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Rockerliebe

Original [NC-14] [abgeschlossen]

[lime angedeutet][gewalt angedeutet][romance]

Einteiler

keine Inhaltsangabe des Autors

 


 

Teil 1

„Bitte Mama… bitte. Komm schon sag ja. Es ist doch nur am Nachmittag und Peter ist wirklich ein netter Kerl. Ich vernachlässig auch ganz bestimmt nicht die Schule… bitte!“

Mel sah seinen Mutter flehend an, versuchte sie durch sein Betteln zu überzeugen. Seine blauen Augen flehten sie regelrecht an ihm das Kellnern zu erlauben. Angela Braun sah ihren Sohn einige Augenblicke an, seufze dann leise und wuschelte ihm durch das silberblonde Haar.

„Ist ja schon gut. Du darfst bei Herrn Keller im Bistro jobben, aber nur bis spätestens 20 Uhr. Ich will das du danach auch sofort nach hause kommst und die Schule wird auch nicht vernachlässigt… hast du das verstanden?“

Mel juchzte auf, fiel seiner Mutter um den Hals und drückte ihr einen stürmischen Kuss auf die Wange.

„Klar Ma, ich geh sofort nach dem Kellnern heim und die Schule wird nicht leiden, das verspreche ich dir. Ma du bist die Beste…ich geh dann gleich… ja.“

Mel löste sich von seiner Mutter und rannte in sein Zimmer. In Windeseile hatte er sich umgezogen, rannte die Treppe runter, an seiner Mutter vorbei und Richtung Bistro. Seine Mutter sah ihrem Sohn mit einem leicht wehmütigen Lächeln nach. Irgendwie tat es ihr leid das Mel jobben musste um sich Taschengeld zu verdienen, aber sie konnte ihm nun mal nicht so viel geben wie die andern Mütter ihren Söhnen gaben. Geld war bei ihnen immer knapp, hätte Angela nicht das kleine Haus von ihren Eltern geerbt, sähe es noch viel schlechter aus. Sie sah Mel noch ein paar Sekunden nach, solange bis er aus ihrem Blickfeld verschwunden war, dann drehte sie sich um und ging wieder ihrer Arbeit nach. Heute musste sie erst am Mittag ins Büro, da sie sich den Arbeitsplatz mit einer anderen allein erziehenden Frau teilte, so hatte sie mehr Zeit für ihren Sohn.

Mel war überglücklich das seinen Mutter zugestimmt hatte, so konnte er sie entlasten, verdiente sein eigenes Geld und konnte sich auch mal etwas leisten was er sich sonst nicht hätte kaufen können. Vielleicht konnte er auch noch ein bisschen was zu ihrem Lebensunterhalt beisteuern. Mels Augen wurden etwas traurig als er einen Jungen mit seinem Vater auf der anderen Straßenseite sah, wie oft hatte er die Jungs beneidet die mit ihren Vätern irgendetwas unternahmen. Er hatte seinen Vater nie kennen gelernt, der hatte seine Mutter schon verlassen als er noch gar nicht geboren war. Es tat manchmal sehr weh, wenn er andere Familien sah, aber er war seiner Mutter nicht böse, er liebte sie und war glücklich mit ihr. Dann eines Tages hatte er durch Zufall Peter Keller kennen gelernt, er hatte sich sofort mit ihm verstanden und als der ihm den Vorschlag gemacht hatte bei ihm in dem Bistro zu kellnern war er sofort begeistert gewesen.

Mel stand nach wenigen Minuten vor dem Bistro, er lachte und betrat aufgeregt den Gastraum. Noch waren keine Gäste da und er sah sich um.

„Peter…. Peter wo bist du….. Mama hat ja gesagt… ich darf kellnern…. Hey wo bist du?“

Peter Keller war in dem kleinen Büro des Bistros und kam sofort raus als er die fröhliche Stimme von Mel hörte. Er lachte ihn an und klopfte ihm auf die Schulter, Peter mochte den aufgeschlossenen, fröhlichen Jungen, hatte er doch selbst keine Kinder.

„Hey klasse mein Kleiner, dann kannste gleich anfangen, wenn du willst. Die Stunde 8,00 Euro und die Trinkgelder gehören dir. Okay?“

Mel nickte erfreut, 8 Euro, das war eine Menge Geld.

„Du Peter… Ma hat aber gesagt nur am Nachmittag und am frühen Abend ich muss spätestens um acht Uhr heim. Ist doch trotzdem okay?“

Peter sah Mel an, schmunzelte etwas und gab ihm einen Klaps auf den Po.

„Ist schon Okay, Kleiner, länger hätte ich dich auch gar nicht kellnern lassen, schließlich soll die Schule nicht leiden, das Geld gibt’s dann immer am Freitag, einverstanden?“

Mel nickte und machte sich dann auch sofort an die Arbeit.

Die erste Woche verging unheimlich schnell, Mel war bei den Gästen sehr beliebt und bekam dementsprechend viel Trinkgeld. Er war glücklich, endlich auch mal ein bisschen Geld in der Tasche zu haben. Es war Freitagnachmittag, Mel war wie jeden Tag, direkt nach der Schule ins Bistro gegangen, hatte zuerst seine Hausaufgaben gemacht und dann gegen drei waren die ersten Stammkunden gekommen. Nach einer Woche wusste er schon recht gut was die trinken wollten und er war gerade dabei zwei junge Mädchen, welche auf der kleinen Terrasse saßen zu bedienen, als plötzlich ein schweres Motorrad vor der Kneipe hielt. Mel sah etwas erstaunt auf. Nicht das es ungewöhnlich war, in der Gegend sah man die Rocker öfter, aber normalerweise kamen sie nicht in Peters Bistro. Aber Mel dachte sich nichts dabei, lächelte die beiden jungen Frauen freundlich an und nahm deren neue Bestellung auf. Als er zurück in das Bistro ging erschrak er ein wenig, denn der Rocker hatte seinen Helm abgenommen und lehnte jetzt lässig an dem Tresen. Er war noch nicht sehr alt, hatte dunkelbraune, schulterlange Haare und seine Augen strahlten in einem fast metallisch wirkenden eisigen Grau. Der Blick jagte Mel einen Schauer über den Rücken und er schluckte.

„Hi, Kleiner wo ist Peter?“

Mel schluckte, leckte seine plötzlich trockenen Lippen.

„Er ist gerade weg, kommt aber spätestens in einer Stunde zurück, kann ich vielleicht helfen oder etwas ausrichten.“

Mels Stimme bebte etwas, das bemerkte auch der Rocker und ein hartes Lächeln erschien auf dessen Gesicht.

„Nee mein Süßer, du kannst mir nicht helfen… zumindest nicht dabei. Ich warte auf Peter… bring mir ein Bier…. Bitte.“

Mel schluckte hart, hatte er die Anspielung doch recht gut verstanden, hatte auch das anzügliche lecken der Lippen bemerkt. Er errötete, nickte.

„Ich bring nur schnell den Kuchen raus… ist doch okay?“

Mel hatte etwas Angst, er wusste nicht wieso aber der junge Rocker machte ihm Angst, also fragte er lieber .

Ace lächelte kalt, dann nickte er und lümmelte sich lässig auf einen der Barhocker. Dabei setzte er sich so das er den Jungen beobachten konnte. Ein leichtes Lächeln erwachte auf seinem Gesicht, nicht ganz so kalt wie sein vorheriges Lachen. Er beobachtete wie der Junge sich bewegte, seine Augen folgten ihm bei jeder Bewegung, er genoss jede einzelne. Mel bediente schnell die beiden Mädchen auf der Terrasse, kassierte dann und kam zurück in den Barraum, schnell schenkte er ein Bier ein und stellte es dem Rocker hin. Ace spürte dessen Unruhe, seine Angst lächelte ihn dann aber ein bisschen freundlicher an. Mel lächelte scheu zurück, er war freundlich zu dem jungen Rocker aber er war auch beunruhigt, was wollte er von Peter? Gerade als er den Mut gefunden hatte und fragen wollte, betrat Peter das Lokal.

Dieser kam gerade von der Bank und erschrak fast zu Tode als er das Motorrad vor seinem Bistro stehen sah. Siedend heiß fiel ihm ein das heute ja der letzte Freitag des Monats war und somit Zahltag und das Mel alleine im Bistro war. Er hastet in das Lokal, dort sah er Ace an der Theke lehnen und langsam ein Bier trinken. Es war als wenn ein Steinbrocken von seinem Herz fallen würde, scheinbar hatte er Mel nichts getan.

„Hallo Ace, tut mir leid, aber ich hatte einen wichtigen Termin… bitte komm in mein Büro,“ und zu Mel gewannt sagte er „bitte Mel du störst uns jetzt nicht und lass auch keinen anderen zu mir ja.“

Mel sah Peter erstaunt an, er hatte ihn noch nie so angespannt erlebt, dann nickte er aber und sah den Beiden nach wie sie im Büro verschwanden. Mel zuckte mit den Schultern und machte seine Arbeit weiter.

Ace folgte Peter grinsend in sein Büro und kaum das sich die Tür geschlossen hatte, lachte er leise.

„Hast einen wirklich süßen Kleinen…. Absolut niedlich.“

Peter zuckte etwas zusammen, ging dann aber zu seinem Schreibtisch, nahm einen Umschlag aus dem obersten Fach und reichte ihm dem jungen Rocker. Ace nahm ihn warf einen kurzen Blick hinein und steckte ihn dann in die Innentasche seiner Kombi.

„Ich kann nicht mehr soviel zahlen… das Geschäft läuft schlechter….“

Ace Augen blitzten, bei den Worten, gefährlich auf, blitzschnell packte er Peter am Kragen und zog ihn nahe zu sich.

„So du kannst nicht mehr zahlen, pass auf was du sagst 500 im Monat sind wirklich nicht viel, dafür das du keinen Ärger hast, sei doch froh andere zahlen das doppelte.“

Peter zuckte erschrocken zusammen, als er die Hände an seinem Hemd fühlte, beschwichtigend hob er die Hände.

„Ist ja schon gut… ich wollt ja nur mal fragen…. Nichts für ungut… bitte.“

Ace knurrte leise, lies den Älteren los und klopfte ihm auf die Schultern, dabei lächelte er leicht anzüglich.

„Na ja vielleicht finden wir ja noch einen anderen Weg.“

Jetzt erschrak Peter bis ins Mark, ihm viel der Blick von Ace ein als er Mel angesehen hatte. Peter schluckte hart, ahnte er doch auf was Ace anspielte.

„Ace bitte… bitte lass den Jungen raus… lass ihn bitte in Ruhe, er ist erst 16 Jahre und ein wirklich lieber Kerl. Bitte Ace …nicht ihn.“

Ace sah Peter fies grinsend an, zuckte mit den Schultern und verschwand zu seinem Motorrad, aber nicht ohne Mel noch mal mit brennenden Augen angesehen zu haben.

Peter sah dem jungen Rocker mit gemischten Gefühlen nach, er kannte Ace jetzt schon fünf Jahre, solange er dieses Bistro betrieb. Am Anfang war der Junge noch mit seinem Zeihvater Rick gekommen, seit zwei Jahren aber hatte er diesen Bezirk alleine übernommen, trieb er alleine die Schutzgelder ein. Eigentlich war Ace ein ziemlich umgänglicher Typ, wie die ganze Rockerbande, sie gehörten nicht zu denen die alles sinnlos zusammenschlugen. Solange man sich ihnen nicht widersetzte und seine Gebühr bezahlte hatte man nichts von ihnen zu befürchten, nein sie sorgten sogar ehr für Ruhe, aber wehe man legte sich mit ihnen an. Peter seufzte, er hatte Ace nicht belogen, das Geschäft ging schlechter und die 500 Euro Schutzgeld jeden Monat taten ihm weh, sie fehlten ihm, aber einfach nicht zu zahlen fiel Peter auch nicht ein, schließlich wollte er sein Bistro Weiterbetreiben und ganz bestimmt keinen Ärger mit den Black Cobras. Peter wischte sich über das Gesicht und seufzte. Er würde schon einen Weg finden.

