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Mausgeburtstag Teil 7 - 10

- 07 -

„Was soll’n das jetzt?“, wollte der Nager auch gleich wissen. Hätte nur noch gefehlt, dass er anfing mit Popcorn zu werfen. Aber da Kawa das Zeug nicht mochte, gab es in diesem Haushalt so was nicht. Besser so, sonst hätte die Maus hinterher alles wieder aufsammeln müssen. „Ihr könnt doch nicht einfach hier her kommen, euch ins Schlafzimmer verpissen, euch vergnügen während ich nicht da bin und mich dann rauswerfen, wenn ich bereit zum Zugucken bin – das geht doch nicht.“ Yujo maulte und murrte und erschrak sich, als plötzlich Santos direkt vor ihm stand. Dabei wusste er doch selber wie schnell die sich bewegen konnten.
Er griff sich den Nager und sah zu seinem Zögling. „Ich darf doch, oder?“ und schon flog die Maus im hohen Bogen aus dem Schlafzimmer und landete schmerzlich auf dem Mauspo.
„Kawa!“
Und aus der Küche: „Essen ist fertig.“

„Fickt fertig und kommt dann essen.“, grinste Kawa Santos an, der noch halb entblößt vor ihm stand und machte sich daran seinen Nager aufzusammeln, bevor der wieder anfing lautstark zu heulen. Einmal am Tag war ja genug.
Sein Schatz hatte auch schon wieder Luft geholt als Kawa ihn aufsammelte und gleich mal beruhigend über den Mausepo strich, während er sich Yujo über die Schulter legte und mit ihm in die Küche ging.

„Falsche Richtung“, wusste der Nager auch gleich zu berichten und strampelte und zappelte und fiepste, als Santos die Tür hinter sich zumachte und ihm noch mal vorher frech die Zunge rausstreckte. Na der sah sich wohl noch? Frecher Vampir!
„Kawa! Falsche Richtung – da lang!“, krächzte Yujo heiser und fuchtelte mit einer Hand in Richtung Schlafzimmer, aber wie sollte Kawa denn das sehen?

„Nein, richtige Richtung, weil, wenn du die Beiden mit deinen Kommentaren noch öfter unterbrichst fällt dein Geburtstag aus, weil die Beiden nicht fertig mit poppen sind“, murrte Kawa und setzte die fiepende und noch immer geile Maus auf einen der Barhocker vor der Theke.

Als ob das Yujos Problem wäre – soweit kam es noch, dass wegen den Lahmtüten sein Geburtstag ausfallen würde. „Was kann ich dafür, dass die nicht aus der Hüfte kommen.“, maulte er auch gleich los und besah sich John und Cole die knuddelnd in der Ecke neben dem Herd standen und Yujo beobachteten. Was die Maus gar nicht mochte! „Sind wir hier im Zoo?“, giftete er los und überschlug die Beine. Musste ja nicht jeder auf das Mauseschwänzchen gaffen können. Das so einsame … so vernachlässigte …
„Hey“, fiepste er, als Cole ihm eine Kartoffel aus dem Kühlschrank rüberwarf, dass die Maus fast zu Boden ging und sich gerade noch so auf seinem Hocker halten konnte. „Zootiere sind nicht so lahmarschig wie du“, lachte das Flöt und die Mauslippen fingen an zu zittern.

Wo wäre Kawa jetzt lieber als neben der schon wieder fast heulenden Maus? Gute Frage, eigentlich überall, nur eben nicht neben einer schon fast wieder heulenden Maus.
Langsam überlegte er wirklich, ob sie nicht Yujo die Geschenke schon jetzt geben sollten und Ruhe war.
Aber so wie er seinen Schatz kannte wollte der dann morgen noch mal was.

Na ja, es waren ja nur noch ein paar Stunden, die würde er auch noch überleben – er hatte schon ganz andere Sachen durch. Eine kranke Maus, eine durch eine Prüfung gefallene Maus, eine wundgepoppte Maus … alles Dinge, von denen er gedacht hätte, dass er sie nie überstehen würde und heute stand er hier und konnte darauf zurück sehen. Zum Glück war Yujo ja nicht immer so, nur ab und an da machte es klick und dann war die Maus eben so nervig wie heute.
… und wimmerte, dass keiner ihn lieb hätte.

„Schatz, hatten wir das heute nicht schon?? Wir haben schon durch, dass dich alle lieb haben außer Santos und der poppt grad seinen Gabriel, hat den lieb und Ruhe ist.“ Kawa wuschelte seiner Maus durch die Haare und überlegte wie sie den Kleinen die nächsten Stunden beschäftigen könnten.
Fernsehen?
Das ginge, doch das einzige was Yujo wirklich ruhig und aufmerksam machte waren seine Spannerfilme.

Vielleicht suchten sie einfach noch mal die Spinne von vorhin? Die hatte Yujo ja auch völlig in seinen Bann gezogen! Andererseits könnte es genauso gut passieren, das die Maus mit einem Schock umfiel und liegen blieb und sie für die morgige Feier dann keine Geburtstagsmaus mehr hatten.
Okay – kein Fernsehen – keine Spinnen …ein Brettspiel?

Kawa hatte nur Go und Schach da, wie er sich selber gestehen musste, denn er musste sich ja nie selber zwangsbeschäftigen und wenn wirklich hatte er da immer noch seinen Nager, der sehr pflegeintensiv war.
Tja, was tun und nicht schreien,... ups!!
Das tat gerade ein anderer aus Richtung Schlafzimmer und auch noch sehr leidenschaftlich, na wenn das mal die Maus nicht lockte.
Verzweifelt ließ Kawa seinen Kopf auf die Theke sinken.
„Ich geb’s auf.“

Maus wuschelte nur kurz mit einer Pfote drüber und hopste vom Hocker. „Bin gleich wieder da, ich mach die Tür nicht auf, geh nur lauschen.“ Und schon wuselte der Kleine wieder los, während Cole und John Wetten darüber abschlossen, wer jetzt als nächstes ein Pflaster brauchen würde – Santos – Gabriel – die Maus?
„Die Maus“, waren sich beide einig, während der Nager nun an der Tür hockte und durch das Schlüsselloch spannte. Ganz leise und ganz friedlich … na bitte, er war doch recht pflegeleicht!
Solange die Beiden drinnen jetzt nicht zu schnell fertig wurden wäre zumindest die Maus eine zeitlang glücklich und zufrieden mit spannen beschäftigt.

Blieb also einfach zu hoffen, dass Santos mal etwas mehr Stehvermögen an den Tag legte. Yujo hockte nun vor der Tür, sabberte lustig vor sich ihn und Cole grinste nur. „Nur gut, dass der keinen Schlüssel zu deiner Bude hat, Schatz“, murmelte er und schmiegte sich an John. Irgendwie machte es den Eindruck, als wären sie die einzig normalen hier.

Nach einigen Momenten regte sich Kawa wieder und stand auf, guckte kurz zu seiner nun friedlichen Maus und suchte sich kopfschüttelnd eine der mit Blut gefüllten Flaschen heraus und goss sich ein Glas ein.
„Lauter Irre“, moserte er ungehört und pflanzte sich auf die Couch.
John grinste leicht und sah dabei dem Vampir zu wie der sich zu trinken nahm. „Mir kommt’s vor, wie wenn die Maus schon länger nicht mehr wirklich ausgelastet worden wäre, hat der beim Studium nichts zu tun?“

„Weiß nicht“, lachte Cole und besah sich nun wieder den Nager, der vor der Tür hockte und spannte. „Aber so wie ich da die aktuelle Lage einschätze, ist der nur sexuell nicht ausgelastet und das liegt eigentlich weniger am Studium … als an seinem Liebhaber.“ Die letzten Worte wurden betont lauter gesprochen auch wenn er wusste, dass Kawa jedes einzelne davon hören konnte.

„Schnauze, Flöt, frag mal deinen Freund, wer uns beim Poppen gestört hat.“, knurrte besagter Vampir und trank wieder von seinem Blut. Okay, es war kalt und er spielte sogar kurz mal mit dem Gedanken seine dauergeile Maus mal kurz anzuknabbern, aber wenn er jetzt anfing Yujo zu reizen hätte er später ein riesen Geheule, weil der Junge nicht mehr sitzen konnte.

