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Zyklus V - Cango Caves - Teil 7 - 9

07 

Dayo verschluckte sich fast, als Shakwe einfach so bestätigte, was er bisher nur vermutet hatte. „Wie geht das denn?“, fragte er darum völlig perplex. Etwas nur zu ahnen und es dann bestätigt zu bekommen war irgendwie ein Schock. Erst jetzt wurde ihm bewusst, wie nah sie zusammen saßen und dass es für Shakwe selbst in seinem angeschlagenen Zustand ein leichtes war, ihn zu töten und ihm wurde unbehaglich, aber gleichzeitig war er auch fasziniert, denn so ein Wesen hätte er nie für möglich gehalten.

„Mit einer Technologie, die ihr nicht kennt. Eure sogenannten Geister nutzen sie und ich bin auch nicht auf normalem weg auf diese erde gekommen, nicht so wie bei euch die Kinder auf die Welt kommen“, sagte Shakwe und überlegte wie er den Matumba erklären konnte, was er war und woher er kam. Doch er befand, dass das vorerst reichen musste. Vielleicht konnte er die Zeit nutzen und ihnen Vorbildung verpassen, dann konnte er auch das Geheimnis seiner Existenz lösen.

Er hatte schon gemerkt, dass Dayo neugierig und wissbegierig war und das konnte er nutzen, um Wissen weiterzugeben. „Du wurdest nicht geboren?“, fragte Dayo ungläubig und guckte skeptisch. Wie sollte das denn gehen, aber dann erhellte sich sein Gesicht. „Kommst du aus einem Ei?“, fragte er, denn das war seine einzige Erklärung und er verstand nicht warum Shakwe plötzlich lachend nach hinten kippte. Der Nyokar konnte sich kaum halten, entschuldigte sich aber für sein ungebührendes Verhalten sofort, als er sah, dass der Fürst verärgert war.

„Nein, ich komme auch nicht aus einem Ei, zumindest nicht aus einem, wie du sie kennst“, erklärte Shakwe, auch wenn man den Glasbehälter, in dem er gereift war, durchaus als Ei bezeichnen konnte. Denn es war eine abgeschlossene Hülle in deren inneren er mit allem versorgt worden war, was er brauchte.

„Aber so etwas ähnliches.“ Damit gab sich Dayo erst einmal zufrieden. Was aber nicht hieß, dass er nicht noch einmal nachhaken würde. „Hast du noch mehr Besonderheiten, außer den offensichtlichen?“ Dayo konnte einfach nicht anders. Shakwe war faszinierend und er wollte mehr über ihn erfahren.

„Schon, aber da ich noch wunden habe, die noch nicht ganz verheilt sind, kann ich dir nicht zeigen, wie gelenkig ich bin“, entgegnete er offen, sollten sie ruhig wissen, dass er die kleine Show von dem Blassen nicht einfach so hatte wegstecken können. „Ich habe vieles an mir, was schlangen auch beherrschen.“

„Was alles?“ Dayo wollte mehr wissen, denn dann konnte er Shakwe besser einschätzen. Er hatte den Hinweis auf Katu durchaus verstanden, aber noch war er  nicht soweit sich dafür zu entschuldigen. Er zeigte aber durch ein Nicken an, dass er zur Kenntnis genommen hatte.

„Kraft, Beweglichkeit, Giftigkeit, anschleichen, ich spüre Vibrationen, ich spüre Wärmeunterschiede, meine Nase ist sensibler“, fing Shakwe an aufzuzählen. Sollten sie ruhig wissen, mit wem sie es zu tun hatten – eine Basis brauchten sie beide und wenn er Dayo auf seiner Seite haben wollte, musste er versuchen Brücken zu schlagen.

„Da war es ja wirklich ein Wunder, dass wir dich überwältigen konnten, auch wenn wir gewarnt waren.“ So nach und nach ging Dayo auf, wie gefährlich ihr Gefangener war. Aber er stand zu seinem Wort, weil Shakwe ihm ebenfalls sein Ehrenwort gegeben hatte.

„Ah ja, besagter Geist“, knurrte Shakwe und irgendwie glaubte er zu wissen, wer ihm das hier eingebrockt hatte. Es würde ihm ein Vergnügen sein, genau diesem den Dolch in die Brust zu rammen, wenn er dessen Ziehsohn gegen ihn aufbrachte. Doch nicht alles heute, er brauchte zeit und musste nachdenken.

Dayo lächelte leicht, denn er konnte verstehen, dass Shakwe auf den Beschützer des Stammes nicht gut zu sprechen war. „Es war das erste mal, dass er direkt mit mir gesprochen hat, aber er kümmert sich schon lange um uns. Manchmal hinterlässt er etwas für uns am Schrein.“

„Klar hat er zu dir gesprochen, er hat ja auch das Attentat auf dich ausgewürfelt“, knurrte Shakwe aber nur ganz leise. Dayo war noch nicht so weit. Er durfte noch nicht erfahren, um wen es sich bei dem Abgeblichen Wohltäter eigentlich handelte und welche Rolle er spielte. Vielleicht kam Dayo mit den richtigen hinweisen auch selber darauf.

Leise lachend, bei dem unverständlichen Brummeln sah Dayo Shakwe an. „Wer weiß schon, warum die Geister etwas machen. Vielleicht sollten wir uns treffen. Nichts passiert ohne Grund oder einen Sinn.“ Ihr Stamm glaubte nicht an Zufälle und bisher hatte sie auch noch niemand vom Gegenteil überzeugen können.

Shakwe vermied es lieber zu erklären, dass er wohl eher nicht glaubte, dass es Absicht war, dass Dayo und Shakwe sich austauschten. Intulo war nicht dumm, er konnte sich ganz gut ausmalen was passierte, wenn der Nyokar sich gegen sie wendete und die Clans aufklärte. Dass man Shakwe hatte verschonen müssen, lag sicherlich nur daran, dass Intulo die Konsequenz eines toten Nyokars, der extrem teuer gewesen war, nicht hatte tragen wollen. Leiber beobachteten sie nun wohl, was passierte, wenn sich etwas Fremdes unter die Clans mischte. Es machte für Shakwe keinen Sinn, doch ihm sollte es recht sein, solange er am Leben blieb.

Er musste die Situation zu seinem Vorteil nutzen und dabei kam Dayo eine wichtige Rolle zu. Der Anführer der Matumba besaß in allen Clans einen guten Ruf und konnte nützlich sein, wenn es notwendig wurde. Denn er glaubte nicht daran, dass die Gottgleichen auch weiterhin nur beobachteten, wenn sie merkten, dass gegen sie gearbeitet wurde.

Als erstes musste Shakwe dieses Höllenloch für sich nutzbar machen. Dazu musste er wissen wo die Kameras hingen. Die meisten kannte er, weil es an ihm gewesen war, die Dinger zu warten. Sie zu zerstören war nicht gut, das würde die gottgleichen misstrauisch machen doch er musste die toten Winkel finden und nutzen. Sein Plan reifte. Schweigend aßen sie zu Ende, denn auch Latif hatte sich noch ein Stück Brot genommen. „Dayo, da winkt einer“, erklärte er knurrend, denn an der Winde neben einem der Wachen stand Katu und versuchte auf sich aufmerksam zu machen.

Dayo sah hoch und stand auf. Katu brachte es fertig und kam runter, das wollte er vermeiden. „Ich muss wohl wieder nach oben“, sagte er darum und winkte seinem Geliebten zu. Er war nicht sehr begeistert über die Unterbrechung, denn er wolle noch mehr erfahren, aber er hatte noch mehr Aufgaben. „Bis später“, sagte er darum noch und ging zur Winde um sich hochziehen zu lassen.

Kurz nur trafen sich Shakwes und Katus Blick, doch dann schloss der Nyokar die Augen. Es erfüllte ihn immer noch mit Entsetzen, wie ein solch zierliches sanftes Wesen voller Hass und Sadismus sein konnte. An Dayo konnte das nicht liegen, er wirkte nett und aufgeschlossen, kam Katu immer entgegen und förderte ihn, wo er nur konnte. Was also hatte der Blasse für ein Problem? Und konnte ihm dieses Problem seinen Plan durchkreuzen?

Der Schlüssel zu dieser Frage wurde gerade hochgezogen und von Katu begrüßt. „Was ist?“, lachte Dayo und zog seinen Geliebten zu einem kurzen Kuss zu sich. Es war ungewöhnlich, denn normalerweise kam der Sato dem Höllenloch nicht zu nahe. Es war ihm unheimlich.

„Die anderen wollen dich sehen. Es ist wohl in den Clans etwas passiert und darüber wollen sie sprechen. Es gab einen Brand im Lagerhaus der Bame und sie haben ein drittel ihrer Vorräte verloren. Irgendwas stimmt hier nicht!“ Katu war aufgeregt und lief immer wieder ein paar schritte vor und zurück.

 „Außerdem ist das blaue Leuchten wieder aufgetaucht. Diesmal bei meinem Volk. Viele sind jetzt blind, wenn auch nicht für lange, aber trotzdem.“  Katu ballte die Fäuste und Dayo musste sich dazu zwingen nicht fragend zu Shakwe zurück zu sehen. Hatten die Vorfälle etwas mit seinem Gefangenen zu tun? Gab es noch mehr seiner Art, die sich nun für die Gefangennahme eines der ihren rächten?

