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Katzenaugen 8 - Fantasma Negro - Teil 23

23

 

Connor wartete, bis Carlos aus dem Haus war, dann hockte er sich vor den Tisch und lockte die beiden Mädchen an. „Kommt her, ihr Süßen“, sagte er leise und hob beide Kätzchen hoch. Beruhigend küsste er sie auf die Köpfchen. Sie hatten ja nichts schlimmes gemacht. „Alles in Ordnung.“

„Die Sahne ist fertig“, erklärte Conzuela und wandte sich lächelnd um. „Wandeln und anziehen. Pudding gibt es nur am Tisch“, erklärte sie streng und die beiden wurden nun hektisch. Schnell zappelten sie, bis Connor sie auf den Boden setzte und dann waren sie auch schon aus der Tür. Keine zehn Sekunden später waren sie wieder da, Alvarez in ihrer Mitte, der sich ertappt näher ziehen ließ. Er war irgendwie nicht zum Arbeiten gekommen und die zwei hatten ihn auf dem Flur aufgelesen.

„Hey, da habt ihr aber einen tollen Fang gemacht“, lachte Connor und zog Alvarez zu sich. „Möchtest du auch Pudding?“, fragte er und die beiden Mädchen quietschten. „Nur ein wenig für ihn und mich.“ Connor sah Aurelia und Emilia an und nach einem Blickwechsel nickten sie. Sie hatten verstanden, dass es nichts brachte, stur zu sein, denn dann wurden sie auch ins Bett geschickt. „Fein“, Connor klatschte in die Hände und ließ sich von Conzuela zwei Schalen geben.

Weil die Kinder noch im Wachstum waren, achteten sie streng darauf, dass in ihren Schalen mehr landete als in denen der Erwachsenen, dann verzogen sie sich aber, damit nicht doch noch einer kam und sie bestahl. Alvarez sah ihnen nach und lachte leise. „Wenn die kleine Pest nicht dabei ist, sind sie ganz süß“, sagte er und Conzuela räusperte sich. „Du sollst ihn nicht immer so nennen, Alvarez“, tadelte sie gutmütig wie immer, doch es prallte ab wie immer. „Wenn er aufhört, sich wie die Geißel Gottes aufzuführen, kommen wir ins Geschäft. Eher nicht.“

Conzuela schüttelte den Kopf, sagte aber nichts weiter. „So wie es aussieht, ist die Zeit, seiner Schreckensherrschaft vorbei.“ Connor grinste und fing an, seinen Pudding zu essen. Überrascht, riss er die Augen auf, denn so leckeren Pudding hatte er noch nie gegessen „Habt ihr die Kakaobohnen auch selber angebaut?“, fragte er neugierig und stibitzte sich einen Löffel voll aus Alvarez' Schale. Der tat, als würde er das nicht merken, schob seine Schale aber etwas dichter zu Connor. Er sollte ruhig essen, was ihm schmeckte.

„Ja, manchmal machen wir uns die Mühe, von den Kakaopflanzen, die wir angepflanzt haben, Kakaopulver herzustellen. Es ist aufwendig. Aber wie du siehst, es lohnt sich.“ Conzuela strahlte, weil Connor so begeistert war und Alvarez genoss es einfach, Connor zu beobachten. Es war merkwürdig, wie wenig es bedurfte – Connors Freude reichte völlig, um ihn zufrieden zu machen. Das entging auch seiner Mutter nicht.

„Das ist einfach fantastisch, was ihr hier leistet. Eure Felder bringen reichlich Ernte, weil ihr auf euren Boden achtet und eure Tiere strotzen vor Gesundheit. Das, was ihr hier habt, ist ein richtiges Juwel und ich würde mich freuen, wenn ich mithelfen darf, es zu erhalten und zu schützen.“ Connor hatte sich entschieden. Er wollte hier bleiben und für Alvarez arbeiten. „Ich möchte euren Betrieb kennen lernen und wenn du nichts dagegen hast, würde ich gerne mitarbeiten. Bei den Ernten, den Tieren und was es sonst noch so gibt. Ich möchte ein Gefühl für das Land und die Menschen hier bekommen.“

Sowohl Conzuela als auch Alvarez blickten jetzt doch etwas irritiert zu Connor. Es kam für sie doch etwas plötzlich. Sie sah ihren Sohn an und der blickte Connor an. „Ich hätte nichts dagegen. Hast du etwas anderes mit ihm geplant?“, wollte sie wissen und Alvarez schüttelte den Kopf. „Wenn er das machen möchte, werde ich das unterstützten“, entgegnete er seiner Mutter und sah Connor an. „Ist vielleicht keine schlechte Idee, wenn du erst einmal ein bisschen Land und Leute kennen lernst, ehe ich dich in ein Labor oder das Büro schleppe. Du brauchst etwas Sonne und Vitamin D.“ Dabei grinste er frech.

