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Mausgeburtstag Teil 4 - 6

- 04 -

„Na gut.“ Kawa zuckte mit den Schultern und kam zu Santos, drückte dem ein Küsschen auf die Wange und nahm ihm die Maus ab. „Ich bring ihn ins Bett.“, wechselte der Vampir nahtlos von Streiten zu Routine und hob seinen Nager von Santos.
„Hol du mal einen Kübel mit Wasser, ich will meine Couch sauber machen, bevor sich der Mist festsetzt. Wirf dein Hemd und Co. besser gleich in die Maschine, sonst würgt dich Gabe. Ich glaub, das Hemd hab ich an ihm schon mal gesehen.“

„Gut möglich, ist seins“, erklärte Santos und erhob sich, warf den Mantel auf den Couchtisch knapp neben den Leichnam des Erdbeerkuchens und zog sich dann das voll gesaute Hemd aus. John sah den beiden Untoten nur verstört nach. Eben schlugen sie sich fast die Köpfe ein und dann war nichts passiert? Die waren aber garantiert von derselben Rasse.
Santos wanderte ins Bad und warf seine Klamotten in die Maschine, denn auch seine Hose hatte ordentlich was abbekommen. Er hatte sich, auf der Flucht vor der Maus, in eine handvoll Sahne gesetzt und keine Lust Gabriel weiße Flecken am Hinterteil seiner Hose zu erklären. Also wuselte er jetzt in Socken, Shorts und nichts mehr durch das Loft und suchte Wasser und Lappen, als Kawa auch schon wiederkam.

Der verdrehte nur stumm die Augen und schüttelte den Kopf. „ Bademantel oder Yukata sind im Badezimmer neben der Tür, zieh dir was an.“, maulte er kurz und schlug im Vorbeigehen Santos auf den nur spärlich bedeckten Hintern, dass es nur so schnalzte.
„Yujo muss ja nicht den nächsten Schock bekommen, wenn er aufwachen und herauswuseln sollte.“

„Keiner weiß meine Schönheit zu schätzen außer meinem Schatz und der schmeißst mich raus, weil er Geburtstagskuchen backen will.“, klagte Santos sein Leid, während er sich den schwarzen Kimono griff und sich wieder mausfein machte. Stimmte schon, zweimal ohnmächtig am Tag reichte auch für die stärkste Maus, was nicht hieß, dass Yujo eine solche war. Er war einfach eine süße Nervmaus, der es immer wieder schaffte, mit fast nichts, jedem zur Weißglut zu bringen.
„Steht dein Angebot, dass wir hier in seinen Geburtstag reinfeiern? Weil das meiste Zeug habe ich schon im Wagen.“

„Japp, steht noch. Aber das Zeug schaffen wir besser hinten in mein Arbeitszimmer, weil Yujo da nicht rein kann wenn ich absperre.“, schmunzelte Kawa kurz, als er daran dachte, dass sich seine neugierige Maus auch schon gelehrig im Schlösserknacken gezeigt hatte.
Ein neckendes „Glaubst du wirklich, unsere zwei Menschen wären erfreut, wenn ich dich in den Boden nageln würde?“, konnte er sich nicht verkneifen und lachte, als er darauf hin das große Fragezeichen über Johns Kopf schweben sah.

„Nein, unsere Zeiten sind wohl vorbei. Besser wir reizen die Beiden nicht, bevor es noch Bettverbot gibt. Gabriel zieht das durch.“ Santos schüttelte den Kopf, als er sich an das letzte Mal zurück erinnerte. Er hatte den Abwasch einfach stehen lassen und Gabriel hatte sich geärgert. Ende vom Lied. Santos fest gekettet auf dem Bett und Gabriel, der es sich selber machte und dann auf der Couch schlafen ging. Nie wieder!
„Können wir irgendwo ein Fenster aufmachen – das Geschenk dürfte nicht durch die Tür passen.“
Na das lockte jetzt mal einen skeptischen Blick auf Kawas Miene, dass er sogar einen frechen Kommentar auf Santos’ Bemerkung vergaß und er zog fragend eine Braue hoch. „Will ich wissen, was ihr kranken Hirne euch ausgedacht habt??“
„Nein, willst du nicht, weil du uns dann rausschmeißt und deine Maus wirklich keine Party und keine Geschenke bekommt. Besser du weißt es nicht!“, legte Santos lachend fest und John hielt sich grinsend ein Kissen vors Gesicht. Wie Gabriel vorausgesagt hatte.
„Glaub mir, Kleiner“, Santos seufzte schwer. „Es ist besser für uns alle, wenn du es noch nicht weißt.“

„So lange es kein Eisbär ist.“, murrte der Vampir und wanderte in sein Arbeitszimmer, um dort die noch herumliegenden Waffen zu verstauen und so mehr Platz zu schaffen.
„Uups. Ding ding ding ding! Bitte rufen sie nicht mehr an. Wir haben einen Gewinner, der grüne Steinbackofen geht an den Herren in Schwarz.“ Santos kicherte nur leise und pfiff sich dann eins.
Langsam, ganz, ganz, ganz, ganz langsam drehte sich Kawa um, gab Santos so einen herrlichen Blick auf die gewitterumwölkten, ungläubigen Augen. "Sag, dass es kein echter ist. BITTE."
„Dass es kein echter ist. BITTE“, wiederholte Santos brav was Kawa gesagt hatte, was er sagen sollte und grinste von einem Ohr zum anderen. Ob das so eine gute Idee war, Kawa in seinem derzeitigen, unbefriedigten Zustand so zu reizen??

Nein, nicht wirklich, aber das sollte Santos eigentlich wissen, umso erstaunlicher war es, dass der Vampir einfach rücklings umfiel, als Kawa mit Schwung seinen Meister ansprang und anfing zu würgen.
Da der Blonde den Sturz so abfederte blieb Kawa gleich mal auf Santos’ Brust sitzen, würgte und kitzelte den Größeren gleichzeitig und konnte sich wohl nicht entscheiden welches die bessere Folter wäre.

John hockte nur auf seiner Couch und beguckte sich die zwei Bekloppten, die geraden den Boden wischten, so wie das aussah und Santos? Der lachte, dass ihm nicht einmal mehr ein Arzt helfen konnte. Er lachte und lachte, quietschte, wenn Kawa anfing zu kitzeln und lachte dann wieder. „Aufhören“, er lachte schon Tränen und wischte sie sich nachlässig weg. Bis er die Nase voll hatte und Kawa mit viel Schwung über seinen Kopf zu Boden gehen ließ.

„So – Maus bekommt einen Eisbären, das hast du jetzt davon. Mein Schatz hat den ganzen Tag Geschenkpapier drumgewickelt und ich hatte weder Sex noch Küsse. Ist also nicht die beste Idee auf meiner Leiste rumzureiten, Herr Shinda.“
Britschebreit lag der Weißhaarige am Boden und wischte sich noch mal Tränen weg. Klar, ein echter Eisbär! Als ob er Bock hatte, das Vieh so lange bei sich zu beherbergen! Gabriel dürfte einen Tobsuchtanfall der Sonderklasse bekommen, wenn plötzlich der Bär die Maus fressen würde! Nee, was Lebendes kam ihm nicht in die Bude, außer es lauerte in Gabriels Hose und hörte auf den Namen Liebling.
Vielleicht ab und an noch eine nervenaufreibende Maus – aber das war echt das Höchste der Gefühle.

„Okay, Punkt an dich.“, grollte Kawa und grinste dabei verschmitzt, streckte sich nach dem, für seinen Geschmack viel zu kurzem Gerangel und seufzte leise. „Wir sollten viel mehr Trainieren, ich bin nicht ausgelastet.“, überlegte Kawa halblaut und setzte sich auf.
Eher nebenbei strich er über Santos’ helle Haare, die sich mit seinen am Boden vermischt hatte. „So lange das Vieh nicht lebt...“

Noch immer lag Santos am Boden und sah zu seinem Zögling auf. „Wenn es dich stört, bring ihn doch einfach um. Nur dürftest du dann ein Problem mit deiner Maus bekommen.“
Der Weißhaarige grinste frech und zog Kawa blitzschnell zu sich. „Und trainieren wäre eine gute Idee, mit Gabe zu raufen macht Spaß, aber ich habe immer Angst, dass er so schnell kaputt geht.“ Seine Augen glühten.

