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Tierasyl Teil 1 - 4

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RUHE....... irritiert sah Gabriel von seinem Buch auf und lauschte auf die Geräusche im Haus, nichts,.... STILLE! Das war mehr als verdächtig, denn seit heute Morgen war Yujo bei ihnen.
Und das hatten sie einem nicht weiter zu erwähnenden, weil sonst erwürgt werdenden, Vampir namens Kawa zu verdanken. Der hatte nämlich einen Hit angenommen und wollte nun seinen Schatz irgendwo ablagern, vorzugsweise an einem Ort wo er unter Aufsicht stand und sich gut amüsieren konnte.

Wie wäre es anders möglich - standen die beiden heute Morgen vor ihrer Tür, als ein halb nackter, ahnungsloser und argloser Gabriel zur Haustür ging, weil jemand Sturm läutete. Das erste was er danach realisierte war Kawa, der in voller Montur dastand und Yujo mit einem riesigen Rucksack, als wollte er eine Woche verreisen.
Tja und seit dem Moment war ständig Radau im Haus gewesen, sodass er sich am Abend hier her verkrochen hatte, wohl wissend, dass Yujo selten in die Bibliothek ging wenn er einen Pool zur näheren Auswahl hatte.
Doch nun war es still, zu still.

Santos, der bis eben noch dagesessen und gelesen hatte, oder besser: er hatte so getan und sich ein Buch vors Gesicht gehalten, dass es nicht so auffiel, dass er seinen Schatz anstarrte, sah auch etwas irritiert auf.

"Irgendwas stimmt hier nicht!", erklärte er und klappte das Buch zu. Er konnte nur hoffen dass keiner von ihm wissen wollte um was es bei diesem ... er sah auf den Umschlag ... Abenteuerroman in Science Fiction Stil eigentlich ging. Lauschend schloss er die Augen. Bis eben hatte er die Maus noch geschäftig auf der Treppe gehört, der Kleine hatte sich mit seiner Badeente vom Pool zur Küche aufgemacht, um sich dort den Bauch voll zu schlagen - nur gut, dass Kawa sich regelmäßig an der Wiederauffüllung des Eisschrankes beteiligte, so wie die Maus fraß!

Aber nun war weder von Yujo noch von der quietschenden Ente etwas zu hören. Das machte Santos Angst. Als die Maus das letzte Mal so still war, hatte er im oberen Schlafzimmer die Pornosammlung gefunden und sie hatten den Teppich reinigen lassen müssen.
Besser man sah mal nach.

Gabriel, nun doppelt aufgeschreckt durch Santos' Regen, verfolgte seinen Vampir mit den Blicken und nickte leicht. "Es ist zu leise, dafür dass ein YuYu im Haus ist.", murmelte er und sah zu, wie Santos zur Tür ging.
Konnte sich auch Gabriel nur zu gut daran erinnern was los gewesen war, als Yujo mal wieder zu leise gewesen war. Damals hatte sich Kawas Nager im Keller eingesperrt und dutzende Schwimmtiere aufgeblasen und damit den Pool bevölkert. Sie hatten Stunden zu tun gehabt die Dinger auszulassen, denn Yujo hatte mit anhaltender Hausbesetzung gedroht, wenn auch nur einem von seinen Schwimmis was zustoßen würde.

Und wenn man so eine kleine Maus war, brauchte man viele Schwimmtiere. Vielleicht hätte er auch auf die Badeinsel verzichten können, die den gesamten Whirlpool eingenommen hatte, dass er selber kaum noch zum whirlen gekommen war.
Aber das war vorbei.
Jedenfalls war Ruhe im Haus und das war nicht gut, nicht wenn man eine ... Santos sah zu Gabriel. "Eine unausgelastete, notgeile Waldmaus", verbesserte er seinen Schatz und schärfte seine Sinne. In der Küche war der Kleine nicht, aber so wie Santos es roch, standen die Utensilien zum Schmieren eines Sandwichs noch auf dem Tisch, was beim Lesen von Waldmausspuren so viel bedeutete wie: das Tier kommt noch einmal zurück, denn es ist noch nicht satt.
Nun hatte Santos also zwei Möglichkeiten - er konnte durch das Haus laufen und suchen oder sich in die Küche setzen und mit einem Mausenetz auf das kleine Nagetier warten.

Wobei Gabriel dem Ersten völlig und dem Zweiten auch sehr abgeneigt war, wenn er doch noch eine viel wirksamere und angenehmere Art gab derartige Tierchen sicher anzulocken, nämlich dessen Vorliebe fürs Spannen auszunutzen.
Diese Idee trug Gabriel seinem Vampir gleich mal vor und konnte sich ein gemeines Grinsen nicht verkneifen. "Die Bibliothek hatten wir noch nicht.", hauchte Gabriel leise und legte sein Buch zur Seite.
Nicht ohne vorher jedoch ein Lesezeichen einzulegen, er wollte ja später noch weiter lesen, war das Kamasutra immer wieder eine lohnende / inspirierende Lektüre.

Und nun wusste der geneigte Leser auch, warum Santos lieber seinen Schatz beim Lesen beobachtet hatte, als selbst zu lesen.
Er ließ sich auf die Couch gleich neben der Tür fallen, auf der man wunderbar lümmeln konnte und es sich beim Lesen bequem machen, sah aber nachdenklich dabei aus.
"Das Kleine hat gefuttert, jetzt wird es entweder ein Verdauungsschläfchen machen oder auf dem Klo rumlungern", lachte Santos, der Yujos Angewohnheit, nach dem Essen gleich auf dem Thron zu verschwinden, doch schon recht merkwürdig fand, um nicht zu sagen bedenklich. Aber der Tierarzt meinte, das wäre schon okay und sie sollten sich keine Sorgen um den kleinen Nager machen. Na wenn der das sagte!

"Es kann also ne Weile dauern, in der wir nicht wissen was er macht!", gab er zu bedenken und das gefiel ihm immer noch nicht wirklich. Er sah seinen Schatz fragend an und zuckte die Schultern. Nicht dass er was dagegen hätte Gabriel zu vernaschen, seit Monaten tat er Tag und Nacht nichts anderes, ein Wunder, dass sein Freund in der Uni nicht einschlief.

Aber was wenn die Maus nicht darauf ansprang? Er hatte nicht so feine Sinne wie Santos, würde es kaum mitbekommen, wenn er zwei Etagen tiefer im Wasser hockte und planschte, wieder unterging und alleine nicht an den Rettungsring kam, der extra für solche Mausrettungsaktionen gekauft worden war. Die Maus war nämlich schon mal eine ersoffene Maus gewesen, und das in knietiefem Wasser. Wie der Kleine DAS geschafft hatte, war heute noch ein Rätsel und ein gut gepflegtes Geheimnis.

Doch normalerweise konnte man sich auf den mauseigenen Radar verlassen, mit dem Yujo herausfand wer wo grad wen vernaschte, hatte er ja auch dadurch seinen Kawa kennen gelernt, auf damals eher beängstigende Art und Weise wie man zugeben muss.
Grinsend sah Gabriel zu dem weißhaarigen Vampir und strich sich über das Shirt, das seinen Oberkörper bedeckte. "Glaubst du wirklich er bekommt zum ersten Mal nicht mit wenn wir was machen? Das sollten wir dann in den Kalender eintragen." Bisher hatte es Yujo nämlich noch immer geschafft genau dann anzurufen, herzukommen, die Tür aufzumachen usw., wenn Gabriel Santos vernaschte oder umgekehrt, oder was noch schlimmer war, wenn beide gerade im Orgasmus gefangen waren.
DAS hatte die Maus aber bisher nur einmal geschafft und war daraufhin kopfüber in den Pool geworfen worden.

Dieses Mal allerdings mit Schwimmring, man konnte ja nie wissen wie Kawa reagieren würde, wenn der heim käme und irgendwas würde fehlen - zum Beispiel eine Maus im Bett. Santos war sich irgendwie sicher, dass das auffallen würde, weswegen Yujo nur noch nach Sicherheitsbestimmungen in den Pool geworfen werden durfte, um seinen Zögling nicht zu verärgern, der sich meistens damit rächte, die Maus für länger hier abzugeben, um den Kleinen darben zu lassen, bis er richtig geil wurde und das dann schamlos auszunutzen.

Santos seufzte. Was hatte er sich da nur ins Haus geholt?
So ließ er sich nach hinten überkippen und sah sich Gabriel an, der gerade dabei war, sein Shirt etwas hochzuschieben. Santos machte große Augen und grinste, vergessen war die Wandermaus irgendwo in seinem Haus. Wenn was passierte würde das Kleine schon brüllen wie am Spieß, war ja auch nichts Neues. Denn auch das hatte Yujo schon geschafft, dass Gabriel und er selbst wie die Irren hoch erregt durch das Haus liefen, nur um die Maus im Pool zu finden, wo er gerade Titanic und Eisberg spielte und er - also der Eisberg - sich böse an der Titanic - einer leeren Plasteschüssel - das Knie gestoßen hatte und nun fast an Blutverlust starb. Das jedenfalls war Yujos Sicht der Dinge gewesen.

Doch darüber und ähnliche Sachen wollte Gabriel nun nicht mehr nachdenken. Die Maus würde schon, angelockt durch ihr Liebesspiel, wieder auftauchen und sicher, darauf konnte man Gift nehmen, im ungeeignetsten Moment hereinwirbeln.
Vorzugsweise wenn er damit die komplette Stimmung verdarb, doch mittlerweile waren Santos und, ja, auch Gabriel, schon so abgehärtet gegenüber solchen Störfaktoren, dass sie die Maus meist Maus sein ließen.
Langsam strichen seine Finger über den Bund der hautengen Jeans, wanderten dann über den flachen Bauch und zogen anmutige Kreise um den Bauchnabel, stippten leicht hinein und er bog sein Kreuz durch.
Ließ der Große seinen Vampir dabei nicht aus den Augen und leckte sich langsam, aufreizend über die Lippen.