In den nächsten Tagen stand Ace öfter in der Nähe des Bistros und beobachtete den Jungen. Dabei achtete er immer darauf das Mel ihn nicht entdeckte. Je länger Ace Mel beobachtete desto größer wurde sein Wunsch den Jungen zu besitzen. Mel gefiel Ace, wie er sich bewegte, sein Lachen, seine gesamte unschuldige ja fast schon naive Art. Ace genoss es den Jungen zu betrachten, je länger er ihm zusah desto größer wurde sein Wunsch den Jungen zu besitzen. Ein Plan nahm langsam Form an, mit einem harten Lächeln schwang er sich auf sein Bike und fuhr zurück zu ihrem Zuhause, einer alten Fabrik etwas außerhalb der Stadt. Er stellte sein Bike ab und suchte Rick. Er fand ihn bei seiner Maschine und erzählte ihm seinen Plan.

Rick sah seinen Sohn lange an, dann setzte er sich auf eine Kiste und schloss kurz seine Augen, als er sie wieder öffnete sah er direkt in die grauen von Ace.

„Ace, Junge ich kann dich ja verstehen… so wie du den Kleinen beschreibst ist er einfach nur niedlich. Aber bist du dir im klaren darüber was du da vorhast… der Kleine ist erst 16. Vermutlich hat er überhaupt keine Ahnung wie er auf dich wirkt und was du von ihm willst.“

Ace sah seinen Vater an, zog seine Augenbrauen zusammen und setzte sich neben ihn.

„Verdammt Rick, ich will dem Süßen ja gar nichts antun… will ihn weder umbringen noch ihm weh tun. Ich will ihn nur haben und Peter wird keine Schwierigkeiten machen wenn wir dafür auf die 500 verzichten. Er ist ziemlich klamm… bitte Rick…. Ich werde auch vorsichtig sein, Mel nicht weh tun…“

Rick sah seinen Sohn an, atmete tief ein, schüttelte dann aber den Kopf und seufzte leise.

„Okay, hol ihn dir… aber das das ein für allemal klar ist… keine unnötige Gewalt. Ich will nicht das dem Jungen ein Leid geschieht… Ace du wirst den Jungen nicht vergewaltigen, ist das klar?“

Ace nickte.

„Klar Rick, ich werde ihn nicht vergewaltigen… aber fesseln darf ich ihn.“

Ace grinste breit und sein Vater stöhnte leise auf, gab ihm einen Klaps auf den Kopf.

„Ja darfst du, aber sei sanft… Ace bitte denke daran er ist erst 16. Versuche ihn zu verführen, zu entspannen… lass ihm ein bisschen Zeit.“

Ace nickte, drehte sich um und verschwand. Rick sah ihm nachdenklich nach, zuckte dann mit den Schultern und hoffte das alles gut gehen würde. Ace verschwand derweilen in seinem Zimmer. Dort sah er sich kurz um, trat dann zu der dicken Matratze am Boden, kniete sich darauf und befestigte an der Wand eine lange stabile Kette. Als er damit fertig war ging er zum Schrank und kramte ein Paar breite, weiche Ledermanschetten heraus. Auch die legte er auf die Matratze. Nachdem er damit fertig war suchte er noch seinen zweiten Helm und machte sich dann auf den Weg zum Bistro. Vorerst würde er beobachten nur beobachten.

+

Ace beobachtete Mel jetzt schon ein paar Wochen, hatte auch schon ein paar Mal überlegt ihn sich zu holen, hatte es aber dann immer wieder verschoben, weil es auffällig gewesen wäre wenn der Junge plötzlich nicht mehr zur Schule oder nachhause gekommen wäre. Jetzt aber hatte er durch Zufall erfahren das seine Mutter für einen Monat zu einer Schulung musste und außerdem hatten gestern die Ferien begonnen. Er hätte also jetzt einen Monat Zeit um den Jungen an sich zu gewöhnen. In seinem Zimmer hatte er bereits alles vorbereitet, er hatte zusätzliches Bettzeug, Handtücher und Kleidung für den Jungen besorgt, außerdem von Ria einige Medikamente um Mel im Notfall ruhig zu stellen. Es war also alles vorbereitet, fehlte nur noch sein Objekt der Begierde.

Peter hatte von dem Interesse das Ace zeigte nicht direkt etwas mitbekommen, aber es fiel ihm auf das der junge Rocker in letzter Zeit öfter in der Nähe seines Bistros war. Allerdings glaubte er das es darum ging ihn ein bisschen einzuschüchtern, damit er auch jeden Monat sein Schutzgeld zahlte.

Noch während er so nachdachte machte er sich fertig, er hatte Mels Mutter versprochen, sich die vier Wochen, die sie auf Schulung war, sich um den Jungen zu kümmern. Mit einem letzten Blick in den Spiegel, machte er sich auf den Weg zu den Beiden, er würde Angela Braun zum Flughafen fahren und sich dann später mit Mel im Bistro treffen.

Mel sah seine Mutter an, lächelte und drückte sie fest, Angela strich ihrem Sohn über die silberblonden Haare.

„Das du mir keinen Ärger machst, bitte sei lieb… ich bin froh das sich Peter um dich kümmert. Tut mir leid das diese Schulung genau in die Ferien fällt, aber ich kann nicht absagen… du weißt ich brauche die Arbeit und es ist nun mal Pflicht an der Fortbildung teilzunehmen.“

Mel lächelte.

„Keine Sorge, ich stelle schon nichts an, bin schließlich kein Kleinkind mehr… und Ärger mach ich keinen… versprochen.“

Angela nickte und drückte ihren Sohn, dann hörte sie das Hupen vor der Tür und sah Peter Keller aus dem Wagen steigen. Sie lächelte, nahm ihren Koffer und ging hinaus, Mel folgte ihr sofort, schloss die Tür ab und ging auch zu dem Wagen.

Peter sah die Beiden an lächelte.

„Hallo, ich hoffe ich bin nicht zu früh.“

Angela schüttelte den Kopf und stieg ein, auch Mel stieg in den Wagen und wenige Minuten später fuhren sie los. Peter fuhr noch mal an seinem Bistro vorbei, setzte dort den Jungen ab und sagte ihm noch das er den Laden heute erst um vier öffnen sollte. Mel nickte jetzt war es zwei, er wusste das Peter wenn alles gut ginge bis spätestens fünf wieder hier sein würde. Er verabschiedete sich noch mal von seiner Mutter, drückte ihr einen Kuss auf die Wange.

„Also dann bis in vier Wochen, ich bin brav und du rufst mich jeden zweiten Tag auf meinem Handy an versprochen.“

Mels Mutter, knuddelte ihren Sohn auch noch mal und nickte.

„Ja ich ruf jeden zweiten Tag auf deinem Handy an… versprochen.“

Dann fuhr Peter los, Mel winkte dem Auto noch ein bisschen nach, dann ging er durch den Hintereingang ins Bistro. Das er die ganze Zeit beobachtete wurde hatte er gar nicht gemerkt. Kaum das er in dem Bistro war, begann er mit seiner Arbeit, schaltete sich den Radio an und räumte die Gläser und Getränke weg. Dabei bemerkte er gar nicht wie leise die Hintertür geöffnet wurde und drei Rocker eintraten.

Ace und zwei seiner Freunde hatten, zwischen den Müllcontainern gewartet und betraten jetzt das Bistro. Leise gingen sie in den Gastraum und die zwei Freunde von Ace lehnten sich an die einzige Fluchttür während Ace das Bistro betrat.

„Hi Kleiner, wo ist Peter… es ist Zahltag.“

Ace grinste hinterhältig, er wusste ja das Peter weggefahren war und er wusste das es eigentlich ausgemacht war das Geld erst nach acht Uhr zu kassieren, damit Mel immer schon weg war. Peter hatte nicht gewollt das der Junge etwas mitbekam. Aber das war Ace heute egal, es war der letzte Freitag im Monat und er wollte das Geld, bzw. er wollte etwas anderes er wollte Mel.

Als Mel die kühle, aber doch sanfte Stimme hörte erschrak er fürchterlich und lies ein Glas fallen, das klirrend zersprang. Sein Herz begann hektisch zu schlagen und er wich unbewusst einen Schritt zurück. Ace kam langsam um die Theke herum und ging auf Mel zu.

„Ich hab dich etwas gefragt, Süßer. Wo ist Peter?“

„Er…er bringt meine Mutter zum Flughafen… ist bestimmt bis fünf wieder da. Kann ich was helfen?“

Mels Stimme zitterte, er hatte Angst und wich unbewusst ein bisschen Richtung Hinterausgang zurück. Als er plötzlich von dort ein leises Lachen hörte und er sich erschrocken umdrehte. Er wurde blass, sein Herz begann wie panisch zu schlagen und er fühlte die Angst in sich aufsteigen. Auch dort standen zwei Rocker und versperrten den einzigen Fluchtweg.

Ace bemerkte wie der Junge langsam panisch wurde, das passte ihm gar nicht, wenn der Kleine durchdrehte würde es umso schwieriger werden ihn in die Fabrik zu bringen. Also trat er schnell auf ihn zu, fasste ihn hart an dem Arm und zog ihn herum. Er sah in blaue, völlig verängstigte Augen.

„Er ist also nicht da… na gut aber es ist Zahltag und da wir kein Geld bekommen, dann nehmen wir uns halt Naturalien. Sei vernünftig dann passiert dir nichts…“

Mel verstand im ersten Moment überhaupt nichts. Zahltag…Geld…Naturalien… was ging hier vor. Plötzlich hörte er schnelle Schritte hinter sich und fühlte wie er gepackt und ihm die Hände auf den Rücken gezogen und zusammengebunden wurden. Er wollte schreien, spürte dann aber nur eine harte Hand auf dem Mund und hörte Ace sagen.

„Sei still, dann passiert dir nichts, ich will dir nicht weh tun müssen, also sei ruhig und halte still.“

Mel schluchzte panisch auf, nickte dann aber und Ace lächelte, langsam nahm er die Hand von Mels Lippen, sah über dessen Schulter und nickte.

Augenblicke später legte sich ein Tuch über die Augen von Mel und ein Knebel wurde ihm in den Mund geschoben. Panisch begann er sich zu wehren, fühlte aber dann sofort einen harten Griff an seinem Arm und eine noch fremde Stimmer befahl ihm ruhig zu bleiben. Er hatte Angst, versuchte aber seine Panik unter Kontrolle zu bekommen und folgte dann dem Mann der ihn führte. Sie verließen das Bistro und plötzlich hörte Mel das Aufheulen von Motoren, fast im selben Moment bekam er einen Helm über den Kopf gestülpt und wurde auf ein Motorrad gesetzt. Jetzt stieg Panik in ihm auf, er versuchte sich zu wehren, bekam aber nur einen harten Klaps auf den Po.

„Halt still, dir passiert nichts. Ich werde dich schon nicht fallen lassen, aber du musst ruhig sitzen bleiben… ist das klar?“

Mel kämpfte mit seiner Panik, dann aber nickte er. Ace lächelte, fasste um den Jungen herum, startete die Maschine und fuhr in gemäßigtem Tempo los. Mel zitterte und dieses Zittern bemerkte Ace, daraufhin beschleunigte er sein Fahren etwas, er wollte den Kleinen nicht länger als unbedingt notwendig verängstigen. Und es war wirklich nicht jedermanns Sache, gefesselt und blind auf einem Motorrad zu sitzen und auf das Können eines Anderen vertrauen zu müssen. Ace hatte Mel vor sich auf den Tank der Maschine gesetzt, das war zwar etwas unbequemer für den Jungen aber er konnte ihn sicherer halten.

Mel zitterte, er bemerkte wie der Rocker schneller wurde und sein Zittern verstärkte sich, er saß zum ersten Mal auf einem Motorrad und er saß ziemlich unbequem, allerdings gaben ihm die Arme die er rechts und links fühlen konnten ein bisschen Sicherheit und er merkte auch bald das es besser war sich dem Fahrer anzupassen dann war das Fahren gar nicht so schlimm. Nein er hätte es sogar genießen können, wenn da nicht die Augenbinde, der Knebel und die Fesseln gewesen wären. Mel schloss unter dem Tuch die Augen und begann leise zu weinen.

