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Zyklus IV - San Francisco GX - Teil 10-12

10 

„Gero?“ Alaster rief gerade nach seinem freund, denn Prince weigerte sich mit allem was ihm zur Verfügung stand, sich die Leine an sein Geschirr machen zu lassen. Er wusste nur zu gut, dass er immer zum Tierarzt musste, wenn er dieses blöde Ding angelegt kriegte und auf den Idioten hatte Prince gerade keine gesteigerte Lust.

„lass deinen Kaffee stehen und bändige das Raubtier, sonst kommen wir zu spät und der Express fährt ohne uns.“ Mit angeschlagenem Ego warf er die leine auf die Couch während Prince sich zufrieden darunter die Pfoten leckte.

„Bin schon da“, rief Gero lachend und küsste Alaster erst einmal, weil er so niedergeschlagen aussah. „Wo ist der kleine Schatz denn?“, fragte er und beugte sich gleich runter, als Alaster unter die Couch deutete. „Süßer, was machst du denn für Sachen“, murmelte er weich und kraulte den Kater ein wenig. „Wir wollen doch weg fahren. Komm her, es passiert dir doch nichts.“ Vorsichtig zog Gero Prince näher.

„Kleiner Schatz“, knurrte Alaster und sah Prince mit zusammengekniffenen Augen an. Doch den störte das wenig. Er ließ sich kraulen und an die Leine legen und Alaster hatte irgendwie das Gefühl, dass die Diva ihm etwas damit sagen wollte. „Blödes Vieh“, knurrte er noch leise und verschwand in der Küche, stürzte den Rest seines kalten Tees hinunter und verstaute die Tasse noch im Spüler, ehe er ihre Taschen griff und schon einmal zum wagen brachte.

Gero sah ihm mit Prince auf dem Arm hinterher. „Das musst du wieder gut machen später“, flüsterte er Prince ins Ohr. Langsam schlenderte er zur Haustür und ließ den Kater auf den Boden, als Alaster wieder ins Haus kam. Er zog seinen Freund an sich und küsste ihn. Die leine behielt er dabei in der Hand, damit Prince nicht flüchtete. „Ich bin fertig, meinetwegen können wir los.“

„Weiß Lazarus Bescheid? Deinen Kommunikator lässt du doch da, oder? Nicht dass Dimitri auf die Idee kommt, dich zu suchen, wenn er heute die Tür verschlossen findet.“ Alaster aktvierte die Sicherheitsanlagen des Hauses und die elektronische Wartung. Dann sah er Gero noch einmal an. Er war in sorge denn er hatte weitre Forschungen über diesen Botschafter betrieben und interne berichten beschreiben ihn als herrschsüchtigen Choleriker mit Hang zur Selbstinszenierung.

„Lazarus hat eine Nachricht von mir bekommen und der Kommunikator ist ausgestellt und liegt in meinem Zimmer.“ Das hatte er vor ein paar Minuten erledigt, denn er rechnete damit, dass sein freund sich nicht nur damit begnügen würde, ihn anzurufen, sondern, dass er auch vorbeikam und dann wollte er weg sein. Er lächelte zu Alaster hoch und lehnte sich an ihn. Er fühlte sich schlapp, wollte das aber nicht zeigen.

„Spätestens im Hotelzimmer wirst du das Medikament versuchen“, sagte Alaster und legte einen arm um seinen freund. Schließlich brauchte er heute eine neue Dosis Sangrol, D9imitri war das letzte mal sehr geizig gewesen. „Und wenn es unterwegs gar nicht geht, sag es bitte. Falscher Heldenmut kann dich das leben kosten.“ Sie gingen zum Wagen, das Haus verriegelte sich selbst.

Gero nickte und stieg in den Wagen. Er vertraute Alaster aber er hatte auch ein wenig Bammel, das Medikament zu nehmen, weil er nicht wusste, wie sein Körper darauf reagierte. Nehmen musste er es aber auf jeden Fall, das war ihm klar. Prince sprang auf seinen Schoß und die Türen schlossen sich. „Es geht los“, lachte er leise und strich mit der Nase durch da weiche Fell. Gero war aufgeregt, denn er hatte die Kuppel noch nie verlassen.

„So spannend ist das ja auch nun wieder nicht“, erklärte Alaster unbeeindruckt und lenkte den wagen direkt zum Terminal. Den weg dorthin kannte er schon im Schlaf denn er war mehr zeit unterwegs als zuhause. Doch er lächelte, als er Gero beobachtete, wie er begeistert den Kopf drehte, sich umsah und Prince dabei kraulte, damit er ruhe gab.

„Für dich nicht, aber für mich schon.“ Gero sah Alaster lächelnd an und legte ihm eine Hand auf da Bein. Weit genug von allen gefährlichen Gebieten entfernt, um seinen Freund nicht abzulenken. Wo diese Gebiete waren wusste Gero ziemlich gut, denn er hatte noch ziemlich lange Forschungen betrieben die letzte Nacht und der Gedanke daran ließ seine Augen leuchten und sich über die Lippen lecken.

„Will ich wissen was du gerade denkst oder werde ich rot und bei der Passkontrolle raussortiert, weil sie glauben ich hätte Grippe und darf dann nicht einreisen.“ Alaster lachte leise und als sie das Terminal erreicht hatten, überließen sie den wagen dem automatischen Parksystem und sie standen mit Tasche und Kater vor der Tür. Alaster gab seinem freund Zeit, sich umzusehen.

„Wow.“ Gero wusste gar nicht, wo er zuerst hinsehen sollte. Er griff nach Alasters Hand, weil er Angst hatte verloren zu gehen bei den vielen Menschen, die durch die Halle liefen. Er wurde wieder aufgeregt und zog Alaster zum Zug. „Wo müssen wir hin?“

„Zu dem nicht“, sagte Alaster und bremste seinen Liebling ein bisschen ein. Nur gut dass sie zeitig genug daheim weggekommen waren, so hatten sie noch ein wenig Zeit. Das ticket hatte er schon online erweitert und so mussten sie nur noch ihre Gate für den Express finden. „Der fährt nach Las Vegas, wir müssen da rüber, dort wo San Diego 015 dran steht.“ Er deutete auf eine Anzeigentafel ziemlich weit hinten.

„Oh.“ Gero stoppte und änderte die Richtung. Die Erwähnung von Las Vegas hatte ihn wieder an Dimitri erinnert und das wollte er nicht. „Das wäre ja noch was, wenn wir den falschen Zug nehmen“, kicherte und sah sich um. Prince trödelte ein wenig und ließ sich ziehen. Ihm passte es gar nicht zwischen all diesen Füßen herum irren zu müssen und so nahm Gero ihn doch lieber wieder auf die Arme. Das war wohl besser für die kleine Diva.

„Ja, das wäre ärgerlich, zumal der nächste Express erst in zwölf stunden geht und die anderen Verkehrswege brauchen einfach zu lange.“ Alaster hatte sich einmal den fragwürdigen Spaß gemacht, mit den normalen Tunnel Shuttles nach San Diego zu fahren, weil der Express gesperrt war. Einmal und nie wieder. Dann verzichtete er lieber ganz auf das Reisen.

„Wir müssen erst dort drüben durch den Gesundheitscheck, ehe wir die Kuppel verlassen dürfen, damit wir nichts verschleppen.“

„Das dürfte doch wohl kein Problem sein.“ Er sah kurz auf Prince, aber er ging davon aus, dass Alaster ihn nicht mitgenommen hätte, wenn die Gefahr bestand, dass er krank war. sich weiter umsehend, schlenderte er neben Alaster zu dem Schalter und  ging durch die Schleuse. Prince hatte er dabei absetzen müssen, was die Diva mit einem unwilligen Maunzen quittierte.

Noch mehr als sich einer der Angestellten näherte und nach der Leine greifen wollte, die Alster gerade festhielt. „Besser nicht“, sagte der und lächelte, damit der angestellte nicht sauer wurde. Doch der ältere Mann zuckte nur die Schulter. „Da drauf setzen“, forderte er also und nun wurde Prince untersucht und durchleuchtet, ehe Gero ihn wieder in Empfang nahm und beruhigte. Auch Alaster hatte seinen Check schnell hinter sich und so gingen sie weiter zum Zug, der stand nämlich schon bereit.

„Damit fahren wir Süßer?“, flüsterte Gero Prince ins Ohr und sah an dem glänzenden Zug entlang. „Wo ist unser Waggon?“ Gero sah mit glänzenden Augen zu Alaster hoch. Langsam wurde er richtig hibbelig, weil er noch nie mit einem Zug gefahren war und nicht wusste, was ihn erwartete.

„Da hinten die blauen Abteile. Das ist die erste Klasse. Komm.“ Ohne nachzudenken griff Alaster Geros Hand und zog seinen Liebling langsam an Zug vorbei und gab ihm die Chance sich alles anzusehen. Sie hatten noch etwas zeit und so sollte Gero ruhig erst einmal seine Neugier befriedigen. Es war angenehm, mit welch jugendlicher Naivität er auf vieles regagierte, was für Alaster alltäglich war.

„Wir fahren mit der ersten Klasse? Wow.“ Eigentlich sollte Gero ja nicht überrascht sein, denn etwas anderes passte nicht zu Alaster. Er drückte die Hand seines Freundes und strahlte über das ganze Gesicht. Die Neugier verdrängte sogar im Moment seine Müdigkeit.

