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05

Britta + Fich: Katzenaugen VI

03

„Wer ist das?“, hörte er plötzlich Bill hinter sich. Der Junge hatte sich gewandelt und geduscht und hatte nun eine Schüssel Suppe in der Hand, die er im Laufen aß – eine Unart die Dexters Älteste auch an den Tag legte. Das war wohl so ein Teenie-Ding, für das er und Ian schon zu alt waren. Sie waren eben nicht Teil der Fastfood-Generation, die alles im vorbeigehen erledigte.

„Seinen Namen kennen wir nicht. Er ist mit deinem Vater im Parkhaus zusammengeknallt und seit dem bewusstlos. Die Wunden hatte er schon vorher und bitte halte dich von ihm fern, Bill, er ist ein ausgehungerter Vampir“, warnte er den Jungen, der in Jogginghose und offenem Hemd barfuss im Türrahmen lehnte, und neugierig auf den fremden Mann guckte.

„Der kann auch echt nichts liegen lassen“, seufzte Bill, aber grinste kurz. „Und du musst ihn wieder zusammenflicken?“, fragte er Dexter und kam näher, weil er sich den Mann näher ansehen wollte. Wahrscheinlich kam er nicht wieder so nahe an den Fremden. Seine Suppe löffelnd stand er vor dem Bett. „Ihr wisst echt nichts über den Kerl? Das sieht Dada gar nicht ähnlich einen Vampir hier hin zu bringen.“

„Dieser Umstand ist unserem großen, starken Kater in seiner Panik wohl entgangen – ging ihm wohl erst auf, als er schon mal hier herum lag“, vermutete Dexter und lachte, als er Ian im oberen Stock knurren hörte. Doch das hinderte ihn nicht daran, seine Vermutungen auszuschmücken. Doch dann wurde er ernst und eindringlich. „Deswegen bitte ich dich, bleib dem Kerl fern. Euer Vater macht die nächsten Tage Homeoffice. Aber du und vor allem dein kleiner Bruder kommt ihm bitte nicht zu nahe. Wenn stimmt, was wir vermuten, ist das letzte, was er sehen will, Katzen.“

Bills Kopf ruckte hoch und er sah den Freund seines Vaters an. „Wieso?“, fragte er und sah dann wieder auf den Fremden. „Du meinst das waren Katzen?“ Er zeigte auf die parallelen Kratzer. „Na super“, brummte er, nickte aber. „Ich werde aufpassen, dass Simon ihm nicht zu nahe kommt.“

„Nein, Bill, du wirst nicht nur darauf achten, dass Simon ihm nicht zu nahe kommt. Auch du wirst ihm nicht zu nahe kommen, versprich es“, sagte Dexter, immer noch eindringlich auf Bill einwirkend. „Wir wissen es nicht genau, aber die Spuren an seinem Körper deuten auf Katzen. Vielleicht wird alles einigermaßen glimpflich verlaufen, wenn er hier keine Katzen sieht. Also wandelt euch nicht vor ihm, aber das wisst ihr ja, dass Fremde euch nicht dabei beobachten dürfen“, nuschelte Dexter und blickte zu Bill hoch, der immer noch neben ihm stand und seine Suppe löffelte. „Lauft ihm auch nicht im Pelz unter die Nase.“

„Hm“, brummte Bill zustimmend, weil er gerade den Löffel im Mund hatte. „Er wird ja wohl nicht so lange hier bleiben.“ Bill sah das nicht so dramatisch. „Bin dann wieder weg. Grüß Alice von mir. Sie soll sich melden, wenn sie Lust hat mit mir ins Kino zu gehen.“

„Klar, richte ich ihr aus“, sagte Dexter und sah Bill hinterher. Auch er hoffte, dass der Junge Recht hatte und der Fremde nicht sonderlich lange im Haus blieb. Wenn es nach Dexter ging, dann wurde er im Laufe des morgigen Tages wach und dann klärten sie wie es weiter gehen sollte. Er war sicher, dass auch der Fremde lieber früher als später wieder verschwand. Wohin war ihm eigentlich relativ egal. So lange er sich nicht wieder fassen ließ. Auch wenn Dexter bei dem Gedanken Bauchschmerzen bekam.

Aber er musste los. Seine Familie wartete auf ihn. „Für dich kann ich jetzt nichts mehr tun. Schlaf dich gesund.“ Dexter ging hoch zu Ian und verabschiedete sich von ihm. „Ich komm morgen Mittag wieder vorbei und bringe neue Konserven mit. Falls vorher schon was sein sollte, ruf an.“

„Ja, mach ich und dank dir, dass du so schnell gekommen bist“, sagte Ian, als er seinen Freund die Treppe hinunter begleitete. Simon war eingeschlafen und so brachte er Dexter noch vor die Tür zum Wagen. „Glaubst du, er schläft durch oder kann er früher wach werden?“ Er machte sich Sorgen um seine Kinder. Er überlegte im Zimmer des Vampirs zu schlafen, um zu merken wenn der wach wurde und aufstand.

„Ich glaube nicht, dass er wach wird, aber genau sagen kann ich das auch nicht. Es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn du in seiner Nähe bleibst, falls er doch aufwacht.“ Dexter hatte mit Vampiren nicht sehr viele Erfahrungen, da er fast ausschließlich Wertiere behandelte. „Aber er wird ziemlich schwach sein, wenn er wach wird, also wohl keine Gefahr.“

„Hoffen wir es“, murmelte Ian und blickte instinktiv in den ersten Stock zu den Fenstern, hinter denen Simons Zimmer lag. „Auf Bill hast du schon eingewirkt, habe ich gehört. Danke. Aber ich werde auch noch mal mit ihm reden.“ Er wollte sich nicht hinter Dexter verstecken. Sein Junge hatte Recht, Ian hatte wieder etwas aufgelesen und musste das auch ausbaden. Wenn er es doch schon hinter sich hätte und der Fremde wieder weg wäre.

Er winkte seinem Freund noch kurz nach, dann ging er wieder ins Haus und setzte sich zu Bill, der im Wohnzimmer vor dem Fernseher saß. „Wie war das Kino?“, fragte er.

„Klasse Film.“ Bill sah gar nicht auf und Ian knuffte ihn in die Seite, weil er das nicht leiden konnte. Sein Sohn zuckte zusammen, sah ihn aber an. „Ich werde mich von ihm fern halten“, brummte er, weil er genau wusste, was sein Vater wollte.

