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Zwischen Leben und Tod

Original/ Reale Welt [keine rating-Angabe] [abgeschlossen]

[depri]

Kommentar:
So, das hier ist weniger eine Story als eher eine Idee, die ich irgendwie zu "Papier" bringen musste. Vielleicht liest sie ja trotzdem wer...

keine Inhaltsangabe des Autors

 


 

 

Zwischen Leben und Tod

Prolog

Es begab sich zu einer Zeit, da waren das Leben und der Tod Geliebte, die ohne
einander nicht sein konnten.
Doch ihr Zusammensein war dem Untergang geweiht.
Auch heute kann einer nicht ohne den anderen existieren, doch sind sie jetzt
Widersacher.
Dabei liebt der Tod das Leben abgöttisch.
Doch dieses hat begriffen, was des Todes wahre Natur ist und weist ihn aus
diesem Grunde ab.
Seitdem versucht der Tod jeden Menschen, den das Leben liebt, zu verführen und
ihn zu Grunde zu richten.


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Dunkle Nacht, getaucht in das regelmäßige Flackern blauen Lichtes.
Abendliche Stille, durchbrochen von dem Gekreische des Martinshorns.
Menschen, gefangen in Aufruhe und Bewegung.
Dann Stillstand... zerrissen von einem markerschütternden Schrei.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Betäubt blickte ich auf meine zitternden Hände. Ich konnte ihre Bewegung nicht
unterdrücken, ein Fakt, der mich die Stirn runzeln ließ.
Ich spürte kalten Schweiß meinen Rücken hinab laufen und mein Herz pochte
aufgeregt in meiner Brust.
Das Rascheln von Stoff ließ mich aufhorchen, den Kopf jedoch nicht heben.
Ich wusste auch so, dass Darius sich gerade erhoben hatte und dabei war, den
Raum zu verlassen.
Es war jedes Mal so.
Nach einem Streit verstummten wir, wenn alle grausamen Worte gesagt waren, und
Darius ließ mich alleine zurück. Es war, als wenn er mich meinem Schmerz
überlassen wollte.
Ob er wusste, dass er mir mit diesem Verhalten jedes Mal aufs Neue ins Gesicht
schlug?
Anscheinend nicht. Und selbst wenn doch, tat er es immer wieder. Nach jeder
Auseinandersetzung. Und davon gab es viele.
Ich schloss gepeinigt die Augen und es dauerte nicht lange, bis ich spürte, wie
sich Tränen in ihnen sammelten.
Ich fühlte mich müde, ausgelaugt, als wenn es noch nie einen glücklichen
Moment in meinem Leben gegeben hätte.
Doch ein kurzes Stechen in meinem Herzen erinnerte mich höhnisch und gnadenlos
daran, dass dies nicht stimmte.
Es war nur das flüchtige Aufflackern einer Erinnerung in meinem Geist, doch
trotzdem reichte es, um meine Tränen ihren Damm durchbrechen zu lassen.
Kühl rannen sie mein erhitztes Gesicht hinab...

