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Rummel-Maus Teil 4 - 5

04

Gabriel wartete einige Minuten in welchen er noch ein wenig Yujo durch die Haare wuschelte. „Seid ihr so lieb und macht das Essen fertig? Geschnitten ist schon alles, ihr müsst es nur noch anbraten und aufgießen“, bat er Kawa, der nickte und ihn mit einer Handbewegung wegscheuchte.
Grinsend ging Gabriel seinem Vampir nach und ließ noch vor dem Badezimmer seine Kleider auf den Boden wandern. YuYu war grad noch zu mit flauschen lassen beschäftigt und so stand er nackt vor dem Bad und kratzte leicht an der Tür.
„Darf ich rein oder lässt du mich hier draußen nackt stehen?“

„Geh doch mit der Maus auf den Rummel“, knurrte Santos. Er war ziemlich angepisst. Erst verlor er gegen seinen Zögling, das alte Blut fing langsam wohl wirklich an, in Kawa zu wirken. Er hatte Kräfte und eine Schnelligkeit entwickelt, die er vor ein paar Wochen noch nicht an den Tag gelegt hatte. Als würde diese Niederlage nicht reichen, hatte die blöde Maus wieder seinen Willen durchgesetzt und er hockte morgen ohne seinen Schatz daheim, weil der mit der Maus auf den Rummel wollte.
„Ungerecht!“, knurrte er etwas lauter und war so wütend, dass er sich beim Ausziehen in seinem Hosenbein verfing und den Halt verlor.
„Waa-hha!“

„Santos“, rief Gabriel, der das Scheppern und das Fluchen seines Schatzes hörte und klopfte gegen die Tür. „Lass mich rein, Santos.“ Sie hatten sich angewöhnt die Badezimmertüren und ähnliches zuzusperren, wenn Yujo da war.
Man konnte ja nie wissen, wann die Maus drauf kam wieder zu spannen.

„Ist gerade etwas ungünstig“, knurrte der Vampir nur und rieb sich mit lautlosem Stöhnen den geprellten Steiß. Hatte es nicht gereicht, dass Kawa ihn da heute zweimal drauf getreten hatte? Musste er auch noch über seine eigene Hose stolpern und fallen? Was war das nur für ein Scheiß Tag.
Allerdings lockte der Krach aus dem Bad und das Fluchen eine kleine Maus aus seiner Schniefstarre, der gucken gehen musste, was los war – schließlich war er eine besorgte Maus – und wortlos Gabriel anstarrte.

„Schatz, lass mich rein, die Maus guckt schon so seltsam“, bat der und klopfte wieder gegen die Badezimmertür. „Santos, bitte.“

„DU hast gut reden“, knurrte Santos und kam in kleinen Schritten - um den Steiß möglichst wenig zu belasten – auf die Tür zu. Auch wenn sein Körper selber heilen konnte, so hieß das ja nicht, dass er keinen Schmerz empfand und der hier war höllisch, an einer Stelle, wo er ihn am wenigsten gebrauchen konnte!
„Dir tut ja auch nicht der Arsch weh!“, motzte er, als er den Schlüssel rumdrehte und eine vorlaute Maus emotionslos wissen wollte, was er sich wieder hinten rein geschoben hätte, dass Santos schon ausholte.

Kaum schwang die Tür einen Spalt breit auf und noch bevor Santos sein erstes „Schnauze Blödnager“, angebracht hatte, drängte sich Gabriel ins Badezimmer und ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen.
Schnell drehte er auch noch den Schlüssel rum und besah sich dann seinen ebenfalls kleiderlosen Vampir.
„Also das würde mich auch interessieren, was hast du angestellt, dass dir der Hintern so weh tut. Ich kann mich an nichts erinnern, was ich verursacht hätte“, blitzten Gabriels Augen neugierig und er strich Santos die losen Haare zurück.

„Jetzt fang du auch noch so an“, knurrte Santos und schnickte seinem frechen Gör gegen die Stirn. „Ich bin über die blöde Hose gestolpert, weil ich den Halt verloren habe und hab mich dabei auf den Allerwertesten gesetzt. Bin eben doch etwas außer Puste.“ Dass Gabriel auch immer so inquisitorisch gucken konnte!
Nur die Maus klopfte leise und forderte, dass wieder geöffnet würde.

„Nicht freiwillig und komm ja nicht auf die Idee Kawa zu holen, sonst stirbt der Rummel morgen“, unterband Gabriel gleich alle Einfälle der Maus, die ihm auf die Schnelle einfielen.
„Soll ich ihn solange Küssen, bis der Schmerz weggeht?“, wollte er leise von Santos wissen und grinste ihn frech an.

„Lass mal, du verbiegst dir nur den Rücken.“ Santos wollte noch immer schmollen. Er wollte nicht schmusen und er wollte schon gar nicht seinen schmerzenden Hintern herhalten. Erst verlor er gegen Kawa – dann gegen die blöde Maus! Und seinen Schatz brachte er auch nicht dazu, dass er morgen da blieb und nicht mit der Maus auf den Rummel ging!
Die Welt war gegen ihn – eindeutig.

„Der hat schon schlimmeres durchgemacht“, lachte Gabriel, verlegte sich aber darauf Santos unter die Dusche zu schieben und selber hinter ihn zu treten.
Schnell war das warme Wasser angestellt und mit dem fein duftenden Duschgel begann er die Muskeln in den Schultern und am Rücken seines Vampirs zu lockern.

„Kann sein, aber tut mir leid, Schatz – ich bin einfach nicht in Stimmung“, knurrte er und ließ sich gegen die kühlen Fliesen sinken. Er spürte, er roch, er wusste, dass die Maus noch immer vor der Tür rumlungerte, dass er spitzte und spannte und dass der da nicht weggehen würde. Er hatte einfach keine Lust auf Publikum, hörte sogar die Maus leise „Buh!“, rufen und hatte gerade den Drang yujogroße Mausefallen zu ordern. Manga als Köder lagen ja überlall massig rum – so eine Schlampenmaus!

„Schhhh...“, murmelte Gabriel leise und kicherte ein wenig. „Ich auch nicht, zumindest solange der Nager noch im Haus ist“, küsste er Santos im Nacken und massierte weiter über den Rücken hinab.
„Kawa hat dir zugesetzt, so verspannt wie du bist, also stimmt das, was im Buch steht wohl doch“, überlegte er leise und schlang seine Arme um Santos, als der sich knurrend anspannte.

„Ja, das alte Blut dauert lange, aber wenn es anfängt zu wirken, dann verleiht es ungeahnte Kräfte. So kann ein Zögling stärker werden als sein Meister. Wie ich nun schmerzlich an Kawa feststellen musste. Ist nicht angenehm fürs Ego aber gut zu wissen, dass er sich gegen einen wie Damion nächstens alleine verteidigen kann.“ Santos keuchte, als Gabriel eine böse Muskelverspannung löste und da die Maus nicht sah was geschah, sondern sich nur etwas denken konnte und ausmalte, grinste er blöde und sabberte vor sich hin.

Er hätte wohl weniger Freude dabei gehabt, hätte er die Beiden auch sehen können, doch so wurde die Sabberpfütze nur immer größer, weil Gabriel natürlich die Verspannung beharrlich behandelte und Santos so immer wieder ein Keuchen und Grollen entlockte.
„Das ist sicher gut zu wissen, das stimmt, auch wenn ich dem Lord glaube, er wird Damion sicher bei sich behalten und so lange brauchen wir uns wohl um ihn keine Sorgen mehr machen. Außerdem gehört London jetzt dir“, lachte Gabriel unterdrückt auf. „Das sollte vielleicht jemand auch mal der Queen sagen.“

„Am besten schreiben wir gleich morgen Früh mal einen Brief an den Palast. Sehr geehrte Königin, wir tun kund und zu wissen, dass Santos zu Kostrof nun Eigner dieses kleinen Eilandes genannt London wäre. Hochachtungsvoll der Clan der Montevore. Ich bin mir sicher, sie gibt es her.“ Er lachte leise und keuchte wieder.
„Und Damion ist so eine Sache. Der Lord hat ihn schon einmal geliebt und ihn dann gebrochen. Ich bin mir nicht so sicher, dass es nicht ein zweites Mal geschehen wird, wenn er ihn wieder über hat.“ Santos ließ die Schultern kreisen, ja das fühlte sich doch schon viel besser an!

„Ich weiß nicht, was da schon alles los war zwischen den beiden, aber der Blick des Lords, ... als Damion so halb tot am Boden lag... ich weiß nicht, Santos“, knabberte Gabriel leicht über die nasse Schulter seines Geliebten.
„Oh ja und sie soll auch die Steuern abtreten, die gehören dir ja dann eigentlich auch“, witzelte er weiter und lenkte wieder von dem doch wesentlich ernsteren Thema ab.

„Klar, noch mehr Kohle, davon kaufen wir der Maus noch mehr Eisbären und dann kann er sich dahinter einmauern und wir haben endlich Ruhe.“ Das wäre doch mal was! Er sollte sich vielleicht morgen wirklich hinsetzen und der Queen schreiben, anstatt mit der Nervmaus auf den Rummel zu gehen – Rummel! Sicher gab es da wieder eisbärenförmige Luftballons! Nie wieder Maus mit Luftballon. Der tote aus dem Zoo klebte immer noch bei Kawa im Loft an der Wand!
Santos gruselte es schon allein bei der Erinnerung, als er das Ding das erste Mal dort erblickt hatte.

