukunft im allgemeinen aussieht, aber man sollte genießen was man hat, so lange man es hat!“, sah sie zuerst zu Levander, dann zu James. „Gib euch ein Chance. Mein Bruder war noch sie so fertig wegen eines jungen Mannes, so wie bei dir! Er hat geweint und das hat er vorher noch nie!“, gab sie zu, auch wenn ihrem Bruder das sicherlich peinlich sein würde. James schluckte schwer. Chris hatte geweint wegen ihm. Er seufzte und stellte dann die Tasse weg. „Also gut, ich komme mit!“, stimmte er zu. „Wenn ich dem jetzt nicht wenigstens eine Chance gebe, dann frage ich mich vielleicht den Rest meines Lebens was gewesen wäre, wenn ich den Schritt getan hätte. Gebt nur einen Moment, ich zieh mich schnell um, packe ein paar Sachen und schreib meinen Eltern eine Mail, dann komm ich gleich wieder runter!“, stand er auf, um rauf zu gehen.



Sarah atmete erleichtert aus. „Gott, ich hatte schon befürchtet er würde nicht mitkommen!“, lehnte sie sich an Levander. „Ich auch … für einen Augenblick!“, erwiderte er. „Aber sie mögen sich zu sehr, als das er die Chance nicht ergriffen hätte!“ „Ja, zum Glück!“, nickte sie. Er legte ihr einen Arm um die Schulter und drückte sie leicht an sich. Sie hatte mit ihren Worten recht gehabt, vielleicht sollte er seine Ansichten wirklich überdenken und ihnen eine reelle Chance geben. „Hier probiere mal!“, hielt er ihr einen Keks hin. „Der Junge kann echt backen!“ Sie musste leise kichern, probierte aber brav und seufzte dann vor Wonne. „Die sind muss ich sogar zu geben noch besser als die meine Mutter!“



James zog sich schnell was warmes an, packte noch einige Sachen für die nächsten drei Tage in eine Tasche und kam dann, nachdem er seinen Eltern geschrieben hatte, dass er bei einem Freund feiern würde und er sich melde, sobald er wieder zuhause sei, wieder runter.



Sarah und Levander hatten ihn kommen gehört und waren aufgestanden. Sie halfen beim Tisch abräumen, dem löschen des Kamins und beim ausschalten der Lichter, kontrollierten mit James ob alles verschlossen war im Haus und packten dann seine Sachen in den Schlitten. Levander half ihm und Sarah anschließend einzusteigen, dann stieg er selbst auf, nahm die Zügel und schon begann die Fahrt, bzw. der Flug. James hielt sich krampfhaft fest, hatte er doch Angst heraus zu fallen. „Keine Sorge, es ist alles vollkommen sicher!“, lächelte sie ihn an, nahm dann die Decke, die sie ihm Schlitten hatten und zog sie etwas höher damit ihm nicht zu kalt wurde. Er war es ja weniger gewöhnt als sie oder Levander in diesen Höhen zu reisen. „Danke!“, lächelt er zurück. Sie griff nach seine Hand drückte sie und gab ihm so Sicherheit. Sie mochte den Weißhaarigen immer mehr, denn sie konnte nun verstehen, dass Chris den anderen gern beschützte, ihm halt gab und das dessen Sanftmut, das Temperament ihres Bruder sicher gut unter Kontrolle halten konnte. Insbesondere, weil James nun auch niemand war, der sich nicht zu wehren wusste, auch wenn er durch seine Zierlichkeit den Anschein erwecken mochte.



