Du befindest Dich hier: Geschichten > Geschichten frei bis 16 > Chaotizitaet > Hurting Gott > Hurting Gott Teil 0 bis 6

Hurting Gott Teil 0 bis 6

Prolog

Gott zu hurten ist ein Full-time-Job. Es ist viel mehr als ständig mit seinem Lieblingsdolch zu spielen, wie viele Leute glauben. Außerdem, was ist schon *ein* Lieblingsdolch? Ich habe wenigstens ein Dutzend solcher Lieblingsdolche in meiner Sammlung. Und allein meine Sammlung in Schuss, und somit in steter Gott-hurt-Bereitschaft, zu halten, braucht seine Zeit.
Um euch einen kleinen Einblick in meinen gotteslästerlichen Alltag zu geben, habe ich mir Nagis neue Videokamera ausgeliehen (natürlich ohne zu fragen, denn das hurtet Gott...).


Hurting Gott – Teil 1

„Brad, wieso muss ich eigentlich immer diesen *bescheuerten* Ruf loslassen?“ moserte ich bei der Teambesprechung zur neusten DVD und ließ wie zur Bekräftigung ein lautes „Ayaijaijaijaijaijahhh!“ hören. 
„Weil du *bescheuert* bist?“ stellte Schuldig die rhetorische Gegenfrage.
„Ich darf doch wohl mal bitten!!! Ich bin irre, nicht bescheuert!“ Indigniert schickte ich Schuldig den besten Aya-Shi-Ne-Blick hinüber.
„Hey, das ist mein Blick!“ ereiferte sich auch prompt das rothaarige Kätzchen von der anderen Seite des Tisches.
„Na und?“ zuckte ich mit den Schultern.
„Der ist patentiert und mit Copyright versehen!“ zeterte Aya weiter und verwies auf das kleine ©, das in seinen Augen aufblitzte.
„Na und??? Das hurtet Gott!“ grinste ich ein ebenfalls patentiertes 360°-Schu-Grinsen. Eingedenk des kurzen Wortgefechts von gerade eben, verzichtete mein werter orangehaariger Teamkollege auf einen Einspruch. Schließlich stand die Antwort ja schon fest. Genau! Das hurtet Gott!!Außerdem, mal ehrlich, es gehört schon eine Menge schauspielerisches Können dazu, die Eigentümlichkeiten seiner Kollegen derart gut zu kopieren, wie ich das tat. In dem Anime darf ich dieses herausragende Talent ja immer nur mit meinem Arm-Schlenker-Gang zeigen, und glaubt mir, dabei fühlt man sich eher wie ein Gibbon, denn wie ein gotteslästerlicher Irrer.
Überhaupt komme ich in den Animes immer viel zu selten vor. Aber da eine derartige Missachtung des eigentlichen Drehplans Gott definitiv hurtet, bleibt es halt im Endeffekt bei den paar Auftritten. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb die Serie „Weiß Kreuz“ und nicht „Farfarello und die vier Kätzchen“ heißt, wie ursprünglich vorgesehen.Egal, wie dem auch sei, Szenendrehs zu schwänzen und somit Gott zu hurten hat auch noch den großen Vorteil, dass ich viel mehr Zeit habe, meine schauspielerischen Fähigkeiten zu vervollkommnen. Im Moment bin ich dabei den Genki-Auftritt von Omi zu perfektionieren.
Habt ihr eine Ahnung, wie schwierig es ist, einen solch strahlenden Augenaufschlag mit nur einem Auge hinzukriegen? Ich mein, eigentlich habe ich *zwei* wirklich tolle Augen, nur ist dem Mangaka leider beim Zeichnen des zweiten Auges für die erste Szene das Gold ausgegangen, und weil schwarz außerdem viel billiger ist, hat man mir kurzerhand eine schwarze Augenklappe verpasst. Wenn die Klappe wenigstens Pink wäre... Das würde Gott nämlich zu 200% hurten!
Back to business!
„Braaaaddilein! Büdde, büdde! Kann ich nicht statt dessen irgendwas singen?“
Unnötig zu sagen, dass ich nicht singen kann, und somit Gott hurten würde.
„Und was willst du singen? Etwa ‚Take me tonight‘?“ fragte Omi unschuldig.
Oh je, japanische Chibis und deutsche Pop-Eintagsfliegen – eine unausstehliche, wenn nicht gar tödliche Kombination. So unausstehlich, dass ich trotz des offenkundigen Gott-hurtens dieser Vorliebe, erwog, den Walkman des Kleinen gnadenlos in seine Einzelteile zu zerlegen.
Aber halt! Was hatte Omi gerade gesagt? Take me tonight?
„Ist das eine Aufforderung, Chibi?“ fragte ich und warf dem Kleinen einen mehr als eindeutigen Blick über den Tisch zu. Hmmm, das Weiß-Kätzchen sah aber heute auch äußerst knusprig aus. Geradezu zum anbeißen. Denn außerhalb der Arbeitszeit kleidete sich Omi mehr als lecker... enge dunkelblaue Lacklederhosen, und ein Netzshirt, ein hautenges weißes Shirt, ärmellos, versteht sich, eine passende Lacklederweste, oder auch mal gar nichts. Heute war es schlicht das weiße Shirt.Allein die Vorstellung, es dem Jungen über den Kopf zu streifen, diesen schlanken, makellosen Oberkörper zu liebkosen, seinen Mund mit meinem in einem zärtlich leidenschaftlichen Kuss zu verschließen, versetzt mich in einen angenehm erregten Zustand.
Und entgegen der landläufigen Meinung stehe ich gar nicht auf diese Vergewaltigungsmasche! Ein wenig Bondage ist okay, aber brutale Vergewaltigung?
Nein danke! Weder auf die eine noch auf die andere Tour!
Mehr als überrascht starrte mich Omi mit seinen kornblumenblauen Augen an. Aber er antwortete nicht sofort, was nur bedeuten konnte, dass er es tatsächlich in Erwägung zog. Na, wenn das nicht Gott hurtet!
Wie dem auch sei, Brad sägte meine Gesangspläne gnadenlos ab.
„Ich habe keinen Bock, dass meine Vision von den mehr als überhöhten Ohrenarzt-Rechnungen, die dein Gejaule zur Folge hätte, wahr wird.“Habt ihr bemerkt, außerhalb der Dreharbeiten hat sogar unser Orakel einen, sagen wir mal „relaxten“ Sprachstil, um nicht zu sagen, beizeiten einen äußerst gotteslästerlichen Wortschatz, hihi! Als wollte er einen Ausgleich für seine mehr als überkandidelte Ausdruckweise während der Arbeit schaffen.Der Rest der Besprechung war dann das übliche Trara.
Yoji, der par tout einen eigenen Hairstylisten wollte und kurz davor stand, von Aya eine militärische Kurzhaarfrisur mit dessen Katana verpasst zu bekommen, um das Problem ein für alle mal aus der Welt zu schaffen.
Nagi, der den letzten Rest seiner heißen Schokolade mit einem Schwung über den Konferenztisch verteilet und dann grinsend (jab, das Schwarz-Chibi kann durchaus auch grinsen) zusah, wie sich die braune Flüssigkeit unaufhaltsam auf Omis Walkman zu bewegte, und diesen dann doch zu guter Letzt in die ewigen Jagdgründe schickte.
Und ich, der ich, um das Weiß-Chibi zu trösten, vorschlug, ihm später meine Dolchsammlung zu zeigen! (Briefmarken sind schließlich nur was für Anfänger, hihihi!)