Connor grinste zurück und zog Alvarez für einen Kuss zu sich. „Stimmt, ich bin zu blass und zu dünn. Das sollte ich unbedingt ändern.“ Er war aufgeregt, denn bisher hatte er noch nie in einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet. „Setz mich ein, wo du es für nützlich hältst und ich nicht allzu viel kaputt machen kann, oder den Schnitt drücke, weil ich zu langsam bin.“

„Ganz ruhig, Connor“, sagte Conzuela und setze sich ebenfalls mit einer kleinen Schüssel Pudding an den Tisch. „Komm erst einmal mit und sieh dir an, was wir machen. Dann kannst du immer noch entscheiden, was du machen willst“, schlug sie vor, denn sie musste erst einmal sehen, ob der Stadtmensch handwerkliches Geschick hatte und wie er sich anstellen würde. „Komm einfach morgen früh nach dem Frühstück rüber. Setz Alvarez in sein Büro und wir sehen dann mal, wie wir den Tag gestalten.“ Alvarez knurrte, aber nur ganz leise. Sie hatte ja Recht. Er hatte heute schon geschwänzt, morgen musste er sich wieder um seine Geschäfte kümmern.

„Gerne.“ Connor nickte zu dem Vorschlag und strich Alvarez unter dem Tisch über das Bein. „Eigentlich bin ich ja rüber gekommen, weil ich Johnny sehen wollte, aber das kann ich ja auch morgen machen.“ Er wollte noch etwas sagen, als sie die Haustür hörten und eine Stimme rief, ob noch Pudding da wäre. „Rodrigo“, rief Conzuela und sah zur Küchentür. Sie lächelte, als ihr Mann den Raum betrat und stand schon auf, um eine Schüssel zu holen.

„Pudding geht hier ziemlich gut weg, da ist es gut sich rechtzeitig seine Anteile zu sichern“, erklärte Alvarez und lehnte sich etwas zurück. Er hatte seine Schüssel noch nicht angerührt und so schob er sie zu Connor. „Ich glaube, du kannst die Energie brauchen“, sagte er leise und grinste dreckig. Connor durfte ruhig wissen, woran er dachte, wenn er Connor mit zusätzlichen Kalorien mästete, die aber diesen Abend nicht mehr überleben würden.

„Lass uns deine Portion mitnehmen und nachher essen.“ Connor leckte sich über die Lippen und so wie er Alvarez praktisch mit den Augen verschlang, war klar, dass er den Pudding ganz bestimmt nicht aus der Schale löffeln wollte. Er zog die Schale zu sich und nickte Rodrigo zu, der sich zu ihnen an den Tisch setzte.

„Na? Hast du dich schon etwas eingelebt, Connor?“ Rodrigo zog seine Schale zu sich, doch er aß noch nicht. Er wollte erst einmal etwas Richtiges essen, um den Hunger zu stillen. Conzuela war bereits wieder am Herd. Sie bereitete das Abendessen für ihren Mann. „Noch ein Steak?“, fragte Alvarez Connor, als er sah, was seine Mutter zubereitete.

„Ein Steak?“ Connor konnte nicht verhindern, dass ihm das Wasser im Mund zusammen lief, als er sich zum Herd drehte und die großen Fleischscheiben sah, die Conzuela neben sich liegen hatte. „Ich... also...“, stotterte er und sah unsicher zu Alvarez. „Du hast nichts dagegen?“, fragte er und ließ gleich den Kopf hängen. Alvarez hatte es ihm doch schon gesagt, dass es in Ordnung war. „Entschuldigung“, murmelte er verlegen. „Blutig bitte“, sagte er aber lauter, als er es auf dem Grill zischen hörte.

