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Dschungel der Gef?hle Teil 20 bis 26

Teil 20

„Hoi…“ schallte es in diesem Moment von unten lautstark durchs ganze Haus. Omi erstarrte und sah Nagi entsetzt an. „Ich glaub, jetzt dreh’ ich auch durch, ich hab…“

Wieder ein lauter Schrei. „Jemand zu Hause…? Warum ist der Laden zu?!“

Die Anwesenden sahen einander an, als ob sie gerade einen Geist gehört hätten. Aber der Verursacher des Lärms stapfte diesen Moment lautstark die Treppe hoch.

Aya sah aus wie versteinert, als würde er jeden Moment in Ohnmacht fallen. „Wa… was?“ hauchte er leise und starrte zur Tür.

Dort tauchte verwirrt blinzelt, zwischen Omi und Nagi, ein vertrautes Gesicht auf und guckte die Anwesenden fragend an. „Was ist denn hier für ein Aufmarsch? Wollt ihr mein Zimmer schon verschachern oder was?“

Nagi fand als erstes zu seiner Fassung zurück. Mit sachlichem Gesicht baute er sich vor Ken auf. „Eigentlich solltest du tot sein. An den Klippen zerschellt mit deinem Motorrad.“

Aya sackte in sich zusammen, schlug die Hände vors Gesicht und fing erneut an zu schluchzen, diesmal jedoch wohl eher aus Erleichterung und Unglauben.

„Hä?“ Kens Gesichtsausdruck als intelligent zu bezeichnen wäre ein Witz gewesen, als er Nagi anblinzelte.

„Was ist mit meinem Motor… Aya…“ Verwirrt sah er zu dem rothaarigen Jungen und spürte, wie sich seine Brust zusammenzog. Langsam traktierte er jeden kurz mit seinem Blick. „Was… was habt ihr mit ihm gemacht…?“ fragte er vorsichtig, während er sich an Nagi und Omi vorbei ins Zimmer schob und sich den anderen drei Männern näherte.

Yoji guckte Ken missbilligend aber erleichtert an. „WIR haben gar nichts mit ihm gemacht. Er führt sich so auf, weil du tot bist… na ja… dachten wir.“

„Hehe, toller Scherz… ich bin beklaut worden, aber nicht tot… hoi Aya…“ Ken ging langsam vor Aya in die Hocke - allerdings mit Sicherheitsabstand.

Aya guckte hoch, immer noch ungläubig und völlig fertig. „Okay… egal ob du wirklich hier bist oder ich endgültig durchdrehe, bevor ich dich noch mal verliere sollte noch eins gesagt werden…“ Er atmete tief durch. „Ai shiteru… ich habe zwar Angst davor, aber was soll’s… ich liebe dich und so wird es bleiben, solange ich lebe.“

Yoji guckte entsetzt, doch innerlich musste er grinsen. ‚Na… das war wohl nicht so romantisch, wie Ken es gerne hätte… aber immerhin…’

Dessen Kiefer stand nun offen, was Schuldig ein offenes Grinsen aufs Gesicht zauberte. „Er ist sprachlos… dass wir das noch erleben durften… Ken, es zieht, Klappe zu oder sag was Kluges…“

Yoji musste nun wirklich lachen. Die Trauer und Verzweiflung der letzten Tage fiel von ihm ab und machte Erleichterung Platz. „Also, das ist auf jeden Fall Ken. So dämlich guckt nur einer“, stichelte er. „Na los… was ist nun? Das ist doch, was du hören wolltest.“

Aya blickte Ken immer noch unverwandt in die Augen, obwohl seine Wangen rötlich glühten.

„A-aya…“ stammelte der Todgeglaubte und streckte vorsichtig eine Hand nach dem anderen aus, verringerte den Abstand zwischen ihnen.

‚Jetzt kommt es drauf an. Entweder ist gleich alles vorbei oder…’ Aya streckte ebenfalls die Hand nach Ken aus, berührte sanft dessen Finger und… voilá… es war kein Geist. Er sah sich dem tatsächlichen Ken gegenüber, hielt dessen Hand.

Diese umschloss die schmale Hand des 20-jährigen und drückte sie sachte. Noch verstand Ken nicht ganz, was hier los war, aber etwas musste passiert sein, denn Ayas Gesicht war von Trauer und Tränen gezeichnet und noch immer glänzten seine Wangen feucht.

Aya blickte noch einen Moment lang auf die Hand in seiner, dann zog er deren Besitzer mit einem plötzlichen Ruck an sich heran, fing ihn in seinen Armen auf. „Ich dachte, ich hätte dich verloren… dich getötet… es tut mir leid…“ stammelte er und in diesem Augenblick zeigte sich ein erleichtertes, glückliches Lächeln in den so unergründlich traurigen Zügen des sonst so zurückhaltenden Assassins, obwohl erneut Tränen über seine blassen Wangen liefen.

Schuldig erhob sich leicht an Yoji gestützt und nickte ihm zu. Dann schob er auch die beiden Teenager aus dem Zimmer. Omis Augen leuchteten wieder und er lief hinunter ins Lager. Sein Blick fiel auf den verwelkten Enzian, doch die Blütenköpfe, die noch vor kurzem kraftlos hingen, waren aufgerichtet, das Blau strahlte der Sonne entgegen und ein Glanz schien auf ihnen zu liegen. „Endlich…“ flüsterte Omi, als er Nagi in seinem Rücken spürte. „… endlich wird alles gut.“

„Wollen wir’s hoffen“, meinte dieser trocken, doch auch um seinen Mund spielte ein kleines Lächeln. ‚Das wäre schön. Ich wäre gern normal und glücklich.’ „Na dann… guck’ mal, mein Gesteck.“ Er deutete auf den Arbeitstisch. „Es hält, bald kann ich es richtig.“ Hoffnungsvoll schlug er die Augen nieder. ‚Ja, es wird alles gut. Ich will es so. Die Vergangenheit wird ruhen, jetzt zählt nur noch die Zukunft!’

Omi staunte nicht schlecht und zog Nagi in die Arme. „Gratuliere… wenn Schuldig ehrlich lächelt und wenn Aya es schafft, Gefühle zu zeigen,… dann schaffst auch DU es, Gestecke zum Halten zu bringen…“ Verträumt betrachtete er das Gesteck und ließ seine Gedanken wandern. zu seinen Freunden - seiner Familie.

Nagi grinste. „Natürlich… für jemand so auserwähltes wie mich ist das doch kein Problem.“

Auch Yoji lächelte, dies verschwand jedoch in Schuldigs orangefarbenem Haar. Abwesend spielten seine Finger in den langen Strähnen. „Sie haben es… ich hätte es nie gedacht, aber sie haben es…“ ‚Und ich hab’s auch… auch das hätte ich nie gedacht.’ Sanft schnaubte er in Schuldigs Nacken, roch wieder diesen einmaligen, unverwechselbaren Duft seines so unverhofften Kois.

Der kicherte leise. „Wehe du rotzt mir in die Haare, Kudou… dann darfst DU sie höchst persönlich waschen…“

„Das verlockt glatt dazu, es zu tun“, gluckste Yoji zurück, ließ es aber natürlich.

„Bäks… darf ja noch gar nicht duschen…“ Damit tippte sich Schuldig unter dem Pulli auf den Verband. „Aber den dürfte man mal langsam auswechseln, der riecht schon ganz… wuäks…“

„Okay… OMI! Verband wechseln.“ Yoji grinste Schuldig schelmisch an. „Sorry, aber er ist der Sani der Truppe. Ich kann so was nicht.“

Schuldig zog beleidigt seine Schnute. --- OMI… wenn du hier antanzt, sperr ich dir’s Internet eine Woche und da kommt noch nicht mal Nagi durch… --- Das saß - Omi blieb unauffindbar.

Dieser Umstand machte Yoji nicht gerade glücklich. „Mediziner Nummer Zwei ist Aya“, grummelte er resigniert. „Den wollen wir ja auch nicht stören. Also was machen wir? Ich bin wirklich nicht sehr gut im zartfühlenden Verbandswechsel. Auch wenn ich gern lange schmale Dinge um Leute schlinge.“ Er grinste leicht.

„Anou… dann wird’s höchste Zeit, dass du es lernst… schließlich hast du dich in den letzten Wochen wie ne Mutter von Weiß aufgeführt…“ Schuldig begann zu grinsen. „Die Weiß-Mama so zu sagen… na los, hol das Zeug, sonst mach ich’s halt selber…“

Yoji grinste, zog ab und kam nach kurzer Zeit mit dem Gewünschten zurück, um es Schuldig unter die Nase zu halten. „Okay… erst mal wäre wohl freimachen dran, damit wir das alte Teil entfernen können.“

Das war Schuldig nun auch wieder klar und er begann sich mehr denn umständlich aus dem Pullover zu winden.

Wobei Yoji ihm hilfreich, aber nicht übermäßig, zur Hand ging.

Schließlich flog das Ding dann einfach auf die Couch und Schuldig war schon damit beschäftigt, den Anfang des Verbands zu finden.

„Warum so umständlich?“ Lächelnd wackelte Yoji mit einer Schere. „Oder wolltest du den noch behalten?“

„Ähm, haben wir Vorige oder was…?“ Schuldig war es gewohnt, dass die Dinger gewaschen und dann wiederverwertet wurden, da so was im Haushalt von Schwarz immer Mangelware gewesen war.

Yoji grinste breiter. Man musste kein Telepath sein, um Schuldigs Gedanken zu erfassen. „Wir haben hier keinen verrückten Messerfreak zur Zweitverwendung. Wir schmeißen die immer weg, es sei denn, es bietet sich wirklich an. Aber wie du schon sagtest, er ist nicht mehr sauber und schön, deshalb entsorgen wir ihn.“

„O-okay…“ Schuldig ließ Yoji also den Verband kurzerhand aufschneiden, wobei er nicht ihn, dafür aber die Schere umso kritischer betrachtete.

Nachdem Yoji das Teil vorsichtig gelöst hatte, guckte er erst mal, wie Schuldigs optischer Zustand unter dem Verband war. Er beäugte ihn sozusagen eingehend und mit einem fachmännisch wichtigen Gesicht, obwohl er wenig Ahnung hatte, was er hier machte.

Langsam begann Schuldig dann auch zu schwitzen. „Was ist? Alles okay…? Nässt doch nicht oder…?“ Er guckte selber an sich runter, aber außer zwei kleinen, rötlichen Schnitten, die mit unschicken, schwarzen Fäden zusammen genäht worden waren, war nichts Auffallendes an ihm.

Yoji feixte den Deutschen an. „Nee, sieht echt gut aus.“ Er grinste sehr zweideutig. Das war bekanntes Terrain.

„Ah… aa…“ Dennoch schlich sich ein rötlicher Schimmer über Schuldigs Nasenrücken und wurde noch dunkler, als er Yojis Finger über den Nähten spürte.

Yoji strich sanft über die erstaunlich zarte Haut des Deutschen. Die Untersuchung war ein willkommener Vorwand, ihn vorsichtig und wiederholt berühren zu dürfen. Doch schließlich rang er sich dann doch dazu durch, dass nun ein neuer Verband fällig war.

Schuldig hob eine Augenbraue. „Ne, weißt du, wann die Dinger da raus müssen?“ Er tippte ganz leicht gegen einen der Fäden, kniff dann aber auch gleich ein Auge zu.

„Also ‘ne Woche wirst du mindestens noch was von ihnen haben. Eventuell länger, ich weiß nicht, wie schnell Torso heilt.“

„So lange…?“ Schuldig klang wenig begeistert.

„Ja… und die bleiben drin“, ermahnte Yoji ihn sanft.

Schuldig murrte leise, war ihm doch genau jener Gedanke gekommen. Schließlich wurde er ungeduldig und angelte nach dem Verband.

Yoji seufzte und wickelte den Verband, nach gründlicher Reinigung der gesunden Haut, so gut wie möglich um Schuldigs Oberkörper, was nicht ganz leicht war. „Warum musste es auch gleich ‘ne Rippenverletzung sein? Hättest du dir nicht ‘nen Finger oder so anknacksen können?“ stöhnte er.

Schuldig senkte schuldbewusst den Kopf. „Ne, Brad wollte, dass es weh tut und mich für länger behindert… Finger brechen wär zu einfach gewesen…“

Yoji zuckte bei diesen Worten zusammen. Natürlich hatte auch Weiß sich nicht immer gerade mit Samthandschuhen angefasst, aber dass sie sich so kaltblütig fertiggemacht hatten, war nie vorgekommen und… er sah Schuldig an… der Deutsche war eigentlich kein schmächtiges Hemd. Er hatte schon um sein Leben mit ihm gekämpft und kein leichtes Spiel gehabt. Es lief ihm kalt den Rücken runter und schnell verdrängte er die Gedanken wieder und konzentrierte sich auf seine Arbeit, Schuldig einzupacken.

Aber der spürte ohne Gedanken zu lesen, dass etwas in seinem Freund vorging und versuchte ihn von unten anzugucken, in dem er den Kopf schief legte, was allerdings mit sich führte, dass sein Oberkörper sich ebenfalls in Schieflage begab und Yoji so bei seiner Arbeit behinderte.

„Hör’ auf zu zappeln“, meckerte Yoji, „sonst kann ich wieder von vorne anfangen.“

„Was hast du? Irgendwas ist dir doch grad durch dein hübsches Köpfchen gehuscht…“ Schuldig begann anscheinend langsam damit, die passive, verletzliche Rolle wieder zu verlassen.

„Nix wichtiges und es ist auch schon wieder weg.“ Yoji hatte keine besondere Lust, sich alle Einzelheiten von Schuldigs Leiden anhören zu müssen. Er wollte das, wenn möglich, gar nicht hören, denn an Crawford war jetzt ohnehin schlecht Rache zu nehmen.

Ein feines Schnauben kam von Schuldig, aber er richtete sich wieder auf und ließ Yoji seine Arbeit fertig verrichten.

Nach getaner Arbeit richtete Yoji sich auf und gab Schuldig einen freundschaftlichen Klaps auf den Hintern. „So fertig. Gefällt dir eigentlich mein Lieblingspulli? Neulich hast du dich noch geweigert, Klamotten von mir zu tragen.“

„Ah ja… hehe… er ist halt schön weich…“ Schuldig angelte wieder danach und streifte ihn sich über - probierte es zumindest.

„Könnte daran liegen, dass er aus Kaschmir ist… und von Armani. Von wegen Bettler.“ Yoji half Schuldig wieder in den Pullover.

„So war’s nicht gemeint…“ fiepte Schuldig leise und rutschte dann auf Yojis Schoß, als der sich zum Anziehen neben ihn gesetzt hatte.

„Na du? Was machst du hier?“ grinste Yoji den Deutschen frech aber liebevoll an.

„Wärme suchen?“, war der dann auch geständig und lehnte sich so sehr an den Jüngeren, dass der zurück gedrückt wurde, so dass sie beide nun mehr auf dem Sofa lagen als saßen, was Schuldig allerdings herzlich wenig störte.

Yoji kicherte leise und schüttelte den Kopf. Obwohl Schuldig trotz allem noch ein recht stattliches Gewicht darstellte, fühlte Yoji sich unter ihm sehr wohl und kuschelte sich ebenfalls an. „Körperliche oder seelische Wärme?“ fragte er leise und strich dem Deutschen übers Haar.

„Beides…?“

„Gut, ich werde in beidem mein Bestes geben!“ lächelte Yoji.

„Danke…“ schnurrte Schuldig und schob seinen Kopf unter Yojis Kinn. „Und sag mir, wenn ich was falsch mache… ich hab nicht allzu viel Ahnung in Sachen… Beziehung…? Eigentlich gar keine…“

„Mach’ ich, aber eigentlich reicht es, auf dein Gefühl zu hören. Bis jetzt klappt es doch auch ganz gut.“ Yoji streichelte Schuldigs Rücken und lächelte den Deutschen dabei ununterbrochen glücklich-verträumt an.

„Hmm… hab ja schon so viel gemacht… maaa… langsam komm ich mir vor wie ne Katze…“ Leicht wölbte Schuldig den Rücken Yojis Hand entgegen, sank aber schnell wieder herab, als er es ziehen spürte.

Yoji schluckte und räusperte sich, während er eine rote Nasenspitze bekam. „Äh… Schu… da liegst du doch etwas ungünstig“, murmelte er heiser.

„Gomen…“ Schuldig rutschte herum, um sich eine günstigere Position zu suchen.

„Hast du’s dann bald?“ Yoji stöhnte unterdrückt auf, als sich ein spitzer Beckenknochen in seinen Bauch bohrte.

„Mate…“ Schuldig richtete sich kurzerhand auf und rutschte mit den Beinen seitlich auseinander und kniete so nun neben Yoji. „Besser…?“

Yoji konnte ein erleichtertes Aufatmen nicht unterdrücken. „Wenn ich ehrlich bin, ja… sonst leg’ dich lieber wieder da hin, wo du als erstes lagst, da bin ich Gewicht wenigstens gewohnt“, zwinkerte Yoji grinsend.

„Huh?“ Schuldig sah Yoji von oben herab fragend an.

Yoji äußerte sich dazu nicht weiter, sondern grinste nur schelmisch nach oben.

„Mooo…“ Schuldig verschränkte die Arme vor der Brust und setzt sich nun gänzlich auf Yojis Hüften.

„Auch gut!“, entschied dieser und kniff Schuldig in den Po, um ihn noch ein bisschen zu triezen. „Nicht so reizbar, kleines Tigerkätzchen!“, feixte er.

„Kätzchen…?“ Schuldig schien entsetzt über den Missbrauch seines Kosenamens für die Vier von Weiß. Dann aber kam die Überlegung, dass er ja jetzt auch dazu gehörte und wohl nichts anderes verdient hatte. „Hai, hai… miaaau…“

Yoji lachte und drückte Schuldig fester an sich.

Der legte auch artig seinen Kopf auf Yojis Schulter und schloss die Augen. Ganz dicht war er mit seinen Lippen bei dessen Ohr und hauchte leise drei Worte hinein, von denen er noch vor kurzem nicht gedacht hätte, sie je kennen zu lernen, geschweige denn, selber auszusprechen. „Ich liebe dich…“

Yoji wurde in dieser Situation ganz anders. Schwindelgefühle jagten durch seinen Körper, einen Moment lang hatte er das Gefühl in Ohnmacht zu fallen. Doch obwohl er knallrot wurde und seine Wangen glühten, schaffte er es ein leises „Ich liebe dich auch“ rauszupressen.

Schuldig kuschelte sich etwas fester an den anderen Mann und streifte mit seinen Lippen dessen Kinn. „… endlich richtig leben…“

Yoji hatte noch nicht komplett zu seiner Sprache zurückgefunden und kraulte Schuldig sprachlos, aber glücklich durchs Nackenhaar und die Halsbeuge.



Aber er war nicht der Einzige, der, anders als sonst, recht wortkarg war, auch Ken hatte kaum ein Wort gesprochen, seit die Anderen das Zimmer verlassen hatten. Schweigend hielt er das zittrige Bündel Mensch in seinen Armen, an dessen Zustand er wohl selber auch nicht so ganz unschuldig war.

Aya hingegen war außergewöhnlich gesprächig, wenn auch nicht sehr gefasst. „Es… tut mir leid… gomen… gomen… gomen… ich… ach… ich weiß… auch nicht… ich wollte… dich nicht… so verletzen… aber…“ Nur wenig Sinnvolles war den Worten des jungen Mannes zu entnehmen, fast immer noch panisch klammerte sich Aya an Ken fest, schien nicht willig, ihn jemals wieder loszulassen.

Dieser strich immer zu beruhigend über die schlanken Oberarme des Älteren. „Schhhht… schon gut…“ meinte er leise. „Ich hab’s ja überlebt…“ Sachte legte er sein Kinn auf Ayas Kopf ab und drückte ihn etwas fester an sich.

„Warum bist du überhaupt zurückgekommen?“ Aya schien langsam wieder zu sich zu kommen.

„Na ja…“ Ken grinste etwas schief. „Irgend so ein Arsch hat mir das Motorrad gleich mitsamt der Tasche, wo alles drin war, geklaut… da sieht man mal wieder, wo man mit Hilfsbereitschaft hinkommt… nirgends… sondern man darf dann zu Fuß nach Hause latschen…“ Ken streckte eins seiner Beine hervor und deutete auf die fast schon durchgescheuerten Socken. „Meine Stiefel sehen auch nicht gerade besser aus…“

„Du hättest anrufen können.“ Aya guckte Ken missbilligend an, doch sein völlig verweintes Gesicht relativierte den Eindruck doch ziemlich.

„Ich hatte Zeit zum Nachdenken… vielleicht gar nicht so schlecht… ich weiß jetzt, was alles falsch gelaufen ist und kann versuchen, meine Fehler in Zukunft zu vermeiden…“

„Zeit zum Nachdenken… ja, die hatte ich auch. Reichlich… zuviel…“ Aya zog die Stirn kraus.

