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Himmelblau

 Original/ Reality [NC-16] [ongoing]

[Drama][Yaoi]

Bemerkung: 
In der Ich-Perspektive geschrieben und dient mir sozusagen nur als Übungsprojekt. Besteht aus einem Prolog, vier Kapiteln und einem Epilog.

Inhalt: 
Tagträumerei...
Realitätsflucht...
Einseitige Liebe...

In dieser Geschichte geht es um den 17 Jahre alten Michael, der versucht, trotz aller Probleme mit sich und seiner Umwelt zurück in das normale Leben zu finden.


~ What colour has the smell of suicide ~

 
Prolog: Müde

Hast du dich schon einmal gefragt, was du machen würdest, wenn du die Augen auf machst und dich plötzlich an einem Ort befindet und du nicht weißt wie du dorthin gekommen bist?

Hast du schon einmal das Verlangen verspürt, nur für einen kurzen Augenblick die Augen von dem abzuwenden was du siehst um dich für einen winzigen Moment in deine Gedanken zu flüchten?

Hast du schon einmal das Gefühl gehabt, dass du still stehst und trotzdem immer weiter gehst? Wie eine Marionette, die an unsichtbaren Fäden geführt wird und sich nicht dagegen wehren kann?

Was würdest du tun, wenn du an einem ganz normalen Tag aus der Schule kommst, das Gelände verlässt und im nächsten Augenblick bis zum Brustkorb im Wasser stehst? Würdest du Angst kriegen oder anfangen zu schreien?

Würdest du glauben du seiest verrückt, da du dir nicht erklären kannst, warum du auf einmal in einem See stehst, obwohl du dich doch vor ein paar Sekunden noch vor dem Schultor befunden hast?

Oder wenn du dich auf dem Weg nach Hause befindest und im nächsten Moment mitten auf der Straße stehst und im letzten Moment von jemanden von dort weggezerrt wirst, da dich sonst einer der Linienbusse erwischt hätte? Würdest du glauben, dass mit dir etwas nicht stimmt?

Ich persönlich, stelle mir täglich diese Frage, allerdings ohne darauf eine vernünftige Antwort zu finden. Ich bezeichne es einfach mal Realitätsflucht, da es ziemlich häufig vorkommt, dass ich es nicht mehr schaffe, meine Gedanken in der Realität zu behalten.

Ich bin müde...

Wenn ich mich umsehe, die Leute ansehe, wie sie voller Lebensenergie durch die Straßen hetzen und sie trotz der ganzen Hektik es meistens auch noch schaffen zu lächeln, dann frage ich mich wirklich, was mit mir nicht stimmt.

Ich verspüre immer so eine Lustlosigkeit...

Ich bin müde von alldem. Müde von dem, was sich Tag für Tag wiederholt. Morgens aufstehen, frühstücken, zur Schule gehen und dort ein paar Stunden totschlagen, um dann wieder in mein gleichgültiges Muster abzurutschen, durch das ich immer häufiger meinen Gedanken verfalle und nichts mehr um mich herum wahrnehme.

Ist das vielleicht der Grund, dass ich immer das Gefühl habe, wie ein Schlafwandler durchs Leben zu laufen und nichts mehr in meinem Umfeld mitkriege?

Gut, ein Träumer war ich schon immer. Als kleines Kind schon, was meine Eltern damals schon immer ein wenig verwirrt hat, da ich, im Gegensatz zu anderen Jungen in meinem Alter, nicht etwa Fußball gespielt oder mich für Spielzeugautos interessiert habe, sondern meine Zeit am liebsten damit verbracht habe, mich auf die große Wiese vor unserem Haus zu legen und in den Himmel zu starren.

Manchmal ist es schon seltsam, wenn man seine Zeit damit verbringen kann, regungslos zu einem weit entfernten Punkt zu blicken, ohne dabei zu merken, dass bereits Stunden vergangen sind.

Ich hänge gerne meinen Gedanken nach, aber seit der Sache mit dem See, habe ich etwas Angst gekriegt. Was wohl passiert wäre, wenn nicht plötzlich jemand neben mir gestanden und mich wachgerüttelt hätte?

Ich persönlich möchte mir das lieber nicht ausmalen...

Aber wenn ich es nun nicht einmal mehr schaffe aus meinen eigenen Gedankengängen aufzuwachen, wieder zurück in die Realität zu kehren, dann frage ich mich wieder einmal, was mit mir nicht stimmt.

Manchmal habe ich Angst davor nicht mehr zurückzufinden...

Die Angst mich in meinen Gedanken zu verlieren und in eine Art Koma zu fallen wird immer größer.

Es ist nur...

...dass ich einfach nur müde bin. 

 

Fortsetzung folgt