// Flashback //
"Hey Kleiner, so alleine hier?"
Überrascht blickte ich auf, um zu sehen, wer mich angesprochen hatte, und sah
mich einem Schwarzhaarigen gegenüber, dessen dunkle, nahezu schwarze Augen mich
scheinbar interessiert musterten. Er schenkte mir ein charmantes, leicht
laszives Lächeln.
Neugierig ließ ich meinen Blick über seinen gesamten Körper wandern und
stellte fest, dass mir gefiel, was ich sah. Ich konnte spüren, wie sich in mir
etwas regte, obwohl dies eigentlich nicht sein sollte, denn immerhin war ich
schon vergeben.
Dennoch gönnte ich mir einen langen Blick.
Seine Erscheinung war eindrucksvoll und ich schätzte, dass er etwas größer
als ich sein musste, was immerhin bedeutete, dass er größer als einen Meter
achtzig war.
Sein glattes, schwarzes Haar hing ihm bis zu den Schulterblättern und war mit
einem schwarzen Band nach hinten zusammengebunden.
Sein scheinbar gut trainierter Körper steckte in einer dunklen Hose und einem
schwarzen T-Shirt.
Kurz wunderte ich mich über das düstere Auftreten des anderen, doch ich konnte
nicht verleugnen, dass es ihm stand.
Als mein Blick wieder in sein Gesicht schweifte, schien es mir fast, als wenn
sein Lächeln noch eine Spur breiter, vielleicht sogar anstößiger, geworden
war.
Doch ehe ich mir darüber Gedanken machen konnte, hatte sich der Fremde auch
schon neben mir auf den anderen Barhocker fallen lassen.
"Hier ist doch frei, oder?", fragte er leicht spöttisch, als ich seiner Tat
wortlos zusah.
"Jetzt wohl nicht mehr...", gab ich trocken zurück und schenkte meine
Aufmerksamkeit wieder dem vor mir stehenden Glas.
Ich versuchte den Fremden, der sich ebenfalls etwas zu trinken bestellte, zu
ignorieren, doch ich konnte es nicht verhindern, dass meine Augen immer mal
wieder zur Seite wanderten, um ihn zu beobachten.
Es war seltsam, irgendwie schien er mich auf magische Weise anzuziehen.
"Darf ich nach deinem Namen fragen?" Seine tiefe, aber wohlig warme Stimme
schien direkt von neben meinem Ohr zu kommen und es war mir sogar, als wenn ich
seinen Atem im Nacken spürte.
Doch als ich mich zu ihm umdrehte, saß er unverändert an seinem Platz und sah
mich mit interessiertem Blick und leicht süffisantem Lächeln an.
Irgendwie war er mir ein wenig unheimlich.
"Tu, was du nicht lassen kannst.", gab ich mich kühl und schwieg dann.
Ich hörte ein leises Auflachen von ihm und ein paar gemurmelte Worte, die ich
jedoch nicht verstand, bevor seine Stimme erneut ertönte:
"Also, wie ist dein Name?"
Ich leerte mein Glas in einem Zug und stellte es lauter als nötig auf dem
Tresen ab, ehe ich ihn etwas genervt ansah.
"Luca, mein Name ist Luca."
Er lachte. "Ah, okay. Dann, hallo Luca! Nenn mich..." Es war als wenn er einen
Augenblick überlegen müsste. "... Darius."
Ich schnaubte nur abfällig.
Ich begann mich zu fragen, was dieser Darius von mir wollte. Hatte er sonst
niemand, dem er auf den Geist gehen konnte? Sah ich so aus, als wenn ich
Gesellschaft brauchte?
Doch mein Gegenüber schien sich von meiner kühlen Art nicht abweisen zu
lassen.
Er bestellte noch zwei weitere Cuba Libre und schob mir eines davon herüber.
Aus einem unerfindlichen Grund, beschloss ich, seine wortlose Einladung
anzunehmen, und griff nach dem Glas.
Dann begann er plötzlich zu reden. Es waren belanglose Dinge, die ich jedoch
niemals einem Fremden ohne weiteres erzählt hätte. Er sprach über sich, Gott
und die Welt...
Ich schwieg und versuchte desinteressiert auszusehen, doch er ließ sich von
meiner wortkargen Art nicht stören.
Also konnte ich gar nichts anderes machen, als ihm zuzuhören.
Es dauerte nicht lange, bis ich ungewollt wie gebannt an seinen Lippen hing und
anscheinend jeden Widerstand aufgegeben hatte, ihn nicht zu beachten.
Darius war... faszinierend. Sein Äußeres war sehr ansprechend, um nicht zu
sagen umwerfend, und seine Art zu reden, schien mich in einen Bann zu schlagen.
Ich begann mich zu fragen, wer dieser Darius war, und konnte in mir
unerklärlicherweise immer mehr die Bereitschaft spüren, dies herauszufinden.
Schon im Laufe des Abends spürte ich, dass ich Darius verfallen war. Zwar
flackerte noch kurz das Gesicht eines blonden Jungen in meinem Geiste auf, doch
irgendwann war es gewaltsam verdrängt worden, um den Gedanken an Darius Platz
zu machen.
Irgendwann wusste ich nur noch eines, nämlich dass ich Darius um jeden Preis
wollte...