„Du wirst dich schon noch einleben, Connor. Nur weil Alvarez kein Fleisch isst, heißt das nicht, dass er jemanden verurteilt, der es tut. Da musst du dir wirklich keine Gedanken zu machen“, versicherte Conzuela und wandte sich lächelnd um, während das Fleisch auf dem Grill brutzelte. Auch Alvarez nickte. Er grinste. „Zu mager und zu blass“, formten seine Lippen lautlos in Connors Richtung, dann grinste er dreckig.

„Wird schon.“ Connor grinste schief und bekam leicht rote Wangen. Um sich abzulenken, sah er zu Rodrigo und lächelte. „Na ja, das mit dem Einleben übe ich noch, aber ich war heute schon auf den Ananasfeldern und habe genascht und auch ein paar eurer Bananenstauden habe ich gefunden und auch dort probiert. Alles sehr lecker.“

„Er wird im Dschungel also nicht verhungern“, erklärte Alvarez und sah sich etwas in der Küche um. Sein Blick streifte die Uhr. Es ging auf zehn Uhr zu. Und als er sich weiter umsah, erblickte er die Pfanne auf dem Herd. Er schnupperte und grinste. Er ging also auch nicht leer aus. Conzuela hatte für ihren Jungen ein paar Gemüsebratlinge gemacht, ihr eigenes Geheimrezept, das keiner so gut hin bekam wie sie. Mama war eben doch die beste, auch in seinem Alter.

„Sehr gut, essen zu finden ist im Dschungel das A und O. Alles andere kommt mit der Zeit. Wie gefällt es dir denn bisher?“ Rodrigo trank sein Bier, auf das er sich schon den ganzen Tag gefreut hatte. Es war kühl und belebend.

„Mir gefällt es hier sehr gut und damit ich noch mehr sehe und alles kennen lerne, habe ich mich angeboten überall mal reinzuschnuppern und mitzuarbeiten, wo ich nützlich sein kann.“ Man sah ihm an, dass er sich darauf freute. „Allerdings bin ich körperliche Arbeit nicht gewohnt. Ich werde mich die erste Zeit wohl nicht sehr geschickt anstellen und wahrscheinlich rumjammern, dass mir alles weh tut.“

Alvarez verkniff sich zu sagen, was ihm gerade durch den Kopf ging, doch er würde später noch einmal eindringlich auf Connor einwirken, dass er sich mit seiner Verausgabung in Zaum halten sollte, denn auch der Kater wollte abends noch eine kleine körperliche Verausgabung in Anspruch nehmen. Aber das würde er ganz bestimmt nicht vor seinen Eltern ausdiskutieren. Es reichte, dass sein Vater ihm am Gesicht seine Gedanken abzulesen schien und grinste.

Connor bekam davon nichts mit, denn er sah zu Conzuela. Ein köstlicher Duft zog durch die Küche und Connor stand neugierig auf, weil er sehen wollte, was da so gut roch, denn den Geruch von gegrillten Steaks kannte er. Also schlich er zum Herd und bot seine Hilfe an. Dabei linste er in die Pfanne mit den Bratlingen. „Was ist das? Das riecht lecker.“

„Das ist eine Mischung aus Gemüse und Getreide und natürlichen Bindemitteln, damit es mir in der Pfanne nicht zerfällt. Alles gut abgewürgt und schön kross gebraten, so wie mein kleines Kätzchen es am liebsten hat“, sagte Conzuela und kicherte, als sie ihren Jungen knurren hörte. Sie war die einzige, die so über Alvarez reden durfte und sie nutzte es aus, wenn sie allein waren.

Das Kichern war so ansteckend, dass Connor auch grinsen musste, aber er drehte sich so, dass Alvarez es nicht sehen konnte. „Ich kann mir vorstellen, dass sie lecker sind, so gut wie sie riechen.“ Er lächelte Conzuela an und ließ sich dann zeigen, wo er Teller und Besteck finden konnte. Schließlich hatte er ja seine Hilfe angeboten. Er holte also alles, was sie brauchten und deckte den Tisch, während Alvarez sich erhoben hatte, um ein paar Getränke zu besorgen. Er schob seinem Vater die Flasche rüber und öffnete sich selber auch ein Bier. Sein Blick fiel auf Connors geretteten Pudding und er grinste dreckig, als er daran dachte, was man damit alles anstellen konnte.

Connor half mit, das Essen zum Tisch zu bringen. Es gab nicht nur Bratlinge und Steaks, sondern auch frisches Brot. Connor hatte zwar vor gar nicht langer Zeit gegessen, aber ihm lief das Wasser im Munde zusammen. Er nahm sich eins der Steaks und schnitt sich auch gleich etwas ab. Es war genau so gebraten, wie er es gerne mochte und schmeckte köstlich, was er der Köchin auch gleich sagte.