Hurting Gott – Teil 2

Yojis ewiges Gemaule wegen eines eigenen Haarfuzzis, hat mich daran erinnert, dass ihr ja gar nicht wisst, wie ich zu meiner außergewöhnlichen Frisur gekommen bin.
Aber sehen wir uns doch erst mal die Frisuren meiner Kollegen an.
Da hätten wir zunächst Brad.
Für den Laien mag es so aussehen, als hätte er eine mehr oder weniger normale, geschäftsmäßige Gelfrisur. Tatsache ist aber, dass er mit diesen langen, sorgfältig zurückgegelten Haaren eine Tonsur vertuscht. Dreimal dürft ihr raten, wer dafür verantwortlich ist. Genau! Ich!! Denn Brad ist weit davon entfernt ein Mönchsleben zu führen.
Aber eines Abends, als er sich mal wieder so richtig die Kante gegeben hatte, weil irgend so ein trotteliger FF-Autor es wagen würde zu schreiben, dass er Nagi misshandelte (als ob der das zu lassen würde!), konnte ich nicht widerstehen.
Ich mein, das müsst ihr euch vorstellen! Bradley Crawford lag schnarchend auf dem Tisch, den Ärmel seines heißgeliebten Armani-Anzugs fröhlich in einer Bierlache badend.
Normalerweise könnte man ja schon sagen, dass dieser Anblick gotteslästerlich genug wäre, aber Gott ist, was Vollsuff betrifft, so fies und rächt sich mit ekelhaften Kopfschmerzen. Also musste ich etwas unternehmen, damit Gott dennoch gehurtet wird. Was in diesem Fall eine haartechnischen Einsatz meines, stets zur Verfügung stehenden Messers bedeutete.
Man könnte ja jetzt vielleicht noch annehmen, dass Haare im Allgemeinen ja wieder nachwachsen. Nur hatte Brads, aus meinem Gott-hurt-Attentat resultierenden, umweltschädlich-exzessiver Einsatz von Haargel undHaarspray (auch Flüssigbeton genannt) eine ungeahnte Auswirkung auf seine Kopfhaut. Kurz, seine Haare weigern sich nachzuwachsen! Eine solche Zuwiderhandlung des natürlichen Ablauf hurtet Gott definitiv, hihi!
Der nächste, dem wir uns zuwenden, ist Schuldig.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass ich nix mit dem gott-hurtenden Grün zu tun hatte, na ja, zumindest nicht direkt. Trotzdem, dieser Nebeneffekt war ganz in meinem Sinne!
Alles begann damit, dass Schuldig sich in Yoji verguckte.
Inzwischen ist er ja darüber hinweg, was die beiden aber nicht davon abhält, sich von Zeit zu Zeit dennoch zu vergnügen. Wie zum Beispiel gerade jetzt. Und eins muss man lassen, sie haben echt Ausdauer. Das ist nämlich bereits die vierte Runde, aber schließlich muss ja Gerechtigkeit herrschen, zweimal ist Yoji Seme, und zweimal Schuldig.
Wie dem auch sei, damals, als die Dinge noch nicht so zwischen den beiden standen, fing Schuldig an, Yoji ähnlich werden zu wollen. Nach vier Wochen Hungerkur sah er endlich ein, dass sein Beckenknochen ihn nie eine so schmale Taille wie Yoji würde haben lassen. Statt dessen ließ er sich dann die Haare wachsen. Und um so schicke Yoji-Wellen reinzubekommen, hat er sogar jede Nacht Lockenwickler getragen. Ich, als sein Modeberater, habe natürlich dafür gesorgt, dass sie neongelb waren. Da hat sich so richtig schön mit seiner Haarfarbe gebissen und Gott bestimmt gehurtet!
Doch meine nächste Aktion war noch um einiges besser. Ich habe nämlich seine geheiligte Haarbürste geklaut und gut versteckt, sehr gut! Was wiederum diese Zottelmähne zur Folge hat, die wir alle kennen. Und allein Schuldigs Geheule jeden Morgen aufs Neue hurtet Gott, hihi!
Die grüne Farbe war ein Versuch der Chibis mit einer selbstgemixten Chemikalie Schuldigs Haarknoten zu entwirren. Ihr seht also, Schuldig war zu dem Zeitpunkt ziemlich verzweifelt. Inzwischen hat er sich wohl mit den Knoten halbwegs abgefunden, was ihn aber nicht vom Jammern abhält. 
Ach ja, an dieser Stelle werde ich noch ein kleines Geheimnis lüften. Das breite Haarband! Einerseits dient es dazu diese verfilzten Zotteln zu bändigen, zum anderen ist es der Versuch seine Ohren vor einem gewissen Vicent van Farfi zu schützen, hihi!!!
Kommen wir zu Aya.
Dieses Mal muss ich mich für die Haarfarbe schuldig bekennen. Aber nicht für dieses Braun und den langen geflochtenen Zopf. Ich rede von dem Rot. In diesem Fall war es relativ einfach. Ich habe nämlich, um mich für die schwarze Augenklappe statt eines zweiten goldenen Auges zu rächen, kurzerhand alle anderen Farben verschwinden lassen. Und nachdem ich festgestellt habe, dass sie überhaupt kein Pink haben (und ich somit also auch nie eine Chance gehabt, eine solche Augenklappe zu bekommen). Deshalb blieb mir also nur die nächstähnliche Farbe – rot!
Zunächst waren die Zeichner alles andere als glücklich, und ich hatte mein Ziel erreicht, es hurtet Gott! Und zwar dermaßen, dass die Zeichner meinten, bei „Glühen“ Aya eine neue Frisur verpassen zu müssen. 
Aber meine Fans halten mir die Treue, hurten mit mir gemeinsam Gott, weshalb in den meisten Köpfen der Fans und FF-Autoren Aya weiterhin ein absolut süßer Rotschopf ist!Und es gibt noch einen, dem ich jeden Tag aus neue einen Gott-hurtenden Haar-Streich spiele – Omi.
Jab, auch mein Lieblings-Chibi hilft mir beim Gott hurten.
Man stelle sich einfach folgende Situation vor. Chibi kommt genki-mäßig verschlafen die Treppe hinunter. Und entgegen böswilliger FF-Behauptungen, er trägt weder Winnie-Pooh- noch Pokemon-Schlafanzüge! Nein, Omi bevorzugt gar nichts, na ja, zumindest wenn er die Nacht mit mir verbracht hat, hihi, aber ich glaub, das wollte ich jetzt eigentlich nicht erzählen. Okay, also, ein ganz normaler Morgen, nach einer Nacht, die mein Chibi leider nicht bei mir verbracht hat, und er folglich ganz brav einen stink normalen Pyjama trägt. (Ich weiß, wie langweilig, aber wisst ihr was? Ich glaube, Chibi schläft immer nackt, also auch, wenn er die Nacht nicht bei mir verbringt.
Und den Schlafanzug zieht er immer nur aus Anstand den anderen gegenüber an. Zumal sein Pyjama morgens auch nie wirklich verkrumpelt ist! Das hurtet Gott! Und regt mich zu neuen Phantasien an. Mal sehen ob ich Omi dazu überreden kann, die mit mir auszuprobieren...)
Zurück zu dem angezogenen Omi. Also, er kommt genki-mäßig verschlafen die Treppe runter und biegt um die Ecke, wo ich auf ihn warte.
„Buuuuuuuuu!“ Und Omi erschreckt sich wirklich jeden Tag aufs neue! So dass ihm die Haare zu Berge stehen. Was ich natürlich ausnutze, blitzschnell eine von Brads Haarspraydosen, bevorzugt die letzte, die er noch von seinem Vorrat hat, und fixiere auf Omis Kopf den Erfolg meiner frühmorgendlichen Aktion. Das hurtet Gott definitiv, hihi!Okay, nachdem ich euch jetzt meine vier Haaropfer vorgestellt habe, kommen wir zu meiner Frisur. Denn diese resultiert quasi daraus.
Denn ob ihr es glaubt oder nicht, sie waren doch tatsächlich so vermessen, und haben sich rächen wollen!!!!
Sie haben mir meine ehemals schönen langen, naturroten Haare zu Pippi Langstrumpf-Zöpfen geflochten! Das hurtet vielleicht auch Gott, aber noch viel mehr hurtet es Farfi!!! Zumal das ja auch gar nix aussah, denn als ich mich das erste Mal so im Spiegel sah, habe ich mich dermaßen erschrocken, dass meine Haare glatt schlohweiß wurden. Jetzt habt ihr es, die sind dran schuld. Und außerdem, Zöpfe??? Ich??? Ich bin zwar irre, aber doch nichtbescheuert. Also, wozu bin ich ein Messerfreak, razfaz waren die Zöpfe ab und übrig blieb diese äußerst pflegeleichte Kurzhaar-Strubbel-Frisur!


