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Weihnachten 2013 - 15

15. Dezember

wenn auch nicht weihnachtlich, so doch ein kleines siebenteiliges Out-take zu Katzenaugen
(gehört thematisch gesehen hinter Zyklus 6, die Geschichte des Schneeleoparden Ian)

ein kleiner Gruß von Britta und Fich

Katzenaugen - Outtakes - 3 von 7

3 – Pubertät ist, wenn die Eltern schwierig werden

 

„Sie haben gefuttert, jetzt schlafen sie“, berichtete Rina stolz und lächelte.

„Das hast du gut gemacht, Kätzchen“, sagte Cathleen und schloss ihre Tochter in die Arme. „Wir haben Kuchen aus der französischen Bäckerei mitgebracht. Wenn du uns einen Tee machst, rück ich welchen raus.“

„Hast du auch Eclairs gekauft?“, wollte Rina erst wissen, denn nur wenn die dabei waren, hatten sie einen Deal. „Was denkst du denn?“ Cathleen zwinkerte grinsend ihrer Tochter zu. „Perfekt! Der Tee wird sofort in der Küche serviert.“ Rina hakte sich bei ihrer Mutter ein und legte ihr den Kopf auf die Schulter. „Ich bin so froh, dass ihr jetzt hier in New York wohnt.“

„Und ich erst, meine Maus. Vor allem das Aset es möglich machen konnte, dass wir eines der Anwesen hier in der Straße beziehen konnten. Bald gehört deinem Vater die ganze Straße“, lachte Cathleen. Sie blickten noch einmal auf den Korb, in dem die kleinen Katzen schliefen. Sie ließen die Tür einen Spalt offen, damit sie auch in der Küche hören konnten, wenn die Kleinen schrien.

„Ist doch prima, dann haben wir nie Platzprobleme“, lachte Rina. Sie hatte Aset doch die Vorteile aufgezählt, wenn die Familie doch auf einer Straße wohnte und als auch Caleb dieser Meinung war, hatte der Vampir es möglich gemacht, dass eines der Anwesen verkauft wurde. Wie er das gemacht hatte, war ihr egal und wahrscheinlich war es auch besser, wenn sie es nicht wusste. Sie hatte für sich beschlossen nicht alles zu hinterfragen.

„Wo dein Bruder wohnen will, das weiß ich ja schon.“ Cathleen war natürlich über alles informiert. Auch darüber, dass Ranu gern später mal seinen großen Bruder im Penthouse beerben wollte. Deswegen versuchte er ja auch, Buster ein Haus schmackhaft zu machen. Doch Buster dachte ja gar nicht daran. So sehr er seinen kleinen Bruder auch liebte, sein Penthouse würde er die nächsten Jahrzehnte wohl nicht räumen. Schließlich war es schwer genug gewesen, es von Aset zu erbetteln, wobei das erbetteln weniger schwierig war, als Caleb ebenfalls von der Notwendigkeit zu überzeugen.

Rina machte Tee und brachte die dampfende Kanne zum Tisch. Sie waren noch alleine und wollte bei ihrer Mutter schon mal vorfühlen, wie es wohl aufgenommen würde, wenn Bill morgen hier schlief. „Du, Mom“, fragte sie vorsichtig und sofort wurde Cathleen hellhörig, denn das war sonst gar nicht die Art ihrer Tochter. „Ja, Mäuschen?“, sagte sie darum und legte den Kopf schief. Rina räusperte sich und sah ihre Mutter bittend an. „Bill kommt doch morgen mit seiner Familie und ich habe mir überlegt, da wir uns doch jetzt ein paar Wochen nicht sehen, dass Bill morgen hier schlafen könnte. Natürlich in einem eigenen Zimmer.“

Cathleen ließ das erst einmal auf sich wirken und betrachtete ihre Tochter, wie sie da etwas verlegen mit einer Haarsträhne spielte. Sie trug ihr Haar immer noch so rot, wie es von klein auf war. Jetzt war es lang und wellig, umrahmte das hübsche Gesicht. „Du magst ihn sehr, oder?“, wollte sie wissen, auch wenn das nicht die Antwort war, die Rina hören wollte.

„Ja, ich habe ihn sehr gern.“ Rinas Augen leuchteten, als sie das sagte und Cathleen seufzte. Junge Liebe war einfach herrlich. „Er ist nett und sieht gut aus. Er bringt mich zum Lachen und er ist nicht geflüchtet, als er auf den Chaotenhaufen hier getroffen ist.“

„Das ist ja nun wirklich ein Argument, was für ihn spricht“, lachte Cathleen und ließ sich Tee einschenken, während sie sich erhob und das Kuchenpaket aus dem Schrank holte. Erstaunlich dass es noch vollständig war, bei den ganzen ständig hungrigen Katzen im Haus. „Was hält er denn von der Idee hier zu nächtigen und was sagen seine Eltern dazu? Oder bin ich die erste, die befragt wird.“

