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Dreams

Yu Gi Oh! [abgeschlossen]

keine Altersangaben - keine Warnungen

Einteiler

keine Inhaltsangabe des Autors

 


 

 

Dreams

Es hatte gerade zur Pause geklingelt. Die Schüler verließen eiligst ihren Klassenraum um das schöne Wetter draußen zu genießen. Es war auch wirklich ein sehr schöner Tag. Allerdings fand ein Junge das nun ganz und gar nicht. Weit abseits von dem ganzen Trubel, der ständig hier herrschte saß ein weißhaariger Junge unter einem Baum und starte vor sich hin. Wie immer war er tief in Gedanken versunken.

Schon seit geraumer Zeit hatte der Junge einen Traum. Wie immer passierte das gleiche. Er befand sich in Ägypten. Irgendwie schien er die Rolle eines anderen angenommen zu haben. Dieser andere sah ihm auch sehr ähnlich. Was Bakura immer wieder sehr verwirrte. Aber etwas war noch seltsamer. Ein anderer junger Mann mit wunderschönen blonden Haaren und Augen, welche er noch nie gesehen hatte. Sie waren so offen und ehrlich. Aber sie drückten auch seine innere Stärke aus.

Dieser Ägypter stellte sich ihm immer wieder in den Weg. Er war immer da wo auch Bakura war. Eigentlich hätte er ihn wahrscheinlich hassen müssen, oder vor ihm Angst haben müssen, aber das hatte er nicht, konnte er nicht. Dafür verlor er sich immer wieder und immer tiefen in diesen Augen. Warum war dessen Stimme jedes Mal so kalt und furchterregend?

Das erste mal als Bakura ihn gesehen hatte, war er verblüfft von seiner Schönheit gewesen. Er hatte den markelosen Körper im schwachen Licht der Laterne begutachtet. Die Haare standen fast nach allen Seiten ab. Um die Schultern trug er eine Art Umhang, ansonsten nur eine lange Hose und passende Sandalen dazu. Dadurch hatte der Weißhaarige einen perfekten Einblick auf dessen Körper nehmen können.

Allerdings war seine Bewunderung sehr schnell verschwunden, als er das Schwert gesehen hatte, was auf ihn zu gekommen war. Mit einem entsetzten Schrei war er zur Seite gewichen und die Klinge hatte nur knapp seinen Kopf verfehlt. Danach flüchtete Bakura. Der Unbekannte folgte ihm. Er brüllte irgendwelche Worte, die Bukura nie verstand. Diese Szenen wiederholten sich fast jede Nacht. Aber trotz der Brutalität konnte Bakura keine Angst haben. Dafür bewunderte er ihn schon viel zu viel, oder war es gar etwas anderes was ihn so anzog....?

So genau wusste es der Japaner nun doch nicht. Er war sich seiner Gefühle nicht sicher. Wie konnte er auch? Er wusste ja nicht mal dessen Namen. Aber wieso interessierte ihn das überhaupt? Es war doch bloß ein Traum. Ein Traum der jede Nacht wieder kam. Auf einen Traum, auf den sich Bakura jedes Mal freute. Sich freute ihm wieder zu begegnen. Verwirrt über seine eigenen Gedanken schüttelte er den Kopf und blickte in den blauen Himmel. Was war nur los? Das ganze war so verrückt. Es ergab doch überhaupt keinen Sinn.

>Wer bist du? Warum muss ich immer an dich denken?< fragte er sich.

Sein Kopf ruhten auf seinen Armen. Es schein es wäre der kleine Körper noch etwas kleiner geworden.

„So seht ihn euch an. Sitzt da wie ein kleines Häufchen Elend. Na gut, das ist er ja auch. He, hörst du mich, du kleine Mistkröte?“

Eine schneidende, vor Hass triefende Stimme, riss den Jungen aus seinen grauen Gedanken. Was er jedoch sah, als er den Blick hob ließ ihn instinktiv den Kopf einziehen. Vor ihm standen fünf Jungs. Alle etwa zwei, drei Jahre älter als er. Wie sehr Bakura das doch hasste. Es war immer das gleiche. Hatten es die anderen nicht langsam mal satt? Er konnte sich doch eh nicht wehren. Er war ihnen jedes Mal ausgeliefert. So auch jetzt.

