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Nie wieder shounen ai!

Original [PG]

[silly][com]

Einteiler

Inhalt:
Das sollte jeder Schreiber von Shounen ai einmal gelesen haben um zu wissen, was er seinen Charakteren antut !!!

 



Nie wieder Shônen-ai!

(Die Leiden eines jungen Protagonisten)

Also, am Anfang war alles noch wunderbar.
 
Ich mein, wenn man eine Figur ist, die der Phantasie eines Autors entspringt, hat es den großen Vorteil, dass man sich an seine eigene Geburt erinnert. Denn es kommt höchst selten vor, dass man in der Phantasie des Schreiberlings als Neugeborenes auftaucht. Meist ist man etwa so alt wie der Autor selbst, plus/minus fünf Jahre. Denn es schreibt sich am einfachsten über einen Menschen, von dem man weiß, oder sich zumindest gut vorstellen kann, wie er fühlt und denkt. Und wer weiß schon mit 23 wie sich einer mit 45 oder älter fühlt? Und über Kinder schreibt man selten, weil es zum einen oft schon in weite Vergangenheit gerückt ist (oder verdrängt wurde, je nachdem, wie man es sieht), zum anderen, weil es einen nicht wirklich interessiert. Schließlich sind Autoren ja auch nur Menschen, und die sind von Natur aus eher egoistisch veranlagt. Und da interessiert man sich für sich selbst im Grunde am meisten.
 
Doch zurück zu meiner Geburt, schließlich geht es hier in erster Linie um mich, und nicht den Autor. (Ja ja, auch fiktive Menschen neigen zum Egoismus...)
 
Die Phantasie eines Autors kann man sich als einen riesigen, unerschöpflichen Spaghettiteller vorstellen. Und jede einzelne Nudel steht für einen Gedanken, eine Idee, eine Handlung, ein Bild, oder eben eine Person. Nur weiß man nie, welche Spaghetti der Autor als nächstes nimmt. Gut, wir Phantasiespaghetti sind nicht untätig, wir wirbeln umher, und jeder versucht an die Oberfläche zu dringen. Schließlich will ja jeder Gedanke gedacht sein. Da war ich nun, ich, ein gutaussehender junger Mann, in oben beschriebenem Alter, wirklich toll. So Traumprinz-verdächtig. Auf jeden Fall würde ich der Autorin gefallen, der dieser Haufen Spaghetti von Phantasie gehörte. Schließlich war es ja ihre Phantasie...
 
Ich hatte kaum die Oberfläche erreicht, als mich ihr Radar auch schon erfasste. Ich glaubte mich am Ziel meiner Wünsche...
 
Ich bekam ein nettes Szenario, passende Klamotten, eine passende Vergangenheit, ich... Moment mal! Was stand da? Ich sollte schwul sein????
 
Ich mein, ich wusste ja, dass diese Autorin auch gerne mal Shônen-ai und dieses yaoi schreibt, aber genauso oft hatte sie auch schon normales Zeug geschrieben. Und hatte ich nicht geradezu nach "Hetero" geschrien, als sie mich aus dem Wirrwarr der anderen Gedanken fischte? Verdammt, so hetero wie ich war, ging es doch schon kaum mehr.
 
Aber was passierte natürlich? Gerade hatte ich noch von so einer schlanken, blonden Studentin im Bikini geträumt, als doch tatsächlich schon so ein schwarzhaariger, hochgewachsener, junger Mann, etwa so groß und so alt wie ich, auf mich zu kam, mir eines dieser "du gefällst mir"-Lächeln schenkte , und der Dinge, die da per Stift und Autor noch auf uns zukommen würden, harrte. Und ich ergriff die Flucht.
 
Okay, wirklich die Flucht ergreifen kann man als fiktive Person nicht, aber man kann sich mit seinem ganzen Wesen gegen die geplante Story sperren, so dass der Autor, in meinem Fall die Autorin, einfach nicht zu Potte kommt. Ist auf die Dauer ziemlich anstrengend, aber vielleicht hat sie ja irgendwann ein Einsehen und schreibt so was wie "Dr. Kimble - Schon wieder auf der Flucht"... Solange sich Dr. Kimble dann nicht in den ihn jagenden US-Marshall verliebt, denn ich sag nur: Nie wieder Shônen-ai!!!!