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Kalenderelfen

Original  [NC-14] [abgeschlossen]

[Könnte Fröhlichkeitselfen enthalten]

Einteiler

Inhalt:
Was tun, wenn man einen Sirup abhängigen Fröhlichkeitself im Wohnzimmer rumsitzen hat? Eine Frage die Steven noch länger beschäftigen würde. Und was, wenn hinter den Kalendertüren tatsächlich noch mehr Elfen darauf warten in der Welt Freude und Liebe zu verbreiten? ...We wish you a merry Christmas :D

 


 

Kalenderelfen


„Ein Kalender? Was soll ich denn damit? Kannst du mir das mal bitte erklären, Stella.“



„Du alter Miesepeter, du weißt doch ganz genau wie man einen Weihnachtskalender benutzt. Den hängst du dir jetzt brav an die Wohnzimmerwand Schnuckelchen, und die süßen kleinen Anhänger die hinter jeder Tür versteckt sind hängst du in deinen Weihnachtsbaum.“



„Erstens habe ich keinen Baum, zweitens würde ich mir so was kitschiges niemals irgendwo aufhängen und drittens-“



„Drittens steht der Baum, für deine Anhänger unten im Erdgeschoss und wartet nur noch darauf von dir hoch getragen zu werden. In weißer Voraussicht habe ich auch gleich Christbaumschmuck mitgebracht!“



Ja, so war sie die Stella, immer perfekt organisiert, immer mit Minirock und High heels bekleidet, immer mit perfekten Locken in der braunen Haarpracht und immer bereit sich in mein Leben einzumischen.



Stella und ich arbeiten bei New Visions, einer sehr erfolgreichen Werbefirma, in der Chefetage. Wir sind nur Partner, auch wenn viele etwas anderes denken aber Stella ist eine sehr gute Freundin, wie eine Schwester. Mal davon abgesehen steht sie nicht auf Männer sondern auf Frauen.

Leider reichen die Gerüchte ich wäre vergeben alleine nicht aus, um mir die die Weiber bei uns vom Hals zu halten.

Angefangen hatte ich nämlich selbst mal als Model, nämlich für Unterwäsche. Und das sehr erfolgreich für bekannte Marken. Für eine Beziehung habe ich schlicht weg keine Zeit, schließlich geht die Arbeit und die Karriere vor.



„Stella, in meine Wohnung passt einfach kein Weihnachtsbaum, siehs doch ein.“



„Papperlapapp Steven, ein bisschen Farbe würde deinem Penthaus sehr gut tun.“



Der Teppich im Wohnzimmer war weiß und ging zu der Küche, die durch einen Tresen abgetrennt war in weiße Kacheln über. Der Rest war entweder Schwarz oder aus Glas.

Schwarze, schlichte Ledersessel und ein Sofa, zum Plasmabildschirm ausgerichtet, der sich mit schwarzem Rad von der weißen Wand abhob, ein gläserner Couchtisch und ein Schwarzer, asiatisch angehauchter Schrank in dem meine Zeitschriften, Bücher, Cds und allerhand Krimskrams untergebracht waren. Die Musikanlage steht auf der großen, extra breiten Fensterbank und die schwarzen Kissen daneben laden zum sitzen ein.



Stella kommt mit einer Tasse Capuccino für jeden aus der Küche zurück.

„Diese kühle Designerwohnung brauch unbedingt etwas warmes, lebendiges. Und deswegen wirst du jetzt gleich den Baum hochtragen und dann den Weihnachtskalender aufhängen.“



Erschöpft fiel ich abends aufs Sofa. „Diese Frau schafft mich!“, meckerte Steven die Wand an und schaute dann zum Baum rüber.



Dabei feiere ich Weihnachten noch nicht mal und jetzt nimmt dieser dumme Baum den ganzen Platz zwischen Fenster und Fernseher ein, der blockiert die ganze Ecke. Na ja wenigstens sind die Anhänger schlicht Silbern geblieben.



~Der junge Mann will gerade das Wohnzimmerlicht löschen, als sein Blick auf den Weihnachtskalender fällt, Vier Türen darf er schon öffnen. Die Anhänger sind seiner Meinung nach schrecklich Kitschig, besonders dieser kleine bonbon rosane Elf, der sich hinter der dritten Tür versteckte und den er nur mit Widerwillen in den Baum hängt.

