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Was bei einem Barbesuch so alles passieren kann

Original/ Reale Welt [NC-16] [abgeschlossen] 

keine Warnungen 

Inhalt:
Sven, ein Student der Tiermedizin, beginnt einen Nebenjob im Rush-Inn und ist froh, dass er so seine Eltern entlasten kann, die ihm das Studium finanzieren. Eines Abends trifft er Holger während seiner Schicht in der Kneipe und versucht sich als Seelenklempner, was sonst Alex Gebiet ist. Ob er es schafft Holgers Probleme zu lösen und ob er jemals den Richtigen für eine feste Bindung finden wird?

Disclaimer:
Sven und Holger gehören nicht mir, sondern Silberchen und ich hab sie mir nur ausgeliehen, um eine Story zu der 'Auf dem Hof' Challenge zu schreiben, die kaKENuri ins Leben gerufen hat.

Zu finden auch auf www.yaoicamp.de/rush-inn/

Bemerkung:
Heute gibt es keinen Senf von mir dazu.

 


 

Was bei einem Barbesuch so alles passieren kann

Warum saß er jetzt noch einmal in diesem Bus und hörte sich die Ausführungen seines Mitkommilitonen an? Ach ja, da war mal wieder eine dieser Campuspartys vor zwei Tagen gewesen und wie immer hatten sie ihn gefragt, ob er sich nicht um die Getränke kümmern wolle und wie er seine Mitstudenten kannte, würden die nicht eher locker lassen, bis er zustimmen würde.

Einmal hatte er sie solange ignoriert bis sie ihn auf Knien angefleht hatten und irgendwann hatte es sich sogar in der ganzen Uni herum gesprochen und alle hatten versprochen zur Campusparty zu kommen, wenn nur Sven die Getränke machen würde. Also hatte er sich geschlagen gegeben und hatte sich auf der Party um die Drinks gekümmert, wobei das sowieso eines seiner Hobbys war und so schlimm war es ja eigendlich auch nicht.

Irgendwann hatte Josh ihn schließlich gefragt ob er am Wochenende nicht mit ihm um die Häuser ziehen wolle und weil er eh noch nichts vorhatte, hatte er schließlich zugestimmt. Mit Josh war er seit dem ersten Tag an der Uni befreundet und er war auch der einzige der wusste das Sven auf Männer stand, denn Josh war selber Schwul und hatte sein Glück schon versucht, doch war er nicht Svens Typ und so waren die beiden eben die besten Freunde geworden.

Der dunkelhaarige Student wurde aus seinen Gedanken gerissen als sein Nachbar ihm auf die Schulter klopfte und meinte, hier müssten sie jetzt aussteigen. Sven folgte seinem besten Freund und blieb verwirrt vor einer grünen Türe stehen. "Und hier ist es jetzt also? Das sieht so nichts sagend aus", meinte er und blickte den Rothaarigen neben sich fragend an.

Der enthielt sich einer Antwort und zog Sven einfach hinter sich her durch die grüne Türe in einen gemütlichen Raum und dort direkt an die Bar. "Hi Alex wie geht's? Ich bekomm ein Bier und mein Freund hier eine Cola", hörte er den Schotten sagen und sogleich verlangte er zu wissen: "Hey, woher weißt du das ich kein Alk trinke? Das hab ich dir nie erzählt." "Also bitte wir haben jetzt in den letzten 3 Jahren wohl an die 200 Campuspartys erfolgreich hinter uns gebracht und nie hab ich dich etwas Alkoholisches trinken sehen. Da zählt man einfach eins und eins zusammen."

Damit schnappte sich sein Kumpel das Bier das ihm der Barkeeper reichte und steuerte einen Tisch in der Nähe der Bar an, ließ sich an ihm nieder. Sven bedankte sich schnell bei dem dunkelblonden Mann, nahm sich sein Glas und setzte sich dann zu Josh. "Netter Laden, kommst du schon lange hier her?", fragte der Dunkelhaarige aus Neugierde und ließ seinen Blick durch den Raum schweifen.

Seine Begleitung nippte kurz an seinem Bier und meinte dann: "Seit einem Jahr ungefähr. Ich erkläre dir mal ein paar Sachen. Also, alle die da an der Wand sitzen wollen ihre Ruhe haben und beobachten. Alle die an den Tischen in der Mitte sitzen sind sozusagen Freiwild oder haben sich mit jemandem verabredet. Die an der Bar wollen meistens mit Alex reden, ihm gehört die Bar und er ist wohl der einzige Heteromann der jeden Tag her kommt. Also versuch es erst gar nicht."

Sven nickte nur, nahm einen Schluck Cola und beobachtete dann weiterhin die Leute die hier ein und ausgingen, Bekannte begrüßten oder einfach nur was zu trinken bestellte und sich dann an die Wand zurückzogen. Als plötzlich Stimmen laut wurden, hatten die beiden Streithähne alle Aufmerksamkeit auf sich doch das schien sie nicht sonderlich zu beeindrucken, denn so wie das Ganze aussah, würde der Streit wohl noch in einer Schlägerei enden, wenn keiner etwas unternehmen würde.

