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Verpatzter Urlaub

Zetsuai since 1989 [NC-14] [abgeschlossen]

Pairing:
Koji/ Takuto

[yaoi][lime]

Inhalt:
Nun hat Koji schon einen Urlaub mit Takuto geplant - und dann das ...

 


 


Verpatzter Urlaub?

Koji fühlte sich nicht wohl. Er saß vor seinem Spiegel am Set und ließ sich gerade zum achten Mal heute die Haare fönen und frisieren. Er hatte leicht Kopfschmerzen und ihm war kalt. Zum vielleicht hundertsten Mal heute fragte er sich, wer eigentlich auf die grandiose Idee gekommen war, sein neuestes Video komplett in künstlichem Regen zu ertränken. Erstens war das Wasser saukalt und zweitens wünschte er dem Regisseur mittlerweile die Pest an den Hals, weil der ihn die Szenen immer wieder neu spielen ließ.
„Warum tue ich mir das eigentlich an?“ fragte er sich.

Richtig. Shibuya hatte ihm zwei Wochen Urlaub versprochen, sobald das Video im Kasten und die Aufnahmen für das neue Album abgeschlossen waren. Die Studioaufnahmen waren erledigt. Nur noch das Video.

„Komm schon, Koji,“ sagte er zu sich selbst, „das schaffst du auch noch. Und dann zwei Wochen allein in den Bergen mit Izumi.“

Beim Gedanken an seinen Geliebten mußte er lächeln. Izumi hatte mit Freuden dem Urlaub in den Bergen zugestimmt. Sie hatten in den letzten Wochen sowenig Zeit allein verbringen können. Nur sie beide, kein Telefon, keine Termine, kein Shibuya, keine Fans. HERRLICH!!!!

Mit diesen erfreulichen Gedanken machte er sich mit neuem Schwung wieder an die Arbeit.



Takuto stand in der Küche und bereitete das Abendessen vor, als er die Wohnungstür hörte. Ohne sich umzudrehen, spürte er ein Paar blaue Augen in seinem Rücken und wußte, das Koji in der Tür stand.

Koji beobachtete seinen Freund eine Weile schweigend. Es machte ihn einfach glücklich, Takuto auch bei alltäglichen Dingen zuzusehen. Durch das Küchenfenster schien die untergehende Sonne herein und malte wunderschöne Muster auf Izumi`s bronzene Haut. Er konnte sich gar nicht satt sehen. Schließlich ging er auf Izumi zu, umarmte ihn von hinten und haucht ihm einen Kuß in den Nacken.

Takuto drehte sich zu Koji um und legte ihm die Arme um den Hals. Er zog Koji`s Gesicht zu sich heran und ihre Lippen fanden sich zu einem langen, zärtlichen Kuß.

Takuto runzelte leicht die Stirn. Koji`s Lippen fühlten sich heute irgendwie anders an, so kalt. Aber erst, als Koji`s Hände unter sein T-Shirt glitten, merkte er, das nicht nur seine Lippen kalt waren. Izumi stieß einen leisen Schrei aus und wand sich aus der Umarmung. „Himmel, Koji,“ stieß er hervor. „Du bist ja kalt wie ein Eisklotz!“

„Dann komm` her und wärm` mich,“ grinste Koji.

„Nichts da! Ab mit dir unter die Dusche.“

Betreten schlich Koji ins Bad. Takuto hatte ja recht, ihm war wirklich sehr kalt. Er drehte die Dusche auf und schlüpfte aus seinen Klamotten. Als er das warme Wasser über seinen Körper fließen ließ, fing er an zu zittern. Erschöpft lehnte er seinen Kopf an die Wand und schloß die Augen. So bekam er nicht mit, das Izumi inzwischen ebenfalls das Bad betreten hatte und ihn gerade beobachtete.

„Er sieht so müde aus,“ dachte Takuto. „Warum muß er auch immer so viel arbeiten?“ Er zog sich aus und stieg hinter seinem Freund in die Duschkabine. Als er Koji umarmte, zuckte der vor Schreck zusammen. „Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken.“

„Ist schon gut,“ meinte Koji, drehte sich zu Takuto um und nahm ihn nun seinerseits in den Arm. So standen sie einfach nur da und das warme Wasser lief über ihre Körper.

Takuto`s Kopf lag auf Koji`s Brust und er lauschte mit geschlossenen Augen dem Herzschlag seines Geliebten. Koji hatte das Gesicht an Izumi`s Hals gekuschelt und genoß die Zweisamkeit. Nach einer Weile hörte er auch auf zu zittern.

„Komm,“ sagte Takuto irgendwann, „du mußt was essen.“

„Hmmm,“ brummte Koji, „hab` gar keinen Hunger.“ Takuto hob den Kopf und schaute Koji ins Gesicht. „Dann leg` dich auf die Couch und ich mach` dir einen Tee, in Ordnung?“

„OK.“ Takuto hauchte ihm noch einen Kuß auf die Lippen, dann stieg er aus der Dusche, schlüpfte in seine Boxershorts und verschwand in der Küche.