Ein fast ein wenig dämonisches Grinsen glitt über Kawas Züge, als er seinen Oberkörper spannte, sich abstieß und auf den Füßen landete, sich dabei leicht abfedernd.
„Gerne, ich hab mich schon lange nicht mehr einfach ausgetobt.“, trat Kawa dabei zu Santos und streckte ihm helfend eine Hand entgegen, als der sich auch langsam aufrichtete.
„Mal sehen, was ihr euch da wieder habt einfallen lassen.“, grinste der Vampir noch immer und schüttelte den Kopf, dass sich sein Zopf fast löste und einige Strähnen wirr um sein Gesicht fielen.

„Tja, eigentlich war es ja Coles Idee, der meinte, dass das doch was wäre. Na ja, und da die Jahreszinsen recht hoch ausgefallen waren auf den Konten in der Schweiz, dachte ich: okay – wenn’s die Maus halt glücklich macht. Wer kann eine Maus schon heulen sehen, egal wie albern und nackt er ist.“
Santos konnte langsam auch darüber lachen, dass er eben eine Nacktmaus auf dem Schoß gehabt hatte, der ihn anbettelte und das auch noch unter Kawas Aufsicht. Ruckartig schoss sein Kopf zur Seite, weil er Mausschritte hörte – na er erkannte seine Schweinchen – oder besser die Mäuse – auch schon am Tritt.
„Hey, nicht lauschen, Spitzmaus.“
Doch Yujo grinste nur. „Etwas, was mich glücklich macht – wie schön.“ Er war noch etwas benommen und die Knie zitterten, weswegen er noch nicht dazugekommen war, sich eine Hose anzuziehen.

Kawa grinste nur und machte sich ins Bad auf, um kurz darauf mit einem extra für seine Maus angefertigten Kimono zurückzukommen, fing dann, ohne weiter auf die leisen Proteste seines Schatzes zu achten, an den in das neue Kleidungsstück einzuwickeln.
„Maus, die wichtigsten Stellen haben hier alle schon gesehen und das ist besser, als wenn du noch länger ohne Hose rumläufst.“, neckte Kawa und strich mit fedrigen Küssen über Yujos Schläfe.

„Aber ich bekomme doch etwas, was mich glücklich macht! Da wäre es doch Verschwendung eine Hose anzuziehen.“ Ja, das war typisch Maus, trug das Hirn mal wieder im Unterleib. Santos schmollte nur. Hatte das kleine Mistvieh also gelauscht. Frechheit. Lauschmäuse sollten eigentlich nichts geschenkt bekommen, aber auch Santos war noch durchaus lernfähig und so ließ er diesen Gedanken unausgesprochen.
Kaum dass Kawa fertig war seine Maus einzukleiden und der sich brav bedankte bis ihm die Luft wegblieb, wuselte er auch schon zu John und Santos, die gerade dabei waren zu verschwinden.
„Wohin des Weges – ich will doch ein Geschenk – ach ihr holt das jetzt bestimmt. Habt ihr es schon mitgebracht?“ Und schon war die Maus auf dem Weg zum Fenster.

Schneller als der neugierige Nager laufen konnte huschte Kawa an ihm vorbei und schnappte sich seine Maus, schwang den Jungen über die Schulter und verschwand mit einem kurzem „Ich geb ihm schnell was, dass ihn glücklich macht.“, in Richtung des zweiten Schlafzimmers, das sie bei der Renovierung eingebaut hatten.
Nur Santos konnte das noch leisere „Vielleicht ist er dann auch zu müde, als dass er lauscht und spioniert.“, hören.

Der ältere Vampir fing an zu lachen, während John immer noch ziemlich erschlagen in Raum stand und nicht so richtig wusste, was genau gerade abgegangen war, außer dass Yujo schon wieder nackt durch die Gegend laufen wollte.
„Lass die Maus aber ganz, den brauchen wir noch – ich schlepp das Mistvieh nicht wieder mit heim“, sprach’s und meinte ausnahmsweise mal nicht die Maus, sondern besagtes, sagenumwobenes Geschenk.
„Los John, wir schaffen die Kisten hinter ins Arbeitszimmer, die Zwei kommen jetzt ein paar Minuten da nicht wieder raus.“
Er grinste wissend und ließ keinen Zweifel daran, dass auch John wusste was los war.

Der schüttelte nun auch grinsend den Kopf und wunderte sich noch immer, wie schnell die Vampire ihre Laune und auch das Verhalten ändern konnten. „Okay, so lange die Beiden beschäftigt sind.“
John ging auch gleich vor und schloss den Transporter auf, um besagtes Geschenk erst mal sichtbar zu machen und wieder darüber zu schmunzeln.
Sicher würde das morgen einiges an Geschrei geben, von der Maus aus Freude und Kawa aus Empörung, denn der hatte sicher nicht so ein riesen Ding in Gedanken.

Es war ja auch echt eine Zumutung! Aber es war die Idee der Menschen gewesen, Santos hatte nur das Geld locker gemacht und wehe die Maus würde sich nicht freuen. „Die Kisten kriegen wir die Treppe hoch – aber das blöde Vieh müssen wir dann irgendwie durchs Fenster hieven und wenn das Papier kaputt geht dabei, bringt Gabriel mich um.“ Besser man fasste das Vieh mit Samthandschuhen an – andererseits hielt die Maus auch nicht ewig durch und Kawa, der heute schon mehr als einmal kurz davor gewesen war, dürfte auch keine Lust auf eine langsame Nummer haben – jetzt oder nie!

Nach und nach schleppten sie so die Kisten nach oben und stapelten die Dinger mal in eine Ecke, denn das große Geschenk brauchte locker den restlichen Platz.
„Hmmm“, grübelte John und sah auf das Geschenkspapiermonster. „Gute Frage, wie wir das hoch bekommen, ohne dass was kaputt geht.“

„Das geht nicht ohne Kawa, jetzt musst du leider Opfer bringen John. Du wirst die Maus für ein paar Augenblicke hüten müssen. Am besten machst du ihm was zu essen oder bindet ihn an oder so was. Denn dann kann ich das Ding werfen und Kawa fangen, das geht schon.“
Santos war mal wieder begeistert von seinem Erfindungsreichtum. Nur John schien irgendwie weniger begeistert.

„Ah ja und beim Werfen und Fangen hast du schon bedacht, dass das Ding schwer ist und das Papier leicht reißt??“ Skeptisch wanderten die Brauen Johns in die Höhe und er musterte Santos.
Also er glaubte ja nicht wirklich, dass das Geschenkspapier eine solche Aktion überleben würde.

Santos knurrte leise. Leider hatte John Recht. Blödes Papier. „Hast du ne bessere Idee? Mit dem Transporter gleich nach oben? Die Treppe hoch und dann links oder was?“ Santos war einfach überfragt.
„Oder lassen wir das Mistding im Wagen und werfen dann einfach die Maus runter?“ Auch ne Idee, vielleicht nicht gerade mausfreundlich aber eine Idee!

„Ob Kawa sich da drüber freuen würde...?“ Ja, das stellte John mal ordentlich in Frage, aber hallo, wenn die Maus bei dem Flug auch nur Kratzer bekommen würde, von anderen Verletzungen mal nicht zu reden.
Oh nein, da würde er sicher nicht helfen. No way!
„Und was, wenn wir das Ding durch die Fensterfront reinbringen? Wir müssten nur irgendwie raufkommen zu den Fenstern.“

„Tja. Schieben wir den Wagen direkt unter das Fenster, dann kann ich vielleicht ein Stück springen und Kawa, der aus dem Fenster hängt, dann das Vieh fangen. Ist vielleicht nicht ganz so unsicher wie werfen“, überlegte Santos, dem die Idee von der Flugmaus aber viel besser gefiel. Die machte weniger Schaden am Geschenk! Das war schließlich teuer! Mäuse gab’s schon für ein Pfund im Laden, das Ding war eine Spezialanfertigung!