Er blickte interessiert zu dem Besitzer und dem war anzusehen das er die Beiden an liebsten voneinander getrennt hätte, wenn er seinen Tresen nur hätte verlassen können. Also fasste sich Sven ein Herz, vermutlich auch nur weil er seit neun Jahren Karate machte und trat zwischen die beiden Streithähne, hielt sie so davon ab, sich gegenseitig zu schlagen.

"Ihr habt jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder ihr schlagt euch hier die Köpfe ein und jeder sieht was für Idioten ihr seid oder aber, ihr nehmt euch die Kohle und geht an der Bar was trinken." Mit diesen Worten zog er einen Zehneuroschein aus seiner Hosentasche und hielt ihn in die Höhe, sodass die beiden Möchtegernboxer ihn genau sehen konnten. Abwartend zog er eine Augenbraue in die Höhe und als einer der Beiden nickte, den Schein nahm und mit dem Andern an die Bar verschwand, kehrte er zu seinem Tisch zurück und ließ sich auf seinen Stuhl fallen.

"Respekt, das hätte ich mich nie getraut", lobte ihn John und gemeinsam stießen sie mit ihren Getränken an. Als er an die Bar blickte, nickte ihm der Barkeeper anerkennend zu und winkte ihn dann überraschenderweise zu sich. Also stand Sven auf und trat zu der an einigen Stellen abgenutzten Bar. "Danke für deine Hilfe, dein Drink geht auf mich. Ich hätte es ja selbst gemacht, aber da meine Aushilfe vorhin einen Autounfall hatte, bin ich heute alleine hier und einer muss sich ja um die Bar kümmern."

"Hey, das hab ich doch gerne gemacht. Ich freue mich immer wenn ich jemandem helfen kann und vielen dank für den Drink", erwiderte der Student bescheiden und kaum das er seinen Mund wieder geschlossen hatte, ging die Türe auf und eine Gruppe von acht jungen Männern kam herein. Als sie drei Biere und fünf Shirley Templeten bestellten, hörte er Alex leise stöhnen.

Als der Dunkelblonde meinte, da bräuchte man ja noch vier Arme und das erste Glas griff um es zu befüllen, schlich sich ein kurzes Lächeln auf Svens Gesicht bevor er meinte: "Du scheinst ziemlich überfordert zu sein vielleicht kann ich dir auch dabei helfen. Ich mach das als Hobby auf unseren Campuspartys und wenn man meinen Mitstudenten trauen kann, mach ich das recht ordentlich."

Alex schien kurz zu überlegen, denn schließlich nickte er, winkte ihn zu sich hinter die Theke und füllte erneut Bier in das Glas nachdem der Schaum weg war. Kurz zeigte er Sven wo er finden konnte was er für die Drinks brauchen würde und widmete sich dann wieder dem Bier. Den Tiermedizinstudenten ehrte es das der Besitzer des Rush-Inn ihm soweit vertraute, dass er Drinks mixen durfte.

Also machte er sich auch gleich daran die gewünschten Getränke herzustellen und schon nach kurzer Zeit hatten sie die Bestellung fertig gestellt. Alex atmete tief durch und wandte sich dann Sven zu. "Vielen Dank für deine Hilfe ..." "Sven. Ich heiße Sven Berger und es war mir eine Freude", erwiderte der Student und schüttelte die ausgestreckte Hand des Dunkelblonden.

"Na ja, das ist jetzt vielleicht ein bisschen ungewöhnlich aber ich hab ein Problem. Meine eine Aushilfe ist in Ferien und die Andere hatte heute einen Unfall und jetzt hab ich im Moment keinen der mir hilft. Du scheinst das gerne zu machen und da wollte ich dich fragen, ob du hier nicht aushelfen möchtest." Gespannt blickte Alex ihn an und Sven musste nicht lange nachdenken und sagte sofort zu.

"Sicher, ich helfe dir gerne und mir macht das mixen von Drinks Spaß, also wäre das doch wirklich eine klasse Job neben dem Studium. Brauch ich was Bestimmtes? Kleidung? Darf ich irgendwas nicht tragen?", fragte Sven interessiert und hoffte inständig, das Alex nichts gegen Ketten hatte, denn ohne sein Kreuz würde er gar nichts machen.

Während er ein gerade bestelltes Bier zapfte antwortete er auf Svens Frage. "Du brauchst einfach eine schwarze Hose und ein weißes Hemd. Eine dunkle Weste wäre auch noch gut, aber die ist nicht zwingend notwenig. Schmuck kannst du ruhig tragen, solange du dich nicht wie ein Weihnachtsbaum voll hängst. Kannst du gleich heute Abend anfangen? Das wäre echt großartig."