Sie brauchten eine Weile, aber gegen Mittag erreichten sie den Nordpol. Die Stadt war voller Trubel. Morgen war der große Tag und bis dahin musste alles fertig sein. Ihr Vater war sicher in den Produktionshallen unterwegs, um sicher zu gehen, dass alles bereit war. Ihre Mutter würde die Artig und Unartig Liste nochmal mit den Verwaltungselfen durchgehen und sich dann daran machen, das Festessen vorzubereiten. Sie liebte den Trubel, genoss die Hektik zu dieser Jahreszeit! Sie hoffte sehr, dass ihr Vater ihr im nächsten Jahr mehr Verantwortung übertragen würde, sie bei ihm in die Lehre gehen konnte. Aber darüber würden sie später sprechen. James staunte nicht schlecht. Die ganze Stadt, die wirklich riesig war, war weihnachtlich geschmückt. Geschäftiges treiben konnte er von der Luft aus erkennen. Leise Musik klang zu ihnen herauf, die lauter wurde, je tiefer sie gingen. Es gab den Weihnachtsmann also wirklich und die Stadt, das alles! dachte er aufgeregt, er hatte es natürlich schon geglaubt, nachdem die Elfen Chris verschleppt hatten, aber es nun mit eigenen Augen zu sehen, das war was etwas ganz anderes. „Das ist …. Wow!“, meinte er. „Allerdings, aber es wird zum Alltag, wenn man das fast tagtäglich hat!“, erwiderte sie, auch wenn sie selbst jedes Mal noch überwältigt war, wenn sie die Stadt von oben sah. Kurz darauf landeten sie und Levander half ihnen vom Schlitten. James nahm seine Tasche entgegen und sah sich begeistert um. Es gab so viel zu entdecken, er hoffte nur, dass Chris ihm alles zeigen würde.



„Levander!“, kam es nun von Sarah. „Ja!“, wandte dieser sich ihr zu. „Bitte komm auch du heute Abend zum Essen. Wir würden uns sehr freuen! Wir alle!“, sah sie ihn bittend an. „Liegt dir so viel daran?“, wollte er wissen. „Ja, ja das tut es!“, nickte sie. „Also gut, dann komm ich!“, stimmt er ihrer Bitte zu. Sie machten Fortschritte! dachte sie glücklich. Und auch er war froh, das er sich traute tatsächlich ja zu sagen. „Sei bitte so um 18 Uhr da!“ „Werde ich sein!“, sah er ihr dann nach, während sie mit James in Richtung ihres Hauses davon ging.



James löcherte sie mit Fragen, die sie freundlich und lächelnd beantwortete. Er war aber auch zu niedlich, wie er immer wieder stehen blieb, sie umsah, seine Augen leuchteten, wenn er was besonders schönes entdeckte. Dann kamen sie an ihrem Haus an. „Wunderschön!“, meinte James, als er bewundernd davor stand. „Ja, das ist es wirklich und es ist einige Jahrhunderte alt. Wir halten es gut im Schuss! Aber nun lass und reingehen, es wird schon wieder kälter!“, führte sie ihn rein. Sie legten ihre Sachen an der Garderobe ab, dann lauschte sie, ob sie jemanden von der Familie hörte. Ihre Mutter schien schon in der Küche zu sein, sie sang wie immer, wenn sie kochte, also führte sie James dorthin. Dieser war sichtlich nervös Chris und Sarahs Mutter kennen zu lernen. Außerdem fragte er sich wo der Schwarzhaarige überhaupt steckte und er fürchtete sich ein wenig davor Santa Clause kennen zu lernen, hatte er momentan ja nicht das beste Bild von ihm. Mary umarmte James gleich, wenn ihr Sohn ihn mochte, dann konnte er nur ein guter Mensch sein! dachte sie, bot dann Kakao und ein wenig Kuchen an, um ihn ein wenig auszufragen und ihm die Befangenheit zu nehmen. James lächelte, Chris Mutter war so anders, als seine und er mochte sie schon jetzt, so liebevoll wie sie zu sein schien.



Sarah entschuldigte sich und wollte dann nach Chris sehen. Dieser sollte seine Weihnachtsüberraschung lieber gleich erhalten, er sollte nicht noch länger leiden.