„Ich glaube die Geister befragen uns, weil der da noch am leben ist“, sagte Katu, lief aber los, weil er keine Lust drauf hatte, von Dayo wieder gemaßregelt zu werden. Sie waren unterschiedlicher Meinung und bleiben das auch. Er ließ sich nicht klein kriegen. Der Fürst würde schon noch merken, dass Katu recht hatte.

Dayo lief ihm nach und hielt ihn am Arm fest. „Schatz, die Geister haben uns gewarnt und klar verlangt, dass wir ihn nicht töten dürfen, also ist es unwahrscheinlich, dass sie uns dafür bestrafen wollen, dass wir ihren Willen erfüllt haben. Es muss eine andere Ursache dafür geben, dass dise Katastrophen geschehen.“

„Und welchen?“, schrie Katu plötzlich und riss sich los. „Welchen Grund hätten sie und zu bestrafen obwohl wir alles so gemacht haben wie man es von uns erwartet hat? Sag es mir. Welchen Grund hätten sie?“ Katu war so wütend, doch eigentlich war Dayo gar nicht der Grund dafür. Er fühlte sich hilflos dem Kalkül dieser Geister ausgeliefert, nicht wissend, was geschah, egal wie man sich verhielt.

„Das weiß ich auch nicht Katu aber es ändert nichts daran, dass wir ihn am Leben lassen sollen.“ Der Anführer der Matumba konnte seinen Geliebten ja verstehen, aber die Geister taten häufig Dinge, die sie nicht verstehen konnten und er war sich sicher, dass es dahinter einen großen Plan gab, den sie nur noch nicht erkannt hatten.

„Ich glaube trotzdem, dass er was damit zu tun hat und wir ihn zum reden bringen sollten. Ich glaube der soll nur am Leben bleiben um uns auszuspionieren.“ Katu machte aus seinem Misstrauen keinen Hehl. Ihm war das Hemd näher als die Jacke und sein leben ging ihm vor das des Fremden.

„Die Geister sind überall, sie kennen alle unsere Geheimnisse, was macht es da für einen Sinn uns auszuspionieren. Sie wissen alles.“ Langsam wurde Dayo ärgerlich. Katu drängte ein wenig zu sehr danach ihren Gefangenen zu töten für seinen Geschmack und versuchte nun mit allen Mitteln ihn davon zu überzeugen.

„Ach!“ Katu wandte sich ab. Das hier hatte genau so wenig Sinn wie die Hunderten Streitereien vorher, die sie wegen dem Fremden geführt hatten. „Glaub was du willst. Aber es wird der Tag kommen an dem ich sagen werde: ich hab's dir ja gesagt. Warte nur ab.“ Er stapfte los, den die anderen warteten schon auf sie und Dayo musste nicht sehen, dass ihm vor Wut die tränen liefen.

Seit dieser Fremde aufgetaucht war, entglitt ihm Dayo immer mehr. Sie stritten ständig und es war das erste mal, dass der Anführer der Matumba nicht einmal in Erwägung zog auf ihn zu hören, sondern es kategorisch ablehnte. Er musste ihn los werden und er wusste nicht wie.

Sicherlich wurde der Fremde jetzt noch besser bewacht als die ersten stunden. Latif kam praktisch gar nicht mehr ins Dorf, außer wenn Kwame ihn ablöste. Gegen diese beiden hatte Katu keine Chance. Er musste seinen Clan um Hilfe bitten, vielleicht wussten die was zu tun war, wenn er ihnen nur erklärte, welchen ärger der Fremde nach sich zog.

„Er kommt!“, sagte Katu laut, las er noch vor Dayo das Gemeinschaftshaus betrat.

Wie immer ließ er sich neben Dayos Platz nieder. Sein Geliebter begrüßte ihre Gäste und setzte sich dann ebenfalls. Essen und Getränke wurden verteilt, damit der Gastfreundschaft genüge getan war. Erst dann wandte Dayo sich an seine Gäste und fragte was in ihren Stämmen passiert war.

Als erstes berichtete Gitonga davon, dass das blaue leuchten wieder aufgetaucht war. Dieses mal sogar bedrohlich dicht an ihrem Kral. „Isla war unterwegs zur Wasserstelle und da hat es sie erwischt. Wir haben sie bis zum Dorf schreien hören und so wenig später apathisch und erblindet auf dem Boden gefunden.“

Zwar wussten sie, dass die Blindheit nicht lange anhielt, aber es war für niemanden angenehm auf einmal von völliger Dunkelheit umgeben zu sein und es lähmte den Stamm in gewisser Wise, denn alltägliche Dinge konnten von den Opfern nicht mehr erledigt werden. Ihre Aufgaben mussten mit übernommen werden, bis die Wirkung des blauen Lichtes wieder nachließ. Keiner wusste woher es kam, keiner wusste warum es kam. Und es erschien niemals am gleichen Ort zweimal. Das machte es so unberechenbar.

„Und bei uns ist das Lager in Brand geraten“, berichtete Simbal. Opane hatte nicht selbst kommen können, denn er wurde noch immer bei der Beseitigung der Schäden gebraucht. Simbal war sein Sohn und würde den Fürsten der Bame eines Tages beerben. „Es war Zufall, dass wir es relativ früh gemerkt haben, aber trotzdem ist eine menge an Getreide vernichtet worden. Von den Rauchschwaden über dem Dorf zu schweigen. Sie werden sich auch bald in die anderen Krale ausbreiten. Seid also darauf gefasst.“

Dayo nickte, dass er verstanden hatte und kam nun zum eigentlichen Thema, warum sie sich zusammen getroffen hatten. Die Bame hatten einen großen Teil ihres Getreidevorrates verloren und das konnte bedeuten, dass der Stamm nicht ausreichend mit Nahrung versorgt werden konnte. „Was können wir tun, um zu helfen?“, fragte er darum. Sie hatten zwar selber kein Getreide, aber es war möglich den Bame Milch und andere Milchprodukte zu liefern, die die Matumba produzierten.

„Wir werden teilen, auch wenn wir selbst nicht im Überfluss leben“, entgegnete Lutete. Sie war die Matriarchin der Oketa, einem weiteren Farmer-Clan. „Und wenn wir alle etwas dichter zusammen rücken, werden wir das überstehen. Wir können teilen was wir haben und müssen zusehen, dass wir vielleicht etwas mehr aus dem See entnehmen als üblich.

Simbal nickte, denn sein Clan waren nicht nur Handwerker sondern auch Fischer. Doch von Fisch allein konnten sie nicht leben, sie mussten ihn tauschen.

„Ja, das ist ein guter Vorschlag.“ Die Matumbas aßen gerne Fisch und wenn sie etwas mehr als sonst bekamen war das eine willkommene Abwechslung und die Bame kamen sich nicht so sehr als Bittsteller vor. „Wenn ihr Hilfe beim Fischen braucht, einige unserer jungen Männer werden euch dabei helfen.“

„Das ist ein großzügiges Angebot, danke“, entgegnete Lutete. Im Augenblick konnten sie jede hand brauchen, denn sie waren nicht nur damit beschäftigt, mehr fisch zu fangen, was schon genügend Geschick erforderte, sie mussten auch ich Lager neu aufbauen, retten, was zu retten war und weiter ihren Handwerken nachgehen, um die anderen Stämme mit dem Alltäglichen zu versorgen.

„Ich weiß, dass ihr uns in einer ähnlichen Situation ebenfalls helfen würdet.“ Dayo war stolz darauf, dass die Stämme sich mittlerweile unterstützen, wenn es notwendig war. Das war nicht immer so gewesen und es hatte lange gedauert, bis er alle Stämme überzeugt hatte. Erst als auch diese den Vorteil darin gesehen hatten, waren sie umgeschenkt. Aber so waren die Menschen eben, wer konnte es ihnen verdenken?

„Es hält sich das Gerücht über ein Attentat auf dich? Was hat es damit auf sich?“, wollte Simbal wissen, denn es interessierte ihn, ob auch der Clan der Matumba vom Schicksal verfolgt worden war.

„Es ist kein Gerücht. Es gab den Versuch eines Attentats. Dank der Geister konnten wir den Attentäter gefangen nehmen.“ Dayo sah kurz Katu an und sein Blick sagte, dass der Sato sich nicht einmischen sollte. Er traute ihm nämlich zu, dass er die anderen Stämme auf die Idee brachte, dass Shakwe getötet werden sollte. Doch Katu war loyal. Er war zwar nicht mit Dayo einer Meinung, doch er akzeptierte dessen Entscheidung und wagte es nicht, dessen Bild zu untergraben. Lieber beschäftigte er sich mit einer jungen Frau neben sich, die leise berichtete, wie das Feuer gewütet hatte. Sie musste endlich drüber reden, das konnte er spüren und so ermutigte er sie leise, während sich die Botschafter mit dem Fürsten unterhielten.

„Er lebt noch?“, fragte Simbal, der das nicht verstehen konnte.

„Ja, es war der ausdrückliche Wunsch der Geister, dass er nicht getötet werden soll.“ Dayo wusste, dass die anderen Stämme ebenfalls nicht gegen den direkten Wunsch der Geister gehandelt hätten. „Sie haben direkt zu mir gesprochen, darum muss es ihnen sehr wichtig gewesen sein.“

„Wo ist er?“, wollte Simbal wissen „und woher kam er? Aus welchem Stamm?“ Auch sie wussten, dass sie in einem abgeschlossenen System lebten. Oft schon hatten sie Expeditionen in weitere Teile ihrer Höhlen geschickt, doch sie waren nirgendwo auf andere Stämme gestoßen. Hatten sie nicht richtig geguckt? Bestand die Gefahr jetzt für alle?

