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Tagesanbruch

Original [PG] [abgeschlossen]

[june][etwas depri]

Einteiler

Inhalt:
Es geht um Denni-Ray & Tobi die ihre Liebe nicht ausleben können.
Ich möchte mich bei Verena dafür bedanken. Sie hat mich auch ermutigt diese Story zu schreiben

 


 

Tagesanbruch


Der Himmel hatte noch seine Dunkle und hämische Farbe. Nur langsam zeichneten sich am Horizont schon die ersten Farbflecke ab. Sie wirkten noch so weit von dem Tageanbruch entfernt. Das man es fast noch nicht glauben konnte und wollte. Langsam kroch das leicht rosane Licht über die riesige Fläche. Zeigte so das der Sonnenaufgang in kürzester Zeit bevorstand.

Die große, schwarzhaarige Gestallt lächelte traurig. Es war wieder Zeit zu gehen. Der Tag würde bald einbrechen und dann durfte er nicht mehr hier sein. Es war seine ewige Verdammnis. Vorsichtig streichelten seine Finger über das geliebte Gesicht. Berührten sacht die Wange und verweilten dort. Er liebte solche Momente. Sie zeigten reine Zufriedenheit. Aber er würde bald gehen müssen. Er würde ihn bald wieder allein lassen müssen. So ungern er das auch tat. Es ging nicht anders.

Hier in der Einsamkeit konnte er die leisen und regelmäßigen Herztöne seines Freundes hören. Sie durchdrangen ihn in manchen Nächten. Quälten ihn und zeigten ihm, die Sehnsucht nach dem Leben. Eigentlich bereute er es nicht ein Vampir zu sein. Sein Leben verlief in anderen Bahnen. Er musste sich nicht mit den Problemen der Menschen herum schlagen. Dennoch war er nicht fei. Über so vieles in seinem Dasein, bestimmte sein Boss Deacon. Dieser wusste immer über alles bescheid. Ihm verdankte er auch seine jetzige Existenz. Ein Leben als Untoter. Ein Leben in der Unterwelt. In einer Welt aus Mord und Blut, dem Saft des Lebens. Der ständig an seinen Fingern, an seinem Körper klebte.

Selbst wenn Deacon nichts von den Menschen hielt, so arbeitete er in manchen Dingen mit ihnen zusammen. Seiner Meinung war das besser. Tobi hatte zwar seine Freiheiten. Konnte töten und Dinge tun, die sonst bestrafft würde, dennoch sah Freiheit anders aus.

Zumal es noch seinen süßen, blonden Engel gab. Der junge Mann war ein Teil seines Daseins geworden. Gehörte zu ihm dazu. Er konnte es auch nicht mehr ändern. Gefangen von einem ganz gewöhnlichen Sterblichen. Aber es war sein Sterblicher.

Vorsichtig schob Tobi die Decke von sich und wollte aufstehen, als Hände nach ihm griffen. „Musst du wirklich schon gehen? Dumme Frage. Ich weiß das du gehen musst.“ Die leise und sanfte Stimme bohrte sich in sein Ohr und ließ den Vampir schmunzeln. Wie oft hatten sie darüber schon gesprochen? Wie oft musste das schon geklärt werden? Viel zu oft. Aber es ging nicht anders.

Lächelnd beugte sich Tobi nach unten und berührte mit seinen Lippen hauchzart die geschlossenen Augenlieder seines Freundes. Denni-Ray seufzte wohlig auf. Gab sich ganz der Berührung hin. Ihm wohlbekannte Lippen liebkosten seine Augen, seine Wangen, sein Kinn und näherten sich den Lippen. Zärtlich kroch seine Zunge nach vorn und strich über die Unterlippe. Ein leises seufzen entrann Denni-Ray. Willig streckten er seinen Kopf nach oben und kostete das ihm angebotene. Seine Lippen berührten nur die des Vampirs. Bis der spielerisch seine Zunge nach vorn schnellen lies und in den anderen Mund eindrang. Ihn in einer wilden Geste beraubte, berührte und sich nahm was er wollte. Ihre heißen und begierigen Zungen fanden sich und verbanden sich in einem Spiel aus reiner Leidenschaft und Lust. Mit der Kraft, die Vampiren zu teil wird, drückte er seinen blonden Engel in die Kissen. Nagelte ihn auf der Matratze regelrecht fest. Ihre nackten Oberkörper berührten sich. Kalt und warm trafen aufeinander. Und wäre da nicht schon das Feuerwerk, was in ihren Mündern tanzte, so stünde auch noch der Rest von ihnen in Flammen. Aber das ging nicht. War in den letzten Minuten war vor Sonnenaufgang nicht möglich. Ihr Kuss wurde stürmischer. Leidenschaft und Verlangen verbanden sich. Versuchten jetzt schon die erwartete Einsamkeit zu vertreiben.