Und eine Geburtstagsmaus, die nicht sitzen konnte, das konnte ja nun wirklich keiner wollen. Cole indes wandte sich wie verlangt an seinen Freund und wollte wissen was es mit diese Anspielung auf sich hatte und was er bitteschön schon wieder verpasst hatte, als sie Mausgeburtstagskuchen gebacken hatten und ob sie nicht hätten warten können mit dem Schauspiel, dass alle was davon hätten.

„Babe, du hörst dich an wie der Nager“, stellte John trocken fest und plop, schon war das Flöt still, beugte sich der Bodyguard grinsend zu seinem Flöt runter und küsste ihm kurz.
„Essen wir was und ich kann dir ja erzählen, was die Beiden hier drinnen getrieben haben, das wir nicht gleich rein gegangen sind.“

Na das versprach doch lustig zu werden. Und so lange Yujo, der Vielfraß, noch vor der Tür lungerte und sabberte und Gabriel, der Feinschmecker, noch außer Reichweite waren, standen die Chancen gut, dass Cole sich den Teller volladen konnte, ohne dass Yujo klauen kam, weil er Angst hatte, dass er selber zu wenig auf dem Teller hatte und verhungern müsste und Gabriel mal kosten kam, weil es ja auf seinem Teller ganz anders aussähe und deswegen sicher auch anders schmeckte.
„Alles was Hunger hat finde sich in der Küche ein.“
Ein Quietschen erfüllte den Raum – Mausi war mal wieder in einer Zwickmühle gefangen.

Doch diesmal kam kein Kawa um seine Maus einzusammeln, denn der sah ja gar nicht ein, dass er, kaum hingesetzt und ein wenig Ruhe, schon wieder seinem Geliebten nachlaufen sollte. War das jetzt sein Freund oder sein Kind??
So verschloss der Vampir die Ohren vor dem Gequietsche und ließ Maus für den Moment Maus sein.

Eigentlich hätte jeder ahnen können wie das nun weiter ging – genau!
Yujo riss die Tür auf und fing an sich zu entrüsten, ob sie immer noch nicht fertig wären und ob sie nicht gehört hätten, dass es essen geben würde und ob sie sich nicht bald mal beeilen wollten. Rechtzeitig sprang er zur Seite, um nicht von einem Kissen danieder gestreckt zu werden. Cole klatschte sich vor den Kopf und räumte seinen Teller schon mal voll, während Santos nur ungehemmt aufstöhnte.

John und Cole fingen an zu essen und konnten so live miterleben wie Santos ein letztes Mal lauter aufstöhnte, unterdrückt schrie und Gabriel dann, den Geräuschen nach, seine Lippen verschloss, weil man nicht mehr wirklich genauer artikulierte Laute vernehmen konnte.
Nur dass die Maus nun plötzlich wieder leise war und sabberte war fast sicher, denn nachdem Santos sich in seinem Orgasmus wand ließ sich wohl auch Gabriel gehen, so wie es sich anhörte und das Flöt mehr nebenher bemerkte.

Es war doch wirklich erstaunlich, wie man die Maus ruhig stellen konnte. Es war immer das gleiche Schema. Augenblicklich hing er an der Türklinke und grinste schief, während Santos und Gabriel sich ihrem wohlverdienten Nachglühen hingaben. Na dem Flöt konnte es recht sein, mehr Futter für ihn – und wenn Kawa eine Sache auf jeden Fall konnte, dann kochen. Eigentlich verwunderlich, dass die Maus noch kein Fett angesetzt hatte.

Doch auch das verhinderte eigentlich Kawa, wenn er nicht grad von besagter Maus verschmäht wurde, weil der lieber anderen zuguckte als selber zu poppen, komisches Ungeziefer.
John war dazu übergegangen sein Flöt, das immer wieder grübelte und dann grinste, weil ihm wohl was eingefallen war, zu füttern. Tja, das ließ sich Cole mal gefallen und schwups musste John seinen Schatz überhaupt gleich füttern und der hockte dabei halb auf seinem Schoß.

So war das mit den jüngeren Geliebten. Total verwöhnt – aber so was von. Irgendwann kam auch die Maus wieder angeschlichen und grinste ziemlich schief. Das Näschen war noch rot und die Augen glasig. Dass er nicht gleich gegen den Couchtisch rannte lag nur daran, dass Kawa ihn geschwind zur Seite trat und Maus sich ohne ein weiteres Hindernis auf einen Sessel fallen lassen konnte.

Da lag es nun, das Maus, und guckte zufrieden mit roter Nase und noch leichten Sabberlippen in die Gegend, stellte sich wohl das eben Gesehene nochmals vor und grinste dazu zufrieden.
Na wenn es ihn glücklich machte.

Und wo es doch bald eine Geburtstagsmaus war. Man ließ ihn einfach genießen und schweigen. Das konnte man ja sowieso viel zu selten genießen. Cole ließ sich weiter mit Omeletts füttern und süß-saurem Gemüse, während man ein leises Tuscheln aus dem Schlafzimmer hörte und Yujo wohl langsam wieder zu sich kam – aber eben nur langsam.



- 08 -

Eineinhalb Stunden, eine Fütterung der Maus und einmal amüsieren auf Santos’ Kosten später hockten alle einträglich, nun ja fast einträglich, weil ein besagtes Flöt ärgerte grad Yujo, weil er beim Poppen, laut Angaben von Santos und John, ohnmächtig geworden war, beisammen.
Kawa hatte die ersten Knabbersachen und Süßigkeiten auf den Tisch gestellt und Yujo einen der unzähligen Filme in den DVD-Player gegeben, nein, kein Porno, sondern eine lustiger Streifen.

Und so lag die Maus quer über Kawa und Santos und Gabriel, die so dreist gewesen waren, sich auf die Couch setzen zu wollen, wo das doch Mausreich war, und kringelte sich vor Lachen. Immer wieder wedelte er mit einer Pfote herum, lachte laut, kicherte leise, grunzte hier, seufzte da.
Ein ganz normaler Abend mit einer Maus eben. Dass Cole ihn so schändlich ausgelacht hatte und dass der böse John gepetzt hatte, dafür wurden beiden mit Mausverachtung gestraft - aber gänzlich.

Was ihnen augenscheinlich auch ganz recht war, denn irgendwie hatten es die Beiden geschafft sich auf einem der breiten Couchsessel zu verknoten und so lange hin und her zu wetzen, bis Cole halb über, neben und unter John saß oder auch lag und der ihn bequem kraulen und füttern konnte.
Ja, ja einmal zu nett gewesen zum jungen Betthasen und schon musste man sich um alles kümmern.

So war das eben mit Haustieren – sie waren zeitaufwendig, pflegeintensiv und wollten grundsätzlich Aufmerksamkeit. Aber was tat man nicht alles, wenn man verliebt war. Und Cole dankte es mit einem Schnurren und Seufzen, das die lachende Maus aber regelmäßig überdeckte. So zog sich die nächste Viertelstunde damit hin, dass die Maus eine Tüte voll Chips mümmelte und Santos, auf dessen Schoß er lag, gänzlich voll krümelte. Aber auf Geheiß von Gabriel und Kawa sagte er nichts – dafür musste Gabriel aber auch ordentlich trösten. Denn er stank wie ein alter Pommes und es knisterte bei jeder Bewegung.

Nichts was man normalerweise und zuhause nicht mit einem Bad im Kellerpool oder noch besser im Whirlpool hätte beiseitigen können und dann noch ein wenig ausspannen und gegenseitig massieren... Pech war ja nur, dass man nicht zuhause, sondern bei Kawa und der Maus war.
Also keinen Pool und keinen Whirlpool hatte und sich auch nicht mal gleich auf geheizten Fliesen nackt gegenseitig massieren konnte.
Pech aber auch.

Nicht dass es einen gegeben hätte, der sich dagegen verwehrt hätte, hätten sich die Beiden wieder die Klamotten vom Leib gerissen und sich massiert. Aber man musste ja der Maus nicht noch zusätzlich Futter liefern. Man war ja froh, dass besagtes Ungeziefer gerade so friedlich war – von den Krümelattacken mal angesehen.
Er lag schon wieder lang und lachte, zappelte mit den Füßen, dass Gabriel ausweichen musste, um nicht grüne Socken im Gesicht zu haben.

