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Britta + Fich: katzenaugen VI:

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Sie merkten nur an der kalten Wärmflasche und den leeren Kakaotassen, wie die Zeit verging und so schreckten sie auf, als Bill durch die Eingangshalle tönte, wo denn alle wären und warum im Garten ein dreckiger Schneeleopard Haselnusssträucher durch die Gegend schleppen würde und ob das mit dem Gärtner abgestimmt gewesen wäre.

„Oh shit.“ Ian sprang auf und lief zum Fenster. „Simon, bring die Sträucher wieder dahin, wo sie hingehören“, brüllte er durch den Garten. Da passte man kurz nicht auf und schon wurden wieder Sträucher durch die Gegend gezerrt. Was hatte sein Sohn nur immer mit dem Grünzeug, das er regelmäßig ausbuddelte und verschleppte?

„Er hat noch keine Geschmacksknospen für Gemüse, oder? Deswegen weiß er die Büsche wohl auch noch nicht zu schätzen“, mutmaßte Randy, der sich ebenfalls erhoben hatte. Das musste er einfach sehen. Es war niedlich, wie der Leopard versuchte, sich hinter seiner Beute zu verstecken, damit man ihn nicht sah. Doch das weiße Fell leuchtete überall hervor.

„Kann es sein, dass du von irgendetwas abgelenkt gewesen bist oder warum gestaltet der Kurze unseren Vorgarten neu?“, wollte Bill wissen, der lässig am Türrahmen lehnte, die Arme vor der Brust verschränkt. Neugierig blickte er auf den Fremden. Augenscheinlich war er also wieder wach.

„Was soll das denn heißen, du freche Made?“ Ian wirbelte zu Bill rum und knurrte. „Superdad entgeht nichts. Ich habe das gewusst, Simon aber machen lassen. Der muss seine Muskeln trainieren und da ist Buschzerren genau richtig.“ Er wedelte mit einer Hand in der Luft zur Verdeutlichung, auch wenn das gar nicht passte und grinste breit. 

„Und ich opfere das Taschengeld von einer Woche, um dabei sein zu dürfen, wie du das da unten Stephano erklärst. Da hätten wir auch Molly behalten können, wenn du unserem Kurzen jetzt die Neugestaltung des Vorgartens überlässt.“ Bill grinste dreckig und Randy kam nicht umhin festzustellen, dass es der junge Leopard faustdick hinter den Ohren zu haben schien. Mit dem hatte es Ian nicht leicht, bestimmt nicht. Sie taxierten einander neugierig und nickten sich grüßend zu, wandten sich aber dann wieder neugierig zu Ian um.

„Nee, das mit Molly wäre nicht gegangen, dann hätten wir keine Regenwürmer mehr für Randy gehabt“, murmelte Ian und fing an zu lachen, als Randy knurrte und Bill fragend eine Braue hob. „Simon wollte Randy mit Regenwürmern aufpäppeln, hat bei Molly ja auch geklappt.“ Er zog seinen Sohn an sich und drückte ihn. „Bill das ist Randy, er bleibt erst einmal hier bei uns und er hat das Pech wohl mein neuer Assistent zu sein.“

Bill kratzte sich durch die Haare. „Wie viele Wochen war ich weg und warum hat mich keiner im Internat besucht?“, fragte er und Randy grinste. Endlich jemand, dem es genau so ging wie ihm auch – nämlich alles etwas zu schnell. Er mochte den Teenager jetzt schon, genauso wie den Kurzen, der immer noch die Büsche drangsalierte.

„Blödmöhre“, knurrte Ian gutmütig. Ihm war es wichtig, dass seine Kinder sich wohl fühlten, darum wollte er später mit Bill reden, aber so wie es aussah, hatte sein Sohn keine Probleme mit einem Vampir im Haus. „Geh in die Küche, Maria hat bestimmt noch ein paar Würmer für dich gerettet. Ich werde derweil der kleinen Dreckskatze die Ohren langziehen.“ Das würde nicht passieren. Es war sogar wahrscheinlicher, dass gleich zwei Katzen die Sträucher durch die Gegend zerrten.