Koji entstieg widerwillig dem warmen Wasser. So richtig warm war ihm immer noch nicht. Er trocknete sich ab und schlüpfte in den dicken Bademantel, den Izumi ihm hingelegt hatte.

Im Wohnzimmer legte er sich auf die Couch. Als Takuto keine zwei Minuten später mit dem Tee das Zimmer betrat, war Koji schon eingeschlafen.

Ungläubig schaute er auf seinen Freund hinunter. „Mann, muß der fertig sein, das er einfach so wegschnarcht,“ dachte er. Er stellte die Teetasse auf den Tisch und griff nach der Decke, die auf dem Sessel lag. Vorsichtig deckte er seinen Freund damit zu. Dann setzte er sich ganz sachte neben Koji`s Kopf und bettete diesen ganz langsam auf seinen Schoß. Alles in Zeitlupe um seinen Geliebten nur nicht aufzuwecken. So saß er lange Zeit einfach nur da und betrachtete Koji`s friedliches Gesicht.

Zärtlich strich er ihm eine Haarsträhne aus der Stirn. Dabei bemerkte er stirnrunzelnd, das sich Koji immer noch recht kalt anfühlte. „Er wird mir doch nicht krank werden? Nicht jetzt, wo er so hart gearbeitet hat, um uns diesen Urlaub zu ermöglichen.“ Irgendwann fielen auch ihm die Augen zu und der Kopf sank ihm auf die Brust.



Widerwillig öffnete Koji die Augen. Er hatte gerade so schön geträumt! Aber der Anblick, der sich ihm bot, war noch besser. Direkt über sich sah er das Gesicht eines schlafenden Engels. Lächelnd betrachtete er eine Weile Takuto`s entspanntes Gesicht. Dann streckte er sich etwas, um diese wunderschöne Lippen mit seinen zu berühren.

Izumi spürte Koji`s Mund auf seinem und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Der Kerl war unmöglich! Ließ keine Gelegenheit aus! Doch dann öffnete er die Lippen und hieß Koji`s Zunge mit seiner willkommen. Koji legt die Hand um Takuto`s Nacken und zog ihn weiter zu sich herunter. Irgendwann zwang die Notwendigkeit des Atmens die beiden, voneinander abzulassen.

„Guten Morgen, Koi,“ flüsterte Koji.

„Eine schöne Art, geweckt zu werden,“ meinte Izumi.

„Laß uns frühstücken.“ Koji stand auf und zog Izumi auf die Beine. Während des Frühstücks merkte er plötzlich, das Takuto seinen Kopf so merkwürdig hielt. Er bewegte sich ganz vorsichtig. „Was hast du? Geht`s dir nicht gut?“ fragte er.

„Ich fürchte, ich habe mir den Hals verrenkt. Im Sitzen zu schlafen war wohl keine so gute Idee,“ meinte Izumi und verzog das Gesicht.

„Das haben wir gleich,“ sagte Koji und stand auf. Er stellte sich hinter seinen Freund, zog ihm das offene Hemd von den Schultern und begann, die verkrampften Muskeln in Schultern und Nacken zu massieren. Es dauerte nicht lange, bis er spürte, wie sich die Verkrampfungen unter seinen Händen langsam lösten.

Takuto saß einfach nur da, hatte die Augen geschlossen und genoß die Fürsorge seines Geliebten. Leider mußte Koji die Massage nach einer Weile beenden, er mußte zum Set. Und Izumi zum Training. Vor der Tür verabschiedeten sie sich mit einem zärtlichen Kuß.

„Bis heute Abend,“ murmelte Izumi, „ich koch` uns was Schönes.“ Koji blickte ihm noch nach, bis er um die nächste Ecke verschwunden war, dann stieg er ins Auto und fuhr zum Set.



Gegen Mittag kamen die Kopfschmerzen wieder. Sein Kopf fühlte sich an, als wäre er voller Watte. Koji nahm zwei Schmerztabletten und zwang sich, durchzuhalten. Glücklicherweise waren sie gegen drei mit allem fertig, so das Koji nach Hause fahren konnte. Er legte sich aufs Sofa, deckte sich zu und war fast augenblicklich eingeschlafen.



Als Takuto abends nach Hause kam, wunderte er sich, das es in der Wohnung so dunkel war. Er hörte ein Geräusch im Wohnzimmer und betrat vorsichtig den Raum.

Die Vorhänge waren zugezogen und im schwachen Dämmerlicht konnte er nur undeutlich eine Gestalt auf dem Sofa ausmachen. „Koji?“ Er hörte Koji im Schlaf murmeln.

„Izumi.......“

„Sieh an,“ grinste Takuto anzüglich, als er das Licht einschaltete und langsam auf die Couch zuging, „er träumt von mir.“

„.... bitte..... nein..... geh` nicht.....“ bettelte Koji.

