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Mausgeburtstag Teil 1 - 3

Eine Maus feiert Geburtstag

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Er startete einen neuen Versuch sich an Kawa vorbei zu schleichen. Das war so fies! Sonst wurde die arme Maus immer zu Santos abgeschoben, der sich übrigens – nachdem Kawa die Sitze des Jeeps hatte neu beziehen lassen – wieder gefangen hatte, und heute wo er unbedingt zu Gabriel wollte, um sich ausgerechnet jetzt – einen Tag vor seinem einundzwanzigsten Geburtstag - Tragwerkslehre erklären zu lassen.
Aber irgendwie glaubte das mal wieder keiner der Maus!
So ein böses Volk. Kawa ging sogar soweit zu behaupten, Yujo wollte den Beiden nur auf den Sack gehen und sich ein Geburtstags-Bestechungs-Lass-uns-einfach-in-Ruhe-Geschenk erschnorren.
Das war überhaupt nicht wahr!
Er wollte sich ein die-Maus-wird-einundzwanzig-und-will-das-tollste-Geschenk-was-man-sich-vorstellen-kann-Geschenk erbetteln, das war alles. Er war die letzten vier Tage so eine brave Maus gewesen! Er hatte nicht gespannt, nicht gekrümelt, nicht gekleckert.
Wenn das kein tolles Geschenk wert war was dann?
So legte er sich gerade vor dem Tresen auf den Bauch und robbte wie ein kleiner Wurm – Hintern nach oben – leise vorbei.

Und glaubte so, sich ganz unauffällig der Tür nähern zu können, vergessen war, dass er Kawa noch vor wenigen Minuten, natürlich nur um ihn abzulenken, angebettelt hatte ihm Kuchen zu machen.
Denn man höre und staune, auch das konnte der Vampir, auch wenn er sich gewehrt und gesträubt, geflucht und gejammert hatte. Japp jammern hat sich Kawa von Yujo abgeguckt, doch die Maus war dagegen immun und hat so lange herzerweichend dagegen gebettelt, dass Kawa sich am Ende doch in die Küche verkrochen hatte und nun Erdbeeren klein schnitt.

Kaum hatte Yujo das Ende der Theke erreicht, hatte er ein Problem. Er musste zwei Meter kriechen und hatte keine Deckung. So lugte er erst einmal um die Ecke – die Luft war rein und sein Flauschvampi schnitt Obst. Er sollte Gabriel und Santos welches mitnehmen, so als Dankeschön für das Geschenk … ähm, quatsch … für die Hilfe in Tragwerkslehre. Was dachte er denn da!
Okay – die Luft war rein. Yujo schloss vorsichtshalber die Augen, denn was ich nicht sehe, sieht mich auch nicht, und machte, dass er weiter kam.
Dass seine Turnschuhe quietschende Geräusche auf dem Parkett machten, merkte die Maus freilich nicht, er hatte ja die Augen zu!

Kawa drehte sich schmunzelnd um und schnitt gleichzeitig weiter die Beeren klein, ließ sie in den Topf fallen und besah sich seinen Geliebten, der quietschend über den Boden robbte, den Hintern in der Luft.
Lecker!!!
„Maus??“, flüsterte er leise und beobachtete, wie sich die Augen noch fester zusammen kniffen, um auch alles andere neben der Sicht auszusperren.
Grinsend legte der Vampir das Messer zu Seite und huschte vor seinen Nager, hockte sich dort in dessen Kriechbahn und wartete ab.

Yujo wartete noch eine Weile, schnüffelte wie immer und horchte. Aber es tat sich nichts. Sein Plan war aufgegangen, Kawa hatte ihn nicht gesehen. Also weiter. Wieder ging der kleine Hintern nach oben und die Turnschuhe quietschten über den Boden.
Eins – zwei – eins – zwei! Immer schön gleichmäßig.
Warum war denn das Klopfen von Kawas Messer auf dem Brett nicht mehr zu hören? Egal. Sicher war sein Vampir dabei die Zutaten für den Teig zu suchen. Immer noch die Mausäuglein zu, damit ihn keiner sah und hörte, robbte er weiter und kam plötzlich gegen ein Hindernis, was vor ein paar Minuten, als er die Augen geschlossen hatte, noch nicht da gewesen war.

Oder er hatte sich total verrobbt und war gar nicht mehr neben der Küche sondern schon im Flur.
Gucke an, wie schnell die Maus doch kriechen konnte. Seine Hand fing an die Schuhe zu suchen. Anstatt dass er mal die Augen aufmachte und guckte was er griff? Nein. Er spürte Schnürsenkel und zog. Mit aller Mauskraft. Warum kamen die blöden Schuhe eigentlich nicht, wenn man sie rief?
„Bei Fuß“, forderte die Maus und zog fester.

„Wuff“, konnte sich Kawa nicht verkneifen und blitzte seine Maus amüsiert an als der sich erschrak und plötzlich ganz ganz still wurde, kein Mäusemuskel rührte sich mehr.
Vielleicht versuchte sich das Nagetierchen so ja unsichtbar zu machen.

Oder es stellte sich einfach tot und hoffte, dass es dann einfach vergessen wurde? Auch eine Möglichkeit. Warum wirklich die Maus steif wie ein Brett war, wusste nur der kleine Nager in seinem verworrenen Gehirn.
Jedenfalls musste er schnell aus der misslichen Lage kommen. So tat er eine Weile gar nichts und blinzelte dann, so als würde er erwachen. Er schüttelte sich kurz und ließ den Schürsenkel wieder los.
„Öhm“, machte er und machte riesengroße Mausaugen a la ‚ich bin eine ausgesetzte Maus und wehe du hast mich nicht lieb!’ und grinste extrem niedlichst. „Bin wohl wieder schlafgewandelt.“

„Ah ja“, lachte Kawa und zog seine Maus zu sich, der durch das Stillhalten erstaunlich handzahm war, „und wo wolltest du hin schlafwandeln?“, neckte er weiter und schickte seine Finger kitzelnd über die ungeschützten Mausseiten.

Der Nager wand sich und fiepste wie verrückt. Aber er kannte das schon, je mehr er sich wehrte, umso mehr hatte Kawa seine Freude an einer Quietschmaus, wie er es nannte. Gern spielte er auch Maus-durch-die-Küche-quietschen. Hinterher war der Boden sauber, die Maus dreckig und eine Minute später hoch erregt unter der Dusche.
Aber nicht heute, heute hatte er keine Zeit, er musste zu Gabriel. Doch erst musste er mal Kawa ablenken.
„Woher soll ich das wissen“, murmelte er, „Schlafwandler soll man nicht wecken, davon können die sterben.“ Jetzt guckte die Maus erst richtig zerknirscht. Wollte Kawa ihn etwas umbringen? Fies.
Er zog lieber noch etwas am Schnürsenkel, von dem er nun wusste, dass er Kawa gehörte.

„Maus, aber du bist nicht tot sondern schon wach und mosern kannst du auch schon wieder, also hat es keine bleibenden Schäden hinterlassen.“, kitzelte Kawa lustig weiter und seine Finger machten sich auch daran tiefere Regionen zu kitzeln.
Hielt er seinen Nager dabei aber fest, damit der nicht einfach so ausbüchsen würde.

„Ja, ja, von wegen. Das werden alles Spätschäden! Wenn ich dann in einer Stunde plötzlich n Herzkasper bekomme oder mir die Zunge raushängt, dann bist du dran schuld.“ Anklagend wies eine Mauspfote auf dem lachenden Vampir, was übrigens komisch aussah, denn Yujo lag wieder auf dem Bauch. Er hatte sich den ihn malträtierenden Fingern entwinden können, war aber auf seiner Flucht nicht weit gekommen, denn Kawa hatte ihn schon wieder gegriffen.
„Loslassen! Ich muss zu Gabe und lernen – voll oberwichtig!“

„Ach ja?? Und ich dachte, du willst nur die Treppe runterfallen und dir unten den Kopf anschlagen, so wie das letzte Mal.“, brachte der Vampir zwischen dem Lachen hervor und lachte nur noch mehr, als Yujo eine Schnute zog und beleidigt schnaubte.
„Gabe kann dich heute nicht brauchen, Schatz, er probiert mit Santos was Neues aus.“

Plötzlich glänzten die Mausaugen wie verrückt. „Was neues? Haben sie wirklich den Kerker einbauen lassen mit den Ketten? Ich muss da hin!“ Im nächsten Augenblick war die blöde Treppe vergessen, die er hinabgesegelt war und auch Kawa, der ihn festhielt. Die Maus wand sich und strampelte wie verrückt.
„Ich muss da hin. Denen fehlt doch was, wenn ich nicht gucke. Die können doch gar nicht kommen, wenn keiner spannt! Mann Kawa, ich bin wichtig, ich muss dahin .. loslassen!“

„Schatz, ich hab Santos grad wieder beruhigen können weil ich seine Jeepsitze hab neu beziehen lassen.“, grollte Kawa dunkel zwischen dem Lachen und schickte seine Linke zielsicher zum Mausehintern, um darüber zu streichen, fast immer würde sein Schatz bei dieser Berührung ruhig, mal sehen, vielleicht hatte er ja Glück.

Na ja – nicht wirklich. Denn die Maus war mal wieder im unterdrückten Spanner-Modus, da war er eigentlich für fast nichts mehr empfänglich außer für Bilder. „Egal – ich werd schon nicht anfangen zu stinken!“, erklärte der Nager und fuchtelte wie wild. Nur dass das keine Punkte brachte, weil Kawa sich mit ihm erhoben hatte und die Maus nun, jenseits von Gut und Böse, mit den Hinterläufen in der Luft rumwedelte und ordentlich Wind machte! „Ka-ha-ha-wa!“, wimmerte er leise und schniefte herzerweichend.
„Ich bin morgen die Geburtstagsmaus, ich will nichts geschenkt, außer dass ich jetzt spannen gehen darf, wie die sich anketten und sich dann gegenseitig einen in den ..“ Die Mausäuglein leuchteten und Sabber lief das Kinn runter. Kawa genau auf die Hand.

Erster Eindruck: + wää+, zweiter Eindruck: +sabbernde Maus mit verklärtem Blick+.
Kawa schüttelte seufzend seinen Kopf und ging mit Yujo bepackt ins Badezimmer wusch sich dort, seine Maus über eine Schulter gelegt, die Hände und brachte das Nagetier dann zum Futon, um ihn dort abzusetzen.
Gegen eine Maus im extremen Spannermodus half so und so nichts, außer ihm einen Film oder Bilder zu zeigen, drum legte der Vampir einen der Mausespannfilme ein und beobachtete das Verhalten seines Nagers.

Eigentlich war es immer das gleiche: erst dauerte es ein, zwei Stöhner bis die Maus merkte was los war, dann wurde erst das Schnäuzchen rot, dann die Öhrchen.
Kawa trat schnell aus dem Blickfeld, denn Punkt drei war, sich verschämt umzusehen und dann dichter an den Fernseher zu kriechen. Ohne hinzugucken griff sich die Maus zielsicher die Taschentücher und fing an blöd zu grinsen. Wenn er die Hose aufmachte, war alles okay.
Der Tag war für … er sah auf das Cover … 20 Minuten gerettet.

+++

So bleibt uns etwas Zeit, in einem anderen Haus ein wenig zu lauschen, in dem Haus, in dem Yujo jetzt gern wäre, weil er glaubte, da peitschten sich zwei in schwarzem Leder in einem neuen Stahlkerker.

Tja, Pech nur, dass das Gabriel und Santos nicht wussten, dass sie einen neuen Stahlkeller hatten, denn die beiden hockten im Wohnzimmer und fluchten aufs Blumigste über mehrere Rollen Geschenkspapier.
Wollte sich das dumme Ding partout nicht einpacken lassen und der Tesa hielt nicht und die Papierbahnen waren zu kurz.
So ein Mist.

