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Dream or Reality?

Yu-Gi-Oh! [PG-12]

Pairing:
Ryou x Marik

[angst]

Einteiler

Inhalt:
Marik ist mit Ryou zusammen. Doch ein Traum lässt ihn nicht mehr los und er weiß nicht ob er alles wirklich nur geträumt hat…

 


 

Dream or Reality?

Es war ein Tag wie jeder andere. Ich lag auf meinem Bett und dachte über Dinge nach, die mir früher nie eingefallen wären. Plötzlich fühlte ich mich so bedrückt. Ich weiß nicht warum. Aber irgendwas tief in meiner Seele verlangt danach nach draußen gelassen zu werden.

Das Kerzenlicht flackerte unruhig als Odin mein Zimmer betrat. „Meister. Ich bringe euch euer Essen“, seine Stimme war wie immer loyal als er mir den Teller auf den Tisch legte, verbeugte er sich tief vor mir. Wie ich es hasse. Ich will doch nur sein kleiner Bruder sein. Nicht sein Meister.

Ishitsu, meine Schwester, kam so gut wie nie zu mir. Ich weiß den Grund dafür nicht, aber seit wir an der Oberfläche waren, vermied sie den Kontakt zu mir. Odin setzte sich auf einen Stuhl und blickte demütig zum Boden. Ich vergrub erneut mein Gesicht in den Kissen. Damals vermisste ich etwas, das mir hier unten niemand zu geben schien...

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Einpaar Jahre später lief ich durch eine der prächtigsten Städte, die ich jemals zuvor sah. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn obwohl ich schon eine geraume Weile an der Oberfläche verweilte, konnte ich mich nicht daran gewöhnen. Aber diese unbeschreibliche Leere blieb in meinem Körper bis an den Tag wo ich auf dich traf.

Dein weißes Haar wippte leicht im Wind und du wirktest so fröhlich und unschuldig. Deine Kleidung glich deinen Haaren und deine Figur war so zerbrechlich. Ich wagte mich kaum dich anzusprechen, doch ich musste es auch nicht. Denn du begegnetest mir mit einem warmen Lächeln.

„Was ist denn? Hab ich irgendwo einen Zettel kleben?“, fragtest du mich verwirrt. Doch ich konnte es kaum fassen. Deine Stimme war so zart und unantastbar. Ich konnte es mir nicht erklären. Aber in deiner Nähe war diese Leere verschwunden. Ja, ich fühlte mich wie einer von euch.

„Nein... ich weiß nicht was mit mir los war... aber an dir ist alles perfekt“, brachte ich leicht stotternd und verlegen heraus. Du kicherst wie ich es an dir liebe. „Hey Bakura und Marik. Was macht ihr denn da?", fragte uns Joey als er mit den Anderen auf uns zukam. „Lass sie doch flirten, die zwei Turteltäubchen“, neckte ihn Tristan liebevoll. Wir wurden beide plötzlich rot und blickten verlegen um uns. Die Anderen lachten uns nur aus. Ja, ich hatte das Gefühl selbst das Lachen von Yami aus dem Puzzle zu hören. Doch tief in meinem Inneren wusste ich, dass niemand von ihnen in diesem Moment glücklicher war als ich.

Du siehst mich wieder so verzaubert an. Ich liebe diesen Blick mehr als mein Leben. „Dann lassen wir sie mal lieber alleine, Jungs. Ich wollte eh noch etwas einkaufen und dazu brauche ich einpaar starke Arme“, mit diesen Worten zerrte Tea die Gruppe von Störenfrieden weg. May war genau ihrer Meinung und in der nächsten Sekunde war ich wieder mit dir allein.

Ich wollte etwas sagen, doch irgendwas verbot es mir. Meine Kehle fühlte sich an als wäre sie zu geschnürt. „Du musst jetzt nichts sagen“, deine sanfte Stimme drang an mein Ohr. Ich blickte dich leicht verunsichert an, doch du schenkst mir erneut eines von deinem unbezahlbaren Lächeln. Dadurch konnte ich nicht anders und gab dir dein Lächeln zurück.

Ich war glücklich in deiner Nähe zu sein. Einfach nur so vor dir stehen und dich anschauen oder mit dir reden, war das größte Glück auf Erden für mich...

