Du befindest Dich hier: Geschichten > Geschichten frei bis 16 > Ira > Unser sch?nster Valentinstag

Unser sch?nster Valentinstag

Original/ Reality [NC-16] [abgeschlossen] 

[romantic]

Einteile

Inhalt:
Tobias und Christian sind seit fast fünf Jahren glücklich zusammen und haben keine Geheimnisse voreinander. Doch warum lügt Tobias wenn es um Telefonanrufe geht und warum gerade kurz vor Valentinstag, wo sie doch ihr Fünfjähriges feiern? Ob er etwa fremd geht?

Bemerkung:
Widmen tue ich diese Gesichte Andrea der meine erste Geschichte schon gefallen hat und ohne sie ich ’Die Chaos WG’ wohl nicht so schnell fertig gestellt hätte, ebenso Fireeyes die mich auch sehr gelobt hat und ohne dieses Lob wäre diese Geschichte nicht so geworden, weil ich einen anderen Schreibstiel ausprobieren wollte. Aber da er Fireeyes so sehr gefallen hat, hab ich ihn doch beibehalten und dem Fich, weil sie die Geschichte bei sich on gestellt hat und ebenso Tamura weil sie meine Sachen auch bei sich on stellt. Leider hab ich noch keinen Beta gefunden, Interessenten können sich weiterhin bei mir melden. Ach ja, vergessene Rechtschreibfehler und Sinnfehler können übrigens behalten werden.

Da Valentinstag vor der Türe steht und ich ihn wieder einmal alleine verbringen werde, wollte ich einfach eine glückliche Beziehung schreiben. Das kam dabei raus und ich hoffe, dass es euch zumindest ein bisschen gefällt.

 


 

Unser schönster Valentinstag

 
 “Verflucht, ich bin zu spät dran“, fluchte Tobias, warf die Mappe nur nachlässig in seine Umhängetasche, staubte noch schnell einen Kuss bei seinem Freund ab und war dann mit einem “ich liebe dich“ aus der Wohnung verschwunden. Warum musste er auch unbedingt heute verschlafen? Heute, wo doch der Chef unbedingt mit ihm sprechen wollte, weil dieser auf die Idee gekommen war, dass er, Tobias Valentine eine Geschichte in der Heilbronner Stimme veröffentlichen konnte, da ja der Valentinstag vor der Türe stand. Zum Glück war sein Weg nicht ganz so weit, aber er würde trotzdem zu spät kommen. Nur gut, das sein Chef da ein Auge zudrückte, auch wenn es ihm peinlich war. Jetzt wohnte er schon so nah und dann kam er trotzdem noch zu Spät, aber dafür war die Geschichte seines Erachtens gut geworden.
 
 Christian blickte leicht lächelnd seinem Freund nach und räumte mit einem Seufzen den Küchentisch wieder ab. Das war ja wohl vorauszusehen, wenn er schon bis spät in die Nacht wach bleibt um die Geschichte fertig zu schreiben. Hoffentlich gefällt sie seinem Chef auch, aber der hat doch wirklich drauf bestanden, das mein Schatz was über Schwule schreibt. Und da heißt es immer, Chefs seien nicht tolerant. Weitaus langsamer als sein Freund machte sich der Blonde fertig und verließ die gemeinsame Wohnung, musste er doch erst um halb zehn an seinem Arbeitsplatz sein. Seinem Freund zuliebe hatten sie eine Wohnung in der Nähe seines Arbeitsplatzes genommen und so brauchte Christian jetzt ein bisschen bis er bei seiner war.
 
 Völlig außer Puste kam er an dem Gebäude an und danke Gott, dass der Wagen seines Chefs noch nicht auf dem vorgesehenen Parkplatz stand. Also betrat er das Gebäude, grüßte schnell die Empfangsdame die sich dann auch gleich wieder ihren Sachen zuwandte und fuhr mit dem Fahrstuhl in den dritten Stock. Dort angekommen, steuerte er gleich seine vier kleinen Wände an, arbeitete er doch in einem Großraumbüro und die einzige Privatsphäre die er dort hatte, bildeten die vier Wände die seinen Schreibtisch umrundeten. Dort legte er seine Tasche auf den Stuhl und schaltete gleich seinen Computer an. Danach schnappte er sich eine CD aus seiner Tasche und machte sich auf den Weg zu Josh, einem der Lektoren hier bei der Zeitung.
 
 Genau zu dem Zeitpunkt stieg Christian aus der S-Bahn aus und machte sich zu Fuß weiter auf den Weg zu dem Cafe, wo er als Kellner arbeitete. Er mochte das Ambiente im Mocca und die Leute und der Besitzer waren auch sehr freundlich. Kurz grüßte er Carlo der schon hinter der Theke stand, ging dann ins Hinterzimmer und hängte dort seine Jacke in den Spinnt, nahm seine weiße Schürze heraus und band sie sich geschickt um, steckte dann noch den Geldbeutel in die Tasche und kam wieder vor in den Hauptraum. Dort begann er, die Kuchen aus dem Kühlschrank zu nehmen, sie anzuschneiden und dann in den Plastikturm zu stellen, damit die Gäste sich den Kuchen besser aussuchen konnten.
 
 Josh war schon so lange dabei, das er ein eigens Büro besaß und genau dort klopfte er jetzt an und trat nach dem ’Herein’ auch ein. “Morgen Josh. Hast du viel zu tun?“, fragte er und setzte sich einfach auf den Schreibtisch, war der Ältere das doch schon gewohnt. Dieser speicherte schnell das eben verbesserte und blickte dann den Jüngeren an. “Morgen Kurzer. Nicht wirklich. Martha ist noch nicht fertig, sie braucht noch ein bisschen für ihren Artikel. Wieso fragst du? “Würdest du mir einen großen Gefallen machen?“, fragte der Schwarzhaarige und setzte seinen besten Hundeblick ein, den er hatte. Als der Lektor sich seine Augen rieb und seufzte, wusste er, dass er gewonnen hatte. “Würdest du mir das Korrektur lesen? Das ist mega wichtig für mich.“ “Na, nun leg schon hin und mach dich vom Acker. Der Chef is grad aus dem Fahrstuhl raus.“ Tobi knuddelte den Anderen kurz, legte die CD au den Tisch und war dann schon wieder draußen auf dem Weg zu seinem Platz.
 