„Das heißt, ich muss den Kleinen dann davon abhalten euch zu bespitzeln?“ Dies war wirklich keine leichte Aufgabe, aber vielleicht, wenn John Glück hatte, würde Yujo ja müde sein.
Vielleicht, vielleicht hatte Kawa ihn geschafft.
Mal hoffen.

„Ja, alles in allem wird es darauf hinauslaufen, dass du die Maus einfach so ablenkst, dass er die Fensterfront nicht einsehen kann.“ Santos fing an zu lachen, denn besagte Fensterfront zog sich über die gesamte Längswand – gute 20 Meter Glasfassade, die der Maus viel Licht bot zum Zeichnen. „Aber du bist ein großer Junge, du kannst das.“ Santos klopfte ihm auf die Schulter und lachte auf.

„Ja ja, lach nur.“, grummelte John und ging dem Vampir hinterher, zurück in die Wohnung, um Kawa zu holen und Yujo abzulenken.
Wie auch immer das ausarten würde.
„Kannst du wenigstens merken ob sie schon fertig sind?? Ich hab keine Lust die Beiden noch mal zu unterbrechen, sonst tut uns Kawa wirklich was an.“

„Und zieht sich den Zorn des Flöts zu? Das wage ich zu bezweifeln.“ Santos kicherte, blieb aber vor der Tür stehen. „Sie keuchen und stöhnen noch, alles riecht nach geiler Maus. Ich kann dir flüstern, wenn man so ne feine Nase hat wie ich und die Maus mal im eigenen Wagen gepoppt hat, den Gestank bekommt man nie wieder aus den Polstern raus.“
Ja, so war das nämlich.
„Geben wir ihnen noch drei Minuten zum Erholen.“ Gerade hatten es wohl beide erlebt.

„Okay, dann mach ich mal gleich die Fenster auf.“ Gesagt getan ging John auf die Glasfront zu und machte sich daran die Schiebemechanismen zu aktivieren, mit welchen man die Fenster wie eine Japanische Wand zur Seite schieben konnte.
War eigentlich klar, dass er damit eine neugierige, wenn auch total breite Maus, aus seinem Versteck lockte und die sich fast zu Tode erschrak, als er direkt neben der Tür Santos grinsen sah. „Spanner“, moserte er nur und knallte die Tür wieder zu.

John lachte nur über das kurze Intermezzo und sicherte die Fenster noch mit dem Haken ab, der sie auf ihrem Platz hielt.
„So, das wäre geschafft, jetzt müssen wir nur noch die Beiden trennen.“

„Ja, nichts leichter als das. Wenn wir heute noch Prügel von einer Wald- und Wiesenmaus bekommen wollen, dann gehen wir jetzt einfach dort rein, tauschen dich gegen Kawa aus und in fünf Minuten ist alles vorbei. Du hast ein paar Bisse und Tritte mehr und wir das Geschenk oben. Hey, ein bisschen Schwund ist immer“, lachte Santos als John die Augen verschmälerte.

„Das kann ja lustig werden. Irgendein Beruhigungsmittel hat Kawa nicht ihm Haus um die Maus ruhig zu stellen, oder noch besser KO?“, hoffnungsvoll sah sich John um, konnte aber nichts sehen außer spärlicher aber eleganter Möblierung.
Der ganz gewöhnliche Anblick von Kawas Loft eben.

Und eine schon-wieder-nackt-Maus, der gerade in Richtung Küche hüpfte und irgendwas von sauren Gurken und Brötchen erzählte. Freilich hörte mal wieder keiner zu, nicht mal die Maus selber. Das war klar, als mal hörte, wie er sich selber fragte, was er eben gesagt hätte. Eindeutig war das Blut noch nicht wieder im Hirn angekommen und das lief mal wieder auf Sparflamme – ganz maustypisch eben.
„Na ja, ich hätte im Wagen noch einen Hammer. Aber Kawa wird ziemlich sauer, wenn wir die Maus verbeulen.“

„Glaub ich auch“, stimmte John zu und winkte Santos nur in Richtung des Schlafzimmers, während er sich daran machte dem Nager in die Küche zu folgen.
Vielleicht ließ er sich mit Essen ablenken. Ob jetzt selber kochen oder irgendwo was besorgen war ihm dabei ziemlich egal.




- 5 -

Nur hatte er nicht so viel Zeit, denn der Wagen stand offen vor der Tür. Wenn einer kam und den Wagen samt Inhalt klaute, hatten sie nicht nur ein großes Problem den Transporter von Moonlight wiederzubekommen und sein Chef würde toben. Nein, sie hatten dazu noch einen Gabriel, der umsonst mit Geschenkpapier gekämpft hatte und eine Maus ohne Geschenk – eine selbstmordgefährdete Maus ohne Geschenk.
Aber von all dem hatte Yujo keine Ahnung, er hing bis zur Hüfte im Kühlschrank und suchte sich Eistee.

Kawa indessen war nur mit einer Jeans bekleidet aus dem Schlafzimmer gekommen und hatte sich mit Santos gleich daran gemacht das zuvor Geplante in die Tat umzusetzen, was sich nicht als ganz so einfach erwies, da er sein Loft nun mal in einer sehr alten und hohen Fabrik hatte und die Fenster hoch über dem Autodach lagen.
„Versuchen wir es einfach, ich geh hoch und du springst mit dem Ding.“, gruselte es Kawa. Er hatte ungläubig zu Santos gesehen, als er des Papiermonsters zum ersten Mal ansichtig geworden war.

„Okay, aber wehe du machst das Papier kaputt. Gabriel bringt mich um, ich warne dich nur einmal. Jeder Riss kostet deine Maus ein Bein!“ Nur damit das mal klar war, er würde nämlich nicht einfach so die Strafe tragen wenn was kaputt ging, was Gabriel mit so viel Mühe und Entbehrungen gekleistert hatte. So, Kawa guckte aus dem Fenster und es kam wie es kommen musste.
Neugierige Maus auf drei Uhr.

Und ein John, der hinterher lief, aber nicht so schnell wie der neugierige Nager war und diesen so erst kurz vor Kawa abfangen konnte.
Wusste der Große im ersten Augenblick auch nicht wo er Yujo mal bitte festhalten sollte, weil, erstens war der nackt, zweitens sein Freund, der Vampir, gleich daneben und sicher nicht erfreut wenn dessen Maus blaue Flecken bekommen würde und drittens fing besagte Maus gerade laut an zu mosern.
Na das konnte mal lustig werden.

„Kannst du mich mal wieder runter lassen?“ Es wurde wild gestrampelt und gewimmert und zu Kawa geguckt der Gemeinerweise nicht mal daran dachte seine leidende, nackte, von Fremden betatschte Maus zu retten. Ja was war denn das für einer? Erst den Mauspo wund poppen und sich dann nicht mehr um das ausgelaugte Tierchen kümmern?! Fies!
„Kawa wollte mir Kakao machen! Der hat mich doch nur deswegen ins Bett gelockt!“ Jetzt machte die Maus Terror und versuchte aus dem Fenster zu sehen. Santos fehlte nämlich, der nur fluchte, weil er gerade das Packpapiermonster wieder in den Wagen stopfen musste. John war kein geübter Nagerbändiger, konnte gut sein, dass der Kleine sich losriss oder anfing zu heulen – je nachdem was mehr zog.

„Was hältst du davon, wenn ich dir Kakao mache?? Richtigen und nicht das Chemie-Instant-Zeug?? Mit geschmolzener Schokolade und Sahne??“, versuchte es John und sah fragend auf den zappelnden Nager, den er noch bändigen konnte.
Zumindest im Augenblick.
„Wir müssen nur gucken ob alles hier ist.“

Ein Fremder, der ihm Süßigkeiten anbot! Maus sei wachsam, da stimmt doch was nicht!
„Isses nicht“, erklärte der Nager auch gleich. „Frag mal Kawa, das olle Ferkel, wo die letzte Dose Sprühsahne abgeblieben ist und außerdem haben wir nur noch Zartbitterschokolade, die ist eklig und jetzt lass mich runter.“
Die Maus ließ alle Luft aus den Lungen und schlüpfte John so aus den Armen und flitzte los. Immer Richtung Fenster.