„Du bist die erste und Bill würde gerne hier schlafen.“ Rina wurde ein wenig verlegen, versteckte sich hinter ihrer Tasse. „Was sein Vater und Ryan dazu sagen, weiß ich noch nicht. Ich rufe Bill nachher an, vielleicht weiß er dann ja schon was.“ Sie machte einen langen Hals, als ihre Mutter das Kuchenpapier entfernte. Cathleen hatte reichlich gekauft. Das wurde schon alle. Dass konnte Rina doch bestimmt für sich nutzen. „Ich hol Teller und bring den Jungs auch was.“

„Willst du sie kaufen?“, lachte Cathleen und begann Kuchen auf die Teller zu verteilen, die Rina schief grinsend auf den Tisch gestellt hatte. „Ich hätte gute Karten und einen besseren Stand bei Aset und Caleb, wenn ich sagen könnte, dass es für dich okay ist. Er schläft ja nicht bei mir. Er bekommt ein eigenes Zimmer, wegen mir auch auf einer anderen Etage als mein Zimmer liegt. Ich möchte nur gern so viel Zeit mit ihm verbringen wie geht, ehe wir nach Afrika fliegen und er nach Australien.“

„Für mich ist es okay, Kätzchen“, sagte Cathleen und lächelte.

„Danke, Mom!“ Rina umarmte ihrer Mutter und küsste sie auf die Wange. „Ich verteile jetzt mal die kleinen Köstlichkeiten und werde meine Fühler für weitere Unterstützung ausstrecken.“ Sie grinste frech und Cathleen schüttelte den Kopf. So eine durchtriebene kleine Made. „Ich wünsch dir Glück, Kätzchen.“

„Ein bisschen bin ich schon Asets Tochter“, lachte sie leise. „Ich bin gleich wieder bei dir, dann lass ich mir meinen Kuchen schmecken.“ Zufrieden balancierte sie die Teller durch den Wintergarten nach draußen, während Cathleen ihr langsamer folgte. Das machte sie jetzt doch neugierig.

Rina hatte Glück, die sieben Männer, die im Haus waren, saßen alle zusammen und so konnte sie ihre Schlafoffensive starten. „Ich habe Kuchen für euch“, rief sie schon von weitem und Caleb hob eine Augenbraue. Da war doch was im Busch. Er kannte doch seine Tochter. „Gute Idee, Prinzessin, den können wir jetzt gut gebrauchen.“

„Ja, das dachte ich mir auch“, sagte Rina und verteilte die Teller an alle, die es sich auf den Liegestühlen rings um den Pool bequem gemacht hatten.

„Die will doch was!“, knurrte Ranu, der seinen Kuchen aber fest an sich drückte, weil er in Sorge war, dass Buster und Rick wieder über ihn her fielen und ihn bestahlen. Doch die lagen nur faul auf einer der Liegen. Wie alle anderen auch hatten sie sich wieder in ihre menschliche Form gewandelt und wollten jetzt etwas Farbe erhaschen.

„Klar will sie was, die Frage ist nur was und was ist es ihr wert.“ Buster streckte sich zufrieden.

Rina sah ihre Brüder aus geschlitzten Augen an, sagte aber nichts. Sie war nicht begeistert, dass sie schon aufgeflogen war, aber davon ließ sie sich nicht entmutigen. „Möchtet ihr auch Kaffee oder Tee? Dann schmeckt der Kuchen doch noch viel besser“, fragte sie, was auch die letzen überzeugte, dass da etwas von ihnen erwartet wurde. „Kaffee? Tee?“ Caleb sah seine Tochter fragend an und sie seufzte. Da hatte sie wohl etwas übertrieben. „Kann Bill morgen hier schlafen? In einem anderen Zimmer und meinetwegen auch auf einer anderen Etage. Bitte. Denk drüber nach.“ Sie sah Caleb bittend an und lief los um Kaffee und Tee zu holen.

„Was?“, fragte Tian, der sich auf seiner Liege auf den Bauch drehte, um ihr besser hinterher sehen zu können. Caleb aber erhob sich. Er ahnte, dass Rina das lieber nicht vor der ganzen Meute diskutieren wollte. Also ging er ihr besser nach und half ihr beim Kaffee. Dann konnte er noch einmal in normaler Geschwindigkeit und mit Atmungspausen in Erfahrung bringen, was Rina wollte. „Warte, Kätzchen“, rief er ihr nach, als Rina schon im Wintergarten war.

Sie drehte sich zu ihm um und wirkte auf Caleb nicht wie die taffe, junge Dame, die nie um eine Antwort verlegen war. Sie wirkte unsicher, darum legte er einen Arm um sie und küsste sie auf die Schläfe. „Jetzt noch mal langsam. Du möchtest, dass Bill hier schlafen darf? Was sagen seine Eltern?“ Rina nickte und seufzte leise. „Weiß ich noch nicht. Ich rufe ihn nachher an und frag ihn.“

„Aber du wolltest schon einmal abklopfen, ob er bleiben darf, falls sie ja sagen?“, wollte Caleb wissen und ging langsam neben ihr weiter. Schließlich lauerten da draußen ein paar faule Katzen auf Kaffee.