Der Tiermedizinstudent nickte nur, ging zu seinem besten Freund, erklärte ihm kurz die Lage und kehrte dann mit seiner Cola zurück zu Alex. "Wohnst du weit von hier entfernt?", begrüßte ihn Alex als er zurück kam und seine Cola in eine Ecke stellte in der sie nicht stören würde. "Nein, nur ein paar Straßen weiter, ich kann also so lange bleiben wie du mich brauchen wirst, das ist schon in Ordnung schließlich haben wir ja Wochenende und ich hab somit keine Vorlesungen."

Der Barkeeper klatschte vor Begeisterung kurz in die Hände und meinte dann: "Das ist ja klasse. Ab halb elf wird es weniger bis dahin würde ich dich brauchen. Und wenn du morgen zwei Stunden früher da sein könntest, dann würde ich dir noch ein paar Drinks zeigen die hier am meisten gekauft werden. Und wenn du eine Frage hast, dann nur her damit." Damit wandte er sich ein paar Gästen zu die gerade zahlen wollten und begrüßte die neuen Gäste, die wohl öfters her kamen.

Sven nickte nur auf die ganze Flut an Informationen und machte sich dann daran, zwei Doppeltewhiskeys zu mixen und sie dann auf den Tresen zu stellen, damit die Gäste sich ihre Drinks nehmen konnten. So bedienten sie jeden Gast der noch kam, der schon da war und kassierten das Geld der Gehenden. Irgendwann so kurz nach zehn verabschiedete sich Josh mit einem Brünetten im Arm und Sven war sich sicher, dass das nicht lange halten würde.

Bis jetzt hatte sein Freund immer nur One-Night-Stands gehabt und nie kam etwas Festes dabei heraus. Er selbst hatte bis jetzt zwei feste Beziehungen gehabt, aber die schienen alle nicht für die Zukunft gemacht zu sein. Seinen ersten Freund hatte er mit sechzehn und zu dem Zeitpunkt hatte er seinen Eltern auch erzählt, dass er Schwul war. Sie hatten es ganz ruhig aufgenommen und hatten gemeint, dass sie glücklich wären solange er glücklich sei.

Seinen zweiten Freund hatte er mit 23 aber das hatte nur zwei Monate gehalten, war die Begründung gewesen, das er zu langweilig war, dabei hatte er sich nur auf sein Studium konzentriert, wo seine Eltern ihm das doch zahlten und er wollte sie nur stolz machen. Damals musste ihn Josh einen Monat wieder aufbauen bis er es halbwegs verkraftet hatte. Manchmal hatte Sven einfach das Gefühl, das er nie den perfekten Partner für sich finden würde.

Länger konnte Sven auch gar nicht mehr in Erinnerungen schwelgen denn so wie es aussah wollten alle gleichzeitig gehen und so hatten sie jede Menge zu tun um das Geld zu kassieren und das Wechselgeld herauszugeben. Um viertel vor elf waren schließlich nur noch so an die zehn Leute da und Alex meinte, er könne jetzt ruhig nach Hause gegen. Sie verabredeten sich für den nächsten Tag um sechs Uhr abends damit Sven noch das wichtigste lernen konnte und dann verabschiedete sich Sven auch schon.

Als er auf die Straße trat, schlug ihm die kalte Luft entgegen und man merkte einfach, dass es erst März war. Am Tag war es schön warm gewesen uns so hatte er sich keine Jacke mitgenommen und das machte sich jetzt eben bemerkbar. Aber er musste ja wirklich nicht weit und so beschloss er einfach nach Hause zu joggen, so konnte er auch gerade noch trainieren, das hatte er heute noch nicht gemacht.

Nach kurzer Zeit stand er vor einer kleinen Bäckerei, ließ seinen Blick an dem Haus emporgleiten und stellte fest, dass seine Eltern wohl schon schliefen, denn die Fenster in ihrer Etage waren dunkel. Er kramte den Schlüssel aus seiner Hosentasche, schloss die Türe neben dem Eingang des Ladens auf und schlich sich so leise wie möglich in seine Etage. In seiner kleinen Wohnung angekommen aß er nur kurz etwas, machte sich dann Bettfertig und schlief ziemlich schnell ein.


Das ganze war jetzt schon zwei Monate her und immer wenn Alex ihn brauchte, stand er im Rush-Inn hinter der Theke und bediente die Gäste. Langsam kannte er auch schon die Stammgäste die in der Zeit immer kamen mit Namen, wobei er noch lange nicht so gut war wie Alex, der wirklich alles über seine Gäste zu wissen schien, auch wenn die eine längere Zeit nicht mehr da gewesen waren.

Bis um zehn Uhr passierte nichts großartiges, Männer kamen und gingen, einige sogar zu zweit, es wurde viel getrunken und die Stimmung war sehr ausgelassen. Alex musste einen seiner Gäste wieder zusammen flicken der am Boden zerstört war weil er seinen Freund in flagranti erwischt hatte und so durfte sich Sven alleine um die Getränke kümmern, aber im Moment hielt es sich mit den Bestellungen in Grenzen.