„Danke“, sagte Ian und grinste schief, „aber ich wollte wirklich wissen, wie dein Film war. Passenderweise war es doch ein Vampirfilm, oder nicht?“ Der Leopard grinste schief, das passte irgendwie wie die Faust aufs Auge. Doch er schüttelte immer wieder den Kopf, wie wenig die Vampire auf der Leinwand mit den Blutsaugern eigentlich gemein hatten. Abgesehen von ihrem Zwang, sich von Blut ernähren zu müssen, stimmte keines der Klischees. Sie wandelten sich nicht in Fledermäuse, zerfielen nicht im Sonnenlicht zu Staub, schliefen nicht in Särgen, hatten weder Angst vor Weihwasser noch vor Kreuzen und die meisten liebten Knoblauch. Nur ihre gesteigerten Sinne und ihre immense Kraft waren nicht erfunden, da standen sie den Wertieren in nichts nach.

„Ja, ein Vampirfilm. Völlig realitätsfremd, aber echt spannend.“ Bill lachte und sein Blick ging automatisch in Richtung des Gästezimmers. „Warum hast du ihn nicht in ein Krankenhaus gebracht. Damit hättest du deine Samaritergene auch beruhigen können.“

„Danke, Dexter“, grinste Ian schief. Er wusste, was seine Familie und seine Freunde über sein weiches Herz dachten. „Allerdings hatte er sich mit Händen und Füßen gegen eine Notaufnahme gewehrt. Hatte es ihm angeboten, aber er hat das vehement abgelehnt. So gut das in seinem Dämmerzustand eben noch möglich war“, erinnerte sich Ian leise und starrte vor sich hin auf den weichen Teppich, aus dem ein paar Fäden guckten. Sicher war eines der Kinder beim Spielen mit den Krallen hängen geblieben. „Und er klang so verzweifelt, dass ich ihn eben dort nicht hin gebracht habe. Aber als er ohnmächtig wurde, konnte ich ihn da auch nicht liegen lassen. Schließlich habe ich ihn angerempelt und er hat sich den Kopf geschlagen und das nicht zu wenig.“

„Schon okay, Dad.“ Bill knuffte seinen Vater gegen den Arm und grinste. „Das kriegen wir auch hin. Bisher haben wir noch alle deine verrückten Einfälle überlebt“, kicherte er und quietschte als flinke Finger über seine Seiten tanzten. „Du kleine Mistmade“, knurrte Ian und zog seinen Jungen zu sich. Diese Kabbeleien hatten ihm gefehlt, denn die letzten Monate hatte er kaum Zeit dafür gehabt. Dabei warst du doch der erste, der den kleinen, verletzten Maulwurf knuddeln wollte.“ Ian erinnerte sich heute noch mit Schrecken an das Entsetzen seines Gärtners, als er das verletzte Jungtier im schwarzen Samtfell angeschleppt hatte. Stephano hätte ihm das blutige Ding am liebsten abgenommen und entsorgt. Doch da war Simon schon da gewesen und so hatten sie Molly gesund gepflegt und unter Stephanos skeptischem Blick im Central Park ausgesetzt.

Lachend rollten Ian und Bill von der Couch und schon spürte Ian weiches Fell an seinem Körper. Bill wusste, wann er dabei war zu verlieren und was er dagegen tun konnte.

In seiner Katzenform wand er sich aus dem Griff seines Vaters und legte sich laut schnurrend auf ihn, um sich beschmusen zu lassen. Zwar würde er das nie laut zugeben, weil ein Teenager so etwas nicht zu mögen hatte, aber er mochte es seinem Vater so nahe zu sein und seine ganze Aufmerksamkeit zu haben. Außerdem konnte Ian unwahrscheinlich gut kraulen und da konnte Bill nicht widerstehen. Und so lagen sie kaum eine Sekunde später ruhig auf dem Teppich, Ian strich seinem Jungen um die Ohren und schloss die Augen. Er betete, innerlich dass er keinen Fehler gemacht hatte und seine Kinder nicht unnötig in Gefahr waren. Immer wieder lauschte er auch in den Flur, doch da war alles ruhig. Also genossen sie ihre Zweisamkeit und den innigen Körperkontakt.

„Zeit schlafen zu gehen, Bill“, flüsterte Ian schließlich nach einer Weile und küsste Bill auf die Stirn. „Morgen ist Schule.“ Bill brummte schläfrig und rollte sich auf seinem Vater zusammen. Bill lachte, denn er wusste, dass sein Sohn jetzt erwartete ins Bett getragen zu werden. Wie immer tat er seinem Sohn den Gefallen und trug ihn in sein Zimmer.

„Ich bin morgen zu Hause. Ich steh mit dir auf. Dann frühstücken wir zusammen“, sagte Ian und strich seinem Jungen noch einmal über den Kopf, grub seine Nase in das dichte, helle Fell. Dann legte er Bill in das große Bett, wo sich der junge Kater gleich zusammen rollte und wohlig knurrte. „Schlaf schön, ich hab dich lieb“, flüsterte Ian und zog die Decke über Bill, ehe er das Zimmer verließ und nach unten ging. Er hatte ja noch einen Pflegling und der nächste Beutel dürfte bald fällig sein. So ging er schweren Schrittes langsam die Treppe nach unten.

Das würde noch eine lange Nacht werden. Ian holte sich seinen Laptop Damit konnte er auch im Gästezimmer arbeiten. So hatte er gleichzeitig seinen Gast im Auge. Der lag immer noch regungslos, aber er war schon nicht mehr so blass und die Wunden schlossen sich langsam wieder. Ian holte sich noch einen Tee, dann machte er es sich in dem bequemen Sessel gemütlich. Er zog sich die Fußbank heran, drapierte Tee und ein paar Kekse auf dem kleinen Tisch neben dem Sessel und legte sich seinen PC auf die Knie. Doch er startete ihn nicht gleich, sondern blickte weiter auf seinen unfreiwilligen Gast. „Ich weiß, dass es mich nichts angeht, aber ich würde schon gern wissen, vor wem du auf der Flucht warst”, murmelte Ian und strich sich durch die Haare. Und wie du reagierst, wenn du merkst, dass ich dich doch gegen deinen Willen mit zu mir genommen habe.“

Sein Blick blieb am Gesicht des Schlafenden hängen und Ian bemerkte zum ersten Mal, wie gut der Mann aussah. Die meisten Vampire waren nicht hässlich, aber dieser hatte ein klassisch schönes Gesicht mit elegant geschwungenen Wangenknochen und langen Wimpern. Einem kräftigen Kinn und dichtem rotbraunem Haar. Strubbelig lag es ihm um den Kopf und im Gesicht, sicherlich war es schon seit einer Weile nicht mehr in Form gebracht worden. Ian rieb sich über das Gesicht, warum starrte er den Fremden so an? War es sein schlechtes Gewissen, weil er ihn verletzt hatte? Weil er ihn entführt hatte? „Ian, reiß dich zusammen“, knurrte er sich selber an und lehnte sich in seinem Sessel zurück. Er versuchte sich zu entspannen, doch die Anspannung wollte einfach nicht von ihm abfallen.