Randy blieb am Fenster zurück und beobachtete Simon, der gerade mit einem der Sträucher herum rollte. Und es dauerte wirklich kaum eine Minute, da rollten zwei Katzen über die Wiese, während hinter ihm Bill mit einer Schüssel voll Nudeln und Würmer wieder ins Gästezimmer kam. „Du bist also Randy, der Vampir“, eröffnete er und Randy wandte sich um. „Ja, ich bin Randy. Hallo, Bill“, sagte er und lehnte nun mit er Hüfte an der Fensterbank – den Infusionsständer neben sich, beobachtete immer wieder aus dem Augenwinkel die weißen Katzen, ohne Bill zu ignorieren.

„Hallo, Randy.“ Bill grinste mit vollem Mund und kam ebenfalls zur Fensterbank. „Das war mir so klar. Von wegen der Dreckskatze die Ohren lang ziehen. Der hat doch nur darauf gewartet, sich auch dreckig machen zu können“, knurrte Bill und deutete auf seinen Vater, dessen Fell partiell nicht mehr weiß war. „Von irgendjemand muss der Kurze doch seine Buddelmanie haben.“

Randy lachte leise und blickte ebenfalls nach draußen. „Wenn du mich nicht verrätst, dann gebe ich dir Recht. Ich glaube, er ist nur Architekt geworden, weil er ab und an auf die Baustellen darf und bei tollem Regenwetter auch richtig dreckig werden kann“, mutmaßte er aufs Geradewohl und beobachtete nun mit Bill zusammen die beiden Dreckskatzen. Eines war klar – sollte Ian heute Abend immer noch den Drang haben beweisen zu wollen, dass er nicht haarte, dann wurde er vorher noch gnadenlos in die Dusche gestopft.

 „Du kennst meinen alten Herrn schon ganz gut.“ Bill grinste zu Randy und steckte sich den letzten Löffel in den Mund. „Und du bist wieder auf dem Posten?“, fragte er, nachdem er runtergeschluckt hatte. Er war ein wenig neugierig auf ihren Gast, darum war er auch noch im Haus und nicht draußen bei den anderen Katzen. Er hatte die Buddelmanie nämlich auch geerbt, auch wenn er das nie zugeben würde. Meistens hatte er mehr Spaß dabei, die beiden hinterher aufzuziehen.

„Nun ja, ich bin wieder auf den Beinen – dank deines Vaters. So wie ich Dexter verstanden habe, hat wohl nicht mehr viel gefehlt und mein Ende wäre gekommen. Er hat mir das Leben gerettet“, sagte Randy offen, denn so war es nun einmal. Auch wenn er noch ein paar Ladungen Blut brauchen würde, eh er wieder seinen alten Zustand erreicht hatte, doch er war auf dem besten Weg und seine Selbstheilung war auch wieder aktiv. Er spürte ihre Wirkung.

„Wie gut, dass mein Paps nichts rumliegen lassen kann. Wir haben echt versucht, ihm das abzugewöhnen, aber da ist er völlig beratungsresistent.“ Er lachte und zwinkerte Randy zu, damit der nicht glaubte, dass er das ernst meinte. „Stimmt das mit dem Assistenten? Ich trau Paps ja alles zu.“

Lachend schüttelte Randy den Kopf. Bill war wirklich Ians Sohn, gar keine Frage. Nicht nur weil der Junge optisch sehr nach seinem Vater kam und in ein paar Jahren ein gut aussehender, junger Mann sein würde, auch weil er mit seinem Humor sehr auf Randys Wellenlänge schwamm. „Ich glaube, er hat mich nur nicht liegen lassen, weil er mich hingeschmissen und kaputt gemacht hat. Er hatte wohl ein schlechtes Gewissen“, zwinkerte Randy zurück und grinste. „Und ich befürchte, das mit dem Assistenten hat er ernst gemeint. Ich bin aber noch in der Probezeit. Er braucht jemanden für seine Statiken und ich muss zugeben, ich sehe das genau so.“