Als die Türe aufging und einen jungen Mann herein kam, ging er in Gedanken die Menschen durch die er in den letzten zwei Monaten hier schon gesehen hatte, fand aber keinen gemeinsamen Nenner. Der Neue ging zielstrebig auf die Bar zu, setzte sich auf einen Hocker direkt vor Sven und bestellte sich zwei Doppelte, die er gleich als sie vor ihm standen hinunter kippte. Also füllte Sven ungefragt ein Glas Cola und stellte es vor den Braunäugigen. "Damit du nicht gleich vom Hocker kippst", rechtfertigte er sich und nahm dann selbst einen Schluck aus seinem Glas.

Zehn Minuten sagte keiner der Beiden etwas und Sven mixte eine Bloody Mary die sich eben einer der Gäste bestellt hatte, der schon den ganzen Abend in der Dunklen Ecke saß und die Anderen nur beobachtete. "Sag mal...", begann der Braunhaarige und spielte mit dem Glas das noch halbvoll vor ihm stand. "Kann man hier mit jemandem reden? Ich meine wenn man Probleme hat?"

Sven warf einen Blick zu seinem Chef und seufzte leise auf. "Im Prinzip schon, aber Alex scheint sich nicht so schnell loseisen zu können. Der Kleine da ist wirklich am Boden zerstört. Aber vielleicht kann ich dir auch helfen." Kurz nahm er das Geld eines Gastes entgegen und wandte sich dann wieder seinem Gegenüber zu. "Ich heiße übrigens Sven."

Ein Lächeln schlich sich auf das Gesicht des Neuankömmlings und er meinte: "Holger. Freut mich. Vielleicht kannst du mir wirklich helfen. Na ja, ich bin Schwul und meine Eltern wissen es nicht. Sagen wir mal, sie wussten es nicht. Na ja, mein Ex hat heute bei uns zuhause angerufen und hatte meine Ma am Telefon. Sie hat daraufhin gleich meinen Vater angerufen der auf dem Feld draußen war und er wollte gleich kommen. Meine Eltern sind aber Stockkatholisch und ich glaube nicht dass sie sehr begeistert darüber sein werden." Holger seufzte traurig auf und bestellte sich noch einen Doppelten, den Sven nur sehr ungern herstellte.

"Und jetzt bist du bevor es zu dem Gespräch kam abgehauen, hab ich Recht?", vermutete Sven und als der Andere nickte, rieb er sich über die Augen. "Das ist wirklich schwierig. Hast du nicht irgendeinen Verwandten der Nichts gegen Schwule hat und der mit ihnen reden könnte?" Holger schüttelte betrübt den Kopf und legte ihn dann auf die Theke. Er sah schon wie Häufchen Elend aus wie er so auf dem Hocker und dem Tresen hing. Sven entschuldigte sich kurz und nahm das Geld der Gäste entgegen, die sich auf den Heimweg machen wollten. So konnte er sich nebenbei noch eine Lösung für seinen Problemfall ausdenken.

Es ging bereits auf die Elf zu als Alex sich endlich sicher sein konnte, das er seinen Problemfall soweit wieder aufgemuntert hatte, das er ihn unbeschadet nach Hause gehen lassen konnte. Erst jetzt viel ihm Sven wieder ein und sogleich wandte er sich an ihn. "Tut mir leid aber der Kleine hat es echt schlimm erwischt. Du kannst dann jetzt gehen, ich mach den Rest alleine und das nächste Mal kannst du eine Stunde später kommen."

Sven nickte nur, wusch noch schnell sein Colaglas auf und blickte dann seinen Fall an. "Also, ich kann dir jetzt folgendes anbieten. Du schläfst heute Nacht bei mir auf der Couch und ich geh dann morgen mit zu deinen Eltern und ihr klärt das. Vielleicht hilft es ja wenn ein Außenstehender mit dabei ist wenn du dich mit ihnen aussprichst." Das war wirklich alles was er dem Anderen anbieten konnte und nun lag es an ihm, was er machte.

Wenig später standen die beiden vor der kleinen Bäckerei nachdem Holger zugesagt hatte und die beiden sich zusammen auf den Weg gemacht hatten. "Wir müssen leise sein, meine Eltern schlafen schon. Denen gehört die Bäckerei hier und die müssen morgen früh raus damit die Leute ihre Samstagsbrötchen bekommen." Damit schloss er die Türe auf und führte Holger die Treppe hoch.

Eine Etage weiter oben traf er auf seine Mum die in der Haustüre stand und ihren Sohn anblickte. "Haben wir dich jetzt geweckt Mum?", fragte er besorgt und als sie ihren Kopf schüttelte atmete er erleichtert auf. "Nein, ich war noch wach und hab den Schlüssel unten in der Türe gehört. Du kommst spät nach Hause. War so viel bei deiner Arbeit los?" Seine Mutter freute sich wirklich dass ihr Sohn einen Nebenjob gefunden hatte, der ihm auch wirklich gefiel.