„Huh?“ Ken fuhr Ayas Schläfe hinab. „Was denn…? Zu einem Ergebnis gekommen oder nur Kopfschmerzen bekommen?“

Aya löste sich von Ken, setzte sich an die Wand gelehnt hin. „Zu dem Ergebnis gekommen, dass ich mal wieder genau das Falsche getan habe. Ich krieg’ einfach nicht die Kurve.“ Aya zuckte leicht die Schultern. „Ich hab’s bereut, weil’s ja nun zu spät war. Und nun… ist es das doch nicht und ich bin schon wieder dabei, einen Rückzieher zu machen.“ Er senkte den Kopf. „Ich bin nun mal nicht gut in solchen Dingen.“

Ken zwinkerte und hob mahnend einen Finger. „Aber jetzt weiß ich, wie du’s richtig meinst und werd dich davon abhalten, dich zurückzuziehen.“ Er nickte, um die Bedeutung seiner Worte zu verstärken und setzte sich dann neben Aya an die Wand. „War nicht gerade förderlich für deine Genesung, was?“

Wieder zuckte Aya die Schultern. „Was soll’s ? Wahrscheinlich nicht, die Aufregung und wenn man dann nicht mehr gesund werden will… Pech… vielleicht ja jetzt endlich.“

Ken drehte sich zu ihm. „Klar wirst du wieder gesund… hey, schließlich braucht uns Kritiker noch und außerdem bist du der Mädchenschreck im Blumenladen… ohne dich…“ Ken schauderte. „… bespringen die uns irgendwann einmal noch…“

„Und so bespringen die nur mich oder was?“ Aya klang pikiert, aber leicht belustigt. „Na, ich werd’ mich bemühen. Schwindel ist echt besch… eiden.“

„Schon dich doch einfach mal ne Weile… dann wird das schon wieder und… und hör mal darauf, was dir deine Freunde raten!“

„Schonen tu’ ich mich ja. Ihr platzt ständig in MEIN Zimmer und warum sollte ich auf Euch hören?“ Aya grinste tatsächlich ganz leicht.

„… weil wir es gut meinen?“ Kens Gesichtsausdruck war völlig ernst und genau das war es ihm auch.

„Meißelt Ihr mir das auf meinen Grabstein? Wir meinten es nur gut mit ihm!“

„A-anou…“ Ken blinzelte etwas verwirrt. „Ne, aber den Galgenhumor hast du nicht von mir, sondern von Yoji…“

„Stell’ dir vor, auch ich hatte mal ein Leben. Der Humor ist ein Fragment daraus.“

Daraufhin erwiderte Ken lieber nichts. Etwas, was er eingesehen hatte, war, dass es ab und zu besser war, einfach die Klappe zu halten.

„Na ja, wo ich dieses normalerweise so gut versteckte Überbleibsel schon ausgepackt habe, benutz’ ich’s auch noch ein bisschen, um dich zu verwirren.“ Aya guckte Ken in die türkis strahlenden Augen. „Ich hatte gehofft, dass du meinetwegen zurückgekommen wärst…“

Ken senkte nur kurz die Augen, ehe er sie wieder hob und den Blick erwiderte. „Vielleicht bin ich das unbewusst auch…“

Ayas Blick wurde intensiver, irgendwie hypnotisch, seine Augen offenbarten wieder die übliche Mischung aus violett und schwarz, nicht mehr die dunkle Färbung von vorhin, doch ihnen fehlte die Kälte. Im Gegenteil schienen sie, als wollten sie Ken völlig in ihren Bann ziehen. „Wäre auf jeden Fall schön…“ sagte Aya sanft.

„Das ich DAS mal von dir höre… scheint, als wär diese Sache mit meinem angeblichen Tod gar nicht so verkehrt gewesen… wer hat eigentlich diesen Quatsch verzapft?!“

„Öh… die Polizei, denke ich, die hat den Toten anhand der Tasche identifiziert und dann Manx… die hat uns das Video gezeigt.“

„Tja, hat er seine gerechte Strafe wirklich bekommen…“ Damit begann Ken sich an der Wand hochzudrücken und sah dann auffordernd auf Aya herunter. „Willst du hier unten sitzen bleiben?“

„Anou… warum nicht? Oder soll ich in mein Zimmer gehen?“

„NEIN! Nein… nein, aber nicht auf dem Boden sitzen…“ Ken hielt ihm auffordernd eine Hand hin.

Aya guckte fragend, ergriff die Hand jedoch und zog sich hoch, wobei mal wieder sein nicht ganz so toller Zustand durchschien. Aber er hielt sich aufrecht auf den Beinen, ohne zu schwanken.

Das kam erst dazu, als Ken ihn an sich zog und dann sanft, aber dennoch bestimmt, aufs ausnahmsweise freie Bett beförderte. Dann setzte er sich neben ihn. „So und meinetwegen bleibst du jetzt hier bis du wieder fit bist… sonst macht mein altes, schwaches Herz nicht mehr lange mit, wenn du wieder im Haus herumturnst…“

„Nani?“ Aya blickte Ken ungläubig an. Dann ruckelte er sich jedoch bequem zurecht. „Okay…“

„Hey… es klappt… wow…“ Ein strahlendes Lächeln breitete sich auf Kens Gesicht aus, als er sich über Aya lehnte, sich mit einer Hand auf der anderen Seite abstützt. „Und was kann der böse Ken denn für den armen Aya tun, der ja Schuld ist, dass es dem nicht so gut geht?“

„Na… na… na… Wir wollen mal nicht gleich übertreiben, sonst bin ich schneller weg, als du gucken kannst. Ich bleibe nur aus Bequemlichkeit und Langeweile hier. Wenn ich gehen will, werde ich das natürlich tun.“

„Und was ist, wenn ich dich festhalte?“ wollte Ken herausfordernd wissen.

„Dann endest du in der Horizontalen. Mit dir werd’ ich immer noch fertig.“ Aya blitzte ihn mit überlegenem Blick an.

„Ich unten? Nie im Leben… liegst ja jetzt schon unter mir…“ Ken grinste zwinkernd, wenn auch die Worte nicht nur zum Spaß gedacht waren.

„Wenn ich, genau wie du, auf dem kindischen Stand von damals geblieben wäre, würde ich mich jetzt auf dieses Spielchen einlassen. Aber wenigstens einer von uns sollte in den letzten Jahren vernünftig geworden sein.“ Ayas Blick war übertrieben blasiert.

„Du verletzt mich…“ meinte Ken mit einem treuen Hundeblick. „Dafür verlang ich EINE Wiedergutmachung… überleg sie dir gut… muss auch nicht sofort sein…“

„Ich könnte meine Worte von vorhin noch mal wiederholen, da sie anscheinend nicht an dein Ohr gedrungen sind.“

„Hmm… versuch es…“

Aya schüttelte den Kopf. „So nicht, das kenn’ ich, dann willst du noch was und noch was und noch was… Wenn ich DAS wiederhole, ist die Wiedergutmachung abgegolten und zwar tausendfach.“

„Hach herrje… du kannst dich aber auch anstellen…“ Ken ließ sich theatralisch neben Aya in die Kissen sinken und spielte toter Mann.

„Oh, du bist tot? Das ist gut, dann brauch’ ich gar nichts mehr zu machen, sondern kann jetzt gehen.“ Betont lässig schwang Aya die Beine vom Bett, um aufzustehen. Ken blieb starr liegen. „Okay… so long“, winkte Aya ihm und trabte auf die Tür zu. „Einmal pro Woche um dich zu trauern reicht.“

„Hoi chotto mate…“ Ken war schneller auf den Beinen und hinter Aya, als dass dieser auch nur einmal hätte blinzeln können. Doch das quengelige ‘Chotto mate’ war einem mehr als sanften ‘Bitte bleib’ gewichen, unterstrichen dadurch, dass Ken seine Arme von hinten um den Größeren gelegt hatte und ihn sachte festhielt.

„Bist ja doch noch da“, stellte Aya sanft mit gespielter Überraschung fest. „Bevor du heute noch ein weiteres Mal stirbst… ai shiteru…“ Er lächelte einen Moment lang verträumt.

Wäre Aya momentan nicht in diesem äußerst zerbrechlichen Zustand, so hätte Ken ihn jetzt wohl mit seiner Liebe sprichwörtlich erdrückt, so aber verstärkte er die Umarmung nur ganz minimal und legte sein Kinn auf die Schulter des anderen.

Aya ließ es einen Augenblick lang geschehen, dann murmelte er „Okay… wieder keine Reaktion. Entweder kommt’s nicht an oder ich hab’ keine Antwort verdient.“ Es war klar, dass er wartete.

Ken schmunzelte und pustete Aya leicht ins Ohr. „Ich liebe dich auch, mein Baka, und ich will nie wieder, dass du meinetwegen so aussiehst wie vorhin, als ich heim gekommen bin.“

Aya drehte sich zu dem jüngeren Mann um und sah ihn Stirn runzelnd an. „Das wird noch ‘n längeres Gespräch, also setz’ ich mich wohl wieder“, meinte er und trabte wieder aufs Bett zu, um sich erneut darauf zu fläzen. „Wie hab’ ich denn bitte ausgesehen? Und ich erwarte eine bessere Erklärung als ‘scheiße’, denn das weiß ich selbst.“

„Ja…? Ne im ernst…“ Ken trottet hinter her. „… du hast… menschlich ausgesehen… halt so, wie man dich kaum kannte… wie ein Kind, dem man was weggenommen hat… soll ich weiter machen? Okay, ich mach weiter… wie ein verlorenes neko, das im Regen sitzt oder ein Hündchen, dem man Tritt verpasst hat und es weiß nicht warum… oder…“

Aya seufzte und schüttelte den Kopf. „Selbst deine Vergleiche sind von so unverdorbener Naivität, das soll jetzt nicht negativ gemeint sein, aber du bist echt nicht für diesen Job geeignet.“

Ken blinzelte leicht verwirrt. „Wie… wie meinst du das…?“ Er setzte sich neben Aya aufs Bett und sah ihn aus großen Augen an, während er die eine Hand auf dem Bett abstützt und die andere auf Ayas Knie gelegt hatte - mehr aus Reflex, denn absichtlich.

„Ich hatte was Dramatischeres erwartet… keine Kätzchen und Hündchen und Kindervergleiche… du denkst so… niedlich… unverdorben halt… so kindlich…“

„Was… was hätte ich denn sagen sollen? Wie… wie ein abgewrackter Auftragskiller oder ein erbärmlicher Meuchelmörder?“

„Hmm… wie ein Amok laufender Liebeskranker? Ein psychopathisches Wrack?“

„Warum auf einmal…? Warum… war es dir auf einmal klar…? Ich meine… stimmt den das verdammte Sprichwort wirklich: man weiß erst was man hat, wenn man es verloren hat?!“

„Scheint so“, seufzte Aya.


Teil 21

„Oh Aya… es tut mir leid… ich weiß nicht weshalb, aber es tut mir leid…“ Aus einem weiteren Reflex heraus schlang der Braunhaarige seine Arme um den anderen und zog ihn zu sich heran. „Fangen wir beide noch mal ganz von vorne an…“ flüsterte er leise in dessen Ohr.

„Nein, das stimmt nicht. Ich hab’s schon vorher gewusst, ich wollte es mir nur nicht eingestehen und du warst so widerlich hilfsbereit und allgegenwärtig. Ich konnte überhaupt nicht mehr klar denken. Ich brauchte Abstand, und den hab’ ich gekriegt, auf die grausamste Art und Weise.“ Aya schmiegte sich vertrauensvoll aber noch immer zurückhaltend in Kens Arm.

„Tja… hilfsbereit und allgegenwärtig werd ich wohl auch weiterhin bleiben… zumindest so lange, wir dich wieder aufpäppeln müssen…“ Ken stöberte leicht mit der Nase durch Ayas rote Mähne.

Aya stöhnte auf. „Muss das sein? Du bist so… übereifrig. Du… machst mir regelrecht Angst, so engagiert bist du.“

„Ich will Omi nur in nichts nachstehen… und ein bisschen Gekoche und zur Hand gehen, wirst du ja wohl überleben… ich will einfach nicht, dass du dich überforderst… keine Sorge, ich lauf nicht mit nem Thermoskrug mit Hühnerbrühe hinter dir her, wenn wir mal im Winter raus auf ne Mission müssen.“

„Schade!“ Aya musste schmunzeln. „DAS wiederum hätte ich gerne gesehen.“

Hätte Ken in dem Moment nichts im Arm gehabt, er wäre eingeknickt. „Ha, ha, haaa… sehr witzig… du kannst meinetwegen ne Brühe nach der Mission haben…“

„Dann will ich nicht mehr. Dann kannst du ja keine Missionsziele mehr mit deiner Brühe ängstigen. Nee… im Ernst… ich bin alt genug… ich kann gut auf mich aufpassen und ich hasse es, sinnlos verhätschelt zu werden.“

„Okay, dann werd ich meine hyperaktiven Mutterinstinkte ausleben so lange es noch Sinn hat…“

„Du willst mich nicht in Ruhe damit lassen oder?“ seufzte Aya und blickte Ken gequält, aber sanft an. „Aber BITTE nicht wieder solch entwürdigenden Aktionen.“

„Wie die hier?!“ Damit stand Ken mitsamt Aya auf.

„Argh…“ Aya begann zu zappeln. „Genau die…“

„Na hier drin darf ich es ja wohl noch… und so bald du wieder kräftiger bist, werd ich dich auch nicht mehr so leicht hochheben können…“ Trotz der Worte stellte Ken Aya vorsichtig wieder ab, hielt ihn aber sicherheitshalber weiter fest.

„Aber ich werde nie wieder dazu kommen, kräftiger zu werden, wenn ich nichts selbst machen darf. So schlecht geht es mir nicht. Wenn überhaupt, dann tut es auch ein wachsames Auge und ein Arm, falls ich doch kippe.“

„Okay… okay…“ Ken ließ Aya los. „Und was willst du als erstes selbst machen?“

„Hmm… okay… ich könnte etwas tun, was ich schon länger vorhabe…“ Aya kratzte sich am nicht vorhandenen Bart.

„Ja…? Was denn…?“ ‚Buch lesen? Verbrecher jagen? Hanteltraining?’

„Das!“ und schon hatte Aya sanft aber unnachgiebig seine Hände an Kens Wangen gelegt und seine Lippen auf die des Sportlers gepresst. Nicht allzu fest, aber doch richtig, nicht so kurz und flüchtig wie Ken. So verweilte er einen Moment, wartete auf die Reaktion des Jüngeren.

Dessen erster Schreck legte sich schnell und er schloss die geweiteten Augen wieder, legte seine Hände an Ayas Seite, spürte selbst jetzt jede Rippe einzeln durch den dünnen Pulli hindurch.

Aya wertete das als Einverständnis und öffnete ganz leicht seine Lippen, küsste erst Kens Ober- dann seine Unterlippe.

Das Kribbeln in Kens Körper weitete sich nun bis hinunter in seine Zehenspitzen aus und er glaubte jeden Moment an die Decke springen zu müssen. Doch um nichts in der Welt wollte er das hier jetzt unterbrechen, denn diesmal war der erste Schritt nicht von ihm, sondern von Aya ausgegangen. Nach dieser Erkenntnis begann der 18-jährige dann erstmals auch nicht nur passiv dazustehen, sondern den Kuss leicht zu erwidern.

Ayas Kuss wurde trotz seiner Sanftheit fordernder. Auch wenn er ebenfalls das Gefühl hatte, halb wahnsinnig zu werden vor Aufregung, wollte er nun nicht nachgeben. Wer wusste, wann sie sich wieder so nahe sein würden, also jetzt oder nie… Vorsichtig schob er seine Zunge vor, ließ sie sanft und flüchtig an Kens Lippen stoßen.

Bereitwillig öffneten sich diese, ließen aus purer Neugierde den Eindringling ohne Gegenwehr hinein. Kens Griff an Ayas Seite verstärkte sich etwas. Um ihm nicht weh zu tun, begann er leicht an dessen Seite hoch und runter zu streicheln.

Nachdem nun jegliche ‘Hindernisse’ aus dem Weg geräumt und sie sich so nahe waren, ließ auch Aya seine Hände von Kens Wangen aus weiter nach unten und nach hinten gleiten, umfing dessen Nacken.

Während Kens Zunge sich erst zurückgezogen hatte und sich nun wieder vorsichtig hervor wagte, öffnete er eins seiner türkisen Augen ganz leicht, sah jedoch vor sich nur einen Kranz von schwarzen Wimpern, da Ayas Augen ebenfalls geschlossen waren.

Der Kuss dauerte noch eine ganze Weile an und auch nach dieser Zeit war Aya nun auf Grund dieser Erfahrung nicht mehr dazu zu bewegen, in sein Zimmer zurückzukehren. So war er schließlich eng umschlungen in Kens Armen eingeschlafen.

Diese Nacht schliefen endlich alle im „Kitten in the house“ ruhig und friedlich in der Gewissheit, einen geliebten und liebenden Menschen neben sich zu haben. Aya schlang seinen Arm fester um Ken, fing im Schlaf unwillkürlich an, diesem über den Bauch zu streicheln und kraulen.

Noch halbwegs wach sah Ken auf den roten Haarschopf herunter, der selbst im Halbdunkeln noch zu leuchten schien. Sachte fuhr er durch das weiche Haar und eine Hand legte sich auf Ayas und umschloss sie sanft.

Aufgrund dieser Veränderung schlug dieser die Augen auf und blinzelte Ken schlaftrunken an. „Ist was?“ fragte er müde „Wieso bist du noch wach?“

„Nandemo… schlaf weiter…“ Kens Lippen legten sich leicht auf Ayas Stirn.

Aya brummelte leise, kuschelte sich wieder an und schloss die Augen. „Bist du glücklich?“ fragte er.

„Hai… sehr sogar…“ Der Jüngere begann damit, sanft über Ayas Rücken zu kraulen, in dem Versuch, ihn wieder zum Schlafen zu bringen. Vielleicht etwas ungeschickt von Ken, dass er dabei unter dessen Shirt rutschte und nun über die bloße, samtweiche Haut streichelte.

Aya hatte seine Hand inzwischen wieder aus Kens gelöst und fuhr nun bewusst damit fort, seine Fingerspitzen ganz sachte über die sonnengebräunte Haut von Kens Oberkörper streifen zu lassen.

Was diesem ein wohliges Seufzen und ein Lächeln auf den Lippen entlockte.

Aya schnurrte leise unter Kens Hand und bog das Rückgrat durch. Er wusste nicht, was ihm besser gefiel, Kens Streicheleinheiten oder selbst über die zarte, straff, über die Muskeln gespannte Haut fahren zu dürfen und Kens Wohlbehagensbekundungen zu lauschen.

Schließlich wurde der Rothaarige auf einmal von zwei starken Händen an den Oberarmen gepackt und hoch gezogen. „Hey Baby… sind wir schmusebedürftig…?“ Ken zwinkerte, um Aya zu verdeutlichen, dass die Worte nicht abschätzend gemeint waren. Dann küsste er ihn vorsichtig auf den Mund und knabberte leicht an seiner Unterlippe.

Aya riss trotzdem zunächst verwirrt die Augen auf, doch als Ken begann, ihn zu küssen, entspannte er sich und schloss seine Augen wieder, um sich völlig dem Kuss des Jüngeren hinzugeben und ihn leidenschaftlich zu erwidern.

‚DAS gefällt mir definitiv… er ist mit einem Mal so… warm…’ Um dieses Gefühl noch mehr auszukosten schlang Ken seine Arme um Aya und drückte ihn etwas fester gegen sich, ehe er sich mit einem Mal mitsamt seinem koi herum wälzte und sich so über ihn brachte, ohne dabei den Kuss zu unterbrechen.

Aya störte sich nicht daran, dass der Jüngere nun oben lag. Sanft krallten sich seine Finger in den Rücken des Sportlers, eine auf Höhe der Schulterblätter, die andere in die Kreuzbeuge.

Ken gab ein Geräusch von sich, was man schon beinahe als verhaltenes Stöhnen hätte bezeichnen können, wenn es nicht noch durch Ayas Mund gedämpft worden wäre.

Nun löste Aya sich von Kens Lippen und fuhr mit den eigenen und der Zunge sanft den Hals des 18-Jährigen herab, was diesen erschauern ließ.

„Hmm Aya…“ ‚… du willst doch nicht etwa schon…’ Weiter kamen seine Gedanken nicht, denn Aya hatte die Halsbeuge zwischen Hals und Schulter erreicht und dort war Ken besonders empfindlich und ein feiner, elektrischer Stromstoß jagte durch seinen Körper.

Kurzzeitig ließ Aya nun von Ken ab, um diesen aus dunklen Augen, wie der Himmel in einer Gewitternacht, anzuschauen, schließlich hatte Ken gerade seinen Namen gesagt. „Was?“ fragt er leise und voller Verheißung.