„Ja, wir sehen uns doch ein paar Wochen nicht und da wollte ich so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen.“ Sie kamen zu Cathleen in die Küche, die schon eine Kanne Kaffee aufgesetzt hatte. „Danke, Mom.“ Rina setzte Wasser für Tee auf und drehte sich wieder zu ihrem Vater. „Nur eine Nacht, Paps und zu euren Bedingungen.“

„Ich mag es nicht, wenn meine Tochter mich nach einer Nacht mit ihrem Freund zusammen fragt“, knurrte der Kater leise und Cathleen lachte, als sie sich gegen ihren Bruder lehnte.

„Verschiedene Zimmer, verschiedene Etagen.“

„Und ein paar Tretminen auf dem Flur“, knurrte Caleb.

„Jetzt sei doch nicht so ein Miesekater, Brüderchen.“

„Ich bin kein Miesekater, ich bin nur skeptisch.“ Das wollte sich Caleb ja nicht sagen lassen.

„Aber du magst ihn doch auch. Er ist nett. Sie hätte weiß Gott was Schlimmeres finden können“, lachte Cathleen.

„Sicher, aber er will hier schlafen mit meiner kleinen, süßen Tochter in einem Haus.“ Cathleen lachte und schüttelte den Kopf. „Glucke“, zog sie Caleb auf, aber tief in ihrem Inneren war sie sehr froh, dass ihr Bruder so war. Ihre große Prinzessin war in guten Händen bei ihren beiden Vätern. „Sag ja. Ich werde dich auch die ganze Nacht mit Kaffee versorgen, damit du durch die Flure patrouillieren kannst.“

„Was ich tun werde – und zwar als Katze. Lautlos werde ich im Schatten lauern, alles anfallen, was durch die Türen kommt und zerfleischen, was sich nachts noch auf den Flur herum drückt. Und aufs Klo müssen und Hunger haben gilt nicht.“ Caleb knurrte leise vor sich hin, gedanklich hatte er wohl schon NATO Draht im Flur ausgelegt.

„War das jetzt ein Ja?“, wollte Cathleen wissen, weil Rina immer blasser wurde.

„Ja“, knurrte er leise. „Wenn sie Aset auf ihre Seite gezogen hat, dann komme ich nicht gleichzeitig gegen dich und meinen Mann an.“

Er hatte noch nicht ganz ausgesprochen, da fiel Rina auch schon um seinen Hals. „Danke, Paps“, jubelte sie und drückte ihm einen dicken Schmatzer auf die Wange. „Bill wird nichts tun, weswegen du ihm weh tun musst“, erklärte sie und strahlte wie eine kleine Sonne. „Ich rufe ihn gleich nachher an.“

„Ja, ja“, sagte Caleb gespielt knurrig. Doch er spürte, dass seine Entscheidung nicht ganz falsch war, so glücklich wie er Rina damit gemacht hatte. Sie hüpfte um die Kaffeemaschine herum und bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. „Boah – er ist schwach geworden!“, brüllte Buster, der neugierig gelauscht hatte und nun die übrigen am Pool darüber informierte, dass Rina gewonnen hatte.

„Was?“, hörte man aus fünf Kehlen und in diesem Wort steckte totaler Unglaube. „Verscheißer uns nicht“, rief Tian, aber als Buster grinsend den Kopf schüttelte, sprang der Parder auf und lief in die Küche. „Womit hat sie dich erpresst?“, rief er schon von der Tür aus und Caleb zog den Kopf ein. „Mistvieh“, knurrte er seinen verräterischen Ältesten an und sah dann Tian an. „Das werde ich dir ganz bestimmt nicht verraten. Das ist ein Ding zwischen mir und meiner Tochter“, erklärte er und würde den Teufel tun und zugeben, dass seine Schwester ihn zusammen mit ihrer Tochter für lau um den Finger gewickelte hatte. Den Spott wollte er nicht sieben Wochen lang ertragen müssen.

„Pff, das krieg ich schon raus.“ Tian ließ sich nicht entmutigen, schließlich waren noch andere Personen involviert, aber Rina und Cathleen schüttelten den Kopf. Sie würden auch nichts verraten. „Ey“, machte der Parder und stemmte die Hände in die Hüften. „Das könnt ihr doch nicht machen.“

„Blut ist dicker als Wasser und Leoparden halten zusammen“, sagte Caleb und fühlte sich schon wieder sicherer.

„Hier! Ich! Auch Leopard – also sagt's mir“, erklärte Ranu der mit seinem leeren Teller in die Küche kam und gucken wollte, ob nicht doch noch das eine oder andere nicht gewollte Stückchen Kuchen da war, was er sich dann großmütig einverleiben würde, ehe es noch schlecht wurde.

„Wenn du größer bist“, lachte Caleb und gab Ranu noch zwei Stücke Kuchen. Wenn er schon nicht bestochen werden musste, sein Sohn schon und Kuchen war immer eine gute Wahl. „Okay, ich frag in zwei Jahren noch mal.“ Ranu hatte, was er wollte, und trollte sich wieder.

„Ey was bist du denn für eine Unterstützung?“, wollte Tian wissen, der nun wieder allein den schweigenden, ihm etwas verheimlichenden Leoparden gegenüber stand. „Is mir egal, Bill is cool und der Kuchen lecker.“

„Und nur weil der Kerl cool ist, lässt du ihn hier mit deiner Tochter unter dem gleichen Dach nächtigen?“, wandte sich Tian also wieder an Caleb.