Immer wieder sah er zu dem Fremden und schließlich legte er den Laptop auf den Tisch. Er konnte sich eh nicht auf die Zeichnung konzentrieren und die Arbeit doppelt machen, weil er Fehler machte, da er so unkonzentriert war, hatte er keine Lust. „Was soll’s“, murmelte er resigniert und sah seinem Gast beim Schlafen zu.

Er konnte sich nicht erinnern, wann er das das letzte Mal bei jemandem getan hatte. Von seinen Kindern einmal abgesehen war seine Frau die einzige gewesen. Mel fehlte ihm immer noch schmerzlich und so hatte er jeden Versuch seiner Freunde, ihn wieder unter Leute zu bringen, höflich aber bestimmt abgelehnt. Er redete sich damit heraus, dass er keine Zeit hatte, dass es für die Kinder noch zu früh wäre – doch eigentlich waren das nur Ausreden. Er selbst war einfach nicht bereit.

Sich wieder zu verlieben, bedeutete, dass er sich von Mel trennen musste und das konnte er nicht. Sie war seine erste und einzige Liebe gewesen. Sie waren seit der High School ein Paar gewesen und sie hatte ihm diese wunderbaren Kinder geschenkt, die er über alles liebte. Nein, das konnte er nicht. Vielleicht später einmal, aber noch nicht jetzt. Und warum er diese Erinnerungen durchlebte, während er diesen Vampir betrachtete, wusste Ian auch nicht. Vielleicht weil er bei dem Fremden das Gefühl hatte, dass er einsam war. Niemand hatte ihm geholfen, als er in Gefahr gewesen war. Er war voller Angst und eigentlich Ian – trotz ihrer völlig verschiedenen Ausgangssituation – nicht unähnlich. Auch er hatte Angst, wenn seine auch anderer Natur war. Er hatte Angst vor einem endgültigen Verlust, sich neu zu verlieben war nicht nur Verrat an Mel, es bedeutete auch, dass etwas anderes das ersetzen wollen würde, was sie geteilt hatten. Der Gedanke machte ihn verrückt.

Er wollte nicht allein sein, doch er konnte sich auch nicht binden. Er sagte sich immer, dass seine Kinder und seine Erinnerungen alles waren, was er brauchte, meistens stimmte das auch. Doch es gab Augenblicke, da war er schwach.

Jetzt war so einer dieser Augenblicke. „Wartet jemand auf dich? Jemand, der dich schmerzlich vermisst und sich fragt, was mit dir passiert ist?“, murmelte er leise und stand auf. Langsam ging er zum Bett rüber und strich dem Fremdem vorsichtig eine Haarsträhne aus der Stirn. „Ich hoffe für dich, dass es da jemanden gibt, zu dem du zurückkehren kannst.“ Ian wollte sich nicht vorstellen, was es bedeutete, wenn es nicht so war. Und trotzdem hatte er das ungute Gefühl, das der junge Vampir allein war. „Vielleicht redest du ja mit mir, wenn du wach bist.“ Ian setzte sich auf das Bett und rutschte ans Kopfende, das war bequemer als immer die Holzkante am Schenkel zu spüren. Das Bett war breit genug, dass er den Vampir nicht störte. Ein kurzer Blick ging zum Blutbeutel, doch dann wanderte er wieder zu dem zerschundenen Gesicht. Er sah besser aus als noch vor ein paar Stunden. Kleinere Wunden hatten sich geschlossen und die großen heilten auch langsam.

Wahrscheinlich würden keine Narben zurück bleiben, wenn der Vampir morgen noch einmal Blut bekam. Ian sah auf den schlafenden Mann und fragte sich auf einmal, welche Augenfarbe der Mann wohl hatte. Er konnte sich nicht erinnern, weil er im Parkhaus nicht darauf geachtet hatte. Dort hatte er wirklich andere Sorgen gehabt. Doch jetzt hatte er Zeit, viel zu viel Zeit und dann fingen seine Gedanken an Achterbahn zu fahren. Ian hob den Kopf und starrte geradeaus. Er sah aus dem großen Fenster ins Freie, sah die Lichter der niemals schlafenden Stadt. Der kalte Krieg zwischen den Vampiren und den Werkatzen schwelte seit Jahrtausenden. Auch er kannte die Geschichten um Aset Konshu, auch er wusste, dass man Vampiren aus dem Weg ging, wenn man es konnte. Und bis heute hatte er keine Berührungspunkte gehabt. Bis heute. Jetzt musste er anfangen umzudenken konnte er mit seinem kleinen, heilen Leben so weiter machen wie bisher, wenn er doch wusste, dass etwas wie es dem Vampir widerfahren war, jeden Tag irgendwo passierte? Katzen waren nicht nur Opfer, sie waren auch Täter.

In diesem Krieg verschwammen die Grenzen zwischen gut und böse. Ian wusste nicht, was er tun sollte. Dass dieser Vampir ein Opfer war, hieß aber noch lange nicht, dass er unschuldig war. „Verdammt“, brummte er leise und rieb sich über die Augen. Hoffentlich hatte er seine Jungs nicht in Gefahr gebracht, nur weil er mal wieder nicht nachgedacht hatte. Das war eine unschöne Angewohnheit von ihm, erst einmal helfend einzugreifen, ehe man die Konsequenzen des eigenen Handelns überdachte. „Ian, nicht dass dir dein gutes Herz eines Tages mal zum Verhängnis wird“, flüsterte er leise die Worte, die Mel ihm oft gesagt hatte. Sein Kopf fiel langsam nach hinten gegen den Stahl des Kopfteiles und er verschränkte die Arme. Auch er spürte, dass er allmählich müde wurde, doch er wollte auf seinen Gast achten.