„Woher er kommt wissen wir noch nicht. Er gehört zu keinem unserer Stämme. Wir sind dabei ihn zu befragen, aber noch haben wir nicht viel erfahren weil wir erst jetzt beginnen konnten. Er wurde schwer verletzt und erholt sich nur langsam.“ Dayo wollte nicht zu viel preis geben, aber seine freunde auch nicht belügen.

„Gut“ Simbal akzeptierte die Antwort denn er konnte sich gut vorstellen was mit jemandem passierte, der Dayo töten wollte und dabei Latif und Kwame in die Finger fiel. Die beiden waren nun einmal die besten der besten. In den letzten sieben Jahren hatten sie jeden Wettkampf für sich entschieden. Niemand der fünf Stämme wäre so dumm, sich mit den beiden anzulegen. Das allein sprach dafür, dass der Attentäter wirklich nicht von hier war. Doch woher kam er dann und war er allein? Liefen weitere herum, die ihre Lager entzündeten, um sie zu vertreiben? Nutzten sie das blaue Licht? „Wann wirst du ihn weiter befragen?“

„Sobald diese Besprechung beendet ist.“ Dayo lächelte leicht damit Simbal wusste, dass dies keine Aufforderung war zu gehen. „Er erholt sich langsam, aber er ist noch schwach, darum halte ich die Befragungen kurz, bis er sich etwas erholt hat.“

„Was hast du mit ihm vor, wenn die Befragung vorbei ist? Wird er unter und leben? Müssen wir auch in Sorge sein?“ Simbal hatte grundsätzlich als erstes das wohl seines Clans im Sinn.

„Ich kann es dir noch nicht sagen, was später mit ihm passieren wird, dass wird sich erst noch ergeben. Aber ich glaube, dass wir nicht befürchten müssen, dass noch mehr Attentate verübt werden. Ich werde ihn aber dazu befragen.“ Dayo konnte die Angst seines Freundes verstehen. Ihm ginge es wahrscheinlich nicht anders.

„Gut Dayo, ich nehme dich beim Wort und ich mache dich dafür verantwortlich, sollte von ihm doch eine Gefahr ausgehen, die einem der unseren oder der anderen Clans leib oder Leben kostet.“ Simbal wollte das noch einmal deutlich machen, aber es war keine Drohung.

Dayo nickte und damit war das Thema beendet. Sie besprachen noch, wie die Hilfen verteilt werden sollten und wie viele von den Matumbas beim Fischen helfen sollten. Danach verabschiedeten sich die Vertreter der anderen Stämme, denn sie wurden gebraucht.

„Die anderen also auch“, sagte Ismet der Schamane und strich sich nachdenklich den Bart glatt. Er bestand nur noch aus ein paar fusseln, denn Ismet war nicht mehr der jüngste. „Wenn das so weiter geht, wir der Druck auf dich wachsen, Dayo. Du wirst dich dann zwischen den geistern und deinen verbündeten entscheiden müssen – vielleicht ist das die Prüfung, die die Geister für dich geplant haben?“

„Red keinen Blödsinn“, knurrte Katu.

Er konnte den Schamanen nicht ausstehen. Schon oft hatte der seine Pläne durchkreuzt, wenn auch nie absichtlich. Dayo holte sich oft Rat bei dem älteren Mann, wenn es um Stammesbelange ging. Dayo zog Katu zu sich und umarmte ihn fest. „Wir werden das alles abwarten müssen. Im Moment wissen wir einfach noch zu wenig.“

„Ich weiß“, entgegnete katu etwas unterkühlt, küsste Dayo aber schnell damit der nicht glaubte, seine Laune würde von ihm her rühren. Denn so war es nicht. Es waren die äußeren Umstände, die ihn wütend machten und am allerwütendsten war er auf diese sogenannten Geister. Er glaubte nicht an sie, schon gar nicht, das sie den Menschen wohl gesonnen wären. Wie sonst sollte er verstehen, dass seinem Volk nichts gehörte? Keine Felder, keine Tiere - nein, die Geister waren für ihn nicht existent.

Diese Gedanken behielt er aber für sich, denn alle anderen Stämme glaubten an die Geister und wenn man einen Sündenbock brauchte, wurden schnell Kritiker zum Opfer. „Willst du wirklich gleich wieder runter ins Höllenloch?“, fragte er, denn das gefiel ihm gar nicht. „Du begibst dich in Gefahr, das weißt du.“

„Ja mein Schatz, das weiß ich. Aber ich habe sein Ehrenwort, dass er kein zweites mal versuchen wird mich zu töten“, versuchte dayo zu beschwichtigen doch an katus Blick merkte er schnell, dass ihm das nicht geglückt war. Zwar wiedersprach ihm sein Geliebter nicht vor den anderen, doch man erkannte an den glitzernden Augen, dass er ihn für naiv hielt zu glauben, ein Attentäter hätte eine Ehre. „pass auf dich auf“, sagte Katu stattdessen.

 

08 

„Latif, komm her.“ Laut hallte Kwames Ruf ins Höllenloch und schreckte den Krieger auf, denn sie wirkte leicht panisch. Daru sprang er auf und lief zur Winde. „Was ist los?“, reif er und kam zur Winde, wo sich Kwame schon runterlassen ließ. Ohne sich etwas anmerken zu lassen, beobachtete Shakwe sie und war neugierig, was passiert war. Seit er das erste mal mit Dayo geredet hatte, waren ein paar Tage vergangen und die hatten sie für Gespräche genutzt.

„Der Fürst wird nicht mehr wach. Der kleine Sato macht den ganzen Clan wild und Ismet kann auch nicht helfen. Guck dir das mal an.“ Auch Kwame wusste nicht weiter. Er blickte instinktiv auf Shakwe, der unter einem Dach lag und döste, doch er verwarf den Gedanken, dass der was damit zu tun haben könnte. Doch was sprach dagegen, dass er wusste, was passiert war?

„Was? Dayo ist was passiert?“ Genauso wie Kwame sah Latif zu Shakwe, der jetzt die Augen öffnete und sich aufsetzte. So wie es aussah, hatte ein anderer seinen Job übernommen. „Hat er eine Verletzung, wie einen Einstich?“, fragte er und ein Plan reifte in seinem Kopf. Aber noch hielt er sich bedeckt, denn er brauchte mehr Informationen.

„Weiß ich nicht“, sagte Kwame. „Auf so was haben wir nicht geachtet.“

„Hat er noch Atmung? Atmet er flach? Wie schnell schlägt das Herz? Reagieren die Pupillen?“ Shakwe erhob sich und kam ebenfalls zur Winde.

Kwame war sichtlich überfordert von den ganzen Fragen und zuckte nur mit den Schultern.

„Du weißt, was mit ihm sein könnte?“, mischte Latif sich ein und wandte sich an Shakwe, denn Kwame schien keine Antworten auf die Fragen zu haben. „Kann er sterben?“

„Ich weiß nicht genau. Zum einen habe ich keine Idee, wer da meinen Job zu Ende gebracht haben könnte, weil ich eigentlich allein arbeite. Zum anderen weiß ich deswegen auch nicht, was er verwendet hat. Wenn er das mittel genommen hat, was ich auch verwende, dann ist er nur für ein paar Wochen außer Gefecht. Aber ich habe in meiner höhle ein Gegenmittel. Allerdings muss ich vorher sicher sein, ob es auch wirklich das Zeug war. Mit Giften und Betäubungsmitteln ist nicht zu spaßen!“ shakwe redete eindringlich und machte sich ebenfalls sorgen. Er brauchte Dayo noch!

„Er wurde vergiftet und du könntest ihm helfen?“, fasste Latif zusammen. „Wo ist deine Höhle und wie komme ich dahin.“ Sie mussten etwas tun, denn je länger Dayo betäubt war, desto mehr Unruhe kam in den Stamm.

„Latif, ich weiß es nicht. Ich müsste ihn sehen und untersuchen, um etwas sagen zu können und meine Höhle liegt im See. Ohne mich kommt dort niemand rein“, erklärte Shakwe der ahnte, was Latif vorhatte. Doch so hatten sie nicht gewettet. Seine Hilfe bekam man nicht ohne entgegen kommen und das entgegenkomme war seine Freiheit. Er hatte das Loch hier satt und er hatte noch eine Revolution vor sich. Er vergeudete hier unten nur wertvolle Zeit.

„Du willst ihn dort hin bringen?“ Latif biss sich auf die Lippe, denn er musste überlegen, was sie jetzt machten. „Kwame, wer weiß alles, dass Dayo bewusstlos ist?“ Er musste mehr wissen, um einen Plan zu entwickeln.

„Katu und der heiler und wir. Bisher noch keiner weiter, weil wir den Clan nicht beunruhigen wollten. Warum?“ Kwame hatte nicht alles mitbekommen was da unten gesprochen wurde, denn shakwe sprach ziemlich leise. So blickte er misstrauisch nach unten. Was wusste der Fremde?

„Gut, sorg dafür, dass es so bleibt und untersuche Dayo nach dem Einstich, dann komm wieder her.“ Latif bedeutete seinem Freund, dass er erst einmal gehen sollte und wandte sich nach einem kräftigen Fluch an Shakwe. „Wie hast du dir das gedacht?“, fragte er seinen Gefangenen.

„Wie habe ich mir was gedacht?“, fragte der zurück, denn so wie Latif ihn ansah. Konnte er dessen Intention nicht deuten.