„Hey! Hör auf ihn umstimmen zu wollen. Kümmer dich um deinen Kram“, knurrte Rina.

Sie drückte Tian eine Tasse Tee in die Hand und schob ihn aus der Küche. „Paps hat entschieden und gut.“ Das ging ja gar nicht, ihr jetzt noch ins Handwerk zu pfuschen. „Nimm dir mal ein Beispiel an Ranu.“

„Na, ich denk doch gar nicht dran. Du hast was vor und deinen dich liebenden Vater eingelullt. Unverantwortlich!“, murmelte Tian, nicht erfreut darüber, dass man ihm wirklich Wissen vorenthalten wollte. Das ging gegen sein Ego und er würde die Sache im Auge behalten müssen. Eventuell musste er noch einmal das Vier-Augen-Gespräch suchen. Mit seiner Tasse Tee ging er nachdenklich wieder nach draußen – hier kam er jetzt nicht weiter.

Caleb versteckte sein Grinsen hinter seiner Tasse. Auch wenn ihm Rinas Wunsch doch ein wenig Bauchschmerzen machte, so war er auch stolz auf seine Tochter, die erst einmal das Gespräch gesucht und argumentiert hatte, bevor sie mit bestimmt vorhandenem Erpressungsmaterial rausgerückt war. Seine Kleinen wurden wohl wirklich langsam erwachsen.

„Der ist noch nicht durch mit dem Thema“, grinste Cathleen und nahm einen Schluck Tee. Sie hatte immer mal ein Ohr im Haus, doch die kleinen Katzen schienen noch zu schlafen.

„Vielleicht könnte Bill auch bei Assai drüben schlafen oder bei deiner Mom?“, versuchte es stattdessen jetzt Caleb noch einmal ganz unschuldig.

„Paps!“ Rina funkelte ihren Vater an. „Du hast gesagt, dass er hier schlafen darf und dabei bleibt es auch. Du kannst jetzt nicht einfach alles ändern.“ Sie stampfte mit dem Fuß auf, etwas, was sie nur machte, wenn ihr etwas sehr wichtig war. „Mom, du hast es doch auch gehört.“ Cathleen verbarg sich nun – wie eben noch ihr Bruder – grinsend hinter ihrer Tasse und blickte erst auf ihre Tochter, dann auf ihren Bruder.

„Papperlapapp“, lachte Caleb nur, eigentlich nicht weil er seine Zusage zurück nehmen wollte, sondern weil er Rina noch ein bisschen ärgern wollte. Er wusste, dass Aset in jener Nacht nicht schlafen würde, sondern hinter seiner Tür darauf lauern, dass jemand von den beiden einen Fehler machte und er mit einem lauten „Ha! Wusste ich es doch“ auf dem Flur materialisieren würde. Caleb hatte es schon bildlich vor sich. Und direkt hinter ihm war dann ein furchterregender Leopard, der die beiden Delinquenten durch das Haus jagte. Irgendwie hoffte Caleb sogar, dass das passierte, weil es wieder Leben ins Haus brachte. Seit die Kinder größer waren, war es ruhig geworden und auch wenn er es nie gedacht hatte, so sehnte er die alte Zeit wieder zurück, wo mindestens eine Katastrophe pro Tag passiert war.

„Was heißt denn hier papperlapapp. Ich werde Daddy Aset sagen, dass du nicht zu deinem Wort stehst“, sagte Rina und verengte die Augen.

„Und dann willst du ihm erklären, dass du in seinem Haus einen fremden jungen Mann nächtigen lassen willst. Da wäre ich gern dabei, Kätzchen.“ Caleb sah sich suchend um und erhob sich, um die letzten Stücke Kuchen mit zum Tisch zu bringen.

„Caleb“, sagte Cathleen tadelnd.

„Was denn?“ Caleb machte ein unschuldiges Gesicht, als er den Kuchen in drei Teile teilte und dabei so ganz nebenbei erklärte, was er meinte. „Ihr wisst schon, Aset, oberster und stärkster Vampir auf der einen Seite und dann ein junger Mann, der es auf seine Prinzessin, seinen kleinen Augapfel abgesehen hat, die seiner Meinung nach noch nicht einmal aus den Babyschuhen raus ist. Was glaubst du, wie er reagiert, wenn du ihm sagst, dass so einer hier übernachtet? Ich tippe da drauf, dass er das Gelände vermint, das Haus mit Selbstschussanlagen und die einzelnen Etagen mindestens mit Lichtschranken sichert.“

„Du tust ja gerade so als wäre Bill ein hormongeladener Triebtäter. Ihr habt ihn doch kennen gelernt. Er ist nett, höflich, gebildet und sehr angenehm“, erklärte Rina und merkte noch nicht einmal, wie die Geschwister grinsten, weil sie sich so sehr für Bill ins Zeug legte. Sie konnte ja nicht wissen, dass sie schon lange gewonnen hatte.