Hurting Gott - Teil 3

Es war mal wieder vollbracht. Irgend so ein dusselige Fanfiction-Autor hatte Brad und Ken glücklich verkuppelt, was die beiden als Anlass nutzten, das sehr laut und sehr bettenschädigend zu feiern.
*Quietsch, quietsch, quietsch*
"Oh Mann! Haben die nichts besseres zu tun?" maulte Schuldig und fläzte sich sichtlich gelangweilt auf das Sofa.
"Neidisch?" fragte ich und polierte in aller Seelenruhe meine Dolchsammlung weiter.
Meine Seele befand sich tatsächlich in Ruhe, denn die Geräusche von oben waren Musik in meinen Ohren.
"Ach halt die Klappe!" fuhr mich unser alle Lieblingsdeutscher an. "Ich weiß schon, dich freut das, weil es Gott hurtet!"
"Hihihihihi!"
Für ganze drei Sekunden herrschte Stille. Das war so etwas wie ein neuer Rekord für Schuldig!
"Mir ist langweilig", begann der Orangehaarige prompt auch wieder zu quengeln.
Und mir reichte es langsam. Denn im Gegensatz zu dem Krach von Brad und Ken hurtete Schus Gejammer nicht nur Gott, sondern auch mich. Und das kann ich ja mal gar nicht leiden.
"Du bist ja auch zu doof!" warf ich ihm an den Kopf.
Schuldig wollte ansetzen etwas zu entgegnen, doch da fuhr ich schon fort: "Warum gehst du nicht, wie in dieser Story vorgeschlagen, mit Omi aus?" fragte ich und klimperte ihn Genki-mäßig an.
Sofort hellte sich seine Miene auf und er sprang vom Sofa auf.
"Ooommmiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!" hallte es durchs Haus.
Oh je! Was hatte ich da bloß angerichtet? Armer Schatz!
Das Ur-Genki kam auch brav die Treppe runtergeturnt und sah Schuldig fragend an.
"Du hast doch bestimmt Lust mit mir Kaffeetrinken zu gehen", sagte dieser und setzte ein nicht nur entfernt an sein Hentai-grin erinnerndes Grinsen auf.
"Öhm..." Doch Omis Zögern wurde von einer Manipulationsattacke des Telepathen unterbrochen.
/Das ist nicht fair!/ moserte das Chibi. /Du weißt doch gar nicht, ob ich Nein gesagt hätte!/
/*Sicher ist sicher*/, grinste Schuldig.
Woher ich die Gedanken weiß? Tja, so läuft das bei den beiden immer.
Zufrieden zogen sie dann ab. Und ich hatte endlich meine Ruhe!
Doch irgendwann war auch der letzte Dolch poliert, die letzten Blutspuren beseitigt. Und nun fing ich mich an zu langweilen.
Brad und Ken würden noch die ganze Nacht beschäftigt sein. Um das vorher zu sehen, brauchte man noch nicht einmal ein Orakel zu sein, hihi! Und der Rest der Truppe war aus dem Haus.
Wobei, genau betrachtet - Zeit Gott zu hurten!!!
Heutiger Gewinner: Die Küche!
Rein aus Gewohnheit galt mein erster Gang dem Kühlschrank. Erst mal stärken, bevor ich mich meinem gotteslästerlichen Projekt widmen würde.
Mein Blick schweifte über die letzten Sushis (Reste von Yojis Abendessen und wahrscheinlich auch sein morgiges Frühstück), Sojasprossensalat (Ayas schon vorbereitetes Mittagessen für morgen), Nutella (Schuldigs geheiligter Brotaufstrich), O-nigiri (Omis Pausenbrot), Kinder-Schokobons (Nagis Nervennahrung), sowie Eier, Milch, Ahornsirup und Speck (Zutaten für Crawfords ordentliches, vollwertiges, amerikanisches Frühstück, inklusive Pfannkuchen und gebratenem Speck). Und dazu Kens geheimen Vorrat an isotonischen Energydrinks... Nyammmm! Das würde ein Festmahl werden.
Während die Pfanne für den Speck heiß wurde, machte ich mich daran den Teig für die Pfannkuchen zusammenzumischen.
Zwischendurch tat ich mich schon mal an den Sushi gütlich, schließlich wollte ich ja nicht verhungern. Denn wer würde dann Gott hurten?
Wisst ihr, was das beste Gerät in der Küche ist? Der Mixer! Genau, ich meine dieses wunderbare Handrührgerät, dass man wahlweise mit Schneebesen, Knethaken, Pürier- und Passierstab versehen kann.
Man stelle sich jetzt vor, man nehme einen gotteslästerlichen Iren, also mich, die Zutaten für Pfannkuchen und so einen Mixer...
*klick*
"Oops! Da habe ich doch wohl glatt die falsche Schüssel genommen, hihihihi!" Und mit einem freudigen Grinsen und leuchtenden Augen, kurz, einem Gesichtsausdruck, wie ihn onst nur waschechte Chibis und zum Pseudochibi mutierende Schus unter dem Weihnachtsbaum hatten, beobachtete ich fasziniert, wie der Mixer erst brav alles miteinander verquirlte, nur um es dann im nächsten Moment mit viel Schwung in der Küche zu verteilen.
Nach einer Weile beschloss ich dann lieber doch den Kampf zwischen Mixer und mir zu meinen Gusten zu entscheiden, schließlich sollte ja noch genug Teig für meine Pfannkuchen übrigbleiben. Innerhalb weniger Sekunden hatte ich meinen kleinen, tobenden Verbündeten gebändigt, und erhielt jetzt brav meinen Teig.
Als ich den Mixer abstellte, sah ich mich in der Küche um. Stolz betrachtete ich mein Werk. Sah so doch schon viel besser aus, als vorher, wo alles s eintönig Anthrazit, Weiß und Edelstahl war.
Ich hatte eindeutig meine Berufung verfehlt! Ich hätte Dekorateur und nicht Profikiller werden sollen! Aber ich wusste, Brad, dieser alte Miesepeter, würde mir das nie erlauben.
Und Aya würde bestimmt morgen einen Mords-Wutanfall bekommen, wenn er meine Verschönerungsaktion sah. Also hatte ich mein Ziel mal wieder erreicht. Denn niemand konnte so gotteslästerlich fluchen wie das Abessinian-Kätzchen. Das hurtet Gott jedes Mal! Zu 200%!
Aya würde zwar mit Sicherheit darauf bestehen, dass ich alles wieder saubermachte, aber dreimal dürft ihr raten, wie meine Antwort lauten würde. Genau! "Nein, denn das hurtet Gott!" Was Aya zu noch mehr Flüchen veranlassen würde und letztendlich bedeutete, dass er den Putzlappen schwingen dürfte.
Ob das wohl der Grund ist, warum er mich so selten in der Küche rumwerkeln lässt?
Inzwischen war es an der Zeit mit dem Brutzeln zu beginnen. Und Ayas Sojasprossensalat zu vernichten. One way in meinen Magen.
Ich hatte gerade die ersten Pfannkuchen fertig, als polternd die Haustür aufging, und gleich darauf schwankten, lallend singend, zwei Gestalten in die Küche - Yoji und Aya!
Und eindeutig besoffen!!! Denn Aya zog angesichts meiner Sauerei noch nicht einmal die Augenbrauen nach oben, sondern akzeptierte obendrein noch die von mir angebotenen Pfannkuchen.
Kichernd und mit halbvollem Mund fügte er dann noch hinzu: "Ich glaube, Brad wird morgen früh nicht gerade glücklich sein!"
"Hihihihihi! Das hurtet Gott!" Und ausnahmsweise stimmten mir die beiden zu. Das hurtet Gott grade noch mal!
Yoji hatte sich inzwischen, in Ermangelung der urplötzlich verschwundenen Sushi, an dem gebratenen Speck und Omis O-nigiri gütlich getan.
Und Aya und ich kamen schnell überein, dass Brad seinen Ahornsirup getrost für sich behalten konnte. Denn die Pfannkuchen schmeckten mit Schus Nutella und Nagis Schokobons tausendmal besser. Also, ab damit wieder in den Kühlschrank.
Irgendwann zauberte Yoji noch eine Flasche Sake hervor, und ihr glaubt mir sicher, wenn ich euch sage, dass Energydrinks mit Sake eine mehr als Gott hurtende Mischung ist!
Und irgendwann tauchte auch noch das Schwarzchibi aus der Versenkung seiner virtuellen Computerwelt auf.
"Hunger!" sagte Nagi auch prompt in jenem fordernden Tonfall, den nur ausgezehrte Chibis drauf haben.
Kichernd verwiesen wir ihn an den Kühlschrank. Der, wie wir ja wissen, nur mehr als leer war. Na ja, zumindest fast. Denn immerhin befanden sich ja noch Brads Ahornsirup, ein Reststück Käse und ein angebrochenes Glas Gurken darin. Nicht wirklich passen, aber was solls, in der Not frisst der Teufel halt Fliegen...
Wenn das nicht Gott hurtet!!!
Brads Wutgeschrei am nächsten Morgen, als er entdeckte, dass aus seinem Frühstück wohl nichts werden würde, mangels Nahrungsmittel, bekam ich zum Glück nicht mit.
Denn ich schlummerte noch selig, und schlief den Schlaf der Gerechten.
Hihihihihihi!