„Die Firma zahlt und wenn sie mich schon kreuz und quer über den Kontinent jagen sollen sie gefälligst dafür sorgen, dass wir es bequem haben“, sagte Alaster und das meinte er auch so. Er reiste nicht gern, wenn es nicht nötig war. Vieles ließ sich in seinen Augen auch mit Videokonferenzen lösen. Doch wenn man auf seiner Anwesenheit bestand, sollte auch dafür bezahlt werden. Und ehe sie einstiegen, blieben sie noch etwas auf dem Bahnsteig, damit Gero sich weiter umsehen konnte. „Soll ich die Diva so lange nehmen?“

„Nein nein, der kleine Schatz kennt das doch auch alles noch nicht. Er muss doch auch wissen, womit wir fahren“, lachte Gero und kraulte Prince zwischen den Ohren. Er würde Alaster jetzt gerne küssen, aber er traute sich nicht, weil so viele Leute um sie herum waren und er nicht wusste, ob Alaster das recht war. Darum kam er nur etwas näher und warf ihm einen Luftkuss zu.

Alaster lächelte und suchte seinen Kommunikator, er wollte noch ein paar Dinge abgleichen. Er hatte noch zwei berichte, die er sich antun musste und Lust hatte er eigentlich keine. Doch es nutzte ja nicht, er war schließlich nicht zum Vergnügen unterwegs. So lange wie Gero sich den Zug anguckte und die nähere Umgebung erkundete, las er sich in das Thema ein.

Gero ging einmal an den Abteilen der ersten Klasse entlang und versuchte hineinzusehen. Die Sitze sahen sehr bequem aus und für die Unterhaltung der Fahrgäste war auch gesorgt. Langweilig wurde die Fahrt bestimmt nicht. „Das wird bestimmt toll“, erklärte er Prince und ging wieder zurück zu Alaster. Er wollte ihn nicht lange alleine lassen, denn ihm fehlte die Nähe.

„Sollen wir rein gehen?“, fragte Alaster und strich dem Kater auch mal über den Kopf, damit die Diva nicht ganz vergaß. Wer eigentlich sein Futter bezahlte. Er schloss den Bericht und griff seine Tasche, denn Gero schien fertig mit gucken. So betraten sie den Zug und wurden freundlich begrüßt. Schnell waren ihre Plätze gefunden und Alaster ließ Gero ans Fenster rutschen, auch wen das nicht viel brachte, denn sie würden in einer Vakuumröhre reisen. Aber auf die Fenster wurden Illusionen projiziert, die lenkten ab.

Gero machte es sich in seinem Sitz bequem und weil sie noch alleine waren, beugte er sich schnell zu Alaster rüber und küsste ihn schnell. „Wenn du arbeiten musst, dann mach das ruhig. Du fährst ja nicht zu deinem Vergnügen nach San Diego 015.“ Gero wollte Alaster nicht zur Last fallen und auf der Fahrt konnte er sich auch mit Prince beschäftigen.

„Ich stehe hoch genug in der Hierarchie das sich es mir erlauben kann unvorbereitet in ein Meeting zu gehen. Keiner wird es wagen mir das vorzuwerfen“, grinste Alaster und lächelte dabei kalt, doch das sah Gero zum Glück nicht. Er schlang seinen arm um seinen freund und zog Gero etwas dichter gegen sich. So konnte er die Chance nutzen und seine Hand unter den Pullover schieben. Er suchte den Puls irgendwo – und suchte und suchte. Dabei wanderte seine Hand über Geros Bauch.

Zufrieden lehnte sich Gero an und kicherte, denn die Finger kitzelten. „Was machst du da?“, fragte er flüsternd an Alasters Ohr und nutzte die Chance für einen kurzen Kuss. „Wenn du weitermachst, wird Prince sich beschweren, weil ihn was piekst.“

„Soll sich die Diva wo anders hinsetzen, ich lasse mir doch nicht von einem Kater vorschreiben, was ich mit meinem freund zu machen habe“, sagte Alaster leise und suchte Geros Lippen. Es war das erste mal, dass er den anderen Mann so nannte und es fühlte sich noch merkwürdig an, doch es gefiel Alaster.

„Mach mit mir, was du willst. Prince hat genug Ausweichmöglichkeiten um es sich bequem zu machen.“ Gero schloss die Augen und lächelte in den Kuss. So genannt zu werden war einfach schön. „Ich hab dich lieb“, flüsterte er schnell und intensivierte den Kuss.

Alaster lächelte und genoss die Nähe seines Freundes. Spontan überlegte er, den Aufenthalt im Büro nach seiner Ankunft entweder so kurz wie nur möglich zu halten oder gleich über eine Videokonferenz aus dem Hotel abzuhalten und erst morgen ins Büro zu gehen. Zum einen wollte er Gero nicht aus den Augen lassen, wenn er das Medikament nahm, zum anderen verspürte er den intensiven drang, sich mit Gero zu vereinen. Seit er wusste wie intensiv dieses Gefühl war, wollte er es immer wieder.

Gero seufzte in den Kuss und fuhr mit den Fingern durch Alasters Haare. Er mochte es mit den weichen Strähnen zu spielen und sie ein wenig durcheinander zu bringen. Anscheinend störte es seinen Freund nicht, dass man sie beobachten konnte, darum hielt Gero sich auch nicht mehr zurück und küsste Alaster verlangend.

Dabei engte er Prince ziemlich ein, der sich fauchend auf einen der anderen sitze im Abteil trollte.

Erst das Räuspern neben ihnen ließ Alaster langsam wieder die Augen öffnen und er löste sich allmählich von Gero, doch nicht mit Hast. „Ja?“, fragte er lauernd, der Mann sollte jetzt nichts falsches sagen, sonst hatte er ein Problem und das schien sein gegenüber auch zu begreifen, denn er winkte ab und suchte sich ein anderes Abteil. Alaster war das nur recht. Er schob die Tür wieder zu und grinste Gero an, der rot schattiert in seinem Sitz hockte.

Gero schämte sich nicht für den Kuss, sondern ihm war es peinlich, dass dieser Fremde gesehen haben konnte, wie sehr ihn der Kuss erregt hatte. Es war für ihn selbst überraschend, welche Wirkung Alaster auf ihn hatte. Er kuschelte sich wieder an ihn und schloss die Augen. „Ich freue mich auf unsere gemeinsame Zeit“, murmelte er leise.

„Ich auch und ich werde meine Kollegen darüber in Kenntnis setzen, das sich eine Videokonferenz will. Ich werde heute nicht ins Büro gehen. Und vielleicht gucken wir uns anschließend noch ein bisschen die Kuppel an oder verwüsten das Schlafzimmer. Wie es uns eben gerade gefällt“, schlug Alaster vor und zog Gero wieder dichter neben sich. Seine Hand rutschte wie selbstverständlich unter den Pullover. Da schien sie hinzugehören.

„Das letzte in deiner Aufzählung machen wir unbedingt und wenn es nach mir geht, könnten wir gleich damit anfangen.“ Gero kicherte, denn Alaster kitzelte ihn schon wieder. „Ich würde mich freuen, wenn du heute nicht mehr ins Büro gehst, aber nur, wenn du dadurch keinen Ärger kriegst.“

Wieder musste Alaster grinsen und er zog seinen Komunikator aus der Tasche. Wen sie erst im Vakuum waren, hatte er keinen Empfang, also bellte er jetzt noch seine Anweisungen für die Videokonferenz und legte auf. Er ging nicht davon aus, dass jemand so verrückt wir, ihm zu wiedersprechen. Gero konnte sich so lange im Bad vergnügen oder im Schlafzimmer. Denn alles sollte sein freund besser auch noch nicht mitbekommen.

„Uih, man sollte dich besser nicht verärgern.“ Gero konnte nicht verhindern, dass es ihm kurz einen Schauer über den Rücken trieb, aber das war wieder vergessen, als Alaster ihn anlächelte. Das sein Freund ein mächtiger Mann war, hatte er schon mitbekommen und im Geschäftsleben durfte man keinen Schwäche zeigen.

„Ich glaube nicht, dass dir das jemals gelingen würde. Der da drüben allerdings“, dabei sah Alaster auf den Kater, der sich gerade auf den rücken rollte und den Kopf vom Sitz hängen ließ, um sein Herrchen geringschätzig anzusehen. Der spuckte doch nur große Töne! Prince gähnte und rollte sich zusammen und Alaster ließ den Kopf hängen. So viel zum Thema Autorität.

Gero musste lachen, küsste seinen Schatz aber schnell, damit er nicht mehr deprimiert war. „Lass dich nicht von ihm ärgern Schatz. Er liebt dich, aber er zeigt es nicht so direkt.“ Er legte seine Arme um Alasters Hals und küsste ihn. Nicht ganz uneigennützig, denn er war verrückt nach ihren Küssen.

„Ja klar, verteidige ihn nur. Du willst doch nur nicht, dass ich ihm das Fell über die Ohren ziehe, weil du gerne deine Nase drinnen vergräbst“, knurrte Alaster. So leicht wollte er sich noch nicht kaufen lassen. Da mussten schon noch ein paar Küsse her und seine Finger verschwanden wieder unter Geros Pullover. So konnte die ganze Fahrt laufen und sobald sich der Zug in Bewegung setzte und sie sich anschnallen mussten, kam sowieso keiner mehr in das Abteil, dann hatten sie ihre Ruhe.

„Ich vergrabe meine Nase noch viel lieber in anderen Haaren und die gehören nicht zu Prince.“ Geros Nase strich durch Alasters Haare, aber das waren nicht die Haare, die er meinte und das verriet sein Tonfall und seine Hand, die sich kurz in Alasters Schoß verirrte.

„Du wirst ausreichend Gelegenheit dazu haben, mein Schatz“, murmelte Alaster und versuchte durch intensives Atmen sich wieder zu beherrschen. „Willst du das Medikament eigentlich als Tablette nehmen oder bestehst du weiterhin auf Blut?“ Die Frage ging Alaster schon seit heute morgen durch den Kopf und weil er wusste, das sich sein Blut erst anreichern musste, wenn er es einnahm, sollten sie vorbauen, ehe Gero schaden nahm.