„Das ist ein junger Kater im besten Alter – natürlich ist der randvoll mit Hormonen. Das ist Biologie, da kannst du nichts gegen machen, Kätzchen.“

„Paps.“ Wieder stampfte Rina mit dem Fuß auf und Caleb und Cathleen konnten nicht mehr und prusteten los. „Kätzchen, dein Bill darf hier schlafen, aber du musst mit drei sehr wachsamen Vätern und einer wachsamen Mutter rechnen.“ Cathleen strich ihrer Tochter über die Haare und lächelte. „Er ist nett, höflich und gebildet, das stimmt. Aber wir sind Eltern und da können wir gar nicht anders.“

„Ihr wolltet mich also einfach nur quälen – ganz toll!“ Rina griff sich ihre Tasse und verschwand nun selbst dahinter. So eine Gemeinheit. Doch alles in allem war sie zufrieden mit dem Ergebnis. „Am besten rufe ich gleich an. Wenn ihr euch dann noch mal um entscheidet, seid ihr die Lügner“, erklärte sie grinsend und war zufrieden.

„Ja, sicher dich ab“, lachte Caleb.

Er überlegte gerade, ob er Aset eine Nachricht schicken sollte, dass Bill hier schlafen sollte und mit seiner Schwester darauf wetten, wie lange es dauern würde, bis der Vampir in der Küche stand. Er holte sein Handy raus und wirkte unentschlossen. „Los, sag‘s ihm.“ Cathleen kannte ihren Bruder gut genug, um zu wissen, was er überlegte. „Ich sage zehn Sekunden.“

„Sieben“, murmelte Caleb und fing an zu tippen, während Rina die beiden sparsam anguckte. Sie hatte jetzt irgendwie den entscheidenden Satz verpasst, der es ihr ermöglicht hätte, diesem Gespräch zu folgen. Sie ahnte nicht was Caleb, meinte, als er anfing zu zählen.

„Eins – Mississippi – zwei – Mississippi – drei – Mississippi …“

Er kam bis fünf, da stand plötzlich Aset in der Küche und sein Gesicht machte jeder Gewitterwolke Konkurrenz. „Was soll das heißen, dass Bill morgen hier schläft?“, fragte er auch sofort und Rina verdrehte die Augen. Ihre Eltern hatten doch eindeutig einen Schaden. Jetzt war ihr auch klar, warum Caleb gezählt hatte. „Paps hat zugestimmt, also ist doch alles geregelt“, warf sie in den Raum. Sollte Aset sich gleich auf seinen Mann stürzen und sich da abreagieren. Und genau so kam es auch. Wie ein Derwisch schoss Aset herum, verschmälerte die Augen und seine Fänge blitzten. „Was hast du?“, fragte er gefährlich leise und Caleb holte tief Luft. „Ich weiß gar nicht, was du willst, Schatz, du hast jetzt endlich die Möglichkeit, die Tretminen zu installieren, die im Keller liegen, die Bewegungsmelder neu einzustellen und die Kameras auf den Fluren endlich anzuschließen. Du hast doch nur einen Grund gebraucht, dein Spielzeug endlich zum Einsatz zu bringen und dein dich liebender Gatte ermöglicht es dir, indem er dir eine Chance gibt, deine Prinzessin vor den Zugriffen hormongetriebener Kater zu schützen. So bin ich zu dir.“

„Das ist doch jetzt ein Scherz“, quietschte Rina geschockt und brachte Aset kurz aus dem Konzept. „Doch, doch. Ich wusste, dass dieser Tag einmal kommen würde und wollte vorbereitet sein. Die Kameras, Bewegungsmelder und noch ein paar Laserstrahlprojektoren für den besonders gefährdeten Kinderflügel wurden bei den letzten Umbauten installiert, sie müssen nur noch angeschlossen werden“, erklärte er seiner Tochter abgelenkt, weil er seinen Gatten fixierte und leise knurrte. „Verscheißer mich nicht. Ich will richtige Erklärungen.“

„Was soll das denn heißen?“, knurrte nun Caleb. „Das sind richtige Erklärungen. Du hast die einmalige Chance dein Spielzeug auszuprobieren. Ich weiß gar nicht, was du willst.“

„Seid ihr völlig verrückt?“ Rina stand am Tisch und wusste nicht, ob sie lachen oder heulen sollte. Meinten es die beiden wirklich ernst? Die hatten doch nicht wirklich …? Oder hatten sie doch …? Hilfesuchend sah sie ihre Mutter an, die einzig Normale am Tisch. „Mama, lass das nicht zu.“

„Rina, Schätzchen. Das ist das Haus deiner Väter. Ich kann ihnen doch nicht verbieten, ihr Haus zu sichern.“ Cathleen zog ihre Tochter neben sich und küsste sie auf die Wange. „Aber sie haben mich da auf eine gute Idee gebracht. Ich muss mal mit Ryan über ein paar notwendige Umbauten reden.“ Währenddessen hatte Aset sich zu Caleb gesetzt und sah ihn strafend an. „Und wie ich dich kenne, ist alles schon besprochen und ich kann nichts mehr machen“, maulte er leise, aber nicht mehr wütend. Daran war der Kuss seines Mannes nicht ganz unschuldig.