Plötzlich hört er ein leises Klingeln, wie von Tausenden kleinen Glöckchen. Erst wundert er sich aber dann schüttelt er nur den Kopf und löscht das Licht.~



Sonntagmorgen, endlich mal wieder ausschlafen.

Vielleicht mach ich mir doch mal nen Kaffe, so um drei Uhr Nachmittag kann man ja langsam mal anfangen mit dem Frühstück. Wenn schon ausschlafen dann aber richtig.

Also munter die Beine aus dem Bett geschwungen, nach links in die Küche, den Jungen aus dem Weg schieben, Kaffe aufsetzen und-



„Uwaaaah!!!“ Mit einem Aufschrei starrte Steven auf den Jungen, der mit schreckensgeweiteten Augen die Teedose umklammert hielt.



„Was machst du in meiner Wohnung du kleiner Scheißer?! Bist du hier eingebrochen oder was??!!“, jetzt war er wirklich hellwach.



„Frö-frö-frö“, stammelte der Junge.



„Frö? Frö was?“, der Junge vor ihm erschien ihm nicht gerade wie ein Einbrecher, er zitterte vor Angst und hielt die Teedose wie einen Schutzschild vor sich. Außerdem war er ziemlich spärlich bekleidet.

Er trug ein hell rosanes Top und rosane Hotpants, an den Füßen hatte er seltsame rosane Socken, die vorne spitz zuliefen und hinten einen, natürlich rosanen, Bommel hatten.



„Fröhlichkeit.“, sagte der Junge plötzlich zaghaft und starrte dabei auf seine Bommelschuhe runter.



„Bitte was?“, vollkommen fertig ließ Steven sich auf einen Stuhl fallen.



„Also ich bin die Fröhlichkeitselfe und bin hier um dir Fröhlichkeit zu bringen aber“, seine Stimme wurde zum Ende immer schriller und drohte zu kippen. „das kann ich auch nicht, ich kann gar nichts! Ich bin die unfähigste Elfe die es jemals gegeben hat!“, damit brach er in Tränen aus und kauerte sich in die Ecke, die Stirn gegen die Teedose in seinem Schoß gelehnt.



Steven konnte nur fassungslos den Kopf schütteln.

Eindeutig ein Fall der Klapsmühle, aber er würde sich hüten dem eh schon vollkommen aufgelösten Jungen das auch noch an den Kopf zu werfen.



„Hast du auch einen Namen Junge?“



Er schniefte noch einmal und sagte dann „Fröhlichkeits Elfe, ich bin die Fröhlichkeitselfe.“



Steven atmete tief durch und stand dann auf „Ok, Fröhlichkeits Elfe ich mach uns jetzt mal einen ordentlichen Kaffe und dann erzählst du mir mal wie du hier her gekommen bist und wo du eigentlich hingehörst, dann rufen wir die Polizei und die bringen dich wieder dahin zurück.“



Ein paar Minuten später saß Steven mit einer Tasse Kaffe vor sich am Küchentisch, neben ihm saß die Fröhlichkeitselfe, die sich anscheinend schon wieder etwas beruhigt hatte.



„Ok, kleiner jetzt erzählst du mir mal wie du hier eingekommen bist.“



„Ich komme aus der Elfenwelt und soll dem Besitzer des Weihnachtskalenders Fröhlichkeit bringen. Aber das klappt nicht und deswegen bin ich ein böser Elf und-“, der Tränenspiegel lag schon wieder verdammt hoch also sah Steven sich gezwungen schnell etwas zu unternehmen.



„Aber nicht doch, ich bin doch schon viel fröhlicher, siehst du, ähm ha ha ha!“



„Wirklich?“, schniefte die Elfe.

„Jupp, und damit du auch etwas fröhlicher wirst mach ich dir jetzt einen Kakao.“

Während er den Kakao aus dem Regal kramte suchte er mit seinem Blick immer wieder den Weihnachtsbaum auf der anderen Seite der Theke ab, konnte den Elfenanhänger aber nirgendwo entdecken. Ihm schwante böses, so was passierte doch nur in Kitschigen Weihnachtsfilmen und Comics, aber doch nicht ihm!



