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He?s my Girl Teil 1 bis 2

_1_ 
 
Ich strich mir noch einmal über den Rock, ordnete meine schulterlangen Haare, atmete tief durch und drückte dann die Türklinke herunter.
 
Mit einem Kribbeln in der Magengegend stand ich nun vor meiner neuen Klasse.
Die Lehrerin lächelte mir aufmunternd zu.
 
„Das ist Sara, unsere neue Mitschülerin, sie stellt sich euch jetzt vor.“, damit trat die Lehrerin zur Seite und überließ Sara das Wort.
 
 
>Da vorne steht sie nun also, Sara die lang angekündigte Neue auf die alle so gespannt gewartet hatten. Hübsch ist sie ja schon, mit ihren langen, blonden Haaren und den blauen Augen, ungewöhnlich hier in Japan, auf alle Fälle auffallend. Sie macht ja einen recht netten Eindruck, man konnte sich sicherlich gut mit ihr unterhalten.<, Tea schaute sich in der Klasse um.
 
>Die Jungs kleben ja förmlich mit den Blicken an ihr. Kein Wunder, sie sieht ja auch wirklich gut aus und dann kommt sie auch noch aus Amerika, dass ist neu und interessant, so etwas passiert nicht alle Tage.<
 
Tea hatte einen Entschluss gefasst.
Dieses Mädchen wollte sie näher kennen lernen. Und sei’s nur um ihre Neugier zu befriedigen.
 
 
Sara beendete ihre kleine Vorstellungsrede und ging zu ihrem neuen Platz rüber.
Sie lächelte ihrer Sitzpartnerin noch kurz zu und atmete dann erleichtert durch.
Jetzt wo sie nicht mehr auf dem Präsentierteller stand fiel die anfängliche Nervosität
von ihr ab.
 
>Das Theater hätte ich also auch hinter mir. Mein Bruder hat also doch Recht gehabt.< Bei diesem Gedanken verzogen sich ihre Mundwinkel merklich nach unten.
 
>Alles ist reibungslos abgelaufen, keiner hat etwas bemerkt oder gar gezweifelt und die anderen haben mich freundlich empfangen. Es gibt nur einen kleinen Haken bei der ganzen Sache:
ICH BIN NICHT SARA!!!
Genau genommen bin ich nicht mal ein Mädchen!!
Das ist alles nur Mokubas Schuld, hätte er nicht diese hirnverbrannte Idee gehabt, säße ich, Seto Kaiba jetzt nicht hier auf dieser gottverdammten Schule zwischen diesen ganzen Bekloppten  in einem... nein! das konnte man ja nicht mal denken, neben einem Mädchen, das mich als neue beste Freundin sieht.
Was quatscht die mich auch die ganze Zeit über von der Seite an? Sieht die nicht, dass ich dem Unterricht folgen möchte?!
Wenn ich Mokuba in die Finger kriege!
Wie konnte ich mich nur auf so etwas einlassen?<
 
 
 
~*~Rückblick~*~
 
Wütend schmiss Kaiba die Tür hinter sich ins Schloss.
Er stapfte in Richtung Wohnzimmer, pfefferte seine Schultasche in eine Ecke des Flurs und seine Schuhe obendrauf.
Er war extra mit seinem Bruder in diese Vier-Zimmer-Wohnung mitten in Tokio gezogen, um unerkannt leben zu können und dann wieder so was!
 
Ein Haufen Fotografen und andere Presse-Fritzen drängten sich im Eingangsbereich des Hochhauses und hatten wild drauflos geknipst, als er um die Ecke bog.
Seto hatte sich durch sie durch gekämpft, ohne auf ihre vielen Fragen einzugehen.
 
>Die Wohnung können wir jetzt auch vergessen! Das heißt, wir müssen wieder umziehen, nach nur zwei Monaten...so lange bis sie uns wieder finden.<
 
Wütend schnappte er sich den erstbesten zerbrechlichen Gegenstand, der ihm zwischen die Finger kam und schleuderte ihn gegen eine Wand.
 
Jetzt fühlte er sich zwar nicht gerade besser als vorher aber etwas ruhiger war er schon.
Die größte Wut hatte er an der Vase ausgelassen.
 
Mokuba kam mit besorgtem Gesichtsausdruck um die Ecke.
Ein Blick auf seinen großen Bruder und er wusste was los war.
 