Hurting Gott - Teil 4

Okay, was glaubt ihr, sollte man für einen Beruf ergreifen, wenn man Gott hurten will? Richtig, man wird Profikiller!
Aber da man ja heutzutage mit einem Job nicht mehr auskommen kann, war klar, dass auch ich früher oder später einen Zweitjob brauchen würde. Und wer jetzt mein, den hätte ich schon, als Gott hurtender Irrer, der liegt falsch, denn das ist nur eine andere Umschreibung für Profikiller.

Es war eines schönen Vormittags, und die Chibis hatten gerade Drehpause. Klar, dass sie nicht auf die Idee kamen etwa ihre Rollen zu studieren; wozu auch, wenn Omis Rolle doch größtenteils daraus besteht jeden höflich mit -kun anzureden, und Nagis nur aus "Ich hasse die Gesellschaft" in allen möglichen Variationen. Also lungerten sie vor den Computern rum.
"Hey, guck mal, nächste Woche findet ein Schulausflug statt!" quietschte Omi plötzlich freudestrahlend an dem einen Rechner.
"Und wo geht's hin?" wollte Nagi wissen.
"Disney Land!"
Jetzt quietschten beide Chibis unisono, in solch einer Gott hurtenden Lautstärke und Tonhöhe, dass wir es sogar noch im Studio hörten. Vor Schreck vergaß Brad sogar visionsgemäß Aya und dessen Katana auszuweichen (es war gerade eine Kampfszene dran), und so landete Aya zum ersten Mal in der Geschichte von Weiß Kreuz einen Treffer gegen den Schwarzanführer. Einzig die Tatsache, dass Brad sich nach der Geräuschquelle umdrehte, bewahrte ihn vor dem allzu plötzlichen Ableben und Aya traf nur den Oberarm.
"Aaaaauuuuuuu! Scheiße! Bist du jecke????"
"Und cut!" kam es ziemlich zweideutig und ziemlich genervt aus dem Megaphon des Regisseurs.
"Aaarrrgh! Mein schöner Anzug! Sieh doch mal, was du angerichtet hast!" moserte Brad. "Wuaaaaahhhh! Mein Arm!!!! Ich mach dich alle, du rothaarige Dampfnudel!"
"Reg dich nicht so auf, ist doch bloß ein kleiner Kratzer!" zuckte Aya bloß mit den Schultern.
"Alles halb so schlimm, Braddilein. Krankenschwester Schuldig ist schon mit dem Amputationsbesteck zur Stelle", kam es fröhlich von Yoji.
"Bleib mir bloß vom Hals, du Metzgermeister!" zeterte Crawford jetzt in Richtung Schuldig weiter.

Derweil waren die Chibis zu dem Schluss gekommen, dass man sie bei ihren vielen Fehlstunden unter Garantie von dem Ausflug ausschließen würde, es sei denn, sie griffen zu ihrer ultimativen Waffe. Nein, kein steinerweichendes Heulen, denn Schuldirektoren sind bekanntlicherweise aus einem viel härteren Material als Stein (Rache Gottes der Güteklasse III). Es gab nur ein wirklich 100% sicheres Mittel, und das waren freiwillige Begleitpersonen! Davon konnte man bei so einem Ausflug nämlich nie genug haben. Das wussten die Chibis, und auf diese Weise hatten sie es bisher noch jedes Mal geschafft, doch mit auf die Schulausflüge zu dürfen.
Die Chibis und die Schule war sowieso eine ganz eigene Sache. Da gingen sie nämlich so gute wie nie hin. Nur zu den Schulausflügen. Okay, zu den Prüfungen tanzten sie auch noch an, und schnitten jeweils mit so guten Ergebnissen ab, dass sie Jahrgangsbeste waren, wieder einmal nicht von der Schule flogen, sondern statt dessen mit allen Ehren versetzt wurden. Was die nötigen Entschuldigungen betraf, tja, so war das mein Part. Denn die Eigenschaft, die ich mir von Brad ausgeguckt hatte, um sie perfekt nachzuahmen war seine Unterschrift. Glaubt mir, sowas ist sehr nützlich, z.B. um mit Brads Kreditkarte ungefragt unterschreiben zu können, oder eben um kleinen süßen Chibis mit großen Kulleraugen Schulentschuldigungen auszustellen. Wenn das mal nicht Gott hurtet!!!! (Besonders, wenn ich Nagi eine Entschuldigung wegen Altersdiabetes und Omi wegen Gonorrhö ausstelle! Hihihihihi!!!)