Es war wie ein Fluch. Immer nur Nachts. In aller Heimlichkeit konnten sie ihre Gefühle für einander ausleben. Konnten in den paar Stunden von Sonnenuntergang bis Sonneraufgang von einander kosten. Am Tag musste Tobi immer wieder zu Deacon zurück. Während die Sonne schien waren die Vampire verwundbar. Es war leichter sie zu überraschen. Wie gern hätte Tobi auch mal einen Tag mit Denni-Ray verbracht. Hätte den kräftigen Körper auf seiner Haut gespürt. Nur einziges mal in dessen Armen aufzuwachen und zu frühstücken, oder zu duschen. Aber das war ihm nicht vergönnt. So wenig wie seine Beziehung zu diesem Sterblichen auffallen durfte. Würde sein Boss das erfahren, würde er zum zweitenmal sterben.

Begierig glitten Tobis Hände weiter nach unten. Streichelten liebevoll über die Seiten und die Hüften. Das beide nackt waren, machten es Tobi nicht leichter. Er musste gehen. Sonst würde er es nicht mehr schaffen.

Ungern und mit einem wütenden Knurren löste er sich von dem sinnliche Mund und blickte in die verschleierten Augen. Wie sehr er diesen Anblick doch liebte.

Die Lippen glänzten feucht und die Augen waren halb geschlossen. Während der Kopf leicht schräg lag. Ein warmes Lächeln umspielte seine Züge.

„Ich muss los. Es tut mir so leid.“ Damit erhob er sich und suchte seine Sachen. Diese waren durch ihre kleine Rauferei gestern Abend wild durch die Gegend verstreut. Schnell schlüpfte er in Shorts und Hose und zog sich das Hemd über. Denni-Ray hatte sich aufgesetzt, die Hände vor der Brust verschränkt und beobachtete seinen Freund. Er wusste das er in wenigen Minuten wieder allein sein würde. Wieder würde es zu Ende sein.

Tobi trat an das Bett heran und beugte sich nach unten. Fuhr mit seinen Händen verliebt durch die blonde Mähne. Diese kleinen Momente schmerzten beide. Abschied. Wie sollte man sich verhalten? Dieser Moment spiegele sich immer mit den Unterschiedlichsten Gefühlen wieder.

„Sehen wir uns heute Abend wieder? Oder musst du arbeiten?“ fragte Denni-Ray leise. Angst schwang daran mit. Zeigte dem Vampir die durchscheinenden Gefühle. „Nein, muss ich nicht. Treffen wir uns wieder dort im Park? Dann bin ich kurz nach Sonnenuntergang bei dir,“ antworte er ebenfalls leise.

Ein Nicken und ein harscher Kuss waren die einzige Antwort die er bekam. Hart presste Denni-Ray seine Lippen auf die seines Freundes. Wollte ihn noch einmal spüren.

„Gut. Treffen wir uns dort. Verschwinde, bevor die Sonne aufgeht. Ich brauche dich noch und kein Aschehäufchen.“ Die Worten klangen gepresst und ließen darauf schliefen, das er wirklich daran dachte.

Grinsend erhob sich der Vampir und schnappte sich seinen Mantel. Dann senkte er seine Lippen noch einmal in die blonde Mähne.

„Bis heute Abend, mein kleiner Engel.“

Damit war Tobi hinaus in das leicht beginnende Licht. Es war noch nicht stark und hatte so noch nicht diese Kraft.

Zurück blieb ein junger Mann, der sich die Decke über die Knie zog und nach draußen blickte. Er liebte den jungen Vampir, das stand fest. Dennoch machte ihm das was dazugehörte Angst. Jeden Morgen mussten sie sich trennen. Konnten nicht zusammen sein. Die Angst erwischt zu werden kam auch noch dazu. Sie legte sich immer wie eine Klette über ihn. Im Moment empfand er jedoch etwas anderes.

Einsamkeit. Er war allein für den Rest des Tages. Später würde er zwar arbeiten gehen, aber seine Gedanken wären immer bei Tobi. Bei ihrem bevorstehenden Treffen. Die Kälte in seinem Herzen würde erst dann verschwinden, wenn sein Freund wieder bei ihm wäre. Bis dahin, würde ihn die Angst und dieses Gefühl, der Lehre und Einsamkeit begleiten.

Es war das ewige Spiel zwischen ihnen.

Liebe, Hoffnung und das Vertrauen sich wieder zu sehen.

„Ich liebe dich, mein Vampir“

Damit kuschelte sich Denni-Ray wieder in die Kissen und schloss die Augen.