Ken atmete recht angestrengt durch die Nase. „Du… du weißt, dass, wenn du noch lange weiter machst, du meine kühnsten Träume der vergangenen sechs Monate wahr machst?“

Aya lächelte fein in die Dunkelheit. „Will ich wissen, was du dir so erträumst?“ Seine Stimme war wie schwerer, dunkler Wein, troff förmlich von seinen zart geschwungenen Lippen, lud zu mehr ein.

„Hmm…“ sinnierte Ken gekünstelt. „Gut möglich, dass es dir zu sagt…“ Ken ließ sich etwas weiter herab auf Aya sinken, verringerte so den Abstand zwischen ihren beiden Körpern. Durch den dünnen Stoff der Shorts konnte jeder die Hitze des anderen zu seiner eigenen spüren.

„Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass es mir zusagt.“ Aya schien mit seinen Emotionen prinzipiell gut umgehen zu können und momentan strahlte er eine gewisse raue Sinnlichkeit aus. „Aber ich würde es trotzdem gern hören…“

Kens Nasenspitze wurde rot, was man dank des kaum vorhandenen Lichtes kaum sah. „Ah ja…“ Er schluckte. Eigentlich wusste er ja Bescheid über die Sache mit den Bienchen und Blüten oder eben in diesem Fall: mit den Bienchen und Bienchen.

„Also?“ hakte Aya sanft nach. „Doch keine?“

„Zu viele…“ konterte Ken.

„Dann nur einen der kühnsten Träume“, gab Aya zurück und sah Ken tief von unten herauf in die Augen. „Oder brauchst du erst Ermunterung?“

Ken hob eine Augenbraue. „Einer der Kühnsten? Dann bräuchten wir nun einen Wasserfall und Sommer… oder eine versteckte Parkbank an einem schönen Sommerabend…“

Aya grinste leicht. „Wasserfälle sind nicht halb so romantisch wie du denkst. Aber gut… ich seh’ schon, verbal kommen wir hier nicht weiter.“ Und schon liebkosten seine Lippen wieder Kens Halsbeuge. Seine Hände glitten den Rücken des Sportlers sanft auf und ab.

Verwundert wollte Ken hinunter gucken, ließ es dann aber doch lieber und schloss einfach die Augen. Je länger die Zärtlichkeiten andauerten, um so mehr biss sich Ken auf die Unterlippe, um Aya nicht durch irgendwelche unkontrollierten Geräusche zu erschrecken.

Was diesen natürlich nur noch mehr anspornte, da er auf Reaktionen des jungen Fußballers hinarbeitete. Vorsichtig strich er mit seiner linken Hand ein Stück am Rücken zur Seite und nun vom Becken aus Kens Flanke entlang bis hoch zur Schulter.

Daraufhin rollte Ken die Augen hinter den geschlossenen Lidern nach oben und ein feines, aber dennoch hörbares Seufzen entkam seinen Lippen.

Das war also der richtige Weg, darauf konnte Aya aufbauen. Immer selbstsicherer wurden seine Hände, arbeiteten mit den Fingerspitzen und der ganze Hand, streichelten Ken fordernder. Auch wurde der 18-Jährige ab und zu durch einen leidenschaftlichen Kuss in seinem rein passiven Genuss unterbrochen.

Schließlich konnte Ken sich nicht mehr auf seine beiden Arme abstützen und sank ganz hinab auf Aya, wieder in einem tiefen Kuss vereint. Sein Becken lag nun genau auf dem des anderen Mannes und ließ diesen spüren, dass seine Liebkosungen nicht ohne Folgen geblieben waren.

Aya lächelte innerlich und konzentrierte sich erst mal wieder auf den innigen Kuss, weshalb er die Streicheleinheiten wieder mehr auf den Rücken beschränkte und Ken gleichzeitig mit den Unterarmen fest an sich presste.

Als sich ihre Lippen schließlich von einander lösten, keuchte Ken hörbar auf, was ihn anscheinend selbst erschreckte und kurz erstarren ließ.

Aya zog Ken noch fester an sich. „Was denn?“ fragte er beruhigend. „Es ist alles gut. Wenn wir zu weit gehen, sag’ Stopp.“

„Nein, nein, nein, schon okay… ich… dachte… nur… ich hätte grad… grad das ganze Haus geweckt…“

„Das glaub’ ich nicht, zumal wir beide allein hier oben sind. Nebenan ist nur mein Zimmer und das dürfte ziemlich leer sein.“

„Aa… hai…“ Ken entspannte sich wieder sichtlich und kuschelte sich in Ayas Halsbeuge. Strich dort auch mal hauchzart mit den Lippen über die weiche Haut, ehe er leicht daran zu knabbern und saugen begann.

Aya schloss die Augen und lächelte. „Ah… ich sehe, du bist doch nicht so verschüchtert und unverdorben wie ich dachte“, meinte er schmunzelnd und pustete Ken sanft ins Ohr.

„Hey…“ quietschte Ken auf und entließ die kleine Hautfalte an Ayas Hals aus seinem Biss. „Hmm, wenn du das noch mal machst, können wir morgen am Frühstückstisch erzählen, dass du mir zweimal einen geblasen hast. Mal sehen wer von den Vieren zu erst Nasenbluten bekommt…“


Teil 22

Aya starrte Ken entsetzt an, dann lachte er. „Oh nein… wie peinlich…“

„Wieso denn das?“ Ken guckte unschuldiger als er eigentlich war und senkte dann seinen Kopf, um Aya einen Kuss aufs Schlüsselbein zu hauchen. Nur befand er definitiv, dass dessen Shirt störend war und er begann damit den Saum hoch zu ziehen und es Aya über den Kopf zu streifen.

Aya unterstützte ihn dabei so gut es ging, wenn man immer noch leicht wirr im Kopf war und ein muskelbepackter Sportler auf einem lag.

Das T-Shirt flog und Ken strich Aya die zerzausten Fransen wieder zurecht. „Hallo mein kleiner Strubel…“ grinste er ihn an und küsste ihn auf die Nasenspitze.

„Hallo, du kindisches Schwergewicht. Betitle mich nicht mit solch unpassenden Namen…“ Aya blickte Ken herausfordernd an, sein Blick schien zu lodern.

Dafür bekam er einen weiteren Nasenstüber von Kens Lippen. Doch dann ließ der diese wandern, hauchte weitere Küsse erst auf die Lippen, dann aufs Kinn, weiter hinab den Hals entlang, zu dem bereits bekannten Schlüsselbein. Doch diesmal war kein störender Stoff mehr im Weg und so setzte Ken die Reise seiner Lippen unbeirrt fort.

Nun war es an Aya unterdrückt zu seufzen und stöhnen. Seine Hände fuhren durch Kens dichtes braunes Haar, streichelten seine Schultern.

Ken konnte spüren, wie sich Ayas Fingernägel langsam in seine Schultern gruben, als er sich bedrohlich einer Brustwarzen näherte, diese aber nur umkreiste.

„Biest!“ knurrte Aya leise.

„Hmm…?“ Ken tat, als ob er nichts gehört hatte und hinterließ eine leicht feuchte Spur um Ayas rechte Brustwarze. Dann pustete er die feuchte Stelle etwas an.

Aya biss sich auf die Zunge. „Oh… wie ich dich dafür hasse“, stöhnte er leise. „Das wirst du büßen.“

„Irgendwann mal sicher… aber nicht jetzt…“ lachte Ken leise und wiederholte das Spiel auf der anderen Seite, während seine Hände damit begannen an Ayas Seite hoch und runter zu streicheln.

„Ach ja?“ fragte Aya frech. „Warum nicht gleich jetzt?“ Vorsichtig konzentrierte er sich darauf, Ken zu überraschen und wieder nach unten zu befördern.

Der war zu beschäftigt, als dass er etwas von Ayas Plänen mitbekommen hätte. In dem Moment, wo der Ältere diese umsetzen wollte, rutschte Ken überraschenderweise weiter nach unten, bis knapp über den Rand der Shorts.

Aya hielt erschrocken inne. ‚Soweit geht er nicht. Niemals, nicht er.’ Doch er blieb erst mal liegen, wagte nicht, sich zu bewegen.

„Hmm… schon wieder so ein nerviger Stoff…“ murmelte Ken und zupfte probeweise am Saum von Ayas schwarzer Boxershorts.

Aya blickte Ken an und schüttelte triumphierend den Kopf. „Oh nein… das tust du nicht… du nicht.“

„Ich… was nicht?“ fragte Ken blinzelnd nach oben und zog den Stoff herunter.

Aya fiepte erstaunt und auch ein wenig erschrocken auf. So entschlossen und dominant hätte er Ken niemals eingeschätzt, doch er stellte fest, dass es ihm irgendwie gefiel.

Und der letzte Fetzen Stoff, der Ayas Leib bedeckt hatte, flog. Ken hatte sich neben den 20-jährigen gelegt und seinen Kopf auf dessen Bauch platziert. Ganz fein nur, fuhr er nun mit den Fingerspitzen über Ayas Unterbauch, über den hervorstehenden Beckenknochen, über den Oberschenkel, bis hinab zum Knie und dann wieder hinauf.

Jetzt war Aya nicht mehr in der Lage, über irgendetwas nachzudenken. Es bereitete ihm schon genug Schwierigkeiten, seine Erregung leise zu halten und nicht laut zu stöhnen. Natürlich hatten Kens Liebkosungen ihn nicht kalt gelassen, im Gegenteil. Er glühte vor ungestilltem Verlangen.

Ken gefiel das sanfte Spiel mit den Fingerkuppen und wie sich die feinen Härchen unter seinen Berührungen aufrichteten. Dass sich noch etwas ganz anderes aufrichtete, bemerkte er fast wie nebenbei, schenkte ihm aber vorerst noch keine wirkliche Beachtung.

Aya biss ins Kopfkissen und riss sich dann kurzzeitig zusammen. „Wenn du mich liebst, wie kannst du mich dann so quälen?“ fragte er mit mühsamer Selbstbeherrschung.

„Tu ich dir weh?“ wollte Ken besorgt wissen und hielt in seiner Bewegung inne.

„Nein“, stöhnte Aya heiser. „Na ja, fast könnte man es schon wieder so nennen. Erstens bringst du mich fast um den Verstand und zweitens komm’ ich nicht richtig an dich ran, weil du so weit unten bist. Das ist so einseitig.“

„Japp… weil, du sollst es eigentlich genießen und… dich schonen…“ kam es mahnend von unten, obwohl Ken schon vor ein paar Minuten klar geworden war, dass er Aya heute wohl nicht allzu sehr schonen konnte.

„Toll, ich genieße und was machst du?“

„Das selbe, was denkst du denn?“ Ken hauchte Aya einen Kuss auf den Unterbauch.

Aya schloss die Augen, schluckte und atmete schnaufend durch die Nase aus. „Du… genießt es, mich zu ärgern?“

„Ich genieß’ es, dich zu haben…“ meinte Ken mit rauer Stimme, während seine Hand um Ayas Oberschenkel herum fuhr und diesen leicht umfasste.

„Ich hab’ aber keine Lust, mich hier als Pascha aufzuführen. Also mach’ nicht irgendwas aus Pflichtgefühl oder so… dann lass’ ich dich jetzt tun, was immer du willst und hake nicht weiter nach.“

„Alles klar, mein kleiner Pascha…“ grinste Ken und wie nebenbei strich er mit der Wange über die Spitze von Ayas bereits beträchtlicher Erektion.

Aya blieb nichts weiter übrig, als das Kissen wieder über sein glühendes Gesicht zu pressen und hineinzubeißen. Trotzdem hörte man das Stöhnen noch deutlich hindurch.

Also hatte Ken genau richtig gesetzt. Zwar beschlich ihn kurzzeitig ein mulmiges Gefühl, doch Aya dermaßen gelöst und emotional zu sehen, vertrieb sämtliche Bedenken und vorsichtig wagte sich Ken mit seinen Lippen an die überaus empfindliche Eichel.

Aya war inzwischen bereits kurz davor das Kissen zu zerbeißen. Jede Berührung Kens an seinen empfindlichsten Stellen jagte wilde Schauer der Erregung durch seinen Körper, ließ ihn zittern.

Schließlich öffnete Ken leicht seinen Mund, um die Spitze des Glieds in sich aufzunehmen, gespannt und auch etwas unsicher wie Aya schmecken würde.

Dieser war gerade mindestens ebenso verunsichert, nahm eine Hand vom Kissen und krallte sich in Kens Haar. Mit der anderen hob er das Kissen kurz an und japste „Hast du so was schon mal gemacht? Bitte, tu’ das nicht, wenn du’s nicht willst. Das… ich… ich will das nicht, wenn es dir nicht gefällt.“

Ken ließ einen Moment ab und sah hoch. „Halt einfach die Klappe und genieß…“ meinte er verschmitzt und setzte seine Arbeit fort.

Aya schüttelte verwirrt den Kopf, doch sein Blut war momentan anderweitig beschäftigt, also ließ er das Denken und gab sich völlig Kens Lippen hin.

Der schien, je länger er sein Spiel fortsetzte, immer mehr aufzutauen und war er zu Beginn noch zögerlich ran gegangen, so wurde er nun enthusiastischer und mit jedem Laut aus Ayas Mund, der sein Wohlgefallen verdeutlichte, wurde Ken mutiger, nahm mehr von Ayas Geschlecht in seinem Mund auf.

Aya wäre am liebsten jetzt und hier gestorben, so süß und zugleich unerträglich war die Qual seiner Erregung. Längst hatte er es aufgegeben, sein Stöhnen und Seufzen zu unterdrücken, nur das Kissen dämpfte sie noch unvollkommen.

Mit leichtem Missmut erkannte Ken aus einem Augenwinkel, was Aya davon abhielt, ihm zu zeigen wie sehr es ihm wirklich gefiel. Kurzerhand ließ er von ihm ab und krabbelte zwischen seinen Beinen hoch und zupfte an dem Kissen vor Ayas Gesicht.

Aya nahm das Kissen vom Gesicht, das fast die Farbe seiner Haare hatte und blinzelte Ken schwer atmend an.

„Hi… was tust du denn da…?“ Ken schob das Kissen langsam weiter beiseite und ließ es dann neben das Bett fallen.

„Die anderen schlafen lassen?“ keuchte Aya.

Dafür bekam er einen kurzen Kuss auf den Mund, ehe sich Ken wieder in tiefere Gefilde verabschiedete und die vernachlässigte Erektion mit der Nase anstupste und dann wieder an deren Spitze saugte.

„Aber… oh nein… verdammt… ich weck’ alle auf… wir haben nicht mal abgeschlossen…“ Aya stöhnte und krallte die Finger ins Laken. „Egal… oh Mann… jaaaa…“ Dann eben kein Dämpfer, in diesem Moment war ihm alles, wirklich alles egal. Er spürte nur noch Kens Mund an seinem Glied, fühlte das Beben, das mit der zunehmenden Erregung einherging.

Gleichmäßig, aber mit steigendem Tempo bewegte sich Kens Kopf hoch und runter. Ja, das hatte was… und Ayas Laute erst. Wie Musik in Kens Ohren und er schloss die Augen, gab sich hingebungsvoll seiner Aufgabe hin, Aya an den Rand des Wahnsinns zu treiben.

Und Aya wurde fast wahnsinnig vor Glück. Lange würde es wohl nicht mehr dauern, bis die Erregung sich in einem letzten fulminanten Aufwallen lösen würde, doch wegen dem, was dabei geschah, beschlich Aya in den hintersten Winkeln seiner noch nicht zeitweise abgeschalteten Hirnregionen ein mulmiges Gefühl. Andererseits war Ken ein Kerl, was hieß, dass auch er genau wusste, was dann passieren würde und im Moment störte es ihn offensichtlich nicht, wie Aya lebhaft am eigenen Leibe spürte.

Zum Ende hin wollte Ken einfach alles wissen, also verstärkte er seine Anstrengung und nahm eine Hand zu Hilfe, mit der er den heißen Schaft zu pumpen begann und so rasch Zeit hatte, um richtig Luft zu holen, ehe er das Glied wieder völlig in seinem Mund aufnahm.

Aya hielt sich mit solchen Kleinigkeiten wie Luftholen schon nicht mehr auf. Er hatte das Gefühl, dass seine Welt nur noch aus Ken und seiner Erregung bestand. Längst war er mit seinem Stöhnen über Zimmerlautstärke hinaus. Und entsprechend Kens immer schneller und fester werdenden Bemühungen, wurde auch sein Atem abgehackter und stoßweise, verbunden mit Stöhnen, bis hin zu jenem letzten, erlösenden und doch schmerzlich bedauernden „Jaaaaaaaaa“, das das Spielchen vorerst beendete.

Zwar kannte Ken die Reaktionen eines männlichen Körper, dennoch erschrak er kurzzeitig, als er das zähflüssige Ejakulat in seinem Mund spürte, das leicht salzig schmeckte. Nachdem er einen Teil geschluckt hatte, löste er sich endlich von Aya und blinzelte zu diesem hoch, gespannt darauf, was er zu sehen bekommen würde.

Aya lag immer noch schwer atmend mit geschlossenen Augen da, doch als Ken ihn musterte, schlug er ebenfalls die Augen auf und lächelte den Jüngeren völlig erschöpft, aber gelöst an. „Ai shiteru“, seufzte er glücklich. „… du weißt gar nicht, wie sehr ich dich liebe…“

Langsam schob sich Ken nach oben und lächelte Aya an. „… und ich dich erst.“ Sanft küsste er ihn auf die feuchten Lippen, fuhr mit einem Finger Ayas Gesichtskonturen nach und verwischt so leicht den Schweiß, der sich gebildet hatte.

Aya schnappte sich Kens Gesicht und zog ihn in einen Kuss hinein, der seinesgleichen an Zuneigung und Leidenschaft suchte.

Glücklich schloss Ken die Augen und erwiderte den Kuss zärtlich, wenn auch nicht ganz so stürmisch wie Aya. Nebenbei sog er dessen einmaligen Geruch tief ein, verewigte ihn tief in sich.

Während des Kusses wanderten Ayas Hände quer über Kens Körper, den Rücken hinunter, die Brust hinauf, massierten den Po des 18-Jährigen, streichelten seine Beine und seinen Bauch, doch schlussendlich blieben sie an einer ganz bestimmten Stelle förmlich hängen.

Ken blinzelte und löste sich von den süßen Lippen des anderen und sah ihn verwundert an.

„Was?“ lächelte Aya sanft, ohne seine Hand von Kens Glied zu lösen.

„N-nandemo…“ stotterte Ken leicht errötet. ‚Der hat sich ja schnell erholt…’

„Na dann.“ Aya schlang seinen anderen Arm um Kens Nacken und küsste ihn weiter. Zunächst beließ er es dabei, Ken mit seiner Hand ein wenig verrückt zu machen.

Ken wusste nicht, worauf er seine Konzentration nun zu erst lenken sollte. Zum einen waren da diese herrlich weichen und mit einem mal so nachgiebigen Lippen auf den seinen und zum anderen die warme Hand, die sich um seine bereits erwachte Erektion gelegt hatte und diese quälend langsam liebkoste.

Leicht widerwillig löste Aya sich von Kens Lippen und liebkoste nun erneut dessen schlanken, aber kräftigen Hals und die Schultern, jedoch ohne ihn weiter unten völlig zur Ruhe kommen zu lassen. „Wir waren eigentlich noch immer bei deinen Phantasien“, flüsterte er leise und rau in das Ohr des Jüngeren, nahm diese Gelegenheit auch gleich zum Anlass, um ein bisschen daran zu knabbern.

„Meine Phantasien…?“ keuchte Ken leise. „Sind… sind glaub ich dabei sich zu erfüllen…“ ‚Aber ich will mehr… das ist doch noch nicht alles…’ Ganz leicht begann Kens Becken sich gegen Ayas Hand zu bewegen.

„Wenn du sie mir nicht erzählst, kann ich sie auch nicht wahr werden lassen“, murmelte Aya und biss Ken sanft in die Halsbeuge. „Anscheinend bist du ja nicht allzu wild darauf, dass sie sich verwirklichen.“ Obwohl er spürte, dass Ken sich mehr erhoffte, ließ er sich nicht von seinen fast quälend langsamen Liebkosungen abbringen.

„Aya, orewa… orewa…“ Ken brach wieder ab und kniff kurz die Augen zusammen, nur um sie dann wieder zu öffnen und dem anderen versuchsweise fest in die Augen zu sehen, wozu er den Kopf leicht drehen musste. „Ich will dich… ganz…“

Das schien Aya doch überrascht zu haben, denn er blickte aus großen, dunkelvioletten Augen zurück, doch seine Stimme war fest. „Aha… dann… tun wir’s einfach“, meinte er wie selbstverständlich.

Dass er innerlich zitterte, versuchte Ken so gut wie möglich zu verbergen. Langsam richtete er sich auf und kniete nun zwischen Ayas Beinen und schien ein nachdenkliches Gesicht zu machen. „Du… willst es wirklich… jetzt schon…? Und du wirst mir nicht im Nachhinein Vorwürfe machen, dass wir es überstürzt haben…?“

„Es ist egal, wann wir es tun. Und jetzt scheint mir ein guter Zeitpunkt zu sein. Warum sollte ich es nicht wollen?“ Ayas Hände fuhren weiterhin mit unverminderter Zärtlichkeit und Lust über Kens schweißnassen Körper, malten willkürliche Figuren in den Schweiß.