„Shit!“, fluchte John und sah das Kawa seinen Nager schon einfing und in der Luft herumwirbelte. „Maus, Maus, du bist zu neugierig und wenn du das bist gibt es morgen keine Geschenke, keine Feier und mein Nager geht leer aus.“, setzte Kawa besagten Nager ab, hielt Yujo aber fest, damit er nicht aus dem Fenster sehen konnte.
Oder noch schlimmer beim Rausgucken runter fiel.

„Na viel Spaß beim Masturbieren, Herr Shinda“, knurrte Yujo und zappelte wie ein Fisch im Netz. Aber Kawa kannte ihn schon zu gut und wusste wie Mäuse zu entkommen versuchen und vor allem hatte der keine Hemmungen eine nackte Maus anzufassen, wie es sein musste.
„Wenn ich leer ausgehe haste nichts wo du was reinstecken kannst, richtig?“ Jetzt versuchte es die Maus auf der Erpresserschiene! Mal sehen ob das was brachte. Er machte den Hals lang und wollte aus dem Fenster gucken. Da unten war doch was – nur was? Etwas was ihn glücklich machte – im Augenblick war er allerdings nicht gerade glücklich!

„Maus, ruhe oder Santos fährt mit dem Ding wirklich wieder Heim und dann kann ich nichts für wenn du morgen leer ausgehst.“, knurrte Kawa und schleppte seinen Nager weg vom Fenster.
„John, hinten im letzten Küchenschrank sind die Vorräte und da müsste auch noch alles für Kakao und auch Kekse sein.“, rief Kawa zu dem Bodyguard und verfrachtete seinen Schatz gleich mal in die Küche.
„Yujo, sei lieb, sonst bekommen wir bis morgen nicht mehr alles fertig für deinen Geburtstag.“

Na toll! Jetzt versuchten sie es wirklich auch noch mit Vernunft. Wie fies! Die Maus knurrte nur und ließ sich schweigend John in die Hand drücken. Langsam kam er sich vor wie ein Paket, so wie er hier durch die Gegend geschleppt wurde. Mal davon abgesehen, dass er immer noch nackt war.
Er hätte nichts dagegen, dagegen mal was zu unternehmen. Langsam wurde das nämlich echt peinlich, jetzt wo das Blut wieder in das Maushirn strömte und dem alles bewusst wurde.
„Schlafzimmer“, kommandierte die Maus und Santos auf dem Autodach fing an zu lachen.
„Hast du ihn nicht geschafft, Kawa? Muss John jetzt ran?“

„Schnauze.“, grollte der zu Santos und verkniff sich einen kleinen Fluch über seinen frechen Meister, der nicht in Reichweite war um ihn zu ärgern.
„Mach lieber hinne, solang sie im Schlafzimmer sind müssen wir das Ding rauf bekommen.“

„Tz“, machte Santos nur und zerrte das Geschenkpapiermonster wieder aus dem Transporter. Leider mit etwas zu viel Schwung. Es machte >ratsch< und Santos sah sich schon von einem wütenden Gabriel auf die Couch im Gästezimmer verbannt!
Hoffentlich hatte das keiner gesehen. Am besten auf Kawa schieben und Schadensbegrenzung!
Ein weißes Stummelschwänzchen guckte aus dem Papier. Jetzt bekam das Vieh sicher n kalten Arsch. Wie Santos, wenn er auf der kleinen Couch schlafen musste.

„Oh, oh“, ließ Kawa vom Fenster aus vernehmen und grinste. „Wenn das mal nicht Ärger gibt mit deinem Großen“, neckend schickte er die Worte hinab und lachte leise. „Wirf das Ding her, ich hab auch noch Papier und es fällt kaum auf, wenn’s noch bunter wird das Monster.“

„Das sagst du so einfach.“ Santos warf und der eingepackte Eisbär wurde zum Flugbär, ohne einen Evolutionsschritt zu überspringen. „Gabriel merkt das.“ Natürlich merkte sein Schatz das! Was auch sonst? Er hatte einen ganzen Vormittag mit dem Vieh in der Küche verbracht! Klar würde der das merken. „Ich sag einfach du warst das, weil du gucken wolltest was drinnen ist“, legte Santos fest und schloss den Wagen, bevor er wieder nach oben wuselte und die Maus schon quietschen hörte.

„Na das werde ich bestreiten, allein schon um dein Gesicht zu sehen wenn du Gabe anbettelst dich nicht aus dem Schlafzimmer zu verbannen.“, lachte Kawa auf und verfrachtete das Monsterpaket schnell in sein Arbeitszimmer.
Keine Minute zu früh, weil auch schon ein Nager aus dem Schlafzimmer gewuselt kam, diesmal mit Hose und sogar einem Pullover.
Gerade noch konnte Kawa die Tür zumachen und vor allem zusperren.

Was Yujo allerdings nicht daran hinderte, erst mal heranzuwuseln und zu gucken und zu schnüffeln und zu schnuppern, was hier wohl vorgegangen sein könnte. Waren die fiesen Vampire wirklich so schnell gewesen, dass schon alles erledigt war? Das war ja wohl mal mausfeindlich. Er starb ja jetzt vor Neugierde!
Dass Santos meckerte, dass er sicher nicht zulassen würde, wenn Kawa sah wie er bettelt, überging der Nager und schob erst mal Kawa von der Tür weg. „Warum schließt du neuerdings ab?“ Vorwurf lag in der Stimme und die Mausaugen funkelten. Miese Mausquäler!

„Damit bestimmte neugierige Mäuse nicht alles sehen und wissen und durchsuchen, Schatz.“, lachte Kawa ob der großen, schimmernden Augen, die er dafür kassierte. „Weißt du, wir haben seit kurzem Ungeziefer hier, das neugierig überall rumschnüffelt und die Überraschung seiner Freunde schon zu früh sehen will.“, knuddelte Kawa seinen Schatz kurz und ging lachend in die Küche um die geforderte heiße Schokolade zu machen.

„Sage mal, kann es sein, dass du mit diesen bestimmten Mäusen und dem Ungeziefer mich gemeint hast??“ Yujo war sich mal wieder keiner Schuld bewusst. Schließlich war er weder eine Such-, noch eine Spür- oder Wühlmaus. Er war eine Flauschmaus, ab und an eine Quengelmaus, hier und da mal eine notgeile Maus oder eine tote Maus. Mehr nicht!
Das grenzte ja an Verleumdung.
Da mussten aber schon mindestens drei Tassen Kakao her, um diese Scharte auszuwetzen!

Kawa lachte nur und machte sich daran zwei Tafeln Sahnevollmilch Schokolade in Milch zu schmelzen, gab den braunen Karamellzucker und ein wenig Zimt und Safran dazu und rührte in der heißer werdenden Flüssigkeit.
„Schatz, hol mal die Kekse und den Rehrücken aus dem Süßigkeitsfach, die Schokolade ist gleich fertig.“

Aber besagter Schatz dachte gar nicht daran, es musste mal ausdiskutiert werden was er eigentlich war. Stur stand er mitten in der Küche, die Arme verschränkt und schmollte. „Ungeziefer kann so was nicht.“ So, prima – Schmollmaus vierter Stufe. Was sagte sein Freund auch Ungeziefer zu ihm, reichte es nicht, dass Gabe und der fiese Vampir, der Badeverbot erteilt hatte, so was immer sagten? Musste sein Schatz da auch noch mitmachen? Frechheit – aber der würde was erleben, würde der, aber wie der würde!

„Och Flauschmaus, nicht schmollen.“, drückte Kawa seinem Nager gleich mal eine kleine Tasse der fertigen Schokolade in die Pfoten und küsste die zu einem Flunsch verzogenen Lippen. „Da siehst du noch niedlicher aus und wenn ich dich vernasche hast du keine Zeit zum Schokolade trinken, Flauschmaus.“

„Ungeziefer wird nicht vernascht. Da weiß man ja nie, was die so alles übertragen.“ Yujo wollte jetzt schmollen und das richtig. Erst wurde er nicht informiert was er zum Geburtstag bekam! Dann durfte er nicht gucken! Dann war er ein Ungeziefer! Dann verbot Santos auch von den Whirlpool … das war mit einer Tasse Kakao nicht zu retten! Aber besser er trank die erst mal aus ehe sie ihm auch noch weggenommen wurde.