Da die Flossen der Maus nun vor seinem Gesicht herumwischten, lehnte sich Gabriel einfach mal bei seinem Schatz an und flauschte sich näher zu dem Vampir, so gut das halt geht, wenn ne überaktive Maus auf deinem Schritt liegt und man besser nicht erregt wird, weil besagte Maus das sonst gleich mitbekommt.
Langsam, damit Yujo nichts mitbekam, vergrub Gabriel sein Gesicht in Santos’ Halsbeuge und knabberte ein wenig an der weichen Haut über dem Puls, biss hinein und leckte wieder darüber, immer und immer wieder, einmal fest einmal fast gar nicht spürbar.

So viel zum Thema: nicht erregen wenn’s die Maus merkt. Der lag ja direkt auf Santos’ Schritt und guckte nach einer Weile ziemlich ungläubig unter sich. Um die Situation zu retten musste sich Santos jetzt schleunigst was einfallen lassen! Aber dafür würde Gabriel später noch herhalten müssen! So viel stand schon mal fest – ihn hier direkt unter der Maus heiß machen – so einen fiesen Freund hatte er also!
Eilig griff er ein paar Chips und stopfte sie dem Nager in den Mund, bevor der herausposaunen konnte, was hier unter ihm gerade abging und was von wegen Loch in den Mausbauch bohren faselte. So konnte Yujo nur mümmeln und krümeln und mampfen und hätte sich fast noch verschluckt.

Und Gabriel grinste, biss Santos wieder und leckte sich mit der Zungenspitze bis zu dessen Ohrmuschel, um dann dort weiter zu knabbern. „Erstick die Maus nicht mit Chips“, kicherte er zwischendurch und nahm das Ohrläppchen zwischen die Lippen, kratzte mit den Zähnen darüber und lachte Santos leicht kehlig und sehr leise ins Ohr, als der zu knurren anfing.

„Dann hör du auf dafür zu sorgen, dass ich die Maus gleich aufspieße!“ Santos dachte ja gar nicht daran sich weiter erregen zu lassen! Eisern versuchte er alles um sich herum zu ignorieren. Aber das war leider nicht so leicht und Gabriel gedachte auch nicht, es einfach sein zu lassen. Schien als hätte der seinen Spaß. So sah Santos nur eine Lösung.
Er erhob sich – Gabriels Zähne griffen uns Leere – die Maus purzelte auf dem Boden.
„Will noch jemand was zu trinken?“ Und schon war er auf dem Weg in die Küche, während Yujo sich unter einem Berg Kartoffelchips hervor winden musste und leise wimmerte.
Prima, Gabriel!

Doch der zog nur eine Schnute, weil sein Spielzeug alias eigentlich Vampir, alias eigentlich normalerweise nicht so nett wenn’s um verdorbene Erotik ging, einfach davon lief.
Okay, da lag ne Maus rum, aber das tat der Kleine sonst auch meist und okay, ein paar hockten auch noch rundherum, aber er wollte doch Santos nicht auf dem Couchtisch vernaschen, sondern nur ein wenig ärgern. Mö!!!
So ließ er die Maus mal von Kawa trösten und ging seinem Vampir hinterher, der geschäftig halb in den Kühlschrank kroch.

Natürlich wollte auch gleich die Maus hinterher, den sein Film jetzt so was von gar nicht mehr interessierte. So wie Santos gelaufen war, war der spitz wie ein Rettich und dann gab’s da folglich gleich was zu sehen! Seine Chance – weil er ja Chance eins und zwei knapp verpasst hatte.
Santos seinerseits suchte sich nun den Eistee und knurrte schon mal bedrohlich zu seinem Schatz, der heute einfach kein Ende fand. Machten Eisbären so geil oder woran lag’s? „Das würde ich lassen wenn ich du wäre, SCHATZ“, suchte aber weiter.

Na vielleicht lag’s ja auch daran, das Santos noch zweimal Kommen voraus war und Gabriel bisher am heutigen Tag auch noch nicht wirklich was hatte genießen können, sondern ständig ne Maus an den Hacken hatte.
„Ach. Was denn?“

„Schon wieder so notgeil durch die Gegend streichen und schleichen und mich ganz wild machen, während die Maus lauert.“ Zur Verdeutlichung seiner Worte wiese eine Hand aus dem Kühlschrank über die Theke zur Couch, wo besagte Maus wirklich hockte und lauerte und von Kawa nicht losgelassen wurde.

Wie um seine nicht ausgesprochenen Worte zu unterstreichen guckte Gabriel zuerst auf seinen ruhigen und dann auf Santos’ freudig nach oben guckenden Schritt. „Ach ja, ich und notgeil, japp.“, grinste er dabei mit einem nochmaligen Blick auf Santos’ Schritt und drehte sich um, um wieder zur Maus zu gehen.

„Klar notgeil, sonst würdest du mich ja nicht an Stück heiß machen und vernaschen du Schuft“, murmelte Santos, der endlich seinen Eistee gefunden hatte – hinter dem Mauskuchen – und den Kühlschrank wieder abschloss. Sicher war sicher, nicht das die Maus die letzten Stunden noch nutzte um ihnen die Überraschung zu killen – der hatte das nämlich mit unter drauf.
Freilich hatte die Maus wieder nur was von heiß machen gehört und wollte life zum Ort des Geschehens.

Wurde dabei von Gabriel eingefangen, einmal herumgewirbelt und wieder zurück an Kawa übergeben, während er sich doch noch mal umdrehte und zurück zu Santos ging, sich hinter den stellte und anlehnte.
„Ach ja?? Vielleicht sollte ich dann mal wieder eine zeitlang allein schlafen, Schatz, wenn du was dagegen hast vernascht zu werden.“ Kawa grinste sich eines, als er das hörte, versteckte aber zu seinem Glück das Gesicht in Yujos Haaren.
„Hmm, vielleicht nicht mal so ne schlechte Idee, wäre doch möglich, dass du dann wieder heißer wirst, woll’n wir das ausprobieren??“, hauchte Gabriel noch und leckte über Santos’ Ohr.

Der knurrte nur unleidlich und schenkte sich Eistee ein. „Tu was du nicht lassen kannst“, grummelte er. Ganz prima – er wurde hier heiß gemacht und blamierte sich vor mäusischem Publikum und wurde jetzt auch noch dafür bestraft, dass er Gabriel nicht widerstehen konnte? Dass der seine Wirkung auf Santos schamlos gegen ihn ausnutzte? Na so nicht! Das Spiel ging auch zu zweit ganz gut.
Er griff sich sein Glas und wanderte ohne ein Wort zurück ins Wohnzimmer.

Gabriel zuckte mit den Schultern und suchte sich aus Kawas Süßigkeitenlade noch eine Packung Mikadostäbe, fing gleich eines der Schokostäbchen zwischen die Lippen und begann daran zu knabbern und lecken, damit die Schoko abging.
Noch leckerer wären ja die mit grünem Tee, aber die waren schon seit geraumer Zeit alle und Kawa weigerte sich welche nachzubestellen, weil ihm angeblich Gabriel immer alle klauen würde.

Denn jemand anderes kam dafür nicht in fragen, weil die Maus grünen Tee – egal in welcher Form und wenn’s nur Shampoo war – verweigerte und Santos nicht so auf diese Schokostäbchen stand und Kawa selten dazu kam seine Süßigkeiten selber zu essen. Denn immer musste er jemanden bestechen, trösten oder sonst was.
„Kannst du den jetzt nicht mehr leiden?“, wollte die Maus wissen, der sich immer noch Chipskrümel von Pullover sammelte und guckte Santos an, während er mit einer Hand auf Gabriel deutete. Santos sagte nichts, schlürfte nur seinen Tee und widmete sich dem Fernseher.