„Was soll ich machen?“ Ian sah zu seinem Gast, obwohl er wusste, dass dieser ihm nicht antworten konnte. Aber es hatte ihm schon immer geholfen, seine Gedanken laut auszusprechen und da war es egal, ob er es einem Menschen, einem Gegenstand oder einem Tier erzählte. Er wollte keine Antwort, nur einfach das, was ihm durch den Kopf ging, aussprechen, es in Worte fassen und es über die Ohren erneut in sein Hirn bringen. Vielleicht brachte es neue Erkenntnisse mit sich, wenn es über ein anderes Organ wieder in seinen Kopf eindrang? Vielleicht sammelten seine Gedanken laut ausgesprochen etwas im Raum auf, was er sonst nicht hätte greifen können? Oft schon hatte es ihm geholfen, aber heute? Zusammen mit diesem Vampir war etwas in sein Leben gekommen, was er weder greifen noch erklären konnte, genau genommen konnte er es noch nicht einmal erkennen. Er spürte nur, dass da etwas war. Doch ob es bedrohlich war oder nicht, nicht einmal das konnte Ian mit Bestimmtheit sagen. Grrr!“ Diese Grübelei machte ihn ganz verrückt. Und so erhob er sich, um nicht aus Versehen seinen unfreiwilligen Gast zu wecken. Dann ging das Tänzchen, was unweigerlich folgen würde, gleich los. Dafür fühlte sich Ian einfach noch nicht bereit. Er brauchte noch ein paar Minuten, Stunden, Tage...

Ian ging zum Fenster, aber er sah nicht hinaus, sondern wieder auf den Mann im Bett. Er konnte sich einfach nicht von diesem Gesicht lösen, dass zur Zeit entspannt und friedlich wirkte. Ganz anders, als im Parkhaus, wo es vor Erschöpfung und Angst verzerrt gewesen war. „Gut, ich weiß nicht, wer du bist, und ich weiß auch nicht, was dir passiert ist, aber hier bist du sicher. Keiner wird dir hier etwas tun, das kann ich dir versprechen“, murmelte er leise.

„Und außerdem sollte ich endlich ergründen, warum du mich dermaßen durcheinander bringst. Das ist ja nicht mehr zum aushalten.“ Doch das nuschelte Ian eher zu sich selbst. Er lauschte ins Haus, um sich abzulenken. Er hörte Maria, die in der Küche Vorbereitungen für morgen traf, Uomi, der für ihn als Hauswart und Fahrer arbeitete, hatte nach seiner Fahrt für Bill frei und wollte noch einmal in die Stadt. Er kam sicherlich nicht vor Mitternacht, doch es war ihm gegönnt, schließlich hatten seine Angestellten auch ein eigenes Leben. Doch schnell war er wieder mit seinen Gedanken bei dem Fremden – dessen Namen er nicht kannte, weil er keinerlei Ausweise bei sich hatte. Und warum machte Ian das eigentlich so verrückt?

„Arrgh!", knurrte der Leopard und fuhr sich mit den Fingern durch die wirren blonden Haare, die jetzt noch mehr abstanden. Das war doch nicht normal. Er bekam diesen Mann einfach nicht aus seinem Kopf, weil seine Gedanken ständig um ihn kreisten. Kurz war Ian versucht aus dem Zimmer zu gehen, damit er abschalten konnte, aber er blieb doch, denn er wollte seinen Gast nicht alleine lassen. Wenn der Kerl erwachte und durch das Haus tigerte, dann waren die Kinder die ersten, die ihm vielleicht zum Opfer fielen. Er durfte dem Fremden die Chance nicht geben. Also griff sich Ian seinen bereits kalten Tee, seine Kekse und ging zurück zu seinem Platz am Kopfende des Bettes. Er stellte alles auf dem Nachttisch ab, setzte sich vorsichtig bequemer und griff sich ein Buch vom Nachttisch. Er brauchte kein Licht, das Restlicht der Stadt reichte dem Kater zum lesen.

Schnell versank er in die spannende Geschichte, die der Autor aufgeschrieben hatte, aber immer wieder ging sein Blick neben sich. Aber der Mann neben ihm lag ruhig, atmete regelmäßig, das ihm anzeigte, dass er tief und fest schlief. So verbrachte er die Hälfte der Nacht, dann legte Ian sein Buch weg und streckte den Rücken durch. Es wurde Zeit dass er den letzten Beutel Blut anhängte und so erhob sich Ian, umrundete das Bett und wechselte die Blutkonserve. Die dritte hatte schon länger gebraucht, um vom Körper des Vampirs gänzlich aufgebraucht zu werden und so ging der Leopard davon aus, dass die letzte Konserve bis morgen früh reichen würde und es dann auch nicht mehr lange dauerte, bis Dexter mit Nachschub kam. „Schlaf einfach so lange wie nur möglich, ich weiß nämlich immer noch nicht, wie ich dir gegenüber treten soll. Wenn du Mitleid hast, schlaf“, murmelte Ian und strich sich dann über das Gesicht. Die Müdigkeit zerrte an ihm.

„Kaffee. Ich brauch dringend Kaffee.“ Ohne das schwarze Gebräu würde er die Nacht wohl nicht durchstehen. Ian mochte sich gar nicht vorstellen, wie der Tag morgen werden sollte. Vielleicht bekam er etwas Schlaf, wenn Bill in der Schule war und Maria auf Simon achtete. Aber viel Hoffnung hatte er nicht, denn sein Jüngster wollte bestimmt bei ihm sein, wenn er schon einmal Zuhause war. Vielleicht sollte er lieber jetzt noch versuchen, eine oder zwei Stunden zu schlafen, so lange der Fremde ebenfalls noch schlief. Ian würde die Zimmertür abschließen. Sollte der Kerl zum Fenster raus türmen, kam er sicherlich nicht noch einmal ins Haus zurück. Wieder strich er sich durch die Haare, nickte sich aber zu. Also ging er zur Tür und verriegelte sie, steckte den Schlüssel in die Hosentasche und blickte dann wieder zurück. Der Sessel war bequem, aber das breite Bett war irgendwie bequemer. Und da er nicht vor hatte, länger zu schlafen als sein unfreiwilliger Gast, würde der es noch nicht einmal merken. Also bezog Ian wieder Position, legte sich auf die Kante, weit genug weg von dem Vampir und schloss probeweise die Augen. Seine Sinne aber waren gespannt wie ein Spinnennetz.