Mit Lob für die Köchin und ein paar kurzweiligen Gesprächen ließen sie den Abend langsam ausklingen. Als er die Kinder ins Bett gesteckt hatte, gesellte sich auch Carlos noch für ein kurzes Bier zu ihnen und Connor lernte noch das eine oder andere über das Reservat und die Aufgaben jedes einzelnen, ehe sie sich kurz vor Mitternacht doch trennten und Ruhe im Dorf einkehrte.

 

+++

 

„Carlos, kannst du mir bitte noch einmal zeigen, wo ich die Bilanzen finde, die du mir vorhin gezeigt hast?“ Connor drehte sich zu Alvarez' Schwager, der neben ihm saß. Heute schnupperte er im Büro rein. Er hatte in den letzten zwei Wochen schon ein paar Stationen durchlaufen und es hatte ihm Spaß gemacht, sich auch körperlich zu betätigen. Er hatte einen Einblick in den Aufbau der Hazienda bekommen. Er war immer mehr davon überzeugt, dass er sich richtig entschieden hatte, hier zu bleiben.

Er wollte noch etwas sagen, als sein Handy klingelte. Er erschreckte sich etwas, weil das kleine Gerät sich seit seiner Ankunft nicht mehr gemeldet hatte. Er sah auf das Display und stand auf. „Ferran“, sagte er zu Alvarez, der ebenfalls im Büro arbeitete und ging zu ihm rüber, damit der Kater mithören konnte. Er drückte den Annahmeknopf. „Hallo Ferran, lange nichts von dir gehört“, begrüßte er den anderen Mann.

>>Connor, wie schnell bist du denn am Telefon<<, lachte Ferran und wirkte dabei sehr gelöst. Alvarez allerdings fragte sich, warum sich zwei Wochen lang keiner meldete und dann jemand anrief, nur um zu plaudern. Da passte was nicht, doch er sagte nichts. >>Ist dein Clou eigentlich geglückt? Hat dein Banner den gewünschten Eindruck gemacht? Ich gehe mal davon aus, denn du bist ja nicht wieder zurück gekommen.<<

„Ja, hat wunderbar geklappt. Habe mir damit einen schwarzen Panther eingefangen, allerdings eine Mini-Version.“ Connor strich Alvarez durch die Haare, damit der nicht gleich wieder knurrte, sobald die kleine Pest erwähnt wurde. „Warum rufst du an?“ Er wusste, dass Ferran anrufen wollte, wenn das Problem mit Ortega gelöst war, aber er wollte es noch einmal bestätigt bekommen.

>>Ich hab dir was in deine Email geschickt, mach einfach mal auf<<, erklärte Ferran und Alvarez zog die Brauen zusammen. Er deutete an, ob Connor es okay fand, wenn er sich einloggen würde und der nickte nur, während sie beide zum PC hinüber gingen. Er öffnete den Account und lud die Mails runter. Stimmt, da war eine von Ferran.

>>Ist sie da?<<

„Ja, ist was angekommen. Moment.“ Er gab Alvarez ein Zeichen, die Mail zu öffnen. Sie sahen eine Zeitungsseite, auf der über den Unfalltod des New Yorker Geschäftsmannes Ortega berichtet wurde. Obwohl er so etwas erwartet hatte, stockte Connor kurz der Atem. „Ich lese es gerade“, erklärte er Ferran.

Der wartete geduldig und ließ Connor lesen. Er ahnte, was in dem jungen Vampir vorging und das es niemals gut war, in einer solchen Situation zu drängen. Auch Alvarez las und konnte sich ein schiefes Grinsen nicht verkneifen. Er hatte sich in Aset Khonshu und Assai de la Cruz de Sanchez also nicht getäuscht. Die beiden Vampire machten den Weg frei für diejenigen, die zu ihrem Clan gehörten und unter ihrem Schutz standen. Es war also gut, immer auf der gleichen Seite zu stehen wie diese beiden Männer.