Ohne ein Wort darüber zu verlieren holte er Kehrschaufel und Handbesen aus dem Schrank und machte sich daran die Scherben wieder aufzufegen.
Ein kurzer Blick aus dem Fenster bestätigte nur dass, was er eigentlich schon wusste: Sie waren mal wieder aufgespürt worden.
 
„Mokuba pack deine Sachen wir ziehen gleich morgen hier aus.“, während Kaiba dies sagte war sein Gesicht, sowie seine Stimme vollkommen ausdruckslos.
Es hörte sich schon fast gelangweilt an.
 
Aber Mokuba ließ sich dadurch nicht täuschen er wusste ganz genau, dass es in Setos Inneren vollkommen anders aussehen musste.
 
Mokuba ging in die Küche um die Scherben weg zu schmeißen und Seto stapfte ihm hinterher.
 
Er nahm sich eine Tasse Kaffe, zog den Stuhl ruckartig zurück, setzte sich an den Küchentisch und verbrachte die nächsten Minuten damit, den Kaffee zu hypnotisieren.
 
Mokuba hingegen verstaute die Kehrschaufel wieder im Schrank und lehnte sich dann mit verschränkten Armen an den Türrahmen.
Er pustete sich ungeduldig eine Strähne aus dem Gesicht.
 
Als die Stille bedrückend wurde ging Mokuba zu Seto rüber und setzte sich auf die Tischkante, direkt vor seine Nase.
 
„So kann es einfach nicht weitergehen Seto!“
„Wir ziehen ja Morgen wieder hier weg“, erwiderte er mit einem vollkommen desinteressierten Ton. Mit einem gleichgültigen Gesichtsausdruck schaute
er zu Mokuba hoch.
 
„Es ist doch egal, wo wir hinziehen! Ich werde am Ende trotzdem wieder Scherben auffegen müssen wenn du Abends nach Hause kommst!“, seufzte er frustriert. Die Reporter würden sie auf kurz oder lang wieder aufspüren und dann würden sie jeden Schritt den sie machten in der Klatschpresse lang und breit diskutieren. Vorbei war es mit der Privatsphäre. Mokuba war das ganz und gar nicht egal und er wusste, dass es Seto genauso ging.
 
Trotzdem machte es ihn schon ein bisschen wütend wenn er sah, dass Seto seine Gefühle hinter dieser Maske der Gleichgültigkeit verbarg, diese Maske die er ihm am liebsten aus dem Gesicht wischen würde.
 
Zwei Tage später war Kaiba gerade dabei die neue Wohnung einzurichten. Die Wohnzimmermöbel hatte er schon zu recht gerückt und im Moment war er dabei einer großen Glasvase einen Platz in der Nähe der Tür zu verschaffen.
 
In dem Moment platzte Mokuba herein. „Ich habe eine geniale Idee Seto!“ verkündete er  aufgeregt. „Ich weiß wie wir unser Problem loswerden können!“
 
Kaiba schaute ihn verwundert an. Er selbst versuchte schon seit 3 Jahren vergeblich
das Problem zu lösen und Mokuba konnte ihm von jetzt auf gleich eine Lösung präsentieren?!?
Das konnte nicht gut gehen, dass spürte Kaiba jetzt schon.
 
Sein kleiner Bruder griff in die Tasche, die er dabei hatte und Kaiba wunderte sich, wie der Wischmopp, den Mokuba aus der Tüte zog sein Problem lösen sollte.
Aber er hatte keine Zeit weiter darüber nachzudenken, denn der Kleine machte einen Schritt auf ihn zu, sprang an ihm hoch und drapierte das Ding auf seinem Kopf.
Daraufhin trat er wieder zwei Schritte zurück, begutachtete sein Werk und sagte dann anerkennend „Hey du siehst aus wie ein richtiges Mädchen.“
 
Seto Kaibas Gesicht verzog sich zu einer entsetzten Grimasse, er riss sich das Teil wieder vom Kopf und zischte seinen Bruder entgeistert an:
„Ich sehe aus wie ein MÄDCHEN?!?!?“
 
 
Es war zwar harte Arbeit Seto zu überreden aber am Ende hatte es sich gelohnt.
Im Moment saß Mokuba im Eiscafé vor einem großen Schokomilchshake und wartete auf seinen Bruder.
 
Er war vor über einer Stunde im Kaufhaus gegenüber verschwunden und Mokuba hoffte inständig, dass Seto keinen Fluchtversuch gestartet hatte.
 