-------------------- Szenenwechsel--------------------

Mir war eiskalt, obwohl es schien, als wenn mein Herz brennen würde.
Zitternd zog ich die Bettdecke, die meinen sitzenden Körper nur bis zur Hüfte
bedeckte, bis zum Kinn hoch. Regungslos starrte ich vor mich hin. Doch anstatt
mein Schlafzimmer zu sehen, in dem ich mich gerade befand, spielte sich die eben
ereignete Szene nochmals vor meinem geistigen Auge ab...
Elias hatte unerwartet den Raum betreten und ich war von seinem ungläubigen
Aufschrei geweckt worden. Neben mir hatte sich auch Darius überrascht geregt,
doch er tat nichts weiter, als sich müde aufzusetzen.
Das Bild von Elias' erschrockenem Gesicht, als er Darius und mich gemeinsam im
Bett gesehen hatte, ließ mich nicht mehr los. Es war, als wenn es sich tief in
mein Herz gebrannt hätte.
Dem Schrecken war ein trauriges Lächeln gefolgt und Elias' sonst immer
strahlendes Gesicht war kalkweiß geworden. Glanzlos seine Augen, als wenn eine
tiefe Verzweifelung ihn erfasst hätte.
Ich hatte mit allem als Reaktion gerechnet: ungläubigem Gestammel, wütendem
Geschrei, wüsten Beleidigungen und Beschimpfungen, doch nicht mit diesem.
"Du weiß nicht, worauf du dich einlässt...", hatte er nur leise gehaucht.
Ich war einen Moment von seinem Gesagten verwirrt gewesen, was dann aber nur
meinen Trotz angeregt hatte. Warum konnte er nicht reagieren, wie es jeder
normale Mensch tat? Warum musste er immer so anders sein?
"Warum sollte ich das nicht wissen?", hatte ich dann nach einem kurzen
Augenblick patzig zurückgegeben.
Daraufhin war Elias' Lächeln ganz verblasst und sein Gesicht hatte einer
emotionslosen Maske geglichen. Trotzdem hatte er weiter gesprochen.
"Weil du keine Ahnung hast... Ich bitte dich, tu dir das nicht an..."
Ich hatte spüren können, wie sich ob dieser Worte in mir etwas wütend
aufgebäumt hatte. Für eine Sekunde war ich abermals verwirrt gewesen, da ich
soweit ich mich zurück erinnern konnte, niemals so sauer auf meinen Freund
gewesen war. Doch dieser Gedanke war in dem plötzlichen Verlangen, etwas
Gemeines oder Verletzendes zu sagen, untergegangen.
"Du meinst wohl eher, ich soll DIR das nicht antun!"
Doch Elias hatte nur traurig den Kopf geschüttelt.
"Er ist böse...", war es schwach von ihm gekommen. Sein Blick war zu Darius
gewandert, der bisher wortlos neben mir gesessen hatte.
Als dieser gespürt hatte, dass Elias ihn ansah, hatte sich ein Lächeln auf
seine Lippen gelegt.
"Ach ja? Bin ich das also?", war es geschmeidig von ihm gekommen und es war
gewesen, als wenn er Elias verspotten würde.
Wie nach einem überraschenden Sinneswandel war Elias' Ruhe nun doch einer
sichtbaren Wut gewichen.
Mit einem "Lass ihn in Ruhe!", das stark an das Fauchen einer zornigen Raubkatze
erinnert hatte, hatte Elias nach meiner Hand gegriffen.
Von einem plötzlichen Impuls getrieben, hatte ich ihm diese jedoch kraftvoll
entrissen.
Erschrocken war Elias zurückgezuckt und in seinem Blick hatte sich etwas
verändert.
Es hatte den Anschein gehabt, als wenn in seinem Inneren etwas zerbrochen wäre.
Traurig hatte er sich dann zum Gehen gewandt.
"Es tut mir Leid, Luca. Ich wünschte, ich könnte etwas tun..."
Seine letzten Worte schienen noch lange im Raum gehangen zu haben, auch als er
schon eine ganze Weile weg gewesen war...
... und jetzt saß ich hier. Alleine. Elias war fort. Gegangen. Und so wie es
schien, für immer. Dabei war er doch so lange ich denken konnte, bei mir
gewesen...
Eine unsagbare Leere erfüllte mich und ich begann mich zu fragen, ob ich gerade
einen gewaltigen Fehler gemacht hatte. Kurz wunderte ich mich über meine
abweisende Art ihm gegenüber, denn immerhin liebte ich Elias doch. Oder tat ich
es jetzt nicht mehr? Falls nicht, wann war diese Liebe verloren gegangen?
Und was hatte Elias mit seinen letzten Worten gemeint? Mir schien es, als wenn
er mir etwas Wichtiges hatte sagen wollen...
Doch ehe ich meine Gedanken weiter ausführen konnte, hörte ich wie sich die
Tür öffnete.
Darius kam zurück.
Auf seinem nackten, gerade geduschten Körper, den er mir scheinbar ungeniert
präsentierte, glänzten noch einige verlorene Wasserperlen, die sich langsam
ihren Weg nach unten suchten.
Mein Blick folgte ihnen wie gebannt und das, was ich sah, vertrieb jeglichen
Zweifel ob meines Handelns aus meinem Kopf.
Es war, als wenn auf einmal alles richtig wäre... als wenn Darius richtig
wäre...

// Flashback Ende //

Das Ganze war nun schon einige Wochen her. Wochen, an die ich mich
seltsamerweise nur noch schleierhaft erinnern konnte.
Kraftlos erhob ich mich und wischte mir die langsam trocknenden Tränen von den
Wangen.
Ich wusste, dass Darius im Zimmer nebenan war und ich wusste auch, was er von
mir erwartete... genauso war mir klar, dass ich es auch tun würde...
Taumelnd begab ich mich zur Tür, um meinem Freund zu folgen.
Dieser saß im Nebenraum auf einer Couch und ich wurde das Gefühl nicht los,
dass er bereits auf mich gewartet hatte.
Sein Gesicht wurde von einem sachten Lächeln geziert...
"Darius...", hauchte ich leise und überwand auch die letzte Distanz zwischen
uns. Müde sank ich vor ihm auf die Knie und ergriff seine Hände, welche mein
zaghaftes Drücken aber nicht erwiderten. Kalt ruhte sein Blick auf mir.
Ich ertrug diese Kälte nicht. Ich wollte nicht, dass er mich so ansah. Das
durfte er einfach nicht.
Verzweifelt warf ich mich in seine Arme und begann seinen Hals zu küssen. Als
ich keine Reaktion erhielt, presste ich verzweifelt meine Lippen auf seine. Sie
waren steinhart.
Nur langsam konnte ich spüren, wie sie weicher wurde, und er meinen Kuss zu
erwidern schien. Ich fühlte, wie sich seine Arme um meine Taille schlangen.
Augenblicklich war es, als wenn das grausame Gefühl von Verzweiflung und Kälte
aus meinem Körper verschwand.
Ich küsste meinen Freund noch hungriger, denn das war es, was ich wollte.
Dieses schmerzende Brennen in meinem Inneren sollte nachlassen. Es schien, als
wenn ich süchtig war...
Ich begann meinen Freund nun ausgiebig zu verwöhnen. Flüchtig hatte ich das
Gefühl, als wenn ich einen Teufel besänftigen würde...

