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Weihnachten 2013 - 11

11. Dezember

Hinweis!!
Wie einigen von euch aufgefallen sein wird, habe ich von Chaotizitaets Geschichte
Kapitel 1 unterschlagen - tut mir leid, ich habe das behoben.
Heute ist also nicht Türchen 11 das neueste (das kennt ihr schon von gestern) -
bitte geht zurück zur Türchen 07, dort warte Kapitel 1 von Chaotizitaets Geschchte
auf euch .... sorry ....





zwar nicht weihnachtlich, aber vielleicht ein kleiner Spaß für alle, die das Trio Infernale genau so gern haben wie wir... (spielt nach Terra3.0 - Zyklus 7)
ein Gruß von Britta und Fich

Outtakes 01 – Innere Ruhe - Fortsetzung

„Der hat mich auch. So was gehört verboten. Der kann uns doch nicht einfach in unsrem Wäldchen jagen.“ Meodin schrie Zeter und Mordio. Es sollte keiner sagen, er würde einfach aufgeben. Er versuchte immer wieder, dem Soldaten in den Rücken zu beißen, doch es gelang ihm nicht so richtig.

„Dylan! Rette uns!“, brüllte das Seepferdchen immer wieder, doch von Dylan war seit geraumer Zeit schon nichts mehr zu hören gewesen.

„Oh man, Meo. War ja klar, dass du dich einfangen lässt. Was haben wir dir immer gesagt? Klappe halten und versteckt bleiben. Ist das so schwer?“, brummte Diego und verdrehte die Augen.

„Halt die Klappe, Stummelaffe. Ich war nicht der erste, der verschnürt in der Gegend rumliegt“, fauchte Meodin zurück und schnaubte aufgebracht. „Dylan rette uns, oder fang den Mistkerl.“

„Warte nur, bis ich wieder frei bin, ich werd dir zeigen, wo der Mole die Haare hat, das kannst du aber wissen. Sagt der einfach Stummelaffe zu mir. Dabei ist mein Stummelschwanz viel stummeliger als dein komisches Ringel-Anhängsel. Das ist ja noch nicht mal ansatzweise ein Schwanz.“

Um die beiden musste sich Akuma keine Gedanken machen, die vertrieben sich die Zeit schon. War zwar schwer zu glauben, dass die befreundet waren, doch er wusste es besser, dass die drei unzertrennlich waren. Und gerade weil er das wusste, musste er jetzt ganz besonders auf der Hut sein. Er hatte Dylans kleinen Bruder und dessen besten Freund in Gewahrsam und der junge Mole hatte bei Ewan und Adrian gelernt.

Mit dem Kerl war nicht zu spaßen.

Akuma freute sich schon darauf, sich mit ihm zu messen, denn ein richtiger Gegner machte eine Jagd doch erst spannend. Völlig lautlos schlug Akuma sich wieder in die Büsche, was Diego gleich wieder mit Richtungsangaben an seinen Bruder weitergab. „Ich kann ihn nicht mehr sehen und nichts raschelt oder wackelt“, rief er noch, dann war Dylan auf sich allein gestellt.

Stille.

Ohrenbetäubende Stille.

Diego und Meodin wagten kaum noch zu atmen, um nichts zu verpassen. Doch es war alles ruhig.

Doch dann!

Ein finales Knacken dicht am Waldrand, ein überraschter Schrei. Dann wieder Ruhe.

Diego blickte Meodin an. „Was war das?“, fragte er verwirrt.

„Keinen Schimmer, Dylan jedenfalls nicht.“ Sie zuckten beide, als es neben ihnen raschelte und schüttelten kurz den Kopf, als Dylan aus dem Wald trat, sich zufrieden Dreck aus dem Pelz klopfend. Er schnitt die Fesseln auf und half den beiden hoch. „So, erledigt. Lasst uns gehen, ich hab Hunger.“

„Wie erledigt?“, fragte Meodin und sprang hektisch auf. „Hast du ihn kaputt gemacht? Sag schon.“ Dylan hob eine Augenbraue und sah seinen Freund an.