Also hieß es: alles wieder auswickeln, neues Papier nehmen, einmal Santos ordentlich durchflauschen, der übrigens nur zu diesem und keinem anderen Zwecke mit auf dem Tisch saß, um Gabriel in seinem Tun mental zu unterstützen, und dann auf ein Neues.
Der Vampir war nämlich vor drei dieser Runden und vier Rollen Geschenkpapier bereits aus dem Spiel ausgestiegen, weil er seine Haare mit dem Tesa zusammen an diesem bekloppten Geschenk festgekleistert hatte. Als hätte das nicht gereicht hatte Gabriel Fotos davon gemacht, die wirklich verfänglich wirkten und deswegen – genau deswegen – hielt sich Santos jetzt aus der Arbeit raus. Sie machten einfache Teilung. Er hatte das Geschenk besorgt und bezahlt, Gabe sollte es einwickeln und verschenken und hatte damit entschieden die größere Aufgabe übernommen.
„Na Schatz, hält wohl nicht“, kicherte er nur und zog seine Hand weg, als Gabriel die Schere auf den Tisch hauen wollte.

Wo in dem Moment gaaaanz zufällig zuvor noch Santos’ Hand gewesen war. Oops aber auch.
Gabriel schüttelte genervt den Kopf und ging noch mal zu der Küchenschublade, wo sie Tesa und alles mögliche andere aufbewahrten, suchte sich dort eine andere Rolle von dem Klebezeug und versuchte es wieder.
Nur diesmal klebte er schon im Vorhinein ein paar der Bahnen Papier zusammen und machte eine erste Hülle um das Ungetüm, dann noch eine und verklebte beide miteinander.
Ging doch, die Hälfte guckte schon nicht mehr raus.
„Das wird noch und wenn nicht, kann Maus nichts auspacken und dann haben wir das Geheul.“

„Wenn er heult, kommt er in den Käfig! Wozu haben wir den denn machen lassen“, murmelte Santos und legte seine Hand wieder zurück. Ihm war so was von egal was die Maus auspackte und was nicht – wenn’s nach ihm ginge hätte eine Schleife um den Bauch völlig gereicht. Aber nein, Gabriel, der Mausversteher, musste ja unbedingt alles schön einpacken. Dass da bereits ein Haufen Geschenkpapier im Wert von sieben Pfund im Weg rumlag und frech nach jedem griff der vorbei und zum Kühlschrank wollte, verdrängte er gleich mal.
Mit der anderen Hand hielt er, großzügig wie er war, die Bahnen zusammen, während Gabriel Tesa drüberkleben wollte. Nur gut, dass er seine Finger rechtzeitig weggezogen hatte, schlecht nur, dass er dabei das Papier wieder von der bereits verpackten Hälfte gezerrt hatte.
„Hoppla“, grinste er und machte, dass er vom Tisch kam und das Weite suchte, denn ein Latschen kam geflogen.

Traf den sich duckenden Vampir nicht und Gabriel grollte. „Wenn du mir nicht hilfst, sperr ich dich gleich in den Käfig.“, drohte er und grollte grummelig, versuchte gleichzeitig das Papier zu überreden wieder über das Ding zu gehen und somit seinen Versuch nicht ganz zu sabotieren.

Santos war hellhörig geworden und lugte um den Türpfosten, der den Latschen abgefangen hatte. „Ja mein Gebieter, sperr mich ein. Kratz mich, beiß mich, gib mir wilde Tiernamen!“ Er ahmte eine Katze nach, die die Krallen zeigte und hauchte lasziv: „Nenn mich Zitronenfalter.“

Gabriel guckte, Gabriel knurrte, Gabriel warf den anderen Latschen und traf. Volltreffer, ein Jaulen und Fluchen und schon war Santos wieder hinter dem Türrahmen verschwunden.
„Idiot.“

„Schatz, warum so grob? Lass das bekloppte Ding doch sein. Pack es zurück in den Lieferkarton und gut. Soll die Maus in den Karton kriechen. Wegen mir gleich da einziehen, groß genug isser ja“, murmelte Santos und strich sich über den Kopf. Gabriel zielte viel zu gut in letzter Zeit.
„Lass das blöde Geschenk für die Maus. Lass uns lieber den Käfig einweihen, ehe der auch noch nach geiler Maus stinkt.“
Aber Gabriel dachte gar nicht dran. Das war so typisch. Wenn der sich in was verbissen hatte, dann zog er das durch.
Egal ob Santos gerade auf dem Flur lag und sich den Kopf rieb oder nicht. Genau genommen langweilte er sich fast zu Tode! Wurde Zeit dass Cole kam, der Kuchen backen wollte. Vielleicht gab der ihm ja wilde Tiernamen. Santos fing an zu kichern.

Das lenkte Gabriel wieder so ab, dass er die letzte Bahn schief aufklebte und so noch immer ein Streifen durchguckte. Sich umsehend musste er auch noch registrieren, dass es kein gleiches Papier mehr gab, nur noch ein anders gemustertes mit anderer Farbe. „Shit!“, fluchte Gabriel weich und hob grummelig die anderen Rollen auf, fing an die verschiedenen Papiere wild übereinander zu kleben und so ein sehr buntes, sehr abstraktes Geschenk zu erzeugen.
„So, fertig.“, grollte Gabriel dunkel und sah erst jetzt wieder zu seinem Schatz, der noch immer am Boden lag und dazu übergegangen war ihm zuzusehen.

„Ich will ja nichts sagen“, fing Santos nach einer Weile an, stoppte aber, als ihn der eisige Blick blauer Augen traf. Mitten ins Herz – so wie immer. „Okay, wunderschön geworden. Keiner kann so toll unförmige Pakete einpacken wie du Schatz, warum studierst du noch anstatt lieber Dingenseinpacker zu werden?“ Er konnte es heute einfach nicht lassen, seinen Schatz zu ärgern. Der war schon den ganzen Tag so grummelig, irgendwie machte es Spaß. Mal sehen wann er ihn greifen und in den Pool werfen würde. Das wollte er sich für später aufheben.
Erst mal konnte er ihn noch mit dem Geschenk ärgern.
„Ein Kettenanhänger hätte es wohl auch getan, Kawa wäre uns dankbar und du hättest nicht sechs Rollen Papier verschwendet und drei wertvolle Stunden, in denen ich nicht – ich betone – nicht geküsst wurde.“
Seufzend wandte sich der Vampir um und lag nun auf dem Rücken. „Denk mal drüber nach.“

„Worüber, dass Kawa uns für das Geschenk wohl Lynchen wird und die Maus uns abgöttisch lieben??“, zog Gabriel eine Braue nach oben und guckte zu, wie sich Santos am Boden räkelte und dessen Hemd nach oben rutschte.
„Was wird das eigentlich was du da machst??“, lehnte sich Gabriel an den Türpfosten und sah auf seinen Vampir herab. „Den Boden musst du nicht markieren?“

„Oh Schatz. Seit du mit diesem Klebestreifen hantierst bist du nicht mehr du selbst. Früher hätte es keine drei Sekunden gedauert und ich hätte dich hier bei mir gehabt, wir hätten uns über den Boden gewälzt, in wilder, hemmungsloser Ekstase. Stattdessen erklärst du mir, dass die Maus uns lieben wird und dass ich nichts markieren brauch und du nennst mich nicht mal Zitronenfalter!“
Schmollend wandte sich der Weißhaarige ab und war kurz davor sich in den Läufer auf dem Flur einzuwickeln.
„Gabriel – du wirst alt.“

„Kann sein“, überlegte Gabriel. „Oder ich bin einfach müde und gestresst in der Aussicht auf Yujos Geburtstag, habe letzte Nacht nicht geschlafen, weil wir ja im Pool zu tun hatten und klebe mir nun seit fast vier Stunden die Finger wund an diesem Ungetüm.“
Ließ sich Gabriel am Türrahmen hinunter rutschen und fing an auf Santos zuzukrabbeln, zog fragend an einer der langen weißen Flechten und fing an sie auf seinen Fingern aufzuwickeln.
„Du willst nicht wirklich, dass ich dich so nenne, oder??“, fragte er schockiert.

Santos murmelte leise vor sich hin, räkelte sich aber weiter auf dem Teppich. Irgendwas von „blöde Maus, versaut sogar den Sex wenn er nicht da ist“ maulend schnurrte er leise. „Klar, Zitronenfalter – das klingt so wild“, lachte er und sah seinem schockierten Schatz ins Gesicht. „War ein Scherz, Gabe. Was glaubst du denn von mir? Dass ich nicht mehr ganz rund laufe, nur weil wir“ – er sah auf die Uhr – „fast 17 Stunden 45 Minuten und jetzt genau 29 Sekunden keinen Sex mehr hatten? Hey ich kann mich sehr wohl beherrschen!“
Seine Hand wanderte in Gabriels Nacken und zog ihn weiter mach unten.
„Und die nächsten Minuten will ich das Wort Maus nicht mehr hören! Auch kein Yujo oder Geburtstag oder Geschenk.“ Seine Stimme war heiser und die Lippen gespitzt.

Gabriel ging darauf ein und nickte, leckte grinsend über die geschürzten Lippen seines Vampirs und wiederholte das neckend noch einmal. „Was willst du denn sonst hören und machen??“, fragte er und ließ den heißen Atem über Santos’ Mund streifen.
Zwar schüttelte er sich bei dem Gedanken an Zitronenfalter, doch wenn sein Schatz das ernst meine würde, würde sich Gabriel anfangen ernstlich Sorgen zu machen und ihn wirklich mal probeweise wo einsperren. Eine Hab – mich – lieb- Jacke konnte ja nicht so schwer zu bekommen sein.

Aber ob die auch Vampirsicher war? Das blieb zu bezweifeln.
Santos schnurrte und reckte seinen Kopf. „Nenn mich wie du willst, so lange wir dabei nackt sind, verschwitzt und … och nee! So lange du jetzt die Tür nicht aufmachst.“ Er schlug sich vor die Stirn. War das nötig? Den ganzen Tag musste er auf seinen Schatz verzichten, darben und dürsten und nun kam Cole angelatscht – noch zehn Meter und er würde klingeln! Warum? Was hatte er dem Herrgott alles getan, dass er so gestraft wurde? Kein Flausch? Kein Sex? Kein Zitronenfalter?!
„Langsam fängt dieser Mausgeburtstag echt an mich zu nerven“, knurrte er und griff sich seinen Schatz um ihn leidenschaftlich zu küssen und die Tür zu überhören.
Geht doch alle weg – wir sind nicht da – betteln und hausieren verboten!
Jeder Dritte wird erschossen – zwei waren schon da!

Und die klingelten und klingelten und John lachte über die bunten Flüche seines Schatzes, weil sie auch nach zehn Minuten noch immer vor einer geschlossenen Haustüre standen. Erst als Cole anfing zu rufen, dass sie gefälligst später poppen sollten, weil jetzt Kuchenbackzeit war, riss der große Bodyguard seinen Hasen an sich und verschloss ihm den Mund mit einer Hand, donnerte mit der andere noch mal gegen das Holz der Tür und wartete dann ab.

„Geht doch“, bemerkte er zuckersüß als Santos die Tür aufriss, etwas zerrupft aussah und Cole anfunkelte. „Scheiß Timing. Du wirst der … du weißt schon wem! … immer ähnlicher!“ Beinnahe hätte er gegen seine eigenen Forderung verstoßen, dass besagtes Wort die nächste Zeit nicht gesagt werden sollte!
„Kommt rein, bevor ihr noch die Nachbarn auf uns aufmerksam macht.“ Er richtete sich die Hose und öffnete die Tür weiter.

John grinste dreckig und ließ seinen Hasen wieder los, leckte der sich auch gleich über die malträtierten Lippen, funkelte John an und schob sich dann an Santos vorbei um drinnen gleich mosernd über Gabriel herzufallen.
„Wobei haben wir denn gestört??“, grinste John noch immer und trat auch lieber gleich ein, bevor ihm der Vampir noch die Tür vor der Nase wieder zu depperte.