>Ich bin wirklich gespannt, wie er am Ende aussieht. Schade eigentlich, dass er meine Perücke nicht wollte. Aber vielleicht ist es wirklich besser, wenn er die Sachen selbst aussucht.<
 
Er winkte die Kellnerin zu sich und bestellte sich noch einen Schokomilchshake. An den Tisch ihm gegenüber setzte sich eine Gruppe junger Mädchen zwischen fünfzehn und siebzehn. Sie fingen an sich über Kleidung zu unterhalten und über die Vorzüge von Lipgloss gegenüber gewöhnlichem Lippenstift.
Mokuba beobachtete sie eine Weile.
 
>Seto würde sich doch niemals so verhalten. Er hat noch einiges vor sich wenn er wirklich als Mädchen durchgehen will. Als erstes müsste er mal anfangen zu lächeln, schließlich kann er nicht die ganze Zeit mit mürrischer Miene rumlaufen. Apropos laufen: Mädchen sind doch auch andauernd auf Hackenschuhen unterwegs. Ob Seto auf denen laufen konnte? Naja muss er ja wohl. Und dann diese Gesprächsthemen, ich frage mich wie lange Seto wohl über Lipgloss reden könnte... dreißig Sekunden wenn er sich Mühe gibt. Das wird wohl doch schwerer als ich gedacht hatte. Aber mein Bruder schafft das, da bin ich mir sicher.<
 
Eins der Mädchen bemerkte, dass Mokuba zu ihnen rüber starrte –für so etwas hatten Mädchen ein angeborenes Gen- und lächelte ihn an.
Mokuba wurde prompt Rot und senkte seinen Blick sofort wieder auf seinen Schokoshake.
 
Das Mädchen, sie hatte schwarze Haare und trug einen Jeansrock und ein T-Shirt mit Glitzeraufdruck, fing an zu kichern und stieß ihre blonde Freundin an.
 
Dann blickten sie beide wieder zu Mokuba rüber, welcher sich krampfhaft bemühte nicht zu ihnen rüber zu schauen, was natürlich fehlschlug. Sein Gesicht hatte inzwischen eine gesunde Rottönung angenommen.
 
Die Mädchen kicherten wieder, als plötzlich eine von ihnen aufstand und auf Mokuba zuging. Er versuchte sich hinter seinem Schokoshake so klein wie möglich zu machen und den Eindruck zu vermitteln er hätte gar nichts von alldem mitbekommen.
 
Erst als das blonde Mädchen genau vor seinem Tisch stand drehte er sich zu ihr um. Er wollte gar nicht wissen welcher Rotton sein Gesicht gerade zierte. Wahrscheinlich der Marke “reife Tomate“.
 
Schnell musterte er das Mädchen vor sich nur um dann gleich wieder auf den Boden zu starren. Sie hatte blonde Haare und blaue Augen die von schwarzer Wimperntusche und dunkelblauem Lidschatten hervorgehoben wurden, sie wirkte dabei aber nicht überschminkt. Wie ihre Freundin trug sie einen Jeansrock und dazu ein hellblaues Hello Kitty Shirt.
 
Als sie sich zu ihm hinbeugte konnte Mokuba sehen, dass sie Silber-Ohrringe mit kleinen Glitzersteinchen in Herzform trug.
 
Mokuba war sich sicher, dass er vor Verlegenheit kein gerades Wort hervorbringen würde. Wenn es um Mädchen ging wurde er immer schrecklich schüchtern, obwohl er bald fünfzehn wurde hatte er noch keine feste Freundin gehabt.
 
Dann erhob das Mädchen das Wort.
„Möchtest du dich nicht zu mir und meinen neuen Freundinnen setzten, kleiner Bruder?“
Und Mokuba hätte nicht erschrockener aussehen können.
 
Seto musste grinsen als er die Miene seines kleinen Bruders sah.
„Ich stand so verloren im Kaufhaus rum, da haben sie sich meiner angenommen und mich in allen Sachen beraten. Sie meinten die Kleidung die ich mir ausgesucht hatte würde mir gar nicht stehen und da haben sie mich neu eingekleidet. Außerdem haben sie mir bei dem Make up wirklich weiter geholfen. Und das Beste ist, dass sie mich die ganze Zeit über für ein Mädchen gehalten haben.“
 
Weiter kam er nicht, denn Mokuba war einfach umgekippt.
 
