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Someday I'll lose my little angel...

Gundam Wing [G]

Pairing: 1x2 angedeutet 3x4 

[Shonen-ai][death][dark] 

Inhalt:
Bemerkung Tja, was soll ich sagen? Klein Rikku hat sich mal an GW versucht und dann auch
gleich mit death und depri angefangen, damit es sich auch lohnt. Bitte sagt mit doch, was ihr hier-
von haltet, damit ich weiß, ob ich weitere solcher FFs schreiben soll oder nicht. 




Someday I'll lose my little angel...


Ich beobachte dich nun schon bestimmt 20 Minuten. Es ist ein merkwürdiges Bild dich auf der großen blauen Schaukel auf dem Kinderspielplatz zu sehen. Es ist zwar wirklich niedlich, wie du leicht vor und zurück schaukelst und dabei immer noch aussiehst wie ein Teenager mit Liebeskummer, aber das traurige Lächeln auf deinem Gesicht macht mir fast ein wenig Angst. Leise trete ich hinter dich, lege vorsichtig meine Arme um deine schmalen Schultern, die auch in einer dicken Daunenjacke nicht breiter wirken.

„Heero, lass uns heim gehen. Du wirst dich noch erkälten." flüstere ich leise und hauche dir einen Kuss auf die Wange, als du langsam nickst und vorsichtig aufstehst. Ich sehe dich an und kann nur traurig den Kopf schütteln. Du bist so dünn geworden in den letzten 2 Jahren. Nichts ist mehr zu spüren von der ungebändigten Kraft die einst in deinem Körper steckte.

Ich merke wie du sanft meine Hand nimmst. Früher hättest du das nie getan, aber da war dein Körper auch noch nicht so geschwächt wie heute. Und das alles nur wegen einer Krankheit. Ein grausamer Virus; in die Welt gesetzt von einem Friedensgegner. Viele Menschen sind daran gestorben, und von denen, die ihn überlebt haben wünschen sich die Meisten, sie wären auch sofort daran gestorben und müssten nicht noch 2, 3 oder 4 Jahre leben – und ich weiß warum.

Kaum ein Mensch hat den Virus so gut überstanden wie du. Zwar wurde dein Immunsystem damals nahezu vernichtet und auch deine stark angegriffenen Organe werden sich niemals wieder völlig erholen, doch zumindest kannst du noch ein normales Leben führen und musst nicht den Rest deiner Zeit in Bett oder Rollstuhl verbringen, weil dein Körper nicht mehr in der Lage ist sich selbstständig zu bewegen.

Als ich dich einmal fragte, warum du, egal wo wir sind, mein Hand hältst, hast du mit traurigem Lächeln gesagt, dass du nur so nicht ständig das Gefühl hast zu fallen, weil meine Nähe und meine Wärme die Dunkelheit von dir fern halten. Nur welche Dunkelheit du meintest hast du mir nie gesagt. Ich kann fühlen, dass du eigentlich zu müde bist zum Laufen. Wahrscheinlich weil wir eine Stunde bis zum Spielplatz laufen mussten, aber du wolltest unbedingt hier her. Obwohl du doch selbst genau weißt, wie schwach du geworden bist. Als ich zu dir hinunter sehe muss ich unwillkürlich grinsen.

Neben mir wirkst du fast wie ein kleines Kind. Bist du doch seit ich dich kenne nicht gewachsen – im Gegensatz zu mir. Es muss schon ziemlich merkwürdig aussehen, wie wir beide, du nicht mal 1,60 m und ich 1,90 m groß, händchenhaltend die Straße entlang schlendern. Das Gehen scheint dich immer mehr anzustrengen. Dein Atem und dein Puls gehen bereits nach 10 Minuten viel zu schnell. Also hebe ich dich sanft auf meine Arme, und trage dich bis nach Hause, weil ich nicht will, das du vor Erschöpfung ein weiteres mal zusammenbrichst und du versuchst nicht einmal dich zu währen. Früher hättest du mich vermutlich dafür verprügelt – heute kuschelst du dich an mich und krallst deine Hände in meine Jacke, küsst mich vorsichtig auf den Mund und lächelst mich dankbar an.