„Beim Tiere raten, wobei denn sonst“, knurrte Santos und sah mit einem Grinsen, wie Cole sich auf den immer noch am Boden liegenden Gabriel hatte fallen lassen und nun unbedingt wissen wollte, was in dem Geschenk wäre und ob er das noch mal auspacken könnte und zeigen, und warum Gabriel eigentlich so rot wäre, und was für Tiere er hätte erraten müssen und woran.
Ein ganz normales Cole-Verhör eben. Man merkte, dass er der beste Freund von Yujo war, als sie noch klein gewesen waren – die waren sich viel zu ähnlich.
Santos lachte und bot John einen Kaffee an, während Gabriel verzweifelt versuchte Cole zu entkommen.
„Wo der sitzt, da sitzt er“, erklärte John lachend und folgte Santos.

Ja und Cole saß wirklich und da er sich nicht rührte außer Gabriel nervenaufreibend in die Seite zu pieken guckte der schon sehr flehend zu seinem Vampir, der ihm jedoch keine Beachtung schenkte, sondern lieber mit John Kaffee trank.
Verräter!!!!
Das würde Rache geben, spätestens dann, wenn sein Schatz wieder mal etwas besonderes wollte.

Schade, dass Vampire keine Gedanken lesen konnten, denn genau diese Drohung hätte Santos veranlasst Gabriel sofort!, zu retten. Aber so?
So saß er an der Theke der Küche mit Blick auf den weichen Teppich im Flur wo die Kinder spielten.
„Ach sich sind sie nicht niedlich wenn sie so ausgelassen toben?“, witzelte er und John blinzelte, fiel dann aber auch mit ein.
„Ja, in der Wohnung wird er immer ganz verrückt weil er keinen zum Spielen finden und dann springt er herum, springt alles an was in der Wohnung liegt, steht und hängt und leider sind bei den Gören die Ausstellknöpfe immer so weit drinnen angebracht.“ Er grinste dreckig während Cole sich ereiferte was denn hier erzählt würde und was das für ein Knopf wäre und und und … Es ging unter weil Gabriel auch irgendwas murmelte.
Santos seinerseits kicherte nur albern. „Ach, sie werden so schnell erwachsen. Aber diesen Knopf hab ich bei ihm hier noch nicht gefunden,“ deutete er auf einen zappelnden Gabriel. „Vielleicht auch gut so. Spielt schön, ihr Kleinen.“

"Sexentzug ... eindeutig eine Woche, ein Monat ...ein Jahr", grummelte Gabriel und versuchte noch immer vergeblich Cole von sich runter zu schaffen, doch der hatte es sich auf seinem Bauch gemütlich gemacht und schien nicht wirklich weg zu wollen.
John sah dem ganzen amüsiert zu und nickte Santos auf dessen Bemerkung hin zu. "Hast Recht, sind ja niedlich wenn sie so herum tollen.", lachte der Große und lehnte sich rücklings an der Theke an, nur ab und an drehte er sich, um Cole zuzusehen wie der Gabe ärgerte.

Es dauerte eine Weile bis Santos wirklich verstand was genau sein Schatz da murmelte. Irgendwas von Monaten und Jahren – als aber das Wort Sexentzug erneut fiel, schluckte er hart. Oh oh! Das war fies! Das war oberfies – das war vampirverachtend!
Mit einem Sprung war er bei den beiden nett spielenden und rupfte Cole herunter, drückte ihn einem völlig verdatterten John in die Hand, der hastig seinen Kaffe wegstellte und zog dann seinen Schatz auf die Beine.
Cole murrte und grummelte, irgendwas von hinterhältig und viel stärker und unfair und Santos sah seinen Schatz an. „Sexentzug ist fies. Du weißt ganz genau wie du mich in der Hand hast, Fiesling.“ Die goldenen Augen wurden mausgroß und er schniefte leise. Aber es wirkte nicht annähernd so mitleiderweckend wie wenn eine nasse, ausgehungerte, ungepoppte Maus so was machte.

Dafür hatte Santos den Geliebtenbonus auf seiner Seite und so zog ihn Gabriel zu sich auf den Boden und langte mal frech seinem Vampir in den Schritt. „Ja. Wortwörtlich hab ich dich in der Hand“, raunte er leise und grinste seinen Schatz dabei an.
Von Cole befreit war das Übel auch schon wieder vergessen.

Aber nicht von Coles Seite. „Sagt mal, könnt ihr euch anderswo befummeln? Morgen ist Mausgeburtstag, ich muss euch wohl nicht erklären was passiert, wenn er keinen Kuchen hat! Also schwingt eure Ärsche, und damit meine ich keinen Quickie – und kommt mal in Wallung. Hopp hopp! Jetzt aber mal ..“ John hatte Mitleid mit Santos und Gabe und küsste sein Babe fast bewusstlos.

Und diese Pause nützte auch Gabriel, schnappte mit einer Hand Santos im Nacken und zog ihn zu und auf sich, kraulten seine Finger durch den Haaransatz, während er mit seiner Zunge über die weichen Lippen des Vampirs neckte.
„Lange wird auch John das Flöt nicht ruhig halten können.“, flüsterte Gabriel an Santos’ Lippen und versiegelte sie mit seinen. Geschwind drang er mit seiner Zunge in das andere Reich ein um zu plündern und zu brandschatzen, im Gegenzug riss er sich an den Fängen seines Vampirs wund und ließ den so von sich kosten.

Santos stöhnte auf und da gab es auch für das geküsste Flöt kein Halten mehr. Er entglitt Johns Obhut, der gar nicht so schnell gucken konnte, wie Cole sich losgerissen hatte und - ähnlich wie die Maus im Spannermodus – sich neben die Beiden hockte und mit lautem Klicken einen Fotoapparat imitierte.
Denn der Abend – der gewisse Schafft-die-Maus-ins-Tierheim-Abend – war auch vor Cole und John ausgewertet worden, blumig untermalt von Yujo, der diverse Misshandlungen nachstellte, leicht vom Interpreten dramatisiert, versteht sich.
Auch die Fotos auf Santos’ Handy waren ausgewertet worden und nun kroch Cole, ganz nach Mausmanier, ganz dicht ans Geschehen, dass er Gabe ins Ohr pusten konnte.

Tja und wie könnte es anders sein, erschrak sich der und biss Santos auf die Zunge und nicht nur ein wenig, sondern gleich so fest, das heißes Blut hervorsprudelte und Gabriel sich mit leisem Stöhnen noch enger an Santos drängte.
Der Geschmack von Santos’ Blut wusch durch ihn und ließ den Menschen atemlos blinzelnd zurück, während seine Lippen sich aber nicht von denen seines Geliebten zu trennen vermochten.

Na so war das aber nicht geplant gewesen. Die Beiden hatten sich trennen sollen! Er wollte endlich Kuchen backen. Er hatte extra ein Bild gemalt, wie der Kuchen aussehen sollte und zusammen mit John das Rezept auswendig gelernt! Und mit diesem Wissen wollte er jetzt antworten und nicht einfach so sträflich missachtet werden!
Skrupellos schob er sein Gesicht ganz dich an das der beiden Anderen, dass er an seinen Wangen die anderen spüren konnte und streckte einfach seine Zunge auch mit dazwischen.
John hielt sich einfach die Augen zu, machte sich dann aber auf zum Bad, um ein Pflaster zu suchen, dass da in Maushöhe reichlich herumlag. Denn DAS würden sich die Beiden wohl nicht lange gefallen lassen.

Gabriel merkte das Santos sich plötzlich versteifte und dann war da noch wer. "Was?", knurrte Gabriel und machte die Augen auf, sah, merkte und spürte gleichzeitig Cole bei ihnen und dessen Zunge.
Ausholen, zuschlagen wollen, und zum Glück für Cole, das Abfangen von Gabriels Faust, waren ein Augenblick.
Santos blinzelte auch noch verdutzt oder besser überrumpelt, aber hatte die Faust seines Geliebten aufgehalten, sonst hätte Cole wohl ein blaues Auge.

Doch dem war das egal. Im Schneidersitz hockte der nun auf dem Teppich neben den Klumpen verknoteter Vampir und Mensch und grinste. „So, da ihr euch endlich wieder getrennt habt. Entknotet euch bitte und dann können wir Kuchen backt. Schwingt die Ärsche, ihr alten Männer! Ich haben morgen keinen Bock auf eine Plärrmaus, die sich vom Teppich stürzen will, weil keiner ihm einen Kuchen gebacken hat.“
Demonstrativ wischte sich Cole die Mundwinkel sauber und sah zu, wie sein Schatz wieder loswanderte, um die Mauspflaster wieder im Schrank zu verwahren. Spätestens morgen, wenn die überdrehte Maus Geburtstag hatte, würden die Dinger sicher zur Anwendung kommen. Eine Maus, die mit einem Messer Kuchen anschnitt [vorausgesetzt die Jungs kamen heute noch mal dazu einen Mauskuchen zu backen!] oder eine Maus, die sich an einem Sessel den Mausfuß stieß oder eine hyperaktive Maus Santos so lange nervte, bis der den Kleinen wieder auf die Couch warf, wo die Maus dann spontan runterkullerte. Hundertundeinen Weg, wie sich eine Maus verletzen konnte und nur eine Packung Pflaster.
Purer Leichtsinn!

Er sollte den Beiden doch wirklich mal raten eine kleine Krankenstation in dem Haus hier unterzubringen, genug Platz hätten sie ja wohl mal dazu.
„Freches Flöt, Klappe.“, maulte Gabriel und zog Santos noch mal demonstrativ zu sich herunter und leckte dem über die Lippen, bis er die Aufmerksamkeit des Vampirs wieder auf sich wusste.
„Andererseits hat das lästige Flöt Recht, ich will morgen auch keine plärrende Maus hier im Haus haben.“

„Dann sperren wir besagte Plärrmaus eben einfach nur in den Gartenpavillon ein. Dann ist er nicht mehr im Haus und Ruhe ist“, war die einzig logische Konsequenz für den Vampir, der sich aber nun doch langsam erhob. John grinste schon die ganze Zeit so dreckig und Cole beschwerte sich schon wieder bei seinem Bodyguard, dass er wieder Flöt genannt wurde und wie gemein das wäre und John dagegen nicht mal was machen wollte!

Och, aber John fand den Namen ganz niedlich, auch wenn er seinen Süßen nicht so nennen würde, wenn er nicht unter dem sicher folgenden, ein paar Stunden andauernden, Sexentzug leiden wollte. Aber irgendwie war der Spitzname wirklich niedlich, vor allem, wen man die Geschichte kannte und den Grund, warum Gabe und Santos seinen Hasen so nannten.
Und er hatte sich die genauen Hintergründe natürlich erzählen lassen von Gabriel, mit Einwürfen von seinem Schatz und so weiter und so fort, denn gewisse Sachen konnten einfach nicht unkommentiert im Raum stehen gelassen werden.
Auf jeden Fall war das damals ein lustiger Nachmittag gewesen.

Im Gegensatz zu jetzt. Cole drohte mit Sexentzug, Santos wollte immer noch die Maus in den Pavillon im Garten verfrachten und Gabriel schüttelte den Kopf, weil John gerade damit beschäftigt war, Cole anzubetteln es sich doch noch einmal zu überlegen.
Aber da kannte der Banker nichts! Knallhart wurde festgelegt, dass alle, die Flöt niedlich fangen, in seinem Bett nichts zu suchen hätten. Santos atmete betont erleichtert aus und nun hätte eigentlich nur noch eine kleine Maus gefehlt, die auch noch irgendwo in ein Bett krauchen wollte.




-02 -

Doch besagte Maus krauchte grad viel lieber wieder langsam und wie er glaubte unauffällig vom Futon herab, schlich leise über den Fußboden um fast über seine Hose zu stolpern, die ihm Kawa zuvor doch glatt entführt hatte und wuselte weiter.
Immer Richtung Tür, immer Richtung raus und zu Gabriel und Santos um doch mal gaaaanz zufällig dort ein paar Schränke nach Mausgeburtstagsgeschenken zu durchsuchen.
So ein Pech nur, dass der schlafend geglaubte Vampir nicht schlief, sondern nur die Augen zu hatte und lauschte wie sein Nager durch das Loft flitzte.