-------------------- Szenenwechsel--------------------

Unruhig rutschte ich auf dem Stuhl, auf dem ich saß, umher.
"In einigen Tagen ist bei mir an der Schule der Abschlussball...", begann ich
vorsichtig an Darius gerichtet zu sprechen. Doch der blickte nicht mal auf,
sondern murmelte nur abwesend: "Der was?"
Ich schluckte. Ich hatte schon oft davon erzählt, dass es bei mir am Ende des
Jahres einen Abschlussball geben würde, doch anscheinend hatte mein Freund mir
kein einziges Mal zugehört.
Kurz erklärte ich: "Der Abschlussball. Die Party zum Ende des Schuljahres, wo
alle da sein werden..."
Nun sah Darius doch auf und sein Blick fokussierte mich. "Und weiter?",
antwortete er kühl.
"Alle werden mit ihren Partnern auftauchen. Ich dachte, du würdest vielleicht
mit mir hingehen?!", innerlich biss ich mir auf die Zunge, da ich förmlich
spürte, wie viel Darius von diesem Vorschlag hielt.
Ein höhnisches Auflachen ließ Gänsehaut meinen Körper überziehen.
"Vielleicht solltest du aufhören zu denken. Es wäre besser für dich und für
mich!"
Das hatte gesessen. Ich schluckte. Warum sagte er in der letzten Zeit ständig
solche gemeinen Dinge zu mir?
Ein dicker Kloß in meinem Hals hinderte mich glücklicherweise an einer
Erwiderung, sonst hätte es sicher wieder Streit gegeben.
Eine Stimme in meinem Inneren mahnte mich zur Vernunft. Ich sollte besser ruhig
bleiben.
Sicher meinte Darius es nicht so. Denn schließlich liebte er mich doch, nicht
wahr? Zumindest sagte er mir dies häufig...
Ja, nachdem er dich für seine Bettspielchen benutzen durfte, lachte ein Teil
von mir gehässig.
Ich spürte, wie mir schlecht wurde. In der letzten Zeit war mir so oft
schlecht...
Kraftlos erhob ich mich von meinem Platz.
"Ist okay, es war nur eine Idee." Ich lächelte traurig. "Eine dumme Idee...",
fügte ich hinzu, um ihm eventuelle Möglichkeiten für einen weiteren Spruch zu
nehmen.
Dann hauchte ich einen verzweifelten Kuss auf seine Lippen und wandte mich der
Tür zu.
Seine Stimme war schneidend:
"Wo willst du hin?"
"Einen Moment nach draußen, ich bin zum Abendessen wieder zurück.", antwortete
ich scheu. Als ich von ihm keine Reaktion erhielt, nahm ich dies als
Einverständnis und verließ fluchtartig unsere Wohnung.
Blind stürmte ich nach draußen, da ich hoffte, dass die frische Luft mir das
Atmen erleichtern würde. Ich hatte das Gefühl ersticken zu müssen.
Ziellos trugen mich meine Füße durch die Straßen, hin zu einem Park, den ich
früher oft besucht hatte, wie mir schmerzlich bewusst wurde. Früher...
Ich merkte, dass ich langsam wieder atmen konnte und meine zittrigen Glieder
sich etwas beruhigten.
Ich sah mich einen Moment um. Der Tag war trüb, genauso wie meine Stimmung. Um
mich herum schien mir alles grau und verlassen zu sein, doch es schien mir immer
noch besser zu sein, als mit Darius in einem Raum zu sein.
Energielos schlenderte ich den sandigen Weg entlang und fragte mich, ob in
meinem Leben etwas falsch lief?!
Darius sagte, dass er mich liebte und ich liebte ihn auch; ja, verdammt, ich
brauchte ihn sogar. Wenn ich mit ihm gestritten hatte, war es, als wenn mir
meine gesamte Kraft geraubt worden wäre und ich in ein tiefes Loch gefallen
wäre. In meinem Inneren brannte dann das Verlangen, den anderen wieder zu
besänftigen, das so schmerzhaft war, dass ich einzugehen drohte.
War das nicht Liebe? Es nicht ertragen zu können, wenn der Mensch, den man
liebt, böse auf einen selbst ist?
Doch gab es Augenblicke wie diesen gerade, in denen mir das Ganze unsagbar
falsch vorkam.
Augenblicke, wo ich das Weite suchte, wo ich Darius' Nähe einfach nicht
ertrug...
Ich fühlte mich körperlich so ausgelaugt, als ob ich krank wäre. Ich war
müde, kraftlos, zittrig, mir war kalt. Es war, als wenn etwas mich von innen
auffressen würde.
Als ich endlich an einer der rar gesäten Parkbänke ankam, brach ich regelrecht
auf ihr zusammen. Energielos schloss ich meine Augen...
... und öffnete sie überrascht wieder, als eine warme Hand nach der meinigen
griff.
Verblüfft richtete sich mein Blick auf denjenigen, der sich anscheinend
unbemerkt neben mir niedergelassen hatte.
Warme, schokoladenbraune Augen in einem engelsgleichen Gesicht, das von
strohblonden mittellangen Haaren sanft umrahmt wurde, war es, was ich sah.
Ich spürte, wie mir kurz schwindelig wurde.