„Oh man… aber nicht so… wir brauchen doch was… irgendwas…“

„Das ist dein Zimmer, also musst du doch wissen, wo du was herkriegst.“

Kens Gesichtsausdruck schien kurz hilflos, doch dann nickte er entschlossen. „Jush… Apotheke im Bad… Vaseline oder wie das Zeugs heißt… weil Yoji werd ich NICHT fragen gehen…“

„Hauptsache, wir kommen überhaupt noch zu was, bevor die ganze Stimmung flöten ist. Hast du keine Handcreme oder sonst was hier? Du bist doch Sportler.“

Halb über Aya gelegt griff Ken in die Schublade seines Nachttisches und zog eine kühlende Sportcreme auf Vaselinebasis hervor. „Ich hoff die brennt nicht, wobei… wenn’s in Schrammen nicht brennt, dann wohl gar nicht…“ Er hauchte Aya einen Kuss auf den Mund, während er kurz die Tube von ihrem Deckel befreite.

Aya hoffte inständig, dass Ken recht haben möge, doch er ließ sich seine Verunsicherung nicht anmerken, sondern heizte Ken durch seine Streicheleinheiten noch ein wenig zusätzlich an, auch um diesem die Scheu zu nehmen.

Als der Jüngere sich schließlich über ihn beugte, nachdem er alle Vorbereitungen getroffen hatte, um ohne schlechtes Gewissen leben zu können und sich zwischen Ayas Schenkel positioniert hatte, sah er Aya fest in die Augen, fragte noch einmal stumm, ob das auch wirklich in Ordnung war.

Aya nickte mit einem sanften Lächeln, schob seine Furcht ganz weit zurück und versuchte, sich vollkommen zu entspannen.

Mit einer kaum zu glaubenden Langsamkeit drang Ken schließlich in den geliebten Körper unter sich ein, biss sich gleichzeitig dermaßen heftig auf die Unterlippe, um nicht gleich, ob dieser Enge, durchzudrehen und abzuspritzen, dass darauf hin ein dünner Blutfaden sein Kinn hinab lief.

Aya stöhnte leise, als er Ken in sich spürte und schloss seine Augen. Als er sie wieder öffnete und sah, was Ken angestellt hatte, runzelte er leicht die Stirn und fuhr mit einem sanften Zeigefinger die Spur hinauf zum sinnlichen Mund seines Geliebten. „Na, na, na… was soll denn das?“ fragte er heiser, da auch er vor Anspannung fast platzte.

„Gomen…“ krächzte Ken heiser, da er glaubte, Aya weh getan zu haben, obwohl er in der Bewegung inne gehalten hatte, kaum dass er in dem engen, heißen Körper unter sich versunken war.

Aya nahm die Hand von Kens Kinn und leckte das Blut von seinem Finger. „Tu’ dir nicht weh“, sagte er mit leichtem Tadel und umklammerte den Körper über und in sich, die Finger seiner anderen Hand drückten sich tief in Kens Schulter.

Ken nickte, dass er verstanden hatte. Ein weiches Lächeln erschien auf seinen Lippen, als er sich im Hinabbeugen, um Aya zu küssen, etwas aus diesem zurückzog, um erneut tief in ihn einzudringen.

Was Aya wiederum ein heiseres Stöhnen entlockte und ihn den Kopf zurückwerfen ließ. „Ich werde das nicht bereuen… niemals werde ich das bereuen…“ keuchte er leise.

Daraufhin wiederholte Ken seine Bewegungen ein paar Mal im selben, langsamen Rhythmus, zog erst nach einer Weile das Tempo etwas an. Nie hätte er gedacht, dass es sich so schön anfühlen konnte, mit einem Menschen vereint zu sein. Aber das waren sie beide in diesem Moment, nicht nur körperlich, sondern auch verbunden in den Herzen. Wieder beugte er sich zu Aya hinab, um ihn liebevoll auf den Mund zu küssen, dessen süße Lippen für sich einzunehmen, während er ihm immer kräftigere, härtere Stöße schenkte, die den Körper unter sich zum Vibrieren brachten.

„Ich liebe dich“, war das einzige, was Aya noch zwischen Keuchen und Stöhnen herausbekam. Ohne es zu wollen, kratzte er Ken bei dessen schneller werdenden Liebesspiel mit seinen Fingernägeln die Schultern und den Rücken wund, aber das spürte der Braunhaarige in seinem Rausch der Gefühle noch nicht einmal mehr. Immer schwerer fiel es ihm, sich zu beherrschen und sich zurückzuhalten, bis er es schließlich aufgab und mit voller Wucht zustieß, Aya aber dabei an den Hüften festhielt, damit dieser nicht nach oben gestoßen wurde.

Aya schrie leise auf und kam Ken zusätzlich mit dem Becken entgegen.

Schließlich, nach einer schier unendlich langen Zeit und Wellen unglaublicher Lust, krachten diese über Ken zusammen und mit einem letzten, kräftigen Stoß, tief in Ayas Innerstes, gab er seinen Samen frei und ergoss sich in seinem Geliebten.

Aya ließ Ken auch nach dessen Orgasmus noch nicht wieder los, umklammerte ihn noch immer mit sämtlichen Gliedmaßen. Nie wieder wollte er Ken jemals loslassen. ‚Augenblick verweile doch, denn du bist so schön.’ Wenn er gekonnt hätte, hätte Aya ohne weiteres die Zeit angehalten.

Aber daran dachte Ken in diesem Moment noch gar nicht. Noch während sein Orgasmus langsam abebbte und er kleine Küsschen überall in Ayas Gesicht verteilte, begann er erneut in diesen zu stoßen.

Als Aya merkte, dass dies noch nicht das Ende dieser unglaublichen Vereinigung war, lächelte er leise und hob sein Becken erneut an, diesmal jedoch mit leicht kreisenden Bewegungen.

Was Ken ungeahnte Möglichkeiten offerierte, was den Stoßwinkel betraf. Er hob Ayas Becken noch etwas mehr an, indem er leicht unter ihn rutschte.

Aya ächzte, wusste nicht, ob er lachen oder heulen sollte. Wenn er jetzt weinte, würde Ken die Situation völlig falsch einschätzen, also riss er sich mühsam zusammen, versuchte gemeinsam mit Ken in immer neue Dimensionen der Lust vorzudringen.

Aber auch diesmal kam die Erlösung kurz vor dem Kollabieren und Ken erreichte ein weiteres Mal seinen Höhepunkt.

Das erlöste zwar Ken, nicht jedoch Aya. Im Gegenteil, die Begierde flackerte ungehemmt durch seinen Körper, pulsierte in seinen Lenden und das ziemlich deutlich.

Kaum das Ken wieder etwas zu Atem gekommen war, sah er das Glühen in Ayas Augen und er erwiderte das Funkeln. Dann entschuldigte er sich mit einem tiefen Kuss für seinen Egoismus und ließ dabei die Hand zwischen ihren erhitzten, verschwitzten Körpern hinabwandern, bis er Ayas nach wie vor heiß pulsierende Erektion fand und fest umschloss.

Diesmal war Ayas heisere Mischung aus Stöhnen und Schrei schon nicht mehr so leise, fast hätte er Ken auf die Zunge gebissen. Doch der ließ sich dadurch nicht erschrecken, sondern fing an, langsam über den Schaft hoch und runter und immer wieder mit dem Handballen über die ach so empfindliche Eichel zu streichen. Ein breites Lächeln huschte über sein Gesicht, als Ayas Anblick in scheinbar völliger Ekstase, ihn auch diesmal nicht kalt ließ, sondern ihn wieder langsam hart werden ließ.

Aya hatte nun endgültig das Gefühl, in den Wellen der Begierde und Lust den Verstand zu verlieren und es war ihm egal… so egal… Er wollte nur noch Ken an sich, um sich, in sich… Es war ihm egal, ob die Anderen sie hörten oder was sie denken mochten, das war einfach unglaublich… wahrlich atemberaubend.

Und diesmal war Ken nicht darauf aus, selber einen Höhepunkt zu erreichen, sondern trieb Aya geradewegs auf eben solch einen zu, in dem er ihn sowohl ziemlich hart pumpte, wie auch wieder tief in ihn eindrang und immer wieder die Prostata anstieß.

So dauerte es auch nicht lange, bis Ken sein Ziel erreichte, auch wenn es Aya wie eine Ewigkeit vorkam. Doch schließlich kam auch für ihn die Erlösung in Form eines Feuerwerks an Orgasmus, welches durch einen nun überhaupt nicht mehr gedämpften oder unterdrückten Schrei der Ekstase artikuliert wurde.

Ken schnürte es beinahe die Kehle zu, Aya so unter sich zu sehen und nur mit Mühe brachte er es fertig, nicht auch noch Tränen zu vergießen. Langsam sank er auf Aya hinab und küsste dessen geöffnete Lippen. „Ai shiteru…“

Aya reagierte zunächst nicht, japste erst mal nach Luft. Erst einige Augenblicke später brachte er ein bebendes „ai shiteru mo“ zustande. Im Gegensatz zu Ken wollte oder konnte er sich nicht zurückhalten und so liefen salzige Tränen der freudigen Erschöpfung über seine Wangen.

Sanft wurden diese weggeküsst, doch dann begannen Kens Oberarme allmählich an zu zittert und er bekam Mühe, sich über Aya zu halten.

Aya schlug die Augen auf und blickte Ken ins Gesicht, dann legte er plötzlich die Arme gegen Kens Schultern und unterstützte den Jüngeren in seiner Haltung. Ein kleines Grinsen entkam ihm. „Und was nun?“

Kens Augen auf Halbmast öffneten sich wieder etwas. „Hmm… alles nur keine Mission…

sch-schlafen…?“ Er blinzelte erschöpft ob der vielen verbrauchten Energie.

Aya lachte dunkel. „Was immer du willst, aber lange halten kann ich dich so nicht.“

„Hmm… so desu…“ Vorsichtig löste sich Ken aus Ayas Armen und begann sich zurückzuziehen, darauf bedacht, nicht zu schnell voran zu gehen, um Aya nicht noch zum Abschluss Schmerzen zu bereiten.

Auch wenn der Sex angenehm gewesen war, das Gefühl der Leere, das nun folgte, war es nicht gerade. Doch Aya ließ sich nichts anmerken, war er doch noch zu glücklich vom gerade Erlebten.

Ken war froh, dass kein Blut mit ins Spiel gekommen war. So erlaubte er sich, lediglich die Decke hochzuziehen, um die beiden verschwitzten Körper zuzudecken und Aya dann fest in die Arme zu nehmen und an sich zu drücken.

Aya überwand sich noch, das Kissen vom Boden aufzuheben, bevor er sich wieder an Ken kuschelte und leise seufzte. Er war so entspannt, erschöpft und glücklich.

Behutsam strich Ken über Ayas Rücken, während dessen Kopf unter seinem Kinn lag. Doch bald darauf wurde die Bewegung fahriger, unregelmäßiger, bis sie schließlich gänzlich ausblieb und man ein leises, ruhiges Ziehen von Ken vernehmen konnte.

Auch Aya war überglücklich, ungewöhnlich gelöst und schnell eingeschlafen. Wie durch ein Wunder quälten ihn die ganze Nacht lang keine Alpträume oder ähnliches, sondern er schlief den tiefen, ruhigen Schlaf der Todmüden.


Teil 23

Nervös zappelig saß Schuldig neben Yoji im Behandlungsraum im Krankenhaus und wartete darauf, dass der Arzt kam, um ihm endlich die Fäden zu ziehen. Unsicher sah er sich in dem sterilen Raum um und ihm wurde mal wieder klar, wie sehr er solche Orte doch verabscheute.

Yoji grinste und tätschelte Schuldig beruhigend die Hand. „Ganz ruhig, jetzt tut dir doch keiner mehr was. Und wenn du wieder zu Hause bist, darfst du duschen.“

„Gott sei dank… ich hab langsam genug von dieser Katzenwäsche…“ jammerte Schuldig. „Ich fühl mich schon ganz… wuäks…“

„Ist ja bald vorbei…“ Yoji blickte sich um, als der junge Arzt reinkam.

„Guten Tag, die Herren“, meinte dieser freundlich. „Dann wollen wir doch mal gucken.“ Und ohne Umschweife betrachtete er Schuldigs Narben, befühlte die Fäden. „In Ordnung, sieht gut aus. Holen wir sie raus.“ Schnell hatte er eine kleine Schere zur Hand und noch bevor Schuldig Panik schieben konnte, waren die Fäden gezogen.

Der sah reichlich verunsichert aus. „D-das war’s…?“ Er guckte an sich herunter und fuhr über die beiden roten Stellen, die sich noch leicht erhoben.

„Ja, das war’s“, lächelte der Arzt, dann verabschiedete er sich und verschwand wieder.

Yoji grinste noch immer. „Na siehst du…“

Auch Schuldig schaffte wieder ein Lächeln und zog den Pullover wieder über. „Hey… geht schon viel einfacher…“ freute er sich und strahlte Yoji an.

Und so fuhren die Zwei happy nach Hause, wo Yoji Schuldig ein Handtuch reichte und ihn dann zur so lange ersehnten Dusche schickte. Er fläzte sich inzwischen gemütlich rauchend auf sein Bett.

Doch ehe Schuldig sich unter die Dusche stellte, verbrachte er eine längere Zeit vor dem Spiegel und betrachtete sich darin. „Bäääh… scheußlich. Frag mich, wie Frauen da mal drauf stehen konnten… jetzt würde mich sicher keine mehr angucken…“ Seufzend betrachtete er sich von allen Seiten, doch sein Blick fiel immer wieder auf die beiden Narben und er verzog das Gesicht. „Och nö… die sind… hässlich…“ Schließlich schaffte es der Deutsche dann doch noch unter die Dusche und genoss es, wie das heiße Wasser erstmals seit Wochen wieder über seinen gesamten Körper lief.

Yoji hingegen fand den Deutschen alles andere als hässlich und auch jetzt gerade schweiften seine Gedanken immer wieder ins Bad. Er wusste, wie Schuldig aussah, hatte ihn in der letzten Woche eingehend betrachten können, aber ganz nackt hatte er ihn noch nie gesehen. Yoji wurde ob seiner Gedanken sogar selber leicht rot, was ihn jedoch nicht im Geringsten davon abhielt, sie weiterzuverfolgen.

Schließlich kam Schuldig, eher wie ein Kind in ein Badetuch gewickelt, aus dem Bad und schnatterte vor sich hin. „Jemand hat das heiße Wasser schon verbraucht“, moserte er leise.

„Wahrscheinlich du selbst“, grinste Yoji und schaffte es, cool zu wirken, obwohl er sich eindringlich vorstellen musste, wie Schuldig unter dem Handtuch aussah und das ließ ihn überhaupt nicht kalt.

Schuldig bibberte weiter und kroch dann wie er war unter die Decke und rutschte an Yoji heran - nicht aber ohne die Nase zu rümpfen. „DU hast schon wieder geraucht…“

„Ja! Wieso auch nicht?“ fragte Yoji leicht missbilligend.

Schuldig sagte nichts dazu, sondern klapperte demonstrativ mit den Zähnen. Yojis Verstimmung verflog genauso schnell wie sie aufgezogen war und er rubbelte dem Deutschen über die Arme und den Rücken, um ihn aufzuwärmen. „Armer Schatz!“

„E-eher… k-k-kalter Schatz…“ kam es leise geklappert und Schuldig kuschelte sich dichter an den warmen Körper.

„Ist es so schlimm?“ erkundigte sich Yoji fürsorglich.

„Nein… nein… w-ird… sch-sch-schon b-b-b-esser…“

„Gut“, grinste Yoji frech. „Ich kenn’ nämlich nur noch ein weiteres Mittel zum Aufwärmen.“ Er zwinkerte.

„H-her damit…“ schnuffelte Schuldig, während er sich an die warme Brust schmiegte, die ihn wärmte.

„Wie du willst“, grinste Yoji und begann, sich aus den Klamotten zu schälen. Darin war er geübt genug, Schuldig nicht groß allein lassen zu müssen, während er sich auszog.

Der sah ihn kurz fragend aus großen Augen an. „N-nani?“

„Du wolltest doch gewärmt werden. Das ist die beste Möglichkeit.“ Yoji war runter bis auf die Shorts und rutschte zu Schuldig unter die Decke, kuschelte sich vorsichtig an, schloss den Deutschen fest in seine Arme.

„Ma… mate… das Handtuch…“ Das nasse Ding nervte und Schuldig versuchte sich daraus zu befreien. Yoji ließ sich seine leichte Unsicherheit nicht anmerken, lächelte nur, während Schuldig an dem Handtuch zerrte, dass schließlich endlich aus dem Bett flog. Nun konnte sich Schuldig ungehindert an Yoji kuscheln und genoss dessen Wärme. „Mein kleiner Heizofen…“ gluckste er zufrieden.

Und Yojis Wärme war unterschiedlichster Natur, unter anderem auch sexueller und zwar ziemlich stark, wie er selbst erstaunt feststellte. Er bemühte sich redlich, Schuldig Wärme und Geborgenheit zu geben, diesen jedoch gleichzeitig von eventuell recht peinlichen Entdeckungen ab- beziehungsweise fernzuhalten. ‚Denk an was Asexuelles… denk an was Asexuelles!’ DAS fiel Yoji wirklich nicht leicht.

Und Schuldig, in einer beinahe kindlichen Naivität, merkte nichts davon, sondern kuschelte sich weiter an seinen Freund. Schnurrend rieb er seine Wange an dessen Brust.

Yoji seufzte in einer Mischung aus Wohlgefallen und Qual. Sanft kraulte er Schuldig über den Rücken.

Das entlockte diesem erst ein wohliges Seufzen und dann ein feines Gurren. „Hmm… schön…“ Er hob den Kopf und streifte Yojis Kinn mit seinen Lippen.

Früher hatte Yoji bei ‘asexuell’ immer an Aya gedacht, aber seit dem Konzert aus dem oberen Stockwerk neulich Nacht war auch das dahin. Dann eben Omi… Omi war putzig und harmlos… außerdem sah er aus wie ein kleines Mädchen. Ja, kleine Mädchen… das klappte. Yoji atmete auf und lächelte Schuldig in die wunderschönen Bernsteinaugen. Na ja, es klappte nicht so ganz… aber ausreichend.

Eine ganze Weile lag Schuldig ganz still in Yojis Armen und genoss einfach nur, allerdings rutschte er dabei ständig hin und her, was den anderen kaum für längere Zeit zur Ruhe kommen ließ.

Irgendwann wurde es Yoji dann doch zu viel. „Jetzt reicht’s aber“, lachte er und zog Schuldig an sich, um ihm einen Kuss auf den Mund zu drücken.

Der hielt auch prompt völlig überrascht inne und blinzelte zwei, drei mal, ehe er die Augen schloss und einfach nur genoss. Zögernd legten sich seine Hände in Yojis Nacken, um diesen dann zaghaft zu kraulen.

Yoji umfing Schuldig mit seinen Armen, streichelte sanft über dessen Flanke. Seine angestaute Energie lebte er in seinem Kuss aus, der zwar zärtlich blieb, aber doch eine gewisse Wildheit beinhaltete.

Schließlich forderten Schuldigs noch immer lädierte Lungen wieder Sauerstoff und er riss sich von Yojis Lippen los, um dann mit geöffnetem Mund hektisch zu atmen. „Wow…“

„Gomen“, murmelte Yoji leise. „Wollte dich nicht stressen.“

„Stressen?“ japste der Ältere. „So was kann mich nicht stressen… was glaubst du denn…“ Er grinste sein gewinnendes Grinsen und hob den Kopf an, um den anderen erneut zu küssen und um ihm nah zu sein.

Einerseits befriedigte der Kuss Yojis Verlangen, andererseits heizte er es noch weiter an, vor allem, weil Yoji nun nicht mehr in der Lage war, an Omi oder kleine Mädchen zu denken. Alle seine Gedanken kreisten um Schuldig.

Der ahnte, ohne Gedanken zu lesen, natürlich nichts von alle dem und war einfach nur schon zufrieden, bei seinem Geliebten zu sein und es wieder warm zu haben.

‚Verdammt, irgendwann werde ich mit ihm darüber reden müssen oder er merkt es … und so wäre es noch schlimmer’, dachte Yoji unglücklich.

Die veränderte Mimik nahm Schuldig wahr, kaum dass er die Augen wieder offen hatte und fragend sah er Yoji an. „Was hast du?“ fragte er vorsichtig, während er ihm über die Wange streichelte.

„Ähm… ich weiß nicht, ob das der richtige Zeitpunkt ist…“ druckste Yoji rum und schon hatte ihn die Entschlossenheit wieder verlassen.