Gero war von der Frage ein wenig überrumpelt, aber er hatte sich vorher schon darüber Gedanken gemacht. „Ich würde lieber die Tabletten nehmen. Nicht, dass ich es nicht mögen würde dein Blut zu trinken, aber dann bin ich wieder abhängig und genau das möchte ich nicht mehr.“ Gero sah unsicher zu Alaster, denn er wusste nicht, ob er ihn jetzt nicht böse gemacht hatte.

„Dann ist das so“, sagte Alaster neutral. Er wusste ja selbst nicht, was er erwartet hatte doch er konnte Gero verstehen. „Sag mir bitte, wenn du dich schlapp fühlst und es versuchen willst. Halte dich nicht unnötig zurück, denn ohne das mittel wirst du nicht auskommen.“ Er zog seinen freund gegen sich, ließ ihm aber Platz die Gurte anzulegen, so wie das Sicherheitssignal verlangte. Langsam wurde es ernst.

„Mach ich. Mir geht es gut.“ Gero lehnte sich an und griff nach Alasters Hand. Er fühlte sich schon ein wenig schlapp, aber nicht sehr schlimm. „Wie lange werden wir unterwegs sein?“, fragte er und wurde schon wieder aufgeregt.

„Durch den Hochgeschwindigkeitszug werden wir nur zwei stunden unterwegs sein. Ein wahrer Segen gegenüber den antiken Bahnen“, erklärte Alaster und griff sich Prince, der das gar nicht schätzte. Doch es war nicht sicher genug, wenn er bei den hohen Geschwindigkeiten durch die Gegend turnte. „Genieß die Fahrt, sie ist früher vorbei als du glauben magst.“

„Zwei Stunden nur wir alleine.“ Gero sah Alasters verschmitzt an und man konnte direkt sehen, was ihm durch den Kopf ging. Natürlich konnte sie in dem Zug nicht allzuviel machen, aber küssen war bestimmt drin und das war doch schon mal ein guter Anfang.

„Ich werde das Gefühl nicht los, du hast etwas vor. Was könnte das nur sein“, stieg Alaster darauf ein und grinste. Doch auch er legte sich die Gurte an. Sicher war sicher. Wenn sich bis jetzt keiner in ihr Abteil gewagt hatte, kam jetzt auch keiner mehr. Denn das laufen auf den Gängen war während der fahrt untersagt. Bei den Geschwindigkeiten, die gefahren wurden, konnte immer etwas passieren, auch wenn die Störungen auf ein Minimum reduziert worden waren.

„Rrrr“, machte Gero und lachte. Er reckte sich ein wenig und küsste seinen Schatz. „Ich habe Lust zu schmusen. Dabei stört es mich nicht, wenn man uns beobachtet. Bei allen anderen Dingen schon.“ Publikum beim Sex war gar nicht sein Ding und so wie er Alaster einschätzte, seins auch nicht.

„Na dann komm her“, flüsterte Alaster leise und zog Gero so gut es ging neben sich. Die Armlehne zwischen ihnen hatte er entfernt, das machte es für sie beide bequemer und so fanden sich immer wieder ihre Lippen, während sich der Zug in Bewegung setzte – weg von San Francisco GX. Und sie ließen mehr hinter sich als nur die Stadt.

 

11 

Ruhelos lief Gero durch die Suite und schielte immer wieder zu der Kommunikationseinheit. Er war unschlüssig, was er tun sollte. Ihn plagte das schlechte Gewissen, weil er Lazarus nur mit einer kurzen Nachricht abgespeist hatte. Sein Freund machte sich bestimmt große Sorgen um ihn, denn er wusste ja nicht, dass Gero jetzt das Medikament nahm, das ihn am Leben erhielt.

Zweimal schon hatte er Prince gefragt, was er machen sollte, doch der war keine große Hilfe sondern döste auf dem weichen Teppich vor dem Fenster in der Sonne. Alaster konnte ihm auch nicht helfen, denn der war im Büro. Er hatte gestern noch vom Hotel aus Anweisungen erlassen, jetzt musste er sich vor Ort blicken lassen. Und Gero tigerte durch die Suite. Kurz hatte er sich umgezogen, um schwimmen zu gehen, doch jetzt trug er wieder seine Normane Klamotten und sah sich um.

„Verdammt“, fluchte er leise und ließ den Kopf hängen. Er war so feige, denn Lazarus würde schimpfen und toben, da war er sich sicher. „Sei ein Mann und keinen Maus“, machte er sich selber Mut und setzte sich vor den Kommunikator. Er stellte die Verbindung her, nachdem er dafür gesorgt hatte, dass Lazarus nicht sehen konnte, woher er sich meldete.

Es dauerte eine weile, bis sich jemand meldete und Lazarus’ Bild auf dem Schirm erschien. Als der Gero erkannte, verengten sich seine Augen. „Sag mal, was soll der Mist, Gero? Bist du verrückt?“, platzte es aus ihm heraus, dabei war er doch froh, dass er endlich etwas von seinem freund hörte. „Geht es dir gut?“

„Hallo Laz, ich freu mich auch dich zu sehen.“ Gero grinste schief. Was hatte er auch erwartet? „Mir geht es gut, du musst dir keine Sorgen um mich machen. Ich bin weder krank noch werde ich sterben.“

„Was soll das heißen? Wo bist du, Gero? Das ist nicht lustig!“ Lazarus wand sich doch er konnte hinter seinem freund nicht viel erkennen. Ein gewöhnliches Zimmer, nichts außergewöhnliches. Doch das nahm ihm nicht die sorge.

„Ich bin nicht in San Francisco und ich werde dir auch nicht sagen, wo ich bin, weil du sonst nämlich postwendend hier aufkreuzt.“ Gero kannte seinen Freund ziemlich gut. „Ich brauche Dimitris Blut nicht um zu überleben, ich nehem Tabletten und mir geht es gut damit.“

„Okay“, sagte Lazarus nur denn er war verletzt. Er wusste nicht, was er getan hatte, dass Gero vor ihm flüchtete. Doch er musste das eben so hinnehmen. „Mach dich darauf gefasst, dass Dimitri dich suchen und finden wird. Er war gestern schon geladen. Viel Spaß noch mit deinem...“ er ließ den Satz offen und trennte die Verbindung, Gero schien ja nicht mehr sonderlich viel wert auf ihn zu legen.

„Oh Mann.“ Gero wischte sich über das Gesicht und wählte neu. „Lazarus, ich sage dir nicht wo ich bin, weil ich weiß, dass Dimitri sauer sein wird. Wenn du nicht weißt, was er wissen will, dann musst du ihn nicht anlügen.“ Er lächelte entschuldigend zu dem dunklen Bildschirm und hoffte, dass sein Freund doch wieder mit ihm redete.

Doch erst einmal herrschte ruhe, ehe er Lazarus’ Stimme hörte. „Das hätte man auch weiß Gott netter sagen können“, knurrte er doch man merkte sehr wohl, dass Lazarus immer noch verstimmt war. Er begriff das alles nicht. Zum einen warum Gero kein Blut brauchte und zum anderen, warum er so wenig vertrauen in ihn setzte. Doch er würde nicht betteln um zu erfahren, wo sein freund sich aufhielt. Das musste Gero schon mit sich selber ausmachen. „Dimitri sucht dich bereits. Und er wird dich finden. Mach dich auf reichlich ärger gefasst, so wie er sich gestern bei Dwight über dich ausgelassen hat.“

„Süßer, kann ich dich bitte ansehen?“, fragte Gero. „Ich weiß, dass er mich sucht und auch daß er wütend ist. Laz, glaubt du, er würde sich damit zufrieden geben, wenn du ihm sagst, dass du nicht weißt wo ich bin , es aber doch weißt? Er merkt, dass du schwindelst und dann bekommst du seinen Zorn ab. Ich möchte nicht, dass dir und Dwight etwas passiert.“ Er war sich nicht sicher, ob Lazarus wusste, wie Dimitri sein konnte, wenn er wütend war.

„Darum geht es nicht,“, knurrte Lazarus leise, schaltete die Kamera aber wieder an. Wütend war er immer noch darüber, dass Gero ihn erst mal nur mit einer Kurznachricht abgespeist hatte und ihm dann gleich klar gemacht hatte, er würde nichts erfahren, weil Lazarus ihn dann besuchen kam. Es hatte weh getan und so schnell verging das auch nicht. Er erkannte Gero nicht wieder, seit er bei diesem Alaster arbeitete. Nie wäre er auf die Idee gekommen, Dimitri davon zu laufen oder Lazarus so in die Ecke zu stellen. Und er begriff nicht, was Gero ritt. Las es daran, dass er kein Blut mehr bekam? Hielt dieser Alaster seinen freund anders bei der Stange?

„Sag mir, worum es geht Lazarus, ich möchte nicht, dass du wütend bist. Du bist mein bester Freund und eigentlich wollte ich dich nur schützen. Dimitri ist mächtig und unberechenbar. Frag mich, wenn du etwas wissen möchtest.“

„Gero, im Moment bin ich sauer und ich weiß nicht wie ich meine Gedanken formulieren soll, ohne das sich dich kränke. Also lasse ich das vielleicht noch etwas reifen“, wich Lazarus aus, denn genau das war sein Problem. Wenn er Gero an den Kopf warf, was er gerade so dachte, würde das ihnen beiden nicht gut tun.