"Oh Babe, du weißt wie du mich bekommst", gurrte Santos und streckte die Arme aus. Auch er hatte sich daran gewöhnt, dass ein gewisses Ungeziefer immer dann störte, wenn es richtig störte und allein die Tatsache im Hinterkopf, dass es wieder passieren würde, machte ihn kribbelig!
Das war so wie mit schlechter Milch, wo jeder wusste, dass sie stank und doch dran roch. So war es mit der Maus - genau so. Okay, er roch nur ganz selten wie saure Milch und auch nur dann, wenn die Fieslinge, die sich Freunde nannten, ihn abgefüllt hatten und der Kleine sich alles noch einmal hatte durch den Kopf gehen lassen. Aber unter normalen Umständen ... Santos schüttelte den Kopf, was hatte ihn so aus der Bahn gebracht?
Ah - Finger die sein Hemd aufknöpften, Finger die nicht seine waren und sein Hemd aufknöpften!
"Okay, locken wir die Maus an", lachte er und zog Gabriel auf sich, um die weichen Lippen zu kosen.

Der schubberte gleich mal zielsicher über Santos' Schoß und räkelte sich leicht. Seine Finger arbeiteten dabei flink weiter und konnten schon kurz darauf über nackte Haut streichen.
Zart kratzte Gabriel mit den Nägeln über den Brustkorb seines Vampirs, hinterließ für wenige Herzschläge rote Spuren, die wieder verblassten. Er liebte dieses Spiel, das drohende Grollen, das dem Vampir dabei entfleuchte und sie beide anstachelte. "Na, was willst du denn, dass ich mache?", neckte Gabriel und ließ sich von Santos herab gleiten, hockte sich vor ihn hin und legte den Kopf auf einen der Oberschenkel, kratzte mit den Nägeln über den dunkelroten Samt der Hose.

"Die Maus fangen und wegsperren, damit ich dich mal ohne Unterbrechung in den Teppich drücken kann", erklärte Santos und lachte, weil Gabriel die Augen verdrehte. Seine Hand strich über das Gesicht, dass auf seinem Schenkel lag und er erschauerte, wie die blauen Augen ihn ansahen, wie sie strahlten und funkelten.

Er liebte diese Augen, eigentlich alles an Gabriel - genau genommen liebte er Gabriel. Santos grinste. Dann zuckte er kurz. Die Maus war aufgetaucht, er schleifte irgendwas hinter sich her. Santos wusste nicht was es war, aber zusammen mit dem Teppich auf der Treppe machte es schleifende Geräusche. Räumte die kleine Hilfsratte sein Haus aus?
Aber dann war der Gedanke auch schon wieder verdrängt, weil kräftige Hände die Schenkel liebkosten und am Gesäß anlangten.

Um Santos' Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken knöpfte Gabriel langsam einen Knopf nach dem anderen auf, grinste vielsagend und dreckig, als er gleich auf die bloße Haut kam, ja wann hatte sein Vampir denn damit angefangen?? Tief sah Gabriel in die goldenen Augen seines Geliebten und leckte dabei probierend über die Haut knapp über dem Schamhaar. Mit jedem weiteren Knopf wanderte seine flinke Zunge weiter hinab, bis er über den Schaft lecken konnte. "Vielleicht sollten wir ein Verlies anlegen, für neugierige Mäuse.", überlegte Gabriel dabei laut und wiederholte seine Tätigkeit.

Santos schloss nur die Augen und seufzte leise. Er sah gar nicht ein warum er sich in seinen eigenen vier Wänden zurückhalten sollte. Und außerdem waren sie auf Nagetierjagd, wollte eine verwöhnte und sexbessene Maus anlocken. Da musste er schon ein bisschen was bieten, die Maus ließ sich schon lange nicht mehr durch einen vorgetäuschten Geschlechtsverkehr aus seinem Versteck locken!

War das peinlich gewesen, als sie stöhnend auf der Couch gesessen hatten und die Maus aus der Küche gerufen hatte, dass er sich nicht verarschen lassen würde. Ja ja, blöde war der Nager nicht.
"Haaa", entwich es Santos, als er ganz sanft Zähne spürte, die sein Geschlecht aus der Hose sortierten, um der ihn kosenden Zunge mehr Raum zu bieten.

Wanderte die nämlich gerade über die Hoden und neckte dort das weiche Fleisch, schabten Zähne zart über die feine Haut und bissen dann kurz in die Innenseite des Oberschenkels, entlockte Gabriel seinem Vampir so einen kurzen Schrei.

Sein Dank waren lange, schlanke Finger, die sich in das schwarze Haar gruben und leicht zu kraulen begannen. Sie wurden immer nervöser, immer schneller je weiter sich die knabbernden Zähne wieder seiner Männlichkeit näherten.
Santos' Atem war bereits merklich schneller geworden und er musste grinsen. Dabei hatte er Gabriel erst heute Morgen genießen dürfen, kurz bevor die Maus abgegeben worden war, weil Kawa Angst hatte, dass der Kleine sich dann doch noch aus lauter Einsamkeit einen Eisbären ins Haus liefern ließ oder eine Ziege bei Ebay ersteigerte. Und wer glaubt, dass so was nicht ginge, der kannte die Maus noch nicht!
"Gaa...be!", keuchte Santos lauter. Denn seinem Schatz schien das Interesse des Vampirs abhanden gekommen zu sein und so forderten zarte Finger zwischen seinen Beinen es zurück.

Diese legten sich immer enger um die Hoden und massierten leicht, während warme Lippen abwechselnd über den Schaft kosten und Gabriel seine Zähne unvermittelt immer wieder in die zarte Haut des Oberschenkels senkte, dort rote Bissspuren hinterließ, die nur langsam wieder verblassten.
So lenkte er die Aufmerksamkeit wieder auf sich und seine Bemühungen, wäre ja noch schöner, wenn sein Vampir das nicht zu schätzen wüsste.
Aufreizend streckte Gabriel seinen Po hoch, während er mit dem Oberkörper schon fast auf Santos' Beinen lag, diese somit fixierte und sich den nötigen Freiraum für sein Spiel verschaffte.

Er hatte Santos völlig in seinen Bann gezogen, hörte ihn nur lustvoll seufzen und spürte die Hände auf seinem Rücken, wie sie gierig an seinem Shirt zerrten, als ein Blitz die Bibliothek erhellte.

Davon merkte Gabriel, der gerade aufreizend seine Lippen über den harten Schaft gleiten ließ und die Augen dabei geschlossen hatte, nicht viel. Er trank das heisere Stöhnen seines Geliebten und die dunklen Schreie, wenn er sich wieder mit den Zähnen in das umliegende Fleisch grub, gegensätzlich sanft danach wiederum die harte Männlichkeit in seinen Mund gleiten ließ und mit der Zunge umspielte.

Das, was Gabriel nicht bemerkt hatte, was sich aber heimlich durch die Hintertür zwischen den Regalreihen in die Bibliothek geschlichen hatte, war die vollgefressene und sich zu Tode langweilende Maus, der mit seiner neuen Digitalkamera, die ihm Kawa letztens gekauft hatte, weil er seine Statikprüfung wider Erwarten doch bestanden hatte, experimentieren wollte.

Da es ihm strengstens verboten war mit vollem Bauch schwimmen zu gehen und er seit seiner Absaufaktion darauf auch hörte, hatte sich die Waldmaus, wie schon erwähnt, zu Tode gelangweilt, war durch das Haus geschlichen und hatte versucht Gabe zu ärgern oder Santos zu nerven - zwei seiner Lieblingshobbys, wenn Kawa nicht da war - dicht gefolgt von "Mit Cole sich betrinken gehen". Aber Cole war übers Wochenende mit seinem Babe unterwegs, leider.

So musste sich die Maus alleine beschäftigen, und als er alle Räume durch hatte, niemanden gefunden und nur noch die Bibliothek übrig blieb, da war selbst der Maus klar, dass die beiden dort zusammen drin waren.
Und was taten Gabe und Santos wenn sie länger als drei Minuten zusammen in einem Zimmer waren?

Mit einem blöden Grinsen und seiner Kamera, übrigens selbst auch nackt, war er also rein geschlichen und hatte beschlossen, genau heute seine Karriere als Fotograf zu starten. Sein erstes Projekt sollte seine Foto-Love-Story sein, die er an ein paar Verlage schicken wollte.
Und wieder drückte er auf den Auslöser, als Gabriels Zunge atemberaubend sinnlich über Santos' harte Länge strich.
Dann kroch die Maus wieder unter das Regal, sodass nur noch der nackte Hintern vorguckte.
Aber die beiden Anderen waren so in Ekstase, dass sie auch diesen Blitz nicht bemerkten.

Denn Gabriel wand sich gerade aus seinem Shirt, das ihm Santos schon halb über den Kopf gezerrt hatte und versuchte gleichzeitig mit den Fingern weiter über die empfindliche Haut zu necken. Grollte er selber kehlig auf, weil der Vampir mit den Nägeln über seinen Rücken fuhr und die Haut leicht verletzte.

Gabriel drückte sich den Fingern entgegen, wusste nur zu gut, was sein Schatz nachher machen würde, wenn er, aus der Ekstase aufgetaucht, mitbekam, dass er ihn schon wieder blutig gekratzt hatte, und er, Gabriel, erschauerte schon in Vorfreude.
Artete es in einem unbeschreiblichen Genuss aus, wenn Santos ihn dann hielt und immer wieder über die Kratzer und Wunden leckte, wie eine große Katze. Meist konnte sich sein Geliebter dann nicht beherrschen und biss auch immer wieder nach, puschte sie so immer wieder höher.

Aber im Augenblick war es Gabriel, der sie beide trieb und forderte, oder besser: er forderte Santos und trieb ihn an und selbst folgte er seinem Geliebten, weil dessen Hände überall und nirgends die feuchte Haut kosten, seinen Geliebten noch mehr antrieben.
Vergessen war die Maus, vergessen war die Sorge, ob die kleine Mistkröte voll gefressen im Pool ersoffen war. Im Augenblick zählte nur der Hochgenuss, den Gabriel ihm zu schenkenbereit war.
Wieder erhellte ein kurzer Blitz das Zimmer.