“Arme, arme Maus.“, wuschelte ihm Kawa durch die Haare und schob seinen Schatz dann auf die Couch, sorgte dafür, dass sich Yujo hinsetzte und stellte ihm die mit der heißen Schokolade gefüllte Silberkanne auf den Tisch, dazu noch die Packung Kekse.

„Ja genau“, murmelte der Nager, griff sich aber gleich Kekse und Kakao und mümmelte los. „Arme, arme Maus. Jeder quält mich nur und keiner bedenkt, dass ich morgen die Geburtstagsmaus bin und schon mal gucken will.“
Wieder verschwand einer der Schokokekse im Mausmund und es wurde mit Kakao nachgespült. Na ja, es fing schon ein ganz kleines bisschen an zu wirken, denn die Maus wurde wieder zutraulicher und versuchte die böse, böse abgeschlossene Tür zu ignorieren. Was glaubte diese Tür eigentlich wer sie war? Ihn einfach von etwas abhalten wollen?!

„Ja, ja Schatz.“, wuschelte Kawa noch mal durch Yujos Haare und ließ ihn dann futtern und Kakao schlürfen. Er huschte in die Küche um sich etwas anderes zu machen, weil langsam bekam er Hunger, wenn auch auf etwas anderes, so würde ein wenig Essen angenehm sein.
Eine kurze Frage zu John und Santos, die mal herumstanden und die Fressmaus beobachteten, bestätigte Kawa, dass die Beiden auch was mochten.

„Die kriegen nichts!“, legte die Maus gleich konsequent fest. „Die haben mir nicht gezeigt was die da im Zimmer versteckt haben.“ Krümel flogen durch die Gegend und Santos fing einfach an zu lachen, so wurde also eine Maus ernst genommen. Frechheit.

Kawa schmunzelte, was sein Schatz zum Glück nicht sah und drehte sich dann mit normaler Miene zu Yujo. „Maus, wenn ich die nicht füttere, gehen sie ein und dann haben wir einen grantigen Gabe und ein flennendes Flöt am Hals.“, grinste Kawa und legte fragend den Kopf zur Seite. „Willst du das wirklich??“

Er hätte wissen müssen was eine Fast-Geburtstagsmaus ohne Geschenk antworten würde.
„Ja!“ – Was auch sonst? „Wenn ich vor Neugierde sterbe, dann bekomm ich die Flennsusen eh nicht mehr mit. Is mir egal.“ Schmollmaus Level fünf. Langsam wurde es bedenklich. Die Kekse waren nämlich alle.

Kawa seufzte leise und verdrehte die Augen. „Wenn du meinst. Das heißt also du überlässt mich dann denn beiden Racheengeln??“, murmelte der Vampir und fing dann an weiter die Sachen für ein leckeres Gericht zu suchen. Schnell hatte er alles heraußen und fing auch gleich mal an das Fleisch zu schneiden. „Kann einer von euch beiden Großen mir eine Pfanne aus dem Schrank holen??“, bat Kawa, sah dabei zu seinem Nager, der noch immer schmollend auf der Couch saß oder besser schon halb lag.

„Santos, schwing deinen Arsch wenn du was zu futtern willst.“ Klar, Maus musste wieder stänkern. So lange bis wieder einer heulte und irgendwie wusste jeder, dass das nicht Santos sein würde. Denn der griff sich das kleine Biest einfach unter dem Arm und Kawa traute seinen Augen nicht, als er die Maus in den schmalen Schrank am Ende der Küche stopfte, wo Besen und Schrubber und Eimer aufbewahrt wurden.
Einmal rumgeschlossen und schon stand Santos neben Kawa. „Wo? Hier?“ Er zeigte auf den Schrank direkt neben sich und überhörte das verwirrte Kratzen total.

„Ähm... Santos...“, fing Kawa mal langsam an und zuckte zusammen als seine Maus aufschrie und zu fluchen anfing. „Dir ist klar, dass du meinen Schatz jetzt da gleich wieder rausholst, oder??“

„Muss das sein?“ Der ältere Vampir verzog den Mund zu einem Schmollen und versuchte sich an einem niedlichen Gesicht. Er scharrte mit einem Fuß etwas auf dem Boden und versuchte die tobende, wütende, und Santos die Syphilis an den Schwanz wünschende Maus zu ignorieren, was gar nicht so leicht war. Das Vieh hatte ein ordentliches Organ!

„Ja, das muss sein und am besten gleich, sonst killt dich meine Maus und ich erwürg dich dann noch mal zur Sicherheit.“, knurrte Kawa und zuckte immer wieder, wenn sich Yujos Stimme überschlug und er fast schon fiepte.
„Oder ich erzähl Gabe was du mit YuYu anstellst und der kann dich dann auf Entzug setzen.“ Dieser Gedanke gefiel Kawa außerordentlich und das ließ er seinen Meister gleich mal mit einem gemeinen Grinsen wissen. Irgendwie würde er Gabriel dazu schon überreden, wenn allein der Umstand einer gequälten Maus nicht ausreichte.

Und der reichte schon eine ganze Weile nicht mehr aus. Denn seit der Kleine so extrem frech war, wurde er täglich gequält – von diversen Leuten. „Ja toll, jetzt bekomme ich wieder keinen Sex, nur wegen dem Nager. Der Kleine ist eine echte Orgasmusbremse – besser als jedes Verhütungsmittel.“ Santos grummelte in sich hinein, während er unbescholten den Schrank öffnete. Doch im nächsten Augenblick hatte er kleine Händen an seinem Hals und die Maus, der mit seinen Beinen Santos umklammerte und zu würgen begann – ohne ein Wort, was echt selten war. Denn normalerweise kommentierte Mausi alles was er tat, und wenn’s nur abwaschen war.

John und Kawa machten den Beiden einfach nur mal Platz und kommentierten das ganze mit hochgezogenen Brauen und Kawa fing auch mal an die letzte große Tafel Schokolade zu suchen die er vor seinem Schatz versteckt hatte.
Sicher würde das süße Zeug eine positive Wirkung haben, hoffte er halt mal.

„Stirb, stirb, stirb.“ Die kleinen Maushände versuchten immer wieder zuzudrücken. Wie konnte es dieser Schuft wagen ihn in den Schrank zu sperren und ihm gleichzeitig den leckeren Kerker in seinem Keller zu verwehren!
„Du, Maus“, mischte sich John ein, der auf der Theke neben Kawa hockte und sich das aus sicherer Entfernung anguckte. „Ich glaube der ist schon tot.“
Kurz blickte der Nager auf, die Augen blitzten als würde er denken – seltenes Schauspiel – deswegen immer schön merken wenn so was mal passiert – und würgte dann weiter Santos. „Mir egal, dann stirbt er eben noch mal – und jetzt stirb endlich!“
Santos lachte nur und verschluckte sich noch fast. Dann deutete er auf die wütende Maus, der auf ihm hockte. „Kawa – bitte. Oder er geht wieder ab in den Schrank.“

Kawa gluckste leise und trat neben seinen Nager, der hartnäckig versuchte Santos zu erwürgen. „Schatz ...“, flüsterte er Yujo ins Ohr und leckte darüber, „...der stirbt nicht einfach durch erwürgen und wenn, wäre dein Gabe sicher nicht froh darüber.“, fing er dabei an Finger für Finger der Mausepfoten zu lösen.
Bis, ja… bis er seinen kleinen Kampfnager von Santos runterpulen und hochheben konnte. „Wenn du magst verprügle ich ihn in ein paar Tagen, aber heute und morgen haben wir kaum Zeit, oder Maus??“

„Los, versprich es – er wird grün und blau sein und drei Tage nicht sitzen können und Sex fällt sowieso aus!“, maulte Yujo gleich los und fuchtelte mit seiner Mausefaust Santos noch etwas vor der Nase herum. „Mäuse sperrt man nicht in den Schrank.“
„Nee, die gehören ins Tierheim, die kleinen Plagen.“ Santos rappelte sich immer noch lachend auf.
„Wah!“ Und wieder war Yujo dabei sich auf Santos zu werfen, aber Kawa hielt ihn fest, dass er nur sinnlos in der Luft herumruderte.