Es dauerte etwas, bis die Spannung in ihm kleiner wurde und Ian einschlief. Er hatte den Eindruck, gerade erst die Augen zugemacht zu haben, als er wieder wach wurde, aber ein schneller Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass fast vier Stunden vergangen waren. „Das kann doch nicht sein“, murmelte er und sah noch einmal auf die Uhr, aber an der Uhrzeit änderte sich nichts. Er hatte wirklich vier Stunden geschlafen. Träge rieb er sich über die Augen, streckte sich und zuckte zusammen, als es neben ihm knurrte, als wenn jemand mit etwas nicht einverstanden war. Schlagartig schoss Ian hoch und blickte dabei neben sich. Die Lage des Mannes hatte sich verändert, sein Kopf lag jetzt auf der Seite, ein Arm auf dem Bauch. Zum Glück war es der Arm, in dem nicht die Kanüle steckte. „Bist du wach?“, murmelte Ian und wagte sich nicht wieder dichter an das Bett heran. Was wenn der Kerl nur darauf wartete und den Kater an der Kehle packte, seine spitzen Fänge versenkte und dann… und warum lief ihm bei dem Gedanken ein wohliger Schauer über den Rücken, verdammt noch mal?

Schlafmangel!

Eindeutig Schlafmangel und zwar reichlich davon.

Ganz klar.

 


 

Laila: Ein Bild für die Ewigkeit

Teil 3


Kalte Finger strichen über seine Wange und versuchten so, ihm Trost zu schenke. Was war nur mit ihnen passiert?

„Ich brauche dich auch. Du bist mein Leben.“

Sanft hob er Timothys Kinn an und küsste ihn. Ihre Lippen berührten sich nur ganz leicht, aber sofort drängte sich Timothy seinem Mann entgegen.

Wie sehr hatte er ihn vermisst. Dabei war es nicht mal ein Tag gewesen.

Wie von selbst fanden Timothys Finger den Weg unter Falcons Hemd. Die Haut war viel zu kalt. Sanft strich er über den Rücken und spürte dabei das Zittern in dem mächtigen Körper, der nur ihm gehörte.

Falcon schnurrte leise und wohlig, dann dirigierte er Timothy zum Bett.

Geschmeidig ließ sich der Magier unter den Blicken seines Mannes darauf nieder.

Es lag eine Anspannung, eine Angst zwischen ihnen. Jeder hatte Angst, den anderen mit einer Geste oder einem Wort zu vergraulen.

>Du bist so schön. Niemals werde ich dich wieder alleine lassen<

Falcon kniete über ihm und meinte jedes Wort genau so.

Die Verbindung zu Timothy war ein Geschenk. Er spürte jede noch so kleine Regung in seinem Gatten. Aber auch die Angst.

Er würde alles tun um sie Timothy zu nehmen.

Der rothaarige Mann schlug die Augen nieder, konnte aber das Grinsen nicht verbergen. Falcons Worte und Blicke erregten ihn.

>Du bist hier die Schönheit, nicht ich< entgegnete er.

Unwillig knurrte der Vampir auf.

„Red nicht so einen Blödsinn. Du bist wunderschön, selbst dreckig und blutbefleckt.“

Wenn Falcon etwas nicht mochte, dann das Timothy sich kleiner machte, als er war. Aber der Magier lächelte und stemmte sich etwas in die Höhe.

Seine Finger glitten über Falcons Körper, der daraufhin die Augen schloss. Er genoss diese Berührungen. Kam seinem Mann immer weiter entgegen, bis er auf ihm lag.

Wieder fanden sich ihre Lippen zu einem leidenschaftlichen Kuss.

Diese einfachen, kleinen Zärtlichkeiten waren im Moment alles was sie brauchten.

Nur recht langsam bewegte sich Falcon, zog seinen Mann mit sich, bis beide auf der Seite lagen und sich ansehen konnten.

„Ich gebe mich dir hin, Timothy Sturm. Mach mit mir, mit meinem Körper was immer du willst. Ich bin dein“, hauchte Falcon.

Seine Stimme war dunkel, nichts weiter als ein Hauch.

Der Magier schloss die Augen, als ihn die Gefühle seines Mannes überfielen.

Kalte Finger strichen über seine Wange.

„Ich liebe dich“, flüsterte er auf Gälisch.

Der Vampir lächelte und raubte sich einen Kuss.

Die Zeit schien stell zu stehen, zu verharren in diesem einen Moment.

Timothys Herz schlug laut und viel zu schnell.

Bedächtig fuhren Falcons Finger unter das Hemd seines Geliebten. Berührten dort die warme, weiche Haut. Der schöne Körper erschauderte, aber nicht weil er es nicht wollte, sondern weil er so kalt war.

Timothy griff in das lange schwarze Haar, als wollte er Falcon festhalten und es war ja auch so.

Ihre Liebe kannte keine Grenzen.

Sanft drückte er Falcon nach hinten auf den Rücken.

Seine Finger fuhren unter das Hemd und öffneten dann langsam Knopf für Knopf. Dabei sah er Falcon genau in die Augen.

Die schönen, schwarzen Welten, die sonst keine Regung zeigten, leuchteten nun regelrecht. In ihnen lag Lust und Begierde.

Fahrig leckte sich der Magier über die Lippen.

Sein Körper kribbelte unter den Blicken.

Falcon öffnete den Mund und leckte sich lasziv über die Lippen. Er wusste, welche Wirkung diese Geste hatte.

Hörbar schnappte sein Mann nach Luft.

>Du Biest< hörte es Falcon in seinem Kopf.

Aber er konnte nur lachen. Dann war sein Hemd offen.

Der Stoff wurde von seinen Schultern geschoben und er lag nackt vor Timothy. Nur noch seine Hose hatte er an.

Der Magier grinste diabolisch.

Heute würde er Falcon dominieren. Heute würde er seinen Mann besitzen.

Gerade als Falcon ihn umarmen wollte, hob Timothy die Hand und dirigierte mit ein wenig Magie Falcons Hände nach hinten.