„Sag mal Elfe, wenn du erscheinst was passiert dann genau?“



Der Elfenjunge sah schon wieder besser aus, jetzt nachdem er sicher sein konnte das Steven auch wirklich fröhlich war.

„Es klingelt und klimpert, es hört sich richtig fröhlich an! Und dann erscheine ich anstatt der Figur. Ich hab auch Flügel willste mal sehen?“



„Was oh nein ähm...oh! ... Steck sie bitte wieder ein ich weiß eh wie Elfenflügel aussehen, so ähnlich wie Liebellenflügel, ähm ja deine sind wirklich hübsch aber steck sie bitte wieder weg sonst werde ich nämlich zu fröhlich im Kopf und das ist nicht gut für meine Gesundheit weißt du.“



„Ok.“ Damit ließ der kleine Elf seine Flügel wieder verschwinden und grinste Steven mit schief gelegtem Kopf an. Seine verwuschelten braunen Haare, die ihm tief in die Stirn hingen brachten seine grünen, katzenhaften Augen nur noch mehr zum Strahlen.



„Tja, scheint so als wäre der Kakao schon alle aber ich kann dir auch nen Fruchtsaft machen.“

Damit fischte er den Orangensaft aus dem Kühlschrank und gab noch einen ordentlichen Schuss Sirup dazu.



Der kleine Elf schlürfte überglücklich seinen Saft und ähnelte schon viel eher dem Bild einer Fröhlichkeits Elfe.



„Das ist lecker, das rote süße Zeug, was ist das?“. Steven war gerade damit beschäftigt die rosanen Plüschbommeln wie hypnotisiert anzustarren.

„Hm? Ach so das ist Sirup, Grenandin.“



„Ähm ich..“, stammelte der Elf „also.. kann ich noch was davon haben?“, mit roten Wangen und bettelnden Augen schaute er Steven an.

„Klar, ist schließlich nur süßes, da ist kein Alkohol drin.“



Einige Stunden und eine Flasche Sirup mit O-saft vermischt später saß der kleine Elf glücklich und zufrieden auf dem Sofa und mümmelte sich in eine Decke ein.



Die Elfe hatte jede menge geplappert, über ihr Zuhause ihren Auftrag, Fröhlichkeit, ihre Freunde im Elfenland und hatte auch Steven interessiert über alles Mögliche ausgefragt, seinen Job, seine Freunde, also nur Stella und Sachen die ihn fröhlich machten, viele Aufträge und jede Menge Geld.



„Im Winter wird es immer so früh dunkel, sechs Uhr und schon ist alles duster. Sag mal kleiner, du musst doch noch einen anderen Namen hören außer auf Fröhlichkeits Elfe?“



Die Elfe luscherte über den Rand der kuschelig weichen Decke hervor und schüttelte zaghaft den Kopf.

„Du musst mir einen Geben, schließlich bin ich im Moment deine persönliche Fröhlichkeits Elfe.“



Steven seufzte leise, dann viel sein Blick auf die Leere Sirup Flasche: ’Le Sirop de Monin’

„Monin, du heißt ab jetzt Monin, Kleiner.“



Monin grinste glücklich in seine Kuscheldecke hinein. „Schön, jetzt bin ich froh.“



Steven räumte noch die Gläser und sein Frühstück weg, als er wieder zurück ins Wohnzimmer ging lag ein zufrieden lächelnder Elf auf seinem Sofa, der ab jetzt Monin hieß und wohl von fröhlichen Dingen träumte.



Vorsichtig setzte er sich daneben und zog die Decke etwas höher.

Und dann lächelte er, so nett und ehrlich gemeint wie er es schon seit Jahren nicht mehr gemacht hatte.

„Gute Nacht Monin, träum was schönes.“



~Der junge Mann löschte das Licht und die Elfe auf dem Sofa schlief friedlich weiter, der Weihnachtskalender lag im Dunkeln und wenn man ganz genau hingehört hat konnte man man ein leises erwartungsvolles Bimmeln hören, erst einmal dann noch einmal.~