Freilich immer noch ohne Hose, auch das Mauseschwänzchen brauchte eben mal frische Luft! Und außerdem lag Kawa ja auf seiner Hose und den hatte der Nager nicht wecken wollen. Er schlüpfte in seine Schuhe und sah sich dann doch noch mal selber an. Sah ja schon komisch aus. Ein dicker Wollpullover und unten dann nichts an außer schwere Boots und grüne Socken?
Vielleicht, aber nur vielleicht, sollte er sein Bekleidungskonzept noch einmal überdenken.
Vielleicht ein Handtuch?
Nö, erst mal die Torte kosten die Kawa gebacken hatte – mit Erdbeeren und viel Sahne!

So konnte Kawa schwuppdiwupp bald eine Maus beobachten, der in besagtem seltsamen Outfit und mit der ganzen Torte bewaffnet durch das Wohnzimmer lief und sich auf der schwarzen Ledercouch, die sie angeschafft hatten, mit seiner Beute breit machte.
Dort anfing zuerst alle Erdbeeren von der Deko zu futtern, dann mit einem Löffel begann die Sahne und Joghurtfüllung mit den Erdbeerstückchen zu naschen und so eher nebenher in einem Manga las, die auch schon überall herumlagen, seit sein Nager hier öfter mal war.

Ab und an musste Kawa sogar gestehen, dass er aus dem einen oder anderen nicht jugendfreien Buch auch schon eine Anregung geklaut hatte, um die Maus etwas auf Trab zu halten. Aber das musste der Nager ja nicht wissen.
Der hockte nun mittlerweile im Schneidersitz auf der Couch, was nicht ohne Quieken abgegangen war, als sich die Maus den gekühlten Teller auf den nackten Schritt gestellt hatte. Hui war das kalt am Mauseschwanz! Schnell musste ganz viel Kuchen gefuttert werden, um den Schock gerade noch mal so zu überleben und dem Tod durch Erfrieren von der Schippe zu springen. Aber nicht, wie der geneigte Leser glauben mag, weil sich besagte Maus etwas anzog, sondern weil er sich mehr Kalorien zufügte, die sein Körper bitteschön in Wärme umwandeln sollte.

Das war Mauselogik hoch drei, belegt und eingereicht am Amt der Wissenschaften.
Kawa stützte sich mit einem Arm auf und sah zu wie die Augen der Maus größer wurden, das Schnäuzchen aufgeregt zuckte und eine Zunge immer wieder über die Lippen huschte.
Aha, da hatte der Nager wohl eines der Yaoi-Manga erwischt, die er noch nicht kannte, denn von Zeit zu Zeit ließ Kawa, um seine Maus beschäftigt zu halten, alle neuen Bände kommen, die Yujo noch nicht hatte und verteilte sie um die Couch, damit sein Nagetier die Dinger auch fand.

Denn das Bücherregal, das Kawa extra für die Bücher der Maus angeschafft hatte, hatte der Nager sicher noch nicht einmal bemerkt. Jedenfalls hatte er dort noch nicht eine Mauspfote hingesetzt und schnüffelte sich immer nur durch die Stapel Bücher, die um die Couch verstreut herumlagen.
Kawa war mal so drauf gewesen und hatte die, damit es ordentlicher aussah, auch ins Regal geräumt. Die Maus war fast den Heldentod gestorben als seine Bücher weg waren, nicht griffbereit, nicht in Lesereichweite! Kawa hatte was draus gelernt und Yujo hockte gerade da und schmökerte von einer Seite auf die nächste. Sahne kleckerte auf die nackten Mausbeine, Erdbeeren kullerten in den bloßen Schritt, aber die Maus bekam echt nichts mehr mit.

So grinste der Vampir in sich hinein und sah den richtigen Augenblick gekommen auch mal von der Torte naschen zu kommen. Und wenn die Torte sich über seinem Schatz verstreut befand und er so an Beiden lecken konnte?
Na umso besser.
Gedacht getan, krabbelte Kawa auch schon auf allen Vieren zu seiner Maus, ließ sich vor dem Nager nieder und fing gleich mal an die verstreute Sahne abzulecken.

Leider bekam er nicht so viel Aufmerksamkeit wie er erwartet hatte, denn die Maus war mal wieder im berühmt berüchtigten Spanner-Modus und kicherte albern und leicht errötend vor sich hin. Wieder verfehlte ein Löffel Sahne den Mausmund und der Kleine beschmadderte sich total das Gesicht. Wow! Wie gelenkig war denn der Kerl. Yujo drehte das Buch und verdrehte gleichzeitig den Kopf. Plötzlich quietschte er auf, verdammt was kribbelte denn da so?

Kawa ließ sich nicht davon abhalten auch die Erdbeerstückchen, die Yujo schon auf sich verteilt hatte, alle aufzuspüren und nach und nach von seinem Schatz zu futtern, nur gut, dass er eine Glattledercouch genommen hatte, sonst wäre das Ding schon dreimal hin gewesen durch die Flecken die sein Schatz immer wieder fabrizierte. Doch so ließ sich fast alles von dem gut eingelassenen Leder abwischen und entfernen.
Das er dabei immer weiter über Yujos Beine hinauf und so näher zum Mäuseschwänzchen wanderte war doch nicht seine Schuld.

Es war grundsätzlich nie Kawas Schuld, wenn man den Vampir mal fragte. Aber mittlerweile hatte Yujo sein Buch weggelegt und besah sich nun die langen schwarzen Haare, die in der Sahne hingen, die sich wie ein Meer aus fließendem Öl über seine Beine ergossen und irgendwo darunter war etwas, was die Maus extrem nervös machte.
„Kawa“, rief er sich leise in Erinnerung, denn sein Vampir schien eins mit sich und der Sahne. Und auch das Mausschwänzchen wollte mithelfen und stellte sich brav auf, um besser sauber geleckt werden zu können.

Na das hieß der Vampir doch willkommen, so eine brave Mitarbeit wollte nicht übersehen werden und so leckte seine flinke Zunge auch das Mäuseschwänzchen sauber obwohl dort nicht wirklich Sahne dran war, oder noch nicht.
Erst dann guckte der Vampir langsam nach oben und leckte sich die Sahnereste von den Lippen. „Was denn Schatz??“

„Ich dachte du schläfst“, gestand die Maus mit roter Nase und schluckte hart. Ob Gabriel Recht hatte? Konnte er wirklich nichts machen ohne dass es in Sex ausartete? Denn genau so was schlimmes hatte der letztens behauptet und Yujo hatte freilich dagegen gehalten, dass das nicht stimmen würde und nun? Er hatte nur etwas essen wollen und ein bisschen lesen und nun? Saß er extremst geil und ziemlich unbekleidet [zumindest in den wichtigen Regionen] in der Gegend und glühte wie eine Kirsche.

Und glühen tat nicht nur das Mausenäschen, sondern auch das Schwänzchen und über das leckte Kawa wieder. „Na du hast zu futtern angefangen und soviel verschludert, dass ich mich erbarme und meine Maus jetzt sauberlecke von all der leckeren Sahne und Erdbeeren.“, murmelte Kawa und kam ein wenig höher um seine Fingern in die Torte fahren zu lassen und sich so noch mal etwas der süßen Köstlichkeit zu holen, denn irgendwie hatte er schon alles von Yujo runtergefuttert.

Aber die Maus war wachsam. „Klar, rein und selbstlos hast du die verdreckte Stinkmaus saubergemacht, schon klar.“ Irgendwie hatte der Vampir entschieden zu viel Spaß an der Sache, als dass die Maus ihm das einfach so abnehmen konnte.
Und da! Jetzt schmierte der Dreckvampir schon wieder Sahne auf die arme Maus! Wie sollte der denn da sauber werden? Andererseits – wenn er genug Sahne auf sich hatte und ganz weiß war – ob er dann zu einem Eisbären wurde? Freilich musste die Maus diese Frage gleich stellen als er die Beine auf der Couch anwinkelte und leise stöhnte.
Leise fing er an zu summen. „Ich möchte ein Eisbär sein – am kalten Polar …“

Das reizte Kawa dazu, dass er nicht nur die Sahne ableckte, sondern auch mal gehörig zubiss und so sein Essen etwas verfeinerte. Wenn der Nager schon von Eisbären anfing, durfte er sich wohl ablenken, oder??
War ja nur gerecht, denn langsam freute sich Kawa schon richtig darauf, dass der Tag zu Ende ging und der Nächste begann und somit auch Yujos Geburtstag, denn die Maus mit seinem Eisbärenzeug wurde langsam aber sicher lästig.
Vor allem wenn der Junge immer in solchen Situationen von den Viechern anfing.

Vielleicht – aber wirklich nur vielleicht – sollte das Kawa auch zu denken geben? Ob er es mal mit einem Eisbärenkostüm versuchte sich der Maus zu nähern? Allerdings bestand so wohl die Wahrscheinlichkeit, dass er zu Tode geflauscht wurde.
Na wie auch immer, unter Zwang und Stöhnen und Keuchen versuchte die Maus sein Lied zu Ende zu bringen, irgend so ein deutscher Ohrwurm, Jahrhunderte alt schlimmer als jeder Schlager. Einmal gehört wurde man diese blöde Melodie nicht mehr los. Aber wenn’s doch n Eisbärenlied war!
„… Eisbären müssen … nie weinen …“, sang er leise weiter und keuchte lauter. Warum war er auch in die Küche geschlichen und musste Kuchen naschen? Er hätte auch auf die Straße und zu Gabriel gehen können, aber nein! Okay, dass er keine Hose angehabt hatte, war schon ein Argument für dieses Warum. Aber nur ein Kleines.

Erst als seine Maus sich mit einem sehr sehr schief gesungenen „ Ei... Ei... E...i Eisbähär...“, aufkeuchend verströmte ließ ihn Kawa langsam wieder nach Luft schnappen und verlagerte sich wirklich wieder darauf die Erdbeeren, welche er auf Yujo verstreut hatte, zu naschen.
So ergoss sich nur wieder die Flut schwarzer Haare über die Beine Yujos und Kawa, der auf dem Boden hockte und mit den Lippen die roten Früchte suchte, wurde fast übersehen.

Die Maus kämpfte mit seinem Höhepunkt und einer Ohnmacht und hatte alle Mauspfötchen voll zu tun, nicht gleich nach vorn überzukippen, sondern sich gegen die Rückenlehne fallen zu lassen. „Ha...“, machte er abwesend und strich Kawa durch die langen Haare.
„Hat dir schon mal einer gesagt, … dass das nicht gerade die … richtige Art ist Erdbeertorte … zu essen, Schatz? …Man schmiert die nicht erst auf Mäuse. Oder warst du schon mal … beim Bäcker und hast gesehen wie jemand … Erdbeerkuchen verlangte und eine Maus dazu bekommen hat? … Glaube ich nicht“, keuchte Yujo mit geschlossenen Augen und tastete auch nach dem schon ordentlich verwüsteten Kuchen.

„Och, aber wenn’s schmeckt“, maulte Kawa schon fast und suchte weiter, ob er nicht noch wo was übersehen hätte, erst als er sich sicher war, dass zumindest sein Schatz von allen Leckerlies befreit wäre, kroch er auch auf die Couch und halb über Yujo.
Wie eine Katze kringelte sich der Vampir um seinen Schatz und grinste ihn an. „Aber wenn du mich fütterst, soll’s mir auch recht sein.“

„Ja toll, typisch Vampir. Sich flauschen und verwöhnen lassen“, murmelte Yujo, grinste aber von einem Ohr zum anderen. Nun würde er mal den Spieß umdrehen und Kawa vollschweinern. Allerdings lohne sich das noch nicht wirklich, der hatte ja noch sein blödes Hemd an! So zupfte die Maus mit einer Pfote an dem widerlich lästigen Stück Stoff – ganz dezent und hoffte, dass Kawa den Hinweis verstand. In der anderen Hand balancierte er nämlich die Reste der Torte und versuchte sie nicht fallen zu lassen.
„Los, mach dich nackig, sonst gibt’s nichts. Will ja auch was von haben.“ Yujo piekste seinem Schatz in die Seiten und kicherte albern.

