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Mad life - Special 3

Inhalt: Was wirklich passierte, als Ricki und Alexander von der Party am See nach Hause 'gefahren' sind.


Special 3: Alcohol


"Lexiii!", ruft Ricki lachend und schwankt hinter dem blonden Jungen her, der gerade versucht sein linkes Bein über sein Bike zu bekommen. Die Tatsache, dass er vollkommen betrunken ist und mit Mühe und Not noch geradeaus gucken kann, interessiert Alexander in diesem Moment nicht sonderlich.

"Nu mach hin", nuschelt Alexander, der nach zahlreichen Versuchen und ein paar blauen Flecken es endlich geschafft hat, sich auf sein Bike zu setzen. Schön, das wäre ja schon mal geschafft, aber wie geht es jetzt weiter?

"Du kann so net fahren", lallt Ricki und klopft seinem Halbbruder grinsend auf die Schulter, woraufhin dieser ins Taumeln gerät und beinahe mit seinem Bike auf dem Boden gelandet wäre.

"Wir su ja sehn", entgegnet Alexander angepisst und umklammert das Lenkrad. Mit glasigem Blick versucht er seine Umgebung genauer in Augenschein zu nehmen. Tja, im Wald gibt es halt keine Straßenlaternen, also heißt das quasi, dass er auf gut Glück fahren muss.

Ricki schüttelt nur kichernd den Kopf und versucht sich eine Zigarette aus der Packung zu schnipsen. Nach einigen Versuchen mit dem Feuerzeug die Kippe zu entzünden, hat Ricki es am Ende nur geschafft, sich die Finger zu verbrennen, klasse.

"Son scheiß", flucht er ungehalten und pfeffert das fiese Feuerzeug ins nächste Gebüsch. Na so ein blödes Dreckding, ihm einfach die Finger anzuschmoren. Murrend kaut er auf der Zigarette in seinem Mund herum und spuckt wenig später auf den Boden. Na wäh, das schmeckt doch nicht so besonders lecker.

"Schieb mal", vernimmt er plötzlich Alexanders Stimme. Der versucht nämlich gerade mit seinem Bike vorwärts zu kommen, aber wenn man natürlich dabei vergisst in die Pedale zu treten, dann wird das wohl nichts.

"Du legs disch nur auf die Fresche", meint Ricki seufzend, bemüht sich aber trotzdem zu seinem Halbbruder hinüber und krallt sich am Gepäckträger fest. Ok soweit wäre er, und nun? Ah ja, schieben.

Mit aller Kraft stemmt Ricki sich gegen das Bike, das sich nur einige Zentimeter weiter bewegt.

Sein Blick wandert zum Boden und bleibt schließlich an Alexanders Füßen haften, die noch immer fest auf der Erde stehen.

"Du Arsch. Nimm de Füße hoch!", ruft Ricki missmutig aus. Erschrocken hebt Alexander seine Füße an, wobei Ricki zu spät bemerkt, dass er noch immer Druck auf den Gepäckträger ausübt und das Bike somit ein paar Meter nach vorne fährt und Ricki gen Boden fliegt.

"Aaaah!" Ein lauter Schrei, gefolgt von einem Dumpfen Plumpsgeräusch und schon liegt ein kleiner, nun wirklich wütender Grufti im Dreck und rappelt sich fluchend und zeternd wieder auf.

Alexander beobachtet Ricki mit großen Augen, bevor er anfängt zu lachen. Na das ist doch wirklich ein Anblick für die Götter gewesen.

"Lach nich!", ruft Ricki angesäuert, torkelt auf Alexander zu und versucht ihm gegen sein Bein zu treten. Dass er aufgrund des hohen Alkoholkonsums nur den Reifen erwischt, ist natürlich ärgerlich.

"Zick nich rum hier", sagt Alexander drohend und platziert seinen einen Fuß auf dem Pedal. Na endlich hat er es geschnallt, wurde aber auch zeit.

"Fuck you", zischt Ricki beleidigt und schreitet erhobenen Hauptes an dem blonden Jungen vorbei, der ihn irritiert hinterher guckt. Ok, schreiten wäre etwas übertrieben, es erinnert mehr an ein stolperndes Schlurfen, aber das tut ja nichts zur Sache.

Mit leicht geröteten Wangen erklimmt Ricki den kleinen Hügel und hat alle Mühe damit, nicht bei jedem zweiten Schritt aufs Maul zu fallen, da seine Schuhe wirklich nicht gerade für eine Nachtwanderung geeignet sind.

Hinter sich hört er das leise Geräusch der Gangschaltung und kurz darauf rauscht Alexander an ihm vorbei, in Schlangenlinien zwar, aber er fährt. Nur das er vergisst auf die Bremse zu treten als es bergab geht, ist natürlich weniger schlau.

Mit großen Augen blickt Ricki dem nun schreienden Objekt auf dem Bike nach, bevor dieses einen Abstecher ins Gebüsch macht. Oh oh, DAS hat bestimmt wehgetan.

Eilends stolpert Ricki den Hügel hinunter und läuft hinüber zum Gebüsch, wo nun ein völlig zerzauster blonder Wuschelkopf zum Vorschein kommt, der zudem auch noch diverse Arten von Gestrüpp an den Klamotten und in den Haaren hängen hat.

"Du siehs aus wie ne Waldfeeee", quietscht Ricki und fängt laut an zu lachen. So, das hat er jetzt davon. Das kommt, wenn man sich über das Leid anderer lustig macht.

Fluchend krabbelt Alexander aus dem Gebüsch und richtet sich taumelnd auf. Na herzlichen Dank auch, tat das denn Not, dass er einen Zwischenstopp in die Wallachei machen muss?

"Blödes Mistteil", murmelt er verstimmt und versucht sich von dem Gestrüpp zu befreien, Na hoffentlich hat ihn keiner gesehen.

"Isch hab doch jesagt, dass du auf die Fresche fällst", meint Ricki grinsend und zupft seinem Gegenüber ein paar Blätter aus den Haaren. Irgendwie sieht er richtig niedlich aus, so mit Schmollmund und dem Waldelfeenlook.

"Will ins Bett", nuschelt Alexander und seufzt resigniert. Wahrscheinlich hat sich sein letztes bisschen Verstand für heute verabschiedet. Schön, geht er eben zu Fuß. Er bezweifelt, dass er heute Nacht noch irgendetwas Gescheites gebacken kriegt.

"Schaffen wa schon... isch bring disch ins Bett", flüstert Ricki lächelnd und hackt sich bei seinem Halbbruder ein, der seltsamerweise nicht einmal protestiert.

Zwischen den großen dunklen Bäumen und einigen Büschen, sieht man nun zwei Gestalten, wie sie den schmalen Feldweg entlang schwanken und allmählich in der Nacht verschwinden.