„Morgen sind wir bei Quatre und Trowa eingeladen. Meinst du, du schaffst es den ganzen Tag dort zu verbringen?" Ich kann dir ansehen, dass du eigentlich den Kopf schütteln möchtest, doch du freust dich selbst viel zu sehr die Anderen endlich wiederzusehen, als dass du „Nein." sagen könntest. Also nickst du, und ich weiß, dass du morgen durchhalten wirst. Auch wenn du dafür die nächsten Tage viel Ruhe brauchen wirst.
Als wir zu Hause ankommen, bist du vollkommen durchgefroren. Und so trage ich dich gleich die Treppen hinauf ins Badezimmer und lasse ein Bad ein. Natürlich weiß ich, dass du das auch allein könntest, aber ich fühle deinen Körper so gern an meinem, dass ich dich nicht allein baden lassen will. Bewundernd lasse ich meine Blicke über deinen schlanken, nackten Körper gleiten. Trotzdem du so sehr abgemagert bist hast du nichts von deiner Schönheit eingebüßt. Und so kann ich auch nicht anders, als dir ein „Du bist wunderschön." ins Ohr zu hauchen, als ich dich durch das warme Wasser sanft an mich ziehe und dich innig zu Küssen.

Fast sofort schlingst du deine blassen Arme um meinen Hals und schmiegst dich verlangend an mich. Ich weiß zwar nicht, ob es gut ist jetzt mit die zu schlafen, doch in diesem Moment ist es uns beiden egal. Zu lang haben wir auf diese Art der Nähe zueinander verzichtet. Mir fällt auf, wie sehr auch unsere körperliche Liebe sich seit deiner Krankheit verändert hat. Sie ist nicht mehr so wild und ungezügelt wie früher, hat aber nicht an Leidenschaft und Intensität verloren, nur das unser Spiel heute langsam, vorsichtig und sanft ist. Sich über mehrere Stunden hinwegzieht.

Als wir später im Bett liegen bist du so erschöpft, dass du es gerade noch schaffst, dich lächelnd an mich zu kuscheln, bevor du einschläfst und während der ersten Minuten doch noch halb auf mich krabbelst. Vermutlich weil ich wärmer bin als die Decken, aber vielleicht merkst du ja auch das ich es bin und willst einfach nur meine Nähe spüren. Wer weiß das schon?

Pünktlich um 10.00 Uhr klingelt am Morgen der Wecker und reist mich unsanft aus meinen Träumen. Doch noch etwas anderes hat mich geweckt, und nun fühle ich auch was. Du klammerst dich für deine Verhältnisse sehr kräftig an mich und zitterst wie Espenlaub. Ich sehe nach unten in dein Gesicht und erschrecke. Du bist noch blasser als sonst und Tränen rinnen über deine Wangen. Perlen an deinem Kinn ab und benetzen meine Brust. Ein „Nein!" mehr gekeucht als gesprochen kommt über meine Lippen und ich will aufspringen um einen Arzt zu rufen, doch du hältst mich mit erstaunlicher Kraft davon ab. Du sagst etwas, doch es ist so leise, dass ich dich kaum verstehe, also beuge ich mich tiefer zu dir und als du es wiederholst weiten sich meine Augen geschockt.

„Wenn ich schon gehen muss, dann will ich zu Hause und nur bei dir sein.". Das sind deine Worte und ich kann nur stumm nicken und dich enger an mich ziehen, als dein Körper sich unter Schmerzen verkrampft.

Wir haben gewusst, dass es irgendwann passieren würde, doch wir wollten nicht wahrhaben, dass es genauso plötzlich und schnell kommen kann, wie bei den anderen. Haben die Tatsache, das auch jene, die den Virus überlebten, nur noch wenig Zeit haben immer wieder verdrängt. Auch über meine Wangen laufen nun Tränen und ich höre mich leise schluchzen „Ich will nicht das du gehst. Ich brauche dich Heero.", doch du schüttelst nur wieder sanft den Kopf und ich höre wieder deine leise Stimme. „Denk daran, was du mir versprochen hast Duo.

Du hast mir versprochen, dass ich bei dir, in deinem Armen liegen darf, wenn es soweit ist und nicht von irgendwelchen Maschinen noch ein paar qualvolle Tage am Leben gehalten werde." Obwohl du immer leiser geworden bist, habe ich dich genau verstanden. Und du weißt genau, ich halte meine Versprechen. „I may run and I may hide, but I'll never tell a lie. Even if I'll lose my little angel." schluchze ich, und
versuche die letzen Minuten die mir mit dir bleiben zu genießen, auch wenn es schwer ist zu glauben, das du schon bald nicht mehr hier, bei mir, sein wirst. Und tief in meinem Herzen weiß ich jetzt schon, dass ich dir bald folgen werde.

Ich weiß nicht wie lang wir nun schon