Aber hier ging es ja um einen Schulausflug und die nötigen Begleitpersonen. Und das war gar nicht so einfach. Denn Brad und Aya z.B. weigerten sich rundheraus, und Yoji war, angesichts der Tatsache, dass einige von Omis Klassenkameradinnen inzwischen 18 waren, nach dem letzten Ausflug von der Schule von künftigen Aktivitäten ausgeschlossen. Idiot! Wobei, solche Dämlichkeit hurtet Gott zumindest zu einem gewissen Grad. *drop*
Im Grunde blieb den vergnügungssüchtigen Chibis nur noch eine Möglichkeit: Erpressung!
Da kam ihnen Brad Geschrei gerade recht.
Wie zwei Pikachus auf Agilitätsattacke schossen die beiden Chibis ins Studio, Nagi hielt Schuldig mental fest, Omi schnappte sich den Verbandskasten und gemeinsam stürzten sie auf den leidenden Crawford zu.
"Okay, Omi wird dich verbinden, aber dafür kommst du als Begleitperson auf unseren Ausflug mit", erklärte Nagi ohne zu zögern ihre Forderungen. Brads Gesicht verfinsterte sich so sehr, dass einem eine totale Sonnenfinsternis so strahlend wie der hell erleuchtete Weihnachtsbaum vor dem Rockefellercenter erschien.
"Entweder das, oder Schuldig darf rummetzgern", sagte Nagi ohne mit der Wimper zu zucken.
"Du kannst ja auch alternativ versuchen, einen der anderen zu überzeugen", warf Omi mit seinem besten du-musst-mich-lieb-haben-denn-ich-bin-das-Chibi-Lächeln ein. Solche Dreistigkeit von den ach so unschuldigen Chibis ist definitiv Gott hurtend, hihihihihi!
Das Ende vom Lied war, dass Crawford *urplötzlich* eine Vision hatte, der zu Folge er Schuldig als Begleitperson abstellen würde (sind Visionen eigentlich von Rachegedanken beeinflussbar?), so dass er das Gesicht zu einem halb wehleidigen, halb fiesen Grinsen verzog und nickte.
Tja, und da Visionen ja so etwas wie die Vergangenheit eines in der Zukunft bereits stattgefunden habenden Ereignissen waren (eine typische Definition à la Bradley Crawford, und übrigens das Gegenstück zu der "nichts steht wirklich fest, bis es geschehen ist"-Definition, je nach Gutdünken austauschbar. Ein derartiger Missbrauch der von Gott zuteil gewordenen Psi-Kräfte hurtet diesen bestimmt!), kam es, dass Schuldig wohl oder übel "freiwillige Begleitperson" spielen musste.
Aber natürlich wollte er eine solch vertrauensvolle Aufgabe nicht alleine übernehmen. Außerdem lautete die Rechnung ja: 2 Chibis x zig Fehlstunden = *2* Begleitpersonen! Tja, und wo man mit Erpressung nicht weiterkam, da musste eben Plan B aufs Tapet, B wie Bestechung. Die kam in diesem Fall von Schuldig, richtete sich an mich und beinhaltete drei ungestörte Nächte mit meinem Lieblingschibi. Ich mein, abgesehen davon, dass es eigentlich gegen meine Prinzipien verstößt, wenn mein Chibi als Ware behandelt wurde (jedoch verriet mir ein Blick auf Omi und dessen vergnügtes Zwinkern, dass dieses Angebot mit seinem Einverständnis geschah), und ich es auch freiwillig gemacht hätte, denn: 1 Haufen vergnügungssüchtiger Chibis x Disney Land = jede Menge Möglichkeiten Gott zu hurten (Mann, bin ich heute gut in Mathe, hihihihihi), waren die entgeisterten Gesichter der anderen einfach zu herrlich, so dass ich zu Schuldig nichts anderes sagen konnte als: "Der Deal gilt!"
Worauf Brad nun endgültig in Ohnmacht fiel, Aya sich schutzsuchend an Yoji klammerte und wohl zum ersten Mal vergaß, dass ein Shi-ne seinem Charakter eigentlich mehr entsprach, und Ken tatsächlich seine Bug-Knucks in einen seiner heißgeliebten Fußbälle versenkte. Bilanz: Ein ohnmächtiger Brad, ein verängstigter Aya und ein toter Fußball. Jab, ich habe es mal wieder geschafft, denn das hurtet Gott ganz bestimmt!!!

Als der große Tag dann endlich da war, kam es wie es kommen musste.
Die Chibis hatten, aus Macht der Gewohnheit, dass ihre Begleitpersonen sie ja zu Schule, bzw. dem Ausgangspunkt der Exkursion, fahren würde, den Wecker auf "gerade noch rechtzeitig ohne einen Strafzettel zu kassieren" gestellt.
Nur, dass eine der Begleitpersonen ihren Führerschein gerade erst wegen zu vieler Strafzettel hatte abgeben müssen (Schuldigs kläglich gescheiterter Versuch, mir damit beim Gott hurten zu helfen), und mir ja eh niemand einen Wagen lieh (fragt mich aber jetzt bitte nicht wieso, denn ich habe sogar eine goldene NJC-Sicherheitsplakette [1], weil ich mir dachte, es hurtet Gott bestimmt mehr, wenn ich die von ihm gesandten gelben Engel durch mein fahrerisches Können davon überzeuge, dass sie mir so ne Plakette verleihen, als wenn ich ein paar dusselige Verkehrsregeln überschreite).
Also blieb uns nur noch eine Alternative - die Fahrräder. Man stelle sich nun den Fuhrpark von Weiß Kreuz vor: Da hätten wir einen Mercedes (gehört Brad), einen Porsche (Ayas Baby), einen Seven (Yoji), einen weißen Schlitten (Schuldig), ein Motorrad (Ken), ein dämlicher Blumen-Wohnwagen (Weiß-Tarnung), einen noch dämlicheren Blumen-Motorroller (ebenfalls Weiß-Tarnung) und sage und schreibe zwei Fahrräder! Was wiederum bedeutete, dass Schuldig und ich, je mit einem Chibi auf dem Gepäckträger, ganz schön in die Pedale treten mussten, um noch rechtzeitig am Bahnhof, dem Ausgangspunkt für den Ausflug, anzukommen. Wir schafften es auch gerade noch, allerdings blieb keine Zeit mehr die Räder anzuschließen, weshalb wir sie einfach mitnahmen.
Wer jetzt denkt, dass so etwas bei den japanischen Zugverhältnissen (Marke Ölsardine, Rache Gottes Güteklasse 2) nicht möglich wäre, irrt gewaltig. Nagi pinnte sie kurzerhand per Telekinese an die Decke, während Schuldig die Umstehenden, mit ein wenig mentaler Nachhilfe, davon überzeugte, dass er sich bloß Captain Picards Taschen-Traktor-Strahl ausgeliehen habe.
Tja, und da wir die Räder nun mal schon mithatten, überzeugten wir sowohl die Lehrer als auch das Sicherheitspersonal des Freizeitparks, dass man mit dem Fahrrad eine solch große Gruppe Schüler viel besser unter Kontrolle halten konnte.
"Yeeeehah!" Und schon machte ich mich als Hilfs-Cowboy hoch zu Drahtesel dran die Bande schnatternder Schüler in den Vergnügungspark zu treiben!
Kaum hatten wir das Drehkreuz passiert, als ich mich plötzlich an einem Ort der ungeahnten Möglichkeiten wiederfand. Wer hätte gedacht, dass der alte Walt Disney bei der Eröffnung des ersten Themenparks, dessen Konzept eigentlich weltweit beibehalten worden war, ein derart großes Herz für gotteslästerliche Iren gehabt hatte. Einen Moment lang war ich völlig hin und her gerissen zwischen dem Liebestunnel und der Dunkelachterbahn. Nicht, dass mich hier einer falsch versteht, bei ersterem verstand es sich von selbst, dass ich den verliebten Pärchen im denkbar ungünstigsten Moment auflauern würde, bei letzterem ahnungslose, ängstliche Schulmädchen dort hineintreiben würde (war ja schließlich Hilfs-Cowboy!). Na ja, letztendlich habe ich dann beides gemacht. Schließlich wollte ich ja keine dieser wunderbaren Möglichkeiten Gott zu hurten auslassen!!! Haben die schön geschrien, allesamt! Hihihihihi! Besonders mein "Ayaijaijaijaijaijahhh!" kam richtig gut an! Als ich dann jedoch noch versuchte, die im Magic Kingdom wohnhafte Prinzessin davon zu überzeugen, dass ich viel besser für den Posten geeignet war, und es auch prompt in der Parade unter Beweis stellte, wurde es dem Sicherheitspersonal wohl doch zuviel. Denn leider hatten die nicht so ein großes Herz für gotteslästerliche Iren, wie Walt höchstpersönlich, aber da der ja inzwischen Gott in den ewigen Jagdgründen das Leben schwer macht, konnte er auch leider nicht intervenieren.
Aber wenigstens ließen sich die Leute soweit erweichen, dass ich die restliche Zeit, bis es soweit war, die Schülerherde wieder auf die heimatlichen Weiden zu treiben, im Souvenir-Center verbringen durfte. Auch dieses entpuppte sich als wahres Paradies!!!!
Farfi beim Gott hurtenden Shopping, schließlich sollten ja auch die Daheimgebliebenen etwas von dem Auflug haben. Als allererstes waren natürlich Mickey-Maus-Ohren für Aya fällig, Brad bekam einen Donald-Duck-Matrosenanzug (mit Käppi, versteht sich), Yoji wurde mit einem Set Mini-Maus-Haarschleifen beglückt und der liebe Ken bekam einen flauschigen, rosa Cinderella-Bademantel. Für die beiden Chibis kaufte ich dann noch jeweils ein Tick, Trick und Track Outfit, für Schuldig, der bestimmt vergessen hatte, dass es hier auch so etwas tolles wie Souvenirs gab, kaufte ich eine Goofy-Schnabeltasse und für mich selber ein Paar super tolle Shirkhan-Hausschuh-Tatzen. So ausgestattet konnte es dann wieder heimgehen.
Natürlich verlangte ich noch am gleichen Abend, dass jeder sein Geschenk gebührend würdigte, in dem er es auch gleich benutzte. Klar, versuchten die anderen sich davor zu drücken, allen voran unser aller Lieblings-Brad, aber da mir Yoji äußerst glaubwürdig versicherte, dass der liebe Crawford den ganzen Tag über keinerlei Vision von meinen Überraschungspräsenten gehabt hatte, konnte auch eine plötzliche übersinnliche Eingabe ihn jetzt nicht mehr vor dem Matrosenanzug retten. Yeah, das hurtet Gott!!!!!