„Schhhht Schatz, wenn du dir jetzt die Pfötchen am ihm verbeulst kannst du um Mitternacht keine Geschenke damit auspacken.“, verdrehte Logik, aber wirksam bei einem Geschenke besessenen Nager.
„Ich verspreche dir, ich werd mit ihm spielen und in seinen eigenen Keller sperren und du bekommst den Schlüssel, okay??“, flüsterte Kawa leise und verschwieg seinem Nager aber mal, dass Gabe einen Zweit- und Drittschlüssel an sicheren Orten im Haus und einen Satz im Keller hinterlegt hatte, falls sich irgendein Idiot mal selber einsperren sollte.

Genau genommen: falls eine idiotische Maus sich mal einsperren sollte. Aber so deutlich hatte das dann auch keiner formulieren wollen.
„Das ist Mauserpressung. Du weißt schon, dass das unter Strafe steht und mit Flauschenzug geahndet wird?“
Mausi dachte ja gar nicht daran zu glauben, dass Kawa Santos so herrlich vertrimmen würde! Wenn man wollte, dass etwas gut gemacht wurde, dann musste man das eben selber machen.
Wieder fuchtelten Mauspfoten sinnlos in der Gegend herum.

„Weißt du was, Schatz, geh mit Santos ins Wohnzimmer wenn ihr euch weiter balgen wollt, ich koch derweilen fertig und versorg dich nachher mit Pflastern.“, setzte Kawa bei den Worten seine Maus ab und schob ihn zu seinem Erschaffer.
Sollte sein Nager doch mit Santos balgen bis er müde war, vielleicht gab Yujo ja dann Ruhe bis zum Abend.

Aber das wollte die Maus dann auch wieder nicht. Santos grinste so komisch!
Und warum grinste Santos so komisch? Weil er etwas entdeckt hatte, was die Maus zum Glück noch nicht gesehen hatte. Oder zum Pech, denn das hätte wieder was zu lachen gegeben. Aber warum: hätte?
Schnell, dass die Maus es kaum mitbekam, griff sich Santos die kleine Spinne, die ihr Heil in der Flucht suchte aber vergeblich zu flitzen anfing. Gegen einen Vampir kam man auch mit acht Beinen nicht an.
Und im nächsten Augenblick öffnete er die Hand direkt von Yujos Augen und ein markerschütternder Schrei durchbrach die trügerische Ruhe.




- 06 -

Aus, Schluss, vorbei - entschied Kawa bei dem Anblick und schlug sich die Hände vors Gesicht, schubste die beiden Krawallmacher ins Wohnzimmer und drehte sich, ohne eine weitere Miene zu verziehen, um und ging zurück zum Küchenteil.
Er würde jetzt kochen und die Beiden ignorieren.
Zum Helfen spannte er sich auch gleich John ein, der froh war, nicht bei dem Gekabbel eingreifen zu müssen. Wer wollte schon freiwillig eine grantige Schmollmaus und einen verdrehten Vampir trennen.

Friedrich!
Wer auch sonst – denn so hieß die Spinne, die bei Kawas Geschubse von Santos’ Hand gefallen war und nun ziemlich orientierungslos in der Gegend herum rannte, um nicht von einer sinnlos springenden und kreischenden Maus erlatscht zu werden. Weil dann lief er sicher nicht mehr. Santos seinerseits machte sich auf Jagd nach Friedrich, denn jetzt hatte er etwas gefunden was Spaß machte: Maus quälen, ohne von Kawa behelligt zu werden.
Auch wenn der bei Yujos Gekreische immer wieder mal zusammenzuckte.
Während Santos also Friedrich wieder einfing, machte sich die kreischende Maus auf die Suche nach seinem Spinnenelimonator.

Fünf Minuten und unzähliges Gekreisch und Gezeter seiner Maus später und nach Santos’ Lachern, schmiss Kawa das Messer hin und machte sich auf die Suche nach Ohropax.
Den Krach, den die beiden KINDER hier veranstalteten, konnte ja keiner aushalten, was er auch gleich mal laut kundtat und dafür von Santos niedergerissen wurde.

„Die Sache mit dem Kind sollten wir mal ausdiskutieren, mein Kleiner“, lachte Santos und thronte gerade auf Kawas Rücken, der etwas unbeholfen in der Gegend strampelte. Doch das währte nicht lange, denn die Maus hatte seine Waffe gefunden und den Spinneneliminator schnell in einen Vampirbekämpfer umgewandelt. Wie das geht? Man drischt nicht auf ne Spinne ein sondern auf einen Vampi!
Mauslogik!
„Autsch.“ Damit hatte Kawa nicht gerechnet, Punkt für die Maus.

„Hey“, motzte der und versuchte sich noch immer umzudrehen, nur wog Santos nun mal einiges mehr als er und war auch noch größer als Kawa und da er nun mal auf dem Bauch lag konnte er nur blind nach hinten langen und an allem Zerren was er fassen konnte.
Zum Beispiel an Mausfüßen in grünen Socken, dass der Kleine erst die Augen aufriss und dann mit einem lauten Rums zu Boden ging, während Santos sich bog vor Lachen.
Kawa konnte aber noch immer nicht sehen was er da angerichtet hatte, denn Santos’ Griff in seinen Haaren, der ihn daran hinderte nach hinten zu sehen, hatte sich nicht gelöst, sondern eher noch verstärkt, während der Körper des älteren Vampirs vom Lachen geschüttelt wurde.

„Au-waaaaa“
Es kam wie es kommen musste, aus der Kampf- und Rachemaus wurde eine Heul- und Plärrmaus in so rasender Geschwindigkeit, dass keiner, nicht einmal Kawa, hätte noch Schadensbegrenzung leisten können.
„Alle sind gegen mich“, wimmerte die Maus am Boden und lüpfte sein Hosenbein um zuzugucken, wie er jetzt ganz langsam verbluten würde – ein paar Stunden vor seinem einundzwanzigsten Geburtstag. Welch grausame Welt – die kleine Mäuse so quält. Genau genommen Santos, der noch mal auf das Knie draufdrückte und die Maus wimmerte wie eine Sirene – ob die Feuerwehr so was gebrauchen konnte?

Wäre doch praktisch, vor allem Strom sparend und wesentlich leiser als die normalen Sirenen war so eine Plärrmaus auch nicht wirklich. Vielleicht sollte Santos den Nager mal vermarkten.
Durch das Plärren und Wehklagen seines Schatzes, fing Kawa noch mehr zu zappeln an, wurschtelte auch mit dem ganzen Körper herum und brachte so wohl etwas zum Erwachen, was zumindest bei ihm nicht mehr wach werden sollte, denn Santos knurrte, stöhnte und sprang plötzlich schnell von Kawa auf.
Der sich, kaum frei, auch gleich umdrehte und zu seiner Maus krabbelte, um zumindest die Nachwirkungen in Grenzen zu halten.

Nur dass die Maus, da er nun wieder Aufmerksamkeit hatte, nur noch viel mitleiderregender wimmerte und sich ordentlich von Kawa flauschen ließ, während er einem etwas erröteten Santos die Zunge rausstreckte. Blöder Vampir – aber echt!
Aber Besagter gedachte gar nicht zu reagieren, er hatte da mit etwas zu kämpfen, dass Gabriel wohl besser nicht sah. Sonst würden nur wieder blöde Fragen gestellt wie: „Warum trägst du einen Kimono? Was macht die Beule in deiner Mitte und warum heult die Maus?“
Ja genau … hä? Das war doch zu real gewesen. Und so wandte sich Santos um und sah in die blauen Augen seines Freundes. Wie hatte der sich denn anschleichen können?