Die erbeuteten Stäbchen mümmelnd hockte sich Gabriel mit untergeschlagenen Beinen auf den Teppich und lehnte sich an der Couchlehne an, begann dabei schon wieder Schoko vom Stäbchen zu lecken und dann selbiges zu knuspern.
Dabei sah er Gedankenverloren auf den Fernseher, horchte zu wie Santos nichts zu Yujo sagte und guckte auf die Uhr, noch eineinhalb Stunden bis Mitternacht, noch eineinhalb Stunden bis sie Yujo endlich die Geschenke geben und Torte essen und irgendwann in der Früh heim gehen konnten.
Z zeit wollte erst mal noch überbrückt werden.
„Wie wär’s wenn wir mal zur Abwechslung was spielen“, schlug Cole vor, der von der sich gerade arg abkühlenden Stimmung die Nase voll hatte. „Wie wäre es mit Scharade oder so was. Das ist doch immer lustig.“
Aber richtig begeistert wirkte der Rest nicht. Santos hatte den Hals für heute dicke, Yujo wollte wissen ob Santos Gabriel jetzt nicht mehr leiden kann und ob er an seiner statt im Pool schwimmen durfte und Kawa?

Kawa hatte grad noch eine Maus in Händen gehabt, diese ein wenig geflauscht, als natürlich die beiden Großen sich zanken mussten und jetzt perfekt als Kühlaggregate agierten. Drum hoppelte sein Nager auch über die Couch, sah Santos an, der seinen Eistee trank und nichts sagte, dann wieder zu Gabriel, der Stäbchen nach Stäbchen mümmelte und verstand wohl nicht wirklich, was zwischen den Beiden passiert war, weil ja der einzige, der ihre Worte wirklich hatte hören können, Kawa gewesen war.
„Warum ziehen wir den Geburtstag nicht einfach schon mal ne Stunde vor? Und fangen schon an mit Feiern??“

„Hey – dann werde ich ja noch älter. Und dann bekomme ich viel früher Falten – das ist doch nicht fair“, fiepste die Maus gleich und hoppelte wieder zurück zu Kawa. Denn mit Santos und Gabriel war heute echt kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Aber so was von nicht!
Allerdings, wenn auch mit etwas zeitlicher Verzögerung, ging dem Tierchen auf, dass Geburtstag vorziehen auch bedeutete: Geschenke austeilen.
Da hieß es nun tapfer Falten gegen Geschenke abwiegen – schwere Entscheidung das!
Mit einem Finger im Mund, an dem er knabberte, fing er an das Für und Wider jedes einzelnen zu ergründen.

Das dauerte eine Minute, dann wurden da zwei draus und drei und nach ner viertel Stunde hockte Yujo noch immer mit einem Finger im Mund auf Kawas Schoß und ließ sich durch die Haare kraulen, während er grübelte, für und wider abwägte, hinterlegte, überlegte, nebeneinander auflegte.
Und am Ende doch zu keinem Ergebnis kam.
„Schatz,...“, riss ihn Kawa aus den Gedanken „Was jetzt, gleich Geschenke oder noch warten??“

„Und die Falten?“, murmelte die Maus und strich sich durch das noch jugendlich frische Gesicht - aber gleich würde es wohl nicht mehr so aussehen, wenn er dann doch ein Jahr älter war.
Aber da Santos und John so ein Aufhebens um das Geschenk gemacht hatten und ein Schloss am Kühlschrank zeigte, dass da auch noch was drinnen war, was die Maus sicher gern sehen und haben wollte, siegte die Neugier.
„Ich bin eine Geburtstagsmaus – preiset mich.“ Er wedelt mit den Armen und hob den Kopf höher.

Gabriel sah auf, mümmelte sein Stäbchen in sekundenschnelle zusammen. „YuYu, das sagst du schon den ganzen Tag, also willst du uns damit jetzt sagen, dass du die Geschenke gleich magst??“, fragte der Große nochmals nach und legte den Kopf leicht zur Seite.
Hm, wenn danach dann der Kuchen herausgegeben wurde, gäbe es sicher auch was zu trinken und irgendwie war Gabriel nach etwas gemischtem, vielleicht wurde dann seine Laune wieder besser.
„Okay Kleiner, was meint ihr, bekommt er Geschenke?“

„Auf keinen Fall.“
Cole konnte gar nicht so schnell gucken wie er eine Maus am Hals hängen hatte und er kam gar nicht dazu seinen Scherz zu bereuen. „Fieser Kerl – klar krieg ich meine Geschenke. Ich war die letzte Woche voll nett und habe keinen geärgert! Eine ganze Woche lang!“
Ja, so was konnte eine Folter und eine Qual sein wenn man eine kleine, gern badende und whirlende Maus war und sich vorgenommen hatte, nicht zu nerven!
„Los! Geschenke.“ Noch immer wurde Cole gewürgt, aber mit entschieden weniger Kraft.

Denn John guckte den Kleinen, der da grad sein Babe würgte, bedenklich an und grinste danach, schnappte sich mit der freien Hand Yujo um die Taille und stand mit der Maus beladen und mit einem zu Boden rutschenden Flöt auf.
„So, wo ist das Zeug für den Nager hier???“, wollte er wissen und grinste. „Von mir aus kann er gleich mal ein paar Geschenke bekommen.“



- 09 -

Na klar dass Yujo jetzt Feuer und Flamme war und in Johns Armen nur so zappelte und ruckelte und an ihm hoch und runter kletterte wie ein kleines Äffchen. Erst hing er auf der Schulter des Bodyguards, kaum später hing er um die Knie, dann auf dem Rücken.
Er war total aufgekratzt – Geschenke für die Maus! Viele Geschenke für die Maus!
„Ja – her damit!“, fiepste er völlig aufgelöst und die Äuglein glänzten und glitzerten wie verrückt.

John hielt sich gerade noch vor lachen, denn der Nager kabbelte mit den Fingern immer wieder über seine Seiten und verdammt, er war kitzlig, überhaupt bei so nervösen Bewegungen, so versuchte der große Bodyguard die auf ihm herumturnende Maus einzufangen, jedoch mit wenig Erfolg.
Kawa, der sich bei dem Anblick nur eins grinste stand auf und zückte den Schlüssel zu seinem Arbeitszimmer. "Soll’n wir ihm den geben oder fangen wir mit Kuchen und Kaffee und Kakao an?", wollte er grinsend wissen und Gabriel war jetzt schon klar, dass Yujo lautstark auf die Geschenke bestehen würde.

Und so war es dann auch – Maus haschte immer wieder nach dem Schlüssel, den Kawa wie ein Lockstoff schwenkte und John hatte zu kämpfen, dass der Nager nicht von seiner Schulter plumpste und auf den immer noch am Boden liegenden und sicher sehr einsam seienden Cole landete.
Auch Santos erhob sich. „Wenn wir jetzt die Maus dazu zwingen Kuchen zu essen ohne Geschenke bekommen zu haben, dann haben wir alle keinen Spaß dran – gib ihm seine Geschenke, er soll damit spielen und wir essen in Ruhe“, legte er fest und kicherte kindisch, weil die Maus immer was von „spielenspielenspielen“, murmelte und auf John herumturnte wie verrückt. Kawa sollte endlich den Schlüssel rausrücken!

„Na gut.“, lachte Kawa und schoss den Schlüssel in Yujos schnappende Hände, brachte sich selber hinter Santos in Sicherheit, denn in dem Augenblick wo Yujo sein Beutegut in Händen hatte zappelte der so wild, dass John ihn überrascht losließ.
Die Maus ging zu Boden und rappelte sich aber gleich wieder hoch und schoss in Richtung von Kawas Arbeitszimmer davon.
Pech nur, dass er mit seinem Zappeln und Schubsen John so aus dem Gleichgewicht gebracht hatte, dass der halb über Cole fiel und erst mal liegen blieb.

Cole murrte nur – aber das bekam keiner mehr mit. Mit Quietschen und Fiepen wie ein Verrückter düste die Maus erst eine Runde quer durch das Zimmer, weil er erst einmal Energie loswerden musste um nicht noch zu platzen oder gar das Schlüsselloch zu verfehlen.
So hing er jetzt an der Tür und trotzdem dauerte es eine Weile, bis der Schlüssel, den die Maus übrigens mit einer Menge Flüchen bedachte, nachgab und endlich ging das Reich auf … alles was er sah war … ein großer Berg buntes Geschenkpapier mit Schleife und ein weißer Stummelschwanz aus Fell.
„Wah! Ein Eisbär!“, kreischte der Kleine wie von Sinnen und fing an das Papier abzufetzen, dass er Augenblicke später in einem wahren Schneegestöber aus Papierschnipseln hockte – keines davon größer als einen halben Zentimeter.