 Christian hatte überhaupt nichts zu tun, bis die ersten Leute sich um halb zwölf hier verirrten und sich ihre Mittagspause mit Kaffee und Kuchen schmecken ließen. Er machte seinen Job wirklich gerne und er liebte auch die Musik die immer leise im Hintergrund gespielt wurde, war Carlos doch ein gebürtiger Italiener und dementsprechend lief auch die passende Musik dazu. Bald dürfte er wieder das ganze Cafe schmücken, stand doch mal wieder das allseits gefürchtete Valentinstag vor der Türe, der regelmäßig Konditor, Blumenhändler und Cafebesitzer in den Wahnsinn trieb. Ich bin schon gespannt, was sich Tobi zum Valentinstag ausgedacht  hat. Immerhin haben wir uns an dem Tag vor fünf Jahren kennen gelernt. Mit einem seligen Lächeln auf den Lippen kassierte er das Geld von den beiden Anzugträgern die gerade wieder gehen wollten und wandte sich dann den Nächsten zu.
 
 Tobias schnappte sich die Mappe aus seiner Tasche und trat den Gang zum Büro seinen Chefs an. Der Blauäugige hatte sich damals gleich nach seinem Journalistik Studium hier beworben und war mit Kusshand genommen worden. Leise klopfte er an die Türe mit dem Schriftzug Ingo Schumann und trat dann schließlich ein. “Guten Morgen Herr Schumann. Sie wollten mich heute morgen sprechen“, begann Tobias, schloss die Türe hinter sich und setzte sich auf ein Zeichen des Besitzers auf den Stuhl vor dem Schreibtisch. “In der Tat, das wollte ich Tobias. Wie weit sind sie mit der Geschichte? Ich würde nämlich langsam gerne die Teile drucken lassen. Wie sie wissen ist es bald Valentinstag und die Leser lieben in diesem Zeitraum die Geschichten die gedruckt werden.“
 
 Wie jeden Tag machten die beiden sich nacheinander über die Pizzas im Hinterzimmer her während der Andere sich in der Zeit um die Wünsche der Kunden kümmerte. Man hatte sich schon früh auf diese Lösung geeinigt und bis jetzt hatte es immer super funktioniert. Es blieb auch relativ ruhig bis so gegen vier Uhr die Türe aufging und wohl an die zwölf Männer und Frauen herein kamen. Christian stellte die benötigten Tische zusammen, sammelte die Stühle die noch fehlten von den anderen Tischen und notierte sich dann die Bestellung. Danach machte er sich daran den Kuchen auf die Teller zu verteilen, während Carlos sich um die Getränke kümmerte. Bald würde er Feierabend haben und dann könnte er seinen Schatz wieder sehen und gemütlich mit ihm Abendessen, nachdem das mit dem Frühstück schon nicht geklappt hatte.
 
 Tobias nickte nur und schob ihm die Mappe über den Tisch. “Ich bin gestern damit fertig geworden. Ich hoffe sie gefällt ihnen soweit und wenn nicht, kann ich sie noch einmal überarbeiten.“ Auf ein Nicken hin seines Chefs verließ er dessen Büro wieder, kehrte zu seinem Schreibtisch zurück und beantwortete dort erst einmal seine E-Mails, half einem Kollegen bei seiner Reportage und suchte zusammen mit ihm die passenden Bilder aus den ganzen geschossenen heraus. Tobias einzige Aufgabe war es im Moment gewesen diese Geschichte zu schreiben und so konnte er jetzt seinen Kollegen bei ihren Problemen helfen. Irgendwann tauchte Josh bei ihm auf, legte die CD und eine Blätter auf den Tisch und verschwand gleich wieder. Tobias kam erst nach der Mittagspause in der er mit Martha und Josh beim Italiener gegenüber gegessen hatte dazu, sich die Korrektur durchzulesen, änderte es auch gleich am Computer ab und speicherte das ganze auf einer neuen CD.
 
 Christian atmete befreit auf als er schließlich das letzte Geld bei seinem Chef abgab und dieser ihn dann für heute entließ. Leise pfeifend ging er nach hinten, zog sich dort die Schürze aus und legte sie in seinen Spinnt als er seine Jacke herausholte. Glücklich machte der 27 Jährige sich auf den Weg zur seiner S-Bahnstation und wartete dort auf die Bahn. Mit der Nächsten die einfuhr fuhr er zu seiner Haltestelle, stieg dort aus und legte die letzten Meter zu ihrer Wohnung zurück und war überrascht, als die Fenster die zur Straße zeigten dunkel waren, denn das eine gehörte zur Küche und das andere zum Schlafzimmer. Na nu, ist Tobi etwa noch nicht da? Der ist doch sonst immer vor mir da und macht schon das Abendessen. Verwirrt betrat er das Hochhaus, nahm die Treppe in den zweiten Stock und schloss dort die Türe mit dem Hausschlüssel auf, doch nichts regte sich im Innern.
 
 Tobi hatte pünktlich wie immer Schluss gemacht, sich von Josh und seinem Chef verabschiedet und hatte das Gebäude verlassen. Danach war er ins Nebengebäude gehuschte und hatte sich in die dort befindliche Druckerei begeben. Dort hatte er nach kurzem Suchen den Zuständigen für alle Drucke gefunden und da dieser ihm noch etwas Schuldig war, stand dem Unternehmen ’Valentinstag’ nichts mehr im Wege. “Hallo Moritz. Ich kann nicht lange bleiben, sonst wird Christian noch Verdacht schöpfen. Danke dass du das für mich machst. Ich hab dir noch mal alles aufgeschrieben, wie es genau werden soll. Ich lad dich auch mal bei Gelegenheit zum Essen ein.“ Damit gab er dem Drucker die Sachen, nickte ihm noch einmal zu und verließ dann das Gebäude, machte sich endlich auf den Weg nach Hause, auch wenn er schon wusste, das er nach seinem Freund dort ankommen würde.
 
 Christian war schließlich eingetreten, hatte erst einmal das Licht angeschalten und seinen Schlüssel an den Haken gehängt. Danach hatte er sich seine Schuhe ausgezogen und war gleich in die Küche gegangen, um dort die Brote fürs Abendessen zu machen. An den Tagen an denen beide arbeiten mussten, gab es abends immer was Kaltes zum essen, hatte man sich doch darauf geeinigt und schließlich musste man ja nicht zweimal am Tag was Warmes essen. Als er die Türe hörte, war er gerade mit dem letzten Brot fertig, legte es auf die Platte und räumte dann die Butter und die anderen Sachen zurück in den Kühlschrank. Er holte noch die Cola für seinen Freund und sein Mineralwasser aus dem Kühlschrank und stellte es ebenfalls auf den Tisch.
 