„Du hast gesagt, dass du Dayo in deiner Höhle helfen kannst. Wie kommen wir das hin? ich brauche mehr Informationen um entscheiden zu können, was wir machen. Dayo muss wieder gesund werden und das schnell.“

Shakwe hob die brauen, doch was hatte er erwartet? Dass man ihn allein ziehen ließ und nur darauf vertraute, dass er mit dem Gegenmittel wiederkam? Wohl kaum. So holte er Luft und überlebte. „Wir werden eine weile unterwegs sein. Wir werden ihn also tragen müssen. Entlang am Ufer des Sees. Es sei denn ihr habt boote, dann ging es schneller die stelle zu erreichen, wo meine Höhle liegt.“

„Hm.“ Latif überlegte. „Ich kann Dayo tragen, das ist nicht das Problem. Du bist noch angeschlagen. Am Ufer haben wir ein Boot, dass wir nehmen können. Es wird kaum gebraucht, da fällt es nicht so auf, dass es weg ist. Wie geht es weiter, wenn wir bei deiner Höhle sind?“

„Ich werde euch beide als erstes in einen anderen Teil der Höhle bringen, dann das mittel holen und zu euch kommen. Sobald Dayo wieder bei Bewusstsein ist, wird er keine weiteren Schäden zurück behalten. Das sollte ziemlich schnell gehen und ich wird euch einiges erklären müssen.“ Shakwe hatte eigentlich nicht vor, die matumba so schnell auf den Boden der Tatsachen zu stellen doch es ging nicht anders. Wenn sie die Technik in seinen Höhlen sahen, würden sie fragen stellen und er musste dafür sorgen, dass die beiden in einer Höhle warteten, die die gottgleichen nicht überwachen konnten.

„Ja sicher, sobald du frei bist, kommst du auch sicher zurück, um Dayo zu heilen.“ Latifs Stimme klang ziemlich sarkastisch, denn er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass dieser Schlangenmensch sein Wort hielt. Sicher Dayo würde ihm widersprechen, aber der Krieger war nicht so überzeugt wie sein Anführer.

„Dann halt nicht.“ Shakwe zuckte die schultern und wandte sich ab. Sollten sie doch 4 Wochen warten, dann war der Clanfürst wieder wie neu und ausgeruht. Der Nyokar ging zurück zu seinem Unterschlupf und legte sich auf das trockne Gras. Im Augenblick saß er am längeren Hebel und wenn sie etwas von ihm haben wollten, mussten sie ihm auch etwas geben – so einfach.

Knurrend sah Latif ihm hinterher. Er wusste selber, dass er wohl Kompromisse schließen musste. „Wir brauchen eine Lösung mit der wir beide leben können. Ich muss sicher gehen, dass Dayo wieder gesund wird und du bist meine beste Option dafür. Dich dafür gehen zu lassen und nicht zu wissen, ob du wieder kommst, ist zu unsicher. Was habe wir noch für Möglichkeiten?“

„Keine“, sagte Shakwe lapidar, denn so war es nun einmal. Er verschränkte die Arme hinter dem Kopf, auch wenn die wunde in seiner Seite dabei noch etwas zog. Doch es war erträglich. „So lange du nicht weißt, was eine Iris ist und wie man damit in meine höhle rein kommt, wird das wohl ohne mich nichts. Und so lange ihr euch an eure Geister klammert und nicht einseht, dass es nur ein paar lumpige Menschen sind, die um euer Schicksal würfeln, solange wird es keinen Sinn machen euch zu erklären, warum ihr vielleicht besser nicht direkt in meiner Höhle auftauchen solltet.“ Shakwe sah Latif fest ins Gesicht.

Im Gesicht des Kriegers arbeitete es sichtbar, aber schließlich senkte Latif den Blick und seufzte. „Gut, wir machen es so, wie du es für richtig hältst, aber glaube mir, wenn du uns reinlegst, dann werde ich dich jagen, bis ich dich zur Strecke gebracht habe.“ Das war Shakwe gesagt hatte, hatte ihn verwirrt und er konnte mit dem, was er über die Geister gesagt hatte, nichts anfangen.

„Mach nicht den Fehler und unterschätze mich, nur weil ihr mich einmal überwältigt habt. Dieser Fehler wird mir kein zweites mal unterlaufen“, sagte shakwe und meinte das nicht überheblich sondern ehrlich. Sollte es eines Tages darauf ankommen sein leben und seine Freiheit verteidigen zu müssen, dann würde er nicht zurück schrecken. Eine zweite Gefangenschaft würde er sich nicht antun. Er wurde ja jetzt schon verrückt.

„Aber wir werden das durchziehen und wir sollten uns beeilen, je eher Dayo wieder auf den Beinen ist um so besser für eueren Clan.“ Der Nyokar erhob sich wieder.

„Ich unterschätze dich bestimmt nicht, aber das ist gerade nicht unser Problem. Ich würde sagen, wir warten bis zur Dunkelheit, um Dayo weg zu bringen. Wenn wir ihn jetzt durch das Dorf tragen, dann gibt es Aufruhr.“ Zwar mussten sie so noch ein paar Stunden warten, aber so konnten sie unbemerkt aus dem Dorf kommen.

„Japp. Passt bloß auf, dass euch der Blasse nicht in die Quere kommt. Der hat es drauf und latscht uns hinterher. Dann kann ich auch gleich ein Schild schreiben: zu Shakwes Höhle hier entlang“, entgegnete der Nyokar und griff sich einen Teigfladen. Nachher brauchte er Kraft. Sie durften nicht scheitern. Außerdem sollte er sich Gedanken darüber machen, wie er den Matumba das Problem mit den falschen Geistern erklärte, ohne dass sie ihn für verrückt erklärten.

„Darum wird sich Ismet kümmern. Kwame und ich werden dich und Dayo begleiten.“ Latif würde darüber nicht diskutieren, denn er traute Shakwe nicht und vielleicht mussten sie Dayos Leben verteidigen. „Wo willst du uns hinbringen?“, fragte er noch. Nicht dass ihm das etwas nutzen würde, aber so ganz ohne Informationen wollte er nicht loslaufen.

„Ich hatte dir eben schon mal gesagt, dass wir erst zum See müssen und dann in der nähe meiner höhle werdet ihr auf mich warten müssen. Ich habe dort ein paar verstecke, die keiner kennt. Ich hole das Gegenmittel und treffe euch dann dort. Auch wenn du mir nicht über den weg traust wirst du mir für diese Minuten vertrauen müssen, denn wenn die falschen Leute wissen, dass ich mit euch gemeinsame Sache mache, haben wir alle ein Problem.“ Shakwe erhob sich wieder. Er fühlte sich seinem Ziel ein ganzes Stück näher

„Du hast recht, ich traue dir nicht, aber ich habe keine andere Wahl. Du scheinst der einzige zu sein, der Dayo helfen kann und das ist alles was zählt. Was weiter wird, darüber wird Dayo entscheiden, wenn er wieder wach ist.“ Latif stand auf und sah Shakwe an. „Ich werde ins Dorf gehen, um einiges vorzubereiten. Wenn es Zeit ist, werde ich dich holen.“

„Mach was du für richtig hältst, ich werde hier sein, wenn du wiederkommst.“ Shakwe grinste, denn wo sollte er auch hingehen? Die wachen sollten sich nur nicht zu viel zeit lassen denn der Gedanke, aus diesem Loch hier endlich wieder heraus zu kommen, machte Shakwe hibbelig und es fiel ihm schwer, das souverän zu verbergen.

Latif ging als erstes zu Ismet, um mit dem Schamanen zu besprechen, was sie vor hatten und dass er Katu ablenken sollte, damit sie unbehelligt das Dorf verlassen konnten. Als nächstes informierte er Kwame über den Plan und sie legten fest, was sie alles mitnahmen. Es war gar nicht so leicht, das alles zu organisieren, ohne das jemand etwas mitbekam.

Doch weil auch ohne den Fürsten das leben im Clan weitergehen musste, nutzten sie die zeit in der die meisten Frauen und Männer oben in den Kuppeln waren und ihrer Arbeit nachgingen, um etwas Proviant und ihre Waffen zu greifen. Doch erst als Ismet Katu aus Dayos Nähe gelockt hatten, konnten sie auch den Clanfürsten an sich bringen. In ein Tuch gehüllt trug Latif ihn auf dem rücken, während Kwame ihnen den weg frei hielt und den rücken sicherte. Sie eilten aus dem Dorf.

Sie eilten zum Höllenloch und Kwame holte Shakwe herauf. „Geh vor, wir folgen dir“, wies Latif den Nyokar an. Sie sollten möglichst schnell dorthin kommen, wo sie sicher vor Entdeckung waren. Zwar konnte er Dayo eine ganze Weile tragen, aber das wollte er lieber vermeiden, denn sehr bequem war es für ihren Anführer nicht.

„Wie der Herr wünschen“, murmelte Shakwe und lief los. Doch um kein misstrauen zu sähen, ging er nur wenige schritte vor den beiden Kriegern. Er wollte ja nicht gleich am Anfang ihrer Reise Ärger herauf beschwören.

Schon nach ein paar schritten hatten sie die grenzen des Dorfes erreicht. Versprengte Felsen boten ihnen Sichtschutz und so wurden sie etwas langsamer um in ein Tempo zu verfallen, was sie länger durchhalten konnten. Bis zum See waren sie bestimmt eine stunde unterwegs und dann mussten sie das Boot finden.

Hoffentlich war das Boot auch da, wo es sein sollte. Immer wieder die natürliche Deckung ausnutzend liefen sie durch die dunkle Höhle. Das Licht war fast erloschen, und so kamen sie langsamer voran als ihnen lieb war.