„Definiere kaputt gemacht?“ Das hatte er schon immer mal sagen wollen und er kicherte leise. „Ich hab ihn erledigt. Er liegt auf dem Boden der Grube, die ich gegraben habe, während ihr euch habt schnappen lassen.“

„Ha!“ Diego ging in Siegerpose. „Das! Ist mein Bruder!“ Er platzte bald vor Stolz und so wie Dylan das sagte, klang ihr dilettantischer Plan der Elitesoldatenirreführung fast gewollt. Das machte alles noch viel besser! Er hatte dazu beigetragen, den …

„Bist du blöd?“ Meodin war außer sich und fing nun an, im Kreis um die Eiche zu flitzen, unter der sie gelegen hatten. Das tat er immer, wenn er nicht aus noch ein wusste. „Wir können den da nicht drinnen lassen. Das fällt auf, wenn er nicht wiederkommt!“

„Rauslassen können wir den auch nicht. Das ist unser Wald. Niemand jagt uns in unserem Wald. Und wenn jemand doch so blöd ist, dann…“

„Dylan! Weißt du, was das für Ärger gibt? Politische Verwicklungen auf oberster Ebene. Wir haben den General der Jiang Shi kaputt gemacht.“ Meodin war völlig von der Rolle. Er war sich ziemlich sicher, dass das nicht erlaubt gewesen war.

„Und bestimmt auch dreckig“, überlegte Diego wenig hilfreich.

Meodin funkelte ihn an, sagte aber nichts. „Du hast das Loch gegraben, du holst ihn da auch raus“, bestimmte Meodin und sah Dylan an. „Wehe, den kriegen wir nicht wieder hin. Erdogan wird mich umbringen und dieser Bahadur auch. Ich glaub, der hängt an dem.“ Meodin murmelte nur noch leise und lief los, blieb aber nach ein paar Schritten stehen und drehte sich wieder um. „Los, macht hinne. Schadensbegrenzung.“

„Warum?“ Dylan sah das ja gar nicht ein. Es war ausreichend schwer gewesen, in so kurzer Zeit ein Loch zu graben, in das ein großer Mann hineinfiel und aus dem ein Elitesoldat nicht so leicht wieder heraus kam. Ihn da jetzt raus zerren zu müssen, war nicht Teil des Plans gewesen. „Wir können doch den Wachen sagen, wo der ist, dann holen die den raus und wir haben Zeit zu türmen!“

„Der Kerl hat unsere Gesichter gesehen – er wird gegen uns aussagen!“ Meodin war immer noch von der Rolle. Egal, wie sie das bogen, sie kamen aus dem Schlamassel irgendwie nicht mit heiler Haut raus. Das gab wieder Einzelhaft für alle. Das hatten sie schon mal gehabt – eine Woche durften sie sich nicht sehen, nicht reden und auch sonst keinerlei Kontakt haben, weil sie ganz aus Versehen in der Küche was hatten explodieren lassen. Dabei war es gar keine Absicht gewesen, dass die Dose mit Bohnen auf die Herdplatte geraten war und außerdem hatten sie gerade andere Sorgen als alte Erinnerungen!

„Das gibt nicht nur eine Woche Einzelhaft. Das wird mindestens ein Monat“, brachte Meodin wieder in Erinnerung, was ihnen blühte, wenn Akuma Erdogan und Bahadur erzählte, was die drei mit ihm gemacht hatten und bei dem Ruf, den das Trio innehatte, war klar, dass sie bestraft wurden.

„Oh Scheiße.“ Diego riss die Augen auf, als er die Tragweite begriff. „Scheiße, scheiße, scheiße. Dylan, Meo hat Recht. Wir müssen ihn da raus holen und nachsehen, ob wir ihn noch mehr kaputt gemacht haben.“

Der größere Mole war noch immer nicht überzeugt, aber als Meodin anfing ihn zu pieksen und Richtung Wald zu treiben, ging er knurrend los. „Bleibt hinter mir. Wenn so ein schwerer Brocken wie die Seegurke auf ihn drauf fällt, isser auf jeden Fall… aua!“ Der Piekser, der folgte, war besonders heftig gewesen, denn Meodin konnte zwar damit leben eine blöde Seegurke zu sein, aber eines war er nicht – ein schwerer Brocken.