 Tobias hatte sich wirklich beeilt, doch als er das Licht aus dem Küchenfenster sah, wusste er dass er zu spät war und ihm nichts anderen übrig blieb, als seinen Freund anzulügen. Er tat es wirklich nicht gerne, aber wenn er seinen Freund zum Valentinstag überraschen wollte, musste es sein. Mit der Geschichte für seinen Chef war er auch schon längst fertig gewesen, aber sein Projekt war nicht fertig gewesen und deswegen hatte er gestern bis spät in die Nacht daran arbeiten müssen. Tobi betrat das Hochhaus, grüßte seine Nachbarin aus dem dritten Stock die gerade auf dem Weg zu ihrer Tochter im Krankenhaus war und schloss oben seine Haustüre auf. Wie sein Freund hängte er ebenfalls seinen Schlüssel an den Haken, zog seine Schuhe aus und stellte seine Tasche in den Flur, bevor er in die Küche ging. “Tut mir leid Schatz, dass es so spät geworden ist. Mein Chef hatte noch ein paar Sachen die er in der Geschichte geändert haben wollte. Ich hab mich wirklich beeilt.“
 
 Christian trat zu seinem Freund, schlang seine Arme um ihn und küsste ihn sanft bevor er meinte: “Schon in Ordnung. Schließlich verdienst du dir so dein Geld und es wird ja nicht jeden Tag so sein, das du später nach Hause kommst. Lass uns erst mal essen und dann machen wir uns einen entspannten Abend vor dem Fernseher. Dein Lieblingsfilm kommt im Fernsehen.“ Er lächelte leicht als er seinen Freund strahlen sah und drückte ihn dann auf einen der Stühle, nahm auf einem der andern platz und griff sich schließlich eines der Brote. “Hat dein Chef eigendlich noch was gesagt weil du heute Morgen zu spät kamst?“, fragte er interessiert und schenkte sich dann Cola, seinem Freund Wasser ein.
 
 Der Schwarzhaarige erwiderte den Kuss und es tat ihm in der Seele weh, seinen Freund anlügen zu müssen. Sie hatten sich ganz am Anfang ihrer Beziehung versprochen, sich nie anzulügen und er brach sein Versprechen einfach. Da musste er, nachdem das ganze gelaufen war noch bei seinem Schatz beichten. Als Chris seinen Lieblingsfilm erwähnte, strahlte der 26 Jährige einfach, konnte er von ’Patch Adams’ einfach nicht genug bekommen. Er ließ sich auf den Stuhl drücken, wünschte seinem Freund guten Appetit und aß mit Heißhunger. “Nein, er kam heute Morgen selber zu spät. Ihm gefällt die Geschichte, nur war ihm hier und da noch was unklar und das musste eben geändert werden. Und wie war dein Tag? War viel los?“
 
 Der Grünäugige schüttelte seinen Kopf, trank erst einmal einen Schluck Cola und meinte dann: “Nein, es hat sich in Grenzen gehalten. Heute Mittag war nur so was wie eine Tagung bei uns und die haben halt ne Menge bestellt, aber sonst war es wirklich ruhig. Mir graut es nur schon vor dem Valentinstag, das wird wieder Arbeit hochzehn. Am liebsten würde ich blau machen, aber wir brauchen das Geld für die Miete und das kann ich dir nicht antun, wo wir uns die Miete doch schon teilen.“ Er beobachtete wie sein Freund aufstand, sie vor ihn kniete und ihm sanft eine Hand auf die Wange legte. “Hey, ich versteh dich schon, Schatz. Mir ging es vor fünf Jahren auch nicht besser als ich meiner Schwester im Blumenladen geholfen habe. Und zum Glück ist Valentinstag nur einmal im Jahr. Wir machen uns einfach einen gemütlichen Abend und lassen das Essen zur Abwechslung mal kommen.“
 
 Der Journalist konnte seinen Freund voll und ganz verstehen, war er doch mal so wagemutig gewesen und hatte seiner Schwester an Valentinstag in ihrem Blumenladen ausgeholfen. Aber das hatte auch was guten an sich gehabt, hatte er doch so seinen Schatz kennen gelernt, der entgegen aller Erwartungen keine Rose sondern eine weiße Lilie haben wollte, da dies der Todestag seiner kleinen Schwester gewesen war. Der Schwarzhaarige legte sein angefangenes Brot auf den Teller, stand auf, ging vor seinem Freund in die Hocke und versuchte seinen Freund wieder aufzubauen, was ihm anscheint auch gelang, denn so legte er den liebevollen Blick aus den er geschenkt bekam und den sanften Kuss.
 
 Das ist unglaublich süß von ihm das er versucht mich aufzumuntern. Liebevoll blickte er den Kleineren an und küsste ihn dann. “Ist lieb von dir das du mich aufmuntern willst. Was hältst du davon wenn wir jetzt aufräumen, uns mit Leckereien und was zu Trinken vor den Fernseher knallen und uns deinen Lieblingsfilm ansehen?“ Das euphorische Nicken war ihm Antwort genug. Also wuschelte er seinem Freund kurz durch die Haare, stand dann auf und räumte das gebrauchte Geschirr in den Geschirrspüler. Danach nahm er sich die Chipstüten aus dem Eckschrank, drückte sie seinem Freund in die Hand und nahm sich dann selbst die beiden Flaschen und die Gläser, löschte in der Küche noch das Licht und folgte seinem Freund dann ins Wohnzimmer.
 
 Tobias mochte es einfach wenn sein Freund seine Haare durcheinander brachte und nur zu gerne ließ er sich die Knabbereien in die Hände drücken. Mit seiner Beute zog er ab in das Wohnzimmer, schaltete dort das Licht an und legte die Tüten auf den Wohnzimmertisch. Danach deponierte er noch die Fernbedienung in Reichweite und machte es sich auf der Couch bequem. Als sein Freund dazukam, setzte er sich wieder auf damit dieser es sich bequem machen konnte und kuschelte sich dann an ihn. Gemeinsam sahen sie sich seinen Lieblingsfilm mit Robin Williams an, den er bestimmt schon zwanzig Mal gesehen hatte, ihn aber immer wieder anschauen konnte. Zusammen mit seinem Freund genoss er den Abend und vernichtete die beiden Chipstüten, ebenso wie die Flasche Cola und das Mineralwasser. Und wie immer bei dem Film, war er noch vor dem Ende eingeschlafen.
 
