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Freunde

Original/ Reale Welt [PG] [abgeschlossen]

[shounen ai][Sap]

Einteiler

Inhalt:
Zwei Freunde, die das harte Gefängnissleben gemeinsam meistern

 


 

Freunde

Okay, beste Freunde waren sie nie gewesen. Aber auch alles andere als Feinde!

Sie hatten sich gemeinsam gegen Sejey verbündet.

Sejey war groß und äußerst stark. Doch er war auch ziemlich dumm.

Miko führte ihn, sie sagte ihm, wie er seine Kraft einzusetzen hatte, wie er ihn und Andiu unterdrücken konnte.


Lange musste sie wehrlos ertragen, wie Sejey ihnen das Essen stahl und vor den Frauen angab.

Wie er sie zwang zu rennen.

Wie sie ausgelacht wurden, nicht nur von ihren Leuten.

Auch die Anderen, die Großen, hatten ihren Spaß. Gehabt!


Jetzt war alles anders.

Nako setzte sich, rutschte so lange hin und her, bis er gemütlich in dem Stroh saß, blickte nachdenklich durch die Gitterstäbe nach draußen.

Grau. Alles war grau, ab und zu war mal ein Farbtupfer zu erkennen.


Rosenduft ließ Nako aufseufzen.

Wie gern wollte er hinaus!

Den Machtkämpfen mit Sejey entfliehen...

Doch er konnte nicht.

Die Stäbe waren zu dick, die Wächter passten zu genau auf.


Und dann war da auch noch Andiu....

Er konnte ihn nicht verlassen! Niemals!

Nicht nach dieser Nacht!

Andiu brauchte ihn.

Sie waren beide klein, schwach, doch gemeinsam waren sie stark! Gemeinsam konnten sie gegen Sejey ankommen!


Sie verstanden sich einfach ohne Worte.

Keine Frau interessierte sich für sie. Alle rannten sie zu Sejey!

Sie ließen sich von dem Großen poppen.

Jaja, mach mir ein Kind!

Nako verdrehte die Augen. Sie konnten doch sowieso keine Kinder empfangen. Zumindest nicht von Sejey...

Breit grinsend erhob sich Nako, ging in das kleine, aber hübsche Haus, das er mit Andiu bewohnte.


Der Andere schlief noch, das braune Haar war ganz zerstrubbelt.

Jetzt kratzte Andiu sich am Ohr, gab den Blick auf Kratzwunden frei, die Nako ihm letzte Nacht zugefügt hatte, und die ihm leid taten.

Doch er hatte einfach nicht an sich halten können!


Nako kam näher, schob sich vorsichtig, um Andiu nicht zu wecken, Stroh auf einen Haufen und rollte sich neben seinem Freund zusammen.

Lange betrachtete er das hübsche Gesicht, die großen, braunen Augen, jetzt unter weichen Lidern verborgen.

Er war glücklich!


Seufzend schlossen sich die braunen Augen, ließen es zu, dass in Nakos Geist noch einmal die heutige Szene ablief:


Sie wollten sich ihr Frühstück holen gehen. Seitdem Sejey so aggressiv geworden war, hielten sie sich nur noch zu zweit auf. Sejey ärgerte sie, wo es nur ging. Zu zweit ließ es sich besser ertragen.


Sie hatten sich also ihren Weg zur Essensausgabe gesucht, doch dort war bereits alles voll. Sejey, Mika, Flora und Jessy drängten sich bereits um die Salate, die heute ausgegeben wurden.

Sie sahen beide: wenn sie jetzt nicht eingriffen, würde nichts mehr übrig bleiben!


„Okay, du wartest hier! Ich laufe los, hole etwas und komme zu dir zurück!“

Nako nickte, unsicher, ob der Plan wirklich so gut war, doch da war Andiu schon losgerannt.

Todesmutig stürzte er sich zwischen die Anderen, griff sich einen Salat und wirbelte herum.


Da stürzte sich Sejey auf ihn.

Ein erschrockenes Fiepen entrang sich Nakos Kehle, dann hetzte er los, warf sich auf Sejey, schlug, kratzte, biss, trat, tat alles um Andui zu helfen. In diesem Moment begriff er zum ersten Mal, das Andui ihm eine Menge bedeutete!


Mit vereinten Kräften gelang es ihnen, einen großen Salat zu erbeuten und zu flüchten.

Sejey wollte ihnen folgen, doch dann entschied er sich, zum aufatmen der beiden Freunde, dagegen.

Es war ja noch genug da...



Nako und Andui flüchteten mit ihrer Beute in das kleine Haus, das sie sich als „Stützpunkt“ ausgesucht hatten, teilten dort gerecht.

Beide waren sie zu hungrig, um auf etwas anderes zu achten, und so fielen sie beide über das Essen her.


Als Anduis größter Hunger gestillt war, sah er auf, schrie erschrocken:

„Oh nein! Nako! Du bist ganz zerkratzt!“

Nako sah auf blickte an sich hinab, nickte mit schmerzverzehrtem Gesicht.

„Ich mach’s heile!“

Andui kam heran und streichelte Nako beruhigend durchs Haar – dann ließ er die Zunge über die blutenden Stellen gleiten.


Es war ihre erste so intime Berührung gewesen. Nako lief jetzt noch ein Schauer über den gerundeten Rücken, als er an die weiche Zunge seines Freundes dachte.

Sie waren sich schnell näher gekommen....


„Ich weiß, was du wieder denkst!“

Erschrocken schlug Nako die Augen auf, merkte, dass Andui wach war.

„Tut mir leid! Ich wollte dich nicht wecken!“

Andui antwortete nicht, rückte näher.

In seinen Augen: ein Funkeln, das Nako vor Freude erbeben ließ.



***



„1, 2, 3, 4, 5, ..... Ey Nick! Da fehlen zwei!“

Wissend hob Sonja das kleine Häuschen hoch, musste schallend lachen.

„Mensch Nick! Man könnte meinen, die beiden Hamster seien schwul!“