Ace spürte das sachte Entspannen des Jungen und begann zu grinsen. Es schien ihm zu gefallen, Ace nickte leicht zu sich selbst. Wenn der Kleine sich etwas an ihn gewöhnt hätte dann würde er mit ihm mal ein paar Ausfüge machen… ihm zeigen wie toll Motorradfahren doch war. Nach ein paar Minuten erreichte die kleine Gruppe das verlassene Fabrikgelände. Ace verlangsamte die Maschine und brachte sie schließlich vor dem Hauptgebäude zum stehen. Seine Kumpel bockten ihre Maschinen auf und halfen dann Ace den Jungen von der Maschine zu heben, Mel spürte wie er wieder festen Boden unter den Füssen hatte und wäre fast in die Knie gegangen, wurde aber von harten Händen festgehalten. Ace sprang von seiner Maschine, stellte sie ab und nahm dann seinem grinsenden Kumpel den zitternden Jungen aus den Armen.

„Shhhhh ist ja schon gut, du musst keine Angst haben. Dir wird nichts geschehen.. warte einen Moment ich nehme dir den Helm ab und bring dich dann rein.“

Mel spürte wie ihm geschickt der Helm abgenommen wurde und er dann vorsichtig an dem Arm gefasst wurde. Er folgte dem leichten Zug und lief neben Ace her. Als sie zu einer Treppe kamen, stupste ihn Ace an und sagte ihm das sie jetzt einige Stufen rauf mussten. Mel folgte ihm ängstlich, noch immer war er blind und gefesselt, steckte der Knebel in seinem Mund.

Ace führte den Jungen zu seinem Zimmer, dort schloss er auf und schob den Jungen hinein, hinter ihnen verschloss er die Tür und lies den Schlüssel in seiner Hosentasche verschwinden. Geschickte löste er jetzt die Augenbinde und auch den Knebel, Mel kniff erst mal die Augen zu und begann zu husten, als er sich beruhigt und seine Augen sich wieder an das Licht gewöhnt hatten sah er sich um. Das Zimmer war recht groß, es sah in einer Ecke des Zimmers eine riesige Matratze liegen, dann sah er noch einen Tisch, einen Schrank und ein kleines Tischchen mit einem Fernseher. Ace stupste ihn sacht in den Rücken und nickte Richtung der Matratze.

„Geh rüber und knie dich auf die Matratze.“

Mel versteifte sofort, er begann zu zittern und Tränen quollen aus seinen Augen. Ace schüttelte leicht den Kopf.

„Geh schon, du musst keine Angst haben ich werde dir nichts tun, ich will dir nur etwas bequemere Fesseln anlegen, also mach schon.“

Mel schluckte hart und tat dann was er gesagt bekam, er ging zu der Matratze und kniete sich hin, gleich darauf fühlte er wie Ace ihm die Fesseln löste und er ihm einzelne, enge Manschetten um die Gelenke legte. Es dauerte keine fünf Minuten und Ace hatte Mel auf der Matratze angekettet.

„So das war’s schon, ist doch viel besser oder?“

Ace sah Mel lächelnd an und dieser weinte hemmungslos, als Ace das sah setzte er sich neben den Jungen auf die Matratze, er zog den widerstrebenden Jungen in seine Arme und streichelte genießend seinen Rücken.

„Komm, beruhige dich Kleiner. Ich hab nicht vor dir weh zu tun, dazu bist du viel zu niedlich, du wirst dich schon noch an mich gewöhnen. Versuch jetzt dich ein bisschen auszuruhen.“

Mel sah in die grauen Augen seines Gegenübers und er musste schlucken, als er die offenen Begierde darin erkannte. Es machte ihm noch mehr Angst und als er das sachte Streicheln fühlte, begann er nur noch mehr zu zittern. Er schluchzte laut auf, nahm dann seinen ganzen Mut zusammen und sagte mit leiser Stimme.

„Was hast du mit mir vor? Was ist mit Peter? Sie werden mich suchen.“

Ace begann leise zu lachen.

„Niemand wird dich suchen, zumindest nicht in den nächsten vier Wochen. Deine Ma ist auf einer Schulung, sie wird gar nicht mitbekommen das du nicht zuhause bist. Wenn sie anruft wirst du ganz lieb mit ihr reden und Peter…. Der wird keinen Ärger machen, schließlich erlassen wir ihm das Schutzgeld… dafür hab ich jetzt dich. Er weis ganz genau wenn er zur Polizei geht dann ist er seinen Laden los, also wird er auch stillhalten. Schule ist keine.. also haben wir die nächsten vier Wochen für uns.“

Mel zuckte zusammen, Peter zahlte Schutzgeld an die Rocker und jetzt hatten sie ihn statt des Geldes mitgenommen. Er hatte Angst und die Blicke die ihm Ace zuwarf machten ihm nur noch mehr. Er schluckte um den Kloß aus seinem Hals zu bekommen.

„Was wollt ihr von mir? Ich hab kein Geld…“

Ace lachte, hob den Kopf seines Gefangen und küsste ihn zärtlich auf die Lippen. Bei der sanften Berührung versteifte Mel augenblicklich, er hatte furchtbare Angst, konnte aber ein leises Schauern nicht unterdrücken. Die zarten Lippen des Rockers jagten einen Schauer durch ihn. Ace löste vorsichtig seine Lippen und sah in die großen, ängstlich schimmernden Augen von Mel.

„Keine Angst, ich will nichts schlimmes von dir. Du musst dich nicht fürchten, ich werde dir nicht weh tun…,“

Bei diesen Worten lies Ace seine Hände sanft auf Wanderschaft gehen, koste über den ganzen bebenden Jungenkörper, er genoss die Weichheit der Haut, begann sanft Mel auszuziehen, bis der Junge schließlich nur noch mit T-Shirt und Slip auf der Matratze lag. Mel hatte alles mit sich machen lassen, zu groß war seine Angst, als er aber Ace Hand auf seinem Bauch fühlte, fühlte wie er sie langsam unter das Shirt schob und die Haut koste, begann er unkontrolliert zu zittern. Ace bemerkte es, lies sich aber in seinem Tun nicht stören, streichelte weiter und wäre wahrscheinlich auch noch ein Stück weiter gegangen als er ein lautes Klopfen an der Tür hörte und eine Frauenstimme rief.

„Hey Ace… gib Antwort, ich weis das du im Zimmer bist. Rick will dich sehen und zwar sofort.“

Ace murrte etwas, sah Mel in die Augen, strich ihm über das Haar.

„Ria ist gut, ich komme gleich.“

Er stand auf und lies Mel auf dem Bett liegen, ging zur Tür, sperrte auf und sah in das Gesicht von Ria. Er lächelte gab ihr den Schlüssel.

„Hier, schaust du mal nach meinem Süßen, vielleicht hat er Hunger. Würdest du dich darum kümmern?“

Ria seufzte auf, dann nickte sie. Sie war ja nur aus dem Grund überhaupt hier geblieben, sie wollte kurz nach dem Jungen sehen, ihm vielleicht erklären warum er hier war und das er vor Ace keine Angst haben musste. Also nahm sie den Schlüssel und ging an Ace vorbei in das Zimmer. Dieser drehte sich noch mal kurz herum, lächelte Mel an und meinte das er bald wieder da wäre.

Ria sah auf den völlig verängstigten Jungen, sah das Ace in bereits ausgezogen hatte und nahm die verstreuten Kleidungsstücke auf, legte sie auf einen Stuhl, dann setzte sie sich zu Mel auf die Matratze.

„Hi Mel, ich bin Ria, du musst vor mir keine Angst haben. Sagst du mir wie du dich fühlst?“

Mel sah die junge Frau an, sie war ziemlich groß, nicht superschlank, hatte aber eine sehr schöne weibliche Figur, ihr Haar war fast hüftlang und schimmerte in einem tiefen dunkelbraun. Als er in ihre Augen sah, sah er in zwei grüne Smaragde. Sie lächelte ihn sanft und verständnisvoll an und gerade dieses Lächeln bewirkte das alle Angst aus ihm herausbrach und er haltlos zu weinen begann. Ria seufzte leise auf, zog den heulenden Jungen in ihre Arme und versuchte ihn durch wiegen zu beruhigen.

„Shhhhh, mein Kleiner. Ich weis es ist alles so beängstigend, aber du musst dich wirklich nicht fürchten, keiner will dir hier weh tun. Auch Ace nicht, oder besser der ganz bestimmt nicht… er mag dich sehr.“

Mel sah sie mit verweinten Augen an und fragte dann mit leiser, dünner Stimme.

„Was will er den von mir. Ich hatte Angst als er mich streichelte, es war so komisch… warum kettet er mich fest… bitte Ria was will er?“

Ria sah ihn ein bisschen traurig an, zog die Stirn kraus und Mel fester an sich, unbewusst kraulte sie ihn, erst nach einer ganzen Weile antwortete sie.

„Weist du Mel, Ace ist schwul und du… du gefällst ihm. Shhh jetzt nicht gleich weinen, er wird dich ganz sicher nicht vergewaltigen, aber er hat sich in dich verguckt und er ist ein Rocker und hier herrschen nun mal andere Regeln. Du musst dich nicht vor ihm fürchten, er mag dich wirklich, weist du wie lange er dich schon beobachtet, auf dich aufpasst… seit dem Tag als er dich das erste Mal bei Peter gesehen hat. Er hätte nie zugelassen das dir etwas passiert, aber er ist auch sehr besitzergreifend. Er sieht in dir sein Eigentum, du gehörst nur ihm… versuche das einfach zu begreifen. Ich weis es ist schwer, mir ist es vor drei Jahren auch schwer gefallen das zu akzeptieren als Boone mich haben wollte. Auch ich hab mich gewehrt wollte nicht das er mich als sein Eigentum behandelte. Es dauerte lange bis ich begriff das es nur zu meinem Schutz war, ich gehöre jemanden, trage sozusagen einen Besetztstempel und kein Anderer wird sich an mir vergreifen. Ich bin kein Freiwild wie viele der anderen Frauen hier und genauso ist es bei dir, du gehörst Ace und kein Anderer wird auch nur versuchen dich anzufassen, denn sonst bekommt er mächtig Ärger mit Ace. Es ist also gar nicht so schlecht jemanden zu gehören. Hast du Angst vor Ace weil er schwul ist?“

Mel hatte Ria zugehört, versuchte ihre Erklärung zu verstehen, konnte es aber nicht so ganz. Er wollte einfach niemanden gehören, er war doch keine Ware, kein Spielzeug das man einfach kaufen… besitzen konnte, Und dann die Erkenntnis das Ace schwul war, sie machte ihm Angst. Nicht das er etwas gegen Schwule hätte, nein aber er hatte Angst davor was Ace mit ihm tun würde. Er kaute an seiner Unterlippe.

„Ja es macht mir Angst… große Angst. Alles was ich weis ist das es weh tut und ich bin doch nicht schwul… glaube ich.“

Ria zog die Augenbrauen zusammen, der letzte Satz lies sie aufhorchen. Sie strich Mel ein paar Strähnen aus dem Gesicht und sah in die blauen Augen.

„Du glaubst das du nicht schwul bist? Hast du es schon einmal versucht?“

Mel schüttelte den Kopf, wurde knallrot und stotterte etwas herum, dann schüttelte er den Kopf.

„Nein, aber vorhin.. als Ace mich… na ja als er mich halt gestreichelt hat… es war schön. Verdammt ich hatte Angst und doch war es schön… seine Hände…“

Mel begann zu weinen und Ria nahm ihn sacht in die Arme.

„Pschhhhhhhh, ist ja gut. Du musst doch nicht weinen, es ist nicht schlimm wenn es dir gefallen hat. Es ist nicht schlimm, pschhhhhhh…. Ist ja gut, alles wird wieder gut.“

Mel klammerte sich an Ria und weinte herzzerreißend, nach einer ganzen Weile ging es in ein Schniefen über und Ria hörte kurz auf den Rücken von Mel zu kosen. Sie drückte den Jungen auf das Bett, zog eine Decke über ihn.

„Versuch ein bisschen zu schlafen. Ich geh nur schnell und hole dir etwas zu essen und zu trinken… bin in ein paar Minuten zurück.. ja.“

Mel schniefte immer noch, nickte dann aber und kuschelte sich in die Decke, schloss seine Augen und versuchte sich zu entspannen. Ria stand auf ging zu der Tür, dort drehte sie sich noch mal kurz um, warf einen letzten blick auf den Jungen und machte sich dann auf den Weg in die Küche.

Auf dem Weg zurück begegnete ihr Rick, er sah sie lange an.

„Was ist mit dem Kleinen? Hat Ace ihm weh getan?“

Ria stellte das Tablett, auf einen kleinen Tisch und sah Rick an. Dann schüttelte sie den Kopf.