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Ich bin jetzt schon mehrere Wochen mit dir zusammen und bis jetzt hat uns nichts und niemand trennen können. An diesem Tag ging ich ohne eine schlechte Vorahnung ins Klassenzimmer. Du warst bereits schon da und redest ausgiebig mit deinen Freunden. Doch anstatt Yugi stand dieses Mal Yami da. Dadurch war ich leicht verunsichert.

Mit gesenktem Blick ging ich zu meinem Platz. Du kamst fröhlich zu mir und begrüßt mich mit einem Kuss auf die Backe. Ich spürte den Blick von Yami auf mir ruhen. „Warum ist Yami hier?“, fragte ich dich leicht verängstigt. „Yugi geht es nicht so gut und jetzt spielt er den Ersatzmann“, erklärst du mir leicht überrascht die Lage.

„Hi Marik. Na alles klar bei dir?“, kam Joey mit großen Schritten auf mich zu und schlug mir zur Begrüßung auf die Schulter. Ich zuckte unter der Berührung zusammen. „Ganz... gut“, brachte ich stotternd heraus. Ich wagte nicht meinen Blick zu heben. Wollte nicht in dieses Gesicht schauen. Nicht in das Gesicht auf das meine gesamte Familie Jahre lang gewartet hat.

Plötzlich spürte ich deine Arme, wie sie sich um meinen Körper legten und du dein Gesicht in meinen Haaren vergräbst. Ich fühlte mich dadurch geborgen und beschütz. Du weißt, dass diese Handlung mich beruhigt. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass du mich besser kennst als ich mich selbst.

Ich legte dadurch meinen Kopf mit geschlossenen Augen auf deine Arme. Mir war egal was die Anderen jetzt denken. Sie wissen eh schon, dass wir zusammen sind. Wussten es wahrscheinlich vor uns. Im nächsten Moment kam die Lehrerin herein und brachte uns zur Ruhe. Dadurch löstest du dich von mir und machtest dich auf den Weg zu deinem Platz.

Yami saß hinter mir. Ich fühlte mich unwohl in meiner Haut und hatte immer das Gefühl, dass er mich anstarrt. Zum Glück lief der Schultag heute schnell über die Bühne und ich konnte endlich raus aus dem Gebäude. Weg von Yami und weg vor dem was mich verunsichert.

Als ich einpaar Meter von dem Gebäude entfernt war, blieb ich stehen und drehte mich noch einmal traurig um. „Was wird Bakura jetzt denken und vor allem wie stehe ich jetzt vor allen anderen da? Warum musste Yugi heute krank werde. Unbedingt dann wenn ich so einen komischen Traum hatte...“, dachte ich mir traurig und machte mich auf den Weg nach Hause...

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~ Traumreise ~

Es war dunkel als ich einen langen Gang entlang ging. Die Stille beunruhigte mich mehr als die Tatsache, dass ich an einem total fremden Ort war. Das Einzige was ich wusste, ist, dass ich zu dir wollte. Doch irgendwie musste ich mich verlaufen haben.

Ich tastete mich an der Wand entlang und suchte nach etwas, das einer Tür sehr ähnlich schien. „Trete ein und fühle dich wie Zuhause“, ertönte eine mir sehr bekannte Stimme. Zuerst war ich froh, denn das würde heißen, dass ich nicht mehr alleine hier bin. Doch als ich das Zimmer betrat, wurde mir plötzlich anders zumute.

Ich sah dich, wie du an einem Kreuz gebunden warst. Dein Körper wies mehrere Schnittwunden und Prellungen auf. Als ich rückwärts wieder das Zimmer verlassen wollte, fiel ich unsanft zu Boden. Yami stand neben dir und grinste fieser als ich jemals vermutet hätte. Er tat dir das an. Ich wollte Rache, doch mein Verstand sagte mir, dass ich lieber die Kurve kratzten sollte als dir zu helfen. Denn sonst wäre ich nicht mehr in der Lage dir zu helfen.

Und so rappelte ich mich auf und lief um mein Leben. Ein boshaftes Lachen drang an mein Ohr und ich hatte Angst. Angst davor niemals wieder hier heraus zu kommen. Der Gang war unendlich lang und plötzlich fühlte ich mich wie in einem Labyrinth gefangen und verloren. Die pure Angst übernahm die Kontrolle über meinen Körper und ich lief. Schneller als jemals zuvor.

Nach einer Ewigkeit kam ich wieder bei dem Zimmer an wo Yami dich gefangen hielt. Doch ihr ward weg. Beide. Nur noch die Fesseln lagen auf dem Boden und ich spürte etwas, dass ich nicht beschreiben konnte.