Und Gabriel dachte gar nicht daran sich von einem niedlich errötenden Santos von seiner Frage abzubringen, sondern zog nur eine Braue in die Höhe und musterte seinen Geliebten skeptisch. "Was habt ihr getan... oder soll ich sagen getrieben??"
In der Zwischenzeit konnte ein anderer, nämlich das besagte Flöt, klammheimlich einen großen Kuchen in den Kühlschrank verfrachten und selbigen mit einem Vorhängeschloss absichern.
Es ging doch nichts über die richtige Vorbereitung.

Womit sich dann allerdings zwei Handlungsschauplätze auftaten: zum einen das Vorhängeschloss am Kühlschrank, das von einer neugierigen, eben noch fast gestorbenen Maus entdeckt und beschnuppert wurde. Musste ja einen Grund haben, dass das Ding da hing und warum das blöde Flöt so grinste und dann war da noch Santos in Erklärungsnotstand.
"Die Maus hat genervt, wir haben gerauft und ich habe Kawa zu Boden gerungen, weil der Nager mich gewürgt hat und die Spinne weggelaufen war und … der hat gezappelt… also Kawa, nicht die Spinne. Die Maus war gestürzt und gestorben und … und ... irgendwie ergab dann eines das andere", murmelte er leise und versuchte sich auf eine Abschwellung zu konzentrieren. Komisch, dass von der Maus kein blöder Kommentar kam, aber der nagte gerade am Schloss.

Gabriel kam nahe an seinen Vampir und hatte noch immer eine skeptisch nach oben gezogene Braue, fing sich besagtes Korpus Delicti mit einer Hand ein und musterte Santos von oben.
Denn... sein Schatz hatte heute mal keine Schummelschuhe an und das hieß, Gabriel war fast eine handbreite größer als sein Vampir und konnte böse auf den herabsehen. Und wenn er sich was abgeguckt hatte, an den beiden Vampiren, dann war es eine gewisse Bedrohlichkeit auszustrahlen, was er grad machte.
„Und dabei bekommst du gaaanz nebenbei einen Ständer??“, fragte Gabriel leise und strich mit den Fingern noch mal über Santos’ Schritt. „..interessant.“

„Na du“, fing Santos an und versuchte nicht zu stöhnen oder zu schnurren, denn gerade war die Maus mit dem Kühlschrank beschäftigt, da musste man den ja nicht unnützerweise weglocken. „Du hast den lieben langen Tag nur das blöde ... du weißt schon ... eingepackt und mich total vernachlässigt“, murmelte der Vampir und versuchte sich etwas auf die Zehen zu stellen, damit der Unterschied wieder ausgeglichen war und er sich nicht so klein fühlte.
„Ich kann da jetzt auch nichts für, dass du mich vernachlässigst und mein Herr Körper sich da etwas vertan hat – ich war’s nicht, wirklich!“

„Ah ja...dass sagen sie dann immer, solange nur YuYu nicht der Auslöser was. Das würde mich schon treffen,“ grinste Gabriel schon ein ganz klein wenig verschmitzt und kämpfte den Gesichtausdruck aber gleich wieder hinunter.
Schlossen sich seine Finger fest um Santos’, nun ja, Korpus Delicti, und er zog seinen Vampir so hinter sich her als er zu Kawa ging. „Kawa?? ICH muss da bei Santos was beseitigen, was du ausgelöst hast. Wir sind im Schlafzimmer.“ Gesagt getan und schon schleppte Gabriel Santos hinter sich her, immer weiter zum Bett.

Leider hatte er etwas laut geredet und eine immer noch den Kühlschrank anfressende Maus so auf sich aufmerksam gemacht. Gabriel und Santos auf dem Weg zum Schlafzimmer? In sein und Kawas Schlafzimmer? „Ey, vergesst es ihr Perversen. Die Bettwäsche wird nicht eingesaut.“ Und schon wuselte der Nager den Beiden hinterher und klammerte sich an Gabriel. Kam ja gar nicht in die Tüte, dass die hier … andererseits … grinsend hing Mausi nun an Gabriels anderer Seite und lugte zu ihm hoch.

„YuYu, ich will jetzt auskosten was dein Kawa bei Santos angerichtet hat, also geh zu deinem Vampi oder hock dich hin und halt die Klappe, und stör ja nicht, sonst gibt’s keinen Geburtstag.“, grinste Gabriel und wuschelte dem Kleinen durch die Haare, dass der gleich mal verdutzt guckte.
Gabriel schupste seinen Vampir die letzten Meter in das große Bett und fing dann an eine Klettmaus von sich zu lösen und in nem Sessel zu verstauen.

Jetzt konnte es also losgehen. Yujo dachte gar nicht daran zu fragen wie er das verstehen sollte, was Kawa bei Santos angerichtet hatte. Er hockte einfach blöd grinsend auf dem Sessel, die Beinchen angezogen und die Pfötchen drumgeschlungen, grinste er vor sich hin. Das Näschen war schon ganz rot und Santos, den die Spannermaus ehrlich gesagt regelmäßig nervte, bekam von all dem eh nicht viel mit, weil er schon viel zu lange auf Entzug war. Fast 20 Stunden – unentschuldbar!

Und Gabriel wurde langsam gegenüber Yujos Spannattacken so abgestumpft, dass ihm der Nager, wenn er mal wieder um eine Ecke lugte, sich unterm Bett versteckte oder aus dem Schrank spannte, schon gar nicht mehr auffiel oder besser er ihn ignorierte.
So auch jetzt, Maus aus der Sicht aus dem Kopf und nur noch sein leckerer Schatz, der noch immer ein Kimonoproblem hatte.
„So so,... also mit Kawa gerangelt...“, murmelte Gabriel leise und machte sich nervenzehrend langsam dran Santos den Kimono aufzumachen.

Der Vampir nickte nur und murmelte was von Maus im Schrank und gewürgt und gefallen und guckte nur noch mal, als plötzlich Cole im Schlafzimmer stand und die Maus schnappte. Das gab freilich wieder Stress und Hektik und jede Menge Gefluchtes seitens des spannenden Nagers.
„Wah – Cole! Loslassen! Ich darf gucken – hat Gabe gesagt! Jetzt lass mich los.“ Die Maus strampelte wie verrückt aber Cole sah das ja gar nicht ein. Er schleppte den fluchenden Nager einfach nur aus dem Zimmer auf die Couch. „Kawa kocht.“
Na was war denn das für ein Grund nicht zu spannen? War der Maus doch egal! Schließlich war Kawa der, der die Tür abgeschlossen hatte und Maus nicht gucken durfte, was im Arbeitszimmer war.
„Ihh, seid ihr alle doof“, murmelte er und rollte sich schmollend auf der Couch zusammen. Nur der kleine Mauseschwanz war schon recht aktiv.

Stand in der Gegend rum und wurde von allen ignoriert, auch von dem kochenden Kawa, der beschlossen hatte, solange sich Gabriel nicht beschwerte, die Maus spannen zu lassen, was er wollte.
Mittlerweile hatte er seinem Schatz ja auch schon beigebracht keine Flecken mehr auf den Boden zu machen, und keine Sabberpfützen zu hinterlassen.
Gabriel machte sich ob dessen langsam über Santos her, ärgerte seinen Vampir mit kurzen Kosungen und ließ ihn dann wieder liegen und arm dreingucken. Die leisen Laute aber, die vom Schlafzimmer ertönten, lockten eine Maus.
Der hörte und zuckte mit dem Mausschnäuzchen, guckte zu Kawa und den anderen Köchen und kringelte sich noch enger auf der Couch ein.

Man war das fies! Da lagen die sicher nackt in der Gegend herum, gaben sich die größte Mühe und keiner war da es zu würdigen und zu preisen. „Maus“, drohte Cole, der genau gesehen hatte, wie besagter Nager gerade seinen Hintern von der Couch sinken lassen wollte, um heimlich hinterher zu kriechen. „Lass sie in Ruhe, dann sind sie schneller fertig und wir können eher anfangen deinen Geburtstag zu feiern.“
Boah – jetzt kam ihm dieser fiese Hund, der sich Freund nannte, auch noch mit Logik! Mit solcher Logik, die sogar die geschenksüchtige Maus begriff. Frechheit – ihm seine eigene Medizin zu schlucken geben.
Apropos schlucken … da waren doch noch zwei.
Schnell war Cole ignoriert und die Maus robbte über den Boden, dass das Mauseschwänzchen über das Parkett schubberte und der Kleine leise stöhnte.