Ein kompletter Stilbruch aber das hatte ja nicht nur er festgestellt.
„Meinst du, das hielte den Nager in Schach“, fand Gabriel den Gedanken eher bedrohlich als schützend, noch mehr dieser Eisbärenteddys, er schüttelte sich leicht.
Allein das eine Monster war schon zu viel, wenn Yujo wieder mal einfiel, dass er nicht bei ihnen übernachten konnte ohne das Ding. Es kam ja nicht oft vor, dass Kawa die Maus bei ihnen einquartierte auf länger aber immer musste der Teddy mit.

Und es war ein Kampf auf Leben und Tod und Schlaf auf der Couch gewesen, als Kawa und Santos zusammen die Maus hatten überzeugen wollen, dass es wirklich reichen würde, er würde einen der beiden Teddys mitnehmen. Die bekloppte Maus hatte doch wirklich beide mitschleppen wollen, weil er ja angeblich dann so einsam wäre und so alleine und so traurig.
Aber das Argument, dass einer auf das Haus aufpassen musste, zog komischerweise. Mal davon abgesehen, dass die Tür gesichert und die Fenster mit einem Alarm versehen waren. Es war wohl nichts so sicher wie ein Loft, das von einem Eisbär in Stricksocken bewacht wurde.
Erwin rules!

Gabriel schmunzelte noch immer ein wenig bei dem Gedanken und strich nun mehr kosend als massierend über die Leisten Santos’. „Und besser?“, wollte er wissen, während seine Finger weiter den Duschgelschaum verteilten.

„Na ja – wenn Kawa jetzt noch aufhört die blöde Maus vor der Tür mit Keksen zu füttern und die kleine Spitzmaus verschwindet und ich dich in die Fliesen nageln kann, dann ist alles besser. Im Augenblick aber krümelt das Mistvieh den Teppich im Flur voll und wartet darauf, dass wir loslegen.“
Santos war wirklich alles vergangen, er hatte keine Lust, dass eine gewisse, nervige Maus mal wieder anfing ihren Orgasmus verbal zu intonieren! Das hatte der Kleine drauf, einfach lauthals mitstöhnen! Blöde Maus!

Kawa grinste sich eines und reichte Yujo noch einen Keks. „Was bekomm ich von euch, wenn ich ihn ne halbe Stunde selber beschäftige?“, wollte er doch glatt frech wissen.

„Ich verhandle nicht mit Erpressern!“, knurrte Santos. Da hörte sich doch alles auf. In seinem eigenen Haus, von seinem eigenen Zögling belagert, nur damit er ihm eine Dummmaus vom Hals hielt! Dabei war der Kleine nicht mal sonderlich schwer zu entfernen – alles was schwer war, war gegen Kawa anzukommen, der diese Maus wohl – warum auch immer, Santos würde es nie verstehen – mochte, liebte, vergötterte, und leider nicht genug auslastete.
„Nimm ihn weg oder ich mach ihn kalt!“

Doch Kawa lachte ihn nur aus und fing auch noch an selber Kekse zu knuspern. „Keine Chance, mein Lieber“, stieß er zwischen Lachen und Essen hervor. „ Ich will den Keller und Pool für einen Tag“, stellte der als Erpresser deklarierte seine Forderung.

„Vergiss es – aber ganz schnell. Und mach, dass du mit deiner Mistmaus da wegkommst.“ Santos wurde ja nicht wieder. Gabriel streichelte ihn gerade in die oberste Etage des Wahnsinns und Kawa machte es sich mit seiner Maus und einem Teller mit Keksen und Milch vor der Tür gemütlich – die Arschlöcher machten da ein Picknick!
„Haut endlich ab, sonst gibt es Hausverbot, dann siehst du den Pool nie wieder“, knurrte er. So weit kam’s noch – einen Tag Maus im Pool. Abends konnten sie die Filter von Essensresten befreien und das Wasser wechseln, Maus was nämlich gern eine Schmutzmaus!

Kawa grinste nur wieder und ließ seine Finger über Yujos Rücken wandern, kraulte tiefer unten über den Po, der so luftig in die Höhe gereckt wurde, weil die Maus mit einem Ohr an der Badezimmertür hing. „Ah ja? Ich kann auch hier mit meinem Nager ein wenig Spaß haben, Yujo hat sicher nicht dagegen.“

„Nein!“, bestätigte die Maus sofort. „Nichts dagegen.“ Sein Hintern wackelte noch etwas aufreizender und er klopfte mit einer Mauspfote eine lustige Melodie gegen die Tür. Dazu sang er ein bisschen schief und ein bisschen falsch und lachte dann, weil er Santos knurren hörte. Irgendwie war er gerade gefangen!
Vor die Tür konnte er nicht, er hatte keine frischen Kleider mitgenommen und eine notgeile Maus und ein lachender Zögling lungerten davor und Gabe gab sein Bestes, um Santos willig zu machen. Ein Körperteil war schon wild und begehrte auf!
„Gabriel!“, schimpfte er etwas halbherzig.
„Kawa, lass ja mein Essen nicht anbrennen!“, rief er noch und griff sich dann harsch Gabriel, um den etwas abzulenken.

Gabriel ließ noch ein leises „Umpf...“, vernehmen als ihm auch schon Santos mit etwas viel interessanterem ablenkte und das Essen, das vielleicht anbrennen konnte, zur Nebensache erklärt wurde.
Kawa grinste von einem Ohr zum anderen. „Keine Sorge, das steht auf kleiner Flamme und wird langsam fertig, jetzt müssen wir uns vorher nur noch körperlich betätigen, damit der Hunger wächst“, lachte er dreckig und strich leicht über den wackelnden Po Yujos.

Der wähnte sich im siebten Himmel: von hinten von Kawa belagert und vorne lauschte er gerade einem umpf-machenden Gabriel! Umpf war immer ein gutes Zeichen, so was wie ein Startsignal. Er wackelte noch aufgeregter mit seinem Hintern in der Gegend herum und stand auf allen Vieren vor der Tür, den Kopf dagegen lauschte er ganz gespannt. Aber das Umpf blieb ein einsames welches, es kam kein anderes mauslockendes Geräusch.
„Kawa – die machen gar nichts“, erklärte der Kleine nach einer Weile arg enttäuscht und knusperte wieder einen Keks, damit die Enttäuschung nicht so groß wurde. Und er hatte nicht mal einen Eisbären da zum Trösteflauschen! Der saß noch im Auto!

„Och, die machen schon was, Schatz, nur du hörst es nicht, langsam bekommen die Beiden Übung“, kommentierte Kawa und zog den Bund von Yujos Hose ein wenig tiefer, damit er über die Haut streichen und Küsse verteilen konnte.

Leider hatte das auf seinen Nager kaum eine Wirkung – der war nun viel mehr daran interessiert durch das verstopfte Schlüsselloch zu gucken. Das durfte doch nicht wahr sein – da machten die was und ließen ihn nicht gucken. Abgeschlossen war auch und ein Fenster hatte dieser blöde Raum auch nicht! War das denn artgerechte Maushaltung? Hm?

Kawa biss über diese Missachtung seinerseits zu und forderte erbarmungslos Blut ein, leckte über die anschwellende Wölbung von Yujos Hintern und biss immer wieder zu, solange bis ihn seine Maus über die Schulter anguckte.
„Lenk sie da drinnen nicht ab, wenn Gabe jetzt zu beißt, hinterlässt das garantiert Schäden“, kicherte Kawa unverschämt und senkte seine Fänge wieder in Yujos Kehrseite.

Der Nager konnte nur keuchen und stöhnen. Die Hitze, die ihn trieb und das Bild, das er nun dank Kawas Kommentar vor Augen hatte taten ihr übriges. „Lasst mich rein!“, brüllte der Nager wie von Sinnen und hämmerte auf die Tür ein.

Gabriel und Santos im Bad ließen sich wohl davon nicht mehr wirklich beirren, denn auf die nette Bitte der Maus tat sich mal gar nichts.

So sah sich der verzweifelte Nager veranlasst, noch mehr Terror zu verbreiten. Er hämmerte mit beiden Mausefäustchen und wimmerte und jammerte, dass es Steine hätte erweichen können. Aber ein Vampir wie Santos war nicht aus Stein, der war einfach schon mausfest, krisensicher und atomkrieggetestet! Er würde nicht weich werden … „Du kommst hier nicht rein – du kommst hier nicht rein“, frohlockte er leise und ein Stöhnen kam über seine Lippen, dass die Maus schier rasend vor Neugier werden ließ.

Er und Gabriel fanden schon fast Gefallen an dem Nagerquälen und so nebenher schaukelten sie sich gegenseitig auch immer höher und Gabriel biss sich seinen Weg über die zuckende Bauchdecke seines Geliebten. „Wenn du mich noch willst solltest du schnell sein, sonst koste ich dich schon jetzt“, lächelte er dreckig zu Santos hoch und strich mit der Zunge wieder in tiefere Regionen.
Draußen vor dem Badezimmer stieg das Heulen Yujos stakkatoähnlich an, weil Kawa ihm natürlich alles mitschilderte, was er so hören konnte.

„Was machen sie jetzt – was machen sie jetzt?“ Wie ein junger Hund kratzte die Maus an der Tür. Eigentlich war es ein Wunder, dass er sich keine Splitter in die weichen, zarten Mauspfoten riss. Aber das sprach eben für die Qualität der Werkstoffe, die Santos für die Renovierung seines Hauses verwendet hatte.
„Ich will’s wissen, Kawa. Warum hat dieses blöde Bad kein Fenster – ich will das wissen – Kawa, los, mach da jetzt ein Fenster rein – ich will das wissen.“ Yujo holte schon gar keine Luft mehr beim Reden, kratzte nur und winselte, dass man wirklich glauben konnte, man hätte da einen Mausehund vor sich. Na ja – und ob das Schwänzchen wedelte, konnte man aus der Position gerade nicht sehen. Vielleicht konnte es Kawa ja spüren, da wo er gerade versuchte seine Maus etwas zu beruhigen. Aber selbst er müsste wissen, dass man eine Maus SO nicht beruhigt bekam. Denn er fing an zu hecheln.