 Christian beobachtete seinen Freund lächelnd, schaltete den Film aus bei dem jetzt eh der Abspann lief und richtete seinen Freund langsam auf. Vorsichtig stand er auf, hob ihn auf seine Arme und trug ihn in ihr gemeinsames Schlafzimmer, wo er ihn behutsam aufs Bett legte. Sanft zog er ihm seine Klamotten bis auf seine Shorts aus, deckte ihn dann zu und entledigte sich ebenfalls seiner Kleidung, verschwand noch kurz im Bad und kuschelte sich, nachdem er sich Bettfertig gemacht hatte, in die Decke und an seinen Freund, der schon ganz automatisch näher an ihn heranrückte. Sanft küsste er ihn auf die Stirn und löschte dann das Deckenlicht mit dem Lichtschalter über seinem Nachtschränkchen.
 
***
 
 Tobias saß am nächsten Morgen senkrecht im Bett als der Wecker klingelte. Verdammt, warum können wir nicht endlich Wochenende haben? Da kann ich wenigstens ausschlafen. Der 27 Jährige rieb sich den Schlaf aus den Augen, küsste seinen Freund der noch grummeln im Bett lag und stand dann auf. “Ich geh duschen und mach das Frühstück. Du kannst noch solange liegen bleiben.“ Damit nahm er sich seine Sachen aus dem Schrank und verschwand damit im Bad, um sich dort die Dusche zu gönnen, die ihn so richtig wach machen würde. Nach einer entspannten Dusche schmiss er sich in seine Klamotten, ging nur kurz mit dem Handtuch über die Haare, trocken würden sie ja eh von alleine und ging dann in die Küche, um Kaffee aufzusetzen und Frühstückseier zu machen.
 
 Christian inzwischen war noch immer nicht weiter gekommen, außer das er sich das Kissen seines Freunde geschnappt hatte und sich noch einmal tief in seiner Decke vergraben hatte. Warum muss heute nur Freitag sein? Und warum muss ich nur so früh aufstehen? Aber alles meckern half nichts, musste er doch arbeiten gehen. Als er den Ruf seinen Freundes hörte, kämpfte er sich aus dem Bett und tapste in die Küche ließ sich dort noch immer müde auf einen Stuhl fallen und nahm einen tiefen Schluck seines Kaffees ohne den er morgens nie wach wurde. “Bor... wir kann man morgens nur schon so gut drauf sein?“, nuschelte er mehr als das er sprach und beobachtete seinen Freund wie der wirklich durch die Küche tänzelte und noch die letzten Handgriffe tat.
 
 Nach seiner obligatorischen Dusche und wenn es um das Frühstück ging, war er immer super gut drauf und das konnte ihm nicht einmal sein Freund mit seiner Morgenmuffeligkeit vermiesen. Leicht lächelnd setzte sich der Blauäugige an den Tisch und begann sich eines der Toasts mit Nutella zu bestreichen. “Du weißt doch was eine Dusche und die Aussicht auf Frühstück bei mir bewirken können. Dann bin ich nun mal gut drauf, kann ich auch nicht ändern.“ Er zuckte kurz mit seinen Schultern und ließ es sich dann schmecken, hatte er doch wenigstens heute genügend Zeit um ausgiebig zu frühstücken. Als er fertig war, half er noch schnell beim Aufräumen, raubte sich bei seinem Schatz noch einen Kuss, machte sich dann im Flur fertig und verließ kurz darauf die Wohnung um zu seinem Arbeitsplatz zu gehen.
 
 Der Kellner ließ es wesendlich langsamer angehen und genehmigte sich nach dem Essen noch eine ausgiebige Dusche, bevor er sich seine Arbeitskleidung anzog und das Haus verließ, wie immer mit der S-Bahn in die Stadtmitte fuhr, von dort aus dann zu dem Cafe lief. Sein Morgen lief wie jeder andere ab, genauso wie die Mittagspause und der Nachmittag. Kurz vor seinem Feierabend ereilte ihn doch noch das Grauen des Valentinstags, denn Carlos wollte, dass er das Mocca festlich schmückte, damit die ganzen Verliebten am Sonntag was zum kucken hatten, was natürlich auch bedeutete, das er am Sonntag arbeiten musste. Seufzend ging er in das Hinterzimmer und holte sich den Karton von den Spinnten. “Es ist nur einmal im Jahr“, versuchte er sich leise selbst zu beruhigen, während er den Karton nach vorne trug und damit begann, die ganzen Amors aus Pappe über die Tische und die Bar zu hängen, die roten Herzen an die Wand pinnte und mit Schnüren von der Decke baumeln ließ. Als er die Packung mit dem herzförmigen Konfetti aufriss und es über die Tische und die Bar verteilte, war er nur froh, dass er das nicht auch wieder aufräumen musste, denn zu dem Zweck hatte Carlos eine Putze angeheuert
 
 Tobi kam diesen Morgen pünktlich bei der Zeitung an und auch sein Chef war pünktlich, denn sie fuhren im selben Lift nach oben. “Die Geschichte ist echt klasse geworden. Meinem Sohn und seinem Freund hat sie gefallen“, meinte Ingo Schumann, klopfte ihm kurz auf die Schulter und verließ dann den Fahrstuhl als die Türe mit einem ’Pling’ aufging. Der Schwarzhaarige blickte seinem Chef verwundert hinterher und machte sich dann auf den Weg zu seinem Platz. Soll das jetzt heißen, das sein Sohn Schwul ist oder hab ich das jetzt falsch verstanden? Das würde allerdings erklären, warum es bei der diesjährigen Valentinstagsgeschichte um zwei Männer gehen sollte. Leicht lächelnd fuhr er seinen Computer hoch und kam erst gar nicht zum kontrollieren seiner Mails, den Josh wollte ihn sprechen und die Arbeit die er für ihn hatte, würde ihn die nächsten paar Stunden ganz sicher beschäftigen. Er ließ sogar seine Mittagspause ausfallen, denn kurz vor dieser kam noch ein Arbeitskolleg und bat ihn um seine Hilfe und Tobias wusste jetzt schon, dass wenn er die Mittagspause machen würde, er nicht pünktlich Feierabend machen konnte. Und er hatte Recht behalten, denn obwohl er die Pause ausgelassen hatte, wurde er erst fünf Minuten vor seinem Feierabend fertig. Schnell hatte er seinen Platz in Ordnung gebracht, sich von allen verabschiedet und war nach Hause geeilt, wollte er doch vor seinem Freund zuhause sein und außerdem hatte er Hunger.
 