„Schatz, sie ist deine Tochter – sie hat als erstes die auf ihre Seite gezogen, von der sie glaubte, dass sie mich umstimmen kann, damit ich dann dich umstimme. Sei stolz auf sie, sie hat von dir gelernt“, flüsterte Caleb leise und beobachtete nur wie Rina entsetzt den Kopf schüttelte. „Ich bin hier nur noch von Wahnsinnigen umgeben! Ganz klar! Hier ist was im Trinkwasser!“, rief sie hysterisch und rannte los.

Die drei Erwachsenen sahen ihr nach und schlugen grinsend ihre Hände zusammen. „Strike“, lachte Aset und zog Caleb an sich. „Ich bin wirklich stolz auf sie. Genauso wie damals auf Buster, als er uns das erste Mal gegeneinander ausgespielt hat. Ich bin mal gespannt, wann Ranu soweit ist.“

„Ranu traue ich das wirklich nicht zu“, sagte Cathleen und blickte ihrer Tochter nach. „Er ist einfach nicht der Typ dafür.“ Sie lauschten ins Haus, doch Rina hatte die Chance genutzt und telefonierte mit Bill. Gerade klagte sie ihr Leid, mit was für Wahnsinnigen sie zusammen leben musste und auf was sich Bill gefasst machen sollte. “Sie hätte einen weiß Gott schlimmeren Typen anschleppen können. Gar zu sehr sollten wir uns ihr nicht in den Weg stellen“, sagte Caleb und strich seinem Gatten durch die Haare. „Seid ihr am Hafen schon fertig oder musst du wieder zurück?“

„Das schaffen die anderen schon. Ich habe Vorbereitungen zu treffen. Du weißt schon, im Garten und so.“ Aset wackelte mit den Augenbrauen und küsste Caleb. „Ich freu mich schon darauf, wenn sie mich im Garten buddeln sieht.“

„Und ich werde ein paar Bilder schießen, wie sie hysterisch hinter der Scheibe steht. Das wird ein Spaß werden“, lachte Caleb. Sie hatten Rina schon lange nichtmehr aufs Glatteis führen können. Sie war ihnen viel zu schnell auf jeden Versuch gekommen und hatte sie dafür leiden lassen mit Häme und Spott. Heute war der Tag der Revanche. „Kannst du vielleicht eine Leopardin gebrauchen, die die Löcher für dich gräbt?“ Cathleen wollte auch was davon haben.

„Aber immer doch, Gnädigste.“ Aset bot Cathleen seinen Arm. „Ich geleite sie zu ihrem Zimmer, damit sie sich umziehen können. Derweil kümmert sich das Personal um die lieben Kleinen.“ Aset grinste kurz zu Caleb, der gerade die Kinderbetreuung aufs Auge gedrückt bekommen hatte und verließ mit seiner Schwägerin die Küche. „Wir fangen vor Rinas Fenster an, einverstanden?“

„Ich werde dem Meister nicht ins Handwerk reden – ich werde demütig dort wühlen wie verrückt, wo der Meister es befielt“, kicherte Cathleen, während Caleb gerade leise darüber grummelte, zu Personal geworden zu sein. Doch er nickte zustimmend. Er würde nach den Kindern sehen, während Aset sich umzog und Cathleen sich wandelte und dann konnte es auch schon losgehen.

Während dessen saß Rina in ihrem Zimmer in der Nische des Fensters, die sie sich zum bequemen telefonieren her gerichtet hatte.

„Bill, du glaubst es nicht. Die haben alle einen riesengroßen Schaden. Weißt du, wann sie das letzte Mal das Haus umgebaut haben? Das war vor acht Jahren und da haben sie schon die ganzen Dinge eingebaut. Das ist doch krank“, erklärte sie gerade ihrem Freund, der kleinlaut zugeben musste, dass ihre Familie durchgeknallter war als seine. „Du meinst wirklich diesen ganzen Schnickschnack, den du gerade aufgezählt hast? Auch die Minen?“

Doch am anderen Ende herrschte Stille – beängstigende Stille.

„Rina? Bist du noch dran?“, wollte Bill wissen.

„Das glaube ich nicht“, murmelte sie und starrte aus dem Fenster. „Du glaubst nicht, was hier gerade abgeht“, murmelte sie und suchte ihr Handy aus der Hosentasche, um zu filmen, was sie gerade sah. Das musste sie Bill schicken, der glaubte das sonst nicht. „Die! Vergraben! Gerade! Minen!“

„Was? Wer?“ Bill merkte gar nicht, dass er sich kerzengrade hingesetzt hatte.

„Aset und meine Mutter. Sie gräbt die Löcher und er legt die Minen rein und schaufelt sie vorsichtig wieder zu. Ich fass es nicht. Das war kein Scherz. Die machen das wirklich.“ Rina filmte fleißig, wie noch ein weiterer Leopard dazu stieß. Klar, das Caleb dabei mitmachen musste, seine Tochter zu blamieren.

„Ich weiß nicht, ob ich mich geehrt führlen soll, dass der große Aset wegen mir seinen Garten neu gestaltet oder ob ich beleidigt darüber sein soll, dass man mir nicht über den Weg traut“, murmelte Bill und schluckte hart. Sein Mund wurde gerade etwas trocken.