Hurting Gott - Teil 5


Wenn man so lange in Japan lebt, wie ich, wird man zwangsläufig mit all den Eigenheiten des japanischen Lebens konfrontiert, die eigentlich nur dazu dienen Gott zu hurten, aber sonderbarerweise, oder vielleicht, weil die Japaner auf eine etwas andere Art an Gott glauben, diesem nicht viel auszumachen scheinen. Vermutlich betrachtet er das als so etwas wie unschuldige Unterhaltung, oder so.

Ist es größtenteils auch, aber nur solange, bis ein gotthurtender Ire, sprich meine Wenigkeit, die Sache richtig anpackt...

***

Nehmen wir mal das Beispiel der japanischen Küche. Wer jetzt denkt, dass ich mich an dem als Fugo bekannten Kugelfisch vergreife, der irrt sich. Denn das Gift hurtet nicht Gott, sondern den, der es isst. Es ist, als hätte Gott diesen Fisch mit einer Sicherung versehen, damit man ihn nicht zum Gott hurten verwenden kann. Gemeinheit!!
Aber die japanische Küche besteht ja, zum Glück, nicht nur aus Fugo. Allseits bekannt und weltweit beliebt sind Sushi. Lecker! werden die meisten jetzt denken.

Dachte auch Nagi und wollte die ganze Truppe mit selbstgemachten Sushi zum Abendessen überraschen. Dass man natürlich für acht hungrige, sushiliebende Assassins eine Menge von diesen Röllchen herstellen muss, versteht sich von alleine. Tatsächlich sind es so viele, dass Nagi ausnahmsweise die von mir angebotene Hilfe akzeptiert hat. Und das, obwohl ich seit der Pfannkuchenaktion nur beschränkt Küchenbefugnis habe. (Dusseliger Versuch Brads durch Bestrafung meiner Person Gott zu hurten, wie er sich ausdrückte. Dieser Ignorant hat doch vom Gott hurten keinerlei Ahnung!!!)
Als hätte das Schicksal ein Herz für kleine, weißhaarige Iren, durfte ich die Matten mit Alge belegen, und dann den Reis drauf verteilen. Klingt soweit noch ganz harmlos, oder? Sah auch wirklich harmlos aus. Nur hatte Nagi nicht mitbekommen, wie ich großzügigst die Reste von Omis Waldmeistergötterspeise auf die Algen gestrichen habe, hihihi.

Der Geschmack der Sushiröllchen und die grünliche Gesichtsfarbe der anderen hat Gott definitiv zu 200% gehurtet!!!!

(Freilich wurde danach das Küchenverbot auch auf Sushi ausgeweitet, aber was solls, das war es wert!)

***

Etwas anderes, typisch Japanisches, ist die Leidenschaft für Manga und Anime, mit allem, was dazu gehört. Also auch Dôjinshis, Merchandise und Cosplay. Und letzteres, was für viele ein harmloser Zeitvertreib ist, eignet sich wie nichts anderes zum Gott hurten.

Meine ersten Versuche diesbezüglich wurden allerdings eiskalt abgeblockt. Ich war nämlich, nach einem kurzen Blick auf den Drehplan, auf die glorreiche Idee gekommen, der nächsten Kampfszene zwischen Abessinian und mir etwas mehr Glanz verleihen, indem ich mich als Musketier verkleidete. Ich mein, schließlich kämpfen wir beide mit scharfen Klingen und diese kreuzen sich auch, also, warum nicht eine kurze Anleihe bei Dumas machen?

Kaum war das „Und Action!" halbwegs verklungen, als ich mich schon mit meinem Schlachtruf ins Getümmel stürzte. (An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass es äußerst löblich von Dumas war, mir für diese Rolle etwas anderes als mein Ayajajajjajajajajjajajaajaja aufzuschreiben.) „Alle für einen, und keiner für Gott!" und schon verharrte Abessinian mitten in der Bewegung und glotzte mich nur wie die berühmte Gewitterkuh an. Kurzes Standbild! Denn gleich drei Dinge hurten hier Gott. Ayas Gesichtsausdruck, mein neuer Schlachtruf und mein geradezu genialer Aufzug!
(Insbesondere die pinken Stulpenstiefel, hihihi!)

Doch dann funkte mir dieser Langweiler von Regisseur dazwischen und sagte, dass ich nun mal Farfarello und nicht D'Artagnan, Aramies oder Portos sei. Spielverderber! Bestimmt steht der auch auf der Gehaltsliste von Gott!

Wie ich schon erwähnt habe, Cosplay hängt ziemlich eng mit dem Manga-Kult zusammen. Und was Mangas betrifft, sind die beiden Chibis waschechte, japanische Chibis. Soll heißen, sie geben ihr ganzes, nicht ganz unbeträchtliches Taschengeld für Mangas aus. Brad meint immer, diese Verschwendung finanzieller Ressourcen würde definitiv Gott hurten, aber da verwechselt er wohl seine heißgeliebten Konten mit Gott. Er ist und bleibt eben ein Ignorant in dieser Profession. Nichtsdestotrotz versorgt mich diese Leidenschaft der beiden mit einem nie endenden Strom Lesestoff. Nie endend unter anderem deswegen, weil die Chibis wirklich alle Mangaserien kaufen. Und das ist das wahrlich Gott hurtende daran!

Wen wird es also überraschen, dass auch solche Serien wie Tokyo Mew Mew zu dem mir zur Verfügung stehenden Lesestoff gehören. Und wer mich auch nur halbwegs kennt, weiß, dass eine solche Lektüre nicht ohne Folgen bleibt.

An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass die anderen inzwischen äußerst vorsichtig geworden sind, wenn es um Mangas und meine Person geht. Denn man weiß nie so genau, auf welche Ideen ich komme. Schließlich war ich, als ich The Vision of Escaflowne las, dermaßen von dem Flammenwerfer dieses Dilandaus begeistert, dass ich spontan die
Haarspraydose, die ich eigentlich für meine morgendliche Frisuren-hurten-Gott-Aktion brauche, mit einem Feuerzeug kombinierte, und ausgerechnet den Börsenteil von Brads Zeitung abfackelte.

Und ein anderes Mal, als ich Kenshin las, habe ich klammheimlich Ayas Katana entführt und den Studio-Messerschleifer, der neben meinen heißgeliebten Spielzeugen auch für Kens Bugnuks und eben Ayas Katana zuständig ist, gebeten, die Klinge umzuschleifen.
Schließlich brauchte ich ja für Kenshin ein umgekehrt geschliffenes Schwert. Wer jetzt einwendet, dass Kenshin aber langes, rotes Haar hat, der hat recht. Fehlte also noch mein ureigenster Kenshin. Dreimal dürft ihr raten, wen ich mir dazu auserkoren hatte... genau, unseren Lieblingsdeutschen, den Teamtelepathen Schuldig. Natürlich erklärte mich selbiger erst mal für völlig hirnverbrannt, aber das lässt mich längst kalt, der regt sich doch jedes Mal erst künstlich auf, und findet dann doch noch Gefallen daran. Insbesondere, nachdem ich ihm vorschlug, dass er ja Ken als seinen Sanosuke erobern könnte.
Der einzige, der nicht so begeistert war, war Aya. Aber hey, etwas an dieser Aktion musste ja, abgesehen davon, dass ich den Mangahelden Kenshin von einem Profikiller habe darstellen lassen, Gott hurten! Und Aya ist dabei immer ein wunderbar geeignetes Opfer, hihihi!