„Nein er hat ihm nicht weh getan, er hat ihn nur etwas erschreckt. Vielleicht wäre es gut wenn du ihm sagen würdest das er ein bisschen langsamer mit ihm sein sollte. Der Junge hat noch gar keine Erfahrung in Sachen Sex weder mit einer Frau geschweige denn mit einem Mann. Aber ich denke wenn Ace ein bisschen vorsichtig ist wird er es genießen.“

„Wie kommst du zu dem Schluss?“

Rick sah Ria fragend an.

„Ganz einfach, Ace hat ihn ausgezogen und wollte wohl ein bisschen mit ihm schmusen. Das Ausziehen hat ihm Angst gemacht, aber das Streicheln, die Berührungen hat ihn dann wieder ein bisschen beruhigt. Es hat ihm gefallen, also denke ich wird er sich auf Ace einlassen, wenn der ihn nicht überfährt ihm Zeit gibt sich an ihn zu gewöhnen. Rick… Ace kann alles was er sich wünscht erreichen, aber er muss auf den Kleinen eingehen.. ihm Zeit geben und die Möglichkeit nein zu sagen. Bitte versuche das ihm klarzumachen.“

Rick nickte langsam.

„Hm, das hört sich ja gar nicht so schlecht an. Aber Ace ist manchmal einfach zu stürmisch. Ich weis noch nicht wie ich ihn ausbremsen kann. Mal sehen vielleicht gebe ich ihm die nächsten Tage einfach ein paar Aufgaben, so das er nicht dauernd Zeit für den Jungen hat. Hilft vielleicht beiden… Ace sich ein bisschen zu zügeln und Mel das er lernt ihm ein wenig zu vertrauen… aber egal wie, ich werde aufpassen das Ace den Kleinen nicht überfordert. Am besten gehst du jetzt wieder zu ihm.“



Teil 2

Ria nickte und nahm wieder das Tablett, drehte sich um und verließ den Raum. Nach wenigen Minuten stand sie wieder neben Mel, der sich in die Decken des Bettes gekuschelt hatte und scheinbar eingeschlafen war. Leise stellte sie das Essen auf den niedrigen Tisch und wollte schon gehen als sie die Stimme des Jungen hörte.

„Bitte… bitte nicht alleine lassen… kannst du nicht noch ein wenig bei mir bleiben. Ich habe Angst wenn er zurückkommt.“

Ria seufzte leise auf und setzte sich dann neben Mel.

„Du brauchst keine Angst zu haben, Ace wird dir nichts tun. Er ist eigentlich ein sehr lieber Kerl, nur manchmal ein bisschen impulsiv. Weist du das er dich in den letzten Wochen keinen Augenblick aus den Augen gelassen hat, er oder einer seiner Männer hat ständig auf dich aufgepasst. Du musst dich wirklich nicht vor ihm fürchten, er hat dich sehr gern. Aber er ist auch ein Rocker und bei ihnen ist die Freundin oder auch der Freund schlicht und einfach das Eigentum. Hat aber auch seine Vorteile, kein anderer wird auch nur versuchen dich zu berühren… komm aber jetzt iss etwas und dann versuche zu schlafen. Ich mach dir den Fernseher an, dann bist du nicht alleine, wenn du was brauchst musste einfach nur laut rufen, dann kommt schon einer und guckt nach dir.“

Mel starrte Ria einige Augenblicke an, dann schluchzte er leise auf und zog die Decke fester um sich. Er verstand die junge Frau nicht. Wie konnte ein Mensch einen anderen als sein Eigentum betrachten. Er wollte nicht das Eigentum eines anderen sein. Mel wollte zwar gerne einen Freund oder auch eine Freundin, aber er wollte selbst entscheiden können wir weit er gehen wollte und wie schnell. Und genau das verweigerte ihm Ace.

„Wieso will er mich besitzen… ich will nicht sein Spielzeug sein und dann weggeworfen werden…“

Dicke Tränen kullerten über die Wangen von Mel und ließen seine Augen noch größer erscheinen. Ria seufzte auf und setzte sich neben Mel auf die Matratze, streichelte sacht über die wirren Haare.

„Shhh… nicht weinen. Ich weiß es ist alles verdammt verwirrend und es macht dir auch Angst. Aber du kannst es nicht ändern versuche einfach das Beste daraus zu machen. Ich bin ganz sicher das Ace dich wirklich liebt und er dir ganz sicher nichts antun wird.“

Behutsam strich Ria über den bebenden Rücken und starrte auf den Fernseher. Dort flimmerte irgendeine Vorabendserie, leise seufzend küsste sie Mel zärtlich auf die Haare.

„Er liebt dich und er will dich ganz für sich alleine… weist du Ace ist schwul. Kannst du dir überhaupt vorstellen ihn an dich heranzulassen oder ist dir die Vorstellung das er dich berührt schon zuwider?“

Mel schluchzte leise, genoss aber das gehalten werden und schmiegte sich in Rias Arme. Bei den letzten Worten sah er auf. Es dauerte einige Augenblicke dann schüttelte er schniefend den Kopf.

„Das ist es nicht… es ist nicht schlimm das er schwul ist. Ich .. ich mag auch Jungs. Aber ich will keine Ware sein… kein Spielzeug. Warum hat er mich einfach entführt… warum hat Peter das zugelassen… warum?“

Ria seufzte.

„Iss etwas… du hast sicher Hunger. Ich kann dir nur sagen das Ace dir nichts tun wird… alles andere frag ihn selbst.“

Ria wich der Antwort aus, sie wusste nicht wie sie dem Jungen erklären sollte das Ace, Peter gezwungen hatte … oder vielleicht besser ihn zwingen würde dieses Spiel mitzuspielen. Sie wollte Mel nicht noch mehr Angst machen. Langsam löste sich Mel von der Frau und nickte, dann griff er zu den belegten Broten und biss hinein. Er bemerkte erst jetzt wie groß sein Hunger doch war. Ria lächelte, stand dann langsam auf und ging zur Tür, dort drehte sie sich nochmals um.

„Ich lass dich alleine, wen was ist dann rufe. Ich denke Ace wird auch bald wieder da sein… vielleicht versuchst du noch etwas zu schlafen.“

Mel starrte die junge Frau einige Sekunden an, dann nickte er und drehte sich zu dem Fernseher. Sein Blick lag auf dem Bildschirm und er verzog ein bisschen genervt das Gesicht, die Serie die gerade lief konnte er gar nicht leiden. Also sah er sich um und entdeckte neben dem Teller mit den Broten auch die Fernbedienung für den TV. Seufzend nahm er sie und begann zu zappen, nach einigen Minuten blieb er bei einem Krimi hängen. Aber irgendwie konnte er sich nicht so recht konzentrieren, die Handlung bekam er nur bruchstückhaft mit, schließlich legte er sich zurück, kuschelte sich in die Decken und schloss die Augen. Einige Minuten später war er eingeschlafen.

Ace wollte gerade die Treppe rauf, als ihn sein Vater aufhielt.

„Warte Kleiner, ich muss kurz mit dir reden. Es geht um den Kleinen.“

Ace sah Rick etwas unsicher an, knurrte dann leise, entspannte sich aber sofort wieder als er das Lächeln seines Ziehvaters sah. Dieser deutete auf einen Sessel und setzte sich seinem Zeihsohn gegenüber.

„Hörzu Ace… ich hab mit Ria gesprochen. Sie meint, dass du gute Chancen bei dem Kleinen hast, aber nur dann wenn du sanft und vorsichtig bist. Lass ihm Zeit… ich weiß es ist verdammt schwer. Er ist einfach zu niedlich, aber wenn du zu schnell vorgehst verschreckst du ihn und du kommst ohne Gewalt gar nicht mehr an ihn ran. Und vergewaltigen willst du ihn doch nicht?“

Ricks sah Ace abschätzend an und grinste in sich hinein als er dessen erschrockenes Gesicht sah.

„Nein verdammt ich will ihn auf keinen Fall vergewaltigen, du weist das, mir das keinen Spaß macht. Ich will das er freiwillig und gerne mit mir schläft.“

„Gut, dann geh langsam vor und überfordere ihn nicht. Es dauert seine Zeit und es bringt nichts wenn du versuchst etwas zu schnell durchzusetzen. Bitte Ace, mache es einfach so wie du es auch mit unseren Mädchen machst. Keine hat Angst vor dir und sie arbeiten freiwillig für uns. Denke daran was Bones sagt, du kannst jemanden mit Gewalt zu etwas erziehen, aber er zerbricht dir vielleicht dabei und dann ist es nicht wieder gut zu machen. Das gilt auch für Mel… du kannst Mel brechen, ihn zwingen dir zu Willen zu sein… er kann sich nicht gegen dich wehren… aber wenn du das machst dann ist seine Seele für dich verloren. Denn er wird immer Angst vor dir haben. Wenn du dagegen sanft bist, ihm Zeit lässt und ihn ein bisschen mitbestimmen lässt, dann wird lernen dir zu vertrauen und es wird für euch beide eine gute Beziehung.“

Ace hatte Rick schweigend zugehört, hatte dabei die Augen geschlossen und nachgedacht. Er wusste, dass Rick Recht hatte, aber er wusste auch dass er den Jungen besitzen wollte. Es machte ihn schier verrückt ihn zu sehen und nicht zu berühren, zu küssen und zu streicheln.

„Ich weiß… aber ich will ihn streicheln, küssen… ihn fühlen.“

Rick seufzte, stand dann auf und legte Ace eine Hand auf die Schulter.

„Ich weiß das du das willst… aber lass ihm Zeit, erzwinge nichts. Denn wenn du es tust, dann zerstörst du den Jungen und er wird dir niemals vertrauen. Zeige ihm dass er dir vertrauen kann und dass du ihm nichts Schlimmes willst. Je vorsichtiger und fürsorglicher du jetzt bist, desto mehr Spaß wirst du mit ihm haben.“

Mit diesen Worten drehte sich Rick um und ließ Ace mit seinen Gedanken alleine. Der Ältere wusste, dass es für Ace schwer war. Er wusste wie heißblütig der Junge war. Aber es würde nichts als Ärger bringen wenn er sich nicht unter Kontrolle hielt. Ace sah Rick lange nach, drehte sich herum und knallte die Faust gegen die Wand. Er wusste wie Recht Rick hatte. Er wollte Mel, er wollte ihn so sehr das es fast weh tat und er wusste, dass es ihn verdammt viel Beherrschung kosten würde wenn er jetzt zu dem Jungen hinaufging. Aber er würde sich unter Kontrolle halten und Mel nicht verschrecken. Mit diesem Vorsatz stieg er die Treppe in den ersten Stock hinauf und blieb vor seiner Tür stehen. Es waren die alten Büros der ehemaligen Fabrik. Die Rocker hatten sie hergerichtet und nutzten sie jetzt als Wohnungen. Leise zog drehte er den Schlüssel im Schloss und zog die Tür auf. Sein Blick fiel fast sofort auf den Jungen, der in die Decken eingewickelt schlief. Langsam betrat Ace den Raum, verschloss die Tür hinter sich und legte den Schlüssel auf ein kleines Regal neben der Tür. Erst dann kam er zu Mel und kniete sich neben ihn. Er betrachtete das entspannte Gesicht, hob langsam die Hand und strich ihm sanft eine Strähne aus der Stirn. Schließlich seufzte er leise auf, erhob sich wieder und verschwand in dem angrenzenden Bad. Nach ein paar Minuten kam er frisch geduscht und umgezogen zurück. Jetzt trug er nur eine kurze Hose sowie ein Muskelshirt. Die Lederkluft hatte er im Bad auf einen Bügel gehängt.

Mel war durch die leisen Geräusche aufgewacht und sah sich jetzt ein wenig irritiert um. Er brauchte einen Moment bis er wieder wusste wo er war und was passiert war, dann aber schloss er die Augen und begann leise zu weinen. So bekam er nicht mit wie Ace aus dem Bad zurückkam. Dieser sah ihn ein bisschen traurig an, kam dann langsam zu dem Bett und setzte sich neben den Jungen.

„Hallo Mel… ist alles in Ordnung.“

Mel schreckte zusammen, wischte sich schnell die Tränen aus dem Gesicht und rutschte dann, so weit er konnte weg. In seinen Augen schimmerte die blanke Angst.