 Der Grünäugige beeilte sich um fertig zu werden und zu seiner Haltestelle zu kommen, doch wie konnte es anders sein, er verpasste die S-Bahn um wenige Minuten. Scheiß Valentinstag. Immer so nen Rummel darum zu machen. Eigendlich mochte der 27 Jährige den Tag recht gerne, aber wenn er dann nur wegen dem Schmücken seine Bahn verpasste, war er sauer und dann konnte er den Tag der Liebenden nicht mehr leiden. Wie gut das wir jetzt endlich Wochenende haben. Chris musste natürlich eine halbe Stunde auf seine Bahn warten, war das doch genau der Zeitpunkt, an dem die Bahnen nur alle halbe Stunde fuhr. Als er endlich an seiner Haltestelle ausstieg, war natürlich schon halb acht und Tobias würde sich sicher schon Sorgen um ihn machen. Denn wenn einer noch etwas vorhatte, meldete er sich mit seinem Handy ab und der Journalist machte sich grundsätzlich über alles Sorgen. Leicht lächelte er als er das beleuchtete Fenster in seiner Etage sah und so beeilte er sich noch einmal um schnell die Türe unten aufzuschließen, in den zweiten Stock zu kommen und dort die Haustüre aufzuschließen.
 
 Tobias war wie zu erwarten vor seinem Freund zuhause gewesen und hatte noch schnell der Nachbarin aus dem dritten Stock die Wäsche nach oben getragen, hatte diese doch einen Bandscheibenvorfall gehabt und durfte seitdem nicht mehr so schwer tragen. Danach ging der Blauäugige die beiden Treppen wieder nach unten und schloss auf seiner Etage die Haustüre auf, tastete erst einmal nach dem Lichtschalter und schloss die Türe als die Lampe aufflammte. Schnell hatte er sich seiner Schuhe und seiner Tasche entledigt und war direkt in die Küche gegangen, hatte dort den Kühlschrank inspiziert und hatte sich dann für Nudeln und Schweinegeschnetzeltes entschieden, mochten beide das doch gerne. Also suchte er sich alles was er dazu brauchte raus, verteilte es auf der Arbeitsfläche und begann mit kochen. Als er mit Kochen fertig war, blickte er auf die Uhr und stellte fest, dass es schon viertel nach Sieben war und sein Freund noch nicht da war. Sonst ist er doch immer um sieben da. Hoffentlich ist ihm nichts passiert. Damit alles warm blieb, schüttete er das Fleisch und die Sauce zu den Nudeln und schaltete die Platte auf kleine Flamme. Dann setzte er sich an den Tisch und wartete auf seinen Freund, behielt dabei die Uhr ganz genau im Auge.
 
 Christian schnupperte da es so gut roch und umso mehr beeilte er sich, den Schlüssel an den Haken zu hängen, seine Schuhe auszuziehen und in die Küche zu gehen. Gleich kniete er sich vor das Häufchen Elend das auf dem Stuhl saß und legte ihm eine Hand auf die Wange. “Es tut mir leid Schatz, aber ich hab durch das blöde Dekorieren die S-Bahn verpasst und musste die Nächste nehmen. Ich wollte dir wirklich keine Sorgen bereiten, es tut mir leid.“ Als Tobi seinen Kopf den er zuvor gesenkt hatte hob und ihn anblickte, musste er schlucken. Sanft wischte er ihm die Tränen die ihm über die Wangen liefen mit dem Daumen weg und schloss ihn dann in seine Arme. “Das nächste Mal werd ich dich anrufen, versprochen. Ich hab es vorhin nur vergessen.“
 
 Tobi hatte gar nicht gemerkt, dass er geweint hatte, bis sein Freund sie ihm weggewischt hatte. Er schloss seine Arme um seinen Freund, kuschelte sich an ihn und versteckte sein Gesicht in seiner Halsbeuge. “Tut mir leid, ich mach mir nur einfach Sorgen um dich. Ich kann es doch auch nicht ändern.“ Er genoss die tröstende Hand auf seinem Rücken und die in seinen Haaren und wusste natürlich, dass er sich albern verhielt wenn er hier weinte. “Ich hab halt nun mal nah am Wasser gebaut. Lass uns essen, sonst wird es kalt.“ Der Schwarzhaarige löste sich von seinem Freund, raubte ihm noch einen Kuss und blickte ihm dann in die Augen. “Ich verspreche mir nicht mehr so viele Sorgen zu machen wenn du später kommst.“
 
 Christian schüttelte leicht seinen Kopf und erwiderte: “Ich find es süß das du dir Sorgen um mich machst, so zeigst du mir nämlich das du mich liebsten, denn wenn es nicht so wäre, würde du dir ja keine Sorgen um mich machen. Ich hab Hunger und das was du gekocht hast, richt einfach nur lecker.“ Kurz küsste er ihn noch auf die Stirn, stand dann auf und deckte noch schnell den Tisch und stellte gleich den ganzen Topf mit einem Korkuntersetzer auf den Tisch. “Du hast heute Mittag nichts gegessen hab ich Recht?“, fragte er liebevoll und schöpfte erst seinem Freund und dann sich selbst.
 
 Ein Lächeln schlich sich bei Christans Worten auf seine Lippen und er bedankte sich für das Kompliment. Schnell holte er noch was zu trinken für sich und seinen Freund und setzte sich dann ebenfalls an den Tisch. “Ja, ich hatte nichts zum Mittag. Alle Welt wollte was von mir und wenn ich Pause gemacht hätte, wäre ich zu spät zuhause gewesen und das wollte ich nicht schon wieder wo ich doch gestern schon später zuhause war.“ Gemeinsam aßen sie zusammen was der Journalist gekocht hatte und überlegten sich, was sie am Wochenende machen wollten. Sie entschieden sich schließlich morgen in die Ägyptische Ausstellung zu gehen und Christan wollte am Sonntag für sie beide Kochen, da er nicht arbeiten musste.
 
 Christian unternahm gerne etwas mit seinem Freund und wo sie schon einmal Zeit hatten konnten sie sich auch in Ruhe die Ägyptische Ausstellung ansehen, stand sein Kleiner doch auf alles was mit Ägypten zu tun hatte. Chris schickte seinen Freund raus aus der Küche, damit er sich um das Geschirr kümmern konnte, während sein Freund sich schon mal überlegen sollte, was sie denn nun heute Abend machen könnten. Ein Lächeln schlich sich auf sein Gesicht als er nach getaner Arbeit ins Wohnzimmer kam und seinen Freund dort kniend auf dem Boden vorfand, wo dieser gerade das Spielbrett für Monopoly aufbaute. Von dem Spiel konnten die beiden einfach nicht genug bekommen und spielten es, wann immer sie Zeit dazu fanden.
 