Dieser war allerdings nicht in seinem Zimmer, sondern bei seinem Vater, der die Besichtigung der Produktionshallen abgeschlossen hatte und nun die Lieferrouten durchging. Er würde morgen viel zu tun haben und wollte sicher gehen, dass alles reibungslos klappen würde. Er war überrascht gewesen, als Chris geklopft und dann reingekommen war. „Vater …. kann ich mit dir sprechen?“, sah dieser ihn fragend an. „Natürlich! Nimm Platz!“, hatte er auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch gedeutet und Chris hatte sich gesetzt. „Ich … du solltest etwas wissen!“, begann Chris und erzählte dann von James und seinen Wunsch sich richtig verabschieden zu dürfen und das er breit war dafür alles zu tun was sein Vater verlangte, auch wenn er sein Nachfolger werden musste. Christopher seufzte, lehnte sich in seinem Stuhl zurück und sah seinen Sohn ernst an, als dieser geendet hatte. Dieser schien James wirklich mehr als zu mögen, das er sogar dafür bereit war alles aufzugeben, nur um ihn noch einmal zu sehen. „Das kann ich leider nicht annehmen!“, meinte er entschuldigend. Chris sprang sofort auf. Wie konnte sein Vater ihm das antun? „Aber … das!“, er wurde wütend, da war er schon bereit auf alles andere zu verzichten und sein Vater ließ nicht mal zu das er James nochmal sah. „Junge … beruhige dich! Ich mein damit doch nicht die Sache mit James!“, stand er auf. „Ich hab lange mit deiner Mutter und deiner Schwester geredet und wir sind uns einig geworden, dass du so schwer es mir … oder besser gesagt uns auch fällt, dass du deinen eigenen Weg gehen musst! Soll heißen, dass du nach New York oder sonst wohin ziehen kannst, um zu studieren was du willst! Es ist dein Leben, als musst du auch entscheiden. Wir werden dich bei allem unterstützen, solange du uns so oft es geht besuchst und an den Weihnachtsfeiertagen da bist!“, legte er seinem Sohn, der merklich zitterte die Hände auf die Schultern. „Du lässt mich gehen?“, konnte es Chris kaum fassen, das sein Vater tatsächlich seine Meinung geändert zu haben schien. „Ja, denn auch, wenn es in letzter Zeit nicht den Anschein hatte, so liebe ich dich doch und ich will das du glücklich bist und wenn du es bist, in dem du fort gehst, dann ist es eben so!“, drückt er seinen Sohn an sich. „Vater … ich … du weißt nicht was mir das bedeutet!“, umarmte dieser seinen Vater ganz fest. „Ich kann es mir vorstellen!“, Seufzte der, glücklich seinem Sohn wieder nahe zu sein und darauf hoffend, dass sie das was zwischen ihnen stand überwinden und wieder ein gutes Verhältnis zu einander aufbauen würden. „Vater … ich … wäre es ok, wenn ich James einlade her zu kommen? Ich … will … ich muss ihn sehen!“, sah er seinen Vater bittend an, nachdem sie sich voneinander gelöst hatten.



Sarah die nach Chris gesucht hatte, hatte vor der Tür gelauscht. Sie musste sich die Tränen verkneifen, war aber dennoch unendlich erleichtert, dass ihre Familie wieder zusammenfand. Als sie nun Chris letzte Bitte hörte trat sie ein. „Das wird nicht nötig sein!“, lächelte sie. „Er ist schon hier! Wir haben ihn heute morgen schon eingeladen und gleich mit her genommen!“ „Was? Er ist hier? Wo? Wo ist er?“, packte er seine Schwester an den Schultern. „James ist bei Mutter in der Küche!“, sagte sie nur. „Danke! Für alles!“, küsste er sie auf die Wange. „Vater!“, nickte er auch ihm dankbar zu. „Geh nur!“, meinte dieser und schon stürmte Chris nach unten. Sie sahen ihm nach und lächelten. „So, dann sollten wir uns wohl jetzt auch mal über dich unterhalten und das was du dir für die Zukunft wünscht!“, wandte er sich nun an seine Tochter. „Wenn du Zeit hast, würde ich das sehr gern!“, schloss sie die Tür, die Chris offen stehen hatte lassen und setzte sich zu ihrem Vater.