„Okay, dann sollte ich dir vielleicht einfach erzählen, warum ich hier bin.“ Gero holte tief Luft und musste kurz lächeln, als Prince zu ihm auf den Schoß sprang. So hatten seine Hände etwas zu tun und er konnte besser reden. „Du weißt, wie Dimitri sich aufgeführt hat seit ich Al‘s Haus hüte. Er war unwahrscheinlich eifersüchtig, obwohl ich ihm keinen Grund dazu gegeben habe. Ich habe mich von Al fern gehalten, aber Dimitri ist jedesmal durchgedreht, wenn wir uns gesehen haben. Er hat mir immer weniger Blut gegeben und er hat sich den Sex einfach genommen. Ich wollte gerade gehen, als Alaster nach Hause kam. Er hat mich gefragt, was los ist und da bin ich zusammengebrochen. Er hat mich gehalten und mir zugehört.“

Lazarus nickte verstehend. Das hatte ja irgendwann mal so enden müssen. Dimitris Art mit Gero umzugehen war selbst Dwight gegen den Strich gegangen und er hatte ihm mehrfach deswegen auch die Leviten gelesen, doch Dimitri vertrat die Auffassung, dass er bezahlt hatte und es auch nutzen könnte. Es war also kein Wunder, dass Gero jeden Strohhalm griff, den er fand, während Dimitri ihm emotional verhungern ließ. Er musste nicht fragen, er ahnte, dass Alaster mittlerweile mehr war als Geros Arbeitgeber.

„Und wie löst du das mit dem Blut?“, wollte er also wissen.

„Ja also das.“ Gero druckste ein wenig herum. „Du darfst Dwight nicht böse sein, denn er liebt dich wirklich“, sagte er schnell. „Wir brauchen das Blut gar nicht, sondern nur ein Medikament das Sangrol heißt und sich darin befindet. Die Männer, die uns Blut geben, nehmen es ein, um es an uns weiterzugeben. Ich brauche das Blut nicht mehr, weil ich das Sangrol nehme.“

„Wie bitte?“, murmelte Lazarus und blickte zu Boden. Sollte er das jetzt glauben? Doch er musste, denn Gero, der eigentlich ermattet auf dem Boden liegen sollte, weil er schon gestern hätte Blut trinken müssen, war wohlauf. Es war nicht zu übersehen, dass es ihm sehr gut ging. „Sie nehmen es um es dann an uns weiter zu geben? Woher weißt du das?“

Gero biss sich auf die Lippen. Er konnte sich vorstellen, wie sein Freund sich gerade fühlte. „Laz, nicht jeder ist so wie Dimitri. Dwight betet dich an. Er würde dir nie weh tun. Vielleicht weiß er gar nicht, dass es auch anders geht. Alaster hat es mir gesagt. Er wusste von uns Sangriels und hat ein wenig geforscht. Er hat mir auch das Sangrol besorgt.“

Lazarus blickte in die Kamera. Er begriff nicht, warum Gero so betonte, dass Dwight ihn doch leiben würde. Der verunsicherte Lazarus zusätzlich. Es war ja nicht so, dass er seinem Geliebten nicht traute, doch Gero hatte ihn unsicher gemacht. „Aha“, entgegnete er erst einmal, um überhaupt etwas zu sagen.

„Ich werde die nächsten Tage hier bleiben und dir berichten, wie ich mich fühle. Im Moment merke ich keinen Unterschied zu sonst. Ich bin genauso energiegeladen wie sonst auch, wenn ich Blut bekommen habe.“ Gero wollte, dass Lazarus sich keine Sorgen mehr machte und wieder böse auf ihn wurde.

„Schläfst du mit ihm?“, fragte Lazarus unvermittelt, doch er ahnte die Antwort schon. Er kannte Gero gut genug um zu wissen, dass er mehr als seinen Geist an den Mann gehängt hatte. Es war ja nicht einmal so, als könnte er ihn nicht verstehen – wäre da nicht Dimitri.

Mit der Frage hatte Lazarus Gero kalt erwischt und er wurde erst einmal rot und verlegen. „Also... äh... ja, tu ich“, murmelte er leise mit gesenktem Kopf. Er schielte durch seine Ponyfransen auf Lazarus und atmete tief durch. Er konnte seinem Freund eh nicht vormachen, darum lächelte er. „Al hat mich zu nichts gezwungen. Er war für mich da, als ich ihn brauchte und er hat mir zugehört. Es ist einfach so passiert, dass ich mich verliebt habe.“

„Auch das noch“, murmelte Lazarus leise, das war ja schlimmer als erwartet. Doch dann grinste er schief. „Eigentlich sollte ich ihn dankbar sein, denn ich habe dich lange nicht so ausgeglichen erlebt aber ich will nicht in der Nähe sein, wenn Dimitri das heraus bekommt.“ Er wusste nur zu gut, dass der Kerl zu einigem fähig war. Dwight hatte da mal ein paar Sachen angedeutet, doch die waren nie aufgeklärt worden, weil Dimitri als Botschafter unter diplomatischer Immunität stand.

„Glaub mir, ich habe ziemlichen Schiss, aber ich werde nicht zu Dimitri zurück gehen. Er kann mich nicht lieben, wenn ich für ihn nur ein Gegenstand bin, den man benutzt und quälen kann. Durch Alaster habe ich erst gemerkt, dass es auch anders geht. Er ist liebevoll und aufmerksam und er engt mich nicht ein.“ Gero merkte gar nicht wie sein Gesicht strahlte, als er von Alaster erzählte. „Al ist auch ziemlich einflussreich. Er will es mit Dimitri aufnehmen.“

„Seid einfach vorsichtig. Er ist Diplomat“, sagte Lazarus und rückte etwas weiter an die Kamera, als wolle er verhindern, das jemand ihn hörte. „Es gab wohl schon Unregelmäßigkeiten die niemals aufgeklärt werden konnten. Dwight hat nicht viel erzählt und gleich das Thema gewechselt, als er mal aus versehen drauf gekommen war. Ich traue ihm nicht über den Weg. Also, passt bloß auf. Egal wie einflussreich dein Al ist, ich glaube nicht dass er über...“ Lazarus brach ab und holte tief Luft.

„Ich weiß Schatz. Wir werden vorsichtig sein. Ich glaube Alaster hat sich über Dimitri erkundigt. Darum besteht er auch darauf, dass ich mich nicht alleine mit ihm treffe.“ Das was sein Freund angedeutet hatte, machte Gero schon etwas Angst, aber er hatte sich für Alaster entschieden.

Sie würden ihren Weg ab jetzt gemeinsam gehen und vielleicht verlor Dimitri auch schnell das Interesse an ihm. Konnte ja sein.

„Darum möchte ich aber auch gebeten haben.“ Lazarus sprach lieber nicht aus, was sich gerade in seinem Kopf abspielte. Allein die Vorstellung, dass Dimitri noch einmal allein mit Gero war und ihm dann wer weiß was antat, machte ihn schier verrückt. „Mach mir keinen Kummer, Gero.“

„Nein, keine Sorge, jetzt wo ich weiß, wie schön das Leben sein kann, passe ich darauf auf.“ Gero lächelte nur glücklich und zog Prince auf seinen Schoß, damit er ihn besser streicheln konnte.

Und der Kater genoss es sichtlich. Gero beschäftigte sich viel mit ihm und so war er auf Princes Hitliste sofort an die erste Stelle gerutscht, sehr zu Alasters Leidwesen. Doch ihm war es lieber, die beiden mochten sich als wen sie sich gegenseitig das leben schwer machen würden. „Melde dich bitte regelmäßig“, verlangte Lazarus, mehr stand ihm nicht zu.

„Natürlich Süßer. Es tut mir leid, dass ich dich zuerst mit einer Nachricht abgespeist habe, aber ich musste mir erst einmal über einige Dinge klar werden. Ich wollte dir keine Angst machen, oder dich verletzen.“ Gero sah Lazarus entschuldigend an und lächelte. „Du bist mein bester Freund und ich liebe dich, das weißt du.“

„Gestern war ich mir da nicht ganz so sicher“, musste Lazarus gestehen. „Als ich die Nachricht bekommen habe, habe ich versucht dich zu erreichen. Du warst weg, dein Kommunikator noch da. Ich dachte ich werde verrückt und du machst Blödsinn. Auf solch eine Show kann ich wirklich verzichten.“ Wieder holte er tief Luft, grinste aber schon wieder versöhnt.

„Ach Süßer, das tut mir leid. Das wollte ich nicht. Wir reden ausführlich, wenn ich wieder da bin. Bis dahin werde ich dich so oft ich kann anrufen und dir erzählen, was ich erlebt habe. Zumindest das Jugendfreie.“ Gero kicherte und zwinkerte Lazarus zu, Jetzt wo sein Freund nicht mehr böse war, ging es ihm besser.

„Blödmann, ich will auch den Rest ausführlich hören. Ist er gut, ist er schlecht, kann er was, kann er nichts? Das sind doch die fragen die die Welt bewegen. Wo ist er eigentlich?“ Lazarus hatte gemerkt, dass Gero alleine war. Auch wenn er noch immer nicht wusste, wo sein freund war, war ihm schon klar, dass die beiden nicht zum Urlaub verreist waren. Das hätte zu diesem Alaster auch gar nicht gepasst.

„Ich bin mehr als zufrieden“, giggelte Gero und vergrub sein Gesicht in Prince‘ Fell, damit Lazarus nicht sah, dass er schon wieder rot wurde. Allein der Gedanke an die letzte Nacht, ließ seinen Körper kribbeln. „Al muss arbeiten. Er ist im Büro. Prince und ich warten hier auf ihn. Mal sehen, vielleicht gehe ich nachher schwimmen.“

„Mann, Mann, Mann“, knurrte Lazarus reichlich unzufrieden, „über Dimitri habe ich dich nie so reden hören. Nicht mal an Anfang.“ Und das meinte er ernst, denn so war gewesen. Anfangs hatte die beiden Dankbarkeit verbunden, weil Gero geglaubt hatte, Dimitri hätte ihn gerettet. Und dann war schnell Alltag und Hast in die Beziehung geschlichen. Zwar hatte Gero immer noch jedem treffen entgegen gefiebert, doch Lazarus war sich sicher, es war nicht der drang nach Dimitri, der Gero elektrisiert hatte sondern das Blut und der Sex.