Lachend erhob und entkringelte sich Kawa noch mal und ließ seine Klamotten zu Boden fallen, nackt schmiegte er sich wieder an Yujo und schnurrte leise, als er sich um den halbnackten Jungen wand.
„Besser so?“, raunte Kawa dunkel und grinste frech, streckte sich ein wenig und ließ sich schnurrend zurücksinken.

„Öhm?“ Yujo tat, als müsste er über diese Frage doch erst einmal ordentlich nachdenken und strich probeweise etwas Sahne auf Kawas Schulter. „Ja doch, ist okay so, kann man so lassen“, erklärte er dann schließlich und griff ordentlich zu. Er brach ein Stück aus dem Boden heraus und legte es Kawa auf den Bauch. „Bleib ja liegen, wenn’s auf den Teppich kleckert bist du dran schuld“ Und schon fing er an Erdbeeren zu stapeln und mit Sahne zu verkleben und baute und baute und werkelte und werkelte. Ab und an stopfte er Kawa eine Erdbeere in den Mund, aber auch nur, wenn der knurrte und grummelte, während die Maus sein Erdbeerhäuschen kreierte.

Denn der Vampir sah ja gar nicht ein, dass nur sein Nager was von den leckeren Früchtchen futterte und er stillhalten sollte und nichts abbekam.
Unfair, aber so was von unfair.
„Maus, ich will auch was.“, nörgelte Kawa schon fast, als Yujo fast fünf Minuten an ihm rumfummelte und Sahne schleckte und er zugucken musste.

„Hä?“
Als wäre Yujo aus einem Traum hoch geschreckt. „Du willst was? Ach so.“ Er tauchte einen Finger in die Sahne und stopfte ihn Kawa in den Mund, während er mit der anderen Hand weiter an seinem Haus baute. Es brauchte noch eine Straße, die wurde mit Sahne geschmiert – vom Nabel bis zu Kawas Geschlecht, das auch eine ordentliche Portion abbekam und die Maus grinste dreckig. Eine Weile starrte er nur auf Kawas Männlichkeit. „Was denn, kannst du nicht mal alleine aufstehen? Was bist denn du für ein komischer Schwanz“, lachte er und kreischte gleich darauf, weil etwas in seinen Finger biss.

Und zwar fest und gleich darauf sog Kawa an den kleinen Bluttropfen, die hervorperlten. Nun gut, wenn sein Schatz ihn vernachlässigte, musste er sich ein Leckerlie schaffen und Yujo schmeckte lecker und ein Finger konnte ein super Lolli sein, wenn man erst mal ein wenig angeknabbert hatte.
So konnte der Vampir auch getrost die Frechheiten seiner Maus übergehen und leckte zufrieden immer wieder die kleinen roten Perlen auf.

Aber die Maus war davon nicht ganz so angetan wie Kawa. Denn es war schließlich gerade sein Finger, der da weh tat und alles nur weil Kawas fauler Schwa … na der da!, … in der Gegend herum lag, ohne sich mal zu erheben. Mit der gesunden Mauspfote, die er sich erst mal eine Weile betrachtete, fing er dann irgendwann immer wieder gegen den weißen Penis zu pieksen, nur um zu gucken ob was passierte und was passierte.
Pieks. Pieks. Pieks.
Schade, dass er auf die Kuchengabel verzichtet hatte.

Kawa leckte über Yujos Finger, heilte die kleine Wunde und entließ ihn, um mit großen Augen zu seinem Nager zu gucken. „Maus, ich glaub, das könntest du noch brauchen, also sei lieb.“, forderte der Vampir und zog eine Schnute.

„Das da?“ Wieder piekste die Maus mit einem Finger. „Das faule Ding, das sich nicht mal erhebt? Glaub ich nicht.“
Pieks.
Pieks.
Pieks. Pieks. Pieks.
Und Mausi grinste.

„Wenn du so weiter machst, tut sich da sicher nichts.“, Kawa schmollte und sah demonstrativ von seinem Nager weg. „Nur liebe Mäuse bekommen Leckerlie.“

„Du weißt schon, dass das unter Erpressung fällt und Erpressung verboten ist? Das ist dann nämlich keine artgerechte Maushaltung! Hast wohl das Handbuch der Maushaltung nicht gelesen, hm?“
Pieks.
„Außerdem ging das bei dir auch schon mal schneller, dass sich da was tat.“
Pieks.
„Ich will keine liebe Maus sein müssen, nur damit dein ... dein Dingens da … ein bisschen nett zu mir ist. Wer ist denn die Geburtstagsmaus – er oder ich?“
Pieks. Pieks. Pieks.

„Dann sei eine dreckige Maus, sonst weißt du doch auch was du tun kannst, um Ergebnisse zu erzielen.”, zog Kawa eine Braue nach oben und überlegte wohl grad, ob aufstehen und sich das Zeug abwaschen nicht doch effektiver wäre, denn sein Schatz schien nicht wirklich motiviert.
„Bei solchen Vorraussetzungen ist’s kein Wunder, dass sich nichts tut.“

„Aha“, machte die Maus. Er war jetzt so richtig schön dabei Kawa zu ärgern. Und Spaß machte das! Viel mehr als zu Gabe gehen und den ärgern. Der ärgerte sich nicht, der sperrte ihn nur weg. Kawa hingegen schien gerade ein bisschen angepisst. Herrlich!
„Kann es sein, dass ich dich nicht mehr anmache?“, wollte die Maus wissen, schnickte mit einem Finger gegen Kawas Männlichkeit, die gar nicht daran dachte sich zu erheben, so weich wie das Sahnebett war und so verschränkte Yujo schmollend die Mauspfoten vor der schmalen Brust.
Erwachsen wie er war streckte er dem Penis noch die Zunge raus und zeigte ihm, was er jetzt dank seiner eigenen Schlaffheit nicht zu spüren bekam, so! Strafe musste schließlich auch für Schwänze sein.

Kawa knurrte, und knurrte lauter. „Maus, wenn du was willst, dann tu was dafür oder leck das Zeug endlich ab, langsam fängt die Sahne an zu rinnen.“, grollte der Vampir grantig und knurrte wieder.
Langsam aber sicher schaffte es sein Nager, dass er so richtig gepisst wurde.
Und so starrte der Vampir zur Seite und ignorierte seine Maus, die ihn so schmählich behandelte und ärgerte ohne auch nur einen Hauch lieb zu sein.

Na das konnte je eine vampirliebe Maus nicht mit ansehen, wie sein Schatzi nun da so herumlag, im Schritt alles lebte und sich nichts tat. Och! Armes Vampi. Yujo kicherte und schob einen Finger über die ganze Länge. „Die Sahne rinnt also“, wisperte er leise, gar nicht mehr im Angriffs-Modus, sondern lasziv und rau. „Läuft sie hier entlang?“, wollte er wissen und schob seinen Finger langsam unter das weiche Geschlecht und zwischen die Beine, folgte bis zur Pofalte und ließ seinen Finger dort die klebrige Nässe verstreichen. Wieder und immer wieder kam der Finger zurück, nahm etwas von dem cremigen Nass mit sich fort und verstrich es langsam. Seine Lippen fingen an, sich über den zitternden Bauch zu küssen und seine zweite Hand, die auf der Kawa rumgekaut hatte wie ein Hund auf einem Knochen, kraulte langsam dem ihm zugewandten Nacken.

„Unter anderem.“, grollte Kawa und sein Knurren wurde ein wenig leiser, als die Finger seiner Maus über ihn wanderten und sein Nager langsam doch lieber wurde.
Ein wenig schob er seine Beine auseinander und guckte kurz zu Yujo. „Siehste?? Das Zeug tropft aufs Leder.“

„Böse Sahne“, lachte die Maus rau auf und schob wieder seine Hand in den weichen Schritt. Seine Zunge folgte ohne umschweife. „Da sollte ich sie wohl aufhalten, hm?“, wollte er fast tonlos wissen, ließ nur seinen heißen Atem über den sahnigen Schoß streifen.
Es war bloße Gier, als er sich die letzten Zentimeter noch hinabbeugte und genüsslich mit der Zungenspitze durch die Sahne fuhr, während seine Hand weiter die klebrige Masse verteilte und in die Haut einmassierte. Andere badeten in Schlagsahne, Kawa bekam sie in die Haut einmassiert. Was wollte er mehr.

Eigentlich nichts, solange seine Maus nur ja nicht aufhören würde, sondern lieb weiter machte, denn das gefiel Kawa wohl ein wenig mehr als das lieblose Pieken von vorhin und so ließ er ein Bein auf den Boden sinken, stellte es dort auf und öffnete seine Beine so noch weiter für seinen Nager.
„Hmmm, viel besser.“, schnurrte der Vampir jetzt schon fast ein wenig und schloss die Augen.

Die Maus grinste nur frech und leckte artig weiter. Er genoss es geradezu zu spüren, wie Kawa von einem leicht gereizten Zustand wieder zutraulich wurde. Der straffe Körper entspannte sich dann immer so angenehm und die Muskeln wurden wieder weich.
Wieder und wieder zog seine freche Zunge über die Länge von Kawas Geschlecht, leckte darunter und hob sie auf, ließ sie wieder fallen und kicherte leise. Wenn er ehrlich war, machte ihn das tierisch an so mit Kawa zu spielen!
Nicht dass er Kawa noch in den Rücken stach!

„Maus.“, grollte Kawa als sein Nager wieder aufhörte und blinzelte zu besagtem Tierchen, das nun wieder still zwischen seinen Beinen hockte und sich sein Werk besah. Er genoss es mehr als alles andere, wenn sein kleiner Nager mal von sich aus etwas tat und Kawa genießen konnte.
Aber irgendwie entwickelte Yujo in letzter Zeit eine leicht sadistische Ader, wo er das nur wieder her hatte??
Ein wenig hob der Vampir sein Becken an und sah mit hellen Augen zu seinem Nager, blickte schon fast ein wenig bettelnd drein aber nur ein ganz kleines bisschen.

Man musste die Maus ja schließlich nicht gleich so verwöhnen. „Was denn“, wollte Yujo wissen und leckte wieder ein bisschen an der Leiste herum, denn dort lag noch ein kleines Häufchen Sahne, das zu schmelzen drohte. Grinsend schüttelte er den Kopf und streifte mit seiner Zunge noch einmal Kawas Geschlecht, das sich noch immer träge in den schwarzen Schoß kuschelte.
„Ganz schön faul“, lachte er leise und ließ seine Hand unter Kawas Becken wieder langsam suchen und forschen, hier zupfen, dort streicheln, dass Kawa fast die Augen verdreht hätte.

Wenn er selbige nicht schon geschlossen hielte und den Kopf weit in den Nacken gelegt hatte. Langsam konnte er sich nicht mehr beherrschen und so zeigten sich die ersten Erfolge auf Mausis Versuche.
Unterdrückt stöhnte der Vampir auf und keuchte leise auf, als freche Finger wieder zwischen seinem Po nach vorne huschten, um dort die empfindsame Haut zu necken.

Keuchen durchbrach die Stille und Yujo war sehr zufrieden damit. Seine gelehrigen Finger wanderten immer schneller, immer sicherer und fingen an, auf Kawa zu spielen wie auf einer Tastatur. Er drückte hier und sein Vampir stöhnte. Er streichelte dort und Kawa keuchte. Es war Wahnsinn! Welche Reaktionen er allein mit ein paar Berührungen auslösen konnte.
Dass er Publikum hatte, bemerkten weder die Maus noch Kawa, denn der war Geisel seiner Lust.
Santos und John waren nämlich zuhause rausgeflogen, weil sie aus Versehen zu viel Salz in den Kuchenteig getan hatten und nun Hausverbot hatten so lange bis der Kuchen fertig war und sich dachten: geh doch mal Kawa nerven!
Tja, Santos hatte gehört und gerochen was hier abging und Maus beim Sex stören war so ähnlich wie Maus Essen wegnehmen. Die Mutation zur Plärrmaus war vorprogrammiert und Kawa würde ihm die Haare rausreißen.
So hockte er mit John auf einem Dach gegenüber der Fabrik und wartete brav.