„Huh? Zeitpunkt?“

Yoji wurde ziemlich rot. „Also… ähm… ich… na ja, wenn ich… liebe… dann reagier’ ich… auch körperlich…“ Er räusperte sich und schaute Schuldig unsicher an. Jetzt wäre eine ‘Nasenbluten’-Gelegenheit gewesen.

„JA? Wär nicht gut, wenn nicht, oder? Der Körper reagiert eigentlich sogar zu erst…“

Yoji kratzte sich am Kopf. „Ähm… ja… aber ich hab’ nicht das Gefühl, dass dir das gefallen würde.“

Schuldig zog eine beleidigte Schnute. „Woher willst du denn das jetzt schon wieder wissen…?“ Er zwinkerte dem Größeren zu und grinste. „Probier es doch erst aus…“

--- DU bist mutig… ---

--- Nein, nur hoffnungslos verknallt… ---

--- Ja, aber er will… ---

--- Es wird sicher anders sein… ---

--- Es wird wehtun… ---

--- Ich bin Schmerzen inzwischen gewohnt… ---

--- Baka…!! ---

--- Ach sei doch still… ---

„DU reagierst nicht körperlich“, warf Yoji ein. „Deshalb denke ich das.“

„Huh? Was? Aber wieso…?“ DAS verunsicherte Schuldig nun doch. Er hätte nicht gedacht, dass Yoji so genau auf seine Reaktionen achten würde.

„Was wieso? Wundert dich das? Du bist anhänglich, aber auf eine kindlich-unschuldige Art. Du reagierst wohl kaum sexuell auf mich.“

„Gomen, ich dachte…“ Schuldig schluckte und wandte den Blick zur Seite.

„Was?“ fragte Yoji sanft, streichelte ihm sanft über die Wange.

„… dachte, dass alles in Ordnung sei…“ Er sah wieder hoch und geradewegs in leuchtendes Smaragdgrün. „Du liebst mich doch… also ist es okay…“

„Was ist okay?“ Yoji drückte Schuldig einen zärtlichen Kuss auf die Stirn, blickte dann wieder in dessen honiggolden strahlende Augen.

„Das hier… du und ich… zusammen… alles was wir tun… alles ist richtig… so lange wir uns doch lieben…“

--- Ja klar und warum hast du deinen Arsch für diesen verfuckten Amerikaner hingehalten? ---

--- Halt’s Maul… das ist Vergangenheit… ---

„Das klingt nicht sehr überzeugt, koi! Es ist in Ordnung, wir müssen nichts machen, du sollst dich halt auch nur nicht wundern, dass du mich nicht kalt lässt. Ich will nur nicht, dass ich mich vor dir schämen muss.“ Bei den letzten Worten hatte Yoji den Blick zur Seite hin gesenkt.

Schuldig hob seinen Kopf und hauchte Yoji einen Kuss auf die Wange, direkt unters Auge. „Nicht doch… du hast wirklich nichts, wofür du dich schämen müsstest, schließlich ist dein Körper nicht mit Narben verunstaltet, so wie meiner…“

„Oh doch. Du hast nur noch nicht so genau hingesehen, und deine zwei kleinen Streifen kann man wohl kaum Narben nennen“, lächelte Yoji.

„Okay… du hast gewonnen…“ lächelte Schuldig leicht. „Und glaub mir, ich hab dich schon sehr genau angesehen… die Nächte waren lang und bekanntlich schläfst du nicht mit allzu viel Stoff um dich herum“, meinte er verschmitzt.

Yojis Nase wurde rosa und bezog seine Wangen mit ein. „Ähm… ja…“ ‚Memo an mich, in Shorts und T-Shirt schlafen.’ „Na ja, zu sehr scheine ich dich ja doch nicht zu schockieren.“

Schuldig legte seinen Kopf schief. „Ich glaub, dazu bist DU gar nicht mehr in der Lage.“ Langsam rutschte er dichter zu Yoji heran und sah ihn dessen grüne Katzenaugen, die ihm ganz warm ums Herz werden ließen.

„Du weißt gar nicht, wie schockierend ich sein kann“, zwinkerte Yoji. „Ich halte mich nur für dich zurück.“ ‚Haha… eigentlich hast du Schiss ohne Ende… ach was… wird schon nicht so anders sein… Und wenn du uke bist?… Äh… ja…’

Schuldig ließ sich dadurch kaum erschrecken und krabbelte geradewegs auf Yojis Schoß und sah ihn mit diesem ‘Musst mich einfach lieb haben’-Blick an.

Yoji drückte ihm daraufhin ein Küsschen auf die Nasenspitze, weil der Deutsche einfach unwiderstehlich putzig aussah. Wer brauchte schon Sex, solange Schuldig so geradezu widerlich niedlich aussah. ‚Das räumt auch mir noch ‘ne Gewöhnungsfrist ein.’

Allerdings schien sich Schuldig mit einem kleinen Küsschen nicht zufrieden geben zu wollen. Er kuschelte sich fester an Yojis Brust und rieb seine Wange daran, während er wirklich katzengleich zu schnurren begann.

Yoji kraulte ihn unter dem Kinn. „Was ist Putzelchen?“ grinste er frech.

„Pu… was?“ Schuldig öffnete die Augen und überlegte, woher er das Wort nur kannte. Japanisch war es auf keinen Fall, also sah er vorsichtig fragend nach oben.

„Egal… aber du bist einfach zu schnuckelig. Gar nicht altersgemäß.“

Schuldig verzog das Gesicht etwas. „Yoji, du wirst doch nicht etwa pädophil werden oder?“

„Ich mach’ doch nix“, grinste dieser entschuldigend.

„Nein, eben nicht…“ Beinahe hätte man einen enttäuschten Unterton in Schuldigs Stimme heraushören können, als er sich wieder fester an Yojis Brust schmiegte.

„Weil ich eben nicht pädophil bin und außerdem scheinst du Nähe und Wärme mehr zu brauchen als körperliche Liebe.“

Nachdenklich nickte Schuldig, dennoch… etwas tief in ihm drin wollte aber mehr als nur kuscheln wie die Häschen. Etwas wollte Liebe spüren - körperlich wie seelisch.

Yoji blickte auf den jungen Deutschen in seinen Armen herunter. „Oder nicht?“ fragte er leise und sanft. ‚Sag’, dass ich mich irre… nein, ich will dir nicht wehtun… und ich habe Angst… aber… ich…’ Yoji wurde leicht rot, war er doch selbst so verunsichert.

Schließlich streckte sich Schuldig so durch, dass er mit seinem Gesicht auf der selben Höhe war wie Yoji und legte ihm sanft eine Hand an die Wange. „Was hast du? Du wirkst so verunsichert… ich kann es sogar einfach so spüren, ohne dich zu lesen…“

„Na ja… ähm… also ich bin etwas hin- und her gerissen. Und… ähm… du bist mein erster… hmm… Mann.“ Yoji wurde immer leiser, seine Wangen begannen förmlich zu glühen.

Schuldig grinste leicht. „Ja und…?“ Neugierig sah er den Jüngeren an und wartete darauf, dass dieser ihm erklärte, was daran so anders war.

Yoji räusperte sich. „Ich… na ja… wie ist das überhaupt?“

„Weiß nicht… nicht viel anders als mit Frauen denk ich…“ Schuldig sah Yoji an, als ob er das Unschuldslamm persönlich wäre.

„Du hast auch keine Ahnung?“ Yoji riss entsetzt die Augen auf. „Aber ich dachte… ich meine… ähm… oh Götter…“ Er knickte förmlich.

„Huh?“ Schuldig sah den anderen verwirrt an. „Was denn? Woher soll ich denn wissen, wie es mit ner Frau ist…?!“

Yoji guckte verwirrt, ließ sich dann seufzend nach hinten aufs Bett fallen. „Was? Ach so… na dann… püh.“ Sein Adrenalin schoss noch immer durch seinen Körper.

Besorgt krabbelte Schuldig wieder zu ihm hoch. „Alles in Ordnung?“ Er legte kurz seine Lippen auf die des anderen und sah ihn dann wieder besorgt an.

„Ja, ja… alles klar… davon lässt sich Kudou Yoji doch nicht unterkriegen.“ Yoji lächelte Schuldig betont locker ins Gesicht.

„Aber verunsichern… süß… was keine Frau der Welt geschafft hat, schafft deutsche Markenimportware.“

„Ich hätte halt nie damit gerechnet, dass ICH dieser Art von Ware mal verfalle.“

„Tschuldigung…“ trällerte Schuldig zuckersüß. „Wie konnte es mir nur in den Sinn kommen, so etwas Unmoralisches zu tun und den Ladykiller für mich gewinnen?“

„Das ist völlig in Ordnung, aber halt etwas ungewohnt“, grinste Yoji.

Schuldig nickte verstehend und küsste den anderen dann wieder sanft und doch langsam fordernder. „Gib’s zu… du hast auch schon davon geträumt, mich zu vernaschen…“

„Mehr als nur einmal“, grinste Yoji frech, obwohl seine Nasenspitze ein bisschen rosa wurde. Er umfing Schuldig zärtlich aber fest mit seinen Armen, während er ihn küsste.

Der lachte leise. „So… mehr als nur einmal… und was hast du genau mit mir gemacht?“

„Wie gesagt, ich habe noch keine besondere Erfahrung mit Männern, also hab’ ich dich in erster Linie so behandelt, wie ich mich gern von den Frauen habe verwöhnen lassen. Mit Hand- und Mundarbeit sozusagen.“

Schuldigs Grinsen wurde breiter, erinnerte beinahe wieder an das alte Grinsen, doch war es nicht spöttisch und herablassend, sondern eher von einer Art Vorfreude gezeichnet.

Yoji lächelte zurück. „Aber das ist ja egal, weil DU natürlich nicht an solch schweinische Dinge denkst, nicht wahr?“ Er guckte Schuldig scheinheilig an.

„Glaubst DU…“ Schuldig zuckte mit einer Augenbraue. „Gut kennst du meine Gedanken nicht…“ ‚Sie würden dich erschrecken…’ „… sei einfach lieb zu mir und wir verstehen uns wunderbar.“ Ein Satz, der wohl mehr Bedeutung beiwohnte, als es im ersten Moment den Anschein hatte.

Yoji lächelte noch immer. „Ich will mich aber nicht einfach so auf dich stürzen.“

Ein leises Glucksen kam von Schuldig. „Eigentlich doch… gib’s zu… Nein, im Ernst… ich bin nicht aus Glas, also hab keine Angst davor, ja? Wenn du mir nicht wehtun willst, wirst du mir auch nicht wehtun. Das kann nur der, der es auch böswillig will, so wie… also nur wenn man’s will, kann man jemandem bei der schönsten Sache der Welt wehtun, okay?!“

„Okay…“ Yoji klang noch leicht unsicher, doch seine Hände strichen sanft über Schuldigs Brust. Die Fingerspitzen umkreisten die Brustwarzen des Deutschen.

Sofort zeigte der Ältere ihm, wie sehr ihm das gefiel, indem er die Augen schloss und leise zu schnurren begann.

Yoji hauchte sanfte Küsse auf Schuldigs schlanken Hals, seine Hände fuhren über dessen Bauch.

Genießend reckte Schuldig ihm diesen entgegen. Zwar war noch immer nicht all zu viel an ihm dran und die Rippen stachen noch etwas hervor, doch bald würde er durch Yojis ständige Fürsorge wieder zu seiner alten Form finden und das hier unterstützte die Genesung ganz bestimmt.

Zärtlich streichelten Yojis geübte Hände über Schuldigs Oberschenkel, so nahe und doch so unendlich weit entfernt vom eigentlichen Ziel. Vorsichtig knabberte Yoji an Schuldigs Ohr. Sein Atem fing sich leise in dessen Muschel.

Empfindlich wie Schuldig nun mal war, quietsche er leise auf und schlang seine Arme dann versöhnlich um Yojis Hals und hauchte kleine Küsse auf dessen Schulter und in den Nacken.

Inzwischen hatten Yojis tastende, streichelnde Hände sich bereits weiter in Richtung Mitte vorgewagt. Sanft, aber bestimmt, umfingen sie Schuldigs Glied, glitten in Richtung Spitze.

In dem Moment verbiss sich Schuldig leicht in Yojis Hals und hinterließ wenig später einen dunklen Fleck. „Hmm… oh Yoji, ich… liebe dich so sehr…“ hauchte er dem Blonden fein ins Ohr und drängte sich dichter an ihn, nicht zu letzt auch, um die winzige Unsicherheit zu überspielen, die sich in ihm ausgebreitet hatte.

„Ai shiteru mo“, flüsterte dieser zurück, während seine Finger federleicht über Schuldigs Eichel strichen.

Warm blies Schuldig Yoji seinen Atem ins Ohr, der nach und nach stockender wurde. Genießerisch schlossen sich die bernsteinfarbenen Augen und sein Becken bewegte sich etwas gegen Yojis Hand.

Yojis Lippen bewegten sich vom Hals aus weiter nach unten. In vollen Zügen nahm er den Geruch und Geschmack des Deutschen unter sich auf, während seine Hände unablässig aber quälend sanft dessen empfindlichstes Körperteil liebkosten.

Schließlich keuchte der Ältere sogar leise auf und hielt sich an dessen Schulter fest. Langsam trat ein feiner Schweißfilm auf seine Stirn und er atmete nur noch stoßweise.

Kurz stoppte Yojis sinnlicher Mund an der Brust Schuldigs, umfing Momente lang dessen Brustwarzen, um vorsichtig daran zu saugen, doch dann setzte er seine Forschungsreise nach unten hin fort.

Nun öffneten sich Schuldigs Augen wieder, doch waren sie verklärt und er schien nicht wirklich anwesend zu sein. Mit einer Hand fuhr er nach unten und verwob seine Finger mit Yojis feinen Haaren.

Yoji hatte inzwischen den Bauchnabel umkreist und war mit seinem Mund bereits in unmittelbarer Nähe von Schuldigs Glied, allerdings begnügte er sich noch damit, die zarte Haut der Schenkelinnenseiten und des Unterbauches zu liebkosen. Doch er kam dem Ziel eindeutig näher. Ein feines Lächeln spielte über seine Züge, er war völlig in seiner Beschäftigung vertieft.

Schuldigs Mund hatte sich inzwischen geöffnet und ein feines Stöhnen entwich ihm. Das fühlte sich ja so gut an, so völlig anders. Er fühlte sich einfach herrlich und absolut unbefangen.

Yoji verdrängte indessen die letzten Reste von Zweifel und Unsicherheit und fuhr mit seiner Zunge langsam und genüsslich Schuldigs Glied von der Wurzel zur Spitze hinauf. Das hier war das Erotischste, was er seit langem… ach, was er jemals getan hatte. Es war um so vieles prickelnder und erregender als alles Vorherige. Es war irgendwie richtiger.

In dem Moment, als Yoji Schuldigs Glied mit der Zunge berührt hatte, hatten sich dessen Finger in den dunkelblonden Locken vergraben, während die der anderen Hand sich ins Lacken krallten.

Yoji riskierte daraufhin nun doch mal wieder einen fragenden Blick nach oben in Richtung von Schuldigs Gesicht.

Dessen Lippen waren geöffnet und stoßweise verließ sein Atem dadurch seine Lungen. Die Augen waren leicht genüsslich verdreht und halb geschlossen.

Erleichtert seufzte Yoji leise auf. Also ein genüssliches Verkrallen. Er hatte Schuldig nicht wehgetan oder ihn verschreckt. Na dann konnte er ja weitermachen. Vorsichtig ließ er seine Zungenspitze über die Spitze des Gliedes spielen.

Schuldig nahm alles beinahe begeistert an und sein Becken begann sich bald darauf wie von alleine etwas zu heben, bewegte sich der Genuss bringenden Quelle entgegen.

Yoji wurde mutiger und nahm Schuldigs Erektion nun ein Stück weit in den Mund, schloss seine Lippen darum.

Augenblicklich hielt Schuldig die Luft an und riss die Augen auf. Schließlich entwich sein Atem wieder durch seine Nasenlöcher und er keuchte auf.

Weiter und weiter nahm Yojis Mund das heiße Glied auf. Langsam bewegte er den Kopf auf und ab, während seine Zunge immer wieder über Schuldigs Eichel fuhr.

Der glaubte gleich die Wände hoch gehen zu müssen, versuchte sich aber zu beherrschen. Dies hier war wohl das erste mal für Yoji, dass er so etwas tat und er wollte ihn auf keinen Fall verschrecken.

Yoji bewegte seinen Kopf schneller auf und ab und begann leicht an Schuldigs Glied zu saugen.

Immer heftigeres Stöhnen kam von dem Deutschen, bis er sich erschrocken in die Fingerknöchel biss, als er merkte, dass er langsam über Zimmerlautstärke hinaus schoss.

Als Yoji merkte, dass Schuldig versuchte, sein Stöhnen zu unterdrücken, hob er kurz den Kopf und runzelte gespielt missbilligend die Stirn. „Na wirst du dich wohl nicht zurückhalten, wenn der weltgrößte Lover dich verwöhnt?“ grinste er frech. „Ich brauch’ die Geräuschuntermalung für mein Ego.“ ‚Und außerdem ist sie unglaublich erregend.’/

Schuldig verschluckte sich beinahe, sah dann verwirrt herunter und lächelte unsicher, ließ seine Hand jedoch los, wo man schon die Abdrücke seiner Zähne sehen konnte.

„Also bist du ein artiges Schu?“ feixte Yoji und nahm, da er den Mund gerade zum Reden brauchte, die Hand als Ersatz, während er Schuldig betrachtete.

„Haaaaa… hai…“ japste der andere und schnappte nach Luft.

„Gut“, entschied Yoji knapp und legte seinen Mund wieder um Schuldigs Glied, um ihn weiter zu verwöhnen.

Es dauerte nicht lange und Schuldig übertraf den Geräuschpegel von Ken und Aya noch bei weitem.

Yoji genoss Schuldigs Ausbruch, ließ sich durch diesen zusätzlich antreiben. Er pumpte und saugte mit Hand und Mund, wurde immer schneller.

Der junge Körper stand regelrecht in Flammen und eine Hitze breitete sich in Schuldigs Körper aus, die sein Blut regelrecht zum Kochen brachte. All zu lange würde er nicht mehr aushalten, dass wusste er und er begann alles auf die letzten Sekunden hin aus zu kosten.

Yoji schien geradezu wie besessen von dem, was er gerade tat. Mit ganzem Herzen und Einsatz widmete er sich der Aufgabe Schuldig zu einem unvergesslichen Höhepunkt zu treiben. ‚Das ist SO gut… wenn du wüsstest, wie sehr ich dich liebe… na ja, wahrscheinlich weißt du’s.’

Schuldigs Körper begann sich kurz darauf wie unter Krämpfen zusammenzuziehen. Seine Muskeln verkrampften sich und schließlich erreichte er seinen Höhepunkt, auch wenn er noch versuchte ihn zu verhindern. „Kkk… chhh… kyyaaaa…“

Einen Sekundenbruchteil lang war Yoji erschrocken über das leicht schleimige Zeug in seinem Mund, schließlich war es das erste Mal, dass er es selbst zu schmecken bekam, doch dann schluckte er es mit einem Funken von Genugtuung runter.

Schuldig lag, nach Luft japsend, vor ihm und hatte die Augen geschlossen. Seine Brust hob und senkte sich in rasendem Tempo. Langsam küsste Yoji sich wieder nach oben bis zu Schuldigs Lippen.

Noch immer standen diese offen und nur langsam beruhigte sich Schuldigs Atmung. Erst nach einer Weile konnte er Yojis sanften Kuss erwidern und hob schwach die Arme, um sie um seinen Freund zu legen und ihn an sich zu drücken.

Yoji lächelte sanft. „Scheint ja ganz gut gewesen zu sein, für meinen ersten Versuch.“

„H… hhh… hhhhai… und… wie…“ schnaufte Schuldig und versuchte zu lächeln.

Yoji kuschelte sich an ihn. „Beruhig’ dich erst mal“, flüsterte er in Schuldigs Ohr.

Die Nasenflügel bebten noch eine ganze Weile, doch nach und nach wurde die Atmung ruhiger und Schuldig begann damit, mit den Fingern durch Yojis Haare zu streicheln.

„Geht’s dir besser?“ fragte dieser und hob leicht den Kopf, um in Schuldigs Augen zu blicken.


Teil 24

Diese strahlten den Jüngeren gerade zu an und Schuldig nickte leicht. „Ja… oh ja…“

„Fein“, lächelte Yoji und küsste Schuldig erneut leidenschaftlich.

Endlich wieder einigermaßen bei Sinnen erwiderte dieser diese Liebesbekundung und strich mit seiner Zunge über Yojis Lippen und schob diese schließlich auseinander, um in die heiße, feuchte Höhle einzudringen und den Rachenraum zu erkunden, den er eigentlich schon längst auswendig kennen musste.

Yoji umspielte mit seiner Zunge die seines kois und intensivierte den Kuss zunehmend. Er war erfüllt von wildem Verlangen nach der Nähe zu Schuldig.