"Na ja, Alex hatte nen wichtigen Fall und darum hab ich alles alleine geschmissen. Das ist Holger. Er hat ein paar Probleme mit seinen Eltern und da hab ich ihm angeboten dass er für heute bei mir schlafen darf. Irgendeiner von uns kommt dann morgen früh die Brötchen holen." Damit gab er seiner Mutter noch einen Kuss auf die Stirn und ging dann mit Holger hoch zu seiner Wohnung.

"So, das sind meine bescheidenen vier Wände", meinte Sven als er die Türe zu seinem Reich aufgeschlossen hatte und das Licht brannte. "Also. Die erste Türe links geht in die Küche, die erste rechts ins Wohnzimmer, die zweite links ins Bad und die Türe am Ende zu meinem Schlafzimmer. Ich werd mal die Couch fertig machen. Wenn du willst, kannst du noch was in der Küche essen."

Damit zog Sven seine Schuhe aus und machte sich auf den Weg in sein Zimmer, um dort ein Kissen und eine Decke aus seinem Schrank zu holen, das er immer dort stationiert hatte, wenn Josh mal bei ihm vorbeikam. Damit ging er in sein Wohnzimmer, schaltete dort das Licht an und baute die Couch zu einer Schlafcouch aus. Danach machte er sich auf den Weg in die Küche und fand dort wirklich Holger vor, der Nutellabrote aß.

"Ich hoffe es schmeckt", meinte er, trat zu dem Kühlschrank und holte sich dort eine Flasche Cola heraus. "Möchtest du auch?", fragte er und als der Brünette nickte, nahm er zwei Gläser aus dem Schrank, stellte sie auf den Tisch und goss beiden ein. "Also, dein Bett ist fertig. Wenn du willst leih ich dir ne Boxershort die mir zu groß ist." Sven trank einen Schluck, schnappte sich dann einen Apfel aus dem Fruchtkorb auf seinem Tisch und setzte sich dann auf eben diesen.

"Danke Sven, das würde wohl nicht jeder für nen Fremden machen", meinte Holger und schmierte sich das nächste Brot. "Kann ich dich fragen was du so machst? Na ich mein, ist das im Rush-Inn dein fester Arbeitsplatz oder machst du das nur nebenher?" Gespannt blickte er den Anderen an und schenkte sich selbst noch einmal Cola ein. Es bestanden gute Chancen dass die Beiden danach gute Freunde werden könnten und vielleicht konnte er seine Eltern wirklich davon überzeugen, dass es keine Krankheit war, denn die meisten Menschen dachten darüber so.

Sven schüttelte lächelnd den Kopf und meinte: "Ich mach das nur nebenbei damit ich meinen Eltern nicht zu sehr auf der Tasche liege. Eigendlich studier ich und bin jetzt im siebten Semester. Ich studier Tiermedizin hier an der Uni und es macht total viel Spaß. Und was machst du?" Auch ihn interessierte es was sein Gast so machte, schien der doch Recht nett zu sein und vielleicht wurden sie ja beste Freunde, man wusste ja nie.

"Ich bin Agrarökonom mit der Fachrichtung Viehzucht und arbeite bei meinen Eltern auf der Farm in Renstedt. Mein Kleiner Bruder hilft uns und meine beiden Schwestern arbeiten hier in der Stadt als Buchverkäuferin und Lehrerin. Das macht den beiden total viel Spaß und am Wochenende kommen sie uns immer besuchen", erklärte Holger und schenkte Sven noch mal ein. Irgendwann verzogen die beiden sich in das Wohnzimmer und redeten dort noch über alles Mögliche, bis sie schließlich weit nach drei Uhr morgens ins Bett gingen.

Am nächsten Morgen wachten sie gegen zehn Uhr auf und während Holger duschte, deckte Sven schon einmal den Tisch und machten den Kakao, denn darauf hatte man sich geeinigt. Nachdem Holger fertig angezogen wieder in die Küche kam, bat er ihn bei seinen Eltern unten das Frühstück holen zu gehen und ging dann selber duschen.

Holger hatte nichts dagegen, zog sich seine Schuhe an und schloss die Türe so, das er sie später nur aufdrücken musste. Er stieg die Treppen hinunter, verließ die Türe nur um durch die nächste wieder hindurchzuhuschen. Er musste erst gar nichts sagen denn Svens Mutter lächelte ihn nur an und begann dann eine Tüte mit Brötchen zu packen. "Ich hoffe sie haben gestern Abend noch Schlaf gefunden."