Langsam trat ich in das Zimmer. Mein Blick war immer auf das Kreuz gerichtet. Wo du kurz vorher noch gehangen bist. Immer wieder kehrten die Bilder in meinen Kopf zurück. Wie dein geschundener Körper wie ein Stück Fleisch dort oben festgebunden war. Genau wie Jesus an seinem Kreuz. Nur dein Körper wies mehr Verletzungen auf als seiner.

Meine Hände hielt ich zusammen gefaltet vor der Brust. Denn tief in meinem Inneren betete ich, dass dir nichts passiert ist. Dass ich dich gesund wieder sehe. Auf einmal fiel die Tür hinter mir zu und ich drehte mich blitzartig um.

In der nächsten Sekunde war ich auch schon bei ihr und rüttelte an ihrem Griff. Doch sie rührte sich nicht. Machte keine Anstalten sich zu bewegen.

Ich hatte Angst. Angst davor was jetzt passieren könnte. „Lass mich raus! Ich will hier raus! Macht die Tür auf! Das ist nicht mehr witzig!“, ich hämmerte mit aller Kraft auf die Tür ein.

„Vor was hast du Angst?“, ertönte plötzliche eine mir bekannte Stimme hinter mir. Panisch drehte ich mich um und sah in die Augen von Yami. Sie waren anders als sonst. Voller Belustigung und Hass. Er schien sich über meine Angst zu freuen. Ich drückte mich panisch gegen die Tür und versuchte sie immer noch zu öffnen.

„Ich... ich habe... keine Angst“, brachte ich stotternd heraus. Meine Stimme war tonlos und zitterte. „Warum zitterst du dann am ganzen Leib?“, mit diesen Worten kam er auf mich zu. Seine Bewegungen waren so elegant wie die einer Katze in der Nacht.

Ich schluckte schwer als er direkt vor mir stand. Versuchte meinen Körper unter Kontrolle zuhalten und ihm vom Zittern abzuhalten. Doch ich war dazu nicht in der Lage. Die Angst in meinem Körper war zu groß und er war mir zu nahe.

~ Traumreise ende~

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„Hey Marik! Was ist denn los mit dir?“, weckte mich eine vertraute Stimme aus meinen Gedanken. Ich blieb stehen und wartete bis du neben mir warst. „So kenne ich dich gar nicht. Irgendwas beunruhigt dich doch, oder?“, fährst du mit deinem Monolog fort. Ich zuckte mit den Schultern und ging mit gesenktem Blick weiter.

„Ich dachte du vertraust mir...“, deine Stimme war traurig und ich fühlte mich schuldig. Plötzlich übernahmen die Tränen die Herrschaft über mich und ich drehte mich zu dir um, um anschließend in deine Arme zu fallen. Ich konnte sie nicht mehr zurückhalten und du warst verwirrt. „Bleib bei mir... bitte... lass mich niemals allein“, brachte ich unter Tränen heraus. Dann spürte ich eine Hand auf meinem Kopf. Deine Hand, die mich sanft streichelte.

„Lass mich niemals mit ihm alleine“, ich wusste, dass du es nicht verstehen würdest aber meine Zunge gehorchte mir nicht mehr. Du erstarrst mitten in deiner Bewegung. Doch schneller als ich ahnte, fingst du dich wieder auf und erwiderst sanft: „Nein... ich lasse dich niemals alleine... aber du musst mich auch in deiner Nähe dulden.“

Ich blickte zu dir auf. Du lächelst mich an so wie ich es an dir liebe. Diese Wärme in deinem Lächeln. Sie sagt mehr als tausend Worte. Dadurch wischst du mir eine Träne aus dem Gesicht und fährst mir zärtlich über die Wange.

In der nächsten Sekunde stand ich auch schon mit gesenktem Blick vor dir. „Mit wem soll ich dich nicht alleine lassen?“, ich wusste, dass diese Frage irgendwann kommen würde und zuckte unbewusst zusammen, „du musst es nicht sagen aber es wäre hilfreich für mich...“ Du hebst mein Kinn mit deiner Hand an, so dass ich gezwungen bin dir in die Augen zu sehen.