„Ach nein. Haben wir dich gestört? Das war nicht unsere Absicht, oder Jungs?“

Ein gehässiges Lachen erfüllte die Gegend. Verseuchte die Gedanken des Japaners.

„Was wollt ihr schon wieder von mir?“ wollte er wissen.

Seine Stimme klang erstaunlich ruhig, hatte auch dennoch einen leichten Schrillen Unterton. Abrupt wurde das Lachen beendet und der eine Junge, der Anführer, starrte Bakura mit eiskalten Augen an.

„Was? Du wagst es etwas gegen uns zu sagen? Was glaubst du wer du bist,“ fauchte er.

Eine Hand hatte sich bedrohlich zur Faust geballt. Was dem Japaner auch nicht entgangen war. Das würde wieder Schläge geben. So wie immer. Erschöpft senkte er den Kopf. Er konnte sie ja eh nicht daran hindern. Ein überhebliches Lachen war zu hören. Der schwarzhaarige grinste zufrieden. Hatte er es doch wieder geschafft.

„Wie schön. Du hast ja schon jetzt Angst.“

Ohne noch einen Ton zu sagen, schoss der Junge nach vorn. Bakura schloss bereits die Augen und machte sich auf den Aufprall bereit.

Aber es geschah nichts. Der erwarte Schlag blieb aus. Stattdessen hörte er einen erstaunten und gleichzeitig wütenden Schrei. Als er seine Augen öffnete, erblickte er lange blonde Haare und einen breiten Rücken, um den sich ein langer lilaner Umhang geschlungen hatte, vor sich.

Der Fremde hatte die Faust abgefangen und hielt den zappelnden schwarzhaarigen fest in seinem Griff. Die fast dunklen Augen blitzten gefährlich auf. Zeigten deutlich das der Fremde nicht auf Spielchen aus war.

„Du wirst ihn in Ruhe lassen. Wenn nicht, werde ich nicht so nett zu dir seien,“ sagte der blonde in sehr gebrochenem Japanisch.

Sein Opfer schluckte hörbar. Nickte aber. So wurde er los gelassen und sank zu Boden. Kaum war er wieder auf den Füßen, suchte er auch schon mit seinen Freunden das weite.

Zurück blieb Bakura mit dem Mann, der dem in seinem Traum sehr ähnelte.

„Danke. Du hast mir gerade sehr geholfen. Ohne dich hätten sie mich zusammengeschlagen. Aber wer bist du?“ fragte Weißhaarige.

Der Mann wirbelte herum und blickte nun Bakura an. Der wich erschrocken etwas zurück. Das konnte doch jetzt nicht wahr sein. Das war wirklich der Typ aus seinem Traum.

„Ich bin Marik Ishtar, Grabwächter des Pharaos. Ich dachte schon das du Hilfe gebrauchen könntest. Obwohl ich immer dachte das du, Grabräuber Bakura vor so etwas keine Angst hast.“

Ein leicht belustigtes Lächeln umspielte seine Lippen, als den verstörten Blick bemerkte.

Diese Junge war wirklich zu niedlich. Ganz so hatte er ihn in Erinnerung. Langsam ging er auf ihn zu.

„Denk mal darüber nach. Aber ich würde dir wahrscheinlich immer wieder helfen,“ hauchte er.

Zwei total verstörte Augen blickten ihm entgegen. Wie süß das doch aussah. Ein sanftes grinsen stahl sich auf die Lippen des Grabwächters. Obwohl er es nicht wollte, drückte er kurz seine Lippen auf die seines Gegenübers.

Schon zu lange hatte er darauf verzichten müssen. Bakura verspannte sich im ersten Moment, öffnete dann aber seinen Mund und hieß die fremde Zunge herzlich Willkommen. Diese nahm die Einladung auch ohne Zögern an. Begann einen wilden Tanz. Nur sehr ungern zog sie sich schließlich wieder zurück. Marik berührte sanft Bakuras Wange und grinste wieder.

„Du küsst so wie früher. Du wirst dich wahrscheinlich nie ändern, mein kleiner,“ murmelte er fast undeutlich.

Dann trat er jedoch einen Schritt zurück und gab den Weißhaarigen frei.

„Wir sehen uns wieder.“

Mit diesen Worten war Marik auch schon weg. Zurück blieb Bakura der nicht mehr wusste was los war.