Überrascht keuchte der Vampir auf, als seine Arme über seinen Kopf zusammen gezogen wurden und er sich nicht mehr bewegen konnte.

Kurz zog er an den unsichtbaren Fesseln, aber er konnte sicht nicht rühren.

Timothy lachte leise und setzte sich auf Falcons Schoss.

Sein Shirt hatte er bereits abgestreift.

„Du hast gesagt, ich kann mit dir machen, was ich will und ich will spielen. Wehr dich nicht, ich will nicht, dass du dir wehtust.“

Seine Stimme war leise, fast schon heiser.

Es erregte ihn, seinen Mann so wehrlos unter sich zu haben. Es war nicht selten, dass Timothy die Macht übernahm, aber wenn er es tat, dann war es wie ein Feuerwerk. Der Magier war sehr mächtig, aber auch leidenschaftlich.

Genau wie Falcon selber.

In Falcons Zügen erschien ein tiefes Lächeln. Nur kurz flammte seine wahre Natur auf. Spitze Zähne schoben sich über seine Oberlippe.

„Dann gehöre ich dir. Aber sei sanft, mein kleiner Magier, sonst muss ich mich revanchieren.“

In was diese Revanche ausarten würde, wussten beide und es würde ihnen Spaß machen, dass war sicher.

Timothy senkte leicht den Kopf.

„Sei ein braver Gefangener, dann wird es schön.“

Damit küsste er sich über die breite, haarlose Brust. Die Haut unter seinen Lippen war eiskalt, aber er hatte mit jedem Kuss das Gefühl, dass sie wärmer, heißer wurde.

Unter ihm wand sich Falcon. Er spannte die Arme an, aber er konnte sie magischen Fesseln nicht trennen.

Auch wenn er sie nicht sah, wusste er das sie da waren und ihn wenn nötig in sein Fleisch schnitten, obwohl ihm das egal war.

Die Augen geschlossen, genoss er die Küsse.

Dann plötzlichen waren die Lippen weg. Überrascht öffnete er die Augen und sah Timothy, der eine Sprühflasche Sahne in der Hand hatte.

Unschuldig zuckte der junge Mann, der irgendwo Mitte 20 aufgehört hatte zu altern mit den Schultern.

„Ich will spielen“, erklärte er sich.

„Dann nur zu. Ich bin auch ohne  Sahne süß genug.“

Reine Provokation. Er kannte den Hang seines Mannes zu solchen Sachen und er liebte sie ja auch.

Ihr Sex war Erotik und hatte nichts mit Gewalt zu tun.

Schwarze und katzengrüne Augen funkelten sich an, bis der Magier grinste.

Mit ein wenig magischer Hilfe hatte er noch eine Flasche Erdbeersirup in der Hand.

Falcon hasste dieses süße Zeug.

Augenblicklich verzog dieser auch die Lippen.

„Geh damit bloß weg. Da klebt ja alles zusammen.“

Aber Timothy dachte gar nicht daran, lieber beugte er sich nach vorn und machte einen Klecks Sirup auf Falcons Lippen.

Widerwillig öffnete dieser den Mund und leckte es auf.

Dann lieber Sahne oder Schokosoße.

Immer noch grinsend machte Timothy ein paar Kleckse auf der breiten Brust, fuhr mit dem Sirup immer weiter nach unten.

„Du bist ja noch angezogen“, brummte Timothy.

Es war, als bemerkte er erst jetzt, dass sein Mann und er noch Hosen trugen.

Ungeduldig befreite er erst sich und dann Falcon von dem störenden Stoff.

Ohne Scham streckte er sich schließlich  ein bisschen. Nur zu deutlich spürte er die Blicke auf seiner nackten Haut.

Er ruckelte etwas auf Falcons Schoss hin und her, wusste er doch, dass er seinen Mann damit in den Wahnsinn treiben konnte.

Und so war es auch.

Der Vampir keuchte und bäumte sich schließlich etwas auf.

Seine Muskeln spannten sich an, aber er konnte sich nicht befreien. Die magischen Fesseln saßen viel zu fest.

„Du sollst still halten und es genießen“, murrte Timothy.

Er wusste genau, dass sich Falcon nicht daran halten würden. Es war ein kleiner Machtkampf zwischen ihnen. Aber sie vertrauten sich.

„Es ist aber nicht fair“, knurrte der Vampir, blieb aber liegen.

Viel lieber ließ er seine Blicke über Timothy schweifen.

Die Haut seines Geliebten leuchtete regelrecht im Sonnenlicht. In den roten Haaren brach sich das Licht und machte ihn noch schöner.

Alles an diesem Mann war schön. Er war schlank, aber nicht dürr.

Falcon bewegte seine Beine etwas und zog seine Knie an. Unwillkürlich kam Timothy ihm damit näher.

Der junge Magier fluchte leise, musste aber grinsen.

So war Falcon eben und er liebte ihn genau so.

Neben Falcons Kopf stemmte er die Arme in die weiche Matratze. Ihre Oberkörper berührten sich fast, aber Timothy wollte nicht in der süßen Schweinerei landen.

Daher rutschte er soweit wie möglich zurück und senkte seinen Mund auf die breite Brust. Dann leckte er langsam darüber. Folgte der Spur des Sirups.

Der kalte Körper unter ihm wand sich. Falcon hatte den Kopf in den Nacken geworfen und stöhnte ungeniert.

Seine Härte drückte sich unablässig gegen Timothy.

Mit der Zunge umkreiste Timothy die rechte Brustwarze, saugte die süße Sünde in sich auf. Unter seinen Berührungen wurden sie augenblicklich hart und reckten sich ihm entgegen.

Immer wieder leckte und saugte er an der rechten Warze, kümmerte sich dann aber genau so hingebungsvoll um die Andere.

Falcon keuchte und stöhnte unter ihm. Reckte sich den Liebkosungen entgegen. Er wollte mehr davon. Wieder zerrte er an den Fesseln, aber es brachte nichts. Sie saßen fest.

Aber dafür waren seine Beine frei.

Mit einem kräftigen Ruck zog er sie unter Timothy hervor und schlang sie um den schönen Leib.

Sein Magier knurrte und fühlte sich in seinem Tun gestört.

„Wenn du nicht still hältst, fixiere ich deine Beine auch noch“, drohte er.

Schuldbewusst schlug Falcon die Augen nieder.

„Tut mir Leid Schatz. Ich werde mich ab sofort benehmen“, versprach er.