Erneut wollten die Tränen die Oberhand übernehmen doch dieses Mal konnte ich sie zurückhalten. Ich zuckte mit den Schultern und hoffte, dass dir dies als Antwort genügen würde. „Warum vertraust du mir nicht?“, fragst du mich enttäuscht und traurig zu gleich. „Weil...“, ich suchte nach einer Formulierung, die dich nicht verletzte, „du mir wahrscheinlich nicht glauben würdest!“ Ich schrie dich an und lief davon.

Als ich meine Augen dabei schloss, sah ich dich. Wie du auf der Straße stehst und mir verwirrt nachschaust. Wahrscheinlich auch noch verletzter als wenn ich dir gar nicht geantwortet hätte. Nach zehn Minuten kam ich Zuhause an. Völlig außer Atem schloss ich die Tür hinter mir.

„Marik? Bist du das?“, Ishitsu tauchte vor mir auf, „was machst du denn schon hier? Ich dachte du wolltest noch einwenig mit Bakura abhängen. Na ja... das Essen ist in fünfzehn Minuten fertig.“ Und schon war sie auch schon wieder verschwunden. Irgendwie war es mir klar, dass sie mich nur fragte damit ich weiß, dass sie sieht, dass es mir nicht so gut geht. Aber eigentlich interessiert es sie nicht.

Leicht geknickt und wütend auf mich selbst ging ich in mein Zimmer. Dort angekommen schmiss ich mich auf mein Bett. „Warum beschäftigt mich dieser Traum so sehr? Normaler Weise vergesse ich sie immer. Aber war es wirklich ein Traum?“, ich vergrub mein Gesicht in den Kissen.

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~ Traumreise ~

Der Atem von Yami strich über meine Wange. „Was... was willst du von mir?“, fragte ich ängstlich. „Nicht viel... nur eins... nämlich dich“, mit diesen Worten legten sich seine Lippen auf meine. Ich war geschockt und stieß ihn angewidert weg.

„Wo ist Bakura?!“, ich wollte das Thema wechseln und wenn ich an dich denke, dann fühle ich mich mutiger. Er zuckte mit den Schultern und meinte kühl: „Er war nur die Vorspeise während ich auf das Hauptgericht wartete. Und jetzt ist es ja da“, er griff meine Handgelenke und drückte sie grob gegen die Tür. Angewidert legte ich meinen Kopf zur Seite während sein Gesicht immer näher kam.

Ich schnappte nach ihm als er nah genug dafür schien. Doch er konnte ausweichen. „Na, na, na. Wer hier beißt, bin ich“, er schleckte über meine Wange wodurch mir ein Schauer über den Rücken lief. Seine Art... sie war plötzlich so fremd. „Wa... was... willst du von mir?“, tief in meinem Inneren wusste ich die Antwort bereits schon. Aber ich wollte sie nicht glauben und hoffte auf eine andere von ihm.

„Mariklein... ich dacht du bist klüger. Derweil hab ich es dir doch schon gesagt. Ich will dich...“, er nahm mein Kinn grob in die Hand und zwang mich ihm in die Augen zu sehen. Ich versuchte verzweifelt mich zu befreien, doch sein Griff war zu fest. „Ich will dich aber nicht!“, ich wand mich in seinen Händen bis ich plötzlich eine Hand unter meinem Hemd spürte. Dadurch erstarrte ich.

„Nein... bitte nicht...“, ich flehte ihn in Gedanken an. Doch langsam zog er es mir aus. Tränen sammelten sich in meinen Augen als er anfing meinen Oberkörper mit Küssen zu übersäen. „Hör auf... bitte hör auf...“, meine Stimme war schwach fast nicht zu hören. „Und was ist wenn ich es nicht tue?“, wieder diese Boshaftigkeit in seiner Stimme als er mich mit einem Funkeln in seinen Augen anblickte. „Bitte helft mir doch jemand... egal wer... bitte... helft mir...“, ich flehte erneut in Gedanken als seine Hände über meinen Oberkörper wanderten.

~ Traumreise ende ~

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„Marik!! Telefon für dich!“, die Stimme von meiner Schwester riss mich erneut aus meine Gedanken. Sofort eilte ich zu ihr. Versuchte wenigstens in diesem Moment den Traum zu vergessen. „Ja?“, meldete ich mich. „Hallo Marik“, ich erstarrte bei dem Klang der Stimme, „du warst heute so abwesend und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich daran Schuld bin. Ich will nicht, dass jemand vor mir Angst hat. Besonders nicht die Freunde von Yugi.“

„Nein... du verstehst das falsch. Ich hab nur zurzeit einpaar Probleme. Du hast damit gar nichts zu tun“, versuchte ich den Anrufer zu beruhigen. Seine Stimme war anders als die im Traum. Generell sein gesamter Charakter.