- 2 -

Gabriel blinzelte, hatte da gerade was das Zimmer erhellt? Aber ein dunkles Stöhnen von Santos trieb diese Gedanken wieder weit weg von Gabriel und er schloss die Lippen fest um den heißen Schaft, strich langsam und mit anwachsendem Druck nach unten und schluckte immer wieder.

Santos wurde fast schwarz vor Augen ob der Intensität der Berührungen. Er hatte alle Sinne hinab gefahren, hatte versucht sich so gut es nur ging von diesen Eindrücken zu lösen, weil er die Erfahrung gemacht hatte, dass zu intensive Sinne bei derart nervenaufreibendem Liebesspiel zu Nervenüberladungen führen konnte und das war schmerzhaft. So konzentrierte er sich nur noch auf das Fühlen, stöhnte immer lauter auf, als sich Gabriels Kehle um die Spitze verengte.
Der Mensch hatte schon viel zu viel gelernt!
Eindeutig.
Erst als er trotz der geschlossenen Lider einen grellen Blitz wahrnahm öffnete er die Augen und ... blickte die grinsende Maus an, die neben dem sich immer noch mühenden Gabriel stand und fleißig wie ein Tourist Fotos machte: von Santos' Phallus, von Gabriels Hintern, von Santos' Gesicht, eine Oral-Verkehr-Großaufnahme. Alles was das Mauseherz begehrte und Geld bringen würde.
"Bin gleich fertig", erklärte Yujo und setzte wieder die Kamera an, dieses Mal versuchte er Gabes Gesicht zu erwischen, der noch immer mit Hingabe leckte und Santos konnte nur die Maus anstarren!

Dabei verkrallte er sich so in Gabriels Haaren, dass der aufsah und den nächsten Blitz mitten in die Augen bekam. Blinzelnd versuchte der Große wieder klar zu sehen, weil nur noch Sternchen sein Gesichtsfeld füllten und ihn schwindeln ließen.
Was zum Teufel????

"Och Gabe, du guckst total doof", moserte die Maus auch gleich los, der das Bild auf dem Display der Digi-Cam überprüfen wollte und es zum Beweis Gabriel unter die Nase hielt. "So guckt doch keiner, der seinem Schatz einen bläst. Du guckst wie ein Mondkalb, los noch mal!", legte die Maus fest und versuchte wirklich allen Ernstes Gabriels Kopf wieder in Santos' Schoß zu drücken.
Der Vampir saß noch immer nur paralysiert da und versuchte zu ergründen, ob DAS hier real war! Denn solche krassen Sachen träumte er nur, wenn er zu fett gegessen hatte.

Auch Gabriel realisierte die Situation nicht gleich, guckte auf Santos, dann wieder zur Maus und wieder zurück zu seinem Vampir, bis ihm aufging, dass eine der beiden Personen nicht hier sein sollte.
Vor allem nicht jetzt und auch noch mit...... einem Fotoapparat.
Gabriel schnappte nach Luft und versuchte nicht einen Schrei loszulassen, okay sie hatten sicher sein können, dass das Ungeziefer hier auftaucht, aber Fotografierenderweise???
Er schoss hoch und schnappte nach der Maus, dabei meldete sich Gabriel' Gehirn, dass besagter Nager doch sehr spärlich bekleidet war oder besser gesagt nackt und er lenkte seine Hand um und versuchte gleich auf den Fotoklickser los zu gehen.
Beweise vernichten.

Aber so leicht wie er sich das vorgestellt hatte war es dann doch nicht, denn im Gegensatz zu Gabriels funktionierte das Maushirn im Augenblick ohne den Einfluss von Hormonen und realisierte ganz genau, was sein Freund da vorhatte. Mit einem ohrenbetäubenden Quieken ergriff die Maus die Flucht, so dass das Mauseschwänzchen nur so gegen die Beine klatschte und versuchte sich unter einem Regal zu verstecken.
Santos indes kam nur langsam zu sich, wurde etwas rot und sortierte alles was in die Hose gehörte auch wieder dort hin. Nicht dass er prüde war, aber wenn eine Nacktmaus im Zimmer rum rannte und Fotos schoss, war es nicht gerade ratsam mit einer rot pulsierenden Erregung, die stand wie eine Eins, in der Gegend herumzusitzen - zu groß war die Gefahr auf Speicher gebannt zu werden und was die perverse Waldmaus damit vorhatte, wollte er gar nicht wissen.
Hätte das Vieh nicht einfach nur absaufen können? Aber nein! Sie haben ihn ja unbedingt anlocken müssen.
Und wo war die Kröte eigentlich? Kawa würde sich was anhören können! Leinenzwang für Mäuse - ab sofort!

Gabriel hatte überrascht zugesehen, wie Yujo um eines der Regale flitzte und kurz darauf nur noch der blanke Po drunter rausguckte, blinzelnd stand er auf und sah zu Santos, der fluchend die Knöpfe seiner Hose schloss.
Autsch!!
Dafür würde der Nager büßen, aber hallo, sehr lange, sehr qualvoll und vor allem würde er Kawa umbringen.
Danach behielt Gabriel den Blick wieder auf der Maus, der noch immer versuchte weiter unter das Regal zu gelangen, zu seinem Pech war die Wand aber im Weg, sodass er nicht gänzlich unter dem Holz verschwinden konnte. Dies entlockte dem Großen ein gemeines Grinsen und er trat neben den blanken Hintern.

Sich in Sicherheit wähnend stellte Yujo seine Kamera ab und quiekte noch im selben Moment auf, als irgendjemand - man konnte davon ausgehen, dass es ein sexuell frustrierter Gabriel war - auf den kleinen, blanken Maushintern klatschte, dass es bestimmt rote Striemen gab.
Freilich fing die Maus auch gleich an nach Kawa zu rufen, aber so gute Ohren der Vampir auch hatte, DAS würde wohl selbst der nicht hören.
Und die Mausquäler hatten freie Hand mit dem armen, kleinen Tierchen ...
So konnte die Maus heulen und kreischen wie er wollte, er wurde gnadenlos an einem Hinterlauf gepackt und unter dem Regal ans Tageslicht hervorgezerrt, ohne Rücksicht auf Verluste, sprich: Mauseschwänzchen, die über den Teppich geschleift wurden!

Gabriel stutzte erst, als die Maus plötzlich nicht mehr kreischte, zeterte und schrie, sondern unterdrückt aufstöhnte.
Was war denn das jetzt bitte schön?
Das konnte aber mal nicht wirklich sein.
Verwundert sah der Große zu seinem Vampir und blickte den fragend an. "War's das, was ich glaube?", fragte er leise und sein Blick fiel dabei auf die verwaiste Kamera.

"Lass endlich los!", riss ihn eine mosernde Motzmaus aus seinen Gedanken, denn Gabriel hielt immer noch einen Hinterlauf in seiner Hand und hinderte die Maus so nicht nur daran zu entkommen oder sich aufzurichten, sondern schleifte den noch immer samt seinem Lieblingskörperteil über den weichen Flauschteppich, den ein gewisser Vampir hier in der Bibliothek mit weiser Voraussicht hatte verlegen lassen. Nicht auszudenken was passieren würde, wäre das raue Auslegware gewesen. Aber so grinste die Maus nur selig und stöhnte verhalten, während Gabriel besagtes Tier zwischen den Regalen vorschleifte und anklagend Santos entgegen hielt.
Der wehrte die Hände ab und schüttelte den Kopf. "Du wolltest Sex, um die Maus anzulocken", lachte er und sah wie sein Schatz errötete, was in der letzten Zeit leider viel zu selten vorkam.
Und besagte Maus zappelte und strampelte. Nicht dass Gabe noch auf die Idee kam ihn wie eine richtige Maus am Schwänzchen zu packen! Musste ja nicht sein, auch wenn's abstand!

Doch das konnte sich Gabriel verkneifen, würde er viel, viel lieber das Schwänzchen seines Vampirs wieder ... prompt lief er noch röter an und versank mit schmutzigen Gedanken in den goldenen Augen von Santos.
Dabei ließ er aber Yujo noch immer nicht los, sondern blieb mit seiner Beute vor Santos stehen. "Na gefangen haben wir sie ja.", murmelte Gabriel abgelenkt und strich dem Vampir eine Strähne hinters Ohr.

"Und wenn du noch ne Weile dran zerrst, dann fehlt ein Bein und Kawa will ihn dann nicht wiederhaben, ganz toll Schatz", lachte Santos, sah auf die Maus, der gerade wüst die Backen aufblies und sich zu ereifern versuchte und legte seine Hand in Gabriels Nacken.
Noch immer sah er auf den Jungen, der etwas unbeholfen auf dem cremefarbenen Teppich lag und erklärte, dass auch er selbst nicht wirklich begeistert wäre, wenn ihm ein Bein fehlen würde, es würde sich mit nur einem nämlich ordentlich blöd Treppen steigen und außerdem wäre das, was diese bösen Männer mit ihm machen würden, Mausschändung und das würde beim Tierschutzbund angezeigt.
Aber so richtig hörte keiner zu.

Gabriel senkte seine Lider und sah dabei weiterhin in das glänzende Gold, die sanft streichenden und kraulenden Finger in seinem Nacken schickten viele kleine Stromstöße durch seinen, durch ihr vorheriges Tun, erhitzten Körper.
"Santos??", flüsterte er leise und verstärkte seinen Griff um das Mausebeinchen, als die schlanken Finger über eine Halsseite wanderten und die feine Haut hinter seinem Ohr neckten.
Wen sein Vampir so weiter machte, wäre ihm die Maus bald Maus und er würde den Nager nur noch loswerden wollen, was auch nicht so gut wäre, weil ja besagter Kawa das Vieh wiederhaben wollte.

Und eben jenes Vieh erklärte gerade ziemlich ungehalten, dass gleich sein Fuß absterben würde, so sehr wie Gabriel zudrücken würde. Das war ja absolut kein mausfreundlicher Haushalt, das war ja lebensgefährlich für kleine Reportermäuse. Erst hieß es immer: such dir ein Hobby, lauf uns nicht immer nach - beschäftige dich mal mit dir selber! [Heute wusste die Maus übrigens, dass dieser Satz nicht auf Waldmausisch "Hol dir im Wohnzimmer beim Porno einen runter" heißt. Er wollte sich an diesen Vorfall, als er allein im Haus war und Gabe und Santos früher heim kamen als geplant, nicht erinnern.]
Im Augenblick baumelte er sinnleer in der Gegend herum, wie so oft, nur dass gerade ein Hinterlauf wehtat, dass er sich nicht anders zu helfen wusste, als Gabriel ordentlich durch den Stoff seiner Hose in die Wade zu beißen.
Santos grinste nur.