„Was soll in Ordnung sein… sie haben mich entführt und werden…..“

Mel brach ab, biss sich auf die Lippen und drehte den Kopf weg. Ace atmete hörbar ein, am liebsten hätte er den Jungen jetzt einfach in den Arm genommen und ihm gesagt, dass er ihm nichts tun würde. Aber er wusste das ihm Mel nicht glauben würde, wie sollte der Kleine auch. Er hatte ihn sich einfach geholt und jetzt wollte er dass er ihm vertraute.

„Kleiner ich tue dir nichts… gut es stimmt du gefällst mir und ich will Sex mit dir haben… aber ich werde dich nicht vergewaltigen, dich zu nichts zwingen… versprochen.“

Mel drehte den Kopf und starrte den Rocker an. Wie konnte dieser Kerl nur so gefühllos sein. Er entführte ihn, sperrte ihn ein, sagte ihm dass er mit ihm schlafen wollte und sagte dann im gleichen Atemzug dass er ihn zu nichts zwingen würde. Ein trockenes Lachen kam über Mels Lippen.

„Ach so du zwingst mich zu nichts… nein .. und was ist hier mit,“ dabei hob Mel seine Hände, „die Fesseln bilde ich mir wohl nur ein… du zwingst mich nicht… dann lass mich gehen. Ich will nicht hier sein.“

Dicke Tränen kullerten über Mels Wangen, ein schluchzen erstickte fast die Worte und Ace sah ihn betreten an. Ihm wurde erst jetzt bewusst das er ihn ja schon zu Dingen gezwungen hatte die der Junge nicht wollte. Vorsichtig nahm er Mel in die Arme, spürte wie der Junge zitterte.

„Shhhh… ich weiß… ich weiß, aber bitte versuche mich zu verstehen… ich mag dich. Ich will dass du bei mir bist, ich werde immer auf dich aufpassen.. komm Mel.. lass es mich doch wenigstens versuchen.. ich möchte dir zeigen, dass ich nicht so bin wie du denkst. Ich bin kein Monster und ich werde dich wirklich nicht zwingen mir zu Willen zu sein.“

Die Worte kosteten Ace schon eine gehörige Portion Beherrschung, denn die Nähe des Jungen machte ihn fast verrückt. Sein Körper reagierte auf den Geruch von Mel, aber er unterdrückte es. Denn er wollte Mel nicht verschrecken. Mel allerdings spürte die Reaktionen ganz deutlich, er versuchte sich von Ace zu lösen, was ihm auch gelang und rückte von ihm ab. Mit tränenüberströhmten Gesicht sah er ihn an.

„Warum? Warum ich… was hab ich dir getan?“

Ace lies Mel wegrücken, sah den silberblonden Jungen an, dann hob er vorsichtig die Hand und strich sanft über die Wange. Wischte die Tränen weg.

„Du bist süß… ich wollte dich haben seit dem ersten Moment wo ich dich sah. Du warst auch zu uns freundlich als wir in Peters Bistro kamen. Ach ich weiß selbst nicht so genau, es war ein Gefühl ganz tief in mir. Ich wollte dich einfach besitzen, wollte das du meine Eigen bist, nur mir gehörst.“

Mel sah den Rocker, schniefend an, wischte sich dann über die Augen und schüttelte den Kopf.

„Hast du bitte ein Taschentuch.. ich bin doch keine Trophäe… etwas das man einfach besitzen will. Warum fragst du mich nicht einfach… vielleicht hätten wir uns ja normal kennen lernen können… aber nein, du nimmst dir einfach was du haben willst.“

Ace drehte sich herum und zog eine Packung Taschentücher aus einer Kommode, reichte sie Mel. Dabei zuckte er ein wenig zusammen. Es tat ihm weh, aber er konnte nicht anders er wollte Mel und er würde den Jungen bekommen. Für ihn gab es keinen anderen Weg, als den welchen er gegangen war. Das er vielleicht wirklich nur hätte fragen müssen, das kam ihm überhaupt nicht in den Sinn. Mel nahm die Packung mit den Taschentüchern und nahm sich eins heraus, putzte sich die Nase und sah schniefend zu seinem Handy. Das Ace mit seinem Schlüssel auf das kleine Regal gelegt hatte. Ace folgte dem Blick des Jungen.

„Ich weiß, dass deine Mutter für vier Wochen auf einer Schulung ist und dass ihr ausgemacht habt dass sie dich jeden zweiten Tag anruft. Du kannst ruhig mit ihr sprechen… aber ich werde dabei sein. Und wenn sie dich mal nicht erreicht dann wird Peter ihr bescheid sagen.“

Mel sah Ace an, schüttelte den Kopf und fragte dann leise was Peter mit der ganzen Sache zu tun hätte. Ace setzte sich neben Mel auf die Matratze und sah den Jungen an. Er überlegte ob er ihm sagen sollte wie er zu Peter stand, nach ein paar Minuten des Schweigens nickte er leicht.

„Peter zahlt Schutzgeld an uns… und er konnte die letzten Raten kaum aufbringen. Sein Bistro geht zwar nicht schlecht, aber auch nicht so gut und als ich vor zwei Monaten kassieren wollte, da warst nur du da. Ich fand dich einfach niedlich und wollte dich haben. Ich habe lange nach einer Möglichkeit gesucht… dich von meinen Männern überwachen lassen und so erfuhren wir auch von der Schulung deiner Mutter. Ich hab dann Peter gesagt, dass ich dich holen würde und dass er still halten sollte. Dafür muss er kein Schutzgeld mehr zahlen.“

Bei den letzten Worten keuchte Mel auf und starrte den Rocker an.

„Peter hat mich verkauft… er hat mich dir als Bezahlung gegeben… nein das darf nicht sein. Das würde er nicht tun… bitte sag das, dass nicht wahr ist.. Peter hat mich nicht …“

Mel begann zu zittern, Panik trat in seine Augen, denn bis jetzt hatte er gehofft dass ihn Peter herausholen würde, aber dieser hatte ihn ja verkauft. Er würde ihm nicht helfen. Panisch versuchte er sich von Ace loszumachen und begann auf ihn einzuschlagen als er bemerkte, dass es nicht klappte. Im ersten Moment war der Ältere überrascht, dann aber hielt er die Hände fest und drückte Mel zurück in die Kissen.

„Hey beruhige dich… Peter hat dich nicht verkauft. Er wollte sogar mehr Schutzgeld zahlen, nur damit ich dich in Ruhe ließe. Aber das wollte ich nicht und das hab ich ihm auch gesagt. Ich hab ihm auch gesagt, dass ich dir auf keinen Fall etwas tun würde, wenn er sich ruhig verhielte und keine Probleme machte. Denn er hat sogar mit den Bullen gedroht.“

Es dauerte eine ganze Weile bis die Worte zu Mel durchdrangen, aber sie änderten nichts daran. Er wusste nun dass Peter ihm nicht helfen konnte, selbst wenn er es wollte. Vorsichtig rollte er sich zur Seite und zog die Beine an. Ihm war kalt, denn außer seinen Boxershorts trug er ja nichts mehr, aber er würde Ace niemals um eine Decke bitten. Ace sah den Jungen kopfschüttelnd an, brummte dann etwas Unverständliches und griff nach der Decke. Deckte sie Beide zu.

„Schlaf jetzt… wir reden später weiter.“

~

In der Zwischenzeit war Peter vom Flughafen zurückgekommen und hatte die Einbruchsspuren in seinem Bistro entdeckt. Er wusste sofort was vorgefallen war und erschrak zu Tode. Nie hätte er gedacht das Ace es wirklich tun würde. Aber er hätte es besser wissen müssen, er hätte wissen müssen dass der junge Rocker sein Nein auf keinen Fall akzeptieren würde. Langsam setzte er sich auf einen der Barhocker, strich sich mit der flachen hand über sein Gesicht und überlegte ob er Angela anrufen sollte. Entschied sich aber schließlich dagegen, es würde nichts bringen wenn er sie in Aufregung versetzte. Sie würde ihren Job verlieren und das war es nicht wert. Denn eigentlich wusste er ja das Ace, Mel nichts antun wollte. Er hatte schon bei dessen ersten Besuch bemerkt dass dieser sich in den Jungen verguckt hatte. Er konnte nur hoffen dass alles gut ginge.

Nach einer Weile, in der er einfach nur dagesessen und nachgedacht hatte, öffnete er sein Bistro und hoffte auf eine Nachricht der Rocker. Die sollte auch nicht lange auf sich warten lassen. Schon eine Stunde später, fuhr einer der Rocker vor und sagte Peter dass Mel bei Ace ist und dieser den Jungen auch behalten will und dass er sich ruhig verhalten sollte. Peter nickte, denn er wusste er hätte eh keine Chance gegen die Black Cobras. Er hoffte nur dass es Mel gut ginge.

~

Von alle dem bekam Mel natürlich nichts mit, denn nachdem er sich von Ace weggedreht hatte, dauerte es wirklich nicht sehr lange und er schleif ein. Sein Körper nahm sich einfach das was er brauchte und das was in diesem Augenblick Schlaf. Ace blieb noch eine Weile neben dem Jungen liegen, dann seufzte er und stand auf. Verlies mit einem letzten Blick auf Mel das Zimmer. Er musste sich irgendwo ein bisschen abreagieren, deshalb schnappte er sich seine Maschine und fuhr eine Weile ziellos herum.

Es dauerte einige Zeit bis Ace zurückkam und sich ein wenig beruhigt hatte. Rick sah ihm besorgt nach, als dieser die Treppe zu seinem Zimmer hochging. Aber er sagte nichts, Ace musste da alleine durch. Zwar war Rick nicht gerade glücklich über die Situation aber Ace hatte sie nicht anders gewollt, und jetzt musste er das Beste daraus machen. Wenn er konnte würde Rick helfen, aber er würde sich nicht einmischen, zumindest nicht so lange alles ruhig lief. Ace hatte die Blicke seines Ziehvaters im Rücken gespürt und er wusste auch, dass es nicht so super war wie es lief, aber im Moment konnte er es nicht ändern. Er konnte Mel nicht mehr gehen lassen. Also musste er das Beste daraus machen. Leise betrat er sein Zimmer, sah leise seufzend zu dem schlafenden Jungen, lümmelte sich dann neben ihn auf die Matratze und schaltete den Fernseher ein, irgendwann schlief auch Ace ein.

Das schrille Klingeln eines Handys riss die Beiden aus dem Schlaf. Ace blinzelte einige Augenblicke, dann wusste er was los war. Er stand auf nahm das Handy von dem Regal und ging damit zu Mel.

„Hier geh ran… aber kein falsches Wort, ich bleibe hier.“

Mel starrte das Handy wie einen Feind an, wollte zuerst nicht rangehen, dann aber dachte er an seine Mutter. Sie würde sich Sorgen machen und nachhause kommen und dann ihren Job verlieren und das konnte er nicht zu lassen. Das war unmöglich, also nahm er das Handy und meldete sich. Am anderen Ende hörte er die Stimme seiner Mutter, die ihn fragte ob alles in Ordnung wäre und ihm erzählte das sie gut angekommen sei und ihn vermisste. Mel beantwortete ihre Fragen, sagte ihr dass sie sich keine Sorgen machen sollte und dass er sich freute sie in vier Wochen wieder zu sehen. Dabei achtete er sehr darauf, dass man seiner Stimme nichts anmerken konnte, sie klang freundlich und auch ein bisschen aufgeregt. Nach ein paar Minuten legte er auf, ließ das Handy aufs Bett fallen und begann zu weinen. Im ersten Moment sah Ace seinen Gefangenen etwas verwundert an. Es hatte doch alles geklappt, Mels Mutter hatte keinen Verdacht geschöpft und bei Peter wusste er das dieser Ruhe geben würde. Also war doch alles in Ordnung. Langsam und vielleicht auch ein bisschen unbeholfen setzte sich der Rocker neben Mel, zog den Jungen dann sanft an sich und streichelte über dessen Rücken.