Demzufolge atmeten bereits alle erleichtert auf, als ich mit Tokyo Mew Mew begann. Denn was könnte unschuldiger und weniger Gott hurtend sein als ein derart zuckersüßes, pinkes Shôjo-Manga. Ging auch solange gut, bis ich zu Band vier gelangte.

„Mein Kätzchen! Du machst mich so nervös, dass ich dich ständig ärgern möchte." Nein, dieser Ausspruch stammt nicht von mir, hätte aber glatt von mir kommen können. Er stammt von der Figur namens Kisshu, ein überaus liebenswürdiges Kerlchen, der ganz offensichtlich der gleichen Zunft angehört wie ich, denn was könnte Gott mehr hurten, als immer wieder die Aktionen einer tapferen Magical-Girl-Truppe durcheinander zu bringen, hihihi!

Aber gerade weil dieser Spruch genauso gut von mir hätte stammen können, beschloss ich, dass dies mein neustes Cosplay-Projekt werden würde. Freilich bedurfte es dazu eines Kätzchens, denn andernfalls wäre mein Auftritt ja unvollständig. Nun überzeugt ihr doch aber mal euer Lieblingskätzchen freiwillig diesen scheußlichen quietschrosa Fummel anzuziehen, in dem Kisshus Ichigo rumrennt.

Bei mir jedenfalls weigerte sich mein Lieblingskätzchen Omi rundheraus.

Und es sah so aus, als würde dieses Mal auch kein Bitten und kein Betteln helfen.

Doch dann bekam ich unerwartete Schützenhilfe. Denn, wenn ich mir einmal eine Cosplay-Idee in den Kopf gesetzt habe, dann setze ich die auch in die Tat um.

Also machte ich mich mit kaum gebremsten Elan daran, mein Kisshu-Kostüm zusammen zu stellen. Und dafür brauchte ich vor allem ein bauchfreies Oberteil. Dreimal dürft ihr raten, wo ich mir das organisiert habe. Genau, von Mr. Bauchfrei höchst persönlich, dem Playboy der Truppe – Yôji. Der wollte natürlich unbedingt wissen, für was ich das genau brauche... Da muss man kein Telepath sein, um zu wissen, dass der sich furchtbare Sorgen um sein armes Top gemacht hat.

Allerdings war er, nachdem ich ihm kurzerhand Band fünf zum Lesen gegeben haben, oder besser, ihn mit vorgehaltenem Dolch dazu gezwungen habe, nachdem er mir eine halbe Stunde die Ohren vollgeheult hat, dass er als Playboy doch kein pinkes Shôjo-Manga läse, von den Möglichkeiten dieser Serie dermaßen begeistert, dass er mir nicht nur ein Top lieh, sondern beschloss selbst mitzumachen. Und zwar als Tarto.

Und so wie Kisshu nicht ohne Ichigo auftreten kann, kann Tarto auch nicht ohne Purin auftreten. Okay, ich gebe zu, eigentlich ist Yôji etwas zu groß für Tarto, doch angesichts der neusten Gott hurtenden Bilder eines Ichigo-Lookalike-Contests aus Deutschland, sehe ich das nicht mehr so ernst.

Nun waren wir also schon zu zweit, und da hat man viel bessere Argumente. Besonders, wenn man Crawford davon überzeugt, dass Nagi schon fast kränklich blass sei, und dringend mal etwas anderes machen sollte als ständig nur vor dem Computer rumzulungern.
Folglich bekam das Schwarz-Chibi von Crawford den Befehl mal was anderes zu tun, als nur den Hacker zu spielen, und Yôji und ich hatten schon die perfekte Idee. Natürlich hat sich Nagi zuerst aufs heftigste gewehrt, denn wer will schon einen gelben Turnanzug tragen und jeden Satz mit „ne" beantworten? Doch Crawfords Vision eines stromlosen Computers sorgte dafür, dass er sich letztendlich in sein Schicksal fügte.

Ein Chibi war nun schon geschafft, und da war es ein Kinderspiel, das andere ebenfalls zu überzeugen. Getreu nach dem Motto „geteiltes Leid ist halbes Leid".

Und eins wird wohl niemand bestreiten – in diesen Outfits haben wir garantiert Gott gehurtet!

Zuletzt noch eine Frage: Wisst ihr, was das beste am Cosplay ist? Ein Argument, dem die Chibis letztendlich nichts entgegen zu setzen hatten, und auch gar nicht wollten? Das Kostüm wieder ausziehen! Und es versteht sich dabei von selbst, dass ich meinem Kätzchen dabei geholfen habe, hihi.

Hurting Gott - Teil 6

Gestatten, dass ich mich vorstelle? Mein Name ist Dipl.-Ing. Farfarello. Ihr glaubt mir nicht? Na gut, zugegeben, vielleicht bin ich kein offiziell anerkannter Dipl.-Ing., aber mit meinen Fähigkeiten im Bereich Elektrotechnik und Informatik hätte ich diesen Titel schon dreimal bekommen müssen. Aber wie so oft verweigern mir die von Gott, dem Schlechten, gesandten bösen Mächte, was mir rechtmäßig zusteht. Was mich jedoch nicht davon abhält meine Fähigkeiten möglichst gewinnbringend und Gott hurtend einzusetzen.
 
Ihr wollt Beweise? Sollt ihr kriegen, schließlich habe ich alles mit Nagis DVD-cam eingefangen. (Ja, er hat sich eine neue Kamera gekauft, nachdem ich ja die letzte entwendet habe – und nein, ich habe wieder nicht um Erlaubnis gefragt, als ich mir dieses Baby ausgeliehen habe.) 
Alles begann eigentlich ganz harmlos bei einem gemütlichen Frühstück. Na ja, vielleicht wäre es ein gemütliches Frühstück geworden, hätte nicht der Toastomatic 3001 zu spinnen angefangen. Und ganz ehrlich, ich hatte damit nichts zu tun. Wirklich! Großes Indianerehrenwort! Keine Gabel in der Heizspirale, keine Tiefseetauglichkeitsexperimente, nichts.
Was auch vielleicht daran liegen könnte, dass der Toastomatic 3001 in der Küche steht, und Nagi diese mit einer Alarmanlage versehen hat, die so eingestellt ist, dass ich nur noch in Begleitung einer vernünftigen Person hinein kann. Weshalb ich dann allerdings in Begleitung von Schuldig in die Küche darf, ist mir ein Rätsel...
 
Doch zurück zum Toastomatic 3001, jener lebensnotwendigen technischen Errungenschaft der Menschheit. Hierbei handelt es sich um einen speicherprogrammierbaren Hightech-Comfort-Toaster, der für jeden individuell den subjektiv perfekten Toast mit genau dem richtigen Bräunungsgrad toastet. Und eben jener Toastomatic 3001 hatte beschlossen sich einen Defekt zuzulegen.
So servierte er Brad statt „blass und fast noch labberig“ „Köhlerschwarz“ und Ken statt „dunkelbraun, da mal wieder vergessen“ ebenfalls „Köhlerschwarz“. Kurzum, es gab nur Toast im Bräunungsgrad „Köhlerschwarz“. Und während es bei den anderen bloß Gott hurtet, hurtete es in meinem Fall auch mich. Und wie bitte schön soll so ein kleiner, süßer, messerliebender Ire wie ich zu Kräften kommen, um sein Gott hurtendes Tagwerk zu vollbringen, wenn der Toaster ihm sein Honig-Toast-Frühstück vorenthält? 
„Naaaaagiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!“ Denn es war Sache des Schwarz-Chibis derartige Reparaturen zu erledigen. Nicht etwa, weil er aufgrund seiner telekinetischen Kräfte dazu speziell befähigt wäre, sondern weil es sein Hobby war.Anders als mein Lieblingskätzchen, beschränkte sich Nagis Computerleidenschaft nicht nur auf spielen, surfen, hacken und programmieren, sondern umfasste auch schrauben, löten und verdrahten.
 