So musste man Konfetti machen, am besten sammelten sie alles ein, dann würden sie nächstes Jahr wenigstens keines mehr kaufen müssen.
Wäre doch praktisch.
Gabriel lauschte grinsend den Lauten der Maus und lachte bei dessen Schrei auf, zwinkerte Santos zu und machte sich daran zu der noch immer freudig quietschenden Maus zu gehen, um Bilder von der ganzen Sache zu schießen.

Doch dann erfüllte ein Aufschrei das kleine Zimmer – nicht freudig, sondern entsetzt. Yujo hatte eine Kette mit Bildern gefunden – Polaroids um genau zu sein – Polaroids, die ihn beim Poppen zeigten, wie er ohnmächtig wurde und halb nackt im Wohnzimmer lag, um noch genauer zu sein!
Welcher Mistkerl hatte es gewagt das Paarungsverhalten einer notgeilen Wildmaus abzulichten! Und diese Bilder in einer Girlande über dem knuffig weichen Eisbären zu hängen, unter dem Yujo dank seines Schrecks gerade begraben wurde und noch lauter quietschte.

Hätte der Nager jedoch gewusst das darauf hin alle gucken kommen würden, und die Hälfte vor lachen umfiel, während sein Kawa mit rot schattierten Wangen in die Luft guckte und gar nichts tat.
Ja was hätte die Maus da getan?
Sicher nicht geschrieen.

Andererseits – wir reden hier von der erst-sprechen-dann-denken-Maus!
Santos jedenfalls war mit seinem Werk – die Kette der Verzweiflung – sehr zufrieden und so wie Cole und Gabriel am Lachen waren, schien es auch die Stimmung ungemein zu heben. So interessierte es keinen der Anwesenden, dass eine Maus – der in nicht einmal mehr einer Stunde eine Geburtstagsmaus war und eigentlich pfleglich behandelt werden müsste – unter einem riesigen Eisbär lag und von dem zu Tode geflauscht wurde. Ganz im Stillen versteht sich, denn das leise gewimmerte „Zu Hülfe – wer hülft mir“ ging im Lachen der Anderen unter.
„Schade, dass die Bilder nicht die Stimmung wiedergeben können“, kicherte Santos und ärgerte sich gerade, dass es von Polaroids leider keine Abzüge gab, denn mit diesen Exemplaren würde die Maus wohl ein Rachefeuer entfachen.

Kawas Röte breitete sich unterdessen immer mehr aus weil Gabe und das vermaledeite Flöt dazu übergegangen waren Haltungs- und Ausdrucksnoten zu geben und er selber gerade mal so davon kam. Von den Bewertungen zu seinem Schatz konnte man das nicht sagen, vor allem das eine verräterische Bild, in dem man die ohnmächtig runterfallende Maus sehen konnte, gab prächtige Minuspunkte.
Aber ein, zwei Bilder, musste der Vampir zugeben, sahen richtig lecker aus, die würde er wohl vor dem Wüten seines Nagers retten müssen und in ihr Fotoalbum einkleben, solche Schnappschüsse bekam man ja nicht immer zu sehen.

Und in all dem Bewerten und Lachen und Stellungen auswerten ging eines total unter – im wahrsten Sinne des Wortes: die Maus unter dem riesengroßen Plüscheisbär. Da hing er nun – lag auf dem Rücken und den Bär auf der Brust, der ihm langsam die Luft abdrückte.
„Zu Hülfe – wer hülft der Maus – bitte Maus retten – Maus stirbt“, aber er wurde immer leiser und immer röter je intensiver die Bilder ausgewertet wurden. Wenn er den erwischen würde, der diese Dinger geschossen hatte, dem würde er … okay, erst mal müsste er unter dem Eisbär rauskommen, aber angenommen er würde hier wieder rauskommen, dann würde er dem Macher der Bilder aber was erzählen.
Andererseits wollte er sich lieber gar nicht in Erinnerung rufen, wenn er ohnmächtig würde, dann musste er das Gelächter der so genannten Freunde nicht mehr hören.
So stellte sich die Maus einfach tot – fehlte ja eh nicht mehr viel dazu.
Und keiner vermisste den Hauptakteur auf den Bildern – oder doch?

Kawa schnüffelte, und konnte langsam kein Quietschen und Fiepen seiner Maus aus dem Gelächter mehr rausfiltern, ...komisch, eine Maus mit Eisbären, der nicht mehr fiepte und quietschte... komisch, so machte sich der Vampir zwischen den drei Lachkaspern hindurch und umwandelte das große Stofftierungetüm.
Keine Maus auf der andere Seite, doch oder? ...Halt!
Da lugte ja ein Beinchen raus, geschwind kniete sich Kawa neben den Eisbärenbauch und hob das ganze Getier ein wenig hoch, steckte den Kopf drunter und konnte so seines Nagers ansichtig werden.

Yujo grinste nur etwas schief und wusste vor lauter Schreck gar nicht, was er doofes sagen sollte. Passierte auch nicht alle Tage, dass die Maus mal nichts Dummes sagte. Und da so was Seltenheitswert haben sollte, rang er sich dann doch zu etwas durch. „Na? Eifersüchtig?“, wollte er grinsend wissen, war aber insgeheim schon froh wieder atmen zu können. Und weil nun dank Kawas Suchaktion auch der Rest die Fast-Geburtstagsmaus vermisste und zu ihnen runter guckte, wurde er von Santos gleich am Bein gegriffen und unter fiepsen und quieken vorgezerrt, dass er auf dem Rücken am Boden lag – seine so genannten Freunde lachend ringsum und mit dem Finger auf ihn zeigend.
So blieb der Maus nur eines zu tun.
„Kawa!“

„Aufstehen, Schatz und die anderen Geschenke auspacken, sonst kommt diese Bande da...“, deutete Kawa hinter sich auf die feixenden Clowns, „...noch auf blödere Gedanken als sie so und so schon haben.“
Nochmals musterte der Vampir grinsend die Fotokette und schmunzelte leicht. „Ein paar Fotos sind ganz gut.“, ärgerte er Santos, der ganz stolz darauf hinwies, dass das schon fast eine Dokumentation des Paarungsverhaltens läufiger Mäuse war.

„Was heißt hier ganz gut, die wurden unter Einsatz meines ewigen Lebens geschossen,“ zischte er leise, weil John wissend grinste und die Maus hatte sich aufgerappelt und grantig eine kleine Mausefaust auf Santos’ großen Zeh geschlagen – was musste der Kerl auch mit seinem Werk angeben! Und damit die arme, kleine Maus bloßstellen.
Der Vampir jaulte auf und die Maus grinste zufrieden, griff sich aber seinen Eisbären, den Kawa nun neben ihn gesetzt hatte und flauschte den erst mal ordentlich durch, aber so, dass man nicht gleich wieder darunter begraben wurde. Erst dann entdeckte er einen weiteren Berg Geschenke – und da war noch ein ganz großes dabei!

Dass er den großen Eisbär nur partiell flauschen konnte bot natürlich ein zu niedliches Bild dar, das Gabriel grinsend gleich auch ablichtete. Nein, nicht mit der Polaroid, sondern mit einer kleinen Digicam, die er sich vor kurzem gekauft hatte.
Als das vollbracht war und die Maus überging zu den nächsten Geschenkeauffetzaktionen, flauschte Gabriel mal ganz kurz und unter Anknurrattacken seines Vampirs den an, um ihn von der Mausfaustattacke abzulenken.

„Ja ja – jetzt wieder Schönwetter machen“, grinste Santos schief. Wer konnte einem Gabriel denn schon wirklich lange böse sein? Er wohl nicht, so seufzte er nur und fing an zu lachen, weil die Maus jetzt ein Problem zu haben schien. Zum einen wollte er zum anderen Geschenkeberg und gucken, zum anderen aber auch Hans Peter – ja so schnell bekamen wehrlose Eisbären blöde Namen, wenn sie nicht aufpassten! – weiter flauschen. So kroch die Maus, den Bär hinter sich her zerrend los und eigentlich wartete eh nur jeder darauf, dass Hans Peter das Gleichgewicht verlor und wieder die blöde Maus begrub.