Und da die Maus gerade Gefallen an seinem Spiel gefunden hatte und Kawa sich auch nicht wirklich dagegen wehrte, würden die Beiden sicher noch ne Weile warten dürfen, bevor die Luft....öhm… rein war, oder besser eine Plärrmaus vermieden werden konnte.
So ließ John seine Beine vom Dach herunterbaumeln und Santos erheiterte sich ab und zu und auch den großen Bodyguard, indem er zum Besten gab, was er so mitbekam. Wenn das sein Kind wüsste.
Doch Kawa wand sich im Augenblick unter Yujos Fingern und reckte seinen Körper nach oben, wo die Hände seiner Maus viel zu weich und leicht über seine Brust und tiefer strichen.

„Schau sich einer diese geile Maus an. Tut immer so als könnte er kein Wässerchen trüben und lässt hier einen gestandenen Vampir wimmern und winseln.“ Santos grinste vergnügt vor sich hin, denn er hatte durch einen Zufall die Polaroid von Gabriel eingepackt, die er noch rumliegen hatte und nicht mehr brauchte. Aus diesen Bildern würde er der ach-so-anständigen Maus eine Geburtstagskarte basteln, die ihm Hören und Sehen vergehen lassen würde. Wenn auch nur für ein paar Sekunden, einen Lacher dürfte sie allemal wert sein.
Ein Blick auf die Uhr reichte um festzustellen, dass die Beiden schon seit gut 20 Minuten zu Gange waren. „Und da regt sich Kawa auf, die Maus wäre immer so schnell fertig?“

John lachte und ließ sich auch mal die schon gemachten Bilder zeigen. „NA vielleicht hält ja nur die Maus nicht durch, aber geschickte Finger hat der Kleine sicher, so wie Kawa sich verhält.“, grinste der Blonde dreckig und gab Santos seine Beute wieder zurück.
„Was glaubst du, wie lange Kawa noch durchhält?“

„Na ja – er hat die Überrascht-sein-Phase hinter sich, die Keuch-und-Stöhn-Phase haben wir auch schon mitgemacht. Im Augenblick steckt er in der Was-macht-denn-die-Maus-mit-seinem-Finger-Phase fest und entweder kommt noch die Huch,-ist-ja-gar-kein-Finger-Phase oder die überspringen sie, je nachdem. Geben wir ihnen noch drei Minuten und steigen dann langsam vom Dach. So geil wie die Maus schon riecht, ist der der erste, der schlapp machen wird.“

„Okay“, lachte John und grinste. „Glaubst du wirklich, der Kleine traut sich einfach mal Top zu sein?“, konnte er sich das ja nicht so vorstellen bei dem, was er bisher von den Beiden schon mitbekommen hatte.

„Diese Maus da ist zu allem fähig, das kann ich dir sagen. Der macht auch Fotos wenn ich Gabe poppe oder spielt U-Boot, wenn wir im Pool … na du weißt schon.“ John fing an zu lachen, als er sich genau das vorzustellen versuchte. Eine Maus mit Schnorchel und Taucherbrille, die sich an ein wild vögelndes Pärchen ran schlich! Zu köstlich!
„Ja, du lachst, dich stört er ja auch nicht dauern. Da bekommt die Bezeichnung Coitus Interruptus eine ganz neue Bedeutung. Ich nenne es eh nur noch Mausorgasmus, wenn mir mal wieder kurz vorher alles vergeht, weil das Biest irgendwo in der Nähe ist“, grummelte Santos, auch wenn das echt selten vorkam. Von Gabe bekam er eben nur ganz ganz selten genug.

Und da musste selbst ein so frecher Nager wie diese Maus sich schon ordentlich anstrengen, um ihn von Gabe abzulenken.
Nun ja, besagte Maus biss und knabberte sich gerade über Kawas Bauch nach oben und genoss es wohl sehr, dass sich der Vampir ihm entgegen drückte und stöhnend den Kopf zurückwarf.
Die Finger an seinem Hintern und die Bisse von Yujo brachten ihn immer weiter und Kawa fing an sich wirklich zu vergessen, vor allem wollte er nur, dass sein Nager weiter machte.

Neugierig geworden, hatte der schon lange in den Ritzen der Couch etwas gefunden, was extrem hilfreich sein konnte. Denn Kawa hatte die Angewohnheit überall an allen möglichen und unmöglichen Orten in seiner Wohnung Tuben mit Gleitgel zu verstecken, wo man eine Maus poppen konnte. Und das war eigentlich wirklich überall. Sogar auf dem Fernseher lag eine Tube.
So war der Nager, der sich übrigens ganz in Nagermanier noch immer über Kawas Bauch knabberte, gerade dabei, etwas ungeschickt Gel auf sich zu verteilen – mehr auf der Couch als auf sich selber, aber das konnte man zum Glück abwischen.
Nur Santos und John, die so was wohl regelmäßig taten – oft sicher mehrfach täglich – lachten sich fast schlapp wie die Maus sich anstellte und machten massig Bilder.

John kugelte sich fast und wäre wohl dabei vom Dach gefallen, wenn Santos ihn nicht noch rechtzeitig am Arm gepackt hätte. „Also das ...“, japste der Blonde und lachte wieder los als er mitbekam, dass das Gel mehr auf dem Leder war wie sonst wo. „...das sollte er noch üben...“, grinste der Bodyguard und japste nach Luft.

„Hey – schenken wir doch eine kleine Gebrauchsanleitung für seinen Mauseschwanz – so nach dem Motto: was man alles mit einem Mauseschwanz machen kann. Die Sache mit dem Gel sollte er echt üben. Vielleicht sollte Kawa ihm da mal die Stange halten.“ Jetzt war es Santos, der sich lachend über den Sand auf dem Dach kugelte und nicht mehr konnte. Nur gut, dass Kawa seinem Höhepunkt immer näher kam und nichts mitbekam!
Nur gut!

Denn der dunkelhaarige Vampir hätte sich wohl mit seinem Meister mehr als nur gefetzt, wenn er das mitbekommen hätte und vielleicht hätte er Santos ja auch so richtig schöne Prügel zukommen lassen.
Nach dem Motto all inclusive.
Doch daran konnte Kawa nicht mehr wirklich denken, reizte ihn Yujo viel zu sehr und sein Nager hatte irgendwann ein gewisses Geschick darin entwickelt seine Lieblingspunkte zu finden und immer wieder zu kosen bis er sich wand.
Vielleicht hätte er Yujo doch nicht so viel beibringen sollen.

Aber diese Erkenntnis kam ein ganz kleines bisschen zu spät. Ein winzig kleines bisschen, denn die Maus machte sich gerade daran mit einem leisen Quieken seinen Vampir zu entern, während Santos vor Lachen über Yujos dummes, selten dämliches, Gesicht das Dach verprügelte und Tränen von den Wangen wischte.
Er machte ein letztes Foto, dann musste er sich völlig auf das Lachen konzentrieren, um keinen Schluckauf zu bekommen.
„Huch, … ich bin ja schon drin“, presste er zwischen zwei Lachern hervor und kugelte wieder durch den Dreck. „Mouse inside.“ Er bekam kaum noch Luft.

Hätte ihm John nicht auf den Rücken geklopft, wäre wohl ein Vampir in das Buch der tödlich durch Lachen Verunglückten eingegangen und ein Gabriel hätte nur noch trauerschwarz tragen können.
Doch so hatten alle noch mal Glück gehabt.

Was wäre das für ein lächerlicher Tod für einen Vampir seines Alters gewesen? Vor lachen erstickt und wegen einer poppenden Maus vom Dach in die Mülltonne gefallen. Peinlich.
„Gleich … gleich“, japste er und setzte sich wieder auf. Dass musste er sehen, wie sich die Maus Mühe gab zu kommen, Kawa weiter zu stimulieren und nicht dabei in Ohnmacht zu fallen! Das musste er einfach sehen!

So half ihm John hoch und grinste, als er Santos musterte. Der war leicht dreckig, okay die Haare waren aufgelöst, der zuvor noch weiße Mantel jetzt eher grau und auch alles andere sah leicht,.... nun ja eben dreckig aus.
„Geht’s wieder??“, wollte John noch wissen und sah auch wieder in die Wohnung Kawas, als der Weißhaarige nur nickte und schon wieder grinste.

Die Maus hatte nicht durchgehalten und war ohnmächtig geworden und vom Sofa gekippt! Das war ja nun wirklich ein Foto wert!

Johns einziger Kommentar war ein langes „Ohhh“ und erst als er merkte, dass der Nager wohl wirklich liegen blieb folgte noch ein leiseres „Armer Kawa.“, denn der Vampir lag oder besser hing halb auf der Couch und war augenmerklich noch nicht wirklich befriedigt so wie sich etwas noch regte und nach Aufmerksamkeit heischte, die er von seinem ohnmächtigen Nager nicht mehr bekam.
Armes Kawa!!




- 03 -

Santos biss sich auf die Lippen um nicht laut loszuprusten. „Extrem armer Kawa. Jetzt muss er auf jeden Fall duschen. Entweder kalt um es abklingen zu lassen oder er holt sich gepflegt einen runter. Ich hätte Lust genau jetzt reinzuplatzen!“
Gesagt – getan, sprang er vom Dach und zückte den Schlüssel, den er Gabriel abgeschwatzt hatte. Der hatte ihn seinem Nervvampir gern überlassen, wenn er ihn nur für eine Stunde los war. Denn der wollte schon wieder Zitronenfalter sein und gekratzt werden. John allerdings war keinen Deut besser gewesen und hatte mit Santos mitgemacht – weswegen sie ja schlussendlich auch Hausverbot hatten.
Gerade schloss Santos die Tür auf und besah sich das Malheur.
„Zeit für Teletubies – Zeit für Teletubbies! - Törööööööööööööö.“
Gabriel hätte ihn sicher erschlagen!

Doch der backte gerade Kuchen mit Cole und konnte so seinen Schatz nicht zurückhalten, dass er in Kawas Loft einfiel und Gefangene machte, oder besser, alle Bewohner vergraulte.
Kawa, noch immer gefangen von den geweckten und nicht gestillten Gelüsten und dem Verlangen, das heiß durch seine Adern preschte, knurrte nur tief in der Kehle bei der bekannten Stimme, die so überhaupt nicht hier und jetzt herpasste.
Langsam und schwerfällig drehte sich der Vampir, stöhnte kehlig auf, als er mit seiner Erregung über das Leder schubberte und blitzte dunkel zu den Eindringlingen.

Denn John war Santos behände gefolgt. Kletter – kletter. Die Mauer runter.
„Kann man helfen? Brauchst du zufällig eine helfende Hand?“, wollte Santos wissen und zog John mit sich. „Komm ruhig rein, die platzen einem auch öfter mal in den Orgasmus. Oh sorry, du hattest ja noch keinen.“ Santos grinste breit und betrachtete die Maus, der in Socken, Schuhen und einem dicken Wollpullover mit aufrechtem Schwänzchen auf dem Boden lag und sich nicht bewegte.
„Tot?“, wollte er wissen und deutete auf besagten Nager. Denn wenn ja, konnten sie auch heimfahren und ihre Schätzchen poppen, dann brauchten sie keinen Mauskuchen mehr backen. Er hatte schon das Handy gezückt um die frohe ... öhm … die Kunde preiszugeben.

„Ohnmächtig“, keuchte Kawa und setzte sich etwa mehr auf, schloss erschauernd die Augen, als das kühle, glatte Leder wieder über seine Haut striff und ihn reizte.
„Eine Zunge wäre mir lieber oder auch was anderes.“, fauchte der Vampir zu Santos und erdolchte ihn fast mit einem verschleierten Blick, dass der wohl umgefallen wäre, wenn Kawa nicht grad mit seinem von Lust gepeitschten Körper zu tun gehabt hätte.

John ging etwas auf Abstand, aber Santos interessierte das nicht die Bohne. Er ließ seine Zunge herausschnellen und wackelte frech damit herum. „So was? Vergiss es. Da unten liegt dein Top.“ Eine Hand deutete auf die immer noch scheintote Maus. Hey! So viel Blut passte in den kleinen Mauseschwanz gar nicht rein, dass der so lange ohnmächtig sein konnte. Da musste doch noch etwas für den Kopf da sein, der sollte sich jetzt mal nicht so anstellen!
„Tja, Kawa, dass kommt davon, wenn man nicht alles selber macht.“ Santos hievte sich auf die Theke und besah sich das Bild noch eine Weile. Nur die Maus blieb wo er war.