Skeptisch hob Timothy eine Braue, aber was erwartete er auch von Falcon? So war dieser Mann eben.

„Dann sei brav und nimm die Beine runter.“

Unwillig gehorchte der Gefangene. Sofort setzte sich Timothy wieder auf seinen Schoss und griff nach der Sahne.

„Du schmeckst heute besonders süß“, flüsterte er.

Der Vampir leckte sich nur die Lippen und verfolgte mit den Blicken die Sahne.

Timothy schüttelte die Sahne und begann dann, eine weiße Spur auf den starken Körper zu hinterlassen.

Wieder waren die Brustwarzen zuerst dran und wieder leckte er sie sauber.

Falcon musste sich sehr beherrschen um nicht die Kontrolle zu verlieren. Das was sein kleiner Magier hier tat, fühlte sich viel zu gut an.

Als die kühle Sahne dann auch noch sein Geschlecht traf, bäumte er sich auf.

Seine Muskeln spannten sich an und er hatte das Gefühl schon jetzt zu kommen.

Ein weiches Lachen ertönte und Falcon sah ihn an.

Sein Mann hockte zwischen seinen Beinen, die Sahne in der Hand.

Warme Finger strichen über seine Schenkel und fuhren dann durch die Sahne.

Falcon hob soweit den Kopf, dass er seinen Schritt sehen konnte. Dort erblickte er ein nettes kleines Kunstwerk.

Sein Schwanz war mit Sahne verziert.

„Mein kleiner Künstler. Machst du mich auch wieder sauber?“ lockte Falcon.

Vorsichtig hob er etwas den Becken und streckte sich Timothy damit weiter entgegn.

Sein Unterleib kribbelte und er wollte nichts weiter, als die Lippen seines Mannes an seinem Schwanz zu spüren.

Timothy neigte den Kopf, als müsste er darüber nachdenken, aber dann senkte er den Kopf und leckte durch die Sahne.

Er futterte sich durch die süße Sümde, spürte dabei das Zittern des Vampirs.

Dieses starke und mächtige Wesen lag nun unter ihm und wand sich. Wollte mehr davon.

„Timothy“, keuchte Falcon.

Er spürte die Zunge auf seiner empfindlichen Haut.

Sich die Lippen leckend ließ er von Falcon ab und schob sich ein Stück zurück. Spürte dabei die Blicke auf sich.

 

Grinsend streckte er einen Finger aus, strich von unten nach oben über die weichen Hoden und nahm das leise Zischen in sich auf, das sich Falcon ob dieser Berührung einfach nicht verkneifen konnte oder aber auch gar nicht wollte.
Timothy ließ den Finger zu seinem Mund wandern und leckte mit seiner Zunge darüber, schob den Finger dann ganz zwischen die Lippen und ließ Falcon nicht aus den Augen der ihn seinerseits beobachtete.

 

Oh ja, das war ein Spiel ganz nach seinem Geschmack.

 

Auch wenn sich Falcon nicht gerne so hilflos gab, so gab er sich ganz diesen wissenden Fingern hin. Diese wussten genau was sie tun mussten.

 

Sie strichen über die Haut, über die Schenkel, bis hinab zu den Knien nur um dann wieder nach oben zu wandern.

 

Ihr Weg führten sie weiter zu den weichen Hoden.

 

Stöhnend warf Falcon den Kopf hin und her. Lange würde das nicht mehr ertragen können.

 

Die Finger streichelten ihn, trieben ihn weiter an.

 

Automatisch spreizte er seine Beine nach weiter. Machte seinem Mann mehr Platz.

 

Timothy senkte noch weiter den Kopf. Er lag nun zwischen Falcons Beinen. Vor ihm das mächtige Geschlecht.

 

Mit dem Finger stupste er dagegen und hörte Falcons Zischen. Der Vampir konnte sich kaum noch beherrschen.

 

Sein Leib brannte und schrie nach Erlösung, aber Timothy dachte noch nicht daran.

 

Viel lieber stupste er mit den Fingern gegen die Hoden und den harten Schwanz, auf dessen Spitze bereits einige Lusttropfen glänzten.

Dann pustete er darüber. Der mächtige Körper erzitterte und Falcon knurrte leise.

Er hatte sich nicht mehr unter Kontrolle.

„Timmy“, keuchte er.

Als er Finger an seinem Eingang spürte bäumte er sich erneut auf. Sein Leib verkrampfte sich und drückte sich dem Finger entgegen.

„Gefällt dir das?“ hauchte Timothy.

Er war genau so erregt wie sein Mann. Hart presste sich sein Schwanz in die weiche Matratze.

„Nimm mich endlich.“

Den Finger mit Sahne beschmiert schob er ihn in Falcon. Stöhnend warf dieser den Kopf in den Nacken.

Dann folgte ein zweiter Finger und noch ein dritter.

Das Gefühl, gedehnt zu werden war ihm nicht fremd, aber es fühlte sich merkwürdig an. Dennoch gab er sich hin. Er wollte es genießen.

Plötzlich waren die Finger verschwunden. Überrascht öffnete Falcon die Augen und blickte genau in zwei schöne, katzengrüne Welten.

„Willst du das wirklich?“

Die Worte waren leise und es schwang leichte Angst in ihnen mit.

Der Vampir konnte nur nicken. Es war nicht das erste Mal das sie die Rollen tauschten und es würde wieder passieren.

Unsicher nickte Timothy, kam dann Falcon entgegen und plünderte ohne Rücksicht dessen Mundhöhle. Der Vampir ergab sich diesem Ansturm. Eine andere Wahl hatte er auch nicht.

Die Sehnsucht nach einem Kuss war viel zu groß.

Hungrig küssten sie sich. Ihre Zungen spielten miteinander, kämpfen einen nicht zu gewinnenden Kampf.

Ihre Körper berührten sich. Haut auf Haut. Sie rieben übereinander. Trieben sich damit immer mehr an, auch wenn das kaum noch möglich war.

Sie waren beide hoch erregt und sehnten sich nach nichts anderem als Erlösung.

Timothys ließ seine Finger an Falcons Seiten hinab gleiten, spürte dabei das leichte Zittern des Vampirs.

Hauchzart strich er über die Hüften. Die Muskeln unter der Haut spannten sich an.

Keuchend wandte Falcon den Kopf, als Timothy ihn frei gab.