"Ja, das habe ich, vielen Dank. Und ich hoffe, dass die Sache mit ihren Eltern wieder ins Reine kommt. Lass es euch schmecken", meinte Svens Mutter und reichte ihm die Tüte. Artig bedankte Holger sich und trat dann mit der Tüte im Arm den Weg zurück zu Svens Wohnung an. Dort legte er die Brötchen in eine Schüssel die schon auf dem Tisch wartete und setzte sich dann an den Tisch.

Kurz darauf kam auch Sven in die Küche und gemeinsam begannen sie mit Essen. "Und du willst wirklich mit zu meinen Eltern kommen und mit ihnen reden? Ich weiß nicht ob sie einem quasi Fremden zuhören werden." Dieser nickte nur und aß schnell sein Brötchen fertig bevor er erwiderte: "Sicher. Ich hab dir doch versprochen mit ihnen zu reden und ich steh zu meinem Wort. Wie kommen wir zu dir? Fährt zu euch überhaupt ein Bus?"

"Ja, aber nur einmal am Tag", und mit einem Blick auf die Uhr stellte er fest "In einer halben Stunde fährt er am Rush-Inn ab." Er trank seine Tasse leer und blickte den Dunkelhaarigen abwartend an. "Na, ich würde sagen dann sollten wir mal los." Damit räumte er nur schnell die Lebensmittel in den Kühlschrank, den Rest würde er machen wenn er wieder zurück war, steckte sich seinen Geldbeutel und sein Handy ein und wartete dann schließlich fertig an der Eingangstüre nachdem er sich seine Schuhe angezogen hatte.

Die beiden jungen Männer verließen das Haus, sagten nur schnell Svens Eltern Bescheid und machten sich dann auf den Weg zur Bushaltestelle gegenüber des Rush-Inns. Auf dem Weg dorthin und während der ganzen Busfahrt redeten sie über Hobbys, Lieblingsfilme und Musik und stellten viele Gemeinsamkeiten fest. Holger kam die Dreiviertelstunde Fahrt noch nie so kurz vor wie jetzt mit Sven.

Als der Bus genau vor ihrem Hof hielt, was er auch nur tat weil der Busfahrer Holger inzwischen gut kannte, wurde er doch nervös und hätte wohl gleich wieder den Rückzug angetreten wenn Sven nicht seine Hand in seine genommen und ihn hinter sich her gezogen hätte. Woher Sven auf einmal den Mut dazu nahm Holgers Hand in seine zu nehmen konnte er nicht sagen, aber es fühlte sich in dem Moment richtig an.

Holger hielt genau auf das Haupthaus des Hofes zu, war er sich doch sicher dass sich zu dieser Uhrzeit alles dort aufhalten würde, denn es war langsam Zeit zum Mittagessen. Er blickte zu Sven hinab und meinte dann: "Also gut. Auf in die Höhle des Löwen. Was können sie denn im schlimmsten Fall schon machen?" Natürlich wusste er was das Schlimmste das passieren konnte war und das war nun einmal, das sie ihn aus seiner Familie verstoßen konnten.

Der Brauäugige atmete noch einmal tief durch, öffnete dann die Türe und rief hinein: "Ich bin wieder zuhause." Noch mehr Aufmerksamkeit hätte er sich nicht sichern können und so war er sich sicher, dass seine ganze Familie von seiner Anwesenheit unterrichtet wurde. Er wartete erst gar nicht darauf dass jemand kam und zog den Kleineren einfach hinter sich her ins Wohnzimmer.

Sven konnte einen schwarzen Haarschopf ausmachen der noch im selben Augenblick dem Mann neben ihm um den Hals fiel. "Hilf mir Sven. Rette mich vor dem kleinen Monster", flehte Holger und blickte seine Begleitung mit Hundeaugen an, doch dieser bekam nur einen Lachkrampf. "Das ist doch deine Familie. Du musst mit ihnen auskommen", brachte er unter Lachen hervor und ließ sich einfach auf einen Stuhl fallen damit er nicht auf dem Boden landete.

"Toller Freund bist du", maulte Holger und schaffte es endlich Mike von sich zu schieben. Er kniete sich vor das Kind und sprach auf ihn ein, wobei sich seine Hände genauso wie seine Lippen bewegten. "Es tut mir Leid Kurzer. Ich wollte nicht abhaun, aber ich hatte in dem Moment einfach Angst." Er beobachtete wie sein kleiner Bruder sich abwandte und zu Sven ging.

Vor ihm blieb er stehen, blickte ihn aus großen Augen an und fragte dann: >>Bist du der neue Freund von meinem Bruder?<< und seine Augen schimmerten Hoffnungsvoll. "Ich glaube nicht das Sven das jetzt verstanden hat", meinte der Braunhaarige so behutsam wie möglich und bereitete sich schon darauf vor, seinen Bruder zu trösten.

Ein leichtes Lächeln schlich sich auf Svens Gesicht und sanft tippte er auf die Schulter des Jüngeren, sicherte sich so seine Aufmerksamkeit bevor er meinte: >>Ich bin ein Freund deines Bruders. Vielleicht werden wir uns ab jetzt öfters sehn. Ich bin Sven freut mich.<< Als seine Hände das letzte Zeichen geformt hatte, streckte er dem Jungen eine hin und wartete.