"Elias...", hauchte ich schwach. Ich konnte nicht glauben, was ich sah.
"Hallo Luca...", kam es leise zurück, wobei mein Name so zärtlich klang, wie
er es aus Darius' Mund nie könnte.
War er es wirklich oder gaukelte mir mein geschundener Geist nur Gespenster aus
der Vergangenheit vor?
Ich fühlte, wie Elias mich musterte und sah, wie sein Gesichtsausdruck traurig
wurde.
"Du bist immer noch mit ihm zusammen, nicht wahr?"
Obwohl er zusammenhanglos sprach, wusste ich genau was er meinte. Ich nickte
wortwortlos, unfähig zu sprechen.
"Man sieht es...", meinte mein Gegenüber ruhig und legte seine Hand sanft auf
meine Wange.
Sie war warm und weich und ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, mich an
sie zu kuscheln. Sie war so anders, als die Hände von Darius. Sie war mir so
fremd, und doch irgendwie vertraut.
Elias fuhr mit seinen Worten fort, als er merkte, dass ich nicht antwortete:
"Was hat er bloß mit dir gemacht? Du siehst so schlecht aus..."
Ich war geneigt, zu sagen, dass es mir auch nicht gut ging, doch ich konnte
nicht. Es war, als wenn ich Darius damit verraten würde und immerhin war er
mein Freund...
Elias' zarte Berührung verschwand plötzlich und er zwang mich in sein Gesicht
zu gucken. Sein Blick war genauso ernst wie seine Worte.
"Luca, hör auf, dir selber weh zu tun, bitte. Er ist nicht gut für dich, er
ist... böse!"
Ich räusperte mich verlegen, endlich in der Lage, etwas zu sagen.
"Was meinst du damit?", fragte ich verwirrt, denn ich konnte mit seinen Worten
nichts anfangen.
Warum sollte Darius böse sein? Ja, ich wusste, dass er schwierig war, aber doch
nicht böse! Er war doch auch nett zu mir und ich spürte doch, dass ich ihn
brauchte. Ich hatte sogar das Gefühl, ohne ihn nicht leben zu können.
Als ich meine Gedanken in Worte fasste und Elias dies sagte, kam es mir so vor,
als wenn Tränen in seinen Augen aufstiegen.
"Sieh nur, was er aus dir gemacht hat! Luca, nimm meinen Rat an und löse dich
von ihm, bitte!"
Ich wich dem eindringlichen Blick aus, den er mir zuwarf.
"Ich kann nicht...", hauchte ich schwach und es klang genauso kläglich, wie ich
mich fühlte.
Plötzlich erhob Elias sich. Hatte ich etwas Falsches gesagt?
Ich konnte spüren, wie ich sofort wieder anfing zu zittern und erst jetzt
bemerkte ich, dass mein Zittern irgendwann aufgehört haben musste. Ich hatte
das Gefühl, dass mit Elias' Zurückweichen auch meine Unruhe wiederkehrte.
Ich versuchte in Elias' Augen zu lesen, doch es war, als wenn das
Schokoladenbraun umwölkt war. Ich konnte nichts erkennen, was auf irgendwelche
Gedanken von meinem früheren Freund hinwies.
Dann begann er zu sprechen:
"Ich wünschte, ich könnte mehr für dich tun. Aber ich kann nicht! Es liegt an
dir! Mach dich von ihm los, bitte. Er ist nicht gut für dich!"
Er sah zu mir herab.
Ich wusste nicht, was ich darauf sagen sollte, denn in mir herrschte Verwirrung
und verschiedene Gefühle rangen miteinander. Es war, als wenn ich nicht mehr
wüsste, wo oben und unten war, was richtig und falsch war...
Elias fuhr mir noch ein letztes Mal durch die Haare und streifte mich so mit
einem Hauch von Wärme. Dann wandte er sich zum Gehen.
"Elias!" Ich sprang ebenfalls auf. Einem spontanen Impuls folgend, sprach ich
die Worte, die meine Seele schon seit einer geraumen Zeit belasteten, endlich
aus. Ich wusste nicht, warum ich es nicht schon längst getan hatte.
"Es tut mir Leid, was damals passiert ist. Mein Herz hat mir gesagt, ich soll
mich für Darius entscheiden."
Das Lächeln, das Elias mir daraufhin schenkte, war unsagbar traurig. "Bist du
dir sicher, dass das dein Herz war?"
Ich dachte an damals zurück und versuchte in meinem Inneren eine Antwort zu
finden, doch in mir war alles leer.
Trotzdem nickte ich zögerlich, nur um dann gleich darauf verzweifelt den Kopf
zu schütteln. "Ich dachte es zu wissen. Jetzt bin ich nicht mehr sicher...",
gab ich kleinlaut zurück.
Mir kam es so vor, als wenn Elias' Gesicht sich ein wenig aufhellte.
"Dann hör erneut auf dein Herz, ich bitte dich!" Seine Worte wehten zuckersüß
zu mir herüber, trotzdem lasteten sie schwer auf mir. Ich war nicht in der Lage
Elias in die Augen zu sehen, weshalb ich betreten zu Boden blickte.
Als ich es dann doch endlich schaffte aufzusehen, war Elias verschwunden.
Genauso leise, wie er aufgetaucht war...