Dieser dränge sich ebenfalls wärmesuchend an Yojis Körper und schmolz als bald schon fast wieder dahin.

Yoji konnte die Finger einfach nicht von Schuldigs zartem Körper lassen, immer wieder strichen seine Hände über die weiche Haut. Er konnte sein Glück kaum fassen.

Neugierig folgte Schuldig Yojis Händen bei diesem Spiel und er schnurrte zufrieden oder quietschte schon mal auf, wenn sein Freund etwas gar zu fein über die empfindliche Haut strich.

„Sag’ mal, wie kitzlig bist du eigentlich?“ lachte Yoji leise. Er war noch nie so glücklich gewesen wie in diesem Moment.

Schuldig gluckste und blinzelte Yoji dann an. „Hmm, weiß nicht… bist der Erste, der mich kitzelt…“

Yoji lächelte strahlend zurück. „Ich liebe dich so sehr“, sagte er leise und sanft.

„Und ich dich erst… du bist das Beste, was mir jemals im Leben passiert ist…“

Yoji seufzte und drückte sich noch enger an Schuldig. Er wollte ihm ganz nahe sein, doch alles was er bekam, war schon fantastisch. Auf keinen Fall wollte er diesen Augenblick durch das Eingeständnis von Verlangen zerstören, doch die Beule in der Hose tat wohl ein Übriges zur Erklärung von Yojis Zustand.

Auch Schuldig entging es nicht und die fiese Ader in ihm, veranlasste ihn dazu, sein Knie etwas hochzuziehen und es sanft zwischen Yojis Beine zu drücken.

Yoji stöhnte verhalten auf. Na toll, Schuldig hatte es gemerkt. ‚Jetzt hält er dich für total sexsüchtig… aber hey… ER hat sein Bein dahin gedrückt.’ Yoji biss Schuldig sanft in den Hals.

„Na, du kleines Aas? Wenn du nicht so unwiderstehlich wärst…“ grinste er in die Halsbeuge des Deutschen.

„… würdest du aufstehen und weggehen oder…?“

„Äh… nein.“ Yoji lachte leise.

„Sondern…?“ Schuldig drehte seinen Kopf etwas, um in Yojis Ohr zu hauchen. „Was willst du dann tun?“

„Dir so nahe sein wie noch niemals zuvor“, flüsterte Yoji zurück. Seine Stimme bebte vor unterdrückter Erregung.

„Hmm… klingt verlockend… was hält dich noch zurück?“ schnurrte der Deutsche weiter verführerisch in Yojis Ohr.

„Die Tatsache, dass ich keine Ahnung von schwulem Sex habe“, raunte dieser zurück, „Ich könnte alles versauen, wenn ich mich dämlich anstelle.“

Nun wieder ernst, guckte Schuldig in Yojis Augen. „Ist wohl gar nicht viel anders als mit Frauen. Rein damit und fertig. So hat’s Brad immer gehalten. Ich glaub, wenn man Gleitgel oder so was hat, is es etwas weniger schmerzhaft…“

Yoji schluckte und sah Schuldig entsetzt an. Seine Erregung klang schlagartig ab. „Was bitte? Entschuldige, aber das ist scheußlich.“

Unsicher wich Schuldig zurück. Wusste nicht, warum die Gefühle des anderen so plötzlich abgestorben waren.

Yoji setzte sich auf, stöhnte leise. „Du kannst doch nicht… verdammt… wenn es wehtut, ist es falsch… das… oh fuck!“ Hilflos starrte er auf seine Knie. Er fühlte sich beschissen und das obwohl, ja vielleicht weil er gar keine Ahnung hatte, was Schuldig alles zugestoßen war.

Der zog nun unsicher die Beine an und schlang die Arme darum. „Yoji, ich…“ Er biss sich auf die Lippen. „… es ist schon okay… du liebst mich doch…“

„Nein… verdammt noch mal, es ist nicht okay…“

Die Schultern des Deutschen begannen leicht zu beben. Selten bis gar nie hatte er Yoji mit derartig wütendem Blick und so lauter Stimme erlebt. Sofort wurde Yoji wieder sanft. Traurig drückte er Schuldig an sich. „Es tut mir leid… ich… ich weiß auch nicht, was mit mir los ist…“ Sanft strich er durch das weiche Haar des Deutschen.

„Es… es ist nichts…“ versuchte dieser zu versichern. „Das ist vorbei… wirklich… das ist Vergangenheit… du bist jetzt und in der Zukunft…“

„Aber du musst schon zugeben, dass es etwas schwierig ist, bei Laune zu bleiben, wenn einem gesagt wird, man solle es einfach so machen wie Crawford.“ Yoji schluckte, als ihm bei diesem Namen die Galle hochkam, zwang sich jedoch zu einem Grinsen.

Schuldig guckte weiter wie ein geprügelter Hund. „So hab ich’s doch gar nicht gemeint… ich weiß doch auch nichts anderes…!!“ versuchte er sich zu verteidigen.

„Aber das ist gelinde gesagt scheiße. Ich will dir nicht wehtun. Dann lassen wir’s.“ Yoji kraulte Schuldig sanft durch den Nacken.

Unsicher duckte der sich etwas drunter hinweg. „Aber… aber ich…“

„Was?“ fragte Yoji liebevoll.

„Aber ich wollte doch mit dir… ich will endlich wissen, ob es nicht auch anders sein kann… und nur dir trau ich das zu…“

Yoji entwich ein Mittelding aus Schnauben und Stöhnen. „Okay“, sagte er gedehnt. „Wenn du unbedingt meinst. Aber…“ er blickte Schuldig ernst an, „wenn es wehtut oder so, sagst du sofort Bescheid. Klar?“

Schuldig nickte eifrig und seine Mundwinkel verzogen sich wieder etwas nach oben. „Hai…“

Yoji lächelte. „Tja, dann muss ich jetzt nur noch einen Weg finden, wieder in Stimmung zu kommen und diesen Leistungsdruck zu vergessen.“ Fest drückte er sich an seinen über alles Geliebten.

Schuldig schnuffelte in Yojis Haare. „Gomene…“ und küsste ihn anschließend sanft auf die Schläfe.

Yoji ließ sich fürs Erste von seinen Gefühlen und Bedürfnissen treiben. In unmittelbarer Nähe zu Schuldigs nackter Haut spürte er bereits wieder, dass es nicht lange dauern würde, bis er wieder voll bei der Sache sein konnte. Er grinste leicht, weshalb genau konnte er selbst nicht sagen.

Der Deutsche konnte lediglich spüren, dass Yoji sich wieder entspannte und glücklich darüber, schlang er seine Arme um diesen und fuhr mit den Fingerspitzen über die feinen Muskeln des Rückens bis hinunter zum Kreuz.

Yoji schauderte ob dieser zarten Berührung. Seine Lippen suchten die seines koi, um mit ihm in einem tiefen, leidenschaftlichen aber zugleich unheimlich zärtlichen und erfüllenden Kuss zu versinken.

Ein kurzes Blinzeln reicht Schuldig aus, um sich zu vergewissern, dass alles okay war und er kraulte Yoji weiter, während er ihn auf sich zog und dann langsam begann, sich unter diesem zu bewegen und sich so an ihm rieb.

Yoji merkte bereits, wie seine Boxershorts sich wieder fröhlich ausbeulte. In Schuldigs Nähe war es ihm unmöglich kalt zu bleiben. Sanft, aber von einer gewissen Forderung erfüllt, glitten seine Hände kreuz und quer über den geliebten Körper unter sich.

Und Schuldig genoss die Schauer, die Yojis Berührungen verursachten. Seine Atmung begann sich schon nach kurzer Zeit zu beschleunigen und seine Wangen färbten sich wieder leicht rot.

Yoji richtete sich noch einmal weiter über Schuldig auf, um ihm direkt ins Gesicht schauen zu können. „Bist du sicher, dass du das wirklich willst?“ fragte er leise.

Stumm nickte Schuldig und reckte sich seinem Freund entgegen.

Dieser griff daraufhin gezielt in seine Nachttischschublade, um eine kleine Tube zu Tage zu befördern. Yoji schien einige Übung damit zu haben, denn es gelang ihm, mit einer Hand die Tube zu öffnen, während die andere weiter zart über Schuldigs Körper strich.

Schuldig schnurrte derweil wie eine kleine Nähmaschine unter Yojis Hand und zog ein Bein an, um es dann gegen die Flanke seines kois zu drücken.

‚Okay, ich versuch’s jetzt wirklich mal wie bei ‘nem sehr empfindlichen Mädchen…’ Vorsichtig streichelte Yoji über Schuldigs Po, machte sich eingehend mit dessen Anatomie bekannt. Als er die Rosette gefunden hatte, strich er sorgfältig Gleitgel um selbige und drang dann vorsichtig mit einem Finger in seinen Geliebten ein.

Im ersten Moment zog sich Schuldigs Körper zusammen, doch dann atmete er tief durch und vergrub sein Gesicht in Yojis Nacken, um sich dann langsam zu entspannen. Ihn hatte weniger der Finger als das kühle Gel erschreckt.

Als Yoji merkte, dass Schuldig nicht aus Schmerz zurückgezuckt war, ließ er seinen Finger vorsichtig den engen Gang erforschen.

Heiß schlug ihm der Atem des anderen in den Nacken, da Schuldig bereits durch den geöffneten Mund atmete. Er zwang seinen Körper regelrecht dazu, sich zu entspannen und redete sich stur ein, dass dies etwas anderes sei, da es nur aus reiner Liebe passierte.

„Daijobou?“ Yoji klang leicht verunsichert, hörte auf seinen Finger in Schuldig zu bewegen.

„Uhmm… h-hai…“ Schuldig rieb seine Nase an Yojis Nacken.

„Du wirkst nicht wirklich entspannt“, fiepte Yoji leise.

„Go-men…“ Schuldig hatte die Augen wieder etwas geöffnet. Furcht spiegelte sich in ihnen wieder. Doch nicht die Furcht vor dem was kommen möge, sondern davor, dass er Yoji eventuell verlieren könnte. Mit einem tiefen Durchatmen zwang er seinen Körper endgültig dazu sich endlich zu entspannen. Die Muskeln lockerten sich und ohne viel Zutun von Seiten Yojis versank dessen Finger tiefer in Schuldigs Körper.

Yoji resignierte innerlich und fuhr damit fort, Schuldig innerlich zu streicheln. Der Deutsche würde es ja doch nie zugeben, also musste er jetzt einfach sein bestes tun, um Schuldig nicht wehzutun oder ihn zu enttäuschen. Trotzdem hätte Yoji am liebsten geheult, zwang sich jedoch zur ‘Playboy-Selbstbeherrschung’ inklusive Grinsen.

Das verfehlte seine Wirkung dann auch nicht und als Schuldig seinen Kopf hob und das Lächeln in Yojis Gesicht sah, küsste er ihn sanft auf die Lippen und erwiderte das Lächeln. Er hatte den Kampf gegen seinen Körper gewonnen und dieser begann alsbald auf Yojis Bemühungen hin zu reagieren. Schuldig schloss wieder die Augen und versuchte sich aufs Fühlen zu konzentrieren und ein leises, noch etwas zurückhaltendes Stöhnen entwich ihm. Sein Becken begann sich langsam selbstständig zu machen und sich gegen Yojis Hand zu bewegen, um mehr von den Berührungen zu bekommen.

Yoji kam allmählich in Übung und auch auf den Geschmack, denn nun schien es doch so, als wenn Schuldig seine Berührungen genießen würde.

„Hmm… Yoji… das ist so…“ Schuldig schlug die Augen auf und nickte seinem Geliebten zu. Er wollte mehr und sah Yoji herausfordernd an.

Yoji lächelte zurück und schälte sich mit der anderen Hand aus der Shorts.

Erwartungsvolle, bernsteinfarbene Augen beobachteten ihn. Zwar funkte kurz etwas Unsicherheit auf, doch Begierde und Vorfreude auf etwas Neues, auf etwas Anderes verdrängte sie wieder.

Nachdem Yoji auch sich mit Gleitgel präpariert hatte, zog er den Finger langsam zurück, jedoch nur, um mit zweien zurückzukommen und Schuldig fast in den Wahnsinn zu treiben.

Der guckte ihn nun auch erst entsetzt, dann schmollend an, kam aber nicht besonders weit, als Yoji ganz tief in ihn eindrang und ihm ein entsetzt und verzückt zu gleich klingendes Geräusch der Lust entlockte.

Sanft bewegte Yoji nun beide Finger in Schuldigs Po hin und her. Merkte sich die besonders empfindlichen und erregbaren Stellen und dehnte ihn so auch gleich.

Die Nasenflügel des Deutschen blähten sich immer wieder hektisch auf und immer öfters entkam ihm ein leises Stöhnen.

‚Ich hoffe nur, dass du das wirklich willst’, flehte Yoji innerlich, während er seine Finger zurückzog. Ganz vorsichtig und langsam, um Schuldig keinesfalls wehzutun, drang er nun mit seinem Glied in den engen, warmen Po seines Geliebten ein.

Der krallte sich in Yojis Schulter fest und hatte die Augen geöffnet, um in glänzendes Smaragdgrün zu blicken und es festzuhalten.

Yoji lächelte sanft, war unglaublich glücklich. Das war einfach wahnsinnig. Er musste sich schwer zusammenreißen, so gut fühlte Schuldig sich an. „Ich liebe dich so sehr“, hauchte er, während er sanft begann, sich in Schuldig zu bewegen… ganz sachte.

Schuldig erwiderte das Lächeln, genau bis Yoji sich zu bewegen begann, dann ließ er den Kopf in den Nacken sinken, schloss die Augen und genoss.

Yojis Bewegungen wurden schnell sicherer und routinierter, als er merkte, dass Schuldig nahezu wie eine Frau reagierte. Doch vorhin war da doch dieser eine Punkt gewesen, der seinen koi fast verrückt gemacht hatte. Den suchte Yoji wieder, um ihn dann auch erfolgreich wieder zu finden.

Schuldig zog darauf die Schenkel höher und stöhnte wieder hörbar lauter auf. Dann legte er die ellenlangen Beine um Yojis Hüfte und drückte ihn so noch etwas fester an sich.

Dieser fand das alles einfach atemberaubend. Er war erregt, fasziniert, überglücklich… alles auf einmal… wie ein Kind unterm Weihnachtsbaum. Nein, besser, schöner… Ach… er seufzte gelöst auf. Doch, als Schuldig ihn fester an sich drückte, merkte Yoji, dass er etwas übersehen hatte, obwohl es doch deutlich hervorstand und zwar sprichwörtlich. Lächelnd schloss er sanft die Hand um die Erektion seines Geliebten.

„Kyaaah… was…“ Schuldig schnappte erschrocken nach Luft und hob den Kopf wieder an.

„Was?“ fragte Yoji mit leichter Belustigung, während er damit begann, die Bewegungen seines Beckens und seiner Hand anzugleichen.

Schuldig schnaubte. „Du bist… uooooh… fies…“ Er zwinkerte Yoji kurz zu, ehe er damit begann, seine Muskeln mit voller Absicht zusammenzuziehen, um Yoji weiter einzuengen.

„Aber… du… nicht… oder was?“ japste Yoji grinsend und intensivierte beiderorts seine Bemühungen.

„Uhm… hai… nennt… nennt sich Rache…“ Schuldig legte beide Hände um Yojis Wangen und küsste ihn voller Zärtlichkeit, so dass dieser automatisch langsamer wurde. Schließlich wollte der Deutsche noch etwas länger etwas vom eigentlichen ersten Mal.

Yoji nahm diese kleine Bremsung gerne hin, auch wenn er genau spürte, wie sehr die Begierde in ihm loderte. „Bist du glücklich?“ fragte er zärtlich.

Schuldig antwortete nickt, sondern küsste ihn erneut. Fordernd strich er mit der Zunge an der Innenseite von Yojis unterer Zahnreihe entlang, fuhr dann weiter fort, hin zu dessen Zunge, um diese frech anzustupsen und ehe sie reagieren konnte zu umschlingen und daran zu saugen.

--- Biest! --- dachte Yoji. Diese Liebkosung seines Geliebten hinderte ihn natürlich, etwas zu artikulieren. Als Antwort darauf stieß er jedoch nochmals flüchtig, wie zufällig, jenen bestimmten Punkt in Schuldig.

Beinahe hätte sich der Deutsche verschluckt, als er unkontrolliert aufstöhnte und sich vom Mund seines Geliebten löste, um mit dem Kopf nach hinten zu knallen und den Rücken durchzubiegen.

Yoji lachte leise. ‚Na das muss ja wirklich unerträglich schön sein’, dachte er triumphierend. Seine Bewegungen waren langsam aber intensiv. Zu langsam zum Kommen, aber schnell genug, um sie beide fast in den Wahnsinn zu treiben.

Längst hatten die anderen Bewohner des Hauses mit bekommen, dass da oben was lief, doch niemand schien sich daran zu stören. Auch wenn Schuldig immer öfters spitze Schrei von sich gab, so gab doch keiner von ihnen Anlass zur Sorge, denn immer endeten die schrillen Geräusche tief und in einem wohligen Stöhnen.

Yojis Geräuschpegel blieb weit unter dem Schuldigs. Er war halt ganz Liebhaber, weshalb seine Gefallensbekundungen sich mehr auf Stöhnen und Ächzen beschränkten, auch wenn die anderen, entgegen allem bisher Dagewesenen, auch ihn deutlich mitbekommen konnten, wenn Schuldig gerade etwas leiser war.

Bereits Schuldigs gesamter Körper war schweißbedeckt. Noch nie hatte es so lange gedauert, aber das hier war auch mit nichts bis dato gewesenem zu vergleichen, denn noch nie hatte er dabei wirklich etwas außer Angst, Ekel und Schmerz empfunden. Doch nun war so etwas weiter als alles andere entfernt und die pure Lust schwappte in Wogen durch seinen Körper, zeugten davon, dass er bald seinen Höhepunkt erreichen würde.

Auch Yoji fiel es zunehmend schwerer, sich noch zusammenzureißen. Als er merkte, dass es Schuldig wie ihm ging, zog er das Tempo ein letztes Mal an, um diesem einen unvergesslichen Höhepunkt zu bescheren und sich dann hoffentlich endlich seinem eigen hingeben zu können, denn es war so schön, dass es fast schon wehtat vor Erregung.

Mit einem letzten Stoß von Yoji stieß er Schuldig über die Klippe des Orgasmus und der Deutsche kam mit einem erstickten Aufschrei. Gab seinen Samen frei, der gegen Yojis Bauch spritzte. Gleichzeitig zogen sich sämtliche Muskeln in Schuldigs Körper zusammen, nur um sich nach und nach wieder zu entspannen und gleich wieder zusammen zu ziehen.

Das gab Yoji den Rest und mit einem Stöhnen, das schon fast dem heiseren Krächzen eines Raben glich, ergoss er sich in die Hitze seines Geliebten. In seinem Kopf drehte sich alles.

Hechelnd lag Schuldig unter seinem koi und schlang seine Arme um dessen Nacken. Sanft hauchte er ihm ein Küsschen auf die schweißnasse Stirn. „Arigatou koibito…“

Yoji war so fertig und happy, dass er in diesem Moment nur merkte, dass Schuldig ihn irgendwo ins Gesicht geküsst haben musste. ‚Nur wo? Egal!’ Er strahlte, obwohl er ziemlich erschöpft war und sich nur mit Mühe über Schuldig aufgestützt halten konnte.

Dieser gab endlich dessen Becken wieder frei, auch wenn er sich ihm so langsam etwas entzog, als er zurück sank.

„Verzeihst du mir, wenn ich Schwäche zeige und eine Pause einfordere?“ schnaufte Yoji lachend.

Schuldig versuchte zu lachen, bekam aber nur ein heiseres Gequietsche zustande. „Schon… schon okay… du… du hast’s verdient…“

Vorsichtig zog sich Yoji aus Schuldig zurück, ließ sich neben diesen fallen und kuschelte sich an. „Wir sind halt nicht mehr so jung wie Ken-ken und Aya!“ lachte er leise.

Sofort legte sich Schuldig schnurrend in seine Arme. „Du meinst doch nicht, wir seien alt oder?“

„Nicht doch“, grinste Yoji und knackte demonstrativ und laut mit seinem Knie.

Schuldig kicherte und… begann wieder mit den Zähnen zu klappern. Entschuldigend sah er seinen Freund an und rutschte noch dichter, falls das überhaupt noch ging.

Yoji drückte die Decke enger um Schuldig. „Wie kannst du immer noch frieren? Was soll ich bloß mit dir machen, du kleine Frostbeule?“ lächelte er sanft und küsste seinen koi auf die schweißnasse Schläfe.

„Hmm… Frostbeule… ja, aber mein Herz brennt dafür umso mehr…“ lächelte der andere und schloss vertrauensvoll die Augen. „Ai shiteru, Yoji…“

„Ai shiteru mo“, hauchte Yoji leise. „Ich denke, ich brauche dich nicht zu fragen, ob’s dir gefallen hat.“ Er grinste.