Gabriel jaulte auf und riss seine Arme in die Höhe, an einem der Beiden hing, weil ja noch immer festgehalten, eine nun noch lauter zeternde Maus, der auch noch wild zu fluchen anfing.
Unser Großer jedoch hüpfte ein wenig herum und sah dann auf das bissige Tierchen, das halb hing und halb lag, wurde prompt wieder rot, weil ja Yujo noch immer nackt war, das Mäuseschwänzchen noch immer stand.
Was war denn das für ne perverse Maus?
Gabriel zog die Brauen zusammen und schüttelte Yujo leicht durch und der ließ den Fotoapparat am Boden liegen, um dem Dunkelhaarigen mit den Fäusten auf die Zehen zu schlagen.
Fehler, großer Fehler, weil Santos - aufgeweckt durch das leise >bling< des Gerätes - zu dem hinguckte und es alleine und schutzlos vorfand, während sich die Maus noch mit Gabriel balgte.

So nahm er die Kamera erst einmal an sich. Er wusste, dass es das klügste wäre, die Bilder so fort zu löschen, alle Spuren zu beseitigen und dafür zu sorgen, dass die kleine, bissige, um sich schlagende, perverse Waldmaus das Ding nie wieder bekam.
Andererseits gehörte es ja Yujo und der würde bei Kawa Verluste anmelden. Aber noch war Kawa nicht da und erst wollte sich Santos die Bilder ansehen und entscheiden, ob er selbst nicht doch eines davon vergrößern ließ für sein Schlafzimmer - ihm schwebte da ein gewisser Hintern vor.
Santos grinste dümmlich, steckte die Kamera in die Hosentasche und sah weiter belustigt zu, wie Gabe den Arm mit der Maus weit von sich streckte und so versuchte, dass der Junge ihn nicht traf, vergebens - denn die Maus war ja auch nicht doof und fing einfach an mit dem zweiten freien Bein zu treten, das war länger als ein Arm und traf irgendwann einen noch nicht befriedigten Schritt.

Das hatte erstens zur Folge, dass die Maus sehr, sehr unsanft losgelassen wurde und auf dem Boden fiel, und zweitens, dass Gabriel stöhnend zusammen sackte und gepeinigt die Augen schloss, sich der große Körper zusammen rollte und nur ein unterdrücktes Wimmern über die nun fahlen Lippen brach.

Santos sank sofort in die Knie und strich Gabriel über die feuchte Stirn. Er wusste nur zu gut wie sehr so etwas schmerzen konnte. Es tat ja schon ordentlich weh unter normalen umständen dort getreten zu werden, aber erregt war das doppelt grausam.
Allerdings nutzt die Maus seine Chance sich aus dem Staub zu machen, aber anstatt, dass der Nager wusste wann genug war und sich verdünnisierte, um nicht doch noch ersäuft zu werden oder um ein Bein erleichtert, kroch er wieder zurück zum Regal, um - Nase auf den Teppich, Hintern hoch - seine kleine Kamera zu suchen.
"Gabe", flüsterte Santos leise und versuchte vorsichtig, sich an der Hose seines Freundes zu schaffen zu machen, hörte nur die Maus fluchen und suchen und wühlen und graben.
"Schatz, soll ich dir die Hose ausziehen und einen kalten Lappen holen?"

Gequält blinzelte Gabriel und schüttelte nur wenig den Kopf. "... ins Badezimmer... kalte Wanne...", bat er Santos und zischte, als sein Vampir einen Arm unter seinen Beinen durchfädelte, um ihn hoch zu heben. Schmerzhafte Blitze schossen dabei durch sein Hirn und er schloss erneut die Augen. Im Augenblick konnte Gabriel nicht mal auf die Maus fluchen, weil er nicht so viele Gedanken zusammen bringen konnte.

Aber von all dem bemerkte der Suchnager nichts, wühlte und fluchte, während Santos mit seiner geliebten Last die Bibliothek verließ und zum Bad strebte.
Er selbst hasste kaltes Wasser und wusste, dass so was mal sein Tod sein würde. Aber Gabriel duschte auch kalt, der konnte das ab. Deswegen machte er sich nicht wirklich Gedanken.
Um seinem Schatz nicht wehzutun, setzte er ihn erst mal mit Klamotten in die Wanne, die mehr einem Pool glich und eigentlich sehr bequem war, durch Treppen wurde die in dem Boden versenkte Wanne betreten.
Dann gab er seinem Freund die Brause in die Hand und drehte vorsichtig auf, sollte der entscheiden wo das Wasser hinlaufen sollte.

Gabriel hielt den Brausekopf erst mal zur Seite und ließ das Wasser laufen. O.k. er mochte kaltes Wasser, aber so auf Hop und voll drauf wäre der Schock doch zu groß. Langsam und mit noch leicht zittrigen Fingern lenkte Gabriel den Strahl auf seine Oberschenkel, nässte so seine Hose durch und arbeite sich bis zum Schritt vor.
Gepresst entwich ihm die Luft, als das Wasser auf seine schmerzende Erregung traf. Er versuchte die Knöpfe zu öffnen und sah dann bittend seinen Vampir an.

Ohne ein Wort nickte der nur lächelnd. Es gab Dinge, um die musste Santos nicht gebeten werden. So öffneten seine geschickten Finger vorsichtig die Knöpfe der Jeans und legten den Schritt frei, dann begann der Vampir langsam, die Hose über die Beine zu ziehen, was sich als schwieriger heraus stellte als gedacht, denn der nasse Stoff klebte ordentlich.
"Die Wildmaus ist gefährlicher als ich dachte", murmelte er und sah sich um, ob besagtes, gefährliches Tier nicht vielleicht gleich hinter ihm stand. Die Kamera hatte er ja noch in der Hosentasche, aus der Richtung war also keine Gefahr zu erwarten. Aber wer wusste schon, was eine gelangweilte, unausgelastete Maus als nächstes ausheckte.
"Wir hätten ihn ins Tierheim bringen sollen", nuschelte Santos und grinste bei dem Gedanken, wie die Maus hinter Gittern hockte und über seine Schadtaten nachdachte.

Schandtaten - na der war gut!
Das war einfach nur der Mausinstinkt, der Instinkt eines Wildtieres. Es hatte Hunger gehabt und sich satt gefuttert, hatte sich überlegt nicht Baden zu gehen, wenn er so voll gefuttert war um nicht sang- und klanglos unterzugehen - alles Selbsterhaltungstrieb! Ein Instinkt jedes Tieres.
Und seine Spannermaus-Gene hatten dann ordentlich zugeschlagen, als er sich denken konnte, womit sich die Anderen die Zeit vertrieben - im wahrsten Sinne des Wortes! Nichts Überraschendes also, dass die Maus da gucken kam! Ein absolut natürliches Verhalten, auf dass Gabe langsam mal eingestellt sein sollte.
Und eine Maus am Bein zu ziehen war keine artgerechte Haltung, sondern Mausmisshandlung!

Na gucken ging ja noch, da konnte die Maus nicht viel anstellen, aber gleich ne Fotoserie anlegen?? Das war mal ganz was anderes.
Wie konnte die Maus denn erwarten, dass sich Gabriel - grad dran gewöhnt, dass der Nager öfter mal bei ihnen reinplatzte, wen sie grad am Poppen waren - freuen würde, wenn das Tier ihn in Nahaufnahme verewigte, während er seinem Schatz einen blies?
Ja wo wären wir denn da?
Kawa sollte seiner Maus mal ein paar Gay-Pornos schenken, wenn der nie ausgelastet war, und am besten auch noch ne Plasteunterlage, damit er nicht jedes Mal der Boden schmutzig machen würde beim Gucken.
Doch darum scherte sich besagter Gabriel gerade weniger, denn er biss noch immer die Zähne zusammen und kühlte weiter seinen lädierten Schritt.

Santos hockte auf dem Wannenrand und sah seinem Freund dabei zu. "Soll ich die Nummer vom Pfötchenhotel raussuchen?", fragte er grinsend und stellte sich nun auch dieses Bild noch vor: die Maus in einem Glaskäfig, dass man ihn immer schön beobachten konnte und er ja keinen Mist machen konnte, während man sich keine Sorgen machen musste, ob er sich nicht gerade wieder selbst ersäuft oder den Teppich versaut oder unter dem Bett lauert, um dann die quietschenden Bettfedern zu imitieren - nicht fragen, alles schon da gewesen!
"Ich glaube in der Nähe von Heathrow war ein schönes, dort nehmen sie nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Nagetiere auf, hab ich in der Werbung gesehen."
Irgendwie gefiel ihm der Gedanke gerade richtig gut!
Nur ob die Maus da mitspielen würde?

Würde er ganz bestimmt nicht!
Aber so lange Yujo nicht wusste was Santos plante und man den Kleinen, wenn man ihn erst einmal mit dem Versprechen eines Besuchs im Drive in einer renommierten Fastfood-Kette im Auto hatte, konnte man ja immer noch die Türen verriegeln und in Richtung Heathrow fahren - was die Maus nicht weiß, macht die Maus auch nicht heiß, ganz einfach.

Und eine heißgelaufene Maus, in welcher Art jetzt auch immer, konnten sie nun überhaupt nicht gebrauchen. Gabriel sah zu, wie Santos prüfend über seinen lädierten Schritt strich und zischte den Vampir an. Dank dem Ungeziefer würden wohl für mindestens zwei Tage, wenn nicht länger, alle anregenden Tätigkeiten untersagt bleiben.
Zumindest schrieen das seine Schmerzen, die Gabriel hinunterschluckte und sich mit Mordgedanken über ein gewisses Nagetier über Wasser hielt, auch ihm gefiel die Idee mit dem Tierheim nicht so schlecht, wäre das auf jeden Fall zu überlegen.
"Keine dumme Idee, Santos.", nickte der Dunkelhaarige schließlich, der Einfall seines Geliebten gefiel ihm sogar noch besser, als er daran dachte, das der Inhalt der alten Holzkiste - geneigte Leser erinnern sich vielleicht an besagtes Spielzeug aus der ersten Mauseentführung - dann auch noch länger unbenützt bleiben würde.
Dabei hatte ihm der Inhalt sehr viel gute Ideen beschert, die er eigentlich heute mit seinem Vampir hatte ausprobieren wollen.