„Ich höre mich mich jetzt an, wie du wenn du von Dwight erzählst.“ Gero konnte es nicht lassen Lazarus ein wenig zu necken. „Liebe verändert vieles. Nun muss ich nicht mehr ein wenig eifersüchtig auf dich sein. Jetzt weiß ich was Liebe wirklich ist.“

„Und ich gönne es dir von Herzen, Engelchen“, sagte Lazarus leise und lächelte. Er fand den Vergleich ziemlich passend denn so ähnlich sah er selbst aus, wen er über seinen Schatz redete. „Mach dich noch ein bisschen hübsch, damit er dir nicht gleich wieder davon läuft. Ich muss noch einkaufen. Ich bin dran mit kochen.“

„Armer Dwight“, lachte Gero und zog den Kopf kichernd zwischen die Schultern. „Ein paar von den leckeren Garnelen könnte ich jetzt auch vertragen. Ich glaube ich werde nachher welche für uns zum Abendbrot bestellen.“ Gero leckte sich über die Lippen und lachte.

„Vergiss es, egal wo du hockst. Ich werde dafür sorgen dass einem Ketzer wie dir keine mehr gebracht werden. Von nirgends woher und nirgendwo hin“, knurrte Lazarus. Das tat der Spalter doch so, las könnte man das, was Lazarus kochte, nicht essen! Dabei stimmte das gar nicht. Es war nahrhaft und reichlich und meistens recht kross und sehr gut gewürzt. Zumindest behauptete Dwight das immer.

„Nein, das darfst du nicht.“ Gero riss die Augen auf und rückte näher zum Bildschirm, damit Lazarus die Tränen in seinen Augen sehen konnte. „Süßer, du kannst toll kochen und ich esse es immer gerne“, beeilte er sich zu versichern. Lazarus brachte es fertig und stoppte jede Lieferung.

„Vergiss es. Für deine Schwimmviecher würde du doch alles verkaufen.“ Lazarus ließ sich so schnell nicht einlullen. Er verschränkte die Arme und griff sich einen weiteren Kommunikator, mit dem er schon einmal die Nummer der Lieferanten und Zwischenhändler suchte. Er hatte keinen Schimmer, wo Gero hockte und was er stoppen musste, doch allein die Vorstellung, dass sein freund ein paar Minuten Blut und Wasser schwitzte, war es wert.

„Laz, Schatz, bitte.“ Gero war bereit auf die Knie zu fallen, wenn es sein musste. „Ich möchte Al überraschen“, bettelte er. Es war wirklich blöd, dass Lazarus ihn so gut kannte und Gero ihm alles Informationen, die sein Freund zum Umdenken bringen konnten, nicht sagen konnte.

„Nein, du hast mein Essen geschändet, schlecht darüber gesprochen und es erniedrigt. Ich werde niemanden unterstützen, der mein essen so misshandelt.“ Lazarus hatte sichtlich Spaß und musste sich immer einmal abwenden, damit man sein breites grinsen nicht sehen konnte. Dabei tat er so, als würde er mit dem zweiten Kommunikator heimlich etwas besprechen.

„Ich habe mit Al den besten Sex meines Lebens“, versuchte er seinen Freund umzustimmen. „Und sehr reichlich.“ Er musste Häppchen werfen, damit Lazarus es sich noch überlegte.

Und tatsächlich schien er das Interesse geweckt zu haben denn Lazarus nahm den zweiten Kommunikator beiseite und sah Gero forschend an. „Ist das so? Was macht ihr denn so spannendes?“, versuchte er es. Es war ja nicht so, dass er Gero bloß stellen wollte und wenn er merkte, dass er wirklich bereit war mehr zu erzählen als er eigentlich wollte, würde er das auch sofort abbrechen. Doch für den Schock gestern sollte er jetzt auch ein bisschen schwitzen.

„Öhm...also...ja...“, stammelte Gero und wurde wieder rot. „Soziemlichalles“, nuschelte er schnell und vergrub seine Nase wieder in Prince‘ Fell. Er konnte selber nicht glauben, was sie alles probiert hatten zumal Alaster von Sex mit einem Mann bisher keine Ahnung hatte. Es war ihm sichtlich peinlich gewesen,das vor Gero zuzugeben und der hatte sich gleich noch mehr verliebt.

„Schon okay“ Lazarus hatte genug gesehen und so ließ er den Kommunikator sinken, drehte ihn dann aber so in die Kamera, dass Gero sehen konnte, wen er kontaktiert hatte: die Wetteranzeigen für Los Angeles, dort sollte es heute wieder sonnig werden und wie jeden Abend gegen zehn Uhr regen, damit der Staub des Tages gebunden wurde und die Pflanzen Wasser bekamen. Dann streckte er seinem freund die Zunge raus.

„Oh...du...!“ Gero schnaubte aufgebracht und hielt Price hoch. „Merk dir das Gesicht Süßer. Den darfst du das nächste mal kratzen, wenn er vorbeikommt“, flüsterte er dem Kater zu, laut genug, dass Lazarus es auch hörte. Er funkelte seinen Freund an, aber dann musste er grinsen. „Wenn ich wieder da bin, machen wir uns einen schönen Abend, ja?“

Lazarus lachte zufrieden und nickte, während Prince nur leise drüber maulte, das er in der Luft hin und nicht gestreichelt wurde.

„Ja, das sollten wir und jetzt geh schwimmen.“ Sie verabschiedeten sich und dann trennte Lazarus die Verbindung, denn er war wirklich in Eile. Gero hingegen saß noch eine weile vor dem Bildschirm und starrte auf die schwarze Fläche.

„Kratz ihn lieber doch nicht“, lachte er leise und küsste Prince auf das Köpfchen, der wieder zufriedener wirkte, weil er gekrault wurde. Er wollte gerade aufstehen, als das Gerät anzeigte, dass Alaster ihn sprechen wollte. Schnell stellte er die Verbindung her. „Hallo Schatz“, begrüßte er seinen Freund und strahlte.

„Na, mein Liebling? Bist ja schon auf den Beinen“, neckte er den eigentlich war es fast Mittag und Gero bestimmt kein Langschläfer. „Wie geht es dir? Hast du das Medikament immer noch gut vertragen?“ Alaster war etwas in sorge, ob sie bei der Dosierung vielleicht etwas falsch gemacht hatten, deswegen hatte er sich eine kurze Auszeit genommen. Aber nicht nur deswegen.

„Was soll ich denn im Bett ohne dich?“, fragte Gero keck und zwinkerte seinem Schatz zu. Er freute sich Alaster zu sehen und es rührte ihn, dass er seine Arbeit unterbrach, um zu fragen, wie es ihm ging. „Mir geht es sehr gut. Ich habe das Gefühl Bäume ausreißen zu können.“

„Lieber nicht, es ist so schwer sie unter den Kuppeln zu kultivieren. Auf ihre Beschädigung stehen hohe Strafen“, lachte Alaster und wirkte sichtlich zufrieden. Er hatte gleich noch einen Nashschub an Sangrol geordert und dank seiner Position fragte keiner warum. Man hatte es ihm verkauft.

„Allerdings habe ich noch eine andere frage und du sollst vorher wissen, dass du nein sagen kannst und ich das akzeptiere.“ Alaster überlegte seit heute morgen wie er Gero fragen sollte und er selbst wusste auch noch nicht, was er davon halten sollte. „Am Samstag ist ein Empfang in San Francisco GX, in der Botschaft von las Vegas. Ich bin geladen. Willst du mich begleiten?“

Das Lächeln auf Geros Gesicht erstarb augenblicklich, denn er wusste nur zu gut, was das bedeutete. „Dimitri wird dort sein. Es ist seine Botschaft“, murmelte er leise und jetzt war ihm auch klar, warum Alaster ihm frei gestellt hatte anzunehmen. Er hatte Angst, das konnte er nicht leugnen. „Ich...“stammelte er leise und biss sich auf die Lippe. „Bleibst du bei mir?“, fragte er leise, denn er wollte nicht gleich ablehnen.

„Du wirst nicht von meiner Seite weichen, egal wo ich hin gehen werde. Keiner wird es wagen meine Begleitung abzuweisen. Aber du kannst auch ablehnen, mein Schatz. Ich wäre nicht böse. Du kannst es dir noch überlegen.“ Alaster verstand nur zu gut, was in seinem freund vorging.

Die Worte ließen Gero wieder lächeln und er schüttelte den Kopf. Ohne es zu wissen, hatte Alaster Gero den Mut gegeben sich nicht zu verstecken. Sein Schatz ließ ihn entscheiden und stellte keine Forderungen. „Nein, ich werde mitkommen. Ich liebe dich und sollte an deiner Seite sein, bei so einem wichtigen Ereignis.“

„Das schon, aber ich habe sorge, dass Dimitri dich offen angreifen wird. Mich stört das nicht, da steh ich drüber. Doch er selbst wird den Verlust nicht einfach kampflos hinnehmen. Denk drüber nach und wenn du doch zu dem Schluss kommst, dass du dem Mann nicht die Chance geben willst, dich zu verletzen, so ist das okay.“ Alaster lehnte sich zurück und knurrte, weil es an seiner Tür klopfte. Die fünf Minuten Luft, die er sich ergaunert hatte, konnten unmöglich schon vorbei sein.

„Danke Schatz. Ich werde darüber nachdenken.“ Gero warf Alaster einen Kuss zu und lächelte. „Geh wieder an die Arbeit, ich werde auf dich warten. Weißt du schon, wann du hier sein wirst? Dann könnte ich uns etwas zum essen bestellen.“

„Es wird wohl nicht vor sieben werden. Die haben mich völlig im... ich komm ja gleich!“, brüllte Alaster gereizt, als es schon wieder klopfte. „Sie glauben wenn sie mich schon mal hier haben, müssen wich r alles abarbeiten was das letzte halbe Jahr aufgelaufen ist. Essen wäre himmlisch, wenn ich zurück bin. Liebe dich.“ Dann musste er die Verbindung trennen.