„Uhm… war ganz okay…“ war Schuldigs lasche Antwort, musste sich jedoch ernsthaft beherrschen, dass er dabei nicht selten dämlich grinste.

Yoji machte ebenfalls ein betont ernstes Gesicht. „Na fein, dann hat’s ja wenigstens einem gefallen.“ Doch schon musste er lachen und streckte Schuldig zwinkernd die Zunge raus.

„Hai…“ schnurrte der und nahm das als Einladung, um in einem weiteren tiefen Zungenkuss mit seinem Geliebten zu versinken.


Teil 25

Rauschend schlugen die Wellen gegen den nächtlichen Strand. Nagi saß im noch warmen Sand und blickte hinauf in die Sterne.

Hier drang die Musik aus dem Strandhaus nur noch entfernt zu ihm. So gerne er auch mit anderen Jugendlichen rumhing, manchmal schätzte er die Ruhe der Abgeschiedenheit. Nur Omi duldete er in solchen Momenten noch an seiner Seite, da dieser, genau wie er, ein Gefühl für solche Situationen hatte.

Dieser setzte sich in dem Moment hinter Nagi, schlang seine Arme um ihn und legte sein Kinn auf dessen Schulter. „Na mein Liebling…?! War dir die Musik zu laut oder der Rauch zu viel…?“

„Es war einfach zuviel Action und die Sterne haben mich rausgelockt. Ich brauchte einen Moment der Stille.“ Nagi lächelte ein kurzes, feines Lächeln in Richtung seines koi.

Dieser erwiderte es sanft und küsste den Jüngeren auf die Nasenspitze. „Ich hoffe, ich darf dir etwas Gesellschaft leisten…“

„Das weißt du doch!“ Nagi kuschelte sich an Omi und genoss den Augenblick. Ein leises Kribbeln durchlief seinen Körper, wie immer, wenn er mit Omi zusammen war, doch heute war es besonders intensiv.

Und Omi wusste es noch zu verstärken, in dem er mit der Hand immer wieder über Nagis Bauch kraulte, wenn auch nur unbewusst.

Nagi seufzte leise und rekelte sich unter Omis Bewegung leicht. „Ich liebe dich!“ murmelte er glücklich, mit geschlossenen Augen.

Wieder hauchte der Dunkelblonde dem Kleineren einen Kuss auf die Schläfe.

„Hmm… ich dich auch mein knuddelig, knuffiger, süßer Freund…“ Er zwinkerte, wusste genau, dass Nagi es nicht mochte, wenn Omi ihm seine Niedlichkeit vorhielt.

Und prompt runzelte dieser auch schon die Stirn. „Du bist selber nicht viel besser! Du könntest in meine Klasse gehen und keiner würde merken, dass du älter bist… aber egal… ich will das hier nicht durch so etwas kaputtmachen…“ Wieder rekelte Nagi sich in Omis Schoß.

„Hmm… verzeih…“ Entschuldigend drückte Omi Nagi fester an sich und legte sein Kinn auf dessen Schulter und schmiegte sich ganz dicht an ihn.

Nagi hob den Arm und kraulte Omi sanft durch das Nackenhaar und hinter den Ohren, was diesem ein wohliges Schnurren entlockte. Er blinzelte etwas und sah dann gerade aus aufs Meer hinaus, während er die Liebkosungen seines kois genoss und diesen selber ebenfalls verwöhnte. Bald schon fuhr seine Hand etwas tiefer und wie automatisch unter Nagis Oberteil.

Dieser war gerade zu sehr damit beschäftigt seinen Kopf so zu neigen, dass er Omis Hals küssen konnte, als dass er darüber hätte nachdenken können, ob ihn dies hier wohl an Brad erinnern könnte.

Omi schluckte und gluckste etwas, wusste, dass er Morgen wohl wieder ein Zeichen von Nagis Liebe mit sich herumtragen würde.

Auf Dauer war es unbequem so zu sitzen, also drehte Nagi sich um. Allerdings war er nicht bereit, sich dabei von Omi zu lösen, was dazu führte, dass die Zwei in den Sand plumpsten.

Omi fing an zu lachen und schlang die Arme um Nagi. Dann küsste er ihn recht stürmisch auf den Mund und drückte ihn fester an sich.

Nagi spürte, dass er leicht beschwipst war. Obwohl es ihm noch verboten war, hatte er Alkohol getrunken, zwar nicht viel, aber es reichte. Alles in ihm drehte sich, er fühlte sich schwere- und auch ziemlich hemmungslos. Wild erwiderte er Omis Küsse und fuhr diesem nun seinerseits unters T-Shirt, um die warme Haut zu liebkosen.

Omi war innerlich etwas überrascht über diese ungewohnte Forschheit, musste sich aber eingestehen, dass es ihm gefiel und ihn irgendwie anmachte. Mit einem Mal riss er die Augen auf. Wie war das? Nagi machte ihn an? Er schluckte und doch… sein Körper verriet ihn nach und nach und er wusste, dass es wirklich so war. Dennoch versuchte er sich nichts anmerken zu lassen, wollte Nagi nicht erschrecken.

Dieser genoss Omis Körper unter dem seinen und vor allem unter seinen forschenden Fingern. Er war so… hupps… seine Nasenspitze färbte sich leicht rot. Er war einfach nur… geil. Glücklicherweise konnte er feststellen, dass es Omi nicht anders ging, auch wenn dieser versuchte, sich zurückzuhalten.

Die Hände hatte Omi auf Nagis Rücken gelegt und streichelte ihm hauchzart die Wirbelsäule entlang hoch und runter. Dabei sah er ihm immer wieder tief und forschend in die dunklen Augen.

Dort fand er nur Liebe und nahezu ungebremste Wollust. Immer fordernder wanderten Nagis schlanke Hände über Omis Körper, liebkosten jede erreichbare Stelle, Hals, Brustwarzen, Seiten, Bauch. Er war wild auf Omi und er wollte, dass Omi auch ihn begehrte, dass sein koi sich nicht mehr zurückhalten konnte. Als Omis Shirt ihn störte, schälte Nagi den Älteren kurzerhand raus.

Sofort sahen ihn babyblaue Augen groß an. Langsam jedoch wurde der Blick wieder weich und zärtlich und Omi hob den Kopf, um Nagi zu küssen, während er ihn auf sich runter zog und an sich drückte.

Nagi stöhnte schon jetzt leise auf. Er war einfach zu heiß… Vergessen waren die Nächte mit Crawford, das hier war anders, das hier war Liebe und es war Lust, die sich deutlich in seiner Shorts abzeichnete.

Omi lächelte, als er dies spürte und hob sein Becken leicht an, um auch Nagi besser spüren zu lassen, wie sehr er ihn anmachte.

Nagi lächelte zurück und rieb sich sachte an seinem Geliebten. Fast unwillkürlich biss sich Omi auf die Unterlippe, um nicht aufzustöhnen. „Oh Mann… du… wow…“ Er grinste Nagi etwas schief an, ehe er ihn wieder küsste und dann doch leise in dessen Mund aufstöhnte.

Nagi warf noch einen flüchtigen Blick zum Haus. Nein, hier würde man sie nicht entdecken. Zunächst zögerlich, doch bald selbstbewusster, erforschten seine Zunge und Lippen Omis Hals, die Schulter…

Der Ältere erschauerte leicht, genoss es jedoch auch in vollen Zügen und fuhr mit seinen Händen durch Nagis feines, dunkles Haar.

Nagis Kopf kam wieder in Omis Blickfeld. „Ist das alles okay für dich?“ fragte er strahlend, seine Augen sprühten Funken und es war klar, dass er diese Frage als rhetorisch erachtete.

Omi lächelte sanft. „Alles ist okay, so lange du nur bei mir bist…“ schnurrte er den anderen an und küsste ihn abermals auf die Nasenspitze, ehe er ihn sanft mit den Zähnen hinein zwickte.

„Aho!“ erwiderte Nagi lachend und biss seinerseits Omi sanft in die Schulter.

„Uhmm… hai… aber dafür hat sich's gelohnt…“ meinte der etwas keuchend und schloss wieder die Augen.

„Okay“, grinste Nagi diabolisch und ließ seine Hand über Omis Unterbauch wandern.

„Uhh… jaa…“ Omi bog seinen Rücken durch und reckte sich dem anderen entgegen.

‚Na dann… auf geht's!’ Ein bisschen Muffensausen stellte sich nun doch bei Nagi ein, doch er rutschte vorsichtig unter Omis Hosenbund.

Der zog anfänglich die Beine etwas zusammen, doch er vertraute Nagi und so entspannte er sich bald wieder, ließ den Jüngeren machen.

Langsam tastete Nagi sich nach unten vor, bis zu der unübersehbaren Beule. Und Omi hielt den Atem an, gespannt darauf wartend, was nun kommen würde.

Nagi strich vorsichtig über das erregierte Glied seines Freundes, das sich anfühlte, als wenn es die Hose sprengen wollte.

Pfeifend verließ die Luft Omis Lungen und er keuchte auf. Das fühlte sich so… so… so gut an… Nagis Berührungen wurden intensiver. Omi spürte einen Blitz durch seinen Körper zucken, als wenn man ihn unter Strom gesetzt hätte. Er keuchte leise auf. ‚Er wird doch nicht… und doch… bitte… tu es… ich flehe dich an.’

Nagi hielt inne, zog seine Hand aus Omis Hose, jedoch nur, um selbige zu öffnen und sich so mehr Spielraum zu verschaffen.

‚Er tut es…’ Wieder hielt Omi die Luft an, hob jedoch seine Hüften etwas, um es Nagi leichter zu machen, ihm die Hose etwas herunterzuziehen.

Nagi lächelte und bemerkte, dass an Omi bei weitem nicht alles niedlich und klein war. Er schloss seine Hand um Omis Penis, strich sanft nach oben zur Spitze. Ein tiefes Stöhnen zeugte von Omis Wohlgefallen. Er atmete zittrig durch geöffnete Lippen und schloss die Augen. Hitzewellen jagten durch seinen Körper und sammelten sich immer wieder zwischen seinen Beinen.

Nagi kicherte leise, spürte das Gefallen, dass Omi sich ihm völlig hingab. „Du bist so schön!“ hauchte er leise.

„Uhmm… h-hai… und du… du bist toll… ich hätte nie gedacht,… dass das so… geil… ich liebe dich, Nagi-chan…“

„Ich liebe dich auch!“ Nagis Liebkosungen wurden fester. Omis Erregung stachelte ihn an, erregte auch ihn so wahnsinnig.

„Oh Gott…“ keuchte Omi schließlich auf und richtete sich mit einem Ruck auf, um Nagi zu sich hochzuzerren und hungrig und verlangend zu küssen. „Entweder beenden wir das schnell oder ich garantier dir nicht mehr, dass ich nicht über dich herfalle… dann werden wir die Geräuschpegel der anderen locker toppen!!“

„Und wen stört das?“ grinste Nagi zweideutig. Er ließ absichtlich offen, ob er das Herfallen oder den Geräuschpegel meinte. Seine glühenden Wangen sprachen für beides.

Omi strich ihm sanft drüber und küsste ihn abermals, doch diesmal sanft und zart. Liebevoll knabberte er an Nagis Unterlippe, ehe er dessen Mund wieder völlig für sich einnahm.

Nagis Hände strichen noch immer über Omis schweißnassen und teilweise sandverklebten Körper, während er sich völlig der Zunge des anderen öffnete, ihn praktisch in sich aufsog.

Omi zog Nagi zu sich und ließ seine Hand zwischen ihren Körpern hinab wandern und strich über Nagis Jeans. „Du… hast… hmpf… da… noch etwas… mehr… an… als ich…“ nuschelte er zwischen den Küssen.

„Soll ich's selbst ausziehen?“ fragte Nagi grinsend.

„Nein… das…“ Damit stieß Omi Nagi um, so dass dieser wie eine kleine Schildkröte auf dem Rücken landete. „… übernehm ich lieber selber…“

Nagi gluckste und ließ Omi gewähren, allerdings nicht, ohne diesen mit fiesen Tricks und Streicheleinheiten abzulenken.

Omi kicherte immer mal wieder und schaffte es dann doch noch, Nagi die Hose auszuziehen. Das legte natürlich auch bei Nagi die Erregung komplett frei. Omi ließ den Blick anerkennend über den makellosen Jungenkörper gleiten. „Ich bin schon ein Glückspilz…“

„Nani?“ Einen Moment lang guckte Nagi verwundert, dann lachte er. „Und stell' dir vor, wie glücklich wir sein könnten, wenn du dich auch trautest, mich anzufassen.“

„Huh?“ Eine feine Röte zog sich über Omis Wangen, ehe er sich wieder fasste und vorlehnte um Nagi zärtlich zu küssen, während er seine Hand auf dessen Schenkel legte und langsam hochfuhr.

Sofort verschwand jegliche Souveränität und Selbstbeherrschung aus dessen Gesicht. Er stöhnte, aus Erregung aber auch aus Angst. ‚Nicht an Crawford denken! Denk nur an das Jetzt und Hier!’ beschwor er sich innerlich.

Omi strich mit seinen Lippen erst über Nagis, dann über dessen ganzes Gesicht, während seine Hand langsam weiter hoch wanderte und über den flachen Bauch seines Freundes streichelte.

Einem plötzlichen Impuls folgend, umfasste Nagi Omis Gesicht mit beiden Händen und küsste ihn stürmisch. Er musste den Gedanken an Crawford irgendwie loswerden und das war willkommene Ablenkung. Er wollte seinen Geliebten ganz nahe an sich spüren, wissen, dass er nie wieder allein oder misshandelt sein würde.

Erst etwas überrascht, dann jedoch positiv davon angetan, erwiderte Omi den Kuss und kraulte Nagis Bauch weiter unten. Nagi zog Omi dicht an sich, drängte sich leidenschaftlich, fast verzweifelt, an ihn.

Omi umfasste ihn ebenso fest, während seine Hand nun endgültig in Nagis Schoss rutschte und über Nagis bereits beträchtliche Erektion strich.

Nagi stöhnte leise, erstickte seine Erregungslaute an Omis Schulter. Ein Lächeln erschien auf Omis Gesicht, als er die Reaktion des anderen registrierte und wurde dadurch mutiger, umschloss das heiße Glied mit seiner Hand und strich ganz vorsichtig daran entlang.

Unwillkürlich zuckte Nagi zusammen, biss Omi aus Versehen in die Schulter. Das war unheimlich… aber gut.

Der war leicht zusammengezuckt, sah es nun aber als Genugtuung und setzte seine Bemühungen fort und strich auch mal leicht über die Penisspitze.

„Was bezwecken wir eigentlich?“ seufzte Nagi leise und streichelte mit einer Hand nun ebenfalls wieder Omis Erektion, während sich die andere in Omis Rücken krallte.

„Weiß… nicht… aber… es ist… gut…“ stöhnte Omi leise.

Nagi keuchte. „Schön, dass… wir darüber ge… sprochen haben…“

Nun verstand Omi und drängte sich an Nagis Ohr. „Du weißt doch genau, worauf es hinauslaufen wird, nicht wahr… Frage ist nur, wie viel Zeit nehmen wir uns dafür… nach mir haben wir die ganze Nacht und eine halbe Ewigkeit Zeit dazu…“

Nagi kicherte. Der Alkohol floss noch immer wild durch seinen Kreislauf. „Ich fürchte nur,… wenn wir es jetzt nicht tun,… tun wir's nie!“ Er kratzte mit seinen Fingernägeln sanft über Omis Rückgrat.

Der zischte leise und funkelte Nagi dann voller Verlangen an. „Du bist 'n kleines Biest, weißt du oder?“ Er griff nach hinten zu seiner Hosentasche, um mehr oder weniger unauffällig darin herumzuwühlen.

„Hai… ich weiß es… und bin stolz darauf!“ lachte Nagi leise. „Na, kommst du nicht ran?“ feixte er sanft, auf Grund Omis Verrenkungen und ließ seine Hand hauchzart über die Lende seines koi fahren.

Der zuckte zurück, in dem Moment, wo er gefunden hatte was er suchte und hielt Nagi prompt auch schon ein Päckchen mit einem Kondom unter die Nase, worauf sich Omis Gesicht erst mal Tomatenrot färbte.

Nagi lachte. „Ein Kondom! Ja und? Weißt du nicht, wie man damit umgeht oder was ist dein Problem?“ Er drückte seinem Geliebten ein Küsschen auf die erröteten Wangen.

„Ähm… na ja, ich… ähm… hab noch nie… eh… du weißt schon und ähm deswegen…“ Omi kam aus dem Stottern gar nicht mehr heraus und fühlte sich wie der dümmste 17-jährige auf Erden.

Nagis Augen wurden groß. „Und du hast nie damit geübt?“ fragte er erstaunt.

„N-nein… hä-hät ich sollen?“

Nagi lächelte sanft. „Schon gut! Runter von mir und ich mach' das schon!“ lachte er leise.

Omi tat schnell artig wie ihm geheißen wurde und drückte Nagi das Kondom in die Hand und sah ihn erwartungsvoll an.

Dieser war ebenfalls gar nicht so sicher wie er tat, ließ sich jedoch nichts anmerken. Er hatte zwar schon mal an einer Banane geübt, aber das hier war doch völlig anders. „Heißt das, du bist oben und ich mache hier die ganze Arbeit?“ kicherte er.

„Gomen…“ Omi zuckte zusammen und kratzte sich nervös mit einem Zeigefinger über die Wange. „Ich dachte nur… du kannst natürlich auch, wenn du willst…“

„Du dachtest?“ quietschte Nagi, während er sich bemühte, möglichst souverän mit dem Kondom umzugehen.

„Na ja… weil du jünger und kleiner bist… Unsinn… ich hab nur Unsinn gedacht…“ Omi kicherte verlegen und wechselte die Rotschattierungen in seinem Gesicht alle zwei Sekunden.

„Gut…“ feixte Nagi und friemelte das Gummi über Omis Erektion, „… dann los mit dem Unsinn. Aber alles weitere liegt nun bei dir, mein großer, alter Held!“

Der schluckte nur und nickte. Schließlich atmete er tief durch, schloss kurz die Augen und binnen weniger Augenblicke begann die ganze Spannung von ihm abzufallen. Als er die Augen wieder öffnete waren seine Wangen wieder normalfarben und sein Blick nicht mehr hektisch und unruhig. Langsam krabbelte er zu Nagi und küsste ihn auf den Mund, während er ihn langsam zurück in den Sand drückte.

Nagi versuchte ebenfalls seine Aufregung zurückzudrängen. ‚Oh Mann, gut, dass ich beschwipst bin, sonst würde das nie passieren. Hoffentlich hatte Schuldig recht und es geht auch ohne Schmerzen und Blut. Aber für dich würde ich alles ertragen, um bei dir zu sein, mein geliebter Omi.’ Er ließ sich unter Omi in den Sand fallen und lächelte auffordernd.

Doch Omi ließ sich Zeit, da er Nagi genauso verwöhnen wollte, wie er es gern gehabt hätte. Seine Lippen strichen über das Gesicht des Jüngeren, während die Hände doch noch leicht zittrig über Nagis Brust, hinab zum Bauch und dann langsam zwischen dessen Beine glitten.

Das erregte Nagi einerseits, ließ aber andererseits seine Anspannung noch wachsen. Er wusste nicht genau, was ihm lieber war, jetzt schnell zum Punkt kommen oder Omi machen zu lassen. Doch fürs Erste entschied er, dass es nicht besser würde, nur weil es eher geschah, also genoss und erwiderte er Omis zärtliche Liebkosungen.

Omi streichelte und neckte Nagis Glied, bis dieses wieder zu voller Größe angeschwollen war, dann fuhr er mit der anderen Hand unter einen von Nagis Schenkeln, um ihn etwas anzuheben. Während er ihn weiter streichelte und leicht pumpte, hauchte er feine Küsse auf die samtweichen Innenschenkel seines kois.

Langsam wurde Nagi dann doch ungeduldig. „Kommen wir heute noch dazu?“ stöhnte er leise. „Gummis zieht man eigentlich direkt vor dem Verkehr über!“

Omi schreckte hoch und lächelte entschuldigend. Dann schob er sich langsam nach oben und schlang einen Arm um Nagis Oberkörper. „Wusste nicht, dass du so darauf brennst…“ wisperte er ihm zu, während er sich mit seinem Glied ganz leicht zwischen Nagis Pobacken rieb, den einen Schenkel des Jungen immer noch etwas angehoben und dadurch mehr Platz schaffend.

Nagi lächelte, seine Wangen wurden rot. „Gomen!“ hauchte er. Ja, er wollte es jetzt, denn er spürte, wie langsam doch Panik in ihm aufstieg, gegen die es nur eine Heilung gab… Omi. „Bitte…“ flehte er, „… tun wir's. Jetzt!“

Ein letzte mal atmete Omi tief durch, dann begann er langsam gegen Nagis enge Öffnung zu pressen und spürte, wie er langsam in ihn eindrang.