„Hey jetzt hör doch auf zu weinen… verdammt ich will dir doch nichts tun. Du wirst dich schon noch an mich gewöhnen.“

Mel schluchzte, versuchte sich im ersten Moment von dem warmen Körper zu lösen, schlug schwach auf Ace ein. Merkte aber sehr schnell das er damit den Älteren nicht ein bisschen beeindruckte und lies es sein. Er entspannte, lehnte sich sogar gegen den Größeren und begann zu weinen. Hilflos verfolgte Ace den Zusammenbruch, im ersten Moment wusste er nicht was er tun sollte, dann aber nahm er den Jungen fester in seine Arme und versuche ihn zu beruhigen. Er küsste sanft die strubbeligen, silberblonden Haare, kraulte über Mels Rücken. Dabei sagte er kein Wort, denn irgendwie hatte er das Gefühl das jedes Wort hier fehl am Platz war. Langsam beruhigte sich Mel wieder und machte sich schließlich von Ace los.

„Es ist okay… danke das du mich gehalten hast.“

Die Worte kamen nur leise über Mels Lippen, denn so recht konnte er mit den Gefühlen die das sanfte Festhalten in ihm ausgelöst hatten nicht zu Recht. Er verstand nicht warum er es als angenehm empfunden hatte, drehte sich mit rotem Kopf von Ace weg. Diese bemerkte die Reaktion und begann zu grinsen, sagte aber nichts.

~

So oder ähnlich verlief die erste Woche zwischen den Beiden. Ace versuchte sich Mel langsam anzunähern. Ihn immer wieder ein bisschen länger in die Arme zu nehmen und Mel begann die Annäherungen langsam zu akzeptieren. Er spürte das Ace sich wirklich zurückhielt, ihn zu nichts zwingen wollte und das rechnete er dem Rocker hoch an. Inzwischen lies Ace es sogar zu das Mel manchmal in Begleitung das Zimmer verlies und sich umschaute. Dabei stellte der Junge fest, dass die Rocker zwar einen rauen Umgangston hatten, aber eigentlich ganz nette Kerle waren. Er bekam zwar auch mit, dass die meisten ihrer Geschäfte sich stark am Rande der Legalität bewegten, aber es schien ihm dass sie nicht so schlimm waren wie manch andere Rockerbanden. Er bemerkte auch, dass sie einem, wenn auch ziemlich verqueren Ehrenkodex folgten.

Im Augenblick saß Mel mal wieder auf einer der Treppen die in das Hauptgebäude führten und beobachtete Ace, wie dieser seine Maschine putzte. Irgendwie konnte er immer noch nicht ganz verstehen warum ihn der Ältere entführt hatte. Er fand ihn ja eigentlich attraktiv und wahrscheinlich hätte er ihn sogar näher kennen lernen wollen, wenn er ihn ganz normal gefragt hätte. Aber so wie es jetzt war, Mel wusste nicht was er fühlen oder auch tun sollte. Er mochte Ace, aber er wollte nicht so behandelt werden. Mit einem leisen Seufzen fuhr er sich durch die Haare.

Ria stand etwas abseits und beobachtete den Jungen, dann schüttelte sie den Kopf und kam zu ihm.

„Hey Mel… über was denkst du nach?“

Die junge Frau musterte den Jungen aufmerksam, folgte dessen Blick und musterte auch Ace. Ihr war es schon aufgefallen das sich das Verhältnis zwischen den Beiden etwas entspannt hatte. Ace sah Mel zwar als sein Eigentum, lies es ihn aber nicht so stark fühlen und vorallendingen zwang er den Jungen zu nichts. Und Mel begann durch dieses Vorgehen Ace langsam zu vertrauen. Im Stillen musste Ria lächeln, denn das Ace sich wirklich so zurückhalten konnte hätte sie nicht gedacht. Aber vielleicht lag es auch daran das Rick, Ace andauernd eine Arbeit aufdrückte, so dass der Junge kaum Zeit hatte.

Mel zuckte bei Rias Frage ein bisschen zusammen, dann aber lächelte er.

„Ich denke eigentlich über gar nichts Bestimmtes nach… ich verstehe nur nicht warum Ace mich nicht einfach gefragt hat. Warum er diesen Weg gegangen ist… ja, ja ich weiß du hast es versucht mir zu erklären… aber ich verstehe es nicht. Warum fragt er nicht… hat er solche Angst vor Zurückweisung, und was ist jetzt anders. Ich hab zwar keine Chance mich zu wehren, aber …“

Mel brach ab und sah Ria verunsichert an. Ria seufzte leise auf, setzte sich neben den Jungen und strich ihm durch die Haare.

„Ace hat Angst dass er dich verliert. Es ist für ihn verdammt schwer zu begreifen dass du auch freiwillig bleiben würdest, oder dass du freiwillig zu ihm gekommen wärst. Er hat es nie gelernt. Seine Eltern haben ihn in ein Heim gesteckt, dort ist er mit 12 weggelaufen und Rick hat ihn aufgelesen und ihn als seinen Sohn aufgenommen. Zwar hat Rick versucht ihm ein guter Ersatzvater zu sein, aber Ace kennt nur die Black Cobras und hier bestimmt immer der Stärkere über eine Beziehung… sei ihm nicht böse. Auch ich habe es lernen müssen.“

Mel starrte an Ria vorbei, wischte sich dann verstohlen eine Träne aus dem Gesicht.

„Verdammt Ria, warum begreift er nicht das es so nicht geht… ich kann ihm nicht vertrauen. Nicht so…wie soll ich es ihm den sagen. Ace lässt mich doch gar nicht ausreden. Gut er ist sanft, er will mir nicht wehtun, aber gerade damit tut er mir weh. Er akzeptiert mich nicht als Partner sondern ich bin nur sein Besitz.. genauso wie sein Motorrad.“

Verzweifelt drehte sich Mel zu Ria um und biss sich auf die Lippen. Die junge Frau seufzte, dann zog sie Mel in ihre Arme und wiegte den aufgelösten Jungen zärtlich, begann ein leises Wiegenlied zu summen. Sei fühlte sich hilflos, vollkommen hilflos. Nach einer ganzen Weile beruhigte sich Mel, löste sich von Ria und ging hinauf in das Zimmer von Ace.

Ace stand erstarrt hinter einem Reifenstapel, er hatte alles mit angehört und jetzt war ihm als wenn ihm jemand einen Kübel mit Eiswasser über den Kopf geschüttet hätte. Er hatte gedacht das Mel sich langsam an ihm gewöhnte, denn schließlich lies er sich inzwischen von ihm küssen und auch streicheln. Er hatte gehofft das er demnächst weiter gehen könnte und jetzt dieses, ihm wurde plötzlich klar das Mel nur aus Angst vor Strafe, seine Berührungen zugelassen hatte. Er lehnte sich an die Reifen und schloss die Augen. In seinem Inneren herrschte vollkommener Aufruhr. Ein Teil von ihm schrie, das er den Jungen einfach unterwerfen sollte und ein anderer warnte ihn davor. Denn dann würde er Mel ein für alle Mal verlieren. Dieser Widerstreit dauerte eine ganze Weile, dann aber traf sein kühler Verstand eine Entscheidung.

Mel war in das Zimmer verschwunden und hatte sich auf die Matratze gelegt. In seinem Inneren brodelte es nicht weniger als in dem von Ace. Er war jetzt fast zwei Wochen hier und er hatte begonnen so einiges zu verstehen. Die Rocker machten zwar nicht gerade legale Geschäfte, hielten sich aber aus den großen Sachen raus. Es gab keine Waffen oder auch Drogen hier, sie hatten einige Kneipen die ihnen Schutzgeld bezahlten und vielleicht ein Dutzend Mädchen die für sie anschafften. Aber selbst die Huren schienen sich bei ihnen sicher zu fühlen. Mel hatte während der Zeit in der er hier war, zumindest niemals gesehen dass sie die Mädchen schlecht behandelt hätten. Aber das alles machte es ihm auch nicht leichter und schon gar nicht die Tatsache dass er langsam aber sicher begann Gefühle für Ace zu entwickeln. Er mochte den jungen Rocker und er war sich fast sicher, hätte er ihn unter anderen Umständen kennen gelernt, hätte er ihm wahrscheinlich sogar vertraut. So aber konnte er es nicht, er hatte Angst vor ihm, hatte Angst das er ihn zu etwas zwingen würde zu dem er nicht oder vielleicht auch nur noch nicht bereit war. Seufzend vergrub er das Gesicht in den Kissen und begann leise zu weinen.

Ace betrat sein Zimmer und sah Mel in den Kissen. Er spürte den Stich in seiner Brust, als er erkannte dass der Junge mal wieder weinte. Aber es bestärkte ihn auch in seiner Entscheidung. Langsam kam er zu dem Bett, setzte sich auf die Kante und sah zu Mel. Er sah ihn eine Weile an, dann griff er ihn sacht an dem Arm und zog ihn hoch.

„Komm mit.“

Mit diesen zwei Worten zog Ace den vollkommen überraschten Jungen nach unten und zu seiner Maschine. Dort griff er nach einem Helm stülpte ihn Mel wortlos auf den Kopf und setzte ihn vor sich auf den Tank. Bevor er aufstieg sah er kurz zu seinem Vater und zu Ria, beide wollten etwas sagen aber Ace schüttelte den Kopf. Er konnte nicht anders, er wollte dass Mel ihm vertraute und er hoffte dass der Junge es irgendwann könnte. Schnell schwang er sich hinter dem Jungen auf das Bike, startete die schwere Maschine und fuhr los. Mel wusste überhaupt nicht was los war, klammerte sich nur fest und schloss die Augen. Nach einer Weile wurde die Maschine gestoppt, Mel wurde vom Tank gehoben und auf den Boden gestellt. Erst jetzt bekam er mit das sie am Hintereingang zum Bistro standen. Ace nahm Mel den Helm ab, griff in seine Tasche und reichte ihm sein Handy.

„Hier, das ist deines. Bitte verzeih mir was ich getan habe… du hattest keine Schuld, aber … es ist besser so.“

Der Rocker sah Mel mit brennenden Augen an, schwang sich auf seine Maschine und fuhr davon. Mel starrte ihm hinterher, er verstand im Moment nicht was passiert war. Warum ihn Ace jetzt einfach hierher zurückbrache. Plötzlich wurde die Hintertür geöffnet und Peter stand darin, er starrte Mel an, rannte dann auf ihn zu und nahm ihn in den Arm.

„Mel… mein Kleiner, da bist du ja.. ich hab mir solche Sorgen gemacht. Bitte… ich wusste nicht.. ich hatte keine Ahnung.“

Mel lächelte, kuschelte sich an Peter und nickte, er wusste inzwischen dass Peter wirklich nichts gewusst hatte und dass er alles für ihn getan hätte. Leicht schmiegte er sich in die Arme des Mannes, dann kullerten ihm plötzlich ein paar Tränen über die Wangen und Peter zuckte erschrocken zusammen. Rasch nahm er den Jungen auf seine Arme, trug ihn ins Bistro und setzte ihn auf einen Hocker.

„Shhh.. ist ja alles wieder okay…haben sie dir wehgetan? Was ist passiert?“

Mel schrak ein bisschen zusammen als er auf den Arm genommen würde, aber als Peter fragte, schüttelte er den Kopf und verneinte, dann erzählte er alles und endete schließlich damit das ihm niemand was getan hatte. Und das er Ace eigentlich sogar mochte, er mochte nur nicht wie dieser es ihm zeigte.

Peter nickte, seufzte dann leise.

„Ja ich weiß Ace ist eigentlich ein ganz netter Kerl, aber er ist ein Rocker und da laufen Beziehungen nun mal anders. Aber das er dich jetzt zurückgebracht hat, lässt mich vermuten das er dich wirklich sehr, sehr gern hat. Vielleicht kannst du ihm noch mal eine Chance geben?“

Mel sah Peter an, dann nickte er.

„Vielleicht.“



Teil 3

Ace fuhr zurück zu der Fabrik, parkte sein Bike und verschwand wortlos in sein Zimmer, allerdings nicht ohne sich eine Flasche Whisky mitzunehmen. Er brauchte jetzt den Alkohol um einfach zu vergessen.

Rick stand an einer Ecke und beobachtete seinen Sohn. Er seufzte auf und strich sich über das Gesicht, als er plötzlich Ria neben sich sah. Er sah sie lange an, dann zuckte er mit den Schultern.

„War das jetzt die Lösung? Mel ist zuhause, für ihn ist alles okay… hoffe ich zumindest. Aber was ist mit Ace?“

Ria sah den Anführer der Rocker an und seufzte, dann zuckte sie mit den Schultern.