„Fühl dich geehrt. Wenn sie dich nicht leiden könnten, wärst du noch nicht mal bis ins Haus gekommen. Das ist ihre Art dir zu sagen, dass sie dich mögen und du ja nichts Unüberlegtes tun sollst.“ Rina seufzte und hatte kapituliert. Gegen so viele Bekloppte kam sie nicht an. „Komm morgen so früh du kannst und meide möglichst den Rasen.“

„Ja, klar“, murmelte Bill. Ihm war mulmig. Das war also deren Art ihn willkommen zu heißen? Nein, er musste neidvoll zugeben, dass der Platz an der Spitze der Liste derer, die durch ihre Familie peinlich berührt sind, eindeutig Rina zustand. Sicher, Simon und sein Vater waren auch nicht gerade vorzeigbar, wenn sie der Hafer stach und sie den Vorgarten neu gestalteten. Aber bei Aset bekam die Bezeichnung Rasen sprengen ja eine völlig neue Bedeutung.

„Ich filme die Idioten. Wenn sie fertig sind, stell ich dir den Film ins Netz. Merk dir am besten, wo sie überall was vergaben haben – ich versuch das auch und markiere die Stellen, die ich wieder finde … woher hat der bitte den Rollrasen?!“ Rinas Stimme überschlug sich.

Sie hätte wissen müssen, dass Aset es ihr nicht so leicht machte. Hatte der den Rasen gebunkert, seit sie Bill kannte? Aber sie verwarf den Gedanken wieder, so lange ließ sich der Rasen nicht lagern, der musste nach ein paar Tagen verlegt sein, sonst ging er ein. „Ich Idiot“, murmelte sie und schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. Sie hatte sich doch schon gefragt, was dieser Gartengroßhandel ständig lieferte. Nun wusste sie es. „Er wird seit Monaten jeden dritten Tag frisch geliefert und der alte wohl wieder mitgenommen“, beantwortete sie ihre Frage selber und verwirrte Bill noch mehr.

„Wer hat deinen Alten wieder mitgenommen?“, wollte er deswegen wissen und war sich nicht sicher, ob er nicht doch was falsch verstanden hatte. „Aset oder Caleb?“

„Nicht meine Väter. Den Rasen. Sie haben seit Monaten Rollrasen anliefern und nach ein paar Tagen austauschen lassen. Seit Monaten! Das heißt, die haben das hier geplant, seit wir uns kennen.“ Erst jetzt wurde ihr so richtig klar, welche Dimensionen sich da auftaten. „Sie haben das alles schon seit Jahren geplant.“

„Wirst du jetzt nicht doch etwas paranoid?“, fragte Bill vorsichtig, er war sich nicht ganz sicher, was Rina da sagte.

„Paranoid? Na du bist ja lustig. Die vergraben gerade Tretminen im Garten, nur weil mein Freund bei uns übernachten will. Sie machen die Laseranlagen auf den Fluren scharf und installieren Bewegungsmelder und du fragst mich, ob ich paranoid bin? Bill, du kennst sie eindeutig noch nicht lange gen … was will der blöde Bengalkater denn jetzt noch?“

Misstrauisch verfolgte sie Buster dabei, wie er Aset half die Löcher wieder zuzuschaufeln. War ja klar, dass Buster sich wieder mit einbringen musste, ihr den Tag zu versauen. „Na super, jetzt kommen auch noch zwei Nebelparder, ein Minitiger und ein Wolf. Haben die eigentlich nichts anderes zu tun?“

„Ich glaube nicht“, murmelte Bill und hatte gerade das Gefühl, in diesem Haus vielleicht doch nicht willkommen zu sein. Er schien sich damit, dass er sich für Rina entschieden hatte - was er keine Sekunde bereute – eine Menge Aufpasser an den Hals geholt zu haben, die jetzt alle mal zeigen wollten, was sie so drauf hatten.

„Will ich wissen, warum die beiden Parder gerade Melonen auf die Bäume schleppen?“, murmelte Rina und Bill zuckte zusammen. „Und warum fängt der Wolf gerade an Luftballons zu vergraben und wer hat die blöden Dinger eigentlich aufgeblasen?“

Sie versuchte mehr zu sehen und beugte sich weiter vor und schnaubte geringschätzig. „Der Trottelbruder, war ja klar. Wenn er mir etwas vermasseln kann, ist er natürlich dabei. Das wird ihm noch leidtun, das kannst du mir glauben. Die verschwören sich alle gegen uns.“

„Rina, beruhige dich wieder“, versuchte Bill sie zu beruhigen. Doch er konnte von seinem Zimmer aus auch nichts tun. „Ich glaube, die veralbern dich nur, weil sie wissen, dass du sie beobachtest. Ich glaube nicht, dass die das alles wirklich ernst meinen.“

„Bill, wenn du die kennen würdest, wie ich sie kenne, würdest du das nicht sagen. Die haben alle ein Rad ab. Ich glaube auf jeden Fall, dass die da Minen vergraben. Vielleicht nicht gerade Tretminen, denn das wäre selbst für Aset zu krass. Aber auf jeden Fall etwas, was wehtut, wenn man drauftritt.“ Rina ließ ihre Familie nicht aus den Augen, aber sie konnte einfach nicht erkennen, was die Spinner da außer den Luftballons vergruben. Aber zumindest merkte sie sich die Bäume mit den Melonen und fotografierte sie für Bill. Sie hatte schon ihren PC hochgefahren und zog über Blue tooth die Fotos vom Handy auf die Festplatte. So konnte sie weiter filmen und sprechen, während sie ihrem Freund ein paar erste Bilder und kurze Filme schickte.