Kawa, zu dessen Erregung sich langsam auch Wut und Adrenalin mischte, preschte zu Santos und packte den fauchend an der Kehle. „Verschwinde, wenn dir nichts besseres einfällt.“, blitzten seine Augen auf und er grollte dunkel.
Kawa wusste nur zu gut, wie der andere Vampir sich anfühlte, hatten sie ja eine, nun ja, gewisse gemeinsame Vergangenheit.
Wütend ließ er Santos los und der fiel fast von der Theke runter, als der dunkelhaarige Vampir kochend ins Badezimmer rauschte und seine Maus erst mal Maus sein ließ, denn Yujo lag gut wo er lag und würde so wie immer erst in einigen Minuten aufwachen und einer der beiden lästigen Eindringlinge würde sich schon um ihn kümmern. Erst musste Kawa die Hitze aus seinem Blut loswerden.

Santos indes hockte wieder auf der Theke und lachte leise. Ja, das war Kawa life und in Farbe und ohne Kleider. Immer noch stand John etwas skeptisch in der Gegend herum. „Pflanz dich, das kann noch ne Weile dauern, bis der wieder zu sich kommt. Besser wir lassen den erst mal wo er ist.“ Noch immer hatte Mausi den Fahnenmast gehisst, mal sehen wann sich das gab.
„Wir sind zuhause rausgeflogen wegen groben Unfugs, Gabriel hat mich einfach in die Garage gesperrt und da war es langweilig, da dachten wir, wir besuchen euch mal und gucken was ihr so treibt. Dass ihr das wortwörtlich nehmt konnte ja nun auch keiner ahnen.“ Santos plapperte vor sich hin und richtete sich die Haare, hier und da plumpsten Steinchen heraus.

Kawa grollte unter der eisigen Dusche und trotzdem wollte sein Körper nicht wieder ruhig werden. Zu sehr hatte er es genossen sich verwöhnen zu lassen und mal nicht ihr Liebesspiel anzuführen, tja und jetzt??
„Dann biete wenigstens nicht an was du nicht vorhast auch zu machen“, fauchte er noch immer aufgebracht, ließ sich dabei das kalte Wasser noch immer über die Haut perlen und zischte, weil er noch immer glühte und seine Maus sich selber außer Gefecht gesetzt hatte.

„Ja was glaubst du, wie deine kleine Ratte da drüben gucken würde, wenn er aufwacht und ich dir einen blase. Also ich bitte dich, davon mal abgesehen, dass Gabriel mich dann nicht mehr ins Bett lässt und ich im Auto schlafen muss. Nee nee, hol dir mal brav selber einen runter, den Ärger isses mir dann doch nicht wert.“ Santos baumelte mit den Beinen und beobachtete, wie die Maus langsam zu zucken anfing.

Zur Antwort fauchte Kawa nur grantig und schickte seine Hände wieder über seinen pochenden Leib, er würde mit Yujo wohl mal wirklich an dessen Ausdauer arbeiten müssen, denn das war mal mehr als ärgerlich so herrlich scharf gemacht zu werden und dann selber weiter machen zu müssen.
So entließ Kawa neben leisem Stöhnen die buntesten Flüche, die ihm einfielen und die sogar Santos noch erröten ließen, der natürlich neugierig wie er war brav lauschte.

„Böser Kawa“, lachte sein Schöpfer leise und lehnte sich etwas vor, um die Maus besser beobachten zu können. „Mit so einem schmutzigen Mund voll schlimmer Wörter küsst du deine Maus? Kein Wunder, dass der hier rumliegt und stinkt.“ Und das tat die Maus wirklich. Nach Hormonen, Pheromonen und anderem Zeug, was eine Maus vor lauter Geilheit eben so ausdünstete. Mann! Wie lange konnte denn eine Maus so rumliegen? Und das Mauseschwänzchen stand noch immer wie eine Eins!
„Sicher, dass der nicht tot ist?“

Kawas Faust schlug in die Duschwand ein und er fluchte umso lauter, als ihn Santos aus seiner gerade errichteten Vorstellung riss. „Halt die Schnauze oder komm und fick mich.“, fluchte der Vampir und knurrte zornig.
„Oder bring die Maus her.“, setzte Kawa noch an und ließ seine Nägel über seinen Körper schrammen.

„Nee Danke, ich heb mir das mal für zu hause auf. Deine kleine Ratte bekommt einem mittelschweren Anfall, wenn er sieht, dass ich da weiter mache, wo er aufhören musste. Zwangsläufig. Außerdem werden dann meine Haare nass, nö nö. Da bring ich dir lieber die tote Maus, kannst den ja zu ende poppen, wenn er mitmacht. Soll ich noch Tesa bringen, dann kannst du ihn an die Fliesen kleben, damit er stehen bleibt und du die Hände frei hast.“
Santos konnte nicht mehr vor Lachen und John sah schon Stühle durch die Luft fliegen. In was war er denn da rein geraten? Er sah nur, wie Santos anfing die irgendwas stammelnde Maus aufzusammeln und versuchte das Mauseschwänzchen nicht zu berühren. Nicht auszudenken wenn das abbrach!
Obwohl – Tesa wird’s schon richten! Fiel sicher gar nicht auf – so gut wie neu.

Als er die Tür zum Badezimmer auf machte funkelten ihm gleich dunkel glühende Augen entgegen und ein nasser Kawa nahm ihm die Maus ab. Konnte Santos so einen guten Blick auf sein Kind erhaschen, bevor der sich umdrehte und die nassen langen Haare zu viel von der hellen Haut verbargen, auch wenn sie nicht über den Po fielen.
„Verzisch dich.“, fauchte Kawa noch und zog dabei Yujo schon den Pulli über den Kopf um ihn dann erbarmungslos mit unter das kalte Wasser zu zerren.

Santos machte sich schon mal auf eine Kreischmaus gefasst und wurde nicht enttäuscht.
Yujo strampelte und schüttelte sich, versuchte zu entkommen und kreischte um sein Leben. Wer wollte ihn denn hier einfrieren???
„Hilfe!“ Doch da hatte er schon Wasser geschluckt und hustete erbärmlich.

Kawa grinste gefährlich und schnappte sich seinen Nager, zischte noch ein "Raus" zu Santos und machte sich gleich mal daran die angeblich vom abfrieren gefährdeten Glieder wieder heißlaufen zu lassen.

Yujo hing an ihm wie ein nasser Sack und kreischte noch immer. Denn das Wasser war nicht nur schweinekalt und der Mauseschwanz extrem sensibel, nein!
SIE hatte es gewagt! Da! Mitten im Waschbecken – dick und fett und mitten auf der weißen Keramik! So ging das scheiße-ist-das-Wasser-kalt-Gekreische in ein ganz dezentes Verdammt!-pack-doch-mal-einer-die-Spinne-aus-dem-Bad-weg-Gekreische über. Nahtlos, wie Santos bemerkte, denn aus dem „Hiiiilfe“, was Yujo bis eben noch intoniert hatte, wurde ein „Spi-Spi-Spi-Spi-Spi-SPINNE!“

Jetzt würde es richtig lustig werden, schade dass Santos Badverbot bekommen hatte, aber so wie er die Maus mittlerweile kannte würde auch er hier noch was zu sehen bekommen. Denn sie hatten besagtem Nager zu Weihnachten einen Spinneneliminator geschenkt, sprich: einen schweren Gummibadelatschen, der an eine 3m lange Angelrute geklebt worden war und womit auch die Maus den Feind erlegen konnte.
Erst kreischte die Maus noch ein bisschen und stöhnte hier und da und kreischte wieder… die Tonlage wurde immer höher.
Dann fing Santos an zu zählen … „4 … 3 … 2 … 1 … Nacktmaus auf 9 Uhr.“

Wie auf Kommando flog die Badtür auf, eine splitterfasernackte, feuchttriefende, hocherregte Maus flitzte an den beiden auf der Couch hockenden vorbei, kreischte und fing dann an in einer Ecke zu wühlen wie eine Wühlmaus.
„Wo-Wo-Wo- … Spi-Spi-Spi …Wo … ach da.“ Mit seinem Spinneneliminierungsgerät bewaffnet flitzte die Nacktmaus nun zurück ins Bad. Santos lachte nur und hatte jede Menge Bilder geschossen, von der Maus im Tötungs-Modus total unbemerkt.
Jetzt stand er wieder mit seinem Angellatschen im Bad – nur die Spinne war weg!

Dafür hatte die Maus einen sehr sehr gepissten Vampir unter der Dusche stehen, dem jetzt so ziemlich alles vergangen war und der sich nur noch wortlos an seinem Nager vorbei schob und seinen Kleiderkasten anstrebte.
Das er somit Santos und John in den Genuss seines nassen und nackten Anblicks kommen ließ war ihm ja mal so was von egal, der eine kannte so und so alles an ihm und der andere??
Uninteressant, genauso wie die fluchende Maus, die mit seinem Spinnentöter herumfuchtelte.
Für heute hatte Kawa die Schnauze aber gestrichen voll.

„Kawa?“, fiepste es aus dem Bad, ab und an klatschte es gegen die Fliesen und etwas ging zu Boden. Klang wie Duschbad, roch wie Duschbad, war wohl Duschbad. Na wie auch immer. Da der Feind – der olle Feigling – getürmt war und die Maus wieder Oberwasser hatte, musste er sich seiner nächsten Aufgabe widmen. Flauschvampi wieder flauschig machen.
Mission Impossible – Teil 3, 4 und 5 in Überlänge!

Denn besagter Flauschvampir hatte sich ganz unflauschmäßig in seinen Lederklamotten verkrochen und schloss noch immer knurrend gerade die letzten Schnallen an seinem Oberteil.
Strahlte das glatte Schwarz und die hellen Schnallen geradezu seine schlechte Laune in alle Welt hinaus und er schüttelte nur noch die langen Haare nach hinten bevor auch diese straff mit einem Lederband zurück gebunden wurden.

„Kawa?“ Die Maus schlich langsam – immer noch so ziemlich nackt wie er war – näher. Hinter ihm schleifte sein Spinneneliminator über das Parkett und die Maus ließ die Ohren hängen. War irgendwie heute nicht so prall gelaufen, oder? „Gehst du jetzt etwa weg?“, schniefte der Kleine und zog ein Schnütchen. Als ob er was dafür konnte, dass er ohnmächtig wurde oder dass Santos reinschneite oder dass eine Spinne im Ausguss lauerte! Gemeinheit.

Kawa drehte sich langsam um und musterte die nasse Maus die ein Bild der Niedlichkeit abgab, lenkte ihn nur das unterdrückte Lachen Santos’ ab und er richtete seine funkelnden Augen auf den Störenfried. „Habt ihr nichts andere zu tun?? Zum Beispiel einen Gabe und das Flöt zu poppen oder wo anders wem auf den Geist gehen?“, fauchte der Vampir grantig und überlegte grad wirklich die Vorteile einer Prügelei.
Vielleicht würde seine Maus sich dann auch wieder flauschfreundlicher zeigen und er würde endlich zum Zuge für heute kommen.

„Wir sind daheim rausgeflogen, weil wir gestört haben. Die wollen sich nicht über die Theke poppen lassen und alles nur wegen der Maus!“, murmelte Santos und machte es sich auf der Couch bequem. Die beiden, die hier wohnten, machten im Augenblick nicht gerade den Eindruck als wollten sie hier sitzen. Die standen lieber blöd in der Gegend herum – seltsame Typen, aber echt!
„Öhm, … ich?“ Yujo wedelte wieder mit seinem Spinneneliminator herum und traf aus Versehen Santos am Kopf, dass der gleich gar nicht wusste woher das kam und John nur grinste. Das war vielleicht ne bekloppte Bande!
„Wegen mir wollen die sich nicht poppen lassen? Bereiten die etwa ne Party für mich vor?“ So, Kawa war vergessen, der Spinneneliminator in die Ecke verfrachtet und nun war die splitterfasernackte Maus wirklich im Begriff auf Santos’ Schoß zu springen, der das mit einem „Platz!“, gerade noch verhindern konnte. Mitten in der Flugphase war die Maus so verwirrt, dass er nur auf dem Teppich landete.
„Party? Für dich? Warum?“, wollte Santos wissen und die Mausaugen wurden erst groß, dann feucht!