Chris riss die Küchentür auf und blieb dann erstmal wie erstarrt stehen, als James und seine Mutter sich überrascht zu ihm umsahen. „Chris!“, lächelte James voller Liebe und Wiedersehensfreude. „James!“, brachte dieser nur krächzend heraus. James stand auf, denn es schien nicht so, als würde Chris sich wirklich weiter bewegen. „Ich hab dich so vermisst!“, tat er es dann doch, er zog James mit einem Ruck in seine Arme und hielt ihn fest umschlungen. „Und ich dich!“, drückte sich der Weißhaarige noch enger an den anderen. Er wollte einfach dessen Wärme spüren, wissen das er wirklich da war und er sich das nicht nur einbildete.



Chris Mutter lächelte und ließ sie dann erstmal allein, sie konnten später noch reden, alle zusammen beim Essen oder danach bei einem Glas Wein vor dem Kamin.





Hier noch ein kleiner Epilog



Nach ihrem Wiedersehen hatte Chris ihm das Haus, dann weite Teile der Stadt gezeigt. Abends war dann das Festessen gewesen. Zuerst waren sie noch ein wenig verkrampft gewesen, zumal James Chris Vater noch nicht getroffen hatte, weil es noch einen Zwischenfall im Lager gegeben und er weg gemusst hatte. Erst kurz vorm Essen hatte Chris sie einander vorgestellt und man war ein wenig wärmer miteinander geworden, aber es würde wohl noch etwas dauern, bis James ihm sein Verhalten der letzten Tage verzieh. Er war kein nachtragender Mensch, aber er musste über den Schmerz den er erlitten hatte auch erst hinweg kommen. Dasselbe galt auch für Levander, auch der musste sich erstmal sein Vertrauen erarbeiten. Mit der Zeit hatte sich die Stimmung gelockert, was seiner Mutter und seiner Schwester zu verdanken war und es war noch ein schöner Abend geworden, denn wirklich alle genossen hatten. Der Abwasch war nachher schnell erledigt worden, damit man sich noch gemütlich zu einem Glas Wein hatte an den Kamin setzen können, bevor man später zu Bett ging.