„Krass.“ Bill war schon etwas überrascht, denn bei seiner Arbeit war sein Vater ziemlich eigen und sehr perfektionistisch. Wenn er Randy sofort eine Stelle angeboten hatte, dann musste er gut sein. „Dann werden wir uns die nächste Zeit wohl öfter sehen.“

„Ich werde mir schnellstmöglich ein Appartement suchen, sobald ich wieder auf dem Damm bin. Ich werde euch hier nicht länger als ein paar Tage stören“, erklärte Randy gleich, weil er sich plötzlich wieder als Eindringling fühlte. Er war sich sicher, dass Bill das so nicht gemeint hatte, doch Randy führte es vor Augen, dass er für ein paar Stunden wirklich vergessen hatte, dass er eigentlich gar nicht hier her gehörte. Er hatte sich bei Ian schon viel zu wohl gefühlt. Es war ganz gut, dass ihn wieder jemand erdete.

„Weiß mein Vater das schon?“, fragte Bill mit skeptisch hochgezogener Augenbraue. „Sollen wir wetten, ob er das einfach so hinnimmt? Ich glaube das nämlich nicht. Helfersyndrom? Samariter? Glucke? Nur mal so als kleine Gedankenstütze.“ Der junge Leopard lachte. „Wenn er zu sehr nervt, lass ihn ruhig gewinnen. Für uns ist es okay, wenn du erst einmal hier bleibst.“

Randy blickte ernst auf den Jungen. Irgendwie klang das so, als würde Ian jede Woche etwas mit heim schleppen. Vielleicht war er auf alles, was er heim schleppte so neugierig wie auf den Vampir. Randy spürte einen Stich. „Ich habe ihm gesagt, dass ich nur kurzfristig hier sein werde. Ob er es wirklich verinnerlicht hat, weiß ich allerdings auch nicht“, gab er stattdessen zu und versuchte, den Schmerz in der Brust zu ignorieren. Der sollte eigentlich gar nicht da sein, verdammt!

„Wird er nicht.“ Bill winkte ab und setzte sich auf die Fensterbank. „Ehrlich, es ist okay, wenn du noch hier bleibst. Wenn du Playstation zocken kannst, darfst du sogar dauerhaft hier einziehen. Paps ist da echt ‘ne Lusche und Simon noch zu klein. Ich brauche Herausforderungen.“ Bill seufzte theatralisch und sah den Tropf abschätzend an.

„Tut mir leid, da muss ich dich enttäuschen. Mit solchen Dingen habe ich nichts am Hut. Ich kann nicht mal Videorecorder programmieren.“ Randy folgte den Blick des Jungen und blieb ebenfalls an dem Tropf hängen. „Den werde ich nicht mehr lange brauchen. Meine Selbstheilung hat sich aktiviert. Dann kann ich das Bett räumen und dein Vater kann wieder was auflesen.“ Randy versuchte zu lachen, doch es klang hohl. Also brach er ab und wandte sich wieder zum Fenster um. Er erkannte sich selbst nicht wieder.

„Hätte ja klappen können.“ Bill zuckte mit den Schultern und sah dann Randy mit schief gelegtem Kopf an. „Das macht er nicht oft. Einen Menschen oder einen Vampir hat er noch nie nach Hause gebracht. Allerdings war ich in Biologie immer sehr gut, weil dank Paps immer sehr viel tierisches Anschauungsmaterial vorhanden war. Manchmal war das hier die reinste Tierklinik.“

Jetzt musste Randy doch lachen und er sah kurz neben sich zu Bill. „Von Molly habe ich schon gehört. Und weil dem Regenwürmer wohl wieder auf die kleinen Grabkrallen geholfen haben, wollte dein Bruder mir auch welche suchen. Oder er war einfach nachtragend, weil unser erster Kontakt etwas verstörend war.“ Randy fühlte sich wie ausgewechselt und sein Blick lag wieder auf Ian. Bills Bemerkung, dass Ian noch nie einen Menschen oder ähnliches mit heim gebracht hatte, hätte Randy nicht so erleichtern dürfen. Doch er konnte nichts dagegen tun. Zu spät. Es war passiert.