~*~Rückblick Ende~*~
 
 
 
Und da sitze ich nun in meinem Rock in meiner neuen Klasse und fragte mich warum mir das Ganze am Anfang auch noch Spaß gemacht hatte. Es war einfach angenehm gewesen durch die Stadt zu laufen ohne irgendwie darauf angesprochen zu werden, dass man ja so berühmt war. Keine ungläubigen Blicke, niemand hat mich angesprochen und es hat auch keiner ein Foto von mir geschossen.
Dieses Gefühl endlich mal anonym zu sein war einfach zu schön gewesen.
Aber jetzt! Langsam vergeht mir die Freude daran schließlich ist es ziemlich entwürdigend auf Dauer als Mädchen rumzulaufen. Außerdem ist es auf der Straße etwas ganz anderes denn diese Leute sehe ich nie wieder und mit denen muss ich auch nicht reden aber in der Schule...
Ich, Seto Kaiba muss die ganze Zeit über in Mädchenkleidung rumlaufen und mich auch noch so BENEHMEN!!!! Was wohl das schlimmste dran ist und der Grund warum ich Mokuba jetzt am liebsten den Hals umdrehen würde.
 
 
„Was ist denn Sara? Du guckst so komisch.“
 
>Danke Gott, dass du mir diese Sitznachbarin beschert hast!<, in Seto krampfte sich alles zusammen und er konnte nur mit Mühe und Not ein Lächeln aufsetzen.
 
„Ist schon ok Tea. Ich bin nur ein bisschen aufgeregt weißt du die-“, und weiter kam er nicht, denn die Schulglocke erlöste ihn in dem Moment.
 
>Die erste Stunde hätte ich endlich hinter mir. Ist doch relativ gut gelaufen, wenn man mal Teas permanentes Generve, dass Geglotze der Jungs und diesen extrem kurzen Rock außer Acht lässt.<
 
Seto hatte also nur noch Fünf Schulstunden vor sich, bis er endlich erlöst wurde.
Da konnte doch eigentlich gar nichts mehr passieren...Oder?
 
 
_2_
 
Endlich hatte die Pause angefangen und Seto war gerade auf dem Weg zur
Schul-Cafeteria. Allein!
 
Die zweite Stunde war der blanke Horror gewesen. Sie hatten in Englisch eine Freiarbeit aufbekommen und die ganzen Mädchen hatten sich natürlich sofort zu ihm und Tea rübergesetzt.
 
Wie ist es denn so in den Staaten ist und ob dort andere Klamotten getragen wurden, ob es toll wäre eine Amerikanische Mutter zu haben, auf welchen Typ Jungs er stand und wie viele Freunde er denn schon gehabt hätte...bla bla bla
 
Alle hatten auf ihn eingeredet und alle fanden ihn ja so entzückend und hübsch.
 
Bei dem Gedanken daran wurde er wieder wütend. Am liebsten würde er sich jetzt in diesem Moment die Mädchenklamotten vom Leib reißen und ein für alle Mal von hier verschwinden!
 
Genervt trat er nach einer leeren Safttüte am Boden.
Bereute es aber sofort wieder. Ein Schüler der es ziemlich eilig hatte rempelte ihn von der Seite an und prompt kam er ins Stolpern.
 
Auf seinen Absätzen fand er in letzter Sekunde noch Halt und konnte gerade so eine erstklassige Bruchlandung verhindern.
 
Eine Gruppe von Mädchen hatten alles beobachtet und deuteten jetzt Kichernd auf ihn.
 
Wenn Seto in diesem Moment eine Waffe zur Hand gehabt hätte, hätte er ohne zu zögern abgedrückt.
Aber bei den Tonnen Make-up, das die Mädchen drauf hatten, hielt er es durchaus für möglich, dass die Kugeln einfach daran abprallten.
 
Er richtete seine Haare und seine Kleidung wieder, schickte den kichernden Mädchen noch einen Blick von der Sorte Stirb-einfach-ok! und stolzierte davon.
Ein perfekter Abgang, wäre er nicht kurz vor der Ecke noch mal umgeknickt.
 
Das Gelächter der Mädchen folgte ihm auch noch, als er längst um die Ecke gebogen war.
 
>Diese verfluchten Schuhe! Gleich heute Nachmittag kaufe ich mir vernünftige Turnschuhe. Es ist den Mädchen schließlich nicht verboten flache Schuhe anzuziehen.<
 
Einige Zeit saß Seto auf einer Wiese, im Schatten eines großen Baumes, etwas abseits des Schulhofes und versuchte zu ergründen, was die gelblich-grüne Masse aus der Kantine ihm sagen sollte. Ganz bestimmt nicht: Iss mich.
 
Letztlich entschied er sich dafür, nur etwas zu trinken und sich sein Essen morgen lieber selbst mitzubringen.
 