„Bitte erlöse mich endlich. Ich kann nicht mehr“, bettelte er wieder.

Sein Mann schluckte hart. Der Anblick der sich ihm bot, war wunderschön.

Der mächtige Falcon Hunter lag unter ihm und bettelte nach Erlösung.

Auf dem weißen, ebenmäßigen Körper glänzten feine Schweißperlen.

>Wunderschön< hörte es Falcon in seinem Kopf, dann trafen ihn Timothys Gefühle.

Stöhnend wand sich der Vampir auf dem Laken.

Die Gefühle seines Partners waren gewaltig. Aber ihm selber ging es nicht anders.

Ihre Blicke trafen sich und sie wussten, dass sie zusammen gehörten. Da würde auch ein Streit nichts daran ändern.

Mit einer geschmeidigen Bewegung setzte sich Timothy auf und löste die magischen Fesseln.

Erstaunt bewegte Falcon seine Hände und hob eine Braue, aber er kam nicht dazu etwas zu sagen.

Sein Mann setzte sich auf seinen Schoss, genau auf seinen harten Schwanz.

Die katzengrünen Augen glühten regelrecht, als Falcon in ihm versank. Leicht beugte er sich nach vorn, bis das harte Geschlecht ganz in ihm war und er eine bequeme Position gefunden hatte.

„Was?“

Weiter kam Falcon nicht.

Wieder traf ihn eine Welle an Gefühle und die Hitze ihrer Liebe.

Hastig streckte er die Hände aus und berührte seinen Partner an der Brust.

Dieser grinste und leckte sich die Lippen, dann begann er sich zu bewegen. Langsam ließ er seine Hüften greisen.

Falcon schob seine Hände auf dessen Schenkel und begann den harten Schwanz zu massieren.

Ihre Blicken versanken ineinander während Timothy ihn ritt.

Immer schneller wurden ihre Bewegungen. Immer schneller und härte massiere Falcon das Glied. Pumpte das Blut durch die Adern seines Mannes.

Dieser keuchte und konnte kaum noch an sich halten.

Falcon hob sein Becken etwas an und kam mit einem lauten Stöhnen, was eher einem Knurren ähnelte tief in seinem Gatten.

Dieser folgte ihm nur Sekunden später.

Keuchend und zitternd brach er zusammen und blieb auf Falcons Brust liegen.

Sofort schlang sein Mann die Arme und hin und presste ihn an sich.

Der Orgasmus der beide traf, war so gewaltig, dass Timothy eine ganze Weile brauchte um sich wieder zusammeln.

Das Schlafzimmer wurde nur von hastigen Atemzügen und dem Rasen eines Herzens erfüllt.

Falcon hatte die Augen geschlossen und verteilte kleine Küsse auf der roten Mähne.

Leise schnurrend kuschelte sich Timothy noch etwas näher.

Er war glücklich und erleichtert zu gleich.

Endlich teilten sie wieder ihre Gefühle miteinander.

Mit Hilfe seiner Kräfte, zog Falcon die Decke über sie beide. Er wollte nicht das Timothy fror. Dessen Körper kühlte langsam aus.

„Danke“, murmelte dieser schläfrig.

Die Augen geschlossen, atmete er Falcons unvergleichbaren Duft ein.

„Schlaf ein bisschen. Ruh dich aus, mein kleiner Magier“, flüsterte er.

Aber Timothy drehte leicht den Kopf. Er war müde, wollte aber jetzt nicht schlafen.

„Du hast unser erstes Bild noch. Ich habe es in seinen Erinnerungen gesehen“, sagte er leise und wie zu sich selbst.

Falcons Griff wurde etwas fester. Irgendwie fühlte er sich ertappt.

„Ja. Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern. Du wolltest es unbedingt haben und ich war zuerst dagegen. Aber du hast dich durch gesetzt, wie immer.“

Ein Lächeln umspielte Falcon Züge als er daran dachte.

Beleidigt knurrte Timothy und biss ihn leicht in die Brustwarze.

„Idiot. Du erlaubst mir eben zu viel. Es macht auch Spaß dich um den Finger zu wickeln. Es gefällt mir, dass du es noch hast. Dieses erste Bild.“

Verträumt küsste sich Timothy über die breite Brust. So ein klein bisschen war er eben sentimental.

„Warum hast du mich eben nicht genommen?“ fragte Falcon nach einer Weile.

Der Positionswechsel war überraschend gekommen.

Sein Mann zuckte die Schultern.

„Ich wollte dich in mir spüren. Dieses Gefühl steht für mich über allem. Außerdem weiß ich ja auch, dass du nicht gerne unten liegst.“

Die letzten Worte klangen belustigt.

Beleidigt wollte der Vampir protestieren, aber sein Schatz hatte Recht. So gefiel es ihm einfach besser.

„Ich lag doch aber unten“, murrte er schließlich.

Timothy hob den Kopf und küsste ihn.

Endlich war er wieder glücklich. Er hatte seinen Mann wieder. Was wollte er mehr?

Glücklich ließ er sich in die starken Arme ziehen und genoss die Nähe seines geliebten Vampirs.

 

Die fremde Präsenz im Garten bemerkte keiner von ihnen.

Das Wesen trug eine lange, schwarze Kutte unter dessen Kapuze zwei gelbe Augen wütend funkelten.

Kopfschüttelnd wandte sich der Vampir ab. So hatte er sich das nicht gedacht.

Numitor knurrte leise. Er hatte Falcon und Timothy trennen wollen, aber er hatte wohl dessen Lieben unterschätzt.

Niemals hätte er gedacht, dass jemand wie Falcon Hunter zu solchen Gefühlen fähig war. Das dieser sich so gehen lassen konnte.

Welche Schande für seine Rasse. Dann musste er eben einen anderen Weg finden. Immerhin bezahlte ihn die Bruderschaft um diese unsägliche Liebe zu beenden.

Wenn Zyprian von seinem Versagen erfuhr, würde er sich rechtfertigen müssen. Am liebsten hätte er Timothy, den kleinen Magier getötet, aber das wollte die Bruderschaft nicht. Ihnen war diese Liebe ein Dorn im Auge.

„Freut euch nicht zu früh. Ich werde euch kriegen“, knurrte er auf Griechisch.

Dann verwandelte er sich in eine schwarze Wolke und war verschwunden.

 

 

~~~~~OWARI~~~~~