Doch dank der Selbsterhaltungsmaßnahme einer gewissen Maus hatte sich das für die nächsten Tage von der Tagesordnung verabschiedet.




- 3 -

Santos grinste nur etwas schief. "Na ja, wir können ihn da ja nicht einfach so abgeben. Kawa bringt uns beide um. Bedenke, dank Leondros Blut hat er mittlerweile fast meine Fähigkeiten und wenn er schlechte Laune hat und seine Maus sucht und nicht findet, dann treibt ihn der Triebstau sicher in die Sparte eines Amokläufers", überlegte der Vampir. "Wir haben gerade renoviert, ich will keine Blutspritzer an der Tapete."
Nicht dass er Probleme damit hätte, das kleine Mistvieh zu packen und zur Not im Bus zum Tierheim zu schaffen. Schließlich würde er die nächsten 48 Stunden auf dem Trocknen sitzen - im wahrsten Sinne des Wortes.
Aber war das damit zu entschuldigen, dass Kawa ihn lautlos umbringen würde, wenn der kam und seine Maus nicht hochgradigst erregt auf seinem Bett saß?
"Geben wir ihm heute noch mal ne Chance", wiegelte Santos ab und grinste schief, als er wieder sanft über ein sich rötendes Körperteil bei Gabriel strich.

Zum Glück aber brachte die nähere Inspektion zutage, dass zumindest keine Adern geplatzt waren. Das wäre noch um einiges schmerzhafter und würde wohl noch länger brauchen um abzuheilen. Sich mit einer Hand am Wannenrand abstützend stand Gabriel langsam auf und tastete mit der anderen nach dem Wasserhahn, stellte ihn ab und stieg dann auf den Vorleger.
"Na gut, aber die Idee merken wir uns.", stimmte Gabriel leise zu, legten ihm die kühlen Hände seines Geliebten schon ein Handtuch um die Hüften und begannen ihn langsam und, was noch wichtiger war, vorsichtig, abzutrocknen. Lächelnd ließ er sich das nur zu gerne gefallen.
Also kam die Maus heute wieder mal ohne Strafe davon, aber auch er hatte eher wenig Interesse daran, dass sich sein Vampir und Kawa ernsthaft zofften. Gabriel hatte noch zu gut das Bild vor Augen, als die beiden beim ersten Mal aus dem Trainingsraum gekommen waren, und damals hatten sie NUR trainiert wie sie unschuldig guckend beteuerten.

Es hatte eine Menge Streicheleinheiten und Flausch seitens der Menschen gebraucht, um die zerpflückten Vampire wieder herzurichten, während die sich ihre Wunden geleckt hatten, wie Wölfe nach einem Revierkampf.
Apropos Revierkampf - es gab doch irgendwo im Haus noch ein kleines Tierchen, das sich gerade mit kräftigen Hinterläufen sein Leben verteidigen musste, um nicht ein Bein kürzer gemacht zu werden. Besagtes Tierchen hatte sich, da er beschlossen hatte heute dann doch keine Schwimmmaus mehr zu sein, etwas übergezogen und tigerte nun unausgelastet und extremst gelangweilt durch das Haus, jeder der Yujo kannte, wusste, was das für eine tödliche Kombination sein konnte.
Mit einem Kissen unter dem Arm und der Fernsehzeitung in der Hand war er auf dem Weg zum Wohnzimmer, um sich anzusehen, wie England den Superstar sucht und nebenbei eine Tüte voll Chips mit Zwiebelgeschmack auf dem Teppich zu verteilen.
Es hätte nur zwei Dinge geben können, die seinen perfekt geplanten Abend hätten ruinieren können.
Und diese beiden Dinger saßen auf der Couch, guckten Nachrichten und hörten auf die Namen Gabriel und Santos.
So knurrte die Maus erst einmal, als er ins Wohnzimmer kam und guckte Gabe entschuldigen an. "Alles noch dran?", wollte er reumütig wissen, während er sein Kissen auf den Boden warf und sich fallen ließ - ganz harmlos - sehr verdächtig.

Gabriel sah mit an, wie sich die Maus viel zu normal und ruhig und außergewöhnlich harmlos und sowieso und überhaupt niederließ und zum Fernseher guckte, begann kurz darauf das Rascheln und Knistern und das erste Schnüffeln des Nagers, der seine Beute inspizierte.
Kuschelte er sich gleich mal als Prophylaxe näher an seinen Vampir. Nach dem vorherigen Ausschalten seines Sexlebens, für die nächsten Tage, traute Gabriel der Maus noch einiges zu und da war ein Vampir als Schutz sicher nicht schlecht.
"Dran ja.", antwortete Gabriel auf Yujos Frage. "Aber außer Betrieb gesetzt für die nächsten Tage. Wenn mein Vampi unausgelastet ist, darf dein Schatz als Trainingspartner herhalten, damit Santos seine Energie auf andere Weise als mit mir loswerden kann", grinste Gabriel dabei auf den Hinterkopf des Jungen und erwartete schon die schockierte Reaktion.
Nach der letzten Trainingseinheit, die Kawa mit Santos eingelegt hatte, hatten die beiden Vampire sie in der gleichen Nacht noch etwas mehr als sonst strapaziert, aber im Gegensatz zu Gabriel hatte Yujo am Morgen nicht wirklich schmerzfrei sitzen können.

Und bis eben hatte besagter Junge das auch erfolgreich verdrängt. Bis Gabriel wie ein Vorschlaghammer auf die zarten Gefühle der Maus eingeschlagen hatte, der gerade all seine Knurrattacken in eine Chipstüte ableitete und dann die Tüte zuhielt, dass die Knurrer drinnen bleiben würden und keinen im Raum anfallen.
"Was musstest du mich jetzt auch am Bein ziehen, du Brutalo?", erwiderte Yujo und wandte sich auf seinem Kissen um, dass er nun im Schneidersitz den beiden auf der Couch gegenübersaß und so mitten im Bild. Na wie das die Maus störte, dass sich Santos gerade den Hals verrenkte um weiter Nachrichten zu sehen - nicht für fünf Cent, wenn man es genau nahm.

Ob er ahnte wie kurz davor er war, als unidentifizierte Wasserleiche die Schlagzeile der Mitternachtsnachrichten zu werden?
"Hat irgendjemand von dir verlangt, mir das Bein rauszureißen? Nein, also beschwer dich nicht. Und außerdem kann dir ne kleine Pimperpause auch nicht schaden, damit du mal merkst, dass das Leben noch andere Dinge zu bieten hat als Sex." Die Maus guckte belehrend und oberlehrerhaft und machte nun seine Tüte wieder auf, dass der Knurrer entfleuchen konnte und griff sich eine handvoll Kartoffelchips, die leider nicht alle auf einmal in den Mausmund passten und so die Hälfte auf dem Teppich landete und von Mausfüßen festgetreten wurde, dass sich Santos die Nackenhaare aufstellten.
Wenn Kawa nicht bald kam und sein Nagetier einsammelte, würde er das Vieh wirklich noch ins Tierheim schmuggeln!

"Yujo, du krümelst", erklärte er und sah den Jungen eindringlich an, der auch gleich nachsah und die Krümel vor sich mit der Hand noch etwas verteilte, dass man sie nicht mehr sehen würde.
"So, wieder weg!", nuschelte er und machte schon die nächsten, dass Santos leise zu knurren anfing. Kawa würde nach der nächsten Runde Training aber aussehen wie eine Blutwurst und die Maus würde die nächsten Wochenenden angebunden auf einer Raststätte kurz vor der Autobahn verbringen - so viel stand fest!
Drecksmaus!
Krümelratte!

Gabriels Gedanken gingen in eine sehr ähnliche Richtung, nur grübelte er eher wie man im Keller noch einen Zellenraum für Mäuse anbauen konnte. Das Ding müsste ja stabil und ausbruchssicher sein und am besten einen Nahrungslift von der Küche hinunter haben, nicht dass man von tränenden und tellergroßen Mauseaugen doch noch zur Freilassung überredet werden würde.
Genau das malte sich Gabriel gerade aus und vergaß dabei sogar auf die ungerechten Vorwürfe Yujos zu antworten, denn angefangen hatte ja wohl mal der Nager mit dem fotografieren.

Yujo indes hatte sich mal kurz umgesehen, die Situation eingeschätzt und festgestellt, dass der fiese Vampir sich doch wirklich die Fernbedienung angeeignet hatte. Gab es im Leben einer Maus etwas Schlimmeres, außer dass man gerade Nachrichten gucken musste und nicht wegschalten konnte? Von der Tatsache mal abgesehen, dass man gern einen kleinen Eisbär namens Paul erbeuten wollte und von seinem Schatz nicht gelassen wurde.
So krauchte die Maus auf allen Vieren durch die Krümel zum Fernseher und schaltete von Hand um - altmodisch aber immer noch eine Möglichkeit. Aus Sicherheit blieb er gleich davor sitzen, denn es kam wie erwartet: Santos schaltete mit einem Seufzen zurück, dass Yujo sich erneut seinen Musiksender suchen musste.
Das ganze ging dann etwa dreimal hin und her und irgendwann gab Santos resigniert auf und sah seinen Schatz an. "Pfötchenhotel", knurrte er wieder und warf die Fernbedienung zur Maus, der sich draufstürzte wie ein Löwe auf einen Knochen.

Gabriel sah auf die sich mit der Plaste balgende Maus und nickte. "Jetzt gleich oder noch mal auf Bewährung?", schickte der Große dann fragend zu seinem Vampir und vergrub sein Gesicht wieder in dessen Seite.
Vielleicht ging der Nager ja von alleine weg, wenn man ihn nur lange genug nicht beachtete?
Einen Versuch war das allemal wert.