Gero blieb noch ein wenig sitzen und kraulte Prince. In ihm stritten sich Angst und Zuversicht. Er wollte sein altes Leben hinter sich lassen und dazu musste er Dimitri hinter sich lassen. Das das natürlich nicht an einen Tag möglich war, war ihm klar, aber es war ein Anfang und somit straffte er sich lächelnd. Mit Alaster an seiner Seite fühlte er sich sicher und darum wollte er mitgehen. „So und jetzt schwimmen.“ Gero sprang auf und setzte Prince auf die Couch, denn der Kater war dafür nicht zu begeistern.

Die Erfahrung hatte auch er schon gemacht. Prince und Wasser das war keine Liebe.

 

Doch Gero wollte nicht trödeln, denn er hatte noch einiges vor. Er wollte sich das Hotel ansehen, den angrenzenden garten, ein bisschen auf der ausgebauten Strecke joggen und dann auf Alaster warten, um mit ihm zu essen. „Bis später“, sagte er noch, dann war er aus der Tür.


12 

„Prince, haben wir auch alles?“, murmelte Gero und sah den Kater fragend an. Natürlich gab der keine Antwort, darum zählte Gero an seinen Fingern ab. „Garnelen, Wein, Knabberzeug, alles da.“ Gero war aufgeregt, denn gleich kam Lazarus vorbei. Gestern, am Donnerstag waren sie aus San Diego 015 zurück gekommen und heute kam sein Freund vorbei.

Alaster war noch einmal kurz im Büro verschwunden, weil er ein paar Dinge abliefern wollte, doch dann wollte auch er sich zum Essen gesellen. Später, wen Lazarus und Gero das ausgetauscht hatten, was nicht für seine Ohren bestimmt war. Nur weil sie sich leibten sollte Gero nicht das Gefühl haben, keine Geheimnisse haben zu dürfen. Er verkniff sich auch die Kameras zu aktivieren, Gero passte schon auf das Haus auf. Da musste er sich keine Sorgen machen.

„Na endlich“, seufzte Gero, als es schellte und riss die Haustür auf, um seinem Freund um den hals zu fallen. Zwar war Lazarus nicht mehr sauer auf ihn,aber trotzdem wollte Gero sich bei ihm entschuldigen. Darum drückte er Lazarus fest an sich und küsste ihn auf die Wange. „Schön, dass du da bist.“

„Ja, das sehe ich“, lachte Lazarus und ließ sich ins innere zeihen. Sein wagen stand vor der Tür und Dwight war heute Abend auf einem Kongress für Aquafarmer. Da war die Einladung von Gero die Rettung gewesen, sonst hätte sich Lazarus wieder den ganzen Abend über das für und wieder diverser Seetier unterhalten müssen. Er begleitete seinen Schatz ja gern, doch das Thema war nicht sein beliebtestes.

Darum hatte er auch gar nichts dagegen sich jetzt auf die bequeme Couch setzen zu können und stundenlang mit Gero zu tratschen. „Hier ich hab dir was mitgebracht“, lachte Gero und drückte Lazarus ein verpacktes Geschenk in die Hand. San Diego war berühmt für seine schönen Keramiken und Gero war gespannt, ob sein Freund rausfand, wo er die letzten Tage gewesen war.

„Für mich?“, fragte Lazarus überflüssigerweise und nachte große Augen. „Danke“, lächelte er und griff gleich die schleife, um sie aufzuziehen. Er hielt eine Kiste in Händen und hob langsam den Deckel. Darin lag eine Teetasse mit Deckel, altmodisch aber ganz nach Lazarus’ Geschmack, denn im Gegensatz zu Gero bevorzugte er selbst wie Alaster auch Tee. Er nahm sie heraus und bedankte sie, grinste als er auf dem Deckel einen kleinen Hinweis fand. „So, so. San Diego.“

„Du hast es herausgefunden?“ Gero zog gespielt einen Schmollmund und lachte dann. „Es war wirklich schön dort. So ganz anders als hier.“ Er hatte die Tage dort wirklich genossen, besonders, wenn er mit Alaster zusammen die Kuppel erkundet hatte. „Warst du schon einmal da?“

„Nein. Ich hatte mal einen freund, der dort war der es aber vermied mich einzuladen oder mir gar zu verraten, dass er dort gewesen ist. So kam ich leider nicht in den Genuss“, konnte sich Lazarus eine kleine Spitze nicht verkneifen, doch er trug es Gero nicht mehr nach. Er hatte verstanden, was Gero so hatte handeln lassen und so wie Dimitri getobt und Lazarus bedrängt hatte, war das auch besser gewesen.

Gero senkte augenblicklich den Kopf und lehnte sich bei Lazarus an. „Tut mir leid Süßer, ich hätte es dir wirklich gerne gesagt.“ Er schlang seine Arme um den anderen Sangriel. „War Dimitri sehr schlimm?“

„Ich mochte ihn ja von Anfang an nicht, aber in der letzte Woche hatte er die Maske fallen lassen, die er sonst trug um jeden zu blenden“, sagte Lazarus und im zischen seiner stimme spürte man die Wut und die Abscheu. „Ich werde nicht wiedergeben, was er alles über dich gesagt hat, als er glaubte, mit Dwight alleine zu sein. Doch du kannst davon ausgehen, dass kein Lob war.“

„So schlimm?“, Gero fühlte sich niedergeschlagen, denn es tat weh zu erkennen, was er für Dimitri eigentlich nur war. Jemand an dem man seine Triebe ausleben konnte und der es nicht wagen würde sich zu widersetzen. Er musste schlucken und überspielte die Situation, indem er aufstand und zwei Gläser Wein holte. „Er hat mich nie geliebt und ich muss zugeben, dass es weh tut“, murmelte er leise, als er wieder neben Lazarus saß.

„Der Blödmann ist es nicht wert. Ganz ehrlich. Wer nicht in der Lage ist, zu dem zu stehen, was man tut, ist doch nur ein armes Würstchen. Macht einen auf glücklichen Familienvater und treibt sich heimlich durch die betten. Ich glaube Alaster ist das beste, was dir hätte passieren können, vor allem weil er weiß, dass du das mittel brauchst und es dir gibt ohne Gegenleistung.“ Gero hatte Lazarus erzählt, dass er das Mittel selbst verwaltete. Alaster hatte ihm die Kiste gegeben und Gero nahm es, wenn er es brauchte.

„Ja, das ist er wirklich.“ Geros Augen leuchteten, als er an Alaster dachte. „Ein knallharter Geschäftsmann vor dem wohl alle eine gehörige Portion Angst haben, aber privat liebevoll und aufmerksam und er hat nichts dagegen unsere Liebe öffentlich zu zeigen. Es ist einfach wunderschön, Hand in Hand zu laufen und ihn küssen zu können, wann ich will.“

„Nun wird wohl doch noch alles gut für dich. Ich bin wirklich froh“, sagte Lazarus leise und lächelte. Er zog seinen freund kurz an sich und nippte an seinem Glas. Der Wein war wirklich ausgezeichnet. „Hat die Alaster eigentlich mal erzählt, wie du an Dimitri gekommen bist? Dwight hat mir mal erzählt, wie das mit uns eigentlich funktioniert und er hat sich auch dafür entschuldigt, mich gekauft zu haben. Ich trage es ihm nicht nach, denn ich liebe ihn. Aber ich habe immer geschwiegen, weil ich nicht wusste, wie Dimitri dazu steht.

Gero holte tief Luft und nickte. Das Thema war nicht einfach für ihn. Sein ganzes Leben hatte sich als Lüge herausgestellt und daran hatte er immer noch zu knabbern. „Alaster wusste erst auch nicht, ob er es mir erzählen sollte, aber ich bin froh, dass er es getan hat.“ Das Alaster ihn die ganze Nacht hatte halten und trösten müssen, erzählte Gero lieber nicht.

Das konnte sich Lazarus sicherlich auch so denken, denn er kannte seinen freund doch viel zu gut. Ihm ging alles nahe.

„Komm, lass uns etwas erfreuliches bereden“, sagte Lazarus und deutete auf das essen. Es roch wunderbar und lockte, denn er hatte sich mit dem essen heute extra zurückgehalten. „Und du? Willst du mich kratzen, hm?“, fragte er Prince und der sah ihn an als müsste er darüber noch nachdenken.

„Ich habe ihm gesagt, dass er das nicht mehr machen muss, aber ich glaube er hat sich schon richtig drauf gefreut. Er hat sich gestern extra die Krallen geschärft“, kicherte Gero und zog Prince auf seinen Schoß. „Das Essen riecht lecker, nicht? Al hat es gekocht, du weißt ja, dass meine Kochkünste nicht vorhanden sind. Schlimm, wenn wir noch warten, bis er zurück ist? Ich habe auch kleine Häppchen für den gröbsten Hunger für dich.“

„Kleine Häppchen sind gut, ein informationsreicher Plausch mit deinem Liebsten noch besser und den kleine Plagegeist da von mir weit weg wäre am allerbesten“, sagte Lazarus und wirkte zufrieden. Er wollte Alaster sowieso gern näher kennen lernen und etwas beschnüffeln. Bisher kannte er ihn nur in den rosaroten Wolken von Geros Erzählungen verklärt, mal sehen ob er wirklich der Prinz in der strahlenden Rüstung war.

„Bin schon unterwegs“, lachte Gero und nahm Prince mit, den konnte man am besten mit Futter von einem Opfer ablenken, darum bekam er auch gleich etwas in seine Schüssel. Mit einem Tablett kalter Häppchen kam er zu Lazarus zurück. „Wehe du verschreckst ihn, dann rede ich nie wieder mit dir“, drohte er lachend.