Nagi stöhnte leise. Es tat weh, nicht so sehr wie bei Brad, doch es tat weh. ‚Egal!’ Omi war bei ihm, das zählte und so bog er sich ihm entgegen.

Omi hielt inne und ließ den anderen selber näher kommen. Erst als dieser wieder still hielt bewegte er sich wieder weiter, bis er gänzlich in Nagis Körper versunken war. Er schloss die Augen, um das Gefühl einen Moment völlig auszukosten und auch um Nagi Zeit zu geben, sich etwas zu beruhigen und sich daran zu gewönnen.


Teil 26

Bereits nach wenigen Augenblicken ließ der Schmerz nach und machte dem wundervollen Gefühl der Nähe und Erfüllung Platz. „Ich liebe dich so sehr!“ hauchte Nagi.

Omi lächelte und küsste Nagi sanft auf den Mund. „Ich liebe dich auch, mein Schatz…“ flüsterte er zwischen zwei Küssen.

Nach einer Weile begann er dann vorsichtig seine Hüfte etwas zu bewegen, sorgsam darauf bedacht, wie Nagi darauf reagieren würde.

Nagi ächzte und seine Wangen glühten. Ein leises „Jaaa“ entwich ihm.

Dadurch ermutigt bewegte sich Omi vermehrt und ließ sein Becken erst kreisen, dann erst fing er an, zaghaft immer wieder in die heiße Enge von Nagis Körper einzudringen und sich wieder zurückzuziehen.

„Ohh!“ hauchte dieser. „Das… ist so… wow… oh Mann…“ Nagi streckte sich Omi immer lustvoller entgegen, intensivierte dessen Bewegungen.

Als Omi merkte, dass Nagi keinerlei Schmerzen zu haben schien, wurde er noch mutiger. Endlich traute er sich so zuzustoßen, wie es seine Lust schon gern von Anfang an gehabt hätte. Immer wieder stieß er tief hinein, traf bald schon das erste mal Nagis empfindlichsten Punkt tief in dessen Inneren.

Wie war das mit dem Geräuschpegel gewesen? Nagi hatte das Gefühl, dass sein lustvolles Stöhnen von den Klippen immer und immer widerhallte und… es war ihm egal… so egal… Er war nur noch Lust… pure, wilde Lust…

Und Omi stand ihm kaum in etwas nach. Je schneller er mit seinen Stößen wurde, um so lauter wurde sein Keuchen. Er öffnete leicht die Augen, um in Nagis völliges in Ekstase versetztes Gesicht zu blicken. „Ich liebe dich, mein wunderschöner Geliebter…“ flüsterte er, beinahe unhörbar für den anderen. Dann lächelte er sanft und ließ Nagis Schenkel langsam los, um die Hand zwischen ihre Körper zu schieben und damit Nagis Glied zu umschließen.

Als Omi sein Glied berührte, dachte Nagi, er müsse sterben vor Lust. Nur noch unartikulierte Seufzer und Keuchen entkamen ihm, die dafür um so lauter waren. Das war der helle Wahnsinn!

Langsam aber sicher trieb Omi den anderen Jungen mit sicheren, tiefen Stößen und schnellem, gleichmäßigem Pumpen zum baldigen Höhepunkt.

Nagi tobte vor Erregung, war völlig von Sinnen. Fest umschlangen seine Beine Omis Körper, er zitterte vor Lust und schließlich… als er schon nicht mehr daran glaubte, irgendwo zwischen ewigem Schweben und Qual… kam der ersehnte und gefürchtete Höhepunkt. Nagi bäumte sich unter seinem Freund auf und schrie.

Durch das plötzliche Zusammenziehen von Nagis sämtlichen Muskeln hielt auch Omi es nicht mehr lange aus und schaffte nur noch einen tiefen Stoss, ehe er ebenfalls mit einem doch recht tiefen Stöhnen seinen Orgasmus erlebte.

Verschwitzt aber überglücklich ließ Nagi sich zurücksinken. Die Nacht, die Stimmung, Omi… alles war so perfekt gewesen… Er erklärte diese Nacht zur Nacht seines offiziellen ersten Mals. „Ich bin so glücklich, dass du bei mir bist!“ keuchte er.

„H-hai… und ich erst… i-ich hätte nie gedacht, dass wir zwei… nicht vor einem halben Jahr jedenfalls… aber jetzt… bist du mein Leben geworden…“ Mit diesen Worten küsste Omi Nagi sanft auf den Mund und leckte den Schweiß von dessen Lippen.

„Igitt… wie kannst du nur schon wieder so klare, tiefgründige Gedanken fassen und artikulieren?“ lachte Nagi leise und küsste Omi voller Liebe zurück.

„Nur du bringst mich zu so etwas…“ Omi bewegte sich etwas, um Nagi nicht gänzlich mit seinem Körpergewicht zu belasten. Dabei rutschte er etwas aus ihm heraus. Er seufzte und griff nach unten. Gleich darauf trennte er sich ganz von Nagi und das gebrauchte Kondom flog in hohen Bogen davon.

Nagi kicherte. „Soviel also zu Japans sauberen Stränden!“ Er kuschelte sich ganz fest an Omi. „Eigentlich sollten wir uns wohl anziehen, aber…“

„Aber…?“ Omi sah ihn fragend an.

„Ich hab' gar keine Lust!“ schnurrte Nagi und schmiegte sich katzengleich an Omi, wobei er sich auch ein bisschen schubberte und rieb. „Mmmmhhh… schön…“

Omi kicherte etwas. „Außerdem sind wir total verschwitzt und voller Sand…“ Sein Blick schweifte zur Seite und zum Meer. „Ich hab da grad nen Gedanken, mein Lieber…“

„Na?“ fragte Nagi gespannt. „Baden?“

„Hai… iku…“ Damit erhob sich Omi und zog Nagi mit sich hoch, um ihn hinter sich zum Wasser zu ziehen.

Nagi folgte dem Älteren kichernd und so planschten die beiden ins noch erwärmte Wasser. Nagi war so unbeschreiblich glücklich wie noch niemals zuvor. Das hier war endlich ein richtiges Leben!

Omi schwamm sofort zu ihm und umkreiste ihn wie ein tanzender Delphin. Nagi lachte und bespritzte Omi quietschend mit Wasser.

Der tauchte ab und schwamm unter Wasser auf Nagi zu. Er konnte rein gar nichts mehr erkennen, also schwamm er einfach, bis er gegen Nagis Beine stieß und vor seiner Nase dessen bestes Stück fand. Kurzerhand platzierte er einen Kuss darauf.

Nagi fiepte und ließ sich prustend komplett ins Wasser fallen. Als das Wasser ihn jedoch etwas nüchterner gemacht hatte, fragte er: „Omi, wie spät ist es überhaupt? Sollten wir nicht um eins zu Hause sein?“

„Huh?“ Omi sah sich suchend um, fand jedoch keine Uhr. „Gomen…“ lächelte er entschuldigend, nahm jedoch an, dass sie schon weit über der Zeit waren.

Nagi guckte zerknirscht. „Das gibt Ärger!“ Doch sofort grinste er wieder.

„Ach was… hey, ich bin bald volljährig…“ Dennoch zog Omi Nagi langsam aus dem Wasser.

„Na toll! Du… aber ich nicht! Aber egal was passiert, diese Nacht ist es wert!“ Sanft küßte Nagi seinen koi.

„Hai… soll uns Aya-kun so viele Standpauken über Pünktlichkeit halten wie er will…“ Omi kicherte und begann dann seine Kleidung einzusammeln.

Nagi tat es ihm nach. Ihm ging es ohnehin nicht um Aya, er hatte nur deshalb ein schlechtes Gewissen, weil er dachte, dass Schuldig sich vielleicht sorgte.

Als die zwei zu Hause ankamen, tigerte derweilen tatsächlich schon ein orangfarbener Kater im Wohnzimmer auf und ab, aufmerksam beobachtet von zwei smaragdgrünen Augen.

Yoji zog mißbilligend die Augenbraue hoch, als die Kleinen ins Zimmer traten, doch es war zu erkennen, dass er sich das Grinsen verkneifen mußte. „Na, ihr streunenden Kater? Hattet Ihr eine nette Nacht?“

„Wo wart ihr denn so lange? Es ist halb drei… ihr seit anderthalb Stunden zu spät…“ mosertet Schuldig sofort los. Omi aber konnte nur grinsen und zwinkerte Yoji vielsagend zu.

Yoji schnappte sich ein Kissen und biß hinein, um nicht zu lachen. Nagi betrachtete die Szene mit Argwohn und fühlte sich auch prompt schlecht, weil Schuldig ihn anfuhr. „Wir haben auf der Party die Zeit vergessen“, stammelte er leise mit gesenktem Kopf.

„Zeit vergessen…?“ Schuldig sah seinem kleinen Freund tief in die Augen. „Sooo… nennt man das jetzt so…“ Auch seine Mundwinkel begannen langsam ihren Weg nach oben zu suchen. Omi sah ihn kritisch an, bis er das Funkeln in Schuldigs Augen bemerkte und zu grinsen begann.

Nagi hob den Kopf und wurde knallrot. „Okay… wir haben gepoppt! Zufrieden?“

Yoji konnte sich nun nicht mehr halten und prustete los. Schuldig stemmte die Hände in die Hüften. „Na geht doch… warum flunkern, wenn die Wahrheit doch so einfach ist…?!“ Er grinste und warf sich dann zu Yoji aufs Sofa.

Nagi schmollte. „Ich hab' nicht geflunkert, nur nicht alles gleich rausgehauen. Wir haben die Zeit vergessen… beim Sex.“

Yoji nahm seinen koi lächelnd in den Arm. Der sah die Kleinen interessiert an. „Omi war oben stimmt's…?“ Dessen knallrote Birne bestätigte Schuldig in seiner Vermutung und als der zu grinsen begann, schleuderte ihm Omi ein Kissen ins Gesicht.

Das wurde sofort von Nagi aufgenommen, der breit grinsend seine Telekinese mißbrauchte, um Schuldig und damit auch Yoji mit einem Kissen zu traktieren.

„Hey…“ maulte der Deutsche und versuchte das Kissen abzuwehren. „Ihr seit vielleicht schnell eingeschnappt…“ Er kicherte und schnappte sich ein weiteres Kissen, das er nach Nagi warf. Dass sie dabei alles andere als leise waren, war klar und bald darauf konnte man ein Getrippel von der Treppe her hören.

Aya guckte mürrisch und verschlafen aus der Wäsche, als er ins Wohnzimmer gestiefelt kam. „Was ist denn hier los?“ gähnte er.

Nagi grinste ihn an und ließ für's Erste von Schuldig ab.

Yoji gluckste unterdrückt. „Oach… nichts…“ meinte er gedehnt.

Omi jedoch blähte die Backen dick auf. „Ach gar nichts nennst du das! Aya-kun, die zwei haben uns ins Kreuzverhör genommen… die sind so gemein. Die lassen uns keinerlei Privatsphäre…“ beklagte er sich bei dem Rothaarigen, hinter dem sich nun ein verwuscheltes Etwas hervordrückte und die Szene mehr schlafend als wach betrachtete.

Yoji feixte. „Tja, wenn Ihr Euch auch zum Poppen aus dem Haus schleicht!“

Nagi wurde knallrot, seine Gesichtszüge entgleisten. Wild japste er nach Luft und Worten.

Aya guckte nur müde in die Runde. „All das, weil die Kleinen Sex haben?“ fragte er gähnend.

„Ist doch nichts bei…“ nuschelte auch Ken hinter Ayas Rücken, an den er sein Gesicht geschmiegt hatte. Durch's T-shirt hindurch küsste er seinen Freund zwischen die Schultern. „Es scheint Ihnen doch gefallen zu haben, niemand ist zu Schaden gekommen…“ Sein Blick fiel auf die Uhr. „… nächstes Mal kommen sie pünktlich, also warum noch dieser Aufstand?“

Nagi hatte sich inzwischen hinter Omi verkrochen, um sein flammendrotes Gesicht zu verbergen. ‚Wie peinlich!’

Yoji grinste noch immer. „Gomen, wir haben nur ein bisschen Spaß gemacht…“

„Ja… so was muss doch gefeiert werden… ihr offizielles erstes Mal…“ quäkte Schuldig lautsstark in den Raum, worauf Omi schier die Krise bekam und Ken leicht zusammengezuckt war. „Musst du um die Uhrzeit so schreien?“ Er zupfte Aya am Shirt, um ihn zurück ins Bett zu lotsen.

Dieser ließ sich nur allzu gern zurück in die wohlige Wärme seines Bettes lotsen. „Also klärt, was immer Ihr klären wollt, aber klärt es leise!“ murrte er und zog mit Ken ab.

Yoji rieb sich die Hände. „Na dann… Klärung!“ grinste er diabolisch.

„Keine Klärung!“ brauste Omi auf und schnappte sich Nagi, um mit ihm nach oben zu gehen. Schon kam ein Kissen vorbei gesegelt, worauf Omi erschrocken stehenblieb, so dass Nagi in ihn rein lief.

„Mann, Omi. Ist doch egal, lauf weiter…“ drängelte Nagi seinen koi.

„Wieso so schnell?“ murmelte Yoji halb grinsend halb fragend.

Schuldig winkte den beiden schon mit dem nächsten Kissen zu. „Ein Schritt auf die Treppe und ich beschmeiß euch mit Kissen bis ihr blutet…“ tuffelte er grinsend.

Nagi fuhr herum zu dem Deutschen. „Was willst du denn hören?“ fragte er gequält.

„Wie's war… wo's war und halt alle kleinen, ach so pikanten Details…“

Nagi resignierte und erstattete brav Bericht. „Es war sehr schön, am Strand und alles hat gestimmt.“ ‚Außer dass es halt doch wehtut.’ Aber das würde er vor Omi nicht äußern.

Yoji lauschte gebahnt, sein Lächeln wurde milder… väterlicher. Schuldig hörte ebenfalls interessiert zu, doch weniger Nagis Stimme, als seinen Gedanken. Als der Kleine geendet hatte, war das Grinsen aus Schuldigs Gesicht verschwunden und einem ruhigen, nachdenklichen Blick gewichen. Omi bemerkte es und fragte sich, was der Deutsche mal wieder mit bekommen hatte und er nicht.

Yoji guckte Omi an. „Und? Hast du noch irgendwas hinzuzufügen?“ fragte er mit sanftem Spott.

Nagi hätte sich am liebsten hingesetzt, doch andererseits wollte er seinen Po doch erst mal schonen.

„Nein, was denn auch…?“ funkelte Omi den Älteren an.

Dieser zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, hätte ja sein können. Weshalb so gereizt, Sexy?“

„Ich bin nicht gereizt, nur… langsam etwas müde…“ Das war es! Das war die perfekte Ausrede! „Und deshalb entschuldigt ihr uns jetzt bitte, wir wollen schlafen gehen…“

„Okay. Reden wir halt morgen beim Frühstück drüber“, grinste Yoji, „Dann können Aya und Ken auch etwas beitragen.“

Nagi nickte. „Wie auch immer. Omi hat recht. Wir sind sehr müde…“ ‚Und ich will duschen, weil mein Hintern brennt.’

--- Komm nachher schnell in die Küche… ich geb dir was… --- Schuldig verzog keine Miene, auch nicht, als Nagi überrascht hoch sah. „Okay, koi lass uns dann auch mal wieder die Schäfchen zählen gehen!“ meinte der Deutsche und hielt Yoji einladend die Hand hin, um ihm hochzuhelfen.

Yoji ergriff sie lächelnd und zog sich hoch.

Nagi trabte zügig ins Bad, um zu duschen. Omi verzog sich bereits in sein Zimmer und bekam auch nicht mehr mit, dass jemand noch einmal die Treppe runter wuselte, unter dem Vorwand, sich noch etwas zu trinken zu holen.

Als Nagi fertig geduscht hatte, schlich er sich im Pyjama ebenfalls in die Küche. Dort blickte er Schuldig fragend an. Der drückte ihm wortlos, aber mit einem warmen Lächeln, das man erst seit kurzem von ihm kannte, eine Tube in die Hand.

Verwundert blickte Nagi darauf und wurde erneut rot. „Was? Woher? Vergiss es, dumme Frage…“

Schuldig grinste etwas breiter und zwinkerte Nagi sanft zu. „Du hast es eh' gelesen, oder? Es war schön… wirklich.“ Er senkte den Blick. „Aber es tat trotzdem weh. Hast du mich belogen?“

„Nein… aber wie mir scheint, seit ihr etwas zu hastig ran gegangen…“ klärte Schuldig den Jüngeren auf, während er sich auf den Tisch setzte und einladend einen Arm ausstreckte, auf dass Nagi näher kommen möge.

Was Nagi auch tat. „Wieso zu hastig? Wir waren eigentlich sehr vorsichtig, aber… ja… ich hab' Angst gekriegt…“

Schuldig zog Nagi in seine Arme. „… und wolltest es hinter dich bringen? Keine Sorge, ich les nicht… ich will mit dir darüber reden…“

Nagi nickte stumm.

„Ihr habt etwas benutzt? Aber kein Gleitgel oder?“

Nagi schüttelte den Kopf. „Ein Gummi!“

„Siehst du… schon mal ein Punkt… außerdem… ihr wolltet es hinter euch bringen… hast du dich irgendwie darauf vorbereitet…?“

„Emotional?“

„Ehm, das sowieso… ich meinte eher deinen Körper…“ Schuldig grinste etwas und drückte Nagi leicht, um ihm zu zeigen, dass er offen reden konnte. Schließlich war er wie ein kleiner Bruder für Schuldig und er hatte das Bedürfnis, ihm zu helfen und ihn zu beschützen.

„Na ja… versucht mich zu entspannen?“ tippte Nagi einfach mal ins Blaue, da er nicht genau wußte, worauf Schu hinaus wollte.

„Mööpf… falsche Antwort…“ Er grinste und knuddelte Nagi etwas. „Ich meinte, ob Omi oder du dich selber etwas geweitet hat…“

Nagi hatte das Gefühl, dass ihm sämtliches verfügbares Blut in die Wangen schoß. Er riß die Augen auf, so dass sie wie zwei nachtdunkle Teiche schienen. „Nein…“ stammelte er verschämt. „Omi hat noch nie… und ich… na ja…“

„Ja…?“

„… hab auch noch nie aus Liebe…“

„Schon klar… versuch es beim nächsten mal einfach… danach wird's sicher wesentlich einfacher sein und noch etwas Gel und die ganze Sache dürfte wie geschmiert laufen…“

Nagi lächelte tapfer. „Ehrlich? Und das mit dem Dehnen läuft wie?“ Schlimmer konnte es eh' nicht mehr kommen, also haute er seine Fragen raus.

Schuldig lächelte geduldig und erklärte seinem Freund wie Omi oder er selber sich erst mit einem, dann mit zwei oder gar drei Fingern selber dehnen konnte, um sich darauf vorzubereiten etwas noch größeres aufzunehmen.

Nagi lauschte mit roten Ohren aber gebahnt. Als Schuldig geendet hatte, lächelte er erleichtert und warf sich seinen 'großen Bruder' in die Arme, um ihn zu drücken. „Danke“, quietschte er glücklich, „Peinlich, dass ich so was nicht selber weiß, oder?“ Er lachte perlend.

„Hmm… hey, irgendwas muss ich dir ja noch voraus haben, oder?“

„Da hast du auch recht!“ lachte Nagi.

„Okay, und nun lass uns nach oben gehen, sonst werden wir noch vermisst…“ Schuldig entließ Nagi wieder aus seinen Armen und schnappte sich das Glas mit dem Pseudoschlummertrunk.

Nagi löste sich von Schuldig und hüpfte fröhlich nach oben.

Als Schuldig wieder ins Zimmer kam, lächelte Yoji ihn an. „Ein recht aufwendiger Schlummertrunk! Hauptsache, er hat geholfen!“

Schuldig hob das Milchglas an und reichte es an Yoji. „Ich denk mal, ja…“

Yoji hob eine Augenbraue und lächelte unvermindert. „Gut… wäre schön, wenn Nagi sich morgen gemütlich mit uns zum Frühstück setzen kann. Und jetzt komm' in die Federn!“

Das ließ sich Schuldig nicht zweimal sagen und schmiss die Pantoffeln in die Ecke und krabbelte eiligst unter die Decke zu seinem ganz persönlichen Heizofen.

Auch Nagi kuschelte sich glücklich an Omi. ‚Jetzt wird alles noch viel besser’, lächelte er vor sich hin.

Omi war schon halbwegs weggeduselt und schlang den Arm nur noch instinktiv um Nagi. „Oyaschumi… koi…“ brabbelte er und drückte seine Lippen leicht gegen Nagis Stirn.

„Ich liebe dich!“ flüsterte Nagi und machte sich ebenfalls schlafbereit. „Und morgen reden wir über alles, damit der nächste Sex noch viel besser wird“, murmelte er noch.