Kawa, der diese Geräusche schon kannte, guckte seinem Schatz eine Weile zu, grinste vor sich hin und schnitt sich dabei fast in den Finger, wenn ihm nicht John das Messer aus der Hand genommen hätte.
Eindeutig ein Haus voller Narren, geiler Narren.
Von all dem bekamen Gabriel und Santos nicht wirklich was mit, denn Gabriel sorgte dafür, dass sein Vampir sich auf den Laken wand und biss sich immer wieder über die empfindlichen Innenseiten von Santos’ Schenkeln zur Mitte voran, leckte dort nur leicht über das, was sich ihm entgegen reckte und fing sein Spiel von vorne an.

So blieb Santos nichts anderes als lüstern zu seufzen und so eine Maus immer mehr anzulocken. Immer schneller schubberte die Maus über das Parkett um nicht alles zu verpassen und hatte endlich das Schlafzimmer erreicht, wo er nun in der Tür liegen blieb und friedlich grinste, als Gabriels Kopf immer wieder um den Schoß seines Vampirs wanderte. Besser Yujo biss sich auf die Hand, ehe er sich wieder verriet und wieder weggeschleppt wurde. Das Grinsen wurde immer breiter und das Mauseschwänzchen bohrte ein Loch ins Parkett.

Erst als sich Santos’ Seufzer und Stöhnen fast überschlugen und das Becken in Gabriels Händen immer stärker zuckte, hatte der Große Mitleid mit seinem Schatz und wandte seine Aufmerksamkeit dem Schritt zu, fingen seine Fingern an zu massieren und eine Hand verkrallte Gabriel in Santos’ Hintern.

Die Maus in der Tür leckte sich über die trocknen Lippen und plötzlich quietschte er auf, als er an den Hinterläufen gegriffen wurde und über das Parkett gezerrt. Was sollte denn der Mist? Jetzt wo es spannend wurde?
„Das ist nichts für kleine Mäuse“, legte Cole lebensmüde fest und schleifte die kreischende, quietschende, sich das Mauseschwänzchen schubbernde Maus hinter sich her zur Couch.
„Sag mal hackt’s dich?“ Yujo wusste ja gar nicht wie ihm geschah als er vor der Couch wieder zu liegen kam. Weg war das leckere Bild aus seinem Gesichtsfeld. Frechheit. Und zu allem übel hockte nun das fette Flöt auch noch auf der Maus drauf, damit der gar nicht erst auf die Idee kam, noch mal stören zu kriechen!
Mausschänder!
„Kawa!“

Kaum hatten sich Yujo und Santos wieder eingekriegt fingen die Nächsten mit lärmen an. „Kinder!!“; fluchte der Vampir und guckte grummelig zu Cole. „Lass ihn doch Flöt, solange sich Gabe und Santos nicht gestört fühlen. So gibt mein Schatz wenigstens Ruhe und versucht nicht die Schlösser anzunagen.“

Mit einem Grummeln gab Cole nach und erhob sich und sofort robbte die Maus wieder los, jetzt kannte er den Weg über den Fußboden ja schon und war so um einiges schneller, aber leider nicht schnell genug, denn er hatte die Tür noch nicht erreicht, da hörte er Santos erleichtert aufschreien.
Nee oder?
Die waren jetzt nicht schon fertig und Maus hatte nichts gesehen? Was war denn das für eine Frechheit!
„Wartet auf mich!“, rief er und robbte schneller.

Mit einem genießenden Aufstöhnen lockerten sich Santos’ Muskeln unter Gabriels Fingern und der große Mensch, drängte sich mit einem verschmitzten Lächelnd höher und zu den Lippen seines Vampirs, leckte darüber und machte sich langsam daran in dieses Reich einzufallen und er zu erobern.
Von dem Aufschrei des Nagers hatte er nichts gehört, oder hören wollen.

So robbte der Kleine wie verrückt über das Parkett und lugte um die Ecke, als er endlich das Schlafzimmer erreicht hatte. Da lagen sie und knutschten! Ganz toll!
„Ich wollte doch gucken“, jammerte die Maus nun leise und schniefte gotterbärmlich. Nur dass das keinen interessierte. Außer Friedrich vielleicht, der es vorzog, der Maus heute nicht mehr über den Weg zu laufen. Er hatte für heute genug Aufregung gehabt.
So lag die Maus alleine da und keiner war in der Nähe um ihn zu bemitleiden.
„Ka-haaa-waa!“

„Machst du das fertig?“, bat der John und drückte ihm die Pfanne mit den sauren Omeletts in die Hand, machte sich dann auf, um seinen Nager einzusammeln, und besah sich dabei grinsend das sich ihm bietende Bild.
„Waren die schon fertig?? Böses Pack“, flüsterte er Yujo zu, als er ihn hochhob und sein Schatz so noch mal von weiter oben auf Gabriel und Santos herabsehen konnte.

„Ja“, schniefte die Maus, „einfach schon fertig. So ein böses, böses mausfeindliches, yujoquälendes ..“
„Was denn noch alles – krieg dich mal wieder ein.“, murmelte Santos leise und eroberte sich dann wieder Gabriel. Schließlich hatte er heute – übrigens nur wegen der Maus und seinem bekloppten Geschenk – darben müssen. Da konnte jetzt die Maus auch mal leiden!
„Du Arsch, du .. du ... du... du“ Yujo wurde ja gar nicht wieder. Erst viel zu schnell sich einen blasen lassen, keine Ausdauer haben um so lange durchzuhalten bis auch die Maus gucken konnte und dann?
Auch noch frech werden – zu einer Fast-Geburtstagsmaus?
Zu einer rachsüchtigen Fast-Geburtstagsmaus?
„Du blöder Santos du!“ Na jetzt hatte die Maus es ihm aber gegeben und Santos würde vor Gram sterben!

„Wenn die so weiter machen gibt’s bald eh wieder was zum Gucken, weil Gabe hatte noch nichts von.“, flüsterte Kawa und lachte leise, als Santos was sagen wollte und einfach Gabriels Zunge in den Mund bekam und so nicht reden konnte.
Pech aber auch.
Kawa schnappte seinen Schatz ein wenig anders, setzte sich auf einen der Sessel an der Wand und sorgte dafür, dass seine Maus nicht runter fiel.

Zwar wurde besagte Maus nicht angebunden, aber viel hatte nicht gefehlt. So hockte der nun da, mit seinem Kissen und flauschte das mal ordentlich durch, während er anfing die Beiden anzufeuern. Schließlich war das ne voll lahme Vorstellung, die die Beiden hier gaben – aber echt!
„Passiert hier heute noch mal was – ich will mein Geld zurück!“

Wenn er nicht beiden Hände voll Maus gehabt hätte, hätte sich Kawa selbige vors Gesicht geschlagen. Kaum dass Gabriel und Santos anfingen zu vergessen, oder ignorieren, dass eine Maus im Zimmer war, rief sich sein Schatz lautstark in Erinnerung.
Yujo würde es wohl nie lernen.

Wozu auch? Er war eine Fast-Geburtstagsmaus und er wollte was sehen für sein Geld! So ignorierte er Kawa, der leise knurrte und seinem Nager wohl so etwas mitteilen wollte und knautschte das Kissen in seinen Pfötchen. „Santos, du musst schon mal die Beine breit machen wenn hier was passieren soll - so groß aber zum Pimpern zu blöde!“
Typisch Maus!

„Raus.“, fauchte Gabriel und sah über die Schulter zu den beiden störenden Subjekten. Okay eines war halbwegs leise, wenn man von dem warnenden Knurren mal absah, aber langsam ging ihm Yujo gewaltig auf den Keks.
Wickelte der Große die Enden des Kimonos wieder um seinen Vampir und verpackte Santos so sicher vor den neugierigen Mausaugen.