Denn das Ding war zwar groß und hatte stabile Pfoten, die so groß wie der Mausekopf waren, doch wenn man zu lange und zu ausdauernd, so wie eine Maus eben, an einem der Haxen zog...
Rumps!!!, machte es und Kawa konnte sich schon wieder auf in die nächste Mausbergeaktion machen.
Gabriel kugelte sich schon fast über den Boden und die Fotos der ganzen Aktion machten sich fast wie von selber, nur gut, dass auf dem Speicherchip genug Platz war.

Und dass Yujo gerade mit Verwirrtsein beschäftigt war und noch gar nicht gemerkt hatte, dass schon wieder einer von den Paparazzi anwesend war und es wohl bald wieder eine wundersame Maus-Auslach-Kette geben dürfte, die wieder irgendwo hing und die einer gewissen, gerade unter weißen Plüsch verschwundenen Maus ziemlich peinlich sein dürfte.
Aber im Augenblick hatte besagtes Tierchen ein anderes Problem, nämlich einen großen Teddy, der ihn daran hinderte, seine anderen Geschenke zu entmystifizieren und so wimmerte die Maus mal wieder leise vor sich hin. Er liebte Eisbären wirklich – aber der hier war echt fies!

Ausgebuddelt, von Kawa ein wenig Trostflausch abgefangen und weiter ging’s... Maus auf Entpackungskreuzzug, da flogen die Fetzen und ein kleiner Nager knurrte auf, als nur in der riesigen Schachtel eine kleinere Schachtel zum Vorschein kam, welche auch wieder eingepackt war.
Grinsend lehnte sich Kawa an den Rieseneisbären und beobachtete, wie sein Schatz das erste Geschenk von ihm aufmachte.
Fünf Schachteln galt es zu bezwingen.

Eine richtige Beschäftigungstherapie für kleine, vernachlässigte Mäuse. Kaum das der Kleine das bunte Papier in Streifen gefetzt hatte und von sich geworfen, den Klebestreifen weggepult und die Kiste geöffnet, da fischte er jede Menge Zeitungspapier heraus und … noch ne Kiste.
„Okay – wer war der Scherzkeks“, knurrte die Maus und sah in die Runde von Leuten, zutrauen würde er es jedem – ausnahmslos jedem!
„Blöd-Flöt – warst du das?“
Doch der knurrte nur und murmelte was von undankbarem Ungeziefer, aber das hörte Yujo schon gar nicht mehr, denn er machte sich daran die nächste Kiste zu entkleiden und zu hoffen, dass da was drinnen war, sonst würde es Tote geben!

Och, noch hatte er noch zwei zu bewältigen, um das kleinste von Kawas Geschenken auszupacken und der lachte sich leise, sodass sein Schatz nicht abgelenkt wurde, eins.
Höher und höher türmte sich das Papierschnipselhaufen und wenn das so weiter ging würde die Maus wohl von dem noch gefressen werden.
Gabriel lehnte sich vorsichtig an Santos und fing dessen Hand ein. „Jetzt ist er erst mal beschäftigt.“, lachte er leise und drückte leicht Santos’ Hand, fuhr zart mit dem Daumen über die Innenfläche.

„Wir hätten ihm das Zeug vor drei Stunden geben sollen, uns wäre eine Menge Gequengel und Gemoser erspart geblieben und der Kleine wäre beschäftigt gewesen. Aber nein, wir wollten ja warten – selber schuld.“ Der Vampir lachte leise und zuckte gleich darauf zusammen, weil die Maus einen markerschütternden Schrei losgelassen hatte.
Er hatte mühevoll die Schnüre, die um Karton drei gewickelt worden waren durchgenagt und … eine grün eingeschlagene vierte Kiste gefunden. Einerseits wollte er aufgeben und schmollen und sich in dem Papierberg verstecken und sich ein Nest bauen - andererseits war nun seine Neugier geweckt und die wollte unbedingt wissen, was da so hochsicherheitstechnisch verpackt worden war.
Mit einem Knurren ging es an Kiste vier. „Wenn da auch ne Kiste drinnen ist, spring ich aus ’m Fenster!“

„Dann sollten wir wohl besser Kindergitter davor montieren“, flachste Gabriel und wurde von einem finsteren Mauseblick erdolcht, dass er fast hintenüber fiel.
„OI.“, ließ er noch mal los und lachte als Yujo anfing das Klebeband abzuwickeln, welches sich als die grüne Verpackung herausgestellt hatte. Also er an Kawas Stelle würde nicht auf spätere Bettaktivitäten hoffen, so wie der Vampir die Geschenke verpackt hatte.
Das gab sicher Minuspunkte auf Yujos ’Ich hab dich lieb’ Liste.

Und eine Menge Punkte auf der ’Komm du mir in die Finger’ Liste! Aber echt!
Mittlerweile hatte sich Yujo in dem blöden Klebeband fast selber eingewickelt. Die Pfoten waren schon ganz verkleistert und ein Fuß war an Hans Peter festgeklebt, sodass er nun ganz komisch dahing, als er in die Kiste guckte und … eine … welch Überraschung … Kiste fand!
Die Maus schwieg – sagte kein Wort. Mist! Jetzt musste er aus dem Fenster springen, er hatte es ja gesagt. So erhob er sich und stolperte fast noch, weil Hans Peter ihn nicht gehen ließ und so schleifte er nun den Teddy hinter sich her zum Fenster, das noch immer offen stand.
Ade du grausame Welt!




- 10 -

„Wenn ich ihn jetzt springen lasse, hab ich keine Maus mehr, oder?“, überlegte Kawa leise, während er sich vor das Fenster stellte und seinem Schatz so den Weg versperrte. „Ganz ruhig, meine Maus und mach lieber die letzte Kiste auf, die ist auch nicht verklebt.“, versuchte er den Nager auf andere Ideen zu bringen.
Da sein Schatz eben eine Maus und kein Flughörnchen war würde das wohl nicht so wirklich gut ausgehen, wenn Yujo aus dem Fenster sprang.

Schon gar nicht, wenn Hans Peter hinterher flog und auch noch auf der Matschmaus landete. Könnte unschöne Beulen an dem Nager geben.
Aber Yujo gedachte ja gar nicht, sich verarschen zu lassen. „Klar – nicht verklebt. Dafür noch ne Kiste und noch ne Kiste, verarscht mich doch alle … ph“, machte der Kleine extrem theatralisch und schleifte weiter den großen Eisbär über das Parkett zum Fenster.
„Schatz, wenn du jetzt springst, reißt du deinen neuen Eisbär mit dir in den Tod.“, versuchte Kawa und lachte, weil Gabriel an der Wand und Santos runterrutschte und ein Glucksen unterdrücken musste.
Na wenigstens einer amüsierte sich ja mal prächtig.

„Keiner nimmt mich hier ernst. Jeder verarscht mich nur“, wimmerte die Maus leise und schniefte. Irgendwie stand Kawa gerade ziemlich im Weg, ob der das wusste? „Kannst du mal den Eisbären losbinden und dann aus dem Weg gehen?“, wollte die Maus wissen und hielt demonstrativ das mit Hans Peter verklebte Mausbein hoch.
Den doofen Gabriel und den noch viel dooferen Santos ignorierte er einfach!

Kawa schüttelte den Kopf und ging zu Yujo. Er machte zwar dessen Beinchen los aber schnappte sich seinen Nager dafür um die Taille und beförderte sich, mit Yujo auf dem Schoß sitzend, auf den Boden vor den Geschenkehaufen.
„Komm ich helf dir auspacken, damit dich nicht noch mal das Klebeband frisst.“, grinste der Vampir und hielt Yujo das Päckchen vor die Nase, welches er zuvor aus den anderen vier Hüllen gepult hatte.