„Da“, rief Kwame plötzlich. Er hatte das Boot als erster entdeckt, dass abseits des Strandes unter Strohgarben verborgen lag. Und so beeilten sie sich, es zu erreichen. Kwame machte es bereit, während Latif den Clanfürsten auf den Boden des Bootes legte.

Shakwe sah sich das schmale Boot an. „Ich schwimme neben euch her, das wird sonst zu eng und aus versehen tritt noch einer den Fürsten.“

„Bist du dafür schon wieder fit genug?“ Latif machte sich Sorgen. Shakwe war noch immer verletzt und wenn ihm etwas auf dem See passierte, war ihre Chance auf Dayos Rettung dahin.

„Es geht nicht anders, das Boot ist nicht groß genug für den vergifteten Dayo und uns drei. Also versucht mich nicht zu überfahren und achtet darauf, wo ich lang schwimme. Wir müssen da drüben zu den drei Felsen die neben dem großen stehen – zur Orientierung“, erklärte der Nyokar und war schon bis zur Hüfte im Wasser.

Latif nickte und schob das Boot neben Shakwe ins Wasser. „Bleib beim Boot. Wenn du Schwierigkeiten hast, wechseln wir.“ Er nickte dem Nyokar noch einmal zu, dann griff er sich das Paddel und stieg ins Boot. Jetzt konnten sie nicht mehr zurück.

Immer wieder gab Shakwe mit einer Hand Zeichen, wenn Latif steuern musste, weil die Strömung im See sie abtrieb. Doch sie kamen gut voran. Der Nyokar merkte zwar, dass er noch nicht wieder der alte war, doch er kam gut voran. „Zwischen den ersten beiden Steinen ist eine schmale durchfahrt. Wir müssen sehen ob wir da durch kommen – ist nicht lang. Vielleicht drei Schritte. Dahinter ist eines meiner verstecke. Dort wartet ihr dann auf mich.“ Shakwe hielt genau auf die stelle zu.

Latif gab Zeichen, dass er verstanden hatte und steuerte das Boot hinter Shakwe. An der Durchfahrt wurde es noch einmal heikel, denn sie hatten nur wenig Platz zu den Felsen und eine Welle hätte das Boot beinahe zum kentern gebracht. Aber sie konnten es wieder stabilisieren und sicher an Land ziehen.

 

„Folgt mir“, sagte Shakwe, als Kwame den immer noch bewusstlosen Dayo geschultert hatte. „Es ist etwas eng, aber gut passierbar.“ Vom See fiel nur noch wenig Licht in die Höhle und so ging Shakwe langsam, damit seine Begleiter ihm folgen konnte. An einer augenscheinlichen Sackgasse angekommen, ließ er seine Finger über die Unebenheiten gleiten und drückte auf ein paar künstlich eingelassene Steinchen, die die Tür öffneten. Plötzlich strahlte ihnen Licht entgegen und während die Matumba zurück zuckten, weil sie sich das nicht erklären konnten, ging shakwe weiter. „Kommt schon, die Tür bleibt nicht ewig offen!“

09 

„Was ist das?“, fragte Latif. Er versuchte sich seine Furcht nicht anmerken zu lassen, als er in den Raum trat. Seine Augen huschten hin und her, weil er nach Gefahren suchte und sein Körper war angespannt und kampfbereit, genauso wie sein Freund. „Wo sind wir und warum ist das so hell?“

„Das sind ein paar der Dinge, die ihr nicht kennt, weil eure Welt bisher gut ohne ausgekommen ist. Im Endeffekt ist das hier nichts anderes, als das was der See macht. Er leuchtet und spendet euch Licht. Das Licht kann man aber auch anders erzeugen.“ Dabei deutete Shakwe auf die kleinen Leuchteinheiten. „Setzt euch, ich hole das Mittel. Ihr könnt euch umsehen, aber bitte fasst vorerst nichts an. Wenn ich wieder da bin und Dayo wach ist, erkläre ich euch alles, was ihr wissen wollt. Okay?“

Latif nickte, auch wenn er sich in diesem Raum unwohl fühlte. Er legte Dayo auf eine Decke, die Kwame ausgebreitet hatte, auf den Boden und sah Shakwe zu, wie er den Raum verließ. Er zuckte ein wenig, als die Tür sich wieder mit einem leisen Zischen schloss. „Bei den Geistern, wo sind wir hier?“, murmelte er leise und sah sich um.

„Wahrscheinlich genau da“, murmelte Kwame und schloss kurz die Augen. Er hatte das ungute Gefühl, dass mit dem heutigen Tag eine Veränderung vor sich gehen würde und morgen sah die Welt anders aus.

Er konnte nicht sagen warum – es war einfach nur ein verdammt ungutes Gefühl.

Derweil machte sich Shakwe auf zu seiner Haupthöhle. Nicht eine Sekunde hatte er daran gedacht, die Matumba im Stich zu lassen. Zum einen hatte er Dayo sein Ehrenwort gegeben und zum anderen brauchte er diesen Mann und seinen Clan für seine eigenen Ziele. Ein Geben und Nehmen.

Er huschte in die Höhle und ließ das Licht ausgeschaltet. Zwar konnte man ihn auch über die Wärmesensoren aufspüren, aber die waren nicht ständig eingeschaltet und er konnte auch in der Dunkelheit genug erkennen, um das Gegengift zu finden. Mit wenigen Schritten war er am Schrank und griff sich die kleine Ampulle. Doch dann griff er noch einmal zu, denn er wusste nicht, ob er noch einmal zurückkommen konnte oder ob die Gottgleichen nicht seine Kammern fluten würden, wenn sie den Betrug erst einmal bemerkten. Er griff sich also ein paar seiner Gifte und die Gegenmittel und machte, dass er weg kam. Ein letzter Blick zurück. Dann verschwand er aus der Tür und tauchte zurück in den See, um seine unwissenden Komplizen wieder aufzusuchen.

Es dauerte nur wenige Minuten, bis er wieder an seinem Unterschlupf ankam und er musste grinsen, als Latif und Kwame mit ihren Messern in der Hand zu ihm herumwirbelten, als die Tür sich öffnete. „Ganz ruhig. Ihr wollt doch, dass Dayo wieder wach wird.“

„Shakwe!“ Man merkte Latif die Erleichterung an und so trat er beiseite. Ehrlich gesagt, hatte er nicht damit gerechnet, dass der Fremde zurückkam, doch er musste zugeben, dass er froh war.

„Ja, ich bin wieder da“, erklärte der Nyokar wertfrei und legte die Ampullen ab. Einen Teil verfrachtete er in ein Kühlfach, ein paar ins Regal und eine behielt er in der Hand und kam zu Dayo. Er zog eine Spritze auf und injizierte Dayo das Gegenmittel. „Es dauert ein paar Augeblicke. Der Kreislauf muss erst wieder hoch kommen.“

Latif und Kwame hatten ihn nicht aus den Augen gelassen und es war ihnen schwer gefallen, nicht einzugreifen, als Shakwe die Nadel in Dayos Arm gestochen hatte. Kwame hockte neben seinem Anführer und achtete auf jede Regung. Er war ziemlich erleichtert, als Dayo erste Regungen zeigte. Ab und zu zuckte ein Muskel und die Atmung beschleunigte sich.

„Wird schon!“, sagte Shakwe und erhob sich. Jetzt war er sich sicher, dass er das richtige Gegenmittel genommen hatte und ließ sich auf eine der Sitzgelegenheiten fallen. Er streckte sich lang aus und gähnte. Es wurde wirklich Zeit, dass er wieder mehr trainierte. Und er schloss kurz die Augen, blieb aber aufmerksam. Seine anderen Sinne fuhren allmählich hoch, die Ohren ebenso wie sein Sinn für Vibrationen und Temperatur.

Er wusste also, dass sich die Körpertemperatur des Bewusstlosen langsam aber stetig erhöhte. Noch ein paar Minuten und Dayo war wieder wach. Er war schon gespannt, wie der Anführer der Matumba auf die für ihn fremde Umgebung reagierte, wenn er das Bewusstsein wieder erlangte.

„Was hast du ihm da eigentlich gespritzt?“, wollte Latif wissen. Er konnte nicht begreifen, dass ein bisschen grüne Flüssigkeit reichte, um einen Mann, den nichts hatte wecken können, wieder wach zu bekommen. Das grenzte doch an Zauberei! Nicht einmal ihr Schamane hatte etwas ausrichten können. „Bist du einer von ihnen? Bist du ein Geist? Sollst du uns prüfen?“

Leicht verärgert, weil er mit den Gottgleichen im gleichen Topf gelandet war, öffnete Shakwe wieder die Augen und sah Latif an. „Nein, ich bin keiner von denen, die ihr Geister nennt. Aber sie sind keine Geister, sie sind nur weiter entwickelt und nutzen es aus, dass ihr vieles noch nicht wisst. Zum Beispiel die Sache mit dem Gegenmittel. Das ist nicht schwer zu verstehen, wenn man weiß wie es geht.“ Und so setzte er sich auf und erklärte grob, wie das Gift gewirkt hatte, und was das Gegengift bewirkte.

Es fiel Latif schwer zu glauben, was er zu sehen bekam, aber es musste wohl stimmen, denn langsam erlangte Dayo das Bewusstsein wieder. Man sah ihm seine Erschütterung und auch seine Unsicherheit an. Ihr ganzes Leben war eine Lüge gewesen. „Die Geister gibt es gar nicht?“, fragte er darum noch einmal nach.