Und auch das einzige, zu was Gabriel im Augenblick Lust hatte. Die Maus hatte sich nach der langen Balgerei mit der Fernbedienung für einen Musiksender entschieden und wippte nun auf seinem Kissen immer im Takt, während sich auch Santos zur Seite fallen ließ und nun hinter Gabriel auf der Couch lag, seinen Schatz mit einem Arm und einem Bein umschlang und sich ausmalte wie es wäre wenn es keine Maus heute gäbe - zumindest hätte er dann heute Nacht Sex, so viel stand schon mal fest. Aber da man sich die Maus nicht einfach wegwünschen kann und der Schaden ja schon angerichtet war, nutzte es eigentlich nicht wirklich was.

So lagen sie fünf grausame Lieder lang - die dadurch noch etwas grausamer wurden, weil Maus der Meinung war singen zu können, im Gegensatz zu allen anderen Anwesenden, was besagten Nager aber nicht davon abhielt dies laut und anhaltend zu tun - einfach nur da und stellten sich tot.
Mittlerweile war Santos dazu übergegangen, das Telefon, das auf einem Tisch neben der Couch stand, zu hypnotisieren, dass Kawa endlich anrief und sagte: schickt mir die Maus in mein Loft.
Aber Maus wurde nicht ins Loft geschickt, sondern sang weiter schief und verteilte Zwiebelchips auf dem Teppich.

Doch - dann!
Ein wundersames Schellen durchwanderte das Haus. Das Telefon hatte Santos' Flehen erhört und die Maus hatte das Flehen des Telefons sofort erhört. Es war wie ein Mauslockruf - so was wie "Essen!" oder "Poppen!", wenn Kawa es rief. In Windeseile wuselte besagter, heute schon eine Menge Ärger gemacht habender Nager über Gabriel und Santos hinweg, das er zum Telefon kam und blieb dann einfach auf Santos' Hüpfte sitzen, als er das Telefon erbeutet hatte.
"Kawa, bist du's?"
Santos wusste gar nicht was er sagen sollte.

Gabriel blickte auch verdutzt auf den Nager, der da so einfach frech auf seinem Schatz thronte und dann auch noch an ner Stelle wo er, Gabriel, lieber sitzen würde, um auch noch ein paar andere Sachen zu machen, zischend stupste er Yujo an und setzte sich wieder auf, als das Mistmauseding nicht reagierte.
Der lauschte nämlich gerade Kawas Stimme und die besagte nichts Gutes für Gabriel und Santos. "Hey Maus.", leise wisperte der dunkelhaarige Vampir und strich sich dabei eine lose Strähne hinters Ohr, verschmierte dabei das an seinen Fingern haftende Blut über seiner Wange.

"Ich werde noch länger brauchen, frag Santos und Gabe ob du dort schlafen kannst, ich hole dich einfach ab sobald ich kann."
Die schmerzenden Muskeln dehnend richtete er sich langsam auf und unterdrückte ein Keuchen. Wer hätte den ahnen können, dass diese Bastarde mehrere Mini-Uzi`s dabei hatten. Selbst ein um einiges älterer Vampir war für ein Kreuzfeuer aus Maschinenpistolen zu langsam, aber trotz allem war der Auftrag erledigt.
Auch wen Kawa jetzt erst mal trinken und die Kugeln aus seinem Fleisch herausfischen musste.

Yujo hopste nervös herum - und das genau da wo er saß. Santos wusste immer noch nicht wie ihm geschah, während Gabriel wohl die Nase voll hatte und der tobenden Maus einen Schubs gab, dass der Kleine den Halt verlor und rücklings von der Couch kippte.
Plums.
Maus am Boden zerstört.
"Aua!", jammerte er leise und schniefte. "Ihr seid so gemein zu mir. Kawa, komm mich abholen!", jammerte er leise. Aber auch wenn Kawa es gewollt hätte, er konnte nicht. Er wollte nicht, dass Yujo ihn so sah und er wollte nicht in die unstillbare Versuchung kommen, seinen Durst an seiner Maus zu stillen. So bat er seinen Kleinen noch einmal, ob er nicht bei Santos nächtigen wollte.

"Der hat mich gerade weggeworfen - wie eine lästige Maus, keiner hat mich hier lieb!", jammerte er und bekam das Telefon weggenommen, denn Santos hatte sich erhoben, hörte, dass es Kawa nicht gerade besonders ging.
"Okay, weil du mein Zögling bist - und nur deswegen ertragen wir den Kleinen noch ein paar Stunden. Aber rede auf ihn ein, dass er keinen Mist mehr macht. Er hat Gabriel gerade sexuell außer Gefecht gesetzt - sowohl er als auch ich sind also schnell zu reizen. Rede auf ihn ein!"

Und ehe sich die Maus noch richtig aufregen konnte, weil er schon wieder missachtet wurde, hatte er das Telefon wieder.
"Hier. Laber deinen Vampi zu, aber lass uns ihn Ruhe."
Und schon wurde die Maus samt Telefon und Kawa über das Parkett hinter der Couch bis zum Flur geschoben, wo Santos die Tür hinter der entsetzten und verwirrten Maus schloss.
"Kawa", fiepste er leise.

Kawa grinste leicht als er von Santos zusammen gepfiffen wurde und lauschte dem Fiepen seines Schatzes. "Maus. Maus, was hast du angestellt?", wollte er mit Amüsement in der Stimme wissen, leckte sich mehr nebenher das Blut von den Fingern.
"Was hast du gemacht, dass du Gabe und Santos fürs Poppen k.o. geschafft hast und der so gepisst klingt?", lehnte sich der Vampir gegen eine der Wände des Raums und sank daran herab, lauschte dem wortreichen Erguss seiner Maus.

Gabriel indessen sank, da er nun alleine auf der Couch saß, quer über den Sitzteil und legte sich auf der weichen Unterlage zurecht, blinzelte dabei zu seinem Vampir hinauf.
"Warum hast du so schnell zugesagt??", wollte er leise wissen und grinste, als Yujos Stimme vor der Tür lauter wurde, regte sich der Kleine eindeutig schon wieder auf.
"Stimmt etwas nicht?", stützte sich der Große auf die Ellbogen und betrachtete seinen Geliebten skeptisch, blickte Santos noch immer leicht überlegend und auch besorgt.

"Ich glaube, Kawa hat mehr abbekommen als eingeplant war. Er klingt furchtbar und er will freiwillig alleine - weit ab von seiner Maus - ausruhen. Das ist nicht normal für ihn. Lassen wir den verspielten Nager hier, sperren ihn heute Nacht oben in sein Zimmer. Soll sich Kawa um ihn kümmern, wenn's ihm wieder besser geht", erklärte Santos und kniete vor der Couch. Seine Lippen hatten sich immer mehr Gabriels genähert, bis er nur noch Haaresbreite von ihnen entfernt war. Ihre Augen fixierten sich und ein weiches Lächeln trat auf beide Gesichter.

Santos konnte seinen Menschen schon schmecken. Die Luft, die ihn umgab, trug sein Aroma. Aber dazu ihn zu kosten kam er nicht, denn die Maus kam ins Zimmer gefegt.
"Darf ich hier bleiben?", wollte er mit suppentellergroßen, liebevollen Mausaugen wissen und Santos seufzte, ließ seinen Kopf auf Gabriels Brust sinken. Woher hatte die Maus nur dieses unbrauchbare Timing dann aufzukreuzen, wenn ihn keiner brauchte. "JA!"
"Hast du gehört Kawa, ich darf bleiben. Also kann ich gar nicht so schlimm sein."

Klugerweise enthielt sich der einer Antwort und grinste nur vor sich hin, langsam konnte er das ansteigende Kribbeln in seinem Körper spüren, er musste unbedingt die Kugeln rausholen, bevor sich sein Körper anfing wieder völlig zu heilen.
Das Fleisch erneut zu öffnen und die Fremdkörper so zu entfernen würde er alleine nicht schaffen, und Yujo würde mitbekommen wenn er Santos bat das nachher zu machen.
Kawa wollte nicht, dass sein Kleiner beunruhigt war oder sich Sorgen machte, nicht solange er das verhindern konnte. "Dann ist gut Maus, bleib bei ihnen, ich hole dich später, aber jetzt muss ich Schluss machen. Wir sehen uns, Maus.", verabschiedete sich der Vampir und legte auf als ihn seine Maus genug verabschiedet hatte.

Kawa machte sich dann auch gleich daran aus dem weichen Leder seines Anzuges zu schlüpfen und langte nach einem der schmalen Dolche.
Also dann mal los.

Davon ahnte Yujo natürlich nichts, der nun wieder Santos und Gabriel ansah.
Ungerührt über den mausischen Beobachter fing Gabriel an über den Rücken seines Vampirs zu streichen und bedachte auch die tieferen Regionen mit leichten Koseeinheiten, nur weil er außer Gefecht gesetzt worden war, hieß das noch lange nicht, dass er seinen Schatz nicht knuddeln durfte.

Es hieß allerdings auch, dass die Maus immer dichter ran gekrochen kam und alles ganz genau beobachtete, grinste wie eine Feldmaus auf Drogen und gar nicht daran dachte, wegzugucken wie es sich eigentlich gehörte. Die Beiden wussten, dass er da war, wussten, dass die Maus auf so was abfuhr, wenn sie ihm ne Show bieten wollten, würde sich die Maus sicher nicht wehren.
Im Gegenteil - er kroch auf allen Vieren und hinternwackelnd um die Couch herum, so dass er hinter Santos zu sitzen kam und seine Chips weiter futterte. Wenn die Hände beschäftigt waren bestand auch nicht die Gefahr, dass er wieder den Teppich versaute und in den Pool geworfen wurde.
Das wiederum machte den Vampir nervös. Er mochte es gar nicht Publikum zu haben, noch weiniger, wenn Gabriel genau die Stellen fand, die im Augenblick nach Zuwendung bettelten, die dafür sorgten, dass Santos auf Touren kam.
Seufzend wandte er seinen Kopf.
"Willst du nicht noch baden, Maus?"
Der Kleine schüttelte nur den Kopf. "Nö, nö - ich lerne lieber vom Meister persönlich. Und wenn Gabe dir jetzt die Hose runterzieht, sitze ich in der ersten Reihe."
Die Maus grinste von einem Ohr zum anderen und stopfte sich wieder geräuschvoll eine handvoll Chips in den Mund.