„Und wie viele Kisten hole ich hier noch raus, Herr Hudini?“, wollte die Maus leicht missgestimmt wissen. Jetzt saß Hans Peter nämlich ganz alleine im Wohnzimmer und keiner war da, der ihn flauschte und knuddelte und ganz doll lieb hatte! Armer, kleiner Hans Peter, aber echt!
Nun hockte die Maus also wieder da, wo er vor fünf Minuten schon mal gehockt hatte und fingerte wieder an der Kiste herum, die er vorhin schon beim Wickel gehabt hatte. Wehe da kam jetzt noch ne Kiste!
Öhm nein … keine Kiste. Weißer Plüsch der klingelte! Yujo riss die Pappe weg und hielt in der Hand … Eisbärenhausschuhe. Weiße, plüschige Pantoffeln zum Reinschlüpfen mit vier Pfoten ringsum, einem kleinen Schwänzchen und einem süßen Schnäuzchen und natürlich Glöckchen – damit sich die Maus nie wieder irgendwo anschleichen konnte.
Die Mausaugen leuchteten. „Wah sind die geil!“ Gleich wurden sie angezogen und damit herumgehüpft, dass es nur so schepperte.
„Danke, danke, danke!“

Lachend fing Kawa seine Maus ein und knuddelte den mal gleich, den Hintergedanken, den er und Santos bei den Dingern gehegt hatten, dass sich nämlich der Nager nicht mehr heimlich an die beiden poppenden anschleichen konnte, musste Yujo ja nicht wissen, oder?

Andererseits war es doch naiv von den Vampiren zu glauben, eine so perfekte Spannermaus würde seine Eisbärenglöckchenhausschuhe mit auf Spannerpirsch nehmen! Da würden die Bären doch ganz rot werden und dann waren es keine Eisbären mehr! Aber im Augenblick konnte wohl nichts egaler sein, denn Yujo klingelte durch die Gegend wie nicht gescheit und zerrte das nächste Päckchen hervor. Es war flach und handlich – auf jeden Fall waren da keine weiteren Kisten drinnen. So viel stand fest. Immer noch hüpfend schüttelte er es und machte sich dann ans Aufmachen – sicher was zum Anziehen, grinste die Maus! Nur was?!

Langsam fingen sich Gabriel und Santos wieder und auch John und sein Flöt hockten friedlich im Raum und guckten der überdrehten Klingelmaus zu, wie der mit nem Päckchen bewaffnet durchs Zimmer ditschte und gleichzeitig die Verpackung zerfetzte.
Zum Vorschein kam eine flache und edel aussehende Holzschatulle mit feinen Silberbeschlägen, und bevor Yujo noch auf die Idee kommen konnte das Ding irgendwie aufzubrechen hielt der Vampir seinen Schatz den Schlüssel vor die Nase.

„Was n da drinnen?“, wollte er wissen und grinste. „Ein eigener Satz Dietriche für die Tür zu deinem Arbeitszimmer oder für die Tür zu Gabriels Schlafzimmer oder die Dildokiste von dem perversen Vampir oder für den Kühlschrank oder für Santos’ Auto oder für den Zoo, wo die kleinen Zicklein wohnen oder für …“
„Mach auf, Blödmaus.“ Cole war langsam gespannter als der Nager und der fing auch gleich wieder an zu schmollen.

„Hör auf das Flöt, Schatz, wenn du aufmachst weißte was drinnen ist.“, forderte ihn Kawa auf, auch er war gespannt wie Yujo dieses Geschenk gefallen würde, er hatte es erst vor zwei Tagen aus Kyoto geliefert bekommen.
Und allein die Lackkiste, in welcher der kleine Schatz, den dies darstellte, verpackt war, war die Mühe in seinen Augen wert gewesen, doch nun wollte der Vampir wissen wie es Yujo gefiel.

So schob die neugierige Maus den Schlüssel in das feine Schloss und drehte. Doch dann setzte er sich, so dass keiner außer ihm gucken konnte und machte langsam den Deckel auf. Hellblaue Seide schimmerte ihm entgegen und die Maus riss die Augen auf. Ganz glänzend und ganz glatt. Er ließ einen Finger darüber gleiten und zog dann den Stoff vorsichtig aus der Kiste. Die Mausfüßchen klingelten vor Aufregung und Yujo besah sich die feinen Stickereien an den Säumen – Eisbären. Er kicherte. Sein eigener Kimono! Ganz für sich alleine!
War der cool!
Mit einem riesengroßen Grinsen im Gesicht fiel er Kawa um den Hals. „Danke!“

„Also gefällt er dir?“, wollte der geflüstert wissen und drückte seine Maus an sich.
Hatte Kawa kurz nach ihrem Tiergartenbesuch diesen Kimono in Auftrag gegeben und er war zum Glück fertig geworden.

„Ja, ja, ja.“ Der Mauskopf nickte wie verrückt, dass es fast ein Wunder war, dass der Kopf nirgendwo dagegen schlug. Und im nächsten Augenblick bekam jeder was für sein Geld, denn die Maus ließ mal wieder die Hüllen fallen und stand nur noch in Tanga und den Bärchenschuhen da, ehe er sich seinen neuen Kimono überwarf.

Lachend half Kawa das Kleidungsstück richtig zu schließen und den schmalen Gürtel zu befestigen, bevor ein breiterer nochmals um Yujos Taille geschlungen und mit einer flachen Kordel festgebunden wurde.
„So gehört das Schatz.“

Und schon drehte sich die Maus wie ein Wirbelwind und klingelte wie verrückt. Er kam sich vor wie die schönste Maus der Welt und tat das auch gleich mal kund. Cole lachte nur und grinste breit, als Yujo zu Hans Peter wuselte, und den wieder mit in die Gruppe zurück integrierte, damit auch der Teddy sah, was noch so alles in den Kisten war. Das nächste, was er entdeckte, war eine große – groooooße – Kiste. Also musste gleich mal geguckt werden – ein Schild wies drauf hin, dass Cole und John einen schönen Burzeltag wünschten und Yujo grinste schon. „Was da drinnen? Ein neuer Kerl?“ Frech guckte er zu Kawa.

„Na vielleicht wollen sie ja, dass ich genug zu trinken hab in den nächsten Tagen“, grinste Kawa und leckte sich gut sichtbar über seine Fänge.
Aber Kawa musste zugeben, er wusste wirklich nicht was sich die Beiden ausgedacht hatten. Okay, dass da kein Mensch drinnen hockte konnte er riechen, aber sonst??

Es roch chemisch und irgendwie, na ja … so eben.
Yujo indes erklärte, dass Kawa nicht an seinen Geschenken zu knabbern hätte, außer es wäre jetzt eine große Kiste Salzstangen. Aber dazu war sie zu leicht. Sie war wirklich verdammt leicht – da würde doch nicht … mit einem heiseren Quietschen wurde die Kiste aufgefetzt, Styropor flog durch die Gegend und dann hielt er einen mausgroßen, weißen Teddybär in Pfoten, mit dem er sich gleich im Kreise drehte und Kawa laut aufstöhnte.

Der Kopf des Vampirs sank nach unten und er strich in Gedanken schon mal jegliche Bettaktivitäten solange seine Maus den großen Teddy dorthinein schleppen würde.
Wollten die etwa, dass er zum Askesen wurde und gar keusch lebte, denn mit dem Kuschelvieh würde er das Bett nicht teilen und es sah nicht so aus als würde Yujo da andere Gedanken haben als das Vieh überall mit hin zu schleppen.

Denn es ging ja jetzt schon los. Zusammen mit Erwin – so hieß jetzt dieser Bär – hockte er neben Hans Peter und fing an die beiden einander vorzustellen. Richtig heftig wurde es, als er tatsächlich anfing, den Viechern die Wohnung zu erklären und als er dann auch noch loszog und die beiden auf die Couch setzte, da war es vorbei.
Cole grinste nur, schien sein Geschenk also zu gefallen. Er lehnte sich an seinen Schatz und ließ sich kraulen und Santos schien irgendwie die Gedanken von Kawa zu erahnen. „Womit ihr jetzt zu viert im Bett wärt“, lachte er leise und wich dem tödlichen Blick lieber aus.

„Wenn du so anfängst, kriech ich als Ausgleich in euer Bett, damit ich nicht zum völligen Askesen werden muss.“, grinste Kawa frech und verdrehte die Augen als Yujo mit Peter zu überlegen anfing, dass jetzt eine Torte ganz lecker wäre und nur seine nichtsnutzigen Freunde wohl das Ding noch versteckt hätten oder gar schon aufgefressen.

Ja, sicher aufgefressen! So wie das Flöt grinste und Gabriel lachte! Böses Volk. Warum Santos allerdings gerade seine Eisbären griff und wegschleppte verstand die Kimonomaus jetzt so was von gar nicht. Also glöckelte er hinterher, um mal ganz nebenbei zu erfahren, warum die Eisbären jetzt ins Bad gesperrt wurden.
„Weil ich keinen Bock auf Kawa in meinem Bett habe – wenn die Mistviecher in deinem Bett landen, schlitz ich sie auf!“ Er dachte ja gar nicht daran sein Bett und seinen Gabe zu teilen! Kawa sollte schön bei seiner Fetisch-Maus bleiben!
Und der plärrte auch schon wieder, wie konnte auch nur jemand sagen, dass er Erwin und Hans Peter aufschlitzen wollte!
„Ka-ha-wa!“

Der machte sich wortlos auf zum Kühlschrank und beförderte von der Heulmaus ungesehen die Geburtstagstorte auf den Tisch, zündete die Kerzen an und setzte sich dann abwartend hin.
„Maus, Kuchen essen.“

Aber der wimmerte noch immer, weil jetzt Hans Peter und Erwin in der Badewanne hockten und dort bleiben sollten. Wie fies! Wie schändlich! Seine Lieblinge!
„Kawa, komm schnell die Bären retten. Santos will sie umbringen!“, kreischte der Kleine wie von Sinnen – und war es sicher auch.
„Santos bringt sie nicht um, weil ich ihm sonst sein Gabe entführe und nun komm, Maus, beim Kuchenessen werden die Bären nur dreckig und dann müssen sie in die Reinigung und dann haste sie sicher über eine Woche gar nicht.“, meinte Kawa und holte dann aus der Küche noch Teller und Gläser und Besteck was man zum Kuchenessen halt noch so brauchte.

Und hätte im Leben nicht gedacht, was er mit seinen Worten anrichtete. Seine Bären eine Woche nicht bei ihm! Das war ja fast so schlimm wie aufschlitzen!
Santos lachte nur gehässig und überlegte, ob er nicht Wasser auf die Viecher laufen lassen sollte, aber so wie die Maus drauf war nahm er die auch nass mit ins Bett und dann würde Kawa seinen Erschaffer steinigen. So ließ er es bleiben und schleifte nun die glöckelnde, wimmernde Kimonomaus mit sich zum Tisch. „Schnauze Maus - Kuchen essen.“

„Und die Bären!“, kreischte Yujo noch immer, weil er sie nun so gar nicht mehr sah! Seine Lieblinge.
„Komm schon, die Bären sind auf der Torte“, knurrte Cole – schließlich hatten sie dafür drei Stunden in der Küche gestanden!
Und so guckte Yujo auch mal – wah! Ein eisbärenförmiger Kuchen – mit ganz viel weißen Zuckerguss! Und was genau tat Kawa da? Der wollte doch nicht etwa ... doch!
„Wah – nimm das Messer von Hilmars Arsch!“ und schon hing Yujo an Kawas Hand. „Mann isst nichts was einen Namen hat!“

„Och nö...“ Kawa verdrehte die Augen, ließ aber das Messer unter Yujos aufmerksamen Blick sinken. „Musste es eine Bärenform sein?“, wollte der Vampir von Gabriel und Cole wissen, die grinsend auf die Maus guckten.
Na wenn er anfing das Ding zu flauschen müssten sie den Kuchen dann von einer Maus runterlecken.

Aber das würde nicht passieren, denn der hockte nur da und strich vorsichtig über das „Fell“ des Zuckergussbären und wisperte ihm Sachen ins Ohr und irgendwie wusste jeder, dass es keinen Kuchen geben würde, nicht wenn man nicht von einer wild glöckelnden Kimonomaus gebissen werden wollte oder mit dem Spinneneliminator verprügelt.
„Ja, es musste einen Bärenform sein“, legte Cole fest und sah sich schon mal vorsorglich nach den restlichen Chips um. Irgendwie machte Yujo noch immer nicht den Eindruck, als würde man Hilmar etwas tun dürfen. Er fletschte die Zähne als Santos näher kam und knurrte bedrohlich.

„Flöt, war es deine Idee einen Bärenkuchen zu machen??“, fragte Kawa noch mal nach und grinste dabei gemein. „Dann gehst du sicher gerne zur 24-Stunden-Tanke und holst noch Süßigkeiten, weil ich hab nichts Süßes besorgt, weil wir ja eigentlich das Ding da essen wollten.“

„Hilmar wird nicht gegessen“, zischte die Maus und versuchte nun mit seinen Armen Hilmar zu retten ohne sich den neuen, schönen Kimono anzuschmieren. Besser er zog ihn aus, um Hilmar richtig retten zu können!
Cole schüttelte nur den Kopf und murmelte was von braucht nicht Süßes und hatte Sex und Santos machte sich einen Spaß daraus, die schon wieder strippende Maus zu knipsen, ohne dass der Junge wirklich was merkte, sein Augenmerk galt Hilmar und den beiden Bären in der Badewanne.

„Tzzz“, machte Kawa nur und fläzte sich auf die Couch, zog die langen Beine an und verschränkte seine Arme darauf. „Mein Süßer knutscht grad die Torte und so kann ich keines von beidem vernaschen.“, schmollte der Vampir schon fast ein wenig, was bei Santos einen mittelschweren Lachkrampf auslöste.
Na danke aber auch!
„Soll ich ihn schubsen – dann kannst du ihn ablecken. Aber dann haste ne Heul- und Flennmaus Marke Premium, weil sein Hilmar kaputt ist.“
Freilich sprang die Maus auf diese Worte gleich wieder an, hörte nur was von … Hilmar kaputt und knurrte gleich mal vorsorglich jeden an!

„Ja und zum Trost will er dann sicher die beiden anderen Teddys mit ins Bett nehmen, um sie auch beschützen zu können.“, überlegte Gabriel und lachte, als er Kawas schockiertes Gesicht sah.
„Bitte nicht“, konnte der Vampir nur flehen und guckte zu, wie seine Maus sich knurrend über den Kuchen beugte und den sicher gegen jeden verteidigen würde.

Auch gegen das freche Flöt, das pfeifend mit einem Messer auf den Kuchen zukam und von Yujo angesprungen wurde. Nur dass Santos den Jungen besser aus der Luft griff, nicht dass der noch nackt und nur mit Tanga und Klingelpantoffeln in das Messer sprang und dann gleich eine tote Maus war und seinen eigenen Geburtstag nicht mehr erlebte.
„Pass doch auf, du Depp“, knurrte er leise und setzte Yujo dann aber wieder ab, der kratzte und biss nämlich ganz ordentlich – wie eine Löwenmutter, die ihre Jungen verteidigte. Nur dass es sich hierbei um einen Rührkucheneisbären handelte und eine verfressene Maus.

Dass die Maus noch nicht dazu übergegangen war, mal so gaaanz freundschaftlich und liebevoll versteht sich natürlich, an Hilmars Fuß oder wo anders zu knabbern verstand keiner der Anwesenden.
„Los, schneid den Kuchen an, solange die Maus sich noch mit Santos balgt.“, lachte John und schupste sein Babe zum Tisch, er würde das zwar nicht machen, aber sein Hase würde die Rache der Maus schon überleben.

Und mit einem gehässigen Grinsen setzte Cole das Messer an die Kehle von Hilmar und rief auch noch Yujo, der gerade Santos würgen wollte. „Nein!“, kreischte der Junge nun, dass den Vampiren die Ohren klingelten und allen Nicht-Vampiren auch. Santos ließ die Lärmquelle zu Boden gehen und die krabbelte auf Cole zu und biss ihm ins Bein.

Das der darauf hin das Messer vor Schreck nach unten drückte und Hilmar damit enthauptete hätte die Maus wohl nicht erwartet, so groß wie dessen Augen wurden als er das Malheur sah.
Vorsichtshalber hielt sich Kawa schon mal die Ohren zu, denn für seinen Geschmack sah das nun mal nach Heulsirenenmaus in roter Gefahrenstufe aus und würde sicher dementsprechend laut ausfallen.