-------------------- Szenenwechsel--------------------

Betrübt ließ ich meine Augen über die recht stattliche Menschenmasse gleiten,
die sich fröhlich und unbeschwert im mich herum auf der großen Tanzfläche in
der Mensa meiner Schule tummelte.
Die Musik war schnell und lud regelrecht zum Tanzen ein. Ihr Rhythmus und der
dröhnende Bass sorgten dafür, dass die Stimmung der Anwesenden ausgelassen
war. Es wurde gerockt und gefeiert, doch ich war von einer tiefen Trauer
erfüllt.
Der Tag des Abschlussballs war erstaunlich schnell gekommen und ich hatte mich
überrascht gefragt, wo das letzte Jahr nur geblieben war?!
Alleine stand ich nun in der tanzwütigen Menge und kam mir reichlich fehl am
Platz vor.
Darius war wirklich nicht da.
Er hatte ja gesagt, dass er nicht kommen würde, doch irgendwie hatte ein Teil
von mir, tief im Inneren, die Hoffnung noch nicht aufgegeben.
Ich hatte gedacht, wenn er mich wirklich lieben würde, würde er trotzdem
kommen, um mir eine Freunde zu machen. Denn er musste doch gemerkt haben, dass
diese Party wichtig für mich war. Doch mit dem Gedanken hatte ich wohl falsch
gelegen.
Eine gehässige Stimme in meinem Kopf zischte mir zu, dass ich das mit dem
Denken wohl echt besser sein lassen sollte, doch ich blendete sie aus.
Es reichte, wenn Darius mir solche dummen Sprüche ins Gesicht schleuderte, da
musste ich mich noch selber runtermachen.
Deprimiert bahnte ich mir einen Weg durch die Masse, die mich auf einmal zu
erdrücken drohte, als etwas - oder besser jemand - meine Aufmerksamkeit
erregte. Es war wie ein Lichtblick in der Dunkelheit.
Nicht weit von mir entfernt stand ein zierlicher Junge mit strohblondem Haar,
der mich sanft anlächelte.
"Elias!", sprach ich den Namen meines Gegenübers überrascht aus und fragte
mich, was er hier machte, doch er ging in der lauten Musik unter.
Doch so wie es aussah hatte mein früherer Freund mich auch so verstanden. Mit
einem noch breiteren Lächeln kam er auf mich zu, schob sich regelrecht durch
die tanzende Menge.
Aber kurz bevor er mich erreichte, erstarrte er im seiner Bewegung und ich
konnte sehen, wie sich seine Stirn in Falten legte.
Ich wollte verwirrt auf ihn zueilen, doch da wurde ich auch schon am Handgelenk
erfasst und herum gerissen. Es war, als wenn die Musik um mich herum mit einem
Schlag verstummte und die Welt stillzustehen schien.
Direkt vor mir stand Darius und sah mich mit seinem typischen dunklen Blick an.