„Das, was ihr Geister nennt, sind keine übersinnlichen Wesen. Sie leben in einer Kuppel unter dem See, dort wo es leuchtet. Sie beobachten euch die ganze Zeit und überlegen sich, wie sie euren Alltag aus dem Gleichgewicht bringen können. Sie schicken euch Seuchen, sie vernichten die Ernte, sie entführen oder betäuben euch, so wie Dayo. Und alles nur, weil sie sehen wollen, wir ihr damit umgeht.“ Shakwe redete leise und versuchte seine Stimme neutral zu halten.

„Alle Katastrophen waren also keine Unfälle oder natürlichen Ursprungs.“ Er konnte sich vorstellen, was in den Männern vorging, darum wählte er seine Worte sorgfältig. „Was erzählst du da?“, unterbrach ihn eine kratzige Stimme und er setzte sich auf. Dayo war wach und hatte wohl einen Teil seiner Worte mitbekommen.

„Komm erst mal wieder richtig zu dir, dann erkläre ich euch alles, was ihr wissen wollt“, sagte Shakwe und ging zu einer Nische in der frisches Quellwasser aus einer Öffnung im Fels in ein Becken plätscherte. Er griff sich einen Becher und füllte ihn, griff sich dann für seine anderen Gäste auch noch welche und kam mit frischem Wasser wieder. „Trink das, du bist ausgetrocknet“, sagte der Nyokar und beobachtete Dayo. Er war noch benommen, aber wohlauf.

Er guckte misstrauisch auf den Becher und Shakwe verdrehte die Augen. „Ist nur frisches Wasser“, seufzte er und nahm selber einen Schluck aus seinem Becher. Dayo ließ sich von Latif helfen, sich aufzusetzen und trank durstig. „Was ist überhaupt passiert und wo sind wir?“, fragte er erst einmal, was ihn am meisten interessierte.

Etwas lapidar erklärte Shakwe: „Willkommen in meinem beschaulichen Heim!“ Dabei breitete er die Arme aus und grinste. „Wie es aussieht, hat jemand anderes meinen Job zu Ende gebracht. Es war aber nur ein Serum, was dich außer Gefecht gesetzt hat und mit dem richtigen Mittelchen“ – dabei deutete Shakwe auf die leere Ampulle am Boden – „haben wir dich wieder geweckt.“ Kurz zusammengefasst stimmte das schon.

„Du hast mich gerettet? Warum?“ Dayo war ein wenig überrascht und das sah man ihm auch an. Zwar hatte er Shakwe bei ihren Gesprächen besser kennen gelernt, aber damit hätte er nicht gerechnet. Er hätte fliehen können, es aber nicht getan, und das verstand er nicht.

„Zum einen habe ich dir mein Wort gegeben, dich nicht zu töten und wenn jemand meinen Job zu Ende bringt, muss ich es auch ungeschehen machen“, bog Shakwe die Wahrheit ein wenig, doch mit dem zweiten Grund hielt er nicht hinter dem Berg. „Zum anderen bist du für meinen Plan wichtig. Ihr seid zu intelligent, als dass ich noch lange zusehen möchte, wie ein paar lumpige Menschen euch vorgaukeln, die Geister würden euch Strafen auferlegen. Das stimmt nicht. Es sind Menschen, die eure Lager abfackeln und euer Vieh krank machen, die euch mit dem blauen Licht blind machen oder euch entführen. Das muss aufhören!“

„Die Geister soll es nicht geben?“ Dayo war sichtbar entsetzt und er wollte es nicht glauben. Das brachte seine ganze Welt durcheinander, aber etwas, was Shakwe vorher gesagt hatte, ließ ihn aufhorchen und überrascht nach Luft schnappen. „Du hast das alles gemacht, oder?“ Es war der Job des Nyokar ihn zu töten, also war es nur logisch, dass er auch die anderen Katastrophen verursacht hatte.

„Japp“ Shakwe nickte. „Es war mein Job, deren Proben, die sie euch stellen wollten, auszuführen. Sie wollten wissen, was passiert, wenn ihr weniger Nahrung habt, wenn ihr mit anderen in Interaktion treten müsst oder was passiert, wenn welche von euch verloren gehen. Dass du den Tipp bekommen hast, dass ich dich töten werde, war nur, weil einer der Menschen nicht verlieren wollte. Es war ihm egal, ob du lebst oder nicht, er wollte nur nicht, dass sein Stamm, die Matumba, verliert. Es war ein Spiel.“ Shakwe ahnte, wie das auf die drei Krieger wirken musste und er konnte verstehen, dass diese drei ihn feindselig anblickten, doch es musste sein. Das konnte so nicht weiter gehen.

Dayo war vollkommen erschüttert. Es war schon was anderes, etwas nur zu vermuten und es dann bestätigt zu bekommen. „Ein Spiel? Unser Leben soll ein Spiel sein?“ Seine Stimme wurde immer lauter. „Das kann doch gar nicht sein. Was sollen das für Menschen sein, die so etwas tun?“

„Sie nennen sich Verhaltensforscher“, erklärte Shakwe weiter. Er wollte, dass seine Mitstreiter über alles Bescheid wussten, denn sie mussten am Ende die Entscheidung treffen, wie es weiter ging. „Das bedeutet, sie setzen euch einer Situation aus und gucken, was passiert. An deinem Beispiel, Dayo, war geplant, den Clan der Matumba kopflos zu machen und zu sehen, ob er zerfällt oder ob sich ein anderer an deine Stelle schwingt und wie lange das dauert.“ Das war nicht gelogen, genau das war das Ziel gewesen. „Außerdem wärst du nicht gestorben, sondern wie jetzt auch in eine Art tiefen Schlaf gefallen.“

„Das ist unmenschlich“, rief Latif und sprang auf. Feindselig sah er Shakwe an, aber er hielt sich zurück und griff den Nyokar nicht an. Er hatte dessen Warnung nicht vergessen. „Woher sollen wir wissen, dass deine Gefangennahme nicht auch nur ein Teil dieses Spiels war. Du solltest uns hierher locken. Ohne Dayo wird der Stamm hilflos sein und sie haben ihr Ziel erreicht.“

„Hock dich wieder hin – sonst!“ Drohend ließ Shakwe die Giftzähne aufblitzen. Zwar hatte er mit Misstrauen gerechnet, doch er konnte es im Augenblick eigentlich nicht gebrauchen. „Dass du mir nicht über den Weg traust, ist dein gutes Recht und ich kann auch nichts dagegen tun, denn egal was ich tue oder sage, du wirst es grundlegend gegen mich auslegen. Deswegen will ich nur eines von euch wissen – wie wollt ihr weiter machen?“ Dabei ließ er Latif stehen und sah Dayo an. Der traf die Entscheidungen.

„Das weiß ich noch nicht. Ich brauche mehr Informationen, um eine Entscheidung zu treffen.“ Dayo brauchte auch noch Zeit, um das, was er gehört hatte, zu verarbeiten. „Du hast gesagt, dass du uns für deine Pläne brauchst. Was hast du vor und welche Rolle sollen wir dabei spielen?“

„Okay, das wichtigste zuerst, hm?“ Shakwe grinste und leerte seinen Becher. Ging aber noch einmal, um ihn zu füllen. „Also, aktuell sind nur drei von ihnen hier in den Höhlen. Sie leben unter dem See, dort wo das Licht her kommt, das eure Höhle erhellt. Mein Ziel ist es, sie zu vertreiben, die Versuchsanlage zu zerstören und somit zu verhindern, dass neue kommen. Dann sollte endlich Ruhe sein und wir – also ihr – müsstet nicht mehr in ständiger Angst leben, was die Spinner sich als nächstes einfallen lassen.“

„Und was ist mit dir? Wir sollen diese Forscher vertreiben und dann kannst du schalten und walten, wie du willst, oder was?“, schnaubte Latif, der immer noch nicht glauben konnte, dass Shakwe sie nicht betrügen würde. Er wurde aber von Dayo mit einer Handbewegung zum Schweigen gebracht. „Latif, lass Shakwe doch erst einmal erklären, wie er sich das gedacht hat, aber in einem stimme ich dir zu. Was ist mit dir, wenn diese Anlage zerstört ist?“ Er sah den Nyokar fest an, weil er jede Regung erkennen wollte.

„Jungs, glaubt was ihr wollt. Aber alles, was ich will, ist meine Ruhe. Ich will ein bisschen trainieren, ein bisschen mit meinen Giften spielen und vielleicht werde ich die Höhlen auch verlassen. Ich weiß es noch nicht. Ich weiß nur, wenn ihr mich hier nicht haben wollt, kann ich mich auch verpissen“, erklärte er und machte gar keinen Hehl daraus, dass er Latif seine ständigen Sticheleien übel nahm. „Außerdem müssen wir erst mal eure Welt befreien, ehe wir überlegen, was ich für eine Rolle spielen werde“, erklärte er gezielt an den Krieger verächtlich.

„Du kannst diese Höhlen verlassen? Das ist doch nicht möglich, da draußen stirbt man, wenn man zu lange draußen bleibt.“ Dayo sah Shakwe perplex an. Seine Vorfahren hatten es versucht, aber alle waren nach kurzer Zeit unter großen Qualen gestorben. Es hatte lange gedauert, bis sie herausgefunden hatten, wie lange sie es aushielten, ohne zu sterben.