Bei jedem Wort das Sven da gezeigt hatte, waren die Augen von Holger und seines Bruders gleichermaßen größer geworden und am Ende starrte ihn Holger mit großen Augen an und dessen kleiner Bruder strahlte über das ganze Gesicht. Mike klatschte vor Freude in die Hände und begann dann immer wieder 'er versteht mich' mit seinen Händen zu buchstabieren während er im Kreis hüpfte.

"Ich wusste gar nicht dass du die Zeichensprache beherrscht. Woher kommt das?", fragte Holger irritiert, schnappte sich selber einen Stuhl und setzte sich verkehrt herum darauf. Dass seine beiden Schwestern noch anwesend waren und von einem zum andern blickten störte ihn nicht im Geringsten.

"Meine ältere Schwester ist taub und so haben wir es gelernt. Das ist auch schon wieder ein paar Jahre her, aber wenn man es andauernd braucht, vergisst man so etwas wohl nicht so schnell", erklärte der Student und nahm dann Holgers kleinen Bruder auf seinen Schoß nachdem dieser sich wieder beruhigt hatte.

"So Leute, das Essen ist fertig. Wer was abhaben möchte soll sich an den Tisch setzten", damit kam eine Frau mit hochgesteckten Haaren ins Zimmer und trug zwei Schüsseln bei sich. Mike war der erste der auf den Beinen stand und anstatt sich sofort auf das Essen zu stürzen nahm er Sven bei der Hand und zog ihn mit zum Tisch.

"Nicht jeder erhält hier das Privileg mit uns zu Essen. Du kannst dich also geehrt fühlen", meinte die Blondhaarige, hielt Sven ihre Hand hin und meinte dann noch: "Ich bin Gale, freut mich." "Ich bin Sven, freut mich auch. Dann bist du die Lehrerin", mutmaßte der Student und setzte sich schließlich auf den Stuhl den Mike ihm zuwies. Auf den verwirrten Blick hin antwortetet er nur: "Über irgendwas muss man je reden wenn man das von zwölf Uhr Nachts bis kurz nach drei macht."

"Ach ja, was ich dich eigendlich fragen wollte, Holger. Wie schläft es sich auf meiner Couch? Ich hatte selbst noch nie das Glück und mein bester Freund meinte, die sei verdammt hart." Sven legte sein Kinn auf seinen aufgestützten Arm und grinste den Älteren frech an. Er fühlte sich bei den Braunhaarigen so wohl als würden sie sich schon seit Jahren kennen und nicht erst seit einem halben Tag.

"Dann nehm ich das nächste mal dein Bett und du schläfst auf der Couch, dann weißt du es selber", erwiderte dieser ebenso frech und grinste zurück. "Nein, sie ist echt bequem und das Frühstück war auch nicht zu verachten. Ist schon was Feines wenn die eigenen Eltern eine Bäckerei haben, aber frische Eier und Milch am morgen sind auch nicht zu verachten. Du siehst, Farm schlägt Bäckerei um Längen."

"Sei ihm nicht böse, ich hab das Erziehen schon lange aufgegeben", meinte Holgers Mutter grinsend und wuschelte ihrem Sohn durch die Haare. "Ich bin Marta, danke dass du ihn vor Dummheiten bewart hast. Und du kannst gerne mitessen, Mike scheint dich ja schon ins Herz geschlossen zu haben." Dieser fragte auch gleich mit flinken Händen: >>Willst du nicht über das Wochenende bleiben?<< Er schien wirklich einen Narren an Sven gefressen zu haben.

>>Tut mir leid Kurzer, aber ich muss für ne wichtige Prüfung am Montag lernen und die schreibt sich nun mal leider nicht von alleine und indem ich auf meinen Unterlagen schlafe, weiß ich leider auch nicht woran ich die Krankheiten anhand von zwei Symptomen erkenne.<< Jetzt hatte er auch schon die Angewohntheit von Holger angenommen und nannte Mike kurzer. >>Vielleicht ein andermal<<, erwiderte er gleichzeitig mit seinen Händen und indem er es sprach und blickte ihn entschuldigend an.

Sven konnte mit ansehen wie Mike von Zeichen zu Zeichen trauriger wurde. Der Student ließ sich auf den Boden gleiten und zog Mike in seine Arme. "Hey, ich hab doch gar nicht gesagt dass ich dich nicht mag. Ich kann nur dieses Wochenende nicht. Aber wenn es dich glücklich macht komm ich das nächste vorbei." Schlagartig stieg die Laune von Holgers Bruder wieder und er erwies sich als solche Klette, das der Tiermedizin ihn auf den Arm nahm und ihn dann auf seinen Schoß setzte.