„Ich werde mein bestes tun und ihn auf Herz und Nieren prüfen. Als erstes wird er sich freimachen und dann wird er mal husten und sich ein bisschen biegen und beugen, damit ich sehe ob er auch gesund ist. Ein Attest von seinem Arzt, nicht älter als eine Woche, könnte die Prozedur ablenken. Als nächstes interessiert mich seine Kreditwürdigkeit und... was?“, fragte Lazarus ernst, als Gero ihn entgeistert ansah.

„Du hast doch ein Rad ab“, knurrte Gero und zeigte seinem Freund nen Vogel. „Du wirst dir nicht die Vorzüge meines Lieblings ansehen. Die gehören ganz allein mir.“ Und das es da einige Vorzüge gab, zeigten seine leuchtenden Augen, die rot schattierten Wangen und die Zunge die genießend über die Lippen strich. „Er ist einfach zum anbeißen, das kannst du glauben.“

„Das werde ich glauben sobald ich es sehe, mach dir da also keine sorgen. Bald werde ich das wissen, was du weißt, Lustmolch.“ Lazarus ließ sich nicht beirren, er hatte zu viel Spaß daran Gero zu ärgern denn der war in den letzten Wochen wirklich nur noch ein Häufchen elend gewesen und blühte endlich wieder auf. Da machte das ärgern auch wieder Spaß. „Ruf ihn am besten gleich an und erinnere ihn an Attest und Bankauskunft, Husch“, sagte er und griff sich eines der Häppchen.

Geros Augen schlitzten sich ein wenig. „Soll ich Prince rufen?“, fragte er zuckersüß und fauchte leise. Er wusste, dass Lazarus ihn nur ärgern wollte aber wollte ihm auch nicht den Spaß nehmen, außerdem war er ganz tief in sich drin, doch ein wenig eifersüchtig und nicht bereit Alaster zu teilen.

„Ach, mit dem kleinen Bettvorleger werde ich schon fertig.“ Da machte sich Lazarus wenig sorgen. Gero würde schon nicht zulassen, dass die Bestie ihn zerfleischte. Denn dann konnte er seine Garnelen in den wind schreiben. Lazarus war sich sicher, dass Witwer Dwight dem Mörder seines Liebsten nichts mehr liefern würde. „Deinen Bettgenossen finde ich da viel spannender.“ Und so war es ja auch, Dimitri hatte ihn nie interessiert. Alaster war ein völlig anderes Kaliber, und so geheimnisvoll.

„Sei gnädig mit ihm“, bat Gero und signalisierte so, dass er aufgab. „Al ist ziemlich kreditwürdig“, Gero zeigte einmal um sich rum. „Sonst könnte er sich kaum so ein Anwesen leisten und gesund ist er auch, sonst wären wir nicht durch den Gesundheitsscanner am Terminal gekommen“, gab er ein wenig preis.

„Ach, papperlapapp“ Lazarus winkte ab. „Diese Scanner taugen doch nichts und so was kann man sich auch auf Pump leisten. Ich werde ihn auf Herz und Nieren prüfen und wenn er nichts taugt, werde ich ihn aus dem Haus jagen.“ Er nickte und signalisierte, dass das jetzt beschlossenen Sache war. Zufrieden lehnte er sich zurück.

„Nein“, kreischte Gero und schmiss sich auf Lazarus. Wenn er gar nicht mehr weiterwusste, machte er das schon mal und ließ seine Finger über die empfindlichen Seiten seines Freundes tanzen. Lazarus quietschte und wehrte sich so gut er konnte und so bekamen sie beide nicht mit, dass Alaster nach hause kam und amüsiert in der Tür stand und sie beobachtete.

„Gnade!“, winselte Lazarus immer wieder und versprach – sich windend und keuchend – er würde Alaster nicht nackt sehen wollen und so lange er Gero ernähren konnte, würde ihm das auch genügen. Man solle nur endlich von ihm ablassen denn er wäre entrüstet darüber, wie hier Gäste behandelt würden.

Prince hockte unweit und besah sich die Balgerei mit Argwohn.

„Ah, darum wurde ich aus dem Haus geschickt“, lachte Alaster leise und augenblicklich ruckte Geros Kopf hoch. „Schatz, du bist ja schon da“, rief er strahlend und sprang von der Couch und in Alasters Arme. „Laz wollte deine Vorzüge sehen, das musste ich verhindern und dann wollte er ein Gesundheitsattest und deine Kreditwürdigeit überprüfen. Ich habe deine Ehre verteidigt so gut ich konnte“, sprudelte er hervor und küsste Alaster immer wieder zwischendurch.

„Was habe ich nur für einen todesmutigen Schatz“, lachte er leise, nickte Lazarus erst einmal nur zu denn niemand – auch kein gast – war so wichtig, dass er einem Kuss von Gero vorgezogen wurde. Allerdings würde er gleich einerseits mal Lazarus auf den Zahn fühlen, von wegen kreditwürdig und gesund. Auf Ideen kam die Jugend von heute!

Der junge Sangriel aber erholte sich erst einmal auf der Couch, ehe er langsam wieder zu Atem kam und sich aufrichtete.

Dabei sah er lächelnd auf das sich küssende Pärchen und nahm sich noch ein Häppchen. „Bleib mir bloß vom Leib kleine Bestie“, warnte er Prince der näher geschlendert kam. „Ich habe auch spitze Beißerchen und weiß sie einzusetzen.“ Er fand es nur fair das Tier zu warnen, bevor es auf dumme Gedanken kam.

Prince sah ihn an und schien ihn als Gegner abzuschätzen, zog es aber da n doch vor sich zurück zu ziehen. Bei den verrückten wusste man ja nie, ob die einem nicht wirklich die Zähne ins Ohr schlugen.

„Schatz, wir sollten Lazarus seine Inspektion durchführen lassen, wo er doch so besorgt darum ist, ob du eine gute Partie gemacht hast“, flüsterte Alaster gegen Geros Lippen.

„Liebling, du weißt nicht, worauf du dich einlässt“, flüsterte Gero zurück und grinste breit. „Er sieht aus wie ein Engel, aber in Wirklichkeit ist er ein verleideter Teufel, der seine Opfer quält und erst zufrieden ist, wenn er alles weiß.“

„Gräme dich nicht mein Herz, in mir wird er seinen meister finden“, erklärte Alaster und zog seinen Liebling so vor sich, das beide Lazarus auf der Couch angucken konnten. Der kam sich gerade etwas unbehaglich vor und legte das Häppchen wieder beiseite. „Ihr redet von ihm, als wäre ich gar nicht in Raum. Das ist nicht okay.“ Tadelnd schüttelte er den Kopf.

Aber er registrierte zufrieden, wie vertrauensvoll Gero sich an Alaster lehnte und der die Arme beschützend um ihn legte. „Behandelt man so Gäste?“, fragte er und lehnte sich zurück.

„Gäste die glauben sich am Hausherren vergreifen zu dürfen, werden so behandelt“, erklärte Gero und lachte zufrieden, weil Lazarus das Gesicht verzog, als hätte er in eine Zitrone gebissen.

„Du bist frech geworden, seit Alaster dir den rücken stärkt“, merkte er an und so war es auch. Er kam Gero kaum noch bei.

Gero lachte denn endlich hatte Lazarus nicht gewonnen, wie sonst immer. Er griff sich Alasters Hand und zog ihn zur Couch. „Du darfst ihn ausfragen“, erklärte er großzügig und ließ die beiden dann alleine um noch ein Glas Wein zu holen.

„Schatz?“ Fragend sah Alaster seinem freund hinterher und sah sich nun allein dem grinsenden Sangriel gegenüber. Der rieb sich schon zufrieden die Hände und wedelte dann mit ein paar Fingern. „Los, freimachen – Gesundheitscheck!“

„Ich habe Fragen genehmigt du Lustmolch. Alles andere solltest du dir verkneifen, wenn du an diversen für Dwight wichtigen Körperteilen hängst“, brüllte Gero aus der Küche und beeilte sich den Wein einzuschütten. Er hätte es wirklich wissen sollen.

„Es handelt sich hier um eine Befragung, Banause!“, brüllte Lazarus ungeniert zurück. „Ich erkundige mich selbst nach seinem Gesundheitszustand, nicht auszudenken wenn er dir in drei Wochen wegstirbt und ich dich dann heulend am Bein habe. Und jetzt werde ich mich von seiner Makellosigkeit – ich meine von seiner perfekten Gesundheit überzeugen.“ Lazarus spürte wieder Oberwasser und wedelte wieder in Richtung Alaster. „Los, aus mit der Weste und dem Hemd. Das stört beim abhorchen!“

„Das könnte dir so passen.“ mit einem Hechtsprung brachte Gero sich zwischen Lazarus und Alaster. Nur gut, dass er das Weinglas noch schnell abgestellt hatte sonst wären sie jetzt alle nass. „Glaub mir, er ist gesund, das muss dir reichen.“

„Von Dwight habe ich gelernt, dass man niemals glauben darf, was einem der Händler erzählen will. Man muss sich von der Qualität grundsätzlich selbst überzeugen.“ Lazarus schielt um Gero herum und Alaster grinste. Er schien verstanden zu haben, was Geros freund eigentlich vor hatte und es gefiel ihm, dass sein Schatz sich so für ihn einsetzte.

„Da hast du es gehört, Liebling. Er kann dir nicht einfach glauben. Er nimmt seine Aufgabe, dich zu schützen sehr ernst und dabei muss ich ihm helfen. Ich liebe dich doch“, sagte er also und öffnete die Knöpfe der Weste.