Das hätte sein Meister wohl besser nicht fragen sollen, beschloss Kawa im Stillen für sich, weil er schon sehen konnte wie die Augen seiner Maus groß, größer und Tränen überflutet wurden.
Aber selber eingebrockt sollte sich Santos da schön selber wieder rausfischen, er hätte vielleicht solange Zeit etwas zu trinken, auch wenn er das Konservenzeug nicht gerne anrührte. Kawa glaubte nicht, heute noch mal weg zu können mit den Verrückten in seinem Loft und einer Maus auf Spinnen-, Geburtstags- und Tröstmodus.

Ja, da saß die Maus. Auf einem weichen Teppich, kurz vor der Couch und verstand die Welt nicht mehr! Wusste Santos denn wirklich nicht warum er eine Party bekommen sollte? Wusste Santos etwa nicht, dass er morgen eine Geburtstagsmaus war? So ein fieser Vampir. Aber im Augenblick war Yujo am Schniefen und Schnüffeln und kroch langsam auf die Couch zu.
Eine Weile guckte sich Santos das an, wie eine nackte Maus auf ihn zukam. „Platz“, versuchte er es noch einmal. Komisch, mit dem blöden Köter von der Bingham nebenan klappte das wunderbar. Warum nicht mit der Maus? „Sitz“, versuchte er es noch einmal und sah sich nach Kawa um, der gerade an seinem Kühlschrank wühlte und suchte und tat und machte.
„Kawa, nimm das Viech weg – es kommt auf mich zu … aus, böse Maus! Mach Platz.“ Doch Yujo dachte gar nicht daran. Er schniefte weiter, Tränchen flossen.
„Hast du mich gar nicht lieb?“ Oh oh – Maus im Mitleids-Modus! Das war nicht mehr zu toppen, leider!
„Kawa!“

Doch der hockte sich nur gemein grinsend auf die Theke und goss sich für Santos gut ersichtlich ein Glas Blut ein, nippte daran und grinste wieder hinterhältig.
„Er hat dich anscheinend wirklich nicht gern, Schatz und auch noch deinen Tag vergessen.“, setzte der Vampir noch eins oben drauf und konnte das Aufheulen seiner Maus hören und sehen.
Krabbelte der schon halb auf die Couch und schmadderte seine schniefende Nase über Santos’ Hose.
„Viel Spaß!“, flüsterte Kawa so leise, dass es nur der andere Vampir hören konnte und prostete ihm zu.

Na herrlich! Jetzt hing die Flennmaus an ihm und schniefte und schnodderte und wimmerte herzerweichend. „Du hast mich gar nicht lieb. Das ist so gemein von dir Santos, wo ich doch morgen Gebu-hu-hu-rtstag habe.“ Und wieder ging eine Heulsalve los und die Maus kugelte sich zitternd auf der Couch zusammen, winselte immer lauter und seufzte schwer.
„Keiner hat mich lieb und alle vergessen meine Gebu-hu-hu-rtstag!“
Wie gesagt, Maus im Mitleids-Modus war einfach nicht mehr zu überbieten. Santos warf seinem verzogenen Balg einen Blick zu, der sicher getötet hätte, hätte das Leder um Kawas Leib es nicht verhindert. „Hol ihn wieder, der schnoddert meinen Mantel voll“, grollte Santos fast unhörbar und schob die Maus etwas von sich weg. War ja eklig!

„Mäuse haben doch keinen Geburtstag – die haben Wurftag oder was weiß ich was.“
Oh Mann! Wusste dieser Depp von Vampir eigentlich nicht wann Schluss war? Wie selten hatte der denn die Maus auf dem Hals?! Offensichtlich zu selten – das sollte geändert werden.
Denn nun hing der Kleine auf seinem Schoß und schniefte ihm den Kragen voll. „Warum hast du mich denn gar nicht lie-hi-hi-hieb!“
„Ka-wa!“ Die Vene an Santos’ Schläfe pulsierte.

„Was ist denn Schatzi?“, neckte der Vampir wieder so leise, dass nur Santos es hören konnte, bevor er noch ein lauteres „jahaa?“ anhängte und ganz fies grinste. Konnte er grad herrlich sehen wie sein Schatz winselte und jammerte und sich an Santos hängte, dass dem ganz anders wurde.
„So ein gemeiner Vampir, vergisst einfach die arme kleine Maus.“ Fast hätte sich Kawa vor unterdrücktem Lachen nicht mehr halten können.

„Ja genau!“, stimmte die Schniefmaus auch gleich mit ein, wischte sich die Nase mit dem Arm und wickelte sich dann wieder um Santos. „Du hast mich gar nicht mehr lieb.“
„Ich hatte dich noch nie lieb, du Nervmaus!“
Hatten wir schon erwähnt dass Santos nicht wusste wann eine arme kleine, missverstandene Maus genug hatte? „Santos hasst mich! Kawa – Santos kann mich nicht leiden und John sicher auch nicht und Gabriel hat mich auch nicht mehr lieb und du?“

Ein herzerweichendes Schniefen – dann ging es weiter. „Und du – du hast mich auch nicht mehr lieb und lässt mich einfach auf dem kalten Boden liegen. Mit ohne was an! Du bist so gemein!“ Nun flennte die Maus Rotz und Wasser und alles auf Santos’ Mantel. Den würde Kawa waschen – mit der Hand und unter seiner persönlichen Aufsicht. Oder er würde dem Bastard von Kind einen Arm ausreißen und ihm damit den Arsch versohlen! Genau in der Reihenfolge!
„Kawa – nimm den weg oder er fliegt in die Mülltonne!“ Ein Kreischen erfüllte den Raum und schon war die Maus unter Santos’ Mantel und klammerte sich mit seinen vollgeschnodderten Fingern an das schöne Seidenhemd, das frisch gebügelte. Gabriel dürfte ausflippen, es war nämlich seins. Scheiße, sah rotzgrüner Mausschnodder auf blassgrauer Seide mistig aus!

Somit war es um Kawa geschehen und er ging lachend hintenüber von der Theke. Es gab einen lauten Aufprall und man konnte nur noch das Glucksen und Lachen dahinter hören, als sich der Vampir langsam wieder in die Senkrechte zog und über die Theke lugte.
„Hab dich ja eh lieb Maus...“, würgte Kawa zwischen den Lachattacken heraus und grinste zu Santos, der ein Gesicht á la drei Wochen Regen zog. „Aber ich glaub, Santos musst du erst noch überzeugen.“

Wieder kam ein Schniefen. Dieses Mal gedämpfter, denn die Maus lungerte ja noch immer unter Santos’ Mantel herum und dachte gar nicht daran, sich da vertreiben zu lassen. Egal wie sehr der weißhaarige Vampir das auch versuchte. Andererseits wollte er die Nacktmaus auch nicht zu dolle anpacken, wer wusste schon, wo das kleine Biest überall seine erogenen Zonen hatte und dann kamen zu den Schnodderflecken noch …wä!

Und was machte der Nager denn jetzt? Er setzte sich wirklich auf und griff Santos an den Ohren, damit er ihm in die feuchten, suppentellergroßen Augen sehen konnte. „Warum hast du mich denn nicht mehr lieb, ich war seit vier Tagen …*schnief* … die bravste Maus wo gibt auf großes weites Welt!“ Die Maus schluckte hart und zog geräuschvoll die Nase hoch, dass Santos gar nicht wusste was los war. Er hatte doch nur ein paar Stunden Kuchenbacken überbrücken wollen – mehr nicht! Stattdessen steckte er gerade in einem Alptraumhorrorthriller fest mit dem Titel „Schnodder, Teil 1“.
„Scheiße, Maus, halt die Klappe. Jeder liebt dich, alle lieben dich. Und jetzt hau ab und nerv … öhm John.“

Der hob nur abwehrend die Hände und schüttelte den Kopf. „Nö nö danke, ich hab nicht gesagt das ich den Kleinen nicht lieb hab und nicht mag.“, grinste er dabei Yujo an, der noch immer seine großen Kulleraugen, notgezwungenermaßen weil Santos seinen Kopf so gedreht hatte, zu John guckte.
„Ich und Cole haben den Kleinen lieb, auch wenn der zum Flauschen und Knuddeln sicher lieber bei Kawa ist.“, deutete der Große dabei neben sich und auf besagten Vampir, der grinsend an der Theke hing.
„Genau“, bestärkte Kawa. „Der einzige, der hier sagt, dass er meine Maus nicht lieb hat bist du, Santos.“

Womit der schwarze Peter wieder mal bei dem Ältesten gelandet war und die Maus ihn wieder anguckte. „Siehst du“, schniefte er wieder, „alle haben mich lieb, nur du nicht. Warum hast du mich denn nicht lieb?“
Glaubte Santos wirklich, dass die Maus auf diese Frage eine Antwort haben wollte? Ja, er glaubte es. Denn er fing an zu berichten, was sich die Maus letzte Woche alles geleistet hatte. Das fing an mit spannen und stören, ging weiter mit Chips im Bett und endete noch lange nicht, nur weil weg gefressene Erdbeeren erwähnt wurden.

Die Maus war todunglücklich. „Wegen ein paar lumpigen Erdbeeren hast du mich nicht lieb?“ Na dem Manne konnte geholfen werden. In atemberaubender Geschwindigkeit wuselte die Maus los und suchte die Reste vom Kuchen, dem Kuchen, den die Beiden gerade bei wilden, perversen Fruchtsexspielchen missbraucht hatten. Eilig fischte er ein paar Erdbeeren vom Boden und stopfte sie einem total verstörten Santos in den Mund und bewegte seine Kiefer damit der kaute.
John lag lang vor Lachen und Santos ging im Kopf die Nummern der Tierheime durch.

Gut dass Kawa keine Gedanken lesen konnte und das somit nicht mitbekam, denn der Vampir kullerte neben John auf dem Boden und hielt sich vor Lachen die Seiten, die schon schmerzten.
„Eines ist auch klar, Kawa“, wandte sich Santos an seinen lachenden, genau genommen Tränen lachenden Sprössling und seine Augen funkelten finster, „vor deinem nächsten Hit suchst du dir ein schönes Pfötchenhotel aus. Nichts da mit Maus bei Santos unterstellen. Vorbei sind voller-Kühlschrank- und Whirlpool-Zeiten.“
Eigentlich hatte er damit Kawa treffen wollen, doch wer jammerte und wimmerte, was von Gemeinheit und Ungerechtigkeit faselte, war die Maus. Der wusste gar nicht, was er so schlimmes gemacht hatte, dass er nicht nur seinen Geburtstag erbetteln musste, sondern jetzt auch noch aus dem Mausschlaraffenland ausgewiesen wurde.
„NEIN!“ Ohnmächtig ging der Nager wieder auf der Couch zu Boden.
Uups.

„Na super“, kam es maulend von Kawa, der grad noch mit angesehen hatte, wie Santos seine Maus geschafft hatte und der Vampir erhob sich langsam, strich sich den Anzug an seinem Körper glatt, der zwar so und so nicht verrutschen oder knittern konnte, weil er eng wie eine zweite Haut saß, aber die Macht der Gewohnheit.
„Jetzt liegt die Maus schon wieder K.O.“, glitt der Blick Kawas strafend zu Santos, „musste das sein?“
„Hey“ Santos wedelte mit den Händen und schob jede Schuld von sich. „Du hast ihn immer wieder aufgestachelt ich würde ihn nicht mögen. Jetzt bleib mal bei der Wahrheit“, maulte der Ältere nun seinerseits und hielt die Maus fest, nicht dass der noch mal einen Abgang von der Couch machte. Er schien eh schon einmal zu viel auf dem Kopf gefallen zu sein, so wieder heute wieder drauf war.