Noch bevor Santos weiter mit der Maus streiten konnte grub Gabriel seine Finger in dessen weiche Seiten und kratzte mit den Nägeln aufwärts. Der Kopf seines Vampirs fiel wieder zurück auf Gabriels Brust und der Weißblonde barg sein Gesicht in Gabriels Armbeuge, der darauf hin diesen Arm abwinkelte und anfing den Nacken seines Vampirs zu kraulen.
Blinzelnd blickte der Große dabei zu der Chips futternden Maus. "Glaubst du wirklich, ich zeig dir freiwillig, was mir gehört?", wollte Gabriel wissen und streckte Yujo die Zunge raus.

"Probier's doch bei Kawa aus, wenn du auf was spezielles neugierig bist. Dein Schatz wehrt sich sicher nicht dagegen.", wurde das Grinsen Gabriels dabei um einige Grade dreckiger und er leckte sich provokant über die Lippen.
Wusste er zu gut, dass er damit den nächsten Wall an Protesten von Yujo provozierte, aber wenn er heute schon nicht mehr mit Santos im Bett landen konnte, dann würde er wohl noch mal den Erzeuger dieses Hindernisses ärgern dürfen.




- 4 -

Und dabei hätte Gabriel doch wissen müssen wie es endete, wenn eine sexuell frustrierte Maus geärgert wurde!
Erst fing der Kleine an zu murmeln und kam noch dichter, weil er nämlich kaum noch was sah. Santos hatte sich so gedreht, dass Yujo nur noch seine Seite sah und er Gabriels Schritt gänzlich verdeckte. Wenn sich da noch was regen würde, würde die Maus das total verpassen - voll mist!
Der nächste Schritt war Gemoser, erst leise - als keiner reagierte, auch lauter.
"Na toll - wie soll ich Kawas Hintern betrachten, wenn er nicht da ist. Und außerdem hab ich besseres zu tun als mir seinen Arsch anzugucken wenn er nackt ist."

Yujo grinste frech und stopfte sich wieder Chips in den Mund und kam noch ein Stück näher gekrochen. Und weil er schon mal da war, griff er wieder in die Tüte und stopfte nun auch einem total in sich versunkenen Vampir diese frittierten Dinger in den Mund, dass der sich fast verschluckte. Er hatte nicht damit gerechnet, hatte sich nur auf die ihn kosenden Finger konzentriert und nun hatte er plötzlich den Geschmack von ranzigen Zwiebeln im Mund, dass er nur noch husten und spucken konnte und sich von Gabriel lösen musste.
Tja, die Rache der Maus! Wie du mir so ich dir - getreu seinem Motto. Wenn die Maus nicht durfte, durfte keiner - egal was!
Als Gabriel verwirrt auf seinen Schatz guckte, grinste die Maus nur und schob sich zufrieden wieder eine handvoll in den Mund.

Gabriels Augen fixierten dann die grinsende und fressende Maus, das Blau wurde unmerklich dunkler. "Maus, ich an deiner Stelle würde auch was anderes mit Kawas Arsch tun als ihn nur anzugucken.", schenkte er dem Kleinen ein Grinsen und wusste genau, dass seine Kehrseite auf der Couch liegend gegen Schläge gefeit war.
Glück für ihn.
Klopfte er seinem Vampir auf den Rücken und strich auch beruhigend darüber, so was fieses, wo sein Schatz doch Chips nur wirklich dann futterte, wenn Gabriel ihn mal ein zwei Tage stehen ließ, im wahrsten Sinn der Wortes und Santos vor lauter Hormonen nicht mehr wusste was tun.

"Willst du dir nicht die neuen DVDs angucken??", versuchte er dann die Maus zu locken doch Ruhe zu geben, damit sie sich auch ein wenig entspannen könnten
"Es sind auch welche dabei die du haben wolltest?", guckte Gabriel ganz harmlos und nett und strich mit den Fingern dabei weiter über Santos' Nacken und Schultern. Er würde seinem Schatz ja anbieten ein wenig zu trinken um den Geschmack loszuwerden, aber auf Chipszeug auf seiner Haut hatte er dann doch nicht so wirklich Lust. Aber wenn Santos sich schnell das Mistfutter wegwaschen würde??
Die Idee flüsterte Gabriel leise in das Ohr seines Vampirs.

Doch der arme misshandelte Vampir hatte gar keine Chance wirklich zu verstehen was Gabriel ihm anbieten wollte, weil die Maus mit seiner Tüte knisterte, dass es eine Freude war und sich beschwerte, dass hier nicht getuschelt werden würde, weil er ja sonst nichts verstünde. Und so was wäre gegen die Maushaltungsregeln und ob die mal jemand von ihnen gelesen hätte. Es wäre nämlich gar nicht erlaubt, eine Maus ohne Maushaltungsanleitung zu halten!
Und nun war er ja in seinem Element. Die Chips flogen zur Seite, verteilten sich über Kissen, Teppich und Vampir und Santos stöhnte auf.

Und dieser Kerl war 20 Jahre alt? Diese durchgeknallte Maus war bereits volljährig? Nie im Leben!
"Okay spuck's aus - was muss man bei Maushaltung beachten, aber bedenke: ich mach keinen Live-Porno für dich und ich werde dir kein Marmeladenbrot schmieren, ich werde dir nicht meinen nackten Hintern zeigen und ich werde dich auch nicht ins Bett tragen."
Na prima! Musste der böse Vampir so gemeine Sachen zu einer armen, kleinen, missverstandenen Maus sagen? War das denn notwendig? Das stand aber sicher nicht in der Maushaltungsanleitung!
"Du ...", er schniefte leise und krabbelte auf Gabriel zu, griff sich den überraschten Mann um den Hals und flauschte sich schniefend an. "Keiner hat mich lieb!"

Und nun war Gabriel aber ganz gewaltig in einer Zwickmühle. Halb auf und neben ihm lag ein gepisster Vampir, der sein Geliebter war und nach Aufmerksamkeit schon schier bettelte, und an seinem Hals hing die Maus.
Ja und der, der heulte ganz erbärmlich, bettelte auf komplett mausischer Art nach Zuneigung, dass Gabriel, der nette Mensch, der er nun mal war, mit einer Hand durch die Haare des Nagers wuschelte, während seine andere noch immer auf Santos' Nackenpartie ruhte und er mit dem Daumen dort sinnleere Muster malte.

Yujo winselte immer noch und Santos fühlte sich ganz schön vernachlässigt. Wenn er nicht genau wüsste, dass die Maus seinen Vampir über alles liebte, würde er versucht sein eifersüchtig zu werden, so wie er sich an seinen Schatz klammerte.
Er sah sich das eine Weile an, wie die Maus auf die Couchlehne oberhalb von Gabriels Kopf kletterte, um sich noch dichter flauschen zu lassen und mit einem Ellenbogen doch wirklich dabei war Santos zu verdrängen!
Na soweit kam es noch, erst versaute ihm der Nager den Sex, dann die Streicheleinheiten. Fehlte nur noch, dass er auch noch zu Gabe ins Bett krauchen wollte und Santos auf der Couch nächtigen musste.

Während Santos sich das eine Weile anguckte, schniefte die Maus rotzerbärmlich und wischte sich die Nase an Santos' Ärmel ab, den er gerade erreichen konnte, dann schob er den Vampir wieder ein Stück weiter.
Bis besagter Untoter die Nase bis zum Überlaufen voll hatte und aufstand. Er sah wie Gabriel ihn verwirrt musterte und zuckte nur die Schultern. Schnell war die störende Maus gegriffen und im hohen Bogen von der Couch aufs Kissen gekickt.
Was den Nager nun wieder dazu brachte in Angriffstellung zu gehen und auf allen Vieren die Zähne zu fletschen. Santos zuckte wieder nur die Schultern und hob Gabriels Kopf, dass er sich in die Ecke setzen und seinen Schatz auf sich betten konnte.
"Maus du störst."
Das war die Stelle im Film, wo eigentlich die Mausschutzbehörde eingreifen musste, aber Kawa war nicht da ...

Und deshalb räkelte sich jetzt Gabriel, trotz schmerzendem Schritt, auf seinem Vampir und kuschelte sich an, während ein frustrierter Nager auf dem Boden hockte und nur knurren konnte.
Erst als dieser anhaltende Geräuschpegel den Großen störte, weil es nicht mit dem leisen Schnurren seines Vampirs harmonierte, guckte Gabriel zu der Maus und wedelte mit einer Hand, so in der Richtung ....Geh weg und lass uns zu Frieden....
Na als ob so was bei gepissten Nagern funktionieren würde.
Yujo reagierte nämlich gar nicht und Gabriel war gezwungen, noch mal zu dem Jungen zu sehen. "YuYu, geh doch nen Film gucken, heute gibt's eh nichts mehr zu spannen bei uns.", murmelte er leise und vergrub sein Gesicht wieder an Santos' Hals, leckte leicht über dessen Haut. "Das hast du selber vereitelt.", verteilte Gabriel noch mal einen Rückschlag und widmete sich erneut seinem Vampir.

Nur dass er damit ganz das Gegenteil dessen erreicht hatte, was Gabriel wohl erreichen wollte, nämlich dass die Maus ging und Ruhe gab. Aber das, was der tat, sah nicht im Entferntesten danach aus als würde er jetzt ohne zu murren abziehen und sich alleine beschäftigen.
Das wäre ja dann alles andere als maustypisch gewesen. Und so was dachte sich dann allerdings auch die Maus und hockte sich nun demonstrativ auf seine vier heiligen Buchstaben, ruckte das Kissen unter seinem kleinen Maushintern zusammen und dachte gar nicht daran mit Knurren aufzuhören. Die beiden Großen lagen auf der Couch und schmusten und Yujo sollte mit einem blöden Film abgespeist werden? Und dass der Film blöde sein würde war seit dem Tag klar, seit dem Santos seine Pornosammlung weggeschlossen hatte - ein schwarzer Tag in der Geschichte der Mausheit.