Mein Herz machte bei dem Anblick meines Freundes einen Aussetzer und alle
anderen Gedanken waren wie weggeblasen. Ich war nicht wütend, weil er so spät
auftauchte, und ich fragte mich auch nicht, warum er mein Handgelenk wie ein
Schraubstock umklammert hielt. Das Einzige, was meinen Kopf ausfüllte, war
Darius' Anwesenheit. Sofort war ich wie benebelt.
"Luca!", riss es mich überraschend in die Wirklichkeit zurück. Doch ich
stutzte, denn es war nicht Darius' Stimme, die meinen Namen rief, sondern die
von Elias.
Als ich mich umdrehte, sah ich, dass er bis auf einen Meter herangekommen war
und nun so nah bei uns stand, dass ich ihn fast berühren konnte. Ich bemerkte,
wie sich die beiden anstarrten.
Mir wurde etwas mulmig. Mir war heiß und kalt zugleich und es war, als würden
meine Beine jeden Moment nachgeben.
"Was willst du hier?", hörte ich sogleich Darius' schneidende Stimme donnern,
doch Elias machte sich nicht die Mühe ihm zu antworten.
"Luca, bitte!", war das Einzige, was er sagte, und er richtete es direkt an
mich.
Ich war hin und her gerissen.
Ich liebte Darius doch immerhin, oder? Aber hatte ich Elias vor einiger Zeit
nicht auch geliebt? Ja, bis dann Darius plötzlich in mein Leben getreten war.
Was danach geschehen war, konnte ich nicht mehr genau sagen. Irgendwie war alles
in einem undurchsichtigen Nebel untergegangen und ich begann mich zu fragen, was
ich in den letzten Wochen eigentlich getan hatte. Irgendwie kam mir alles so
falsch, so unwirklich vor...
Ich begann mich zu fragen, ob ich mit Darius wirklich glücklich war? Aber das
musste ich wohl sein, denn immerhin brauchte ich ihn doch so sehr. Es war, als
wenn sich etwas in meiner Brust nach ihm verzehrte.
"Luca...?" Elias' ängstliche Stimme wehte zu mir herüber und riss mich aus
meinen wirren Gedanken.
Als wenn Darius gehört hätte, was in meinem Kopf vor sich ging, fasste er mein
Handgelenk enger. Schmerz durchzuckte mich.
"Darius, du tust mir weh!", presste ich hervor, doch mein Gegenüber schien
nicht daran zu denken, mich loszulassen. Stattdessen wendete er sich wieder an
Elias.
"Ich hab dich gefragt, was du hier willst!" Es klang bedrohlich.
Erst jetzt richteten sich Elias' braune Augen auf Darius und fokussierten ihn.
Leise, aber todernst meinte er:
"Ich weiß genau, dass es dir nicht um ihn geht, also hör auf."
Darius' Griff wurde erneut fester, als er wütend zischte:
"Was weißt du schon! Und selbst wenn! Er gehört mir!"
In seinen Worten lag so eine Kälte und Härte, dass ich getroffen aufkeuchte.
Die Stelle, wo Darius mein Handgelenk umklammert hielt, schien Zentrum des
Schmerzes zu sein, der nun durch meinen ganzen Körper flutete.
Mein Herz begann laut zu schlagen und ich spürte eine tiefe Verzweiflung in mir
heranwachsen. In mir formte sich die Frage, um was es hier eigentlich ging? Was
meinte Darius mit seinen Worten und warum war er so kalt? Er klang so
abgrundtief... böse.
Mit einem Mal wurde mir klar, was Elias die ganze Zeit über gemeint hatte. Mit
einem unterdrückten Schrei riss ich meine Hand von Darius los, der ob meines
plötzlichen Ausbruchs überrascht einen Schritt zurück taumelte.
"Komm zurück!", zischte er gefährlich, als ich förmlich in Elias' Arme flog.

Mein früherer Freund empfing mich sicher und drückte mich zärtlich an sich.
Eine Welle der Zuneigung und Wärme hüllte mich ein. Mit einem Mal schien auch
die Musik um uns herum wieder einzusetzen und ich sah mich überrascht um.
Die Menge um uns herum tanzte ausgelassen, als wenn nichts gewesen wäre. Darius
stand einige Meter von uns entfernt und sah mit seinem dunklen Blick zu uns
hinüber. Doch seine Augen waren nicht auf mich gerichtet, sondern auf Elias,
der starr zurück blickte. Ich konnte die Blitze regelrecht spüren, die durch
die Luft zuckten.
Als ich jedoch das nächste Mal blinzelte, war der schwarzhaarige Schönling mit
einem Mal verschwunden.
Überrascht sah ich Elias an und wollte ihn fragen, was das alles zu bedeuten
hatte, doch dieser ließ mir keine Zeit zu sprechen. Vorsichtig vertiefte er
unsere Umarmung und ich konnte seine Wange an der meinen spüren.
"Ich wusste, dass du die richtige Entscheidung triffst! Du bist stark!", hauchte
er mir leise ins Ohr und ich hatte das dringende Bedürfnis, mich noch näher an
ihn heran zu drückte. Ich wusste zwar nicht, was genau er meinte, aber ich
realisierte die unglaubliche Wärme, die von seinem Körper ausging.
Gierig sog ich sie in mir auf, als wenn ich in den letzten Wochen ausgehungert
wäre...
Auf einmal begann Elias sich sachte im Takt zu bewegen und ich passte mich wie
von selbst seinen Bewegungen an.
Es lief gerade ein langsames Lied, das ich schon oft gehört hatte, doch dieses
Mal schien es eine andere Bedeutung für mich zu haben, eine, die ich jedoch
nicht in ihrem ganzen Umfang erfassen konnte...