Aber all das nützte mir an diesem Morgen herzlich wenig, denn Nagi war mit Omi und Yôji zu mehrtägigen Außenaufnahmen abkommandiert worden und bereits unterwegs.
 
Ergo – selbst ist der Farf! 
Zwangsweise ungefrühstückt brach ich kurzentschlossen in Nagis Zimmer ein und raffte alles zusammen, was mir an Fachliteratur brauchbar erschien. Von „Der kleine Elektriker – einfach Reparaturen im Haushalt leicht gemacht“ über „Billy, der sprechende Toaster“, dann „PC-Modden für Dummies“ bis hin zu „Chobits“. Dergestalt bewaffnet, verschanzte ich mich in meinem Zimmer. 
Bereits nach einem halben Tag sah ich mich in der Lage den wildgewordenen Toastomatic 3001 zu reparieren. Und nach einem weiteren halben Tag hatte ich auch Brad soweit, dass ich ihn tatsächlich reparieren durfte. Denn aus irgendeinem Grund misstraute Brad mir. Wohlbemerkt mir, nicht meinen Fähigkeiten. Aber schließlich überwog der Wunsch nach einem guten Frühstückstoast. Dennoch war er äußerst wachsam, während ich eine durchgeschmorte Sicherung ersetzte und einen Draht wieder festlötete.
 
Dabei hatte ich gar nicht vor den Toastomatic 3001 in irgendeiner Gott hurtenden Art und Weise zu manipulieren. Gab es doch in unserem Haus etwas viel schöneres zum Gott hurten.
 
Während ich Brad nämlich bearbeitet hatte, damit ich den Toaster reparieren durfte (er hatte gesagt, ermüsse es sich überlegen, und so platzte ich alle fünf bis zehn Minuten bei ihm rein und fragte, ob er fertig überlegt hätte), hatte ich mich mit den Grundlagen des Programmierens vertraut gemacht. Und mehr bedurfte es nicht um zu verstehen, wie man die Temperatureinstellungen der Dusche änderte. Denn Nagi hatte einen modernen Duschcomputer eingebaut, der je nach Benutzernummer Temperatur und Wasserstrahlhärte regulierte.
 
Also schlich ich mich eines Nachts um zwei heimlich ins Badezimmer und programmierte diesen Duschcomputer neu.
 
Das Geschrei am nächsten Morgen hurtete Gott garantiert zu mehr als 200%. Denn statt seiner gewohnten Eisdusche prasselte das Wasser mit Onsentemperatur auf Aya herab, und Yôji erlebte statt des Verspannung vertreibenden Massagestrahls einen sanften Sommerregen. Und Schuldig, die Trantüte, die morgens fast eine dreiviertel Stunde unter der Dusche steht um schön langsam dem Land der Träume zu entsagen, und dabei fast den Warmwassertank leerduscht, war dank 22°C kaltem Wasser ausnahmsweise sofort wach! Hihihihi!
 
Aber noch besser gefällt mir meine persönliche Abschlussarbeit, die alle Teilgebiete abdeckte – Esmeralda! Mein höchsteigenes, Gott hurtendes Haustier.Eigentlich darf ich ja kein Haustier haben, wie alle anderem in diesem Haus, weil Aya und Brad etwas dagegen haben vier Wochen später die mittlerweile uninteressant gewordene Menagerie alleine zu versorgen. Wehalb ich mich bislang mit einem Bombay-Kätzchen begnügt habe. Hihihihi!
 
Aber gegen Esmeralda konnte auch Brad nichts sagen. Denn Esmeralda ist ein Recycling-Haustier, dass ich aus rein zufällig herumliegenden, offenkundig herrenlosen Teilen zusammengebaut habe.
 
So diente mir Omis Bento-Box als Korpus. Doch da ich es Esmeralda nicht antun wollte mit einem pikachu-gelben Pokémon-verzierten Körper durch die Gegend rennen zu müssen, habe ich die Box mit dem gleichen schwarzen Leder, aus dem auch Ayas Missionsmantel ist, bezogen. Na ja, eigentlich, wenn man es genau nimmt, waren es Teile von Ayas Missionsmantel. Er hat jetzt ein paar Schlitze mehr, hihihihi!
 
Aber ein Körper alleine reicht ja nicht. Damit Esmeralda sich auch fortbewegen konnte, brauchte sie Beine. Wie gut, dass ich zufällig Kens Bugnucks in einer Schublade herumliegen sah. Die brauchte er doch bestimmt nicht mehr, oder?
 
Ihr ahnt es bestimmt schon, Esmeralda ist eine Spinne, genauer eine Weiß-Kreuzspinne!
 
Als nächstes waren die Augen dran. Und da Spinnen bekanntlich mehr als zwei Augen haben, musste Schuldigs Sonnenbrillensammlung herhalten. Was? Ihr habt gedacht, Schuldig hätte nur die eine und der Sonnenbrillenfetischist wäre Yôji? Weit gefehlt! Schuldig hat nicht weniger als 28 Sonnenbrillen. Genauer vier mal sieben, für vier Wochen, jeden Tag eine, und schön etikettiert für welchen Tag welche Brille ist. Dass es sich dabei 28 Mal um das gleiche Modell handelt, tut nichts zur Sache.
Natürlich war es mir ein besonderes Vergnügen ausschließlich die mit „Sonntag“ gekennzeichneten Brillen zu nehmen, denn das hurtet Gott, hihihihihi! 
Damit war ich mit Esmeraldas Äußerem schon recht zufrieden. Nun musste ich sie nur noch zum Leben erwecken. Sprich, sie brauchte ein Hirn, ein Herz, Lungen, etc.
Als Gehirn hatte ich Brads Palm auserkoren, den er in seiner Aktentasche hatte herumliegen lassen. Neu programmiert und verdrahtet, habe ich es mit ein paar der Sonnenbrillenaugen verbunden, so dass diese als Monitor und Eingabefläche dienen konnten. Hinter einem weiteren Auge hatte ich Nagis alte Videokamera (schließlich hat er ja eine neue), versteckt, die ebenfalls mit dem Palm verbunden war. Neben der Möglichkeit, dass Esmeralda somit alles aufzeichnen konnte, was sie sah, diente der Akku gleichzeitig als Herz, mit dem ich auch die Spinnenbeine antrieb. Zuletzt baute ich noch, damit das ganze nicht überhitzte, den Ventilator aus Yôjis Föhn als Gebläse, alias Lungen, ein. Damit war Esmeraldas Innenleben fertig.
 
Ganz zum Schluss installierte ich noch überall im Haus Elektromagnetschalter, über deren Aktivierung bzw. Deaktivierung Esmeralda ihren Weg durch das Haus finden kann. Sogar in einen meiner schwarzen Stiefel baute ich so einen Magnet ein, damit ich auch mit meiner Weiß-Kreuzspinne spazieren gehen kann.
 
Und wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der Weiß-Anführer mit Arachnophobie geschlagen ist? Hat das Gott gehurtet!!! 

Es versteht sich von selbst, dass ich mittlerweile die Alarmanlage in der Küche umprogrammiert habe. Jetzt ist es Schuldig, der nur noch in Begleitung einer vernünftigen Person, nämlich mir, in die Küche darf.
 

wird fortgesetzt 



[1] NJC = Nihon jidôsha Club, japanischer Automobil Club, zumindest wenn ich als Laie es übersetze *g*