„Guck dir das an und sag mir noch mal, dass die kein Rad ab haben“, murmelte sie und lachte schallend, als einer der Ballons platzte und Buster – erschrocken von dem Knall – einen Meter in die Luft sprang und nun an Asets Rücken hing.

Auch das wurde abgelichtet und an Bill verschickt. Der saß vor seinem PC und seine Augen wurden immer größer. Er hatte ja mit vielem gerechnet, aber jetzt erst konnte er verstehen, warum Rina so aufgebracht war. „Bist du dir sicher, dass ich morgen wirklich kommen soll. Irgendwie kriege ich gerade den Eindruck, das sie mich nicht da haben wollen.“

„Auf jeden Fall“, sagte Rina gleich hastig. „Wenn du nicht kommst, werde ich jeden einzelnen von denen, die da unten graben und wühlen, umbringen. Die versauen mir das Fest mit dir nicht.“ Nur damit das mal geklärt war. „Außerdem glaube ich gar nicht, dass das speziell gegen dich geht. Ich glaube, die wollen mir eins auswischen“, knurrte sie. Es rächte sich wohl, wenn man bei Aset zu gut gelernt hatte.

„Okay, Süße, ich werde kommen und darauf hoffen, dass deine Familie mich nicht umbringen will.“ Bill hoffte, dass Rina wusste, was in denen vorging und irgendwie konnte er sich das sogar vorstellen, dass das alles eine große Scharade war, so wie er Aset und seine Familie bisher erlebt hatte. Bei denen musste man immer mit allem rechnen. Und das machte es schwierig sie einzuschätzen.

„So, Süße, Simon brüllt. Er will durch den Garten gejagt werden ehe er ins Bett muss. Ich lass dich mit deinen Verrückten alleine und hoffe, dass ich den morgigen Tag überleben werde. Wenn sie etwas tun, von dem ich wissen sollte, schick's mir. Ansonsten schlaf gut, träum von mir und versuch zu überleben.“

„Die kriegen mich nicht klein“, knurrte Rina, musste aber bei Bills letzten Worten lächeln. „Das werde ich machen und das gleiche gilt auch für dich. Ich freu mich schon auf dich. Los jag deinen Bruder durch den Garten und pass auf eure Büsche auf.“ Sie kicherte und nach noch ein paar Verabschiedungen legten sie auf.

„Ich werd denen mal auf den Zahn fühlen“, knurrte sie und ging wieder hinunter. Doch da hörte sie ihre kleinen Geschwister jammern. Also machte sie kehrt, weil sich wohl niemand anderes berufen fühlte die Kleinen aus ihrem Körbchen zu befreien und zu bespaßen. „Ihr müsst mich jetzt unterstützen. Die sind alle wahnsinnig geworden. Passt bloß auf, dass sie uns nicht anstecken“, flüsterte sie den beiden verschwörerisch zu und nahm sie auf den Arm.

Kayla maunzte leise und rieb ihr Köpfchen an Rinas Wange. Nicolas gähnte nur und meckerte dann ein bisschen, weil er Hunger hatte. „Ich seh schon, das dauert noch ein wenig, bis ihr mich unterstützen könnt“, lachte Rina und küsste beide auf die Nase, was die kleinen Kätzchen nicht mochten und protestierten.

Sie drückte die beiden fest an sich und ging mit ihnen kurz hinaus in den Garten, wo die Truppe immer noch fleißig werkelte. „Wenn ihr mit dem Scheiß hier fertig seid, räumt auf. So kann man ja keine Party feiern. Ich geh die Kleinen füttern, dann macht wenigstens einer von uns was Sinnvolles.“

„Alles klar, Prinzessin, machen wir“, rief Aset ohne aufzusehen und winkte nur mit einem Arm. Sie hatten fast alles vergraben und es hatte unwahrscheinlich Spaß gemacht. Übermütig griff er sich Caleb, der gerade neben ihm buddelte und warf ihn lachend in die Luft, was den Kater überrascht fauchen ließ. Aset fing seinen Mann wieder auf und vergrub sein Gesicht in dem weichen Fell. „Fliegen?“, fragte er dabei und Griff Caleb so, dass er ihn gut tragen konnte. Dabei ließ er seine Flügel erscheinen und wartete nur noch auf das okay. Und da es bereits dunkelte nickte der Kater und so erhoben sich beide in die Lüfte. Die anderen sahen ihnen nach, während sie auf die letzten Stellen noch den Rollrasen ausbrachten. Dann war alles so gut wie neu und jeder würde morgen seine helle Freude haben. Und wenn die Familie in Afrika war, konnte sich der bereits bestellte Landschaftsgärtner ausgiebig um den Garten kümmern.