"Du kommst wirklich gut mit Mike aus. Sonst schließt er Fremde nie so schnell in sein Herz. Ich bin übrigens Maria, die Buchverkäuferin, falls Holger dir das nicht erzählt hat." Sven wollte etwas darauf erwidern doch kam er nicht dazu da in diesem Augenblick ein älterer Mann in das Zimmer kam, hinter Holger trat und ihm eine Hand auf die Schulter legte.

"Warum hast du es uns nicht selber gesagt? Nur weil wir katholisch sind muss das nicht heißen dass wir nicht mit der Zeit gehen. Und ich kann wohl behaupten, dass wir schon vor dir wussten dass du von deinem Geschlecht eher angezogen wirst. Was wären wir auch für Eltern wenn dem nicht so wäre. Versprich mir bitte dass du nicht wieder davon läufst. Wir haben uns Sorgen gemacht und hätten es uns nie verziehen wenn wir etwas geschehen wäre." Damit setzte er sich auf den letzten freuen Stuhl, schenkte Sven ein Lächeln und meinte dann: "Lasst es euch schmecken."

Damit griff er selbst eine Schüssel und füllte sich seinen Teller. Reihum gingen die Schüsseln, jeder griff eifrig zu und alle aßen mit großem Appetit. "Sven, was arbeiten sie denn?", fragte schließlich Holgers Mutter als fast alle mit Essen fertig waren und Sven meinte darauf: "Aber bitte, sie können mich ruhig duzen. Ich studiere Tiermedizin und jobbe nebenbei in einer Kneipe um meine Eltern finanziell zu entlasten."

>>Du machst Tiere wieder ganz?", fragte Mike und Sven hatte Probleme die Zeichen zu verstehen da er sie aus einer anderen Sicht als gewöhnlich sah. "Na ja, ich versuche es, aber um ehrlich zu sein hatten wir noch nicht viel mit lebenden Tieren zu tun. Ist ne ganze Menge Theorie. Soweit ich weiß dürfen wir frühestens im vierten Jahr mit Tieren arbeiten."

Den ganzen Abend quetschten Holgers Eltern Sven regelrecht aus und schienen immer mehr von dem neuen Bekannten ihres Sohnes angetan zu sein. Holger wollte ihn als es schon spät war mit dem Wagen nach Hause fahren, da durch Renstedt nur einmal am Tag ein Bus fuhr, doch Sven lehnte dankend ab, versprach nächstes Wochenende wie abgemacht wieder vorbei zu kommen und schon hatte er ohne es verhindern zu können Holger auf die Wange geküsst.

Der Lauf kam ihm wirklich Recht, denn so konnte er seine Gefühle zu Holger analysieren und er musste sich eingestehen, dass er sich zu Holger hingezogen fühlte. Von da an trafen sie sich immer wenn sie Zeit hatten und ab und an unternahmen sie auch etwas zu dritt, wie ins Kino gehen oder auch in den Zoo. Sechs Wochen nachdem sie sich kennen gelernt hatten, beschlossen sie einen Versuch zu wagen und so stellten sie ihren Eltern den jeweils anderen nicht mehr als 'einen Freund' vor, sondern als 'den Freund'.


"Sven, wo bist du? Das Essen ist fertig und du weißt wie sehr Vater wert auf Pünktlichkeit legt." Die Stimme meines Freundes riss mich aus meinen Gedanken und so streckte ich mich erst einmal, hatte ich doch wirklich lange auf dem Ast des Baumes gesessen. "Ich komm schon", rief ich zurück und sprang, als ich meine Beine wieder spüren konnte vom Baum und kam sicher auf der Erde auf.

Dort erwartete mich schon mein Freund, nahm meine Hand in seine und raubte mir einen Kuss, bevor er mich hinter sich her zog. "Was hast du denn da oben gemacht?", fragte der Ältere mich und schenkte mir ein Lächeln. "Ich hab nachgedacht. Über uns", erwiderte ich und betrat mit meinem Freund das Haupthaus. "Daran wie wir uns kennen gelernt haben."

Holger nickte, ließ meine Hand los und fing seinen kleinen Bruder auf. "Ja, das war wirklich Zufall. Wenn ich nicht davon gelaufen wäre, wären wir uns wohl nie begegnet. Das ist jetzt auch schon ein Jahr her." "Ja, aber es war das schönste Jahr meines Lebens." Ich ließ meinen Schatz erst gar nicht zu Wort kommen, sonder verschloss seine Lippen mit meinen.

Martha betrachtete ihre beiden Söhne und ihren Schwiegersohn lächelnd und störte sie nur sehr ungern, aber das Essen wurde langsam kalt. "Das Essen wird kalt ihr Turteltauben." Ich und Holger lösten uns wieder voneinander und gingen in das Wohnzimmer. "Was hältst du davon wenn wir nachher zu Ikea fahren und die Möbel die wir für unser Zimmer wollten, holen gehen?", fragte ich während dem Essen und das liebevolle Lächeln meines Geliebten war mir Antwort genug.