 Der 27 jährige Journalist liebte seinen Freund dafür dass dieser so selbstverständlich seine freie Zeit mit ihm in Ausstellungen oder sonst wo verbrachte. Er küsste ihn noch sanft bevor er die Küche verließ und in ihrem Spieleschrank nach ihrem Lieblingsspiel kramte, es dann auf dem Boden ausbreitete. Die beiden hatten keine Ahnung warum ausgerechnet dieses Spiel so eine magische Anziehungskraft auf sie ausübte aber im Grunde war es ihnen auch egal. Da die beiden schon festgelegte Muster für das Spiel hatten und es abgewandelt hatten, indem der gewann der als erstes kein Geld mehr hatte, dauerte es auch bis weit nach Mitternacht bis Christan endlich gewonnen hatte. Glücklich gingen die beiden Schlafen und schliefen in den Armen des Anderen ein.
 
***
 
 Tobias war, obwohl es Samstagmorgen war, schon wieder recht früh wach und hatte beschlossen, heute mal zum Frühstück frisches Baguette zu holen, gab es sonst doch immer Toast zum Frühstück weil keiner zum Bäcker wollte. Also zog sich der Schwarzhaarige kurz an, steckte sein Handy und sein Geldbeutel ein, nahm sich noch seinen Rucksack und schrieb seinem Freund einen Zettel, damit dieser sich keine Sorgen machte, wenn dieser aufwachte bevor er wieder da war. Gerade als er das Hochhaus verließ und auf die Straße trat, klingelte sein Handy und als er ranging, war Moritz dran, der ihm mitteilte, das er fertig sei und Tobias es abholen könne. Also machte er sich auf zu seinem Arbeitsplatz, kaufte dort im Bäcker der sich in derselben Straße befand das Baguette und holte sich beim Drucker das kleine Packet ab. Danach beeilte er sich wieder nach Hause zu kommen, hatte er doch ursprünglich den anderen Bäcker nehmen wollen der näher an ihre Wohnung lag.
 
 Christian war von der fehlenden Wärme an seiner Seite aufgewacht und erstmal durch die Wohnung gestromert, bis er den Zettel auf den Küchentisch entdeckt hatte. “Das ist lieb von ihm“, murmelte er zu sich und deckte dann den Tisch, bevor er duschen ging. Gerade als er fertig war und sich ein Handtuch um die Hüften wickelte, hörte er die Eingangstüre auf und wieder zu gehen. Er trat aus dem Bad, ging in die Küche und holte sich erst einmal seinen Gutenmorgenkuss ab. “Morgen Schatz. Das wäre aber nicht nötig gewesen, aber es ist trotzdem lieb von dir. Ich zieh mir nur kurz was an und dann können wir essen.“ Damit kehrte er in ihr Schlafzimmer zurück und zog sich dort an, damit sie gleich danach in die Ausstellung konnten.
 
 Währenddessen stellte Tobi den Rucksack auf einem Stuhl ab, nahm sich dass Päckchen heraus und versteckte es bei den anderen Utensilien die er schon für Sonntag besorgt hatte. Damit konnte nichts mehr schief gehen, musste er heute Mittag nur noch kurz beim Blumenhändler um die Ecke vorbei. Danach ging er wieder in die Küche und holte das Brot aus dem Rücksack, legte es in den Korb der schon auf den Tisch stand und wartete auf seinen Freund, nahm ihn in die Arme als dieser wieder kam. “Das hab ich doch gerne gemacht und wir müssen ja schließlich nicht jedes Wochenende Toast essen. Lass es dir schmecken“, damit verteilte er noch den Kaffee aus der Maschine auf zwei Tassen, stellte sie auf den Tisch und setzte sich dann an diesen, ließ es sich schmecken.
 
 Die beiden ließen sich Zeit beim Frühstücken und fuhren dann gemütlich mit der Bahn in die Stadt. Die Ausstellung war wirklich ein voller Erfolg und sein Freund konnte sich gar nicht satt sehen, lief wie ein kleines Kind von einer Vitrine zur nächsten was den 27 Jährigen leicht schmunzeln ließ. Er freut sich jedes Mal wie ein kleines Kind. Das sichere Zeichen, das ich es richtig gemacht habe. Sie verbrachten ein paar Stunden in den Räumlichkeiten, bevor sie noch einen Schaufensterbummel machten und dann mit der Bahn zurück fuhren. Sie waren gerade auf dem Weg von der Station zurück zu ihrem Hochhaus, als Tobis Handy klingelte.
 
 Dieser kramte gleich danach und nahm gleich ab, meldete sich völlig überdreht mit seinem Namen, war er doch noch so glücklich dass sein Freund sich mit ihm die Ausstellung angesehen hatte. Der 26 Jährige antwortete nach einem für seinen Freund unbekannten Schema mit ja und nein und legte schließlich auf. “Es war meine Schwester, ob ich ihr morgen im Blumenladen helfen könnte“, log er seinen Freund an und im selben Moment tat ihm sein Herz wieder weh. Denn es war nicht seine Schwester am Telefon gewesen, sondern der Blumenhändler um die Ecke, der ihm eben mitteilte, dass er die Rosen auch morgen abholen könne.
 
 Christian hatte die Lüge schon durchschaut, als sie den Mund seines Freundes verlassen hatte. Dieser hatte nämlich schon vor einer Woche mit seiner Schwester geredet und ihr erklärt, dass er ihr dieses Jahr nicht helfen könne, dass sie doch ihr Fünfjähriges hatten. Warum lügt er mich an? Er geht doch nicht etwa fremd? Dabei hatten wir doch ausgemacht, dass wir es dem jeweils anderen sagen, wenn wir uns neu verlieben. Der Blonde hing den ganzen Weg hoch in ihre Wohnung seinen Gedanken nach und ihm fiel wieder ein, dass sich sein Schatz schon die ganze Woche so seltsam verhielt. Er immer an seinem Handy hing und irgendwas ausheckte. Auch hatte er als er auf dem Computer seine Mails beantwortete eine Datei gefunden, die er partout nicht hatte öffnen können. Er war so sehr mit seinen Gedanken beschäftigt, sodass er nicht einmal bemerkte, wie er sich beim Gemüseschneiden in den Finger schnitt.
 