„Es war eine Lösung.. ob es DIE Lösung war weiß ich nicht. Ich vermute mal nein. Für beide nicht. Denn so wie ich Mel in den letzten Tagen kennen gelernt habe, wird auch er das nicht so einfach verkraften. Aber ich denke wir sollten Beide einfach ihren Weg gehen lassen. Lass Ace für heute einfach in Ruhe.. er wird sich betrinken.. na ja und vielleicht sieht Morgen die Welt ja schon wieder etwas anders aus.“

Ähnliche Gedanken gingen im Moment auch Peter durch den Kopf, er hatte Mel nachhause gebracht und ins Bett gesteckt. Auch der Junge war erschöpft und irgendwie verzweifelt. Scheinbar war zwischen Mel und Ace doch einiges mehr an Gefühlen da, als das die Beiden dachten oder wussten. Aber Peter wusste auch, das er im Moment nichts tun konnte. Er musste Mel erst mal zu Ruhe kommen lassen.

~

Seit dem Tag als Ace, Mel nachhause gebracht hatte waren jetzt fast zwei Wochen vergangen. Mel half wie vor dem Vorfall in Peters Bistro, aber er war irgendwie fahrig, unkonzentriert. Man merkte ihm ganz deutlich an das ihn die ganze Sache sehr beschäftigte.

Peter beobachtete Mel aufmerksam, er spürte das den Jungen einiges durch den Kopf ging, aber er wollte ihn nicht zwingen mit ihm zu reden. Schon aus dem Grund, weil er befürchtete das Mel auf ihn noch ziemlich sauer war. Er machte sich ja selbst genug Vorwürfe, aber er hatte wirklich nicht mit der Aktion von Ace gerechnet. Zwar hatte er geahnt das Ace sich in Mel verguckt hatte, das er den Jungen aber entführen würde, damit hatte er nicht gerechnet.

Während Peter seinen Gedanken nachhing, betrat Mel das Cafe, er sah zu Peter, dann nickte er sich selbst zu und ging zu dem Älteren.

„Hi Peter… kann ich dich mal sprechen… bitte.“

Peter schrak zusammen, sah dann Mel an und nickte.

„Klar Kleiner, komm gehen wir nach hinten.“

Peter schloss noch kurz die Tür zum Cafe, so würden sie nicht gestört werden. Dann ging er vor Mel in sein Büro und setzte sich. Mel folgte ihm, nahm dann ihm gegenüber Platz, sah ihn lange an.

„Warum hast du nichts gesagt? Ich meine von den Schutzgeldern… ich verstehe es nicht?“

Peter sah Mel an, schloss dann kurz die Augen.

„Ich wollte nicht das du es erfährst und außerdem hab ich mit Ace und den Anderen nie Schwierigkeiten gehabt. Sie waren nicht wie andere Banden… sie machten keinen Ärger. Weist du ich mochte sie sogar, aber ich wollte nicht das dich Ace entführt. Bitte Mel das musst du mir glauben.“

Mel hatte Peter zugehört, jetzt nickte er.

„Das glaube ich dir… aber ich verstehe meine Gefühle nicht. Weist du Peter, zuerst hatte ich Angst, war wütend auf dich. Weil ich dachte du hättest mich an sie verkauft. Dann aber bekam ich mit das du es gar nicht gewusst hast. Na ja und Ace war auch wirklich nett zu mir. Er hat mir nicht weh getan oder so was… es ist aber so komisch. Zuerst wollte ich nicht bei ihm sein, aber dann später. Ich hab mich gefreut wenn er da war, wir haben geredet… er hat nie etwas von mir gewollt. Gut er hat mich gestreichelt, aber wenn ich nicht wollte dann hat er es gelassen. Bitte Peter hilf mir, ich hab Angst das ich schwul bin.“

Peter zog die Augenbrauen zusammen und sah den Jungen lange an. Dann kam er zu ihm und strich sanft über dessen Kopf.

„Hey Kleiner… davor musst du doch keine Angst haben. Es ist nichts schlimmes.“

Mel sah Peter an und schluckte, zuckte mit den Schultern.

„Ich weis es ja nicht… und ich weis auch nicht ob es schlimm ist. Es ist nur komisch. Ich konnte mir nie etwas anderes vorstellen als irgendwann ein Mädchen kennen zu lernen. Na ja sagen wir mal so, jeder sagte das es so kommen würde.“

Peter lächelte schwach, sah dann Mel an und meinte leise.

„Und Mädchen interessieren dich nicht so sehr oder wie sehe ich das?“

Der Ältere ahnte das die Tage bei Ace, einiges in Mel verändert hatten. Er war sich das erste Mal bewusst geworden, das es auch eine andere Art der Liebe zwischen Männern gab. Peter wusste das Ace schwul war und das der junge Mann auch schon einige Zeit nach einem Partner suchte. Aber die Beziehungen scheiterten eigentlich immer daran das der Partner entweder genauso dominant war wie Ace oder er war zu unterwürfig. Bei dem Dominanten kämpften beide um die Vorherrschaft und bei dem extrem devoten Partner verlor Ace schnell das Interesse. Der junge Rocker bräuchte einen Partner, der einerseits devot, aber andererseits selbstständig wäre. Jemand den er umsorgen und beschützen könnte, der aber auch selbstständig genug ist um Ace nicht zu überfordern.

Mel sah Peter an, kaute dann etwas auf seinen Lippen herum und schüttelte den Kopf.

„Nicht wirklich… na ja zumindest nicht als Partnerin… als Freundin ja, aber nicht als Gefährtin. Ich weis nicht… ich mochte ja Ace, fühlte mich bei ihm wohl. Weist du Peter… er hat mir nicht weh getan, er hat nichts gemacht das ich nicht wollte…. Aber ich weis trotzdem nicht ob ich ihm vertrauen kann…“

Unsicher sah Mel immer noch zu Peter, für ihn war es einfach nicht leicht seine Gefühle auszudrücken, hatte er sie doch die ganze Zeit immer irgendwie unterdrückt. Er hatte Angst gehabt was Peter sagen würde, wenn dieser erfuhr das er schwul war, komischerweise hatte er vor seiner Mutter da weniger Angst… es war ihm einfach sehr wichtig gewesen was Peter sagte und als dieser es so gut aufgenommen hatte, war diese Last von ihm abgefallen. Aber jetzt merkte er auch das er Ace vermisste, auch wenn er es nicht gerne zugab. Aber er hatte sich an den jungen Mann gewöhnt, hatte es genossen von diesem verwöhnt zu werden. Denn das hatte Ace durchaus getan, Mel hatte auch die Zweisamkeit mit ihm genossen. Wenn sie gemeinsam einen Film geschaut haben. Wenn Ace ihn im Schlaf immer wieder zu deckte. Mel hatte in den zwei Wochen schon bemerkt das Ace ihn sehr mochte. Es war ihm nur einfach nicht möglich gewesen ihm zu vertrauen.

Peter sah Mel an und seufzte.

„Auch wenn du es vielleicht nicht hören magst… ich glaube du hast dich verliebt…. Bitte unterbrich mich jetzt nicht… ich weis das du sauer auf Ace warst und auch immer noch bist. Aber sei mal ganz ehrlich… du vermisst ihn oder?“

Mel machte ein unglückliches Gesicht, spielte an seinen Haaren und seufzte nach ein paar Augenblicken, dann nickte er.

„Ja verdammt ich vermisse ihn… verdammt ja.“

Fluchte Mel vor sich hin, wischte sich dann verstohlen über die Augen. Er wollte auf keinen Fall das Peter mit bekam das ihm wirklich bei dem Gedanken an Ace eine Träne über das Gesicht lief. Peter sah es, reagierte aber nicht darauf, denn er konnte sich vorstellen das sich Mel gerade fürchterlich fühlte. Er holte tief Luft, schloss den Jungen in seine Arme und strich ihm sanft über den Rücken.

„Mel … auch wenn du sauer bist… rede mit ihm. Es bringt nichts wenn du dich quälst… rede mit Ace, sag ihm was du magst und was du nicht magst. Erkläre ihm wie du möchtest das er dich behandelt. Wenn du mit ihm gesprochen hast dann weist du ob er klappen kann, ob er sich so ändern kann das du zu ihm Vertrauen aufbauen kannst… oder ob es besser ist wenn ihr euch nicht mehr seht. Aber glaube mir so kann es nicht weitergehen.“

Mel sah Peter an, dann nickte er. Er wusste das Peter recht hatte. So konnte es nicht weitergehen.

~

Auf dem Gelände der Rocker hörte man ein unwilliges Fauchen, gleich darauf flogen einige Schraubenschlüssel scheppernd auf den Boden und ein wütender Ace verlies die Werkstatt. Lies einen gefrusteten Nigel zurück. Im gleichen Moment kam Rick um die Ecke und sah den etwas rundlicheren Rocker an.

„Hi Nigel… ist er mal wieder ausgeflippt? Was denn diesmal schief gegangen?“

Nigel schüttelt den Kopf, wischte sich die Hände an einem Lappen ab.

„Frag nicht… er ist seit der Kleine weg ist einfach nur unkonzentriert… er hat ein paar Bolzen zu fest angezogen und jetzt ist die Spur seines Bocks verstellt… eigentlich nichts dramatisches. Aber Ace ist einfach nur gereizt… Rick tue was… hole den Kleinen zurück. Sonst dreht dir Ace irgendwann durch.“

Rick seufzte, sah zu dem Zimmer seines Sohnes hoch und zuckte mit den Schultern.

„Ich kann nichts tun… Mel muss, wenn er es will zurückkommen. Es würde beiden nichts bringen wenn wir Mel zwingen. Der Junge muss es freiwillig tun… wenn er das nicht macht , dann muss Ace irgendwann über seinen Liebeskummer wegkommen.“

Nie hätte Rick gedacht mal so etwas zu sagen. Ace und Liebeskummer, das hörte sich an wie Schweinebraten mit Vanilleeis… aber es war so. Ace vermisste den Jungen und er veränderte sich, wurde reizbar. Das es noch keine echten Probleme gegeben hatte verdankten sie eigentlich nur der Tatsache das alle ihn verstanden. Wenn Rick nicht eingegriffen hätte, dann hätten einige der Jungs Mel bereits zurückgeholt. Aber er hatte ihnen klar machen können das es so nicht gehen würde.

Ace war wütend in sein Zimmer gestapft, hatte sich auf das Bett geworfen und starrte gegen die Decke. Es fiel ihm sehr schwer einfach normal zu leben, er vermisste Mel. Auch jetzt vermisste er ihn, langsam drehte er sich um und sah auf die Ketten, die immer noch an der Wand hingen. Er nahm eine der weichgefütterten Schellen und stich darüber.

„Verdammt Kleiner… warum kannst du nicht begreifen das ich dich liebe. Ich möchte dich doch nur beschützen, auf dich aufpassen…. Ist das so schwer zu verstehen?“

Murmelte er leise vor sich hin und seufzte. Es fiel ihm wirklich schwer zu verstehen was in Mel vorgegangen war als er ihn hier her brachte. Sicher er gab ja zu das er es vielleicht auch anders hätte anfangen können. Aber er war es doch so gewohnt, er wollte ihm nichts tun, aber er wollte das er ihm gehörte. Er würde Mel immer beschützen aber er wollte auch den weichen, sanften Jungenkörper an sich fühlen. Er konnte nichts dafür, aber er mochte keine Frauen…nicht in seinem Bett, als Freundin okay… aber nicht als Geliebte. Da wollte er nur Mel, diesen weichen, zarten Jungen, der so verführerisch roch. Er hatte gehofft das sich der Kleine an ihn gewöhnen würde, das er beginnen würde ihm zu vertrauen. Aber das war nicht passiert. Ohne das Ace es bemerkt hatte liefen ihm ein paar Tränen über die Wange, die er dann schnell wegwischte als er sie spürte. Er war ein Rocker… er durfte nicht weinen.



Rick stand immer noch im Hof und sah zu dem Fenster seines Sohnes hoch. Er wusste wie sehr Ace jetzt litt, aber vielleicht musste es sein. Vielleicht brauchte er es um zu begreifen das er Mel nicht als sein Eigentum ansehen konnte, denn darin lag das Problem. Rick wusste wenn Ace Mel ein wenig mehr vertraut hätte, mit ihm gesprochen hätte, dann hätte dieses ganze Fiasko nicht sein müssen. Aber so war Ace unglücklich und er vermutete Mel auch. Denn er hatte gespürt das sich etwas zwischen den Beiden zu entwickeln begann.