„Da unten isser, guck!“, sagte Dylan als sie am Rand der Grube standen. „So wie ich ihn verlassen habe.“

„So wie du ihn verlassen hast? Heißt das, der hat sich nicht bewegt? Isser tot? Scheiße, scheiße, scheiße!“ Meodin wurde wieder hektisch. Flecken wurden auf seinem blassen Gesicht sichtbar.

„Bist du blind? Der atmet doch noch. Guck richtig hin.“ So langsam wurde Dylan ärgerlich. Auf einmal war er nicht mehr der Held, der seine Freunde befreit hatte, sondern nur noch der, der den General der Jiang Shi kaputt gemacht hatte. „Herr Gott noch mal.“ Dylan sprang in die Grube und kniete sich neben Akuma. Er hatte ein wenig bei Adrian abgeguckt und nach einer flüchtigen Untersuchung, konnte er keine neuen Brüche feststellen. „Ich heb ihn hoch und ihr nehmt ihn an.“

„Lass mich los“, knurrte mit einem mal der General. Akuma kam langsam wieder zu sich. Er war unglücklich gefallen und hatte sich eine Beule geschlagen. Er konnte gar nicht so schnell gucken, wie der Mole mit einem Satz aus der Grube raus war.

„Ich denk, du wolltest ihn rausreichen?“, fragte Meodin verwirrt, der Dylan fest umklammert hielt im festen Glauben, Akuma gereicht bekommen zu haben, auch wenn er sich im ersten Augenblick gefragt hatte, warum der General so pelzig war wie ein Mole.

„Er ist wach“, knurrte Dylan.

„Shit“, fluchte Meodin und kniete schon am Rand der Grube. „Akuma?“, rief er leise flüsternd. Warum er das machte, wusste er selbst nicht, aber es erschien ihm richtig. „Bist du verletzt?“

„Was glaubst du denn?“, knurrte Akuma und setzte sich auf. Er war wütend auf sich selber. Warum hatte er nicht daran gedacht, was Moles neben laufen und kämpfen am besten konnten? Ihm hätte doch klar sein müssen, warum er vom dritten Chaoten so lange – verdächtig lange – nichts gehört hatte. Überall hatte er jetzt Sand. Das rieb an unangenehmen Stellen ganz ordentlich. Und seine Rippe schmerzte, sicherlich war er drauf gefallen und hatte sich geprellt.

Mist!

„Scheiße, wir haben ihn wirklich kaputt gemacht.“ Meodin seufzte. „Komm, wir helfen dir raus“, bot er an und hielt Akuma die Hand hin.

„Wir haben gewonnen“, rief Dylan hinter Meodin und der ließ den Kopf hängen. Musste das jetzt sein?

„Wo bist du verletzt?“, fragte er lieber, um abzulenken, während Akuma sich aufrichtete.

„Kopf und Rippen und wenn Daniel das rausbekommt oder Adrian, dann wird mein Training wieder eingeschränkt“, erklärte Akuma, verschränkte aber die Arme vor der Brust. Er war immer noch sauer.

„Und wirst du denen sagen, wie das passiert ist?“, wollte Diego wissen und zog Meodins Arm wieder hoch. „Und denk drüber nach, was du sagst, wenn du da wieder raus willst!“

Meodins Kopf sank noch tiefer.

Typisch Moles!

„Ich komme hier schon raus“, knurrte Akuma. Er wusste zwar noch nicht wie, aber er ließ sich nicht erpressen.

„Na dann mal los, großer Meister, das will ich sehen.“ Dylans Kopf erschien neben Meodin und er grinste breit. „Wenn du verletzt bist und kein Serum intus hast, wird das nicht klappen.“

„Du kleine …“, knurrte Akuma und musste innerlich zugeben, dass der Mole wirklich recht hatte. Er hätte vielleicht die Kraft, sich an einem Arm nach oben zu ziehen, ohne seine Rippen zu sehr zu belasten. Doch die Grube war so konstruiert, dass immer wieder etwas vom Rand abbrechen würde, sobald es belastet wurde. Das konnte ewig dauern. Er musste sich eine Rampe graben, um das Loch verlassen zu können.