 Tobi war keineswegs entgangen das sein Freund mit seinen Gedanken ganz wo anders war. Ob er meine Lüge durchschaut hat? Als sein Schatz sich in den Finger schnitt ohne was zu merken, zog er ihn an der Hand hinter sich her ins Bad und versorgte die kleine Schnittwunde mit einem Pflaster. “Ich mach den Rest alleine fertig, deckst du schon mal den Tisch?“ Er wusste dass er unfair gegenüber Christian war, aber morgen war ja alles vorbei und dann würde er ihn nie wieder anlügen. Er war sich auch im Klaren darüber, das sie ausgemacht hatten, sich nichts zu schenken, aber er war nun einmal romantisch veranlagt und das Zehnjährige konnte jeder groß feiern.
 
 Christian nickte nur, gab seinem Schatz einen Kuss auf die Wange und ging dann ins Wohnzimmer, wo er sich auf die Couch setzte und wieder seinen Gedanken nachging. Ob diese ganze Heimlichtuerei wirklich was damit zu tun hat das er einen Neunen hat? Für Valentinstag und unser Fünfjähriges kann er nichts planen, wir haben ja ausgemacht, dass wir uns nichts schenken. Bitte lieber Gott, lass ihn keinen Andern haben. Das würde ich nicht überleben. Er war so weit in seine Gedanken und Gefühle abgedriftet, dass er noch nicht mal Tobias hörte, der ihn rief.
 
 Tobias war inzwischen wieder in die Küche gegangen und hatte sich wieder an die Gemüsepfanne mit Nudeln gemacht. Als er fertig war, verteilte er zwei Portionen auf die Teller, stelle sie auf den Tisch und rief dann nach seinem Freund. Als dieser jedoch nicht reagierte, ging er ins Wohnzimmer und fand ihn dort auf der Couch sitzend vor. Morgen hat das ganze ein Ende und dann erklär ich ihm alles. Er konnte seinem Freund ansehen, das er irgendwas schlechtes dachte und wie Schuppen fiel es ihm von den Augen, als ihm wieder einfiel, das sein Freund es mitbekommen hatte, als er seiner Schwester vor einer Woche wegen Valentinstag abgesagt hatte. Er ging vor dem Älteren in die Hocke, legte ihm eine Hand auf die Wange und begann als dieser ihn anblickte: “Es tut mir leid, das ich dich angelogen habe. Morgen hat das Ganze ein Ende versprochen. Morgen werd ich dir alles erklären.“
 
 Eben dieser blickte in das Gesicht des Jüngeren und nickte unmerklich. Also doch, er hat mich angelogen. Hat er etwa so wenig vertrauen zu mir das ich das nicht akzeptieren würde? Chris stand auf, wuschelte seinem Freund nur halbherzig durch die Haare und ging dann in die Küche, wartete erst gar nicht auf seinen Freund und begann mit Essen. Als er fertig war, packte er sein Geschirr in den Geschirrspüler und verzog sich dann ohne was zu sagen ins Schlafzimmer, legte sich dort aufs Bett und versuchte an nichts zu denken.
 
 Tobi wusste das er es ihm hätte sagen sollen, als Chris ohne was zu sagen in die Küche ging und schon mitten am Essen war, als er dazu kam. Traurig blickte er dem Anderen hinterher, als dieser die Küche verließ. Inzwischen war er sich gar nicht mehr so sicher ob das was er morgen vorhatte, wirklich eine gute Idee gewesen war, als er sie an Weihnachten gehabt hatte. Der Blauäugige räumte die Küche auf und zog sich dann ins Wohnzimmer zurück, schaltete den Fernseher an, obwohl er nicht einmal darauf blickte, sondern einfach durch ihn hindurch. Irgendwann schaltete er ihn schließlich aus, ging ins Schlafzimmer und machte sich fertig, kuschelte sich in seine Decke und traute sich gar nicht, sich an Christian zu kuscheln.
 
 Dieser hatte sich schon vor einer Weile auf die Seite gedreht und sich seit langem Mal wieder in den Schlaf geweint. Er hatte sich seit dem Essen gefragt, was er den Falsch gemacht hatte, ihm fiel aber nichts ein, war er doch der Meinung dass er seinen Schatz immer auf Händen getragen hatte. Er wachte mitten in der Nacht wieder auf und fand einfach keinen Schlaf mehr. Am liebsten würde er sich an den Körper neben sich kuscheln, doch er traute sich nicht so recht und schlug sich die Nacht um die Ohren.
 
***
 
 Am nächsten Morgen fühlte er sich wie vom Lastwagen überfahren und kämpfte sich aus dem Bett, versuchte seinen Freund nicht aufzuwecken. Wie lange wir wohl noch zusammen sein werden? Dabei liebe ich ihn doch über alles. Erneut lief ihm eine Träne über die Wange, die er mit einer resoluten Handbewegung wegwischte, er sich seine Kleidung nahm und im Bad verschwand. Er machte sich in Rekordzeit, verzichtete sogar auf seinen Kaffee und war schnell aus der Wohnung draußen. Jetzt kam es ihm gerade Recht, das er heute arbeiten musste. Im Cafe ließ er sich gleich einen Kaffee machen, setzte sich dann an den Tresen und nippte gleich an dem Getränk als es vor ihm stand.
 
 Als Tobi aufwachte, war er nicht verwundert, dass Chris schon wach war. Schließlich musste dieser heute arbeiten und er konnte sich vorstellen, dass dieser so schnell wie möglich aus der Wohnung wollte. “Verdammt, dabei weiß er doch das ich nur ihn liebe“, fluchte er vor sich hin und stand dann auf. Er gönnte sich erst einmal eine ausgiebige Dusche, machte sich dann daran das Essen für den Abend soweit vorzubereiten, verbrachte dann den Tag vor dem Fernseher und statte dem Blumenhändler hier in der Gegend einen Besuch ab.
 
 Carlos versuchte ihn zu trösten, doch auch das half dem Blonden nicht aus seinem Stimmungstief heraus. Als das Geräusch der öffnenden Türe erklang, setzte er ein Lächeln auf und stürzte sich gleich in die Arbeit, konnte so wenigstens etwas seinen Freund vergessen, auch wenn sein Herz wehtat. Ging sonst die Zeit immer viel zu langsam rum, raste sie heute nur so an ihm vorbei und der Feierabend stand vor der Türe. Christian ging nachdem er seine Sachen aus dem Spinnt geholt hatte, zur Bahnstation und fuhr mir ihr zu seiner Station. Mit klopfendem Herzen stand er vor ihrem Hochhause und stutzte, als er kein Licht in der zweiten Etage sah. Tief atmete er noch einmal durch und betrat dann das Hochhaus.
 