>> You can dance ev'ry dance with the guy who gives you the eye, let him hold
you tight <<
>> You can smile ev'ry smile for the man who held your hand 'neath the pale
moonlight <<
>> But don't forget who's taking you home and in whose arms you're gonna be <<
>> So darlin', save the last dance for me <<

Ich genoss es, mit Elias zu tanzen, denn seine Bewegungen waren genauso weich
und geschmeidig wie seine Berührungen. Seine Hände, die sanft auf meinem
Rücken lagen, seine Hüfte, die sich gegen meine schob, und seine Wange die an
meiner lag und an der ich deutlich spüren konnte, dass er lächelte, ließen
mir schwindelig werden vor Glück.
Doch ich zwang mich, mich nicht ganz diesem Taumel zu ergeben und hauchte leise
in sein Ohr die Frage, die mir schon die ganze Zeit auf der Seele brannte:
"Warum bist du hergekommen?"
Mein Gegenüber lachte leise und drückte mich noch enger an sich.
"Um dich aufzufangen, warum sonst?"
Mit diesen warmen Worten in meinem Geist erlaubte ich es mir nun, mich ganz der
Musik und unserem Tanz hinzugeben. Ich nahm nur am Rande wahr, wie die
Menschenmenge um uns herum in einem Meer aus bunten Farben verschwamm, so sehr
war ich von dem warmen Gefühl, das Elias ausstrahlte, ausgefüllt.
Ich fühlte mich unsagbar glücklich und befreit zugleich, dass es mir die
Tränen in die Augen trieb, und eine Stimme, die so zärtlich meinen Namen rief,
dass ich es kaum wahrhaben konnte, hallte in meinem Kopf wieder...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Luca!"
Blinzelnd schlug der blasse Junge in dem Krankenbett seine Augen auf. Sanft
lösten sich Tränen aus ihnen und glitten federleicht seine Wangen hinab.
In seinem Blickfeld erschien das Gesicht eines Jungen, bei dessen Anblick sein
Herz einen Aussetzer machte, um anschließend doppelt so schnell weiter zu
schlagen. Es war, als wenn es den versäumten Schlag wieder aufholen wollen
würde.
"Yasha!", versuchte er zu sprechen, doch es war nur ein Krächzen in der
Stille.
"Pscht! Du weinst ja. Nicht doch!", versuchte der andere Junge ihn zu beruhigen
und wischte zärtlich die Tränen von seinen Wangen. "Ich bin so froh, dass du
wieder wach bist!" Bei diesen Worten fingen jedoch auch seine Augen
verräterisch an zu glänzen.
"Ich...", begann der gerade Erwachte schwach, "... hatte einen seltsamen Traum."
Doch er musste überrascht feststellen, dass er sich nicht mehr wirklich an ihn
erinnern konnte.
Das Gefühl von warmen, weichen Lippen, die sich kurz auf seine drückten, zog
ihn endgültig sanft in die Realität zurück und er beschloss, den Traum, Traum
sein zu lassen.
Warum in einer Traumwelt fest hängen, wenn man das Glück hatte, zu leben...
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Epilog

Es herrschte Dunkelheit und Stille um den Schwarzhaarigen herum, als er einen
wütenden Schrei ausstieß, der dem eines Tieres glich. Erneut hatte er versagt.
Dabei hatte er sich jegliche Mühe gegeben, denn er hatte gespürt, dass dieser
schwache Mensch viel für den Blonden bedeutet hatte. Dabei war er genauso
minderwertig wie alle Menschen gewesen.
Eine erboste Stimme zeigte ihm, dass er nicht mehr alleine war.
"Du bist wirklich das Letzte!"
Mit einem Mal wurde es schlagartig hell um den Dunklen, sodass er gepeinigt die
Augen zusammen kneifen musste, als ein blonder Jüngling sich ihm rasch
nährte.
Mit kühler Stimme erwiderte er jedoch so unschuldig, wie es aus seinem Mund
klingen konnte: "Ich weiß gar nicht, was du meinst!"
"Hör verdammt noch mal mit deinen Spielchen auf!", verlangte der Blonde
erzürnt, was den Dunklen lediglich zu einem spöttischen Lächeln veranlasste.
"Du weißt genau, was du tun musst, damit ich aufhöre.", meinte er lasziv und
nahm dem anderen somit den Wind aus den Segeln, da er darauf nur traurig den
Kopf schütteln konnte.
Er wusste genau, dass er nie mehr in der Lage sein würde, den anderen zu
lieben.
Dafür waren sie einfach zu verschieden...