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Mel sah Peter forschend an, biss sich dann auf die Lippen, stand auf und holte sich eine Cola aus dem Kühlschrank. Nachdem er einen großen Schluck getrunken hatte sagte er leise.

„Du meinst ich soll zu ihm gehen… Peter ich hab Angst davor. Was ist wenn er mich nicht mehr gehen lässt. Ich will nicht wieder eingesperrt werden.“

Das Ace mehr getan hatte als ihn nur einzusperren sagte er nicht. Er wollte an die Ketten, die er am Anfang trug nicht mehr denken. Schließlich hatte sie Ace ja wirklich nach ein paar Tagen gelöst. Peter sah den Jungen an, nickte verstehend, holte dann aber tief Luft und sagte sanft.

„Ja das denke ich … du musst dich ihm stellen. Mel ihr müsst reden, nur so könnt ihr versuchen das aus der Welt zu schaffen.“

Mel starrte Peter an, seufzte. Er wusste das der Ältere recht hatte. Peter hatte sogar darin recht das er sich in Ace verliebt hatte. Aber er wusste nicht wie er es dem Rocker sagen sollte. Er mochte ihn, würde auch bei ihm bleiben… aber nur wenn er ihn auch als Partner und nicht als Eigentum behandelte. Seufzend starrte Mel an Peter vorbei auf die Wand, spielte mit dem Flaschenverschluss und meinte dann leise.

„Aber was mach ich wenn er es nicht versteht… Peter.. du hast recht ich hab mich in ihn verliebt… aber ich kann und will nicht nur ein Spielzeug sein. Nicht etwas das man herausholt und wegpackt wie man Lust hat. Wie soll ich Ace aber beibringen das er mich nicht verliert nur weil er mich mal gehen lässt. Das er mich nicht einsperren muss damit ich nicht weglaufe.“

Mel sah hilfesuchend zu Peter und dieser zuckte nur die Schultern. Kam zu dem Jungen und zog ihn sacht in die Arme, gab ihm einen freundschaftlichen Kuss auf die Stirn.

„Sag es ihn einfach… erkläre es ihm so wie du es mir gerade gesagt hast. Ich bin sicher er wird es versehen… Ace ist nicht dumm oder gefühllos. Er hat nur nie so richtig gelernt es zu zeigen. Weist du er behandelt dich wie seinen Besitz… aber das ist in seiner Szene ein Zeichen höchster Wertschätzung. Er zeigt so das er nicht dulden würde das dich ein anderer anfasst. Ich weis das ist keine Entschuldigung für sein Verhalten, aber vielleicht hilft es dir ihn so besser zu verstehen.“

Wieder trank Mel einen Schluck seiner Cola, dann holte er tief Luft, sah Peter an und sagte leise aber bestimmt.

„Du hast recht… ich muss mit ihm reden. Er muss mir erklären was das alles sollte und ich will es noch heute, denn übermorgen kommt Mama heim und da will ich das geklärt in der einen oder andern Weise. Denn das stehe ich sonst nicht durch.“

Peter nickte, nahm seinen Schlüssel und nickte zu der Cafetür.

„Ich mache zu und dann fahren wir zu Ace.“

Rasch hatte der Ältere, das „Geschlossen-Schild vorgehängt und abgeschlossen, kam dann zurück zu Mel und sah diesen an. Mel nickte, griff nach seiner Jacke und lief mit Peter zu dessen Wagen. Er wollte es jetzt klären und entweder würde er danach einen Freund haben oder Liebeskummer, aber selbst der Liebeskummer wäre besser als der jetzige Zustand.

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Nach einer Weile kam Ace wieder die Treppe herunter, ging zu der Werkstatt und entschuldigte sich bei Nigel. Dieser winkte kurz ab, sah den Jüngeren dann an und sagte leise.

„Ich Okay… aber Ace… sieh zu das du dich wieder in den Griff bekommst. Entweder vergiss den Kleinen oder zeige ihm das du kein so übler Kerl bist… und mach nicht alle hier ganz kirre.“

Ace verzog das Gesicht nickte dann aber und ging zurück in sein Zimmer. Er war immer noch wütend auf sich, aber er wusste auch das seine Freunde recht hatten. So konnte es auf keinen Fall weiter gehen. Nachdenklich schaltete er den Fernseher an, warf sich auf das Bett und starrte auf die Mattscheibe ohne wirklich zu sehen was dort lief. Seine Gedanken waren wie fast jeden Tag bei Mel.

Unten im Hof stand Rick und schüttelte seinen Kopf, gerade wollte er in Richtung der Werkstatt gehen als er das typische Brummen eines Automotors hörte. Er drehte sich um und sah zur Einfahrt des Grundstücks, fragte sich wer da wohl den Weg zu ihnen gefunden hatte. Meistens waren es entweder die Polizei oder Typen die ihnen was verkaufen wollten. Doch diesmal zog Rick die Augenbrauen nach oben als er den hellblauen Wagen mit der Werbung auf der Motorhaube sah. Er warf einen schnellen Blick auf Aces Fenster, dann ging er dem Wagen entgegen.

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Peter saß hinter dem Steuer, sah ab und zu, zu Mel rüber und lächelte.

„Hey diesmal bin ich doch dabei… sie werden dir nichts tun. So weit solltest sie doch kennen.“

Mel seufzte, schüttelte den Kopf.

„Das ist es nicht… ich weis das sie nicht so sind wie man glaubt. Es ist nur wird er mich überhaupt sehen wollen…. Ich weis nicht ob es wirklich so eine gute Idee ist.“

„Hmm.. ich glaube zum umkehren ist es zu spät… Rick hat uns schon gesehen. Na komm… wird schon werden.“

Antwortete Peter und brachte den Wagen mitten auf dem Hof zum stehen. Er stieg aus und nickte Rick zu. Dieser nickte zurück und sah dann Mel an, ein sachtes Lächeln erschien auf seinen Zügen als er Mel begrüßte.

„Hallo Kleiner… wie geht’s?“

Rick hatte es absichtlich neutral gehalten, auch wenn es abgedroschen klang. Es war eine unverfängliche Frage, jede andere Bemerkung hätte vielleicht die Sache schwerer gemacht. Mel schluckte, atmete tief ein, dann lächelte er leicht und antwortete.

„Danke mir geht’s gut… aber bitte könnte ich mit Ace reden.“

Er sah Rick flehend an, bemerkte das einige der Rocker wissend grinsten und schluckte schwer. Also hatten scheinbar Andere mehr gesehen als er selbst. Rick nickte.

„Sicher kannst du mit Ace reden… er ist oben im Zimmer… du kennst den Weg.“

Mel nickte, sah Peter einen Augenblick an, dann nahm er seinen ganzen Mut zusammen und ging in das Gebäude in dem Ace Zimmer war. Er sah die Treppe hinauf und schluckte schwer. Dort oben war er auch gewesen, dort hatte ihn Ace angekettet. Aber komischerweise machte ihm das keine Angst, es war auch nicht das an was er sich erinnerte. Ganz im Gegenteil, an das was er sich erinnerte war die Sache das Ace immer auf ihn aufgepasst hatte. Er hatte ihn zugedeckt, ihm essen geholt und auch ihn getröstet. Es war ein warmes Gefühl wenn er an ihn dachte. Langsam ging er die Treppe hinauf, blieb vor der Türe stehen und schloss die Augen. Nach einigen Augenblicken hatte er genug Mut zusammen und klopfte leise.

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Ace zuckte bei dem Klopfen zusammen, sagte dann herein und wartet. Als nichts geschah wieder holte er es und als dann immer noch nichts geschah, stand er auf und ging zu der Tür. Fragte sich wer da wohl so doof war und die Tür nicht öffnen konnte.

Mel hörte die dreimalige Aufforderung, schaffte es aber nicht die Hand auf die Klinke zu legen und die Tür zu öffnen. Als sie dann geöffnet wurde und er in das Gesicht von Ace sah, schluckte er schwer und sagte nur leise.

„Hallo… darf ich reinkommen?“

Ace starrte den Jungen an, dann nickte er und trat an die Seite. Er sah Mel an als dieser das Zimmer betrat und sich umsah.

„Mel… warum kommst du… ich meine…“

Mel lächelte als er das Stottern von Ace hörte, er ging zu dem Bett und setzte sich, sah dann Ace fragend an.

„Warum… Warum hast du mich zurückgebracht… bin ich dir langweilig geworden?“

Ace sah Mel erschrocken an, setzte sich dann neben ihn und strich ihm sacht über die Wange, schüttelte den Kopf.

„Nein wirklich nicht… weist du ich … es fällt mir schwer so etwas zu zeigen… ich liebe dich . Ich möchte das du bei mir bleibst, aber Ria hat recht… ich kann es nicht erzwingen und das ist mir damals klar geworden als ich dich mit Ria reden hörte. Es war unfair was ich tat. Bitte Mel verzeihe mir ich wollte dir nicht weh tun, dich nicht verletzen aber ich wollte dich einfach besitzen. Aber ich habe es falsch angefangen… jetzt ist mir klar das ich dich nicht zwingen kann… ich kann dich nicht einsperren und dann erwarten das du dich freust wenn du mich siehst. Deshalb hab ich dich gehen lassen…. Verzeih mir noch mal.“

Mel hörte dem Geständnis schweigend zu, sah Ace dann nur eine ganze Weile an, schließlich lächelte er, hob die Hand und strich über die Wange von Ace.

„Du bist ein Dummkopf… warum hast du mich nicht einfach mal gefragt… ich hätte dich ganz sicher kennen lernen wollen. Verdammt Ace… auch wenn du es jetzt nicht glaubst…aber ich mag dich… ich mag dich so sehr. Bitte lass es uns versuchen…aber ohne das du mich als dein Eigentum siehst. Ich weis das ist schwer… und ich bin auch nicht böse wenn du klar jedem sagst das ich dir gehöre… nur lass mir meine Freiheit… versuche nicht mich einzusperren, mich zu drängen… bitte.“

Ace starrte Mel an, dann erhellte ein strahlendes Lächeln sein Gesicht und er zog Mel einfach in seine Arm.

„Du bist mein… ja … es stimmt… wirklich… das ist kein Scherz.“

Mel lachte und schüttelte den Kopf, genoss die Arme um sich und fühlte sich zum ersten Mal wirklich geborgen bei Ace und diesem ging es nicht anders. Es war als wenn von beiden eine riesen Last abgefallen war. Sie würden es versuchen, sicher gäbe es noch Probleme aber in welcher Beziehung gab es die nicht. Mel wusste das Ace immer besitzergreifend sein würde, aber das war ja auch nie das Problem gewesen, das was Mel nicht wollte war das er nur noch Ding war.

„Gut Ace dann lass es uns versuchen… aber denke daran ich bin keine Sache… ich bin Mel.“

Ace nickte, drückte Mel einen dicken Kuss auf die Lippen und strahlte ihn an.

„Ja ich werde es nicht vergessen und wenn doch, dann trittst du mir gewaltig in den Hintern.“

~

Unten im Hof sah Rick nach oben und lächelte, stieß Peter an und nickte zu dem Fenster. Dort konnte man zwei Schatten sehen die sich innig umarmten.

„Na da scheinen sich zwei ausgesprochen und endlich zueinander gefunden zu haben.“

Peter drehte den Kopf, sah lächelnd nach oben und nickte zustimmend.

„Ja sie haben sich endlich gefunden, ich denke jetzt kehrt hier wieder Ruhe ein.“

Von den Worten ihres Chefs angelockt kamen immer mehr Rocker und sahen nach oben, lachten als sie den Schattenriss der Beiden sahen. Nigel grinste breit, seufzte.

„Na endlich… jetzt baut er nicht nur noch Mist wenn er seine Maschine repariert.“

~

Durch die Unruhe im Hof, wurden schließlich auch Ace und Mel aufmerksam. Gingen zum Fenster und sahen runter. Sie lächelten, Ace zog Mel zu sich und fragte sanft.

„Wollen wir runter gehen?“

Mel schüttelte den Kopf, kuschelte sich an Ace und küsste ihn zärtlich.

„Nein.. später… jetzt will ich was anderes.“

Mit diesen Worten schmiegte sich Mel an den Rocker und küsste ihn leidenschaftlich.