Er kippte gerade die schwarzen Dinger weg, die höchst wahrscheinlich die Beilage darstellen sollten und bei denen er sich noch nicht ganz sicher ob es sich um verbrannte Kartoffeln oder doch um Kaviar handelte, als eine belustigte Stimme direkt neben ihm sagte: „Hey, das gute Essen.“
 
Ein verschmitztes Lächeln breitete sich auf dem Gesicht seines Gegenübers aus und Kaiba überlegte wie sich ein Mädchen in dieser Situation verhalten würde.
 
Er entschied sich schließlich gegen ein giftiges „Verpiss dich!“, was ihm als erstes in den Kopf geschossen kam und lächelte stattdessen lieber freundlich und sagte:
„Ja, manchmal muss man Prioritäten setzen.“
 
>Was sind das denn für Honks? (Hilfsschüler Ohne Nennbare Kenntnisse) Schwarze Haare mit lila-blonden Strähnen, habe ich den neusten Trend meiner Altersgruppe mal wieder nicht mitbekommen oder sind sie schlichtweg Freaks?!<
 
Der Kleinere von den beiden hielt Seto die Hand hin und meinte: „Hi, ich bin Yugi und das ist mein Zwillingsbruder Yami. Wir gehen beide in die Zehnte, in deine Parallelklasse.
Du musst die Neue aus Amerika sein. Freut mich dich kennen zu lernen Sara.“
 
Woher wusste der denn davon?
 
„Guck nicht so verwundert.“, meinte Yami. „Die tolle Neuigkeit haben wir eben in der Cafeteria von Tea erfahren.“, damit ließ er sich neben Seto ins Gras fallen.
Yugi setzte sich gegenüber von den Beiden hin.
 
Während Yami sein Essen auspackte schaute Yugi sich suchend um.
 
„Eigentlich ist das hier ja Joeys Platz.“ Yami verdrehte genervt die Augen.
„Fang nicht schon wieder mit dem an, langsam nervt es!“, mit einem Blick auf Seto fügte er noch hinzu „Und Sara will das bestimmt sowieso nicht wissen.“
 
>Da hatte er ja so was von Recht! Ich will wirklich nichts über den ach so tollen Joey wissen, der bei Yugi Augenglitzern und Sabber-an-den-Mundwinkeln hervorruft. Am liebsten hätte ich ganz meine Ruhe aber das scheint ja keinen in diesem Loch zu interessieren!<
 
Doch ganz nach Mädchenmanier schenkte er Yami ein dankbares Lächeln.
Dieser schien kurz verunsichert, nickte Sara dann aber zu und hielt ihr einen Apfel hin.
 
„Als Ausgleich für das Schulessen.“
„Danke.“
 
Plötzlich fing Yugi vollkommen aus dem Kontext an Joeys Vorzüge aufzuzählen.
„Er ist ja so cool und sein Aussehen ist der Wahnsinn! Außerdem sagen ja alle er
wäre Bi!“
 
Yami schaute seinen Bruder nur genervt an.
„Tea sagt das! Und du weißt ja, wie die drauf ist.“
 
„Auf alle Fälle weiß ich, wie Joey drauf ist und warum ich mich in ihn verliebt habe!“, leicht Rot um die Nase drehte Yugi sich zu Sara rüber.
„Ich hoffe, du hast nichts gegen Homosexuelle, oder gegen Unnormale, du weißt was ich meine.“
 
>Ich sitze hier als Junge in einem Rock und gebe vor ein Mädchen zu sein und da fragt der mich ob ich etwas gegen Abnormale habe??!! ...Eins ist sicher, in meinem Leben läuft irgendwas gewaltig falsch!<
 
„Natürlich habe ich nichts gegen Homosexuelle.“, erwiderte Seto.
Die Klingel ertönte und verkündete, dass die Pause zu Ende war.
 
„Ich glaub ich muss jetzt zu Physik. Man sieht sich.“, mit diesen Worten erhob sich Seto.
 
Die beiden Jungs schauten Sara hinterher, bis sie mit den anderen Schülern im Schulgebäude verschwand.
 
„Ich fand sie ok.“
Verwundert schaute Yugi seinen Bruder an. Er hörte ihn sonst nur sehr selten etwas positives über andere Leute sagen.
 
„Ja, ich fand sie auch nett.“
 
 
Krachend fiel die Tür hinter Seto Kaiba ins Schloss.
„Lass die Vase stehen!“, hörte man Mokuba aus dem Badezimmer rufen.
 