„Jungs, so kommen wir doch alle nicht weiter“, sagte Meodin und versuchte diplomatisch zu sein. Sie hatten ein Problem. „Wir können ihm doch raus helfen und Erdogan sagen, dass er uns fangen wollte, in unserem Wäldchen. Das durfte er nicht und wir haben uns nur verteidigt. Mehr nicht. Vielleicht lässt er Milde walten.“ Er sah seine beiden Freunde an, dann Akuma.

Der stand immer noch mit verschränkten Armen am Boden der Grube und sah finster nach oben. „Der einzige Kompromiss, auf den ich mich einlasse, ist eine einvernehmliche, freundschaftliche Jagd, bei der ich unglücklich in eine Grube gefallen bin, die Dylan gegraben hat. Keiner wurde verletzt und keiner bekommt Ärger.“

„Okay, könnt ihr damit leben?“, fragte Meodin die Moles, während Diego zu bedenken gab, dass die Ärzte den General trotzdem untersuchen und dessen Training einschränken würden und er sich nicht sicher wäre, wie viel der hier geschlossene Deal dann noch wert wäre.

„Dann sollten wir zusehen, dass wir ungesehen in unsere Quartiere kommen.“ Akuma war nicht für seine Geduld bekannt und jetzt war er schon geduldiger, als sonst. „Und darum sollten wir zusehen, dass wir hier weg kommen.“ Er reckte seine Arme nach oben, damit die Moles ihn rausziehen konnten.

„Los“, sagte Meodin. Der Deal klang gut. Wenn sie keiner erwischte und keiner fragte, warum der General dreckig war wie ein Mole nach einem Staubbad und halb nackt, wenn es ihnen gelang zu verbergen, dass er sich den Kopf angeschlagen hatte und die Rippen geprellt waren, dann wurde alles gut. Nur war das Lager gut bewacht und Meodin der einzige, der noch ein Shirt anhatte, was er Akuma geben könnte, um die Blessuren auf der Brust zu verbergen. Schließlich hatte Dylan ja bei der Seepferdchen-Rettungsaktion das Shirt des Generals zerfetzt.

Die in die Grube gereckten Arme zogen den Soldaten nach oben, der sich erst einmal etwas von der Grube entfernte und an einem Baum gelehnt stehen blieb. Die Rippe tat weh. Nicht gut. Das konnte er vor Bahadur nicht verheimlichen!

Okay, mit Bahadur wurde er fertig, der ließ mit sich verhandeln. Hoffte Akuma zumindest. „Los, gehen wir“, sagte er barscher als eigentlich gewollt. Er wollte unter die Dusche und den Schaden begutachten. „Gut gemacht“, brummte er zu Dylan, denn auch wenn sie jetzt ganz schön in der Scheiße steckten, so musste der General zugeben, dass der Mole es geschickt angestellt hatte, ihn zu überlisten. Er musste das in sein Repertoire aufnehmen und sich zukünftig auch auf derartige Angriffe vorbereiten. Er war den dreien in die Falle gegangen wie ein Anfänger. Wenn der Prinz jemals Wind davon bekam, würde er seine Witzchen reißen.

„Ich hab bei den Besten gelernt“, sagte Dylan stolz und schlug sich gegen die staubige Brust. Allerdings hatten sie gerade alle eine Verschwiegenheitsklausel unterzeichnet, wenn auch nur mündlich. Er konnte also noch nicht einmal damit angeben, den General der Jiang Shi überrumpelt zu haben. „Ach Mist“, murmelte er leise und grinste schief, als Diego versprach ihn dafür zu loben, wenn sie alleine waren.

Und so machten sich die vier gemeinsam auf den Heimweg – alle um ein Geheimnis reicher.

 

Ende