Das Grinsen gefror auf Takuto`s Lippen, als er Koji jetzt besser sehen konnte. Tränen liefen dem Sänger übers Gesicht und sein Körper wand sich wie in Krämpfen. Die Decke war herunter gerutscht und Izumi konnte unter Koji`s offenem Hemd dessen Brust sehen, die sich in unregelmäßigen Abständen hob und senkte. Sein Atem ging keuchend. „Er hat einen Alptraum,“ dachte Izumi. „Ist schon gut, Koji,“ sagte er laut, „ich bin doch hier.“ Er griff nach Koji`s Hand, um ihn aufzuwecken. Entsetzt bemerkte er, das sein Freund naßgeschwitzt war. Doch noch erschreckender war die Hitze, die von ihm ausging. Takuto legte seine Hand auf Koji`s Stirn. „Himmel, du glühst ja richtig,“ flüsterte er. Dann lauter: „Koji, wach auf, Koji.“

Erst nach mehreren Versuchen öffneten sich die Augen des Sängers. Sein Blick war seltsam verschleiert. Es dauerte ein paar Sekunden, bis er Izumi erkannte. „Izumi?“

„Wer denn sonst?“ fragte der. Und dann sah er mit Schrecken, wie Koji schon wieder Tränen in die Augen traten. Koji warf seine Arme um Takuto`s Hals und begann haltlos zu weinen.

„Ich habe geträumt, das du weggegangen bist. Das du mich verlassen hast,“ stieß er zwischen den Schluchzern hervor.

Izumi legte die Arme um seinen Freund und streichelte ihm beruhigend über den Rücken. „Schschsch. Keine Sorge. Ich werde dich niemals mehr alleine lassen. Das verspreche ich dir.“ sagte er leise.

Plötzlich begann Koji zu husten. Krampfartig schüttelte es seinen Körper und wollte gar nicht mehr aufhören. Erst nach mehreren Minuten beruhigte sich seine Lunge wieder. Erschöpft sank er gegen Izumi, der ihn die ganze Zeit nicht losgelassen hatte.

„Du gehörst dringend ins Bett. Du bist krank,“ sagte Izumi mit Bestimmtheit.

„Ach was,“ sagte Koji, „mir geht`s gut.“ Er versuchte Izumi anzugrinsen, aber es wurde nur eine Grimasse. „Natürlich geht`s dir gut,“ meinte Takuto sarkastisch. „Du hustest dir fast die Lunge aus dem Leib und glühst wie ein Backofen. Du siehst aus wie das blühende Leben!“

Statt einer Antwort kam von Koji nur ein neuer Hustenanfall. „So, das reicht! Ab ins Bett mit dir. Ich rufe den Arzt an.“ Entschlossen zog Takuto Koji vom Sofa hoch und begann ihn in Richtung Schlafzimmer zu schieben. Koji ließ das widerstandslos mit sich geschehen. Doch kurz vor der Tür wurde ihm schwarz vor Augen und er sackte kraftlos in sich zusammen. Das letzte was er sah, bevor er endgültig das Bewußtsein verlor, waren Izumi`s schreckgeweiteten Augen über sich.



Als Koji das nächste Mal wach wurde, schien die Sonne ins Schlafzimmer. Und irgendein nervtötender Vogel trillerte genau vor dem offenen Fenster herum. Er spürte ein Gewicht auf seiner Brust, hob den Kopf und blickte auf Takuto`s schwarzen Haarschopf.

Durch diese Bewegung ebenfalls wach geworden, hob Izumi den Kopf und sah Koji in die Augen. „Endlich,“ flüsterte er.

„Was ist passiert?“ fragte Koji. Izumi legte seinen Kopf wieder auf Koji`s Brust und kuschelte sich noch enger an seinen Geliebten, bevor er antwortete.

„Du bist knapp an einer Lungenentzündung vorbeigekommen. Hast drei Tage mit Fieber im Bett gelegen.“ „Dann habe ich uns ja den ganzen Urlaub versaut,“ meinte Koji nach einer Weile.

Ruckartig hob Takuto den Kopf und funkelte Koji zornig an. In seinen Augen schimmerten Tränen. „Ist das alles, woran du denkst? Himmel noch mal, Koji. Ich bin fast umgekommen vor Sorge!! Dieser Urlaub ist mir so was von piepegal, wenn du nicht gesund bist,“ fauchte er.

Bestürzt über die heftige Reaktion seines Geliebten, nahm Koji Takuto`s Gesicht in beide Hände und küßte ihm sanft die Tränen weg. „Es tut mir leid, Koi,“ murmelte er immer wieder. Plötzlich grinste Takuto ihn an.

„Wie leid?“ fragte er leise und schob seinen Körper auf Koji. Dieser sah das verräterische Funkeln in Izumi`s Augen und grinste zurück.

„Sehr leid,“ hauchte er.

„Beweise!“ forderte Izumi noch flüsternd, bevor sich ihre Lippen zu einem langen, leidenschaftlichen Kuß fanden. Auf einmal störte der zwitschernde Vogel vor dem Fenster niemanden mehr.

Den Rest des verpatzten (???) Urlaubes verbrachten die zwei ungestört von der Außenwelt in ihrer Wohnung.