„Das muss jetzt euer Problem nicht sein“, erklärte Shakwe. Den Matumba jetzt noch zu erklären, wie das mit den Tunneln, den Schnellbahnen und den Kuppeln an der Oberfläche überall auf der Welt war, würde zum einen zu weit führen und zum anderen die Welt des kleinen Biotops in den Cango Caves zerstören. Ihr Augenmerk sollte vor allem darauf liegen, endlich ihre Ruhe zu haben – nicht mehr und nicht weniger.

„Okay, lassen wir das erst einmal.“ Dayo merkte sehr wohl, dass Shakwe darüber jetzt nicht reden wollte, aber so wie ihr ehemaliger Gefangener sagte, war das jetzt das kleinste Problem. „Wie stellst du dir vor, wie wir vorgehen sollen. Es scheint, dass du schon einen genauen Plan hast, wie wir dieses Labor zerstören können.“

Der Nyokar nickte, endlich mal einer, der die richtigen Fragen stellte. „Aktuell sind nur drei Leute auf der Station. Alle drei keine erfahrenen Kämpfer sondern nur Forscher. Wenn wir sie überwältigen können, sollten wir sie in eine der Rettungskapseln packen und verschwinden lassen – anschließend wird die Anlage geflutet. Das dürfte andere davon abhalten, zurück zu kommen.“ Zumindest hoffte Shakwe das, denn es gab reichlich von solchen Bondereinheiten und es war zu viel Aufwand, die Anlage noch einmal in Gang zu setzen und die Forschung hier war auch nicht wichtig genug.

Dayo nickte und sah seine Freunde an. Er wollte das nicht ganz alleine entscheiden, denn sie alle konnten verletzt oder getötet werden. „Was haltet ihr davon?“, fragte er. Kwame hatte bisher noch gar nichts gesagt, aber das war nicht ungewöhnlich. Der große Krieger redete wenig. „Was er sagt, klingt logisch und auch machbar. Bisher hat er alle unserer Fragen ehrlich beantwortet und er hätte dir nicht helfen müssen.“

„Vielleicht war das aber auch nur...“ begann Latif, wurde von Shakwe aber weiter geführt. „Alles die Vorbereitung für eine Falle. Ich weiß, Latif, und ich habe schon einmal gesagt, ich kann dir nichts in die Hand geben außer mein Versprechen und die Aussicht auf eure Freiheit.“ Shakwe lief in der Höhle auf und ab, strich mit den Fingern über die glatten Wände und zog sich kurz an einer Spalte hoch, nur um zu wissen, ob er es noch konnte. Dann nickte er. Langsam kamen die Kräfte zurück.

„Latif, ich weiß, dass es nie verkehrt ist, misstrauisch zu sein, aber nur einmal angenommen, er sagt die Wahrheit, dann müssen wir diese Forscher loswerden. Allein der Gedanke, dass sie unser Leben nur zu ihrem Vergnügen manipulieren, macht mich wütend und wir sollten etwas dagegen tun.“ Dayo konnte seinen Freund verstehen, aber sie mussten dieses Risiko eingehen, und Shakwe vertrauen.

„Aber sobald ich merke, dass er uns bescheißt, durchbohre ich ihm das Herz“, erklärte Latif und Shakwe verzog das Gesicht. Ihm war klar, dass der große Krieger das völlig ernst meinte. Und auch wenn er wusste, dass er schnell und kräftig genug war, dies zu verhindern, hatte er den Kerl nicht gern in seinem Rücken.

„Okay, nachdem wir das auch geklärt hätten, würde ich vorschlagen, ihr guckt euch den Gegner mal an.“ Dafür drückte Shakwe ein paar Knöpfe und eine Wand fuhr beiseite. Was die Gottgleichen nicht wussten: genauso wie sie ihn konnte auch er sie beobachten. Hinter der nur einseitig durchsichtigen Scheibe, die sich zeigte, lag das Labor.

Dayo ließ sich aufhelfen und kam zur Scheibe. Ungläubig sah er in den großen Raum, der mit allen möglichen, für ihn unbekannten Dingen vollgestopft war. „Das sind sie?“, fragte er und deutete auf die drei Menschen, die vor Apparaten saßen und für ihn unbekannte Dinge taten. Das war so unwirklich, aber er musste es wohl glauben.

„Ja, das sind sie. Und seit ich euer Gefangener war, haben sie sich einen neuen Handlanger zugelegt. Es wird nicht aufhören, nur weil ihr mich aus dem Verkehr gezogen habt. Sie werden weiter machen.“ Shakwe blickte auf Intulo, dem er den ganzen Ärger zu verdanken hatte. Es würde ihm eine Genugtuung sein, dem Mistkerl die Zähne in den Hals zu treiben – doch wenn möglich wollte er kein Leben fordern. Sie sollten nur verschwinden und die Clans endlich in Ruhe lassen – mehr wollte er nicht.

„Ist der neue Attentäter, so ein Wes..., so ein Mensch wie du?“ So langsam machte sich Wut in Dayo breit. Was glaubten diese Menschen, mit ihnen spielen zu dürfen? Für ihn war es keine Frage mehr, dass sie diese Forscher vertreiben mussten. Nur mussten sie vorher alle Risiken kennen.

„Dayo, ich weiß es nicht. Ich habe ihn noch nicht gesehen und seit sie mich ersetzt haben, hatte ich keinen Kontakt mehr mit ihnen. Aber es wird egal sein, weil er wie ich nur agieren wird, wenn er einen Auftrag hat. Doch wenn sie weg sind, wird er keine mehr bekommen und ihr müsst euch keine Gedanken machen. Wir haben kein eigenes Interesse daran, euch zu schaden.“ Shakwe starrte ebenfalls nach unten in das Labor und prägte sich die Türen und die Engstellen genau ein.

„Er wird sich also nicht einmischen, wenn wir ihn nicht direkt angreifen?“ Das waren schon einmal bessere Aussichten. „Worauf müssen wir achten. Was haben sie zu ihrer Verteidigung? Du übernimmst die Führung, da du dich auskennst.“ Dayo hatte sich entschieden und reihte sich ein. Ein Gerangel über die Führung konnten sie sich nicht leisten.

„Sie haben nichts zu ihrer Verteidigung“, sagte Shakwe leise und starrte immer noch nach unten. „Sie werden versuchen, euch zu schlagen, euch zu schubsen, euch zu treten – vielleicht greifen sie auch irgendetwas, um damit zu werfen. Erwartet nicht, dass sie logisch wie Krieger vorgehen, erwartet dumme Angriffe. Am besten überrumpeln wir sie und ringen sie zu Boden. Nehmt euch von drüben einen Strick weg.“ Er deutete auf eine Halterung an der Wand. „Gefesselt haben wir gar nichts mehr zu befürchten.“

„Wir sollten trotzdem vorsichtig sein. Ein ungezielter Schlag, der gut trifft, kann ebenfalls töten?“ Kwame holte die Stricke und überprüfte die Festigkeit. „Das ist wohl wahr.“ Sie hatten das schon öfter erlebt, auch wenn noch nie jemand getötet worden war. „Hast du etwas zu essen hier? Ich fühle mich noch ein wenig wackelig und so nütze ich euch gar nichts.“

„Klar. Die da unten rennen uns nicht weg und da es Nacht ist, werden sie uns auch nicht weiter suchen.“ Shakwe ging schon davon aus, dass aufgefallen war, dass der Clanfürst weg war, doch die Aufregung im Labor schien sich in Grenzen zu halten. Entweder hatten die Schlitzohren etwas in petto oder sie waren extrem gleichgültig.

Der Nyokar verschwand in einem Nebenraum und kam zurück. In Händen hielt er lagerungsfähige Nahrungsmittel wie Müsliriegel. Die mochte er selber auch ziemlich gern und so war er auch der erste, der sich einen gönnte. „Getreide Obst und Honig, das gibt Energie.“ Er grinste und kaute.

„Fleisch wäre mir lieber“, brummte Latif, griff sich aber auch einen Riegel, denn er hatte Hunger. Er war überrascht, wie gut das schmeckte, aber sagte nichts, ganz anders Dayo. „Lecker“, meint der und kaute sichtlich zufrieden. Schon etwas sicherer auf den Beinen, ging er zur Quelle und holte sich noch einen Becher Wasser.

„Fleisch habe ich aktuell nicht im Haus. Da ich selber kein Vieh habe, musste ich euch bestehlen. Darauf habe ich keine Lust mehr“, gab er offen zu. Zwar versorgten ihn auch die Gottgleichen und teilten mit ihm, doch das wollte er nicht mehr annehmen. Wie er sich versorgte, sobald das hier alles vorbei war, wusste er selbst noch nicht. Doch darüber konnte er nachdenken, wenn es so weit war.

„Womit das Rätsel des verschwundenen Fleisches auch geklärt wäre“, lachte Dayo leise. Es war immer nur sehr wenig gewesen und sie hatten vermutet, dass Kinder sich einen Scherz erlaubt hatten und es nicht weiter verfolgt. „Wenn du dich entschließt, hier zu bleiben, komm vorbei, dann kannst du etwas bekommen.“

„Wir werden sehen.“ Shakwe eiste sich von dem Anblick hinter der Scheibe los und aß noch etwas. Dann holte er die drei an die Scheibe. „Seht ihr den roten Streifen da an der Wand?“ Die Krieger nickten. „Dort werden wir dann rauskommen, wenn wir durch den geheimen Gang gelaufen sind. Versucht euch daran zu erinnern, damit ihr euch schneller orientieren könnt.“ Er atmete tief durch – die Stunde der Wahrheit rückte näher.