 Als es Zeit wurde, stellte Tobi den Backofen an und präparierte dann die Wohnung. Stellte die roten Kerzen auf und zündete sie an, stellte die selbst geschriebenen Karten daneben und streute einen Weg aus Rosenblättern, die er noch zuvor geholt hatte, löschte das Licht in der ganzen Wohnung und verkrümelte sich dann mit dem Päckchen ins Schlafzimmer, wo er es sich auf dem Bett bequem machte, das Päckchen auspackte und ein kleines, braunes Buch zutage förderte. Schnell zündete er noch die Kerzen die er ihm Schlafzimmer verteilt hatte an und dann konnte sein Freund nachhause kommen.
 
 Langsamer als sonst brachte er die Treppen hinter sich und vor der Türe stockte er noch einmal kurz, bevor er auch hier den Schlüssel ins Schloss steckte und aufschloss. Verwirrt blickte er auf die Kerze die auf der Ablage unter dem Schlüsselbord stand, schloss die Türe hinter sich und griff dann nach dem roten Kärtchen das neben der Kerze stand. Langsam klappte er sie auf und lass leise vor “Geh zur nächsten Kerze“. Ein kleines Lächeln schlich sich auf sein Gesicht und er machte sich auf die Suche nach der nächsten Kerze, die er ihm Wohnzimmer fand. Wir hatten doch abgemacht dass wir uns nichts schenken. Er setzt aber auch immer seinen Kopf durch. Auf dem Wohnzimmertisch stand die nächste Kerze und auch eine Karte war dabei. “Warum läufst du im Dunkeln herum? Mach Licht!“ Also legte er die Kerze zurück, trat zur Wand und betätigte dort den Lichtschalter. Als seine Augen sich an das Licht gewöhnt hatten, bemerkte er auch die Rosenblätter die auf dem Boden lagen und zur anderen Türe wieder hinausführten, direkt zum Schlafzimmer. Also trat er vor diese Türe, öffnete sie und musste lächeln, als er seinen Freund auf ihrem Bett vorfand, von Rosenblättern umgeben.
 
 Als er die Türe hörte, hielt er die Luft an und als er das Licht durch den Spalt unter der Türe durchscheinen sah, wusste er, wo Christian sich jetzt befand. Als die Türe aufging, schenkte er ihm ein strahlendes Lächeln, schlug das Buch in seinen Händen auf und begann mit lesen.
 
            Unser schönster Valentinstag
 
Leise vor mich hingrummelnd stand ich hinter der Theke und schüttelte nur leicht den Kopf über die kreischende Meute, die heute, am Valentinstag alle rote Rosen wollten. Auch jetzt, wo ich schon drei Stunden meiner Schwester half, konnte ich mir nicht erkläre, warum ich zugesagt hatte. Als ein großer, gut aussehender Mann in meinem Blickfeld erschien wollte ich schon nach einer der Rosen greifen, als dieser mich aufhielt. “Nein, ich bin nicht wegen einer Rose hier. Ich möchte lediglich eine weiße Lilie. Zum Feiern ist mir nicht wirklich zumute.“ Ich nickte nur, trat hinter der Theke hervor und trat zu dem Eimer indem sich die Lilien befanden. Ich nahm eine heraus, ging wieder zurück und fragte den Kunden dann: “Soll ich sie einpacken oder möchtest du sie so mitnehmen?“ Das leichte Lächeln irritierte mich und ich spürte, wie ich rot anlief. “Ich nehm sie so mit“, erwiderte sein Gegenüber und als ich ihm die Lilie gab, berührten sich unsere Hände, schickten ein Kribbeln durch meinen Körper. “Los, du machst jetzt Feierabend und ab mit dir durch die Mitte. Du hast auch ein Recht glücklich zu werden nach der Sache mit Max.“ Ich blickte meine Schwester erschrocken an und dann den Kunden. Ich konnte es nicht fassen das meine Schwester gerade quasi in aller Öffentlichkeit gesagt hatte, dass ich auf Kerle stand. “Wenn du nichts mehr zu tun hast, dann lad ich dich auf nen Kaffee ein.“ Moment mal, was das gerade die Einladung zu so was Ähnlichem wie ein Date? Schließlich nickte ich, brachte meine Schürze nach hinten und verließ mit Christian, wie er sich vorstellte, den Blumenladen.
 
 
 
 Christian stand mit Tränen in den Augen in der Türe und konnte einfach nicht fassen, dass Tobias, sein Tobias gerade eben vorgelesen hatte, wie die Beiden sich kennen gelernt hatten. So ein Dickkopf. Wir wollten uns doch nichts schenken. Er trat richtig ins Zimmer, ging zum Bett, beugte sich zu seinem Freund und küsste ihn sanft. “Das ist so super lieb von dir. Deswegen hast du also ständig telefoniert. Und ich dachte schon du hast dich in jemand anderen verliebt. Ich hoffe du kannst mir verzeihen dass ich dir misstraut habe.“
 
 Tobias legte das Buch beiseite, erwiderte den Kuss und nahm dann Christians Gesicht in seine Hände. “Es tut mir leid dass ich dich angelogen hab, das wollte ich nicht. Aber es sollte doch eine Überraschung werden. Den Zehntenjahrestag kann jeder feiern. Ich wollte unseren Fünften zu was besonderem machen und hab deswegen die ganzen Geheimnisse vor die gehabt. Ich wird dich nie wieder anlügen“, schwor der Schwarzhaarige und wischte dem Älteren die Tränen aus dem Gesicht. “Ich liebe dich Chris.“
 
 Der Grünäugige legte seine Hände auf die von Tobias und streichelte sanft mit seinem Daumen über den Handrücken. “Ich liebe dich auch mein Kleiner. Lass uns essen, denn du wirst ja was gekocht haben.“ Damit stand er auf, hielt seinem Freund die Hand hin um ihm aufzuhelfen und zog ihn dann mit sich in die Küche, wo der Tisch schon hübsch geschmückt war und nur noch darauf wartete, das die beiden das Essen aus dem Ofen nahmen und es sich gemütlich machten. Die beiden genossen das Essen und den Abend und Chris war genauso glücklich wie damals, als die beiden sich in dem Blumenladen kennen gelernt hatten.