„Ah, jetzt versteh ich auch die Essenswahl.“ Bill lachte und boxte Randy vorsichtig gegen den Arm. „Mach dir mit der Wohnungssuche keinen Stress. Ich bin da durchaus egoistisch. Er wird dann viel mehr Zuhause sein, was besonders Simon gut tut und so gut drauf, habe ich ihn auch schon lange nicht mehr erlebt.“

Randy nickte lächelnd. Es war verlockend anzunehmen, was ihm geboten wurde. Bill lud ihn ein, Ian hatte das gleiche getan. Hier zu bleiben, war bestimmt nicht das schlechteste und außerdem war doch jetzt sowieso nichts mehr zu retten. Er hatte sich bereits verliebt. Das konnte er nicht mehr rückgängig machen. Da war es doch immer noch besser hier in Ians Nähe zu sein und sich ein bisschen zu belügen, als allein in einer kleinen Wohnung zu hocken und sich nach ihm zu verzehren. Beides tat weh, aber hier konnte er sich etwas vormachen und er wollte sich etwas vormachen.

„Ich glaube nicht, dass das nur an mir liegt“, entgegnete Randy leise.

„Ich denke schon.“ Bill schlug sich zufrieden auf die Oberschenkel. „So, wenn das geklärt ist, gehe ich jetzt mal da raus und sammel den Rest meiner Familie ein und buddel vor allen Dingen die armen Sträucher wieder ein. Du musst mitarbeiten und hinderst sie daran, so dreckig wie sie sind, durch das Haus zu laufen und scheuchst sie ins Bad.“

Randy fragte lieber nicht, was Bill damit gemeint hatte, das wäre jetzt geklärt. Er wollte die ehrliche Antwort darauf eigentlich lieber nicht hören. Deswegen nickte er und folgte Bill in den Flur. „Wo ist das Bad? Wo muss ich also mit dem Besen stehen, um sie umzuleiten?“, wollte er wissen. Zwar wusste er, wo das Gästezimmer ein Bad hatte, doch das war sicherlich nicht gemeint. „Und ich brauche noch einen Besen, oder soll ich den Infusionsständer nehmen?“

„Nein, Besen ist gut. Das tut weniger weh, wenn du energischer werden musst.“ Bill kicherte wie eine alte Hexe und verschwand kurz in der Küche, um den Besen zu holen. Er schloss hinter sich die Tür, so wie alle anderen Türen im Erdgeschoss. „Hier ist das Bad", erklärte er und öffnete eine Tür neben der Küche und gab Randy den Schlüssel. „Rein scheuchen und abschließen. Erst wieder aufmachen, wenn du großes Gezeter und die Dusche rauschen gehört hast.“

„Äh?“, machte Randy und glaubte sich verhört zu haben. Ging das hier immer so ab? Doch er nickte, nahm seine Waffe und stellte sich so in den Weg, dass er die rechte Seite mit dem Infusionsständer abdecken konnte und die linke mit dem leichteren Besen zum treiben und scheuchen beweglich war. „Warte, den Schlüssel steck ich gleich ins Schloss, dann geht es schneller“, murmelte er, präparierte alles und dann gab er Bill das Zeichen – die Hatz auf die Dreckskatzen konnte losgehen. Randys Herz schlug bis zum Hals. Hoffentlich versuchte Ian nicht ihn mit seinem Fell rumzukriegen! Er konnte dem Mann doch nicht widerstehen – in keiner Form.