>So eine Scheiße! Dieser Tag sollte schleunigst wieder aus meinem Leben gestrichen werden und Morgen gehe ich auf keinen Fall wieder auf diese Idioten-Schule!<
 
Setos Finger lösten sich ruckartig, unter Aufbringung all seiner Selbstbeherrschung wieder von der Vase. Er riss sich die Perücke vom Kopf.
 
Sein kleiner Bruder lehnte im Türrahmen, putze sich die Zähne und schüttelte den Kopf.
 
„Isch weisch gar nischt, wasch du hascht. Ischt doch prima gelaufen.“
 
„DU hast gut reden! DU musst schließlich nicht als Mädchen rumlaufen!“, fauchte Seto seinen Bruder an.
 
Mokuba drehte sich nur wortlos um und verschwand wieder im Badezimmer.
Bei so einer Laune wäre es sowieso sinnlos mit seinem Bruder diskutieren zu wollen.
Dann ließ er keine andere Meinung als seine zu und das wusste Mokuba nur zu gut.
 
Kaiba ging in sein Zimmer und zog sich endlich wieder seine normale Kleidung an.
Vor allem eine Boxershorts, die ihm nach dem rosa Mädchen-Slip wie ein Geschenk des Himmels vorkamen.
 
Gab es eigentlich eine Spenden-Hotline für Boxershorts Firmen? Es wäre mal wieder Zeit für ihn etwas Gutes zu tun und wenn er damit auch noch der Männerwelt einen riesigen Gefallen tat, umso besser!
 
„Der Rest vom Abendessen steht noch im Kühlschrank.“, drang Mokubas Stimme vom Bad zu ihm rüber. „Warum bist erst so spät gekommen?“
 
Die Gedanken daran ließen Seto genervt das Gesicht verziehen.
„Erst hatte ich am Nachmittag Physik-Ag und danach hat Tea mich noch mit in die Stadt geschliffen. Da haben wir mir dann auch prompt, nach nur einigen hundert Anproben die perfekten Turnschuhe für mich gefunden. Oder eher Tea hat die perfekten Turnschuhe für mich gefunden...und das perfekte T-shirt.“
 
Er schob sein Essen in die Mikrowelle und fuhr dann mit seiner Aufzählung fort.
„Außerdem ein perfektes Top und zwei perfekte Pullover von dem perfekten Make-up will ich gar nicht erst sprechen!“
 
Mokuba hat es sich inzwischen in Schlafzeug im Wohnzimmer vor den Fernseher gesetzt und kicherte vor sich hin.
„Jetzt weiß ich auch was in den vielen Tüten ist, die du mitgebracht hast.“
 
Seto ließ sich neben ihn fallen. „Und dann ihr Gesicht als sie herausgefunden hat, dass ich keine Ohrlöcher habe. Jetzt will sie, dass ich mir welche stechen lasse! So weit kommts noch! Die Ohrklips reichen völlig! Auch wenn ich dann schon Übelkeitsanfälle bekomme, wenn ich mich selbst im Spiegel betrachte.“
 
Mokuba grinste seinen Bruder von der Seite an.
„Ich finde sie stehen dir ausgezeichnet und außerdem gibt es auch viele Männer die Ohrringe tragen. Obwohl, dann bekommst du bestimmt noch mehr Angebote von Männern als sonst! Es stehen eben alle auf meinen großen Bruder...oder sollte ich doch lieber sagen auf meine große Schwester!“
 
Als er zwei Minuten später in seinem Bett lag bereute er seine Worte zu tiefst.
Nur weil Seto gleich eingeschnappt war und ihn auf sein Zimmer geschickt hatte verpasste er jetzt diesen geilen Aktion-film. So ein Mist.
Das bekam Seto noch zurück!
 
Währenddessen legte Seto sich schon seinen Schlachtplan für Morgen aus.
Wenn er Tea aus dem Weg ging und Turnschuhe trug hatte er vielleicht eine etwas größere Überlebenschance, aber schließlich war er ein Kaiba also sollte er das auch noch schaffen können.
 
 
 

 
^_^/))) *freu* Das zweite Kapitel ist fertig und dafür, dass wir fast alles in der Schule geschrieben haben ist es gar nicht so schlecht geworden. *g*
Schnuffeltier und ich hoffen es hat euch gefallen und wir freuen uns, euch im nächsten Kapitel wiederzulesen =^_^=
 
 
 
 
Fortsetzung folgt