„Dann ist es gut. Denn eigentlich braucht man vor mir keine Angst haben. Aber Bakura hat uns erzählt, dass du vor irgendwen Angst hast. Doch du wolltest es ihm nicht sagen... was hindert dich daran?“ „Er muss sich verhört haben. Eigentlich haben wir alle doch vor irgendwas Angst...“, es klingelte an der Tür und Ishitsu ging um sie zu öffnen.

„Ja, das stimmt. Ich dachte nur...“ „Du muss jetzt Schluss machen. Weil Bakura steht vor der Tür. Danke für deinen Anruf aber es ist alles klar bei mir“, ich versuchte meine Stimme so ruhig und fröhlich zu stellen wie möglich und legte ohne auf die Antwort des Anderen zu warten einfach auf.

„Hallo“, begrüßte ich dich freundlich. Doch du wirktest ernst. „Ich muss mit dir reden“, deine Stimme war anders als sonst. Eigentlich nicht anders nur nicht gerade die mit der du normaler Weise mit mir redest. „Über was denn?“, leicht verwirrt ging ich in mein Zimmer. Dort angekommen, schließt du hinter dir die Tür und ich setzte mich immer noch irritiert auf mein Bett.

„Was war heute mit dir los?“, du kamst ohne lange zu zögern auf den Punkt. Eigentlich liebe ich genau das an dir aber jetzt war es mir unangenehm. „Was meinst du?“, ich versuchte mich auf unwissend zu stellen um dich zu verunsichern. Doch auch dies schien bei dir keine Wirkung zu zeigen. „Du weißt es ganz genau! Dein Verhalten heute! Ich liebe dich, verdammt noch einmal! Und vertraue dir. Aber du scheinst da ja ganz anderer Meinung zu sein!“, ich weiß nicht, plötzlich warst du nicht mehr der, den ich liebe.

„Schon einmal daran gedacht, dass ich es selber nicht weiß?! Vielleicht will ich es auch einfach vergessen!“, ich war auf einmal wütend auf dich, obwohl ich keinen Grund dafür sah. „Wer war vorher am Telefon?“, deine Stimme war voller Misstrauen. „Wieso fragst du?“, ich war leicht verwundert über deine Art. „Weil ich es gerne wissen würde“, deine Geduld schien mit der Zeit zu Ende zu gehen.

„Yami...“, dein Gesicht verfinsterte sich, „er wollte wissen wie es mir geht“, ich senkte meinen Blick, „ist irgendwas falsch daran?“ Du schüttelst deinen Kopf und meinst auf deine liebliche Art: „Nein... es tut mir Leid, dass ich so ausgerastet bin. Aber Yami hat mir etwas total Verrücktes erzählt. Er hatte letzte Nacht einen Traum...“, ich zuckte zusammen und sah ihn entsetzt in die Augen, „in diesem Traum kamen du und ich vor...“

Gespannt schaute ich dich an: „Und was ist noch passiert?“ „Er hat es mir nicht gesagt... aber du hast genauso reagiert wie am Ende von diesem Traum oder wie ein Opfer, das seinem Peiniger begegnet...“ Meine Lunge war wie zugeschnürt. Ich wagte nicht zu atmen. „Was ist denn?“, du kamst zu mir mit der puren Angst in den Augen. „Nichts...“, brachte ich tonlos heraus.

„Das sieht nicht nach nichts aus. Kann es sein, dass es dieser Traum ist?“, du ließt nicht locker. Ich nickte schwach und ließ mich in deine Arme fallen. „Aber... wenn du und er ihn geträumt habt... dann...“, er brach mitten unter dem Satz ab. „Was ist mit dir? Hast du ihn auch geträumt? Oder besser... zieh dich aus“, jetzt war ich wieder so frech wie ich es sonst bin.