Randy stand in Position und eine Katze, von der er annahm, dass es Bill war, schoss an ihm vorbei nach draußen, dort hörte man kurz Geknurre, Gefauche und dann das Kratzen von Krallen auf Stein. Zwei Fellknäule schossen in das Haus und schlidderten auf Randy zu. Sie versuchten auszuweichen, aber es ging nicht, weil sie zu viel Schwung hatten. Die größere Katze sah sich hektisch um, aber alle Fluchtwege waren versperrt und Randy hatte sich so ungünstig postiert, dass er die Treppe versperrte. Was Ian aber nicht daran hinderte es doch zu versuchen. Er spannte die Muskeln an und wollte gerade springen, als Simon in ihn rein krachte und sie beide zu Fall brachte. Das war Randys Chance. Er nutzte aus, dass der breite Flur gefliest war und die Katzen nicht auf ihren krallenbewährten Pfoten standen, sondern auf der Seite oder auf dem Rücken lagen. Blitzschnell löste er den Schlauch aus der Kanüle, so dass der Infusionsständer ihn nicht behinderte. Dann nutzte er den Besen, setzte an der unteren Katze vorsichtig an und nutzte den Schwung, um das weiche Fellknäuel mit Schwung ins Bad zu fegen. Ein beherzter Schubser und dann knallte er die Tür zu. Sein Herz schlug wie wild. Hui war das ein Spaß gewesen. Schnell drehte er den Schlüssel und holte tief Luft. Erst dann guckte er sich um. Ja, er schien beide Katzen ins Bad verfrachtet zu haben.

Ian hockte im Bad und versucht zu verstehen, was gerade passiert war. Hatte Randy ihn und Simon gerade allen Ernstes wie einen Haufen Dreck weggekehrt? Der große Leopard schüttelte den Kopf und wandelte sich dann, weil er als Katze nicht lachen konnte. Jetzt saß er auf dem Boden und kriegte sich gar nicht mehr ein. Er griff sich Simon, der verstimmt brummte und kraulte ihn. Das war so ein Spaß.

„Alles in Ordnung da drinnen? Jemand verletzt?“, wollte Randy besorgt wissen, weil er die Geräusche hinter der Tür nicht richtig deuten konnte. Er stand – immer noch mit dem Besen bewaffnet – vor der Tür und lauschte angespannt. Er hatte schon wieder einen Teil seiner Kraft zurück, nicht dass er den beiden zu viel Schwung gegeben hatte und jemand gegen die Wand oder die Dusche geknallt war. Er machte sich Sorgen, denn das hätte er nicht gewollt. Er presste den Besen in seiner Hand, das Holz knarrte leise.

„Alles in Ordnung, Randy. Simon ist nur brummig, weil du uns so schnell eingefangen hast“, rief Ian durch die Tür und lachte wieder. „Ich hätte wissen müssen, dass Bill dich gleich für seine Zwecke einspannt. Sonst muss er nämlich dafür sorgen, das wir ins Bad kommen.“

„Dann seid froh, dass er bisher euch gescheucht hat“, sagte Randy, war aber erleichtert. „Ich würde den Aufwand nicht betreiben, sondern euch vor der Tür mit dem Gartenschlauch abspritzen.“ Er war sich sicher, dass er das eigentlich nicht machen würde, doch die Vorstellung fand er lustig. „Macht euch sauber. Ich schließ wieder auf und guck mal, ob ich Bill helfen kann, damit ihr auch morgen noch einen Gärtner habt und keine unbesetzte Stelle.“

„Zu Befehl, Chef. Bleib aber lieber im Haus, du hast keinen Pelz, sondern nur einen Pyjama an. Bill schafft das schon alleine“, rief Ian gut gelaunt und schnappte sich Simon fester, damit er nicht abhauen konnte, während er ihn in die Dusche trug.

Randy zuckte, als er das aufgebrachte Fauchen hörte, das Kratzen von Krallen auf Fliesen und das erbärmliche Jammern, als endlich das Wasser der Dusche rauschte. Das war eines der wenigen Dinge, die Randy auch über Katzen wusste – Wasser gehörte nicht gerade zu den engsten Freunden. Er ließ den Infusionsständer stehen, schloss das Bad auf und ging trotzdem zur Eingangstür. Er wollte sehen, ob Bill klar kam oder ob er Hilfe brauchte. Doch ein Blick reichte, um zu wissen, dass der junge Schneeleopard das nicht zum ersten Mal machte. Geschickt grub er mit den großen Pranken die Büsche wieder ein, setzte sie vorsichtig in die Löcher und trat mit den Hinterpfoten die Erde fest. „Süß“, murmelte Randy leise, zog die Arme um sich fester. Der November war kalt.