Die drei Krieger nickten. „Was haben wir alles an Waffen?“ Dayo wusste, dass seine Leute Speere und Messer dabei hatten, aber das würde nicht reichen. Shakwe hatte durch seine Giftzähne immer Waffen dabei, er selber aber nicht und so war er eher hinderlich als nützlich.

„Deine Wachen sind ja bereits bewaffnet. Die Messer sind ausreichend. Für dich habe ich auch was feines, aber benutze es wirklich nur im Notfall. Der Dolch ist vergiftet und eigentlich möchte ich sie nur vertreiben, nicht töten. Eure Freiheit soll nicht dadurch getrübt werden, dass eines Tages jemand kommt, um die Toten zu rächen.“ Es war kein Mitleid, was Shakwe so handeln ließ, es war reine Zweckmäßigkeit. Dabei drückte er Dayo einen seiner eigenen Dolche in die Hand. Er selbst bewaffnete sich wie immer – mit Injektionsnadeln voller Betäubungsmittel.

„Vergiftet?“ Dayo sah den Dolch in seiner Hand an und war kurz versucht, ihn wieder weg zu legen, aber dann befestigte er ihn doch an seinem Gürtel. Man konnte nie wissen, wozu es gut war. „Ich werde ihn nur benutzen, wenn es unumgänglich ist.“

„Okay“ Shakwe nickte. Er sah sich noch einmal um, alle schienen entschlossen und bereit. „Wir gehen durch den Schacht und sobald wir das Labor betreten, werde ich versuchen sie zu Fall zu bringen, ihr folgt mir und schnappt sie euch. Am besten jeder einen. Wenn wir sie schnell überraschen, dann sind sie zu perplex. Seht ihr den blauen Knopf da?“ Shakwe deutete auf etwas auf dem Kontrollpult. „Egal was passiert, den dürfen sie nicht drücken. Der flutet die Anlage. Den drücken wir, wenn alles vorbei ist und wir verschwinden können.“

Alle nickten und Dayo fiel etwas auf. „Du sagtest, dass ihr Labor da ist, wo das Licht für unsere Höhlen herkommt. Wenn wir es zerstören, indem wir es fluten, werden wir kein Licht mehr haben.“

„Nein“, sagte Shakwe. „Der Raum mit dem Licht ist unabhängig vom Labor. Ich will nicht die ganze Einheit vernichten, denn auch einen Teil der Nährstoffe, die die Fische brauchen, kommt von hier. Ich will nur, dass die Forschungseinheit zerstört wird. Den Rest brauchen wir noch. Ich kenne die Struktur der Anlage“, versicherte der Nyokar und rollte die Schultern.

„Gut, dann sollten wir loslegen.“ Dayo gab sich mit der Antwort zufrieden. Er hatte beschlossen Shakwe zu vertrauen. Was später wurde, würde sich zeigen. „Dann sollten wir wohl los. Sonst noch was, was wir beachten sollten?“

„Drückt nirgendwo drauf“, sagte Shakwe, denn ein Teil der Knöpfe konnte ungeahnte Auswirkungen haben. Besser sie probierten das gar nicht erst aus. „Mir nach!“ Nach dem Druck auf einen weiteren Knopf, öffnete sich neben der Scheibe eine bisher verborgene Tür. „Am besten schweigen wir auch ab hier, so gut es geht.“ Alle nickten, dann verschwanden sie im spärlich beleuchteten Schacht. Es gab kein zurück mehr.

Sie schlichen durch den Tunnel und sie griffen ihre Waffen fester, als Shakwe ihnen zunickte und dann die verborgene Tür öffnete. Sie hörten überraschtes Rufen, als der Nyokar in den Raum stürzte und sie ihm folgten. Sie orientierten sich kurz und dann kam auch schon einer der Forscher ziemlich kopflos auf sie zugelaufen und Latif setzte ihn mit einem gezielten Schlag außer Gefecht.

„Tja, Intulo“, sagte Shakwe leise, sprang aber über den Körper und griff sich noch im Flug Asasa Yaa. „Tut mir leid, Süße, aber ich will euch nur loswerden, nicht töten“, flüsterte er ihr zu. Schnell war sie gefesselt, während Dayo Chuku hinterher setzte.

Der Anführer der Matubba griff sich den Mann und brachte ihn zu Fall. Schnell hatte er ihn gefesselt und er sah sich zu Shakwe um. „Wir haben sie. Keiner wurde verletzt.“ Er hob den Gefesselten auf und brachte ihn zu den anderen beiden.

„Shakwe, was soll das!“, wollte Chuku wissen, während Asasa Yaa nur ängstlich auf die drei wütenden Krieger blickte. Jetzt wusste sie, warum sie die Männer auf keinem der Monitore hatte finden können.

„Was das soll, habe ich mich schon lange gefragt, Chuku“, entgegnete Shakwe. „Es war Unrecht, was hier geschehen ist. Verlasst die Einheit und kommt nie wieder. Die Menschen haben ihr Recht darauf, in Ruhe zu leben, ohne dass ständig etwas passiert.“

„Das ist Meuterei und wir werden das nicht einfach hinnehmen“, knurrte Chuku. Es war ungeheuerlich, was hier passierte und er wollte das nicht akzeptieren. Ihre ganze Forschung wurde zunichte gemacht.

„Ihr müsst reden“, sagte Shakwe und setzte sich auf einen der Stühle. Hinter ihm standen die drei Krieger und beobachteten neugierig die drei Fremden. Das waren also ihre Geister? Ihr Schicksal? Das war unglaublich. „Ihr treibt eure Spielchen mit ihnen und entschuldigt das mit der Ausrede der Forschung. Ich glaube nicht, dass das, was ihr hier getrieben habt, irgendeinen Nutzen hatte. Geht freiwillig und euch wird nichts passieren. Aber dieses Labor werde ich nutzlos machen. Es reicht.“

„Stimmt es, dass ihr ein Spiel gespielt habt und ausgewürfelt habt welche Katastrophen uns passieren sollen?“ Dayo wusste nicht, was er erwartete. Wahrscheinlich würden diese Menschen es nicht zugeben, weil sie hofften, dann frei gelassen zu werden.

„Ich glaube nicht, dass dich das was angeht“, erklärte Chuku. Asasa Yaa war viel zu verschüchtert, um überhaupt etwas sagen zu können. Nur Intulo lag noch immer am Boden. Latif hatte wohl ordentlich zugelangt. Shakwe grinste, weil er ahnte, dass Dayo diese flapsige Antwort nicht gefallen dürfte. „Fehler“, murmelte er leise.

Und damit hatte er vollkommen Recht. Dayo sah Shakwes Worte dadurch bestätigt und er verlor kurz die Beherrschung, als er Chuku ins Gesicht schlug. „Verschwindet von hier, aber wenn ihr es wagen solltet, noch einmal hierher zu kommen, werden wir euch töten.“ Mit geballten Fäusten stand er vor den Gefangenen und brachte sich mühsam wieder unter Kontrolle. Unmerklich stieß ihn Kwame an und Shakwe mischte sich ein. „Ich würde euch jetzt also bitten, mir den Hausschlüssel zu überlasen und dann flux auszuchecken. Ihr kennt ja den Weg.“ Seine Hand deutete auf die Schleuse, in der das U-Boot lag, mit dem die Forscher die Kuppel betraten oder verließen.

Asasa Yaa sah ängstlich auf die Männer und nickte leicht. Sie wollte nur noch weg. Dayo hatte ihr ordentlich Angst gemacht und sie wusste, dass der Anführer der Matumba sein Wort hielt. „Gut.“ Shakwe griff sich Intulo, der noch immer bewusstlos war und brachte ihn zur Schleuse. Chuku war nicht so kooperativ, aber leichte Stupser mit dem Speer brachten ihn dazu, sich ebenfalls in Bewegung zu setzen.

Nur Asasa Yaa lief allein, sah sich aber immer wieder nach den Männern um. Sie hatte geahnt, dass es nicht gut gehen konnte. Nicht nur ihre Spielchen, die sie getrieben hatten, auch Shakwe im Stich zu lassen war ein verdammt großer Fehler gewesen.

„Sucht euch einen richtigen Job und hört endlich auf, Lebewesen für eure Zwecke zu nutzen“, sagte Shakwe, als er die Tür hinter den dreien schloss. Durch das Fenster in der Tür konnte er Asasa Yaa sehen, die schwer schluckte. „Find endlich deinen Weg, Süße“, flüsterte er leise.

Dann schloss sich die Tür des U-Bootes und er wandte sich ab. Sein Blick traf sich mit dem von Dayo. Der Anführer der Matumba wirkte erschüttert, jetzt wo er mit eigenen Augen gesehen hatte, dass Shakwe die Wahrheit gesagt hatte. „Lass uns das Labor fluten“, sagte er brüchig.

 

***

 

Zwei Tage war es jetzt her, seit sie Bonder 372 verlassen hatten. Asasa Yaa blickte auf den Monitor vor sich und stützte den Kopf in die Hände. Leicht fiel es ihr nicht, als sie die Datenbank aufrief. Sie klickte sich durch alle Rubriken und hatte dann die Bondereinheiten gefunden. Dann tippte sie:

„Dienstag, vierter August 3031. Bonder 372 ist nach Überfall der Probanden aufgegeben worden. Die Versuche sind abgebrochen.“

Sie speicherte die Daten und setzte den Status der Kuppel auf schwarz.

Dann schaltete sie den PC aus und folgte Intulo in die Cafeteria.

 

Ende


 

Danke fürs lesen ...