"Man, ich bin hier und ihr sollt auf mich aufpassen, hat Kawa gesagt. Also hört auf zu schmusen und passt auf mich auf", forderte er mit einem schmollen, das Kawa wohl auf dumme Gedanken gebracht hätte. Aber Kawa war nicht da und Santos interessierte eine schmollende Maus so was von gar nicht. Er wandte sich einfach ab und fing damit an, mit seinen Zähnen Gabriels Hemd hochzuziehen - ignorierte die Quengelmaus, obwohl doch jeder wusste, dass man so was nicht macht!

Irgendwann ging schließlich Gabriel das Gegrolle auf den Geist und er warf einen Blick auf die Schmollmaus, grinste ihn dann frech an und verkniff sich nur mit Mühe das Lachen, während Santos mit den Fängen über seine Haut schabte und das Schauer über Gabriels Haut jagte.
"Was denn Maus?", schwang in der Stimme des Großen mehr als Amüsement mit. "Ich dachte du bist schon ein großer Junge und so......", blitzte das Blau auf, als Gabriel den Kopf leicht schief legte und zwei Dinge damit bewirkte.
Nämlich dass er Yujo im Blickfeld behaltne konnte und dass Santos anfing über seine Pulsader zu knabbern.
"Oder willst du etwa mitmachen?"

"Kommt ja gar nicht in Frage!", hörte es der Schwarzhaarige aus einer eher weniger erwarteten Richtung, denn Santos funkelte ihn finster an.
Was genau war heute für ein bekloppter Maustag, dass er hier auf der gesamten Strecke ausgebootet werden sollte? Erst schlug der blöde Nager die Männlichkeit seine Geliebten kurz und klein, dann hatte das Vieh nicht mal denn Anstand das Zimmer zu verlassen, wenn er mit Gabe schmusen wollte und nun guckte das Vieh auch noch so dermaßen steinerweichend, dass Gabe ihn einlud mitzumachen? Hatte sein Schatz auch eine auf den Kopf bekommen?
Na wo war er denn hier.

"Maus, mach dass du in deine Bude im ersten Stock kommst, oder ich fahr dich ins Tierheim!", knurrte er und sah den auf der Lauer liegenden, mit der Fernbedienung hantierenden Jungen aus schmalen Augen an.
Nur dass dies bei einer zu allem entschlossenen, weil nicht ausgelasteten Maus nicht wirklich Eindruck machte. Er saß nur da und grinste. Und wenn er auch keine Lust gehabt hatte sich bei den Beiden zu beteiligen, weil ihm ein eigener Vampir lieber war als ein geborgter, der ihn außerdem noch böse anknurrte, so kroch er doch jetzt aus Trotz auf die Beiden zu.
"Klar, warum nicht - bin dabei", murmelte er und grinste Santos frech an, während er seinen Einwurf einfach überging.

Gabriel schnappte noch ein gemurmeltes "Ich bring Kawa um", von seinem Vampir auf und lachte, wusste er doch zu gut, das sein Vampi nichts weniger tun würde, als seinem Kind weh zu tun und wäre Kawa noch so lästig.
Nun ja - der andere Vampir war selten lästig, eher war es die Maus, die er regelmäßig bei ihnen ablud, und eben jene Maus kroch nun durch seine flapsige Bemerkung angespornt zu ihnen.
Gabriel verdrehte kurz die Augen, das hatte er sich nun selber eingebrockt, aber echt.
Beruhigend strich er Santos über die Seiten, seine Finger huschten zärtlich unter dessen Kleidung und liebkosten die nackte Haut. Blinzelnd sah er dabei in die goldenen Augen, die wundervoll in warmen Honig erstrahlten, taten sie das immer wenn Santos gleichzeitig erregt und wütend war.

Grinste der Große dann gemein und lachte leise auf, als ihm eine Idee kam. "Na klar, Maus, immer her mit dir. Mein Schatz braucht Zuwendung und die kann ich ihm ja dank dir heute nicht mehr geben. Also YuYu, Hose runter und her mit dir.", funkelten seine Augen dabei vor unterdrücktem Lachen.
Er gluckste leise, als Yujos Augen immer größer wurden und das Lachen brach warm aus seinem Mund, als ihn auch noch Santos empört ansah.

"Geht's noch?!", kam es aus zwei Mündern wie aus einem. Yujos Augen waren mittlerweile Suppentellergroß und blinzelten in einer Tour, während Santos' Augen so schmal waren, dass das geliebte Gold kaum noch zu sehen war.
Wie von Sinnen hüpfte nun die völlig aufgekratzte Maus herum, griff sich sein Kissen und fing an auf Gabriel zuzustürzen, der gerade damit zu kämpfen hatte, dass Santos ihn ebenfalls ein Kissen aufs Gesicht drückte.

"Du fieser Kerl willst mir Ungeziefer ins Bett stopfen?", murmelte er aufgebracht und hob das Kissen wieder -Gabriel lachte immer noch und bekam gerade Yujos Kissen aufs Gesicht. Und dann flogen beide Kissen - immer im Wechsel. Zum ersten Mal am Abend waren sich die Beiden einig.
"Ich steig doch nicht mit so einem alten Sack ins Bett!", ereiferte sich nun Yujo und bekam gleich mal Santos' Kissen ins Gesicht und ging zu Boden. Aber das hinderte die Maus nicht daran, sich aufzurappeln und nun mit seinem Kissen um sich zu schlagen, als ginge es um sein Leben, was ja irgendwie auch so war. Wer wollte denn die Maus von einem fremden Vampir besteigen lassen? Hm?

Und irgendwann schlich sich Gabriel aus der Affäre, rutschte einige Meter rückwärts über den Boden, auf dem er schon vor längerer Zeit gelandet war und guckte lachend zu, wie die Maus und sein Schatz mit den Kissen um sich schlugen bis die Federn flogen und alles in weiche, weiße Daunen einhüllten.
Verdutzt saß sein Vampir da und blinzelte, war Santos von einem wahren Berg des weißen Flaums bedeckt und Gabriel fiel lachend zurück, hatte vor lauter Amüsement Tränen in den Augen.

Yujo hingegen war gar nicht zum Lachen, es war nämlich sein Lieblings-Schmuse-Flausch-Kissen gewesen, dass da gerade das Zeitliche gesegnet hatte und sich eben in einem wilden Schneesturm über das Wohnzimmer - vor allem aber über einen ziemlich angepissten Vampir - ausgebreitet hatte. Leer und schlaf hing es nun in seiner Hand, hatte seinen ganzen Inhalt über Santos ergossen, der gerade Federn spuckte, als hätte er ein Huhn im Ganzen gefuttert und hustete nun die Federn des Tieres aus. Irgendwie sah es ja auch einfach nur noch lustig aus, wie ein Mann von fast zwei Metern Körpergröße auf dem Teppich hockte, total überfahren dreinblickte und dann auch noch murmelte und schimpfte, als gelte es die Welt gegen sich aufzubringen.

"Sag mal, Ungeziefer, geht es noch?", fragte er langsam und verboten gelassen - während er sich eine Feder aus dem Haar zog. Sinnlos, denn die achtzig Anderen blieben wo sie waren.
Yujo, nicht minder gepisst, murmelte nur was von Kissen-Töter und Einsamkeit und Sterben und beachtete das Federvieh neben sich gar nicht, sondern versuchte nur sein geplatztes Kissen wieder zu füllen. Es sah sehr verzweifelt aus, wie die Maus anfing, die Federn zurückzustopfen und dann von einem wutschäumendem Santos abzusammeln. Ohne sein Kissen ins Bett zu müssen wäre wirklich gegen die Mauswürde!
Der Vampir knurrte nur und die fixe Idee vom Tierheim reifte wieder in ihm zu einem Plan heran.

Gabriel, der noch immer leicht nach Atem rang, krabbelte auf allen Vieren zu seinem Schatz und staubte einen Kuss von den schmollend geschürzten Lippen ab, strich glucksend über die weißen Strähnen, die mit den flauschig, flaumigen Federn verziert waren.
Dabei begegnete er dem golden glühenden Blick und lachte wieder leise auf, drückte seinen Schatz zurück, sodass der Vampir nach hinten fiel und liegen blieb.

Die noch herumliegenden Federn stoben dabei wieder auf und die Maus fing erneut zu zetern an, musste YuYu nun noch weiter herumwuseln, um die Einzelteile seines Kissen zu suchen.
Doch das störte Gabriel nicht im geringsten, denn so war der Nager erst mal beschäftigt und er kroch zu seinem Vampir und machte es sich auf dem großen Körper gemütlich, legte die Hände auf Santos' Brustkorb und knabberte über dessen Unterlippe.
"Du siehst niedlich aus wenn du schmollst.", hauchte der Große verspielt in das Ohr seines Vampirs.

"Klasse, hättest du mir das nicht einfach sagen können? Stattdessen lockst du eine notgeile Maus in die Bibliothek, lässt dich impotent schlagen und ich habe jetzt das Federvieh da drüben auf dem Hals", erklärte Santos und wandte sich schmollend ab. Er wollte jetzt nicht umgestimmt werden, er wollte sauer sein und er wollte ganz bestimmt nicht getröstet werden. Langsam stank ihm die Mistmaus gewaltig, die gerade die letzten Federn vom Teppich aufsammelte und ihn so komisch ansah.
Er würde doch nicht ... er würde doch nicht etwas ...Yujo würde doch nicht etwas wirklich ...

Doch.

Er kam wirklich auf den gefederten Vampir zu, mit seinem kaputten Kissen im Schlepptau, nieste und funkelte Gabriel an, der dort saß, wo ein großes Federlager lag. Erst hatte er ja noch Skrupel, als ihm allerdings wieder bewusst wurde, wegen wessen blödem Kommentar sein Flauschkissen jetzt eine Magerkur hingelegt hatte, vergaß er sie ganz schnell wieder. Mit einem beherzten Quietschen warf er sich auf seinen Ziehpapa und fing an die Federn aus Santos' Schoß zu sammeln.