„Bist du verrückt. Nicht ausziehen.“ Gero drehte sich hektisch zu Alaster rum und knöpfte die  Weste wieder zu. „Wenn der erst einmal mitkriegt, wie lecker du bist und dass du einen perfekten Waschbrettbauch hast, zieht der hier ein und verlangt dass du ständig in knappen Shorts durchs Haus läufst. Das will ich nicht, denn du bist mein Traumprinz.“

Alaster lächelte und genoss die flinken Finger auf seinem Bauch. Er wirkte sehr zufrieden als er sich zurück lehnte und Gero auf sich zog. „Das hätte ich nie gemacht, Schatz. Aber dich so zu erleben war es wert, mein schöner. Ich liebe dich auch.“ Dann küsste er Gero ehe der registrierte, dass er geärgert worden war.

Kurz sah es aus, als wenn Gero sich von Alaster lösen wollte, aber dann seufzte er leise und ließ sich küssen. „Das war gemein“, schmollte er nach dem Kuss, aber er war einfach nur glücklich. Solange Alaster und Lazarus sich gegen ihn verbündeten konnte er davon ausgehen, dass sie sich sympathisch waren und das war genau das, was er gewollt hatte.

„Ja mein Schatz, das war es, deswegen habe ich dir auch etwas mitgebracht“, sagte Alaster und griff in die Tasche seiner Weste. Dann holte er einen schlichten Ring hervor – aus Platin. Es gab nur noch wenige Vorräte und dementsprechend teuer war das Edelmetall, doch Alaster fand es genau passend. „Weil du mich so liebst, wie ich bin“, sagte er leise und steckte Gero den Ring an.

Der sah Alaster sprachlos an und Lazarus rückte unauffällig näher. Er war gerade der Zeuge von etwas wunderbarem und er gönnte es Gero von ganzem Herzen. „Das...“, stammelte Gero und strich über den Ring, dann fiel er Alaster um den Hals und verteilte viele kleine Küsse auf seinem Gesicht. „Du bist so wunderbar, wie sollte ich dich nicht lieben“, schluchzte er glücklich dabei. „Womit die Kreditwürdigkeit auch geklärt wäre“, grinste Lazarus und nahm sich noch ein Häppchen.

Er ging mal schweigend davon aus, dass Alaster das Schmuckstück nicht auf Pump gekauft hatte.

„Lass uns endlich essen, Schatz, ich sterbe vor Hunger“, sagte Alaster, hielt aber Gero noch ein wenig fest. Er hatte sich diese Reaktion erhofft und war erleichtert, dass Gero sich wirklich darüber freute. Er selbst hatte sich auch einen gekauft. Es durfte ruhig jeder wissen, dass dieser Engel ihm gehörte.

„Ich mach das schon“, erklärte Lazarus und ließ die beiden Turteltauben alleine. Gero bekam das nur am Rande mit, denn er sah Alaster lächelnd an. „Hast du auch einen Ring und darf ich ihn dir anstecken?“, fragte er und sein Gesicht strahlte vor Glück.

„Sicher, warum nicht. Ich wüsste keinen besseren als dich.“ Er deutete mit einem Nicken auf die Brusttasche der Weste und war nun Selbst etwas angespannt. Es lief genau so, wie er es sich ausgemalt hatte, deswegen steckte der ring auch noch nicht an seinem Finger, wie er es in seiner ersten Intension vorgehabt hatte. Irgendwie hatte er gespürt, dass Gero das tun wollte.

Mit leicht zittrigen Fingern holte Gero den Ring heraus und strich einmal darüber, bevor er ihn an Alasters Finger steckte. „Ich liebe dich so sehr“, flüsterte er dabei und küsste seinen Schatz.

„Ich weiß mein Herz, ich weiß“, flüsterte Alaster an Geros Lippen und grinste, las er leichte Schläge an seinem Bein spürte. Prince hatte das essen erschnuppert und wies nun auf seine dezente art darauf hin, dass man ihn füttern durfte, sofern man das wollte – und wehe man wollte nicht!

Gero lachte und hob den Kater hoch. „Ich liebe euch beide“, sagte er grinsend und strich mal wieder mit seiner Nase durch das weiche Fell. „Aber Futter bekommst du kleiner Räuber nicht, denn du hast gerade erst eine Portion bekommen.“

Das war eindeutig nicht das, was Prince hatte hören wollen und so machte er sich frei und ging schon mal in die Küche vor. Vielleicht hatte man ihn nur nicht richtig verstanden.

Dort hatte Lazarus schon die Theke hergerichtet, die Gerichte aufgewärmt und trug gerade auf. „Du solltest sie doch holen!“, fragte Lazarus etwas irritiert, als der Kater alleine wiederkam. Doch der schien angepisst und setzte sich demonstrativ vor seinen Napf.

Lazarus schüttelte nur den Kopf und brüllte laut: „Essen ist fertig.“ Er hatte schon ein wenig genascht und zu den Vorzügen, die er an Alaster gefunden hatte konnte er kochen hinzufügen. Das Essen roch nicht nur köstlich, es schmeckte auch so.

„Oder ich esse alles alleine. Dann müsst ihr mich hinterher wegen Magenexplosion ins Krankenhaus bringen. Dwight wird sich freuen!“, flötete er noch hinterher und gab sich auf. Wenn die beiden nicht kommen wollten, konnte er sie doch nicht zwingen. Die Leckereien wurden schon alle.

„Untersteh dich.“ Alaster hob seinen Liebling auf die arme und eilte mit ihm zur Küche. Er hatte gestern zu lange in der Küche gestanden und gezaubert, las dass sein Schatz nichts davon abbekam.

Gero hielt sich albern lachend an Alaster fest und ließ auf einem der Barhocker absetzen. „Danke Schatz, du hast mein Leben gerettet, denn ohne was von den leckeren Garnelen abzubekommen wäre ich bestimmt gestorben.“ Alaster bekam einen Kuss und Lazarus den Teller weggenommen.

„Was soll das denn jetzt?“, murmelte Lazarus leise und nahm sich nun einen eigenen Teller und füllte ihn erneut. Auch Alaster ließ sich nicht lumpen und so wünschte er einen guten Appetit, damit niemand länger als nötig darben musste – von Prince einmal abgesehen, der leise brummte.

Das Essen wurde in höchsten Tönen von Gero und Lazarus gelobt. „Ich glaube, ich könnte Dwight dazu überreden euch regelmäßig Köstlichkeiten zu liefern, wenn wir im Gegenzug ab und zu so lecker bekocht werden“, bot Lazarus an und schob sich noch eine Garnele in den Mund.

Gero knurrte bei jeder Garnele, die sein freund vertilgte, denn das war wieder einer weniger, die für ihn übrig blieb. Dabei waren es mehr als reichlich. Niemals hätte er sich allein essen können.

„Das ließe sich einrichten“, sagte Alaster und nickte. Überraschenderweise hatte er festgestellt, dass kochen für Freunde Spaß machen konnte.

„Toll, ich helfe dir auch dabei. Nur Dinge, die nicht den Geschmack beeinflussen“, beeilte er sich zu versichern, denn Lazarus guckte ihn entsetzt an. Er konnte nun einmal überhaupt nicht kochen, aber er konnte Gemüse schneiden und abschmecken.

Lazarus atmete erleichtert aus und aß weiter. Damit konnte er leben. Mit leuchtenden Augen nahm er sein Dessert in Empfang und betrachtete das kleine Kunstwerk aus Creme und Gebäck eine weile, ehe er kostete. Das war wirklich gut.

Allzu lange blieb Lazarus nicht mehr, denn er er bekam mit, dass Alaster mehrmals versuchte ein Gähnen zu unterdrücken. Darum verabschiedete er sich mit den Worten, dass er Zuhause sein wollte, bevor Dwight von dem Kongress zurück kam.

„Weg ist er“, murmelte Alaster und gähnte nun doch. Der Tag war lang gewesen und er wollte nur noch ins Bett. Um die Küche konnte er sich auch morgen noch kümmern. Vielleicht lenkte ihn das davon ab, dass er abends auf dem Empfang in der Botschaft musste und Gero ihn immer noch begleiten wollte.

„Lass uns schlafen gehen Schatz.“ Gero hielt Alaster die Hand hin und zog ihn hoch ins Schlafzimmer. Er selber war auch müde und diesmal lag es nicht daran, dass das Medikament nachließ. Sie machten sich bettfertig und zufrieden kuschelte sich Gero in Alasters Arme. „Ich bin froh, dass ihr euch versteht. Dwight ist eigentlich auch ganz nett. Du wirst ihn ja morgen Abend kenne lernen.“

„Ja, morgen abend“, sagte Alaster leise und schloss die Augen. „Willst du wirklich noch mit?“, fragte er leise und seine Finger strichen Gero über den Arm. Sie hatten seit Tagen nicht mehr darüber gesprochen, weil Alaster nicht gewusst hatte, wie er damit anfangen sollte. Nun hatte Gero den Schritt gemacht.

„Ja, ich werde mitkommen Schatz.“ Gero richtete sich ein wenig auf, so dass er Alaster ansehen konnte. Vorsichtig strich er ihm über die Wange und hielt dann seine Hand hoch. „Ich trage deinen Ring und das bedeutet, wir gehören zusammen, aber nicht nur deswegen werde ich mitgehen. Du bist der Mann, den ich liebe und ich gehöre an deine Seite. Niemand kann mir solche Angst machen, dass ich diesen Platz räumen würde.“

„Ich wünsche mir so sehr dass du recht hast und es dem Mistkerl nicht gelingt, dich einzuschüchtern. Aber ich werde bei dir sei und dich nicht allein lassen.“ Alaster küsste seinen Liebling noch einmal. Er wollte nicht mehr reden, schon gar nicht über Dimitri – er wollte nur noch schlafen und Gero an sich spüren.