„Es ist vorbei“, sagte Connor leise in das Telefon. „Danke.“ Connor wollte nicht zu viel sagen, denn er wusste nicht, wie sicher das Gespräch war. Er hatte komischerweise kein schlechtes Gefühl dabei, dass Ortega getötet worden war. Er lehnte sich an Alvarez und legte einen Arm um ihn. „Hat bestimmt viel Staub aufgewirbelt.“

>>Der Chef ist nächste Woche in unserer Filiale in Sao Paulo. Er würde es begrüßen, wenn ihr euch treffen und reden könntet<<, erklärte Ferran nur vage. Connor hatte die Information, die er brauchte, um eventuell wieder nach New York zurück zu kehren, sofern er das wollte, ohne in Gefahr zu sein. Mehr musste er erst einmal nicht wissen. Alles weitere konnte er mit Assai bereden, wenn sie sich trafen.

„Ja, sicher. Schickt mir die genauen Daten und wir werden kommen.“ Connor merkte gar nicht, dass er einfach davon ausging, dass Alvarez ihn begleiten würde. Der Panther war ein Teil seines Lebens geworden, den er nicht mehr missen wollte. „Danke, dass du angerufen hast.“

>>Kein Problem, ich dachte mir, dass dich die Information vielleicht interessieren würde. Schließlich war es einmal dein Fall gewesen, als du noch für die Staatsanwaltschaft gearbeitet hast. Ich wünsch dir noch einen schönen Tag, und Alvarez auch. Man sieht sich, wenn du mal wieder in der Stadt bist.<< Ferran verabschiedete sich und dann war die Leitung tot.

Connor legte das Handy auf den Tisch und zog Alvarez zu sich. Er konnte es noch gar nicht glauben. Der Mann, der den Auftrag erteilt hatte, ihn zu töten, war nun selber tot. „Küss mich, damit ich weiß, dass ich das gerade nicht träume.“

„Wenn das alles ist, was du von mir verlangst. Ich dachte schon, jetzt kommt was Unmoralisches“, grinste Alvarez und ignorierte seinen Schwager, der sich aus dem Büro zurück zog, weil er angeblich etwas holen wollte. Der schwarze Kater grinste und zog Connor zu sich. „Jetzt kannst du endlich machen, was du willst – du bist frei“, murmelte er leise gegen Connors Lippen.

„Ja, ich bin frei.“ Connor verband ihre Lippen und küsste Alvarez ausgehungert. Er musste Energien loswerden, die der Anruf bei ihm aufgestaut hatte. Sie waren beide außer Atem, als sie den Kuss lösten. „Ich bin frei, um hier bei dir zu bleiben.“

„Ja, das bist du, kleiner Vampir. Lass uns den Bürokram ein paar Stunden liegen lassen. Die Sonne scheint und das sollten wir nutzen.“ Sie würden den Tag noch einmal neu beginnen, so wie sie ihr Leben jetzt noch einmal gemeinsam beginnen konnten, ohne die drohenden Schatten über Connors Kopf.

„Ja, lass uns Juan und Summer satteln und sehen, ob auf den Plantagen noch etwas Leckeres zu holen ist.“ Connor lachte und küsste Alvares noch einmal ausgelassen. Der Obstkorb in der Küche war immer gut gefüllt, seit Connor regelmäßig auf den Feldern vorbeischaute. „Und nächste Woche werde ich Assai sagen, dass ich hier den Mann gefunden habe, mit dem ich mein Leben verbringen und den Flecken Erde, auf dem ich leben möchte.“

Alvarez lachte, doch es klang nicht belustigt, sondern erleichtert. Er lächelte, als er Connor noch einmal zu sich zog. „Du weißt, dass ich mit Worten meine Gefühle nicht ausdrücken kann. Umso glücklicher bin ich, dass du trotzdem bei mir bleiben willst“, lächelte er und küsste Connor noch einmal seinerseits. „Lass uns unser gemeinsames Leben jetzt beginnen und sehen, wo es uns hin führen wird.“

„Was sollte ich denn machen, du bist nun einmal unwiderstehlich, einzigartig, eben der Beste. Ich hatte doch gar keine Chance, als mich in dich zu verlieben.“ Das war noch nicht einmal gelogen, denn genau das war Alvarez für den Vampir. Hätte der nämlich nicht eingegriffen, als Connor getötet werden sollte, wäre er nicht mehr am Leben. Er griff sich die Hand seines Schatzes und zog ihn nach draußen. „Komm, auf die Pferde. Wir fangen unseren gemeinsamen Weg jetzt an. Hier im Land des schwarzen Geistes.“

 

Ende

 

Danke fürs Lesen ...