Du blickst mich leicht überrascht an: „Warum denn das?“ „Ich will nur etwas überprüfen“, meinte ich leicht verständnislos. „Und was wäre das?“, fragst du mich immer noch überrascht. „Ich will sehen ob es ein Traum war!“, dabei zog ich dir schon halb das Hemd aus. „Jetzt aber langsam mit den jungen Pferden!“, protestiertest du. „Jetzt zier dich nicht so. Früher oder später werde ich es sowie so tun“, du siehst mich leicht verblüfft an, „oder etwa nicht?“ Jetzt war ich derjenige, der verwirrt war.
„Ich weiß nicht“, du fielst über mich her und kitzelst mich durch. Ich bettelte um Gnade, doch du wolltest nicht aufhören. „MARIK! Essen ist fertig!“, hörte ich die Stimme von meiner Schwester und du lässt von mir ab. „Kann Bakura mit essen?“, fragte ich als ich aus meinem Zimmer trat. „Von mir aus. Dann bleibt wenigstens nichts übrig“, antwortete Ishitsu. „Was soll das denn heißen?“, fragst du mich leicht verwirrt. „Vergiss es. Es gibt dein Lieblingsessen“, ich nahm dich an der Hand und zerrte dich hinter mir her.

Plötzlich schien ich den Traum vergessen zu haben und mein Leben wieder zu genießen. Am Essenstisch angekommen, setzt du dich leicht überrascht hin. „Irgendwie dachte ich es mir, dass du auch mit isst. Aber Marik isst eh immer so wenig da macht ein Gast mehr auch nichts aus“, sagte meine Schwester zu dir als sie dir das Essen auf den Teller tat. Du schaust fragend zu mir aber ich wich deinem Blick aus. Als sie bei mir ankam, wollte ich nicht mehr als einen viertel Teller voll, während du deinen voll beladen hattest. Ich aß leicht eingeschüchtert und vorsichtig, denn ich spürte deinen Blick auf mir ruhen.

„Aber das hast du noch nicht lange, oder?“, fragst du mich leicht bedrohlich. Ich zog den Kopf zwischen die Schultern ein. „Wenn ich mich nicht irre... schon fast zwei Wochen“, mischte sich jetzt Ishitsu ein. Ich wurde immer kleiner, während dein Blick immer noch auf mir haftete. Doch jetzt war er eher besorgt. „Aber darüber wollen wir jetzt nicht streiten. Sondern wir sind hier um zu essen“, versuchte meine Schwester die Situation einwenig zu lockern. Du lässt von mir ab und wendest dich deinem Essen zu.

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Nach einer halben Stunde waren wir fertig. Ishitsu räumte wie immer den Tisch ab während wir wieder in mein Zimmer verschwanden. „Warum isst du so wenig?“, fragst du mich leicht säuerlich. „Warum soll ich mehr essen, wenn ich keinen Hunger habe?“, konterte ich deine Frage genauso aggressiv. Darauf wusstest du kein Argument mehr und bliebst mit gesenktem Kopf stumm.

„Aber bist du gekommen um mit mir zu streiten wie viel ich esse?“, fragte ich dich freundlich. Du blickst mich überrascht an. „Warum bist du wirklich hier?“, jetzt war ich wieder ernst und fordernd. „Du wolltest doch etwas überprüfen...“, deine Stimme war leise und tonlos als du dein Hemd von den Schultern gleiten lässt.

Darunter kam eine geschundene Haut zum Vorschein. Sie wies Prellungen und Schnittwunden auf. Ja, er sah genauso aus wie in meinem Traum. „Nein...“, hauchte ich als ich mich kraftlos auf mein Bett setzte. Entsetzten stand in meinen Augen. Du knöpfst dein Hemd mit gesenktem Blick wieder zu. „Es kann nur ein Traum sein... es darf nicht anders sein“, Tränen bannten sich ihren Weg über meine Wangen als ich dich ängstlich anblickte.

„Ich weiß nicht woher ich diese Verletzungen habe. Denn eigentlich war ich gestern auf Nacht noch ganz gesund und heute in der Früh waren sie da. Kannst du das vielleicht verstehen?“, fragst du mich leicht verwirrt. „Hattest du vielleicht einen Traum?“, gab ich die Frage zurück.

„Ja... ich habe mich mit Kaiba um seinen Milleniumsstab geprügelt. Aber eigentlich hatte ich nicht wirklich die Kontrolle über meinen Körper“, du beantwortest die Frage auf deine kindische Art, die ich so an dir liebe.

„Dann kann es vielleicht doch ein Traum sein...“, in mir kam wieder Hoffnung auf. „Das wäre schön“, du lächelst mich an wie an dem Tag wo ich dich das erste Mal sah...