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„Hast du keine Angst, dass man dich hier erwischt?“, wollte James wissen, nachdem Chris in das Gästezimmer geschlichen war, in dem man ihn untergebracht hatte. „Nein und selbst wenn wäre es mir egal!“, tapste der Schwarzhaarige durch das Zimmer, um zu ihm ins Bett zu kommen, als er sich den Zeh anstieß und dann leise fluchend, den Tränen nah, weil es so wehtat, auf einem Bein herum hüpfte. James kicherte leise setzte sich dann im Bett auf und schaltete die Nachttischlampe ein. „Hätte dir auch eher einfallen können!“, grummelte Chris, der sich halbwegs wieder gefasst hatte und zum Bett humpelte. „So war das doch viel lustiger und außerdem hättest du ja auch fragen können!“, grinste der Weißhaarige. „Hnn …!“ murmelte Chris nur und schlüpfte dann zu ihm ins Bett und unter die Decke. Er zog James sofort an sich und in seine Arme und seufzte glücklich, ihn endlich wieder bei sich zu haben. James schmiegte sich gleich an Chris und genoss die Wärme, die der andere ausstrahlte. Bei soviel Wohlgefallen, war der schmerzende Zeh doch gleich wieder vergessen. „Das war ein schöner Abend!“, streichelte James sanft über Chris Bauch. „Allerdings!“, stimmte ihm dieser glücklich zu. „Alles heute hat sich besser gefügt, als ich gedacht hätte!“, sah er zärtlich zu James herunter. „Was wirst du jetzt mit deiner neugewonnenen Freiheit tun?“, wollte dieser neugierig wissen. „Ich werde mich in New York am College einschreiben, einen Job und was zum wohnen suchen und dich so oft es nur geht sehen!“, streichelte er sanft über James Rücken. „Das ist ein guter Plan! Vielleicht gehen wir dann ja auf dasselbe College und falls du willst … meine Eltern sind eh nie da, warum ziehst du nicht zu mir oder wir suchen uns zusammen was?“, schlug er vor. „Keine Schlechte Idee!“ stimmte ihm Chris zu. „Und nächstes Jahr kommst du wieder mit her über die Weihnachtstage und das Jahr darauf und immer so weiter! Ich gebe dich jetzt, wo ich dich endlich wieder hab, nicht mehr her!“, küsste er seinen Freund liebevoll. „Und ich gebe dich nicht mehr her!“, murmelte dieser in den Kuss. Sie küssten sich noch eine Weile sehr ausgiebig. Genossen die Nähe und Wärme des anderen, bis sie einschliefen. James halb auf Chris liegend, welcher die Arme besitzergreifend um den anderen gelegt hatte, ihn selbst ihm Schlaf noch festhaltend, wohl aus Sorge, dass er morgen aufwachen und er alles nur geträumt haben könnte.



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Ein paar Zimmer weiter lag Sarah noch wach. Sie kuschelte sich in ihren Kissen und lächelte, als sie daran dachte, wie sie Levander vor die Tür gebracht hatte, um sich für die Nacht von ihm zu verabschieden und er sie ganz von sich aus, an sich gezogen und geküsst hatte. Sie machten definitiv Fortschritte! dachte sie glücklich und schlief kurz darauf ein.



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Im Hauptschlafzimmer lagen Christopher und seine Frau noch wach in ihrem Bett. Er las noch in einem Buch, während sie strickte. Sie waren beide froh, dass ihre Familie sich wieder gefangen hatte, dass die Risse die sie bekomme hatte, wieder zusammenwuchsen, heilten und das ihre Kinder wieder glücklich waren und somit auch sie.



„Liebes? Was soll das eigentlich werden, wenn es fertig ist!“, blickte er von seinem Buch auf und zu ihr herüber. Sie arbeitete daran schon ein ganze Weile, wie er sich erinnerte. Mindestens seit ein, zwei Monaten. „Babysöckchen!“, murmelte sie, abwartend was er nun sagen, tun würde. „Ah … ok!“, nickte er nur und blickte dann wieder in sein Buch. Doch dann dämmerte es ihm. „Babysöckchen?“, sah er sich verdattert an. „Ja, Babysöckchen! Die letzte Zeit war ein wenig hektisch, darum hab ich es dir noch nicht sagen können!“ Sie seufzte, sammelte ihren ganzen Mut. „Wir bekommen ein Baby!“, gestand sie ihm dann.



Ein Baby? Noch ein Kind! dachte er benommen, doch dann breitete sich Freude in seinem Gesicht aus. „Ein Baby! Oh, Liebling! Wie wunderbar!“, umarmte er sie fest und doch sanft, dann legte er ihr eine Hand auf den Bauch, beugte sich etwas herab und meinte dann mit zärtlicher Stimme „Diesmal mach ich hoffentlich nicht so viele Fehler wie bei deinen Geschwistern!“



Voller Liebe lächelte sie ihn an und nahm sich gleichzeitig vor schon dafür zu sorgen, dass er wirklich aus den Fehlern lernte, die er bei Chris und Sarah gemacht hatte, damit sie nicht eines Tages wieder solch eine unnütze, schwere Zeit würden durch machen müssen.



Ende