Bei der Reaktion verdrehte der schwarzhaarige Vampir nur die Augen und ließ von dem Nager ab, dessen Herz schlug schon jetzt viel zu schnell und er wollte ja nicht das Kollabieren seiner Maus herausfordern.
Aber der Junge konnte sich echt aufregen, wenn er was nicht wusste oder besser sehen durfte, eine echte Spannermaus eben.
Kawa grinste nur etwas mehr, als er die Beiden drinnen fertig werden hörte und leckte sich bei Gabriels frecher Frage über die Lippen. Der Mensch wusste anscheinend auch nie wann Schluss war oder er kannte seinen Schatz einfach zu gut.
„YuYu, sie sind fertig.“

„Wie jetzt?“, wollte die Maus völlig verstört wissen. Fertig? So richtig fertig? So mit nicht mehr weiter machen und der Maus was zeigen? Das durfte doch alles nicht wahr sein!
„Nein!“, legte die Maus fest und hämmerte gegen die Tür. „Macht ja weiter, ich will doch was se-hen!“
Sabber tropfte auf den Boden und den weichen Teppich! Nur gut, dass Santos das nicht sah. Blieb nur zu hoffen, dass der nicht doch noch reinlatschte und es bemerkte! Denn dann hatte die Maus garantiert wieder Hausverbot oder was in der Art. Yujo keuchte nur und schniefte und bettelte und winselte. Aber keiner kümmerte sich um die arme Maus.
Traurige Sache, das!

Gabriel hatte wieder nach dem Duschbad gegriffen und schäumte sie beide nochmals ein, strich über die gelockerten Muskeln seines Vampirs und grinste dabei wieder frech. „Glaubst du, der Nager geht noch mal vor der Tür ein?“, lachte Gabriel leise und küsste Santos sanft.
Danach griff sich der Mensch den Brausekopf und ließ klares Wasser über sie hinab waschen.

„Ich hoffe es doch“, lachte Santos und wartete, bis Kawa auch das seiner Maus – nach einer langen Bettelaktion – erzählt hatte. Freilich war das gleich wieder Wasser auf die Mausmühlen und er fing von neuem an zu schniefen und zu jammern, dass ihn keiner lieb hätte. Aber diese Diskussion hatten sie schon einmal gehabt, weswegen sich da auch keiner mehr drum scherte. Das musste auch die Maus einsehen, der mittlerweile mit auf den Schenkeln hängenden Hosen an der Tür lehnte und wohl noch gar nicht richtig begriff was Kawa da eigentlich tat … er schniefte lieber. Schniefen machte Spaß, zumindest wenn man eine kleine Maus war.
Er wollte was sehen für sein Geld!

War nur noch die Frage welches Geld denn bitte?
Und während der Nager noch vor der Tür mit Schniefen und Kawa ignorieren beschäftigt war, trockneten sich die Beiden im Badezimmer ab, schon vor längerer Zeit hatten sich Santos und Gabriel angewöhnt, immer einige Bademäntel im Bad liegen zu haben und hüllten sich nun in den dunkelroten Frottee.

„Ich sollte dazu übergehen auch Kleider hier zu bunkern. Wer hätte gedacht, dass ich mal von einer Spannermaus sogar noch hier belagert werde. Hier ist doch nun wirklich nichts zu sehen.“ Santos wickelte gerade seine Haare in einen Turban aus blauem Frottee und verzog das Gesicht als er im Spiegel die fürchterliche Farbkombination bemerkte.
„Kawa – nimm die Maus weg, wir kommen raus. Wenn er am Boden liegt und jemand drauf latscht, sage nicht, wir hätten dich nicht gewarnt!“

Lachend, schüttelte Gabriel den Kopf und rubbelte sich selber noch durch seine Haare, sie waren in letzter Zeit etwas länger geworden, er musste wohl mal wieder schneiden gehen.
„Nicht das wir noch bleibende Schäden verursachen“, feixte er und folgte Santos aus dem Badezimmer.

„Ach, bei dem bekloppten Nager ist doch eh nicht mehr viel kaputt zu machen“, flachste Santos noch leichthin und hätte im Leben nicht damit gerechnet, dass ihm, kaum dass er die Tür geöffnet hatte, eine Maus am Bein hing und kräftig in die haarlose, unbekleidete Wade biss. Es kostete Yujo zwar Überwindung, aber wer so frech zu einer Maus war wie dieser Vampir, der hatte es verdient, dass er gebissen wurde!
Ganz klar!

Kawa fiel vor Lachen hintenüber und stützte sich auf die Unterarme ab, während er weiter über das sich ihm bietende Bild kicherte. „Göttlich!“, grinste er amüsiert und auch Gabriel biss sich auf die Unterlippe, um ein Lachen zu unterdrücken.

Und Maus biss auch weiter zu, weil er seine Wut über diesen Vampir loswerden musste und gerade einen schönen Weg dazu gefunden hatte.
Wie in einem dieser drittklassigen Zeichentrickfilme fing Santos an sein Bein zu schütteln, um diesen Tollwutnager loszuwerden. Unglaube sprach aus seinem Blick und er schien noch gar nicht begriffen zu haben, dass das kein Hund war, der ihn da an der Wade gepackt hatte, sondern ein angeblich ganz normaler junger Mann von einundzwanzig Lebensjahren, der wohl das zweiundzwanzigste nicht mehr erleben wollte.
„Kawa!“, zischte er bedrohlich und griff den Nager am Genick, hob ihn auf Augenhöhe und hörte Yujo nur zischen und knurren. „Nimm ihn weg oder er wird kastriert.“
Und plötzlich ging ein jämmerliches Quietschen durch das Haus, erschütterte die Wände vom Keller bis zum Dach und die am Genick gegriffene Maus zappelte wie wild, um dem Schicksal zu entkommen.

Kawa klaubte sich seinen tobenden Nager von Santos’ Griff und setzte sich Yujo schon fast wie ein kleines Kind auf die Hüfte, drückte ihn an sich und funkelte aber immer noch gut gelaunt zu seinem Erschaffer.
„Ich brauch den noch, Großer“, beugte er sich mitsamt Yujo zu dem Biss auf Santos’ Wade und leckte kurz darüber. „Er hat ja nicht mal Blut gefordert“, murmelte er leise und brachte seine Maus aber doch zur Sicherheit weiter weg von Santos.

„Na das wär’s noch“, knurrte Santos und machte das Licht hinter sich aus, während er sich seine Wade beguckte. „Eine Säbelzahnmaus würde ich in meine vier Wände gar nicht rein lassen! Darauf kannst du Gift nehmen – ach nee, das wirkt bei dir ja nicht. Dann mach was anderes.“ Santos wollte nicht denken. Alles was er wollte war Gabe diesen Mantel wieder vom Leib reißen nach all den Niederlagen heute und zwar ohne dass die neugierige Detektiv-Spür-Schnüffel-Maus davon Wind bekam.
Und besagte Detektiv-Spür-Schnüffel-Maus? War im Augenblick eine Schnief-Wein-Heul-Jammer-Maus, weil er sich fast einen Zahn abgebrochen hatte!

So ein Pech aber auch, sollte er doch das nächste Mal nachdenken, bevor er seine Wade bis auf den Knochen abzunagen versuchte.
Kawa lachte leise. „Das Gift lehne ich dankend ab, Santos, aber ich werd meine Maus nach Hause bringen, ich glaub, wir lassen unser Training für heute ruhen“, grinste er seinen Erschaffer frech an. „Wir holen euch morgen ab zum Rummel. So gegen elf?“

„Nein!“
Ja hörte ihm denn hier gar keiner mehr zu? Er wollte nicht. Er. Wollte. Nicht!
Was war an diesen kleinen Worten so schwer zu verstehen? Sie waren nicht mal fremdländisch! Jeder gute Engländer beherrscht sie! Jeder!
Santos verschränkte die Arme vor der Brust und wurde nicht mal weich als die Schnief-Wein-Heul-Jammer-Maus wieder loslegte wie gemein die Welt doch zu ihm wäre. Und Santos war stolz drauf zu dieser Welt zu gehören, so lange das bedeutete, dass er morgen nicht auf den Rummel musste, keine Zuckerwatte essen oder kandierte Mandeln oder Kahnschaukel fahren oder Kinderkarussell!
Er. Wollte. Nicht!
„Nie im Leben – nicht im Tode“, knurrte er und schob Gabriel aus dem Flur ins Wohnzimmer, weit weg von der Plärr-Maus.

„Bis morgen“, murmelte der nur und Kawa zog grinsend mit seiner Maus ab, versuchte den Jungen zu beruhigen, denn er - wie auch Gabriel - wussten beide, das Yujo ganz sicher morgen früh auf der Matte stehen würde und er mit ihm und dann musste sich Santos noch mal einer Bettelmaus stellen.
„Schatz??“, Gabriel drehte sich ein wenig in Santos’ Griff und ließ sich von seinem Vampir in den hohen Lehnsessel drücken, sah hinauf in die funkelnd goldenen Augen und ein weiches Lächeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab.

„Du warst nicht gerade eine große Hilfe, LIEBLING“, knurrte Santos nur und drückte Gabriel tiefer in das Leder. „Anstatt mir zu helfen mich zu retten, dass ich nicht mit der peinlichen Maus auf die Straße muss, da erklärst du dich bereit mit ihm zu gehen. Anstatt alles daran zu setzen, mich milde zu stimmen lässt du mich verhungern – und so wie das riecht brennt gerade mein Essen an“, maulte der Vampir und ließ sich einfach schwer auf Gabriel fallen und blieb liegen – er wollte nur noch seine Ruhe, und nicht mehr.
„Und außerdem hast du mich noch kein bisschen überzeugt, dass ich mitgehen soll“, maulte er nun in Kleinkindmanier und schmollte unsäglich.

Gabriel schloss locker die Arme um den Oberkörper Santos’, der halb auf ihm und halb über der Sessellehne lag. „Wir sollten das Essen wirklich ausschalten, sonst verstinkt uns das wieder das ganze Haus", murmelte er leise und kraulte sanft durch die langen Strähnen seines Geliebten. „Und dann werde ich dich umstimmen", klang Gabriels Stimme dabei samtig wie dunkler Honig.
Zart fing er an Wirbel für Wirbel über Santos’ Rücken hinab zu wandeln und strich kosend über den Frottee, wohl wissend, das der grobe und doch weiche Stoff die Haut noch mehr reizte als seine bloßen Finger das täten.

„Dann steh doch auf und schalt aus“, murmelte Santos. Er sah ja gar nicht ein, dass er jetzt, wo er gerade umgestimmt werden sollte und schon mal etwas besänftigt wurde, weil er morgen die dickköpfige Maus ertragen musste, aufstehen und sich von Gabriel entfernen sollte.
„Und wo du dann schon mal stehst, kannst du mir gleich Quark mit Bananenscheiben mitbringen, oder?“, wollte er frech wissen und bog sich den Fingern entgegen. Das war gut!
Sehr gut!
Ja – da links!
Genau!
Santos war kurz davor zu schnurren wie ein verwöhnter Stubentiger.

Übermütig biss Gabriel fest zu und hauchte kichernd über die sich kurz rötende Haut als sich Santos nach oben bog, seinen Lippen entgegen kam. Mittlerweile wusste er nur zu gut auf dem hellen Leib zu spielen, seinen Vampir immer weiter zu quälen, bis der sich ihn ungezügelt holte.
„Ist gut, Süßer", küsste er sich wieder über die weiche Schenkelinnenseite von Santos und stand dann abrupt auf, ließ seinen Geliebten wo er war und ging in die Küche, um das Essen auf die Seite zu stellen und alles abzuschalten.
Beim Zurückgehen wanderte sein Bademantel gleich mal auf den Boden und er betrachtete sich den hellen Vampir liebevoll, als er kurz vor dem Lehnsessel stehen blieb.
„Jetzt können wir weiter machen", flüsterte Gabriel dunkel.

„Ja“ Santos ruckelte sich in seinem Sessel bequemer und öffnete die Beine ein Stück weiter. „Denn mir fehlt im Augenblick noch etwas die Animation warum ich morgen Yujo im Rummelrausch ertragen soll“, erklärte er und streckte seine Arme nach seinem Geliebten aus. Er wollte überzeugt werden, lange und ausdauern! Denn es war ein großes Opfer, was da von ihm erwartet wurde.

Spitzbübisch grinsend ließ sich Gabriel auf die Knie hinab und umfasste mit den Händen Santos’ Knie, drängte sich dazwischen und schmiegte sich so an den merklich kühleren Leib seines Vampirs.
„Dann werde ich mal dafür Sorge tragen, dass du so lange abgelenkt bist, bis die Zwei wieder auftauchen und wir mit Maus dort hingehen."

Der Weißblonde grinste dreckig, na so machte das Leben doch viel mehr Spaß. Kein Kawa, der ihn in den Dreck drückte, weil Leondros Blut ihn mächtig machte, keine Maus, der quengelte und spannte und die Spinnen im Haus erschreckte – nur er und sein Schatz und dessen geschickte Finger. Wenn das kein Leben war, was dann?
Santos entspannte sich gerade total, schloss die Augen und wies seinen Geliebten grinsend an, er solle doch in der Argumentationskette, die er begonnen hatte, weiter machen … als etwas zu nerven anfing und klingelte und klingelte und klingelte …

Der lästige Quälgeist, der partout nicht Ruhe geben wollte, hörte sich sehr verdächtig nach Santos’ Handy an, das irgendwo hier rum liegen musste.
Gabriel leckte sich über die Lippen und sah auf, suchte mit den Augen den Raum ab, um das nervende Ding zu suchen.
Doch er sah das kleine Telefon nicht.

„Hosentasche, Bad“, half ihm Santos auf die Sprünge, aber er machte gar keine Anstallten sich zu erheben. Warum auch? Egal wer dran war – er würde einen langsamen und qualvollen Todes sterben. Wenn er sitzen blieb rettete er folglich einem Bekannten oder Unbekannten das Leben.
Plötzlich herrschte Stille.
„Na bitte“, murmelte Santos und griff wieder nach Gabriel. Man musste einfach nur genügend Geduld haben. Er grinste seinen Schatz breit an und zuckte zusammen, dass die Ader an der Schläfe pulsierte, denn nun dudelte das Festnetz sinnlos vor sich hin.

Gabriel verdrehte die Augen und stöhnte, aber nicht etwa weil Santos das Läuten weiter ignorierte und sich wieder ihm zugewandt hatte, sondern weil der Vampir dunkel zu knurren anfing.
„Wir sollten wirklich mal Urlaub von den beiden nehmen, schlimmer als Kinder."

„Darf ich deinen Worten entnehmen, dass du wie ich auch davon überzeugt bist, dass das Maus oder Mausvampir ist? Die wieder was Ultrawichtiges wissen wollen – so was wie: was soll ich denn morgen anziehen? Wird es regnen? Essen wir Zuckerwatte? Ja bin ich Moses?“ Santos knurrte immer mehr, weil das Läuten einfach nicht abschwoll. Das konnte nur die Maus sein! Keiner nervte so wie dieser Kleine!
„Ich habe dir vorhin Last Minute angeboten, du wolltest ja nicht.“

Gabriel seufzte wieder und kuschelte sich nochmals an Santos, das Läuten brach so und so nicht ab und so konnte er auch noch hocken bleiben, bevor er an das Telefon ging und den Quälgeistern den Marsch blies.
„Ich befürchte, kaum jemand sonst ist so penetrant oder kennt diese Nummer, Santos. Und wegfliegen wäre schön, aber geht nicht, Schatz, ich habe nächste Woche den Laden zwei Tage alleine."

„Ich will ja nur morgen nicht hier sein. Übermorgen wird der komische Rummel abgebaut und wir haben wieder unsere Ruhe, ein ganz kurzer Kurztrip“, knurrte Santos, dem das Schrillen langsam wirklich in den Ohren weh tat.
Er konnte nicht mehr anders, er griff den Hörer vom kleinen Tisch neben dem Sessel und brüllte hinein. „Was!“
Und eine Maus kicherte am anderen Ende.

Kawa verdrehte hinter der kichernden Maus die Augen und ließ sich wieder zurück auf die Couch fallen, sein Schatz würde es wirklich nie lernen und am Ende auch noch den morgigen Rummelbesuch verspielen.
Gabriel würde dem wohl zustimmen, doch der war zu viel damit beschäftigt Santos halbwegs zu beruhigen, der das Telefon nur finster anguckte und wohl zu erdolchen versuchte damit.

„Was willst du, du Landplage“, knurrte er und atmete betont tief ein. Sollte der Nager ruhig merken, dass er störte. Nicht dass das die Maus in irgendeiner Form stören oder auch nur tangieren würde, aber er konnte es ja trotzdem mal versuchen.
Doch Maus kicherte nur weiter. „Wollte nur sehen, was ihr so macht und ob ihr mich schon vermisst und ob wir morgen Zuckeräpfel essen gehen und…“ Weiter kam er nicht.

Gabriel stimmte langsam in das Knurren Santos’ mit ein, beugte sich zu seinem Schatz und grollte dunkel in den Hörer, den der noch immer fluchend hielt. „YuYu, wenn du morgen wirklich nicht auf den Rummel willst, dann ruf ruhig weiter an, dann bucht Santos nämlich einen Kurztrip für mich und ihn und wir sind noch heute weg."
Also langsam nervte ihn sein Freund auch, seit nun mehr nicht ganz einer Woche, ganz genau seit dem Geburtstag war YuYu noch anstrengender, vielleicht sollte er Kawa mal fragen, ob der den Kleinen nicht richtig strapazierte.

„Ich wollte doch nur wissen, ob es euch wirklich gut geht! Da macht man sich Sorgen um seine morgige Begleitung und da ist das auch wieder nicht richtig“, maulte Yujo los. Ausnahmsweise hatte er mal nicht nerven wollen, da wurde er gleich wieder angemeckert. Was für eine ungerechte Welt. „Dann mach ich mir eben nie nie wieder Sorgen um euch“, knurrte er nur und Santos flüsterte: „Ist das ein Versprechen?“, was die Maus noch viel mehr schmollen ließ. Schade, dass außer Kawa keiner den tödlichen Mausblick sah.
Stirb du Unwürdiger!

Gabriel schnappte seinem Vampir das Telefon aus den Fingern und küsste ihn kurz, grinste an Santos’ Lippen über das Mosern der Maus und hielt sich erst danach das kleine Ding an Ohr.
„YuYu, schön das du dir Sorgen machst, aber heute bitte nicht mehr anrufen, weil sonst wird mein Schatz richtig grummelig und der Rummel wird morgen ins Wasser fallen, weil ich ihn friedlich stimmen muss, den ganzen Tag. Also schlaft gut, ihr beiden."

Tja, da saß nun eine Maus auf seiner Couch und guckte den Hörer in seiner Hand ziemlich ungläubig an. Da hatte dieser angebliche Freund doch wirklich einfach aufgelegt und somit das Gespräch, bezahlt von der Maus, einfach für beendet erklärt!
„Ich wollte doch nur sicher gehen, dass Santos das morgen nicht vergisst und dann keiner mit mir auf den Rummel geht“, knurrte die Maus und fing an, sich auf der Couch immer kleiner zusammenzurollen.

Kawa kraulte seinem Nager ein wenig durch die schon verwuschelt abstehenden Haare. „Gabe wird schon dafür sorgen, dass Santos morgen bei Laune ist, drum will er ja nicht mehr gestört werden, Schatz", setzte er sich neben Yujo und strich leicht über die zusammengerollte Maus.

„Von wegen – der macht das nicht für mich. Der will selber nur Befriedigung“, knurrte die Maus, rollte sich noch viel fester zusammen, dass er kaum noch Luft bekam und schmollte. Erst machte Gabriel den Vorschlag mit dem Rummel und dann, als die Maus Feuer und Flamme war und sein kleines Mausleben für eine Portion Zuckerwatte eintauschen wollte, da fiel Santos ein, dass der keine Lust hatte. Und wenn Santos keine Lust hatte, hatte Gabe meistens auch keine.
Und wer blieb wieder auf der Strecke? Die arme, kleine Maus!

„Armer, kleiner Schatz", grinste Kawa leicht und klaubte sich seinen Nager auf. So wie er war, war Yujo handlich zu tragen und er ging mit den Jungen zum Futon, ließ ihn darauf fallen und kam gleich nach.
Geschmeidig krabbelte er auf allen Vieren über Yujo und knabberte über dessen Ohrläppchen.
„Dann werd ich dich wohl auch ein wenig ablenken müssen."

Etwas skeptisch über den spontanen Ortswechsel ohne sein eigenes Zutun hob die immer noch handlich gefaltete Maus den Kopf und sah so unweigerlich in Kawas atemberaubende Augen. Doch Maus meckerte nur, murmelte was von einem geilen Bock, der kleine, verstörte Mäuse platt machen wollte – legte sich aber brav in Position und grinste.
„Na los – lenk mich ab“, forderte er frech und wackelte mit seinem Becken etwas auf dem Stoff herum.

Das entlockte Kawa ein kehliges Lachen, das langsam in einem tiefen Knurren ausklang, langsam, schon fast träge, schob er sich noch enger über Yujo.
Seinen heißen Atem schickte er über die entblößte Kehle seines Geliebten und ergötzte sich an den leichten Schauern, die durch den schlanken Leib rieselten. „Immer wieder gerne, mein Herz", flüsterte Kawa leise und machte sich daran, den Körper Yujos neu zu entdecken.

Seine geschickten Finger spielten auf der Maus und so war es nicht verwunderlich, dass sich der Junge in seinen Armen völlig entspannte, sich dem Kosen ergab und nur noch fühlen wollte. Kawa war eben doch der einzige, der eine aufgedrehte Maus wirklich zur Ruhe bringen konnte.
Und so senkte sich Dunkelheit über die Stadt und hüllte alles Folgende in Schweigen.





05

Gabriel gähnte und drückte sich enger an den kühlen Körper neben sich, sie waren unter viel zu vielen Decken eingemummelt, also für seinen Geschmack, und ihm war warm.
Wirklich mitbekommen tat er das aber in seinem Halbschlaf noch nicht, nur das Santos’ Körper angenehm unter all den warmen Daunen war.

„So was kann ich leiden, noch nicht mal richtig wach und schon wieder Schweinskram im Kopf“, lachte der Vampir leise. Er war schon eine ganze Weile wach, weil er gemerkt hatte, dass Gabriel langsam unruhig wurde. Als der dann auch noch anfing seinen heißen Leib der Länge lang an ihn zu schmiegen, sich regelrecht an ihm rieb, musste er lachen und streckte sich vorsichtig.
„Hrmmm", murrte der Mensch nur leise und drückte sich noch enger an den Vampir, unruhig versuchte Gabriel noch halb schlafend die Decken von sich zu strampeln.

Doch das sah Santos ja gar nicht ein! Es war draußen kalt. Es war ein Kompromiss gewesen, dass er noch ein paar Decken bekam, wenn Gabriel unbedingt das Fenster aufreißen und die kalte Nachtluft hereinlassen musste. Nun sollte sein Schatz das auch ausbaden, ohne dass der Vampir fror. Es hatte Gabriel schließlich keiner gezwungen, dass er zu Santos unter all die Decken kroch.
Okay, wenn der Vampir ehrlich war, so war er nicht wirklich böse drüber, dass sein Schatz zu ihm gekrochen war, denn sie hatten noch jede Menge schönen Schweinskram machen können. Aber das war noch lange kein Grund, Santos nun seiner Decken zu berauben.

So lag Gabriel nach wenigen Momenten ohne Decken da und Santos kuschelte sich wieder unter die warmen Daunen. Langsam kühlte der warme Körper Gabriels aus und als er sich murrend auf den Rücken drehte und träge blinzelte, streckten sich seine Knospen hart dem kühlen Wind entgegen, der vom Fenster herein und über seinen Körper strich, gähnend streckte er sich räkelnd.

Santos indes hatte sich beobachtend auf die Seite gedreht. Sein Kopf lag auf einer Schulter und er stützte sich auf den Ellenbogen. Er konnte nicht vermeiden, dass seine Zunge über seine Lippen huschte, als er mit ansah, wie sich der Hof um die Knospen noch weiter zusammenzog ob der Kälte und die Brustwarzen sicher hart und verlockend waren. Der Vampir konnte schon auf der Zunge schmecken, wie es wohl wäre, sie zu berühren. Doch die Kälte siegte über seine Libido, weswegen er lieber die Decke über den Kopf zog, um nicht weiter auf dumme Gedanken zu kommen.

Das entlockte Gabriel ein Auflachen und er drehte sich zur Seite, drückte den Rücken nochmals durch und streckte seine nun merklich kühleren Hände unter den Deckenberg, strich über die Haut, die er finden konnte, und kicherte leise, als er Santos quietschen und kurz darauf fluchen hörte.

Ein Wust an Decken wurde mit viel Schwung beiseite geschoben. Ein paar davon landeten sogar auf dem Boden und keine Sekunde später hockte ein zitternder Santos direkt über seinem immer noch grinsenden Schatz.
„Sag mal, soll ich einen Herzinfarkt bekommen?“, wollte er wissen und schmollte, sein Haar fiel über die Schultern auf Gabriels Brust und Santos’ Augen funkelten. Nicht dass er wirklich wütend gewesen wäre, wie könnte er! Doch die eisige Kälte, die ihn unerwartet durchzuckt hatte, hatte ihn quietschen lassen wie ein Weib, nein schlimmer – wie eine Maus!, und so was war peinlich! Und alle, die an seinen Peinlichkeiten teilhatten, mussten leider sterben – Gabriel kannte die Regeln.

Gabriel lachte aber nur und reckte den Kopf, legte ihn leicht zur Seite und dehnte so seine Kehle. „Dann mach mal", kicherte er und strich mit den Fingerspitzen über die Strähnen, die über seinen Körper strichen.

Aber weil Santos genau wusste, welche Freude Gabriel das Beißen bereitete, auch wenn die Euphorie der Enzyme schon lange nicht mehr bei seinem Menschen wirkte, wandte Santos nur den Kopf ab. „Das könnte dir so passen: alte Männer schockieren und dann noch gebissen werden wollen!“ Auch wenn das Blut verlockend pulsierte, durch die überdehnte Kehle noch viel deutlicher zutage trat. Aber er blieb standhaft, setzte sich nur wo er gerade hockte und sah auf seinen Süßen hinab.

Und da saß er gut, knapp hinter Gabriels Schritt auf dessen Oberschenkeln, schon fast schmollend zog der eine Schnute und legte den Kopf bettelnd wieder zur Seite.
Auch seine Finger schickte er ein wenig auf Wanderschaft, um zu gucken, was ihn so alles begrüßen würde an diesem Morgen.

Aber weit kamen sie nicht, weil sie von kalten Händen aufgehalten wurden. „Oh nein, Herr Hamston. Wer alte Vampire fast zu Tode erschreckt, der wird doch nicht schon vor dem Frühstück verwöhnt und belohnt! Nein, nein, nein.“ Santos schüttelte den Kopf und das weiße Haar flatterte um seinen Kopf, dass es ihm die Sicht nahm. Langsam fing es an Spaß zu machen, auch wenn er fror wie ein Hund.

Gabriel kicherte, weil die langen Haare ihn leicht kitzelten und zog schmollend eine Schnute. "Menno", maulte er in bester Yujo-Manier und lachte aber wieder auf, als Santos das Gesicht verzog.
Neckend forschten seine Finger weiter über die Haut des Vampirs, die er erreichen konnte.

Aber Santos sorgte schon dafür, dass er nicht zu viel in die Finger bekam und schon gar nicht die interessanten, weil beweglichen Teile. Die hatte sich Gabriel einfach nicht verdient. Allerdings biss die kalte Morgenluft noch immer in Santos’ Haut und so beugte er sich balancierend zur Seite und fischte sich eine Decke, die er sich um die Schultern warf. Dass er seinem frechen Gör somit auch die Sicht auf ein paar wirklich interessante Stellen an seinem Körper nahm, war ein schöner Nebeneffekt.
„Moser nicht rum, du Hilfsmaus!“

Die Backen aufplusternd, guckte Gabriel zur Seite. Na aber, ne Maus musste er sich nicht nennen lassen, linste er zurück zu Santos und begutachtete sich die Decke.
„Frostvampir", streckte er seinem Geliebten die Zunge heraus und schnappte nach der Decke, zog Santos somit näher an sich, weil der das Ding partout nicht aufgeben wollte.

„Sag mal, du Hilfsmaus. Reicht es nicht, dass du mich einmal kurz vor den Kältetod getrieben hast? Muss es ein zweites Mal sein?“, knurrte der Vampir und zog an seiner Seite der Decke, aber nicht so stark. Denn er wollte nicht, dass der Stoff der klügere war und nachgab.
„Und wenn du so weiter machst, mein Lieber, dann gehst du heute alleine mit der Nörgelmaus auf den Rummel. Ich und Kawa machen uns einen Bunten bei Luigi um die Ecke und Hilfsmaus geht mit Nörgelmaus Kinderkarussell fahren. Also – lässt du jetzt los?“

Gabriel schnüffelte übertrieben. „Bleib da", forderte er und zog wieder an der Decke, wollte seinen Vampir näher an sich bringen.
„Ich glaub nicht, dass Maus Kawa mit dir blau machen lässt", grinste Gabriel ein wenig und stemmte sich hoch, um nach Santos’ Lippen zu haschen.

„Schau dir dieses Gesicht an.“ Santos kam ganz dicht an seinen Schatz ran. „Ist das das Gesicht eines Mannes, den es interessiert, was ihn eine Maus lässt und was nicht? Wenn ich sage, Kawa geht mit mir essen, dann geht der mit mir essen und wenn die Maus ersäuft in seinem Geheule!“
Aber dann konnte er den weichen Lippen doch nicht widerstehen.

So enthielt sich Gabriel weiterer Kommentare und verflocht Santos in ein langsames Spiel, zog die Decke noch enger um den Vampir, bis sein Schatz notgedrungenermaßen aufgeben musste und sich auf ihm lang streckte.
Genießend seufzte Gabriel in ihren Kuss und schloss die Arme um seinen Geliebten, so war der Morgen doch gleich doppelt so schön.

Eigentlich wäre das der perfekte Zeitpunkt für eine kleine Maus aufzukreuzen und die Atmosphäre mit seinem Spinneneliminator zu zerstören, wahlweise zu kreischen und zu fiepsen – was auch immer. Aber Maus hatte ein ganz anderes Problem. Dank seines ihn fordernden Vampirs hatte er verschlafen und rannte gerade, die Wort „Wah! Der Rummel“ wie ein Mantra vor sich her brüllend, große Runden in Kawas Loft.

Kawa jedoch lag noch immer nackt, die langen Beine ausgestreckt und die Arme hinterm Kopf verschränkt, auf dem Futon und besah sich das ganze grinsend.
Denn sein Schatz kam ja gar nicht auf die Idee, sich neue Klamotten aus dem Schrank zu nehmen, nein, er musste die Sachen vom Vortag suchen.
Komische Maus.

Aber es gehörte sich nicht, sich über Mäuse lustig zu machen! Schon gar nicht über solche, die aus ihrem eigenen Zeitplan gerissen worden waren und nun nicht mehr wussten, wo vorn und wo hinten war, wo seine Shorts lagen und seine Hose. Halt – Hose auf Couch verloren – so glaubte Yujo jedenfalls. Aber dort lag sie nicht. Also flitzte die Nacktmaus weiter und fiepste wieder was vom Rummel. Und die Zeit fraß sich unermüdlich über das Ziffernblatt der Küchenuhr.

Kawa lachte auf, als Yujo doch wirklich auf die Knie fiel und anfing, seine Sachen unter den Möbeln zu suchen. „Schatz, zieh frische Klamotten aus dem Schrank an, geht schneller würde ich sagen", neckte er seinen Nager und winkelte ein Bein an.

Natürlich war die nackte Rennmaus damit völlig aus dem gerade frisch erstellten Konzept gebracht und plumpste auf den Mauspo. Gar nicht gut! So was von einer blöde Idee, das vermittelte auch der immer noch puckernde Hintern, sodass die Maus mit einem Wimmern wieder auf alle Viere kam und nun das Gesicht auf die Couch packte und leise schniefte.

Ihm tat der Hintern weh! Und das bedeutete: er würde sich heut auf keines der Fahrgeschäfte setzen können ohne Schmerzen! Er würde auf dem Rummel sein und keinen Spaß haben – und alles wegen Kawa!
„Ich will Karussell fahren!“, brüllte die Maus plötzlich und sank wieder in sich zusammen. Dass er sich einkleiden sollte, hatte er ob seiner misslichen Lage total vergessen.

Kawa kam hoch und ging zu seinem Nager, hob Yujo hoch und setzte sich mit ihm auf die Couch. „Schatz, erst anziehen, die beiden Anderen abholen und dann kannst du so viel fahren wie du magst", murmelte er ihn Yujos schlafzerwühltes Haar.

Aber die Maus schmollte nur, weil Kawa gar nicht wusste was los war. „Und wie fahre ich dann? Im stehen? Wie fahr ich denn Kettenkarussell – ich kann nicht sitzen!“ Es klang ziemlich vorwurfsvoll und ging eindeutig in Kawas Richtung. Hätte er ihn gestern weiter Santos nerven lassen, so würde der Vampir heute vielleicht nicht mitkommen, aber die Maus könnte in einem Autoscooter sitzen – und heute? Heute kam zwar der Weißhaarige mit, aber Maus konnte nicht sitzen! Was für ein unfairer Tausch!
„Und es wird nicht besser, wenn wir erst Gabe und den Alten abgeholt haben“, knurrte die Maus weiter und ruckte so lange, bis er nicht mehr auf der schmerzhaftesten Stelle saß.

„Arme, kleine Maus", hauchte Kawa und biss Yujo ins Ohr. „Ich kann mich erinnern, dass du gestern nach mehr geschrieen hast", flüsterte er anzüglich und drehte Yujo in seinen Armen.
„Soll ich’s besser machen?"

„Wie: besser?“, wollte die Maus auch gleich wissen, denn er traute dem Frieden nicht. Er wollte nichts tun, was seinen Aufenthalt auf dem Rummel in irgendeiner Form gefährden oder einschränken würde. „Außerdem solltest du langsam wirklich wissen, dass ich immer nach mehr brülle und mich hinterher beschwere, wenn ich wieder bei klarem Verstand bin. Denn der Hintern tut weh.“ Zum Beweis dessen was er sagte griff er Kawas Hand und schob sie sich unter seinen nackten Hintern. „Genau da!“

„Wo? Hier?“, wollte Kawa frech wissen und strich mit den Fingerspitzen die Spalte Yujos nach. „Du weißt doch, ich habe eine geschickte Zunge, die alles besser machen kann", hauchte er warm an Yujos Ohr und grinste dreckig.

Aber die Maus wollte sich nicht auf zwielichtige Geschäfte einlassen. Er kannte doch Kawa! Der war doch keinen Deut besser als die Maus, nur dass der sich seltener erwischen ließ! „Vergiss es“, knurrte Yujo nur und kniff die kleinen Mausbacken zusammen, damit Kawa da nicht mehr dumm rumfingern konnte und ihn vielleicht noch von seiner Entscheidung abbringen.
„Du machst nur wieder Schweinskram den ich dann auch noch toll finde und mehr will und Ende vom Lied? Maus kann kein Autoscooter fahren – no way!“ Hops, war er von Kawas Schoß.

Lachend erhob sich auch der Vampir. „Na gut, dann hops mal in Klamotten, damit wir Santos und seinen Schatz abholen und zum Rummel können", forderte er Yujo auf und ging selber zu den Kästen um sich anzukleiden.
Oder besser erst mal nur Klamotten raussuchen und dann duschen, denn so weit er das riechen konnte, hatte er noch Maus auf sich und roch nach ihren nächtlichen Aktivitäten.

Man musste Santos ja nicht gleich am frühen Morgen wieder Futter für den Klatsch und den Tratsch liefern. Kurzerhand wurde auch die herumirrende Maus eingefangen und geschrubbt, dass er jede Menge Wasser schluckte und erbärmlich hustete und eine Minute später auch schon sauber und frierend mitten im Bad stand. Er hatte gar nicht mitbekommen was passiert war, sondern stand jetzt einfach nass rum und versuchte zu verstehen was passiert war.

Kopfschüttelnd sah sich Kawa auch das ne zeitlang an, konnte man ja nicht bestreiten, dass ne Nacktmaus ein leckerer Anblick war. Nur würde es ihm sein Schatz wohl nicht verzeihen, wenn er ihn aufs Waschbecken setzte und dort mal gepflegt vernaschte und er danach gar nicht mehr sitzen konnte.
Das gäbe ne Schmollmaus Stufe zehn und somit Sexentzug so lange wie Yujo das selber aushielt, und DAS wollte Kawa auf keinen Fall herausfordern. So wurde der nackte und leckere Nager eingepackt und trocken gerubbelt mit dem Flauschhandtuch.

Freilich war die Maus hinterher wieder struppig und verwüstet, aber nichts, was ein guter Kamm nicht wieder hinbekam. Der Nager murmelte noch irgendwas vor sich hin, als er sich aus dem Handtuch wand und dazu überging, jetzt doch mal was anzuziehen – die erste wirklich gute Idee des Tages, gleich nach dem duschen.
Und als er auch noch den Schrank ansteuerte und nicht wieder die Couch, da war Kawa doch sicher stolz auf seine Maus. Yujo kramte, suchte, wühlte und fand endlich was Passendes.

Noch stolzer war Kawa auf seinen Nager, als Yujo doch glatt eine Kombination wählte, die nicht in den Augen biss. Sein Süßer hatte am Morgen eine Tendenz dazu, die schrillsten Sachen zu kombinieren.
Wobei Kawa in den seltensten Fällen glücklich damit war, doch diesmal war Yujo kaum zehn Minuten später fertig und Kawa musste sich beeilen, um nicht hinten nach laufen zu müssen.

„Jetzt beeil dich aber mal! Ich will keine Minute vergeuden. Ich habe drei Wochen auf den Rummel gespart und jetzt will ich das alles verfressen und verfahren bis mir schlecht ist. Also beeil dich gefälligst.“ Wie angestochen wuselte Yujo immer um seinen erst halb bekleideten Schatz herum, half hier, schob da, zerrte dort, damit es schneller ging.

Nach wenigen Minuten, die Yujo wohl wie ein Monat, nein, ein Jahr - nö eher wie eine Ewigkeit - schienen, stand Kawa auch fertig im Vorraum und band sich noch die hohen Stiefel zu.
Wie fast immer war der Vampir in einheitliches Schwarz gewandet und bot so genügend Kontrast zu Yujos bunten Sachen.

Aber Maus wäre nicht Maus, wenn er nicht auch daran ordentlich zu mäkeln hätte, nämlich dass Kawa so ja gar nicht auffallen würde und verloren gehen könnte und die Maus dann herren- und besitzerlos war und wieder im Tierheim laden würde, weil Santos ihn sicher nicht retten wollen würde vor dem Mausfänger und Kawa sollte ja aufpassen, dass er seine Maus nicht verlor.
Erst dann holte er Luft, weil er schon blau angelaufen war.

„Maus, wenn ich will, kann ich dich quer durch die Stadt riechen und hören", lachte Kawa und sah zu, wie sich doch glatt ein rosa Schatten auf seinen Nager schlich.
Ja was dachte denn Yujo jetzt schon wieder?

„Ich bin frisch geduscht. Mich kannst du gar nicht riechen!“, maulte die Maus auch gleich wieder rum. War ja klar, dass der heute besonders sensibel war, wenn man doch so einen schmerzenden Po hatte. „Und jetzt schwing deine guten Ohren und deine tolle Nase und mach hinne, wir müssen noch zu Gabe und Futter abfassen! Wenigstens noch einen Keks, sonst sterbe ich!“
Ja, so grausam war diese Welt – die Maus musste ohne Essen losgehen um pünktlich zu sein!

Kawa folgte seinem Nager und sie standen keine fünf Minuten, also gerechnet ab dm Zeitpunkt, als sie ins Auto gestiegen waren, vor Gabriels und Santos’ Haustüre.
„Läuten darfst du Schatz, mal sehen, ob sie sich raus trauen."

„Du hast nur Angst, dass der Besen, der gleich geflogen kommt, dich trifft. Da wird wieder die Minenspürmaus vorgeschickt. War mir schon klar. Wenn der von einem wütenden Santos ohne Hose zerfleischt wird, das bemerkt eh keiner, fällt ja nicht auf, ist ja nur die blöde Maus.“ Gerade war er wieder kurz davor, in eine extrem hartnäckige Selbstmitleidskrise abzurutschen … ob ein Brötchen da noch was retten könnte?

Kawa flauschte seine Maus kurz und schlug dann mit der Stiefelkappe kurzerhand hart gegen die Tür, sodass Gabriel in der Küche vor Schreck eine Tasse zu Boden fiel und er ganz erschrocken dreinguckte.

„Wenn du aufmachst, Schatz, dann gehört die Couch die nächste Nacht dir. Ich habe immer noch keine Lust auf Rummel oder Rummelmaus. Ich will nicht!“ Demonstrativ rührte Santos in seinem Kaffee, den er heute extra stark gekocht hatte, um sich auf das Folgende schon einmal vorzubereiten.

Gabriel, der die Scherben aufgeklaubt hatte und noch die letzten Reste seines Kaffees aufwischte, guckte Santos kurz grummelig an, bevor sich das änderte und er in ein zuckersüßes Grinsen überging.
„Okay, Süßer, dann schlafe ich auf der Couch und zwar nackt und probiere das Spielzeug aus, das du vor kurzem bestellt hast."
Ein dreckiges Grinsen wanderte über Gabriels Züge, bevor er sich unschuldig dreinguckend daran machte neuen Kakao herzustellen.

„Mach doch.“ Um nichts auf der Welt würde sich Santos dazu hergeben, heute diese Tür da zu öffnen. Da konnten Kawa und Maus dagegen hämmern bis die Pfoten wehtaten. Er würde nicht öffnen. Und wenn er ein paar Tage darben musste? Auch egal – musste Gabriel später eben um so mehr wegstecken, im wahrsten Sinne des Wortes.
Er schob sich mit einem feisten Lächeln sein Bötchen in den Mund und biss zufrieden ab, griff sich die Fernsehzeitung und ignorierte alles um sich herum.

Gabriel schüttelte nur den Kopf und stellte die heiße Milch von der Platte, sie würden schon noch sehen, wer die größere Ausdauer hatte. Oh ja, das ganz sicher.
Er ging zur Haustür und drehte den Schlüssel herum. „ Kommt rein", sprach er leiser und ging wieder zurück zur Küche. Er hatte noch Hunger und eine Maus am Morgen versprach immer einen leeren Frühstückstisch.

Denn die Maus war nicht nur nett, niedlich und nervig – die drei großen N! Nein, er war die vier großen N! Nett, niedlich, nervig und ein Nimmersatt. Egal wo die Maus Essen sah, fing er an zu futtern, egal ob ihm das jetzt gehörte oder einem anderen. Wer sein Essen unbeaufsichtigt stehen ließ, der war selber dran schuld, wenn eine nette, niedliche Maus im Hunger-Modus es ihm weg fraß. So seine Philosophie.
Kaum dass er seine Nase in den Wind gehängt hatte, fing er auch schon den Duft nach Kakao ein und wuselte schneller.

„Morgen", grüsste Kawa beim Eintreten und schloss hinter sich leise die Tür, konnte er seinen Schatz leise in der Küche murmeln hören und kurz darauf das freudige Quietschen, als er anscheinend den Kakao in die Pfötchen bekommen hatte.
Na wenigstens war sein Süßer jetzt ein wenig befriedigt.

Vielleicht vergaß er ja sogar, dass er nicht … „Autsch!“ Nein, Yujo hatte gar keine Chance zu vergessen, dass er heute nicht sitzen konnte. Denn kaum dass er sich mit seinem Kakao – unter dem skeptischen Blick von Santos – an die Theke setzen wollte, weit weg von dem böse guckenden Vampir, da merkte er wieder, warum er den ganzen Weg so frustriert gewesen war.
„Ich kann nicht sitzen“, knurrte er leise und plötzlich erhellte sich Santos’ Gesicht.
„Herrlich, Kawa! Das war deine beste Idee seit langem, ihn so lange zu poppen, bis er nicht mehr im Autoscooter sitzen kann. Da können wir auch hier bleiben. Wer ist noch dafür?“ Santos hob eine Hand und die Maus fing an zu schniefen. Das durfte doch alles nicht wahr sein!

Kaum war sein Nager kurz abgelenkt, musste ihn Santos mit der Nase draufstoßen. Die beiden waren wirklich wie Feuer und Eis.
„Kawa, der Santos ist gemein zu mir“, maulte die Maus und versuchte sich an Kawa zu kuscheln, während Santos, als hätte er noch nicht genug, die wimmernde Maus nachahmte. „Wä – der böse, böse Vampir ist gemein zu mir!“
Klar dass das die Maus nicht auf sich sitzen ließ.

Und weil die Maus so und so nicht sitzen konnte, hopste er neben Kawa auf und ab, überlegte augenmerklich, so wie er mit der Kakaotasse herumfuchtelte, noch das süße Zeug auf Santos zu verteilen und entschied sich dann doch anders.
Denn ein grantiger Santos, weil er auf den Rummel musste, war schlecht, aber ein richtig wütender Santos, weil er auf den Rummel musste und heißen Kakao überall dran hatte, war lebensgefährlich, selbst wenn man einen Kawa neben sich hatte.

Das war auch der Maus bewusst und so setzte er sich wieder, wimmerte leise und litt stumm vor sich hin. Seine Tasse in den Pfötchen funkelte er Santos an und der reagierte nicht mal! Der las Zeitung und blätterte geräuschvoll um. „Da, wieder eine Hochwasserkatastrophe in Bangladesh“, las er vor und forderte somit wirklich sämtliche Beherrschung, die die Maus in seinem kleinen Leib aufbringen konnte. Er sagte nichts, gar nichts! Knurrte nur leise und fauchte seinen Kakao an, der gar nichts dafür konnte. Maus konnte von Glück sagen, dass der nicht Reißaus nahm!
Und die Uhr zeigte, dass in einer Minute der Rummel aufmachte.

Kaum hatte Yujo das gesehen, fing das Hibbeln an, da konnte der Kakao noch so lecker sein, der RUMMEL MACHTE AUF!!!
Gabriel ging zu Santos und strich ihm leicht über die Schultern. „Komm, wird schon nicht so schlimm werden", versuchte er es.

„Klar, erst den ganzen Tag Nervmaus auf Zuckerwatte und abends du mit deinem Spielzeug auf der Couch. Vergesst es. Ich verbringe diesen Tag im Bett vor dem Fernseher, ich habe da noch eine gewisse Kiste unter dem Bett, die nur darauf wartet mal wieder entstaubt zu werden.“ Santos dachte im Traum nicht daran, mit der Maus loszulaufen! Der würde sie wieder blamieren wo es nur ging, und wenn es nur war, weil er auf der kleinen Lok um die Ecke fahren wollte und quengelte, bis Kawa eine Münze einwarf!
Nein! Heute nicht! Heute war mausfreier Tag! Jeder hatte sich so was mal verdient. Genüsslich goss sich Santos Kaffee nach und griff noch ein Brötchen, während die Maus fast in Ohnmacht fiel.

Gabriel stellte sich schon mal seelisch auf das gleich folgende Geschrei ein, denn nun war die Maus in schwieriger Lage. Rummel und ein Santos, der gerade bildlich davon sprach, die für Mäuse verbotene Unter-Bett-Kiste raus zu packen.
Wahrscheinlich auch noch die Filme darin anzugucken, vielleicht auch noch einen der angeblich vorhandenen Selbstgedrehten.

Langsam rappelte sich die Maus wieder auf, weil seine Ohnmacht sowieso niemanden interessierte, nicht mal Kawa, der sich lieber nicht einmischen wollte, und kam dichter zu Santos. Er kroch auf den leeren Stuhl neben dem Vampir und riss dem die Zeitung weg. Der konnte doch nicht einfach so eine Maus ignorieren! Wo waren wir denn hier, dass man Mäuse ignorieren durfte!?
„Hey, kann ich mit gucken?“, wollte er frech wissen und die Augen wurden suppentellergroß.

Nun war es an Gabriel fast umzufallen. Warnend schoss er einen Blick zu seinem Geliebten ab und murmelte nur was von allein auf den Rummel gehen und vielleicht Kawa mitnehmen und sogar Spaß haben und ohne Maus Autoscooter fahren.

Aber das interessierte weder die Maus noch Santos. Der Vampir wusste, dass Gabriel nicht zulassen würde, dass die Maus die besagten Filme sah und die Maus interessierte Rummel gerade nicht die Bohne, er wollte genau diese Filme sehen – die, die immer unter Verschluss gehalten wurden.
„Viel Spaß ihr beiden“, frohlockte die Maus und kroch dichter an Santos ran. „Ich darf doch mitgucken oder?“

„Nur einmal", grummelte Gabriel, „und dann mauere ich dich im Keller ein und kette Kawa an, damit er dich nicht mehr rausholen kann", knurrte der Große weiter, wurde aber von einer skeptisch guckenden Maus nur ausgelacht. „Klar, du hast ja gar nicht die Kraft Kawa anzuketten. Der darf einfach mit gucken, da wird er schon seine Freude haben.“

Santos hob nur eine Baue, als wollte er zu seinem Süßen sagen: siehste, da stehst du gerade auf verlorenem Posten. Aber er ließ es, kein Wort kam über seine Lippen, denn auch seine Libido lechzte nach Gabriel! Nicht dass der auf die Idee kam, Santos ganz aufs Trockne zu setzen. Schatzi bloß nicht reizen. So lenkte er etwa ein.
„Vergiss es hentai-Maus! Du gehst auf den Rummel – ich geh ins Wohnzimmer, mit meiner Lieblingskiste.“

Hey – das war doch auch die Mauslieblingskiste!
„Nee, oder?“, knurrte der Kleine und musste mit ansehen, wie Santos weiter frühstückte und sich seine Zeitung wieder griff.
Kawa grinste und schüttelte den Kopf. Hätte jemand noch gestern seinem Nager gesagt, dass er freiwillig heute auf den Rummel verzichten würde, Yujo hätte ihm nen Vogel gezeigt. Aber so änderten Mäuse die Prioritäten.
„Schatz, heute Rummel mit Autodrom, Riesenrad, Zuckerwatte und Liebesäpfeln und heute Nacht fangen wir an, selber Videos zu machen und die kannste gucken so lange du willst."

„Boah, Kawa! Ich will mich aber nicht selber beim Poppen sehen! Das ist doch voll peinlich. Ich zieh sicher total die dämlichen Gesichter. Das will ich gar nicht sehen – ich will Gabriels dumme Gesichter sehen“, murmelte die Maus und überlegte gerade, ob er sich todesmutig an Santos schmiegen sollte oder nicht.
„Los! Filme gucken!“, säuselte die Maus in seinem süßlichsten Tonfall und blinkerte den Vampir an, dass der nur eine Braue hob und warnend zu Kawa guckte. „Wenn der mich jetzt noch anspringt, rupf ich ihm ein Bein aus!“

„Solange es nicht das in der Mitte ist", grinste Kawa kurz dreckig und strich beruhigend über Yujos Nacken, als der zu zetern anfing, dass alle seine Beinchen wichtig waren, auch wenn das Mittlere am meisten Aufmerksamkeit brauchte.

„Ich werde das Gefühl nicht los, ihr alle reduziert mich nur auf einzelne Körperteile!“, knurrte die Maus. „Für Gabe bin ich nur ein Fress- und Labertierchen. Kawa, der denkt eh nur an meine Körpermitte und Santos…“
Als der Vampir bedrohlich knurrte, die Maus solle aufpassen was er jetzt sagen wollte, grinste die Maus nur, zuckte aber ordentlich zusammen. „Und Santos, der der Liebste über Dreihundertjährige ist den ich kenne, der weiß, dass ich gern Filme gucke, der lässt mich mitgucken.“

Santos kam sich vor wie im falschen Film. Gestern wollte er das Biest mit den Filmen vom Rummel weglocken und es hatte ihn nicht interessiert. Und heute, wo er alleine gucken will, da interessierte die Maus sich auch nur noch für die Filme – das Leben war ungerecht!
So, schon alleine nur um die Maus zu ärgern: „Okay, das Geschirr in den Spüler und dann…“
„…gehen wir ins Wohnzimmer.“
„…ziehen wir uns die Schuhe an und gehen los.“
„Wir gegen in Schuhen ins Wohnzimmer? Wird Gabriel da nicht wütend?“ Ganz große Mausaugen guckten den Weißhaarigen an.
Santos seufzte, war die Maus so blöd oder tat er mal wieder nur so?

„Oh ja, der wird da sehr böse drüber und noch böser wird Santos selber... ", grinste Gabriel aber bei seinen Worten und guckte zu seinem Schatz, „...weil, der Perser, den er seit ner Woche dort aufgelegt hat, ist antik und so weit ich mitbekommen habe selten. Oder, mein Herz?", lupfte Gabriel eine Braue und blickte fragend. Hatte sein Süßer da grad wirklich selber vergessen, dass der neue Teppich etwas teurer gewesen war?


„Sagt mal, habt ihr alle einen an der Waffel? Gabe, zieh dir was an – Kawa, greif das Mistvieh da – Santos, sei tapfer und ertrage diesen Tag wie ein Held!“ Als würde er ein Stoßgebet gen Himmel schicken, denn er hatte wirklich gerade das Gefühl, er würde von Gott und der Welt verarscht.
Schweigend erhob er sich und stellte sein Zeug in den Spüler, ging unter den Augen aller noch mal ins Bad.
Als er wiederkam, starrten ihn die Anderen immer noch. „Sagt mal, soll ich jeden einzeln anziehen und auf den Rummel schleppen oder wie habt ihr euch das gedacht?“

Das war der Moment, wo Gabriel glucksend an der Meute vorbei ging und auch noch mal in den hinteren Räumen á la Schlafzimmer und Bad verschwand, sich fertig machte, nur um mit Jacke und Co. bewaffnet kurz darauf wieder zu kommen.
„Jetzt ist tragen noch nicht nötig, aber vielleicht beim Heimweg, Schatz, kommt darauf an, ob wir auch die Festzelte besuchen."

„Wills du dich etwa betrinken? Ich bin erschüttert!“ Santos konnte schon wieder etwas grinsen. Im Gegensatz zu einem gewissen Nager, der gerade an Kawa gereicht wurde und noch immer verdächtig stumm war. Geradezu beängstigend.
„Ich bin auch erschüttert, wann gucken wir denn nun die Filme oder gucken wir die auf dem Rummel?“ Maus war sichtlich verstört. Zu viele Ereignisse in zu kurzer Zeit!
Kawa schüttelte den Kopf, schnappte sich Yujo und zog ihn mit sich in den Vorraum. „Schatz, wir gehen jetzt auf den Rummel und morgen kannst du dich wieder mit Santos wegen der Filme balgen", lachte der Vampir auf, als er besagten Santos knurren hören konnte.

„Klar, prima! Bring das kleine Biest noch auf blöde Ideen. Du kommst schon noch mal und hast einen Hit und willst den Nager unterstellen, aber nicht bei mir.“ Nur damit das mal geklärt war. Soweit kam’s noch. Da machte sich sein Zögling über ihn lustig, kein Respekt mehr vorm Alter und dann, wenn wieder kein Maussitter da war, dann musste Santos her.
Maus ließ sich einfach mitschleifen und wurde in seine Jacke gestopft, er versuchte noch immer zu verstehen, was gerade passierte. Armes kleines, überfordertes Maushirn!

Spätestens beim Eingang zum Rummel würde der Kleine sicher wieder mitbekommen was nun ablief und anstand, aber so lange ließ sich Yujo noch von Kawa schieben, anziehen und zum Auto verfrachten.
Erst als er mit dem Gurt gefesselt wurde und merkte, dass er keine Filme sah, sondern nur die Rückfronten der Vordersitze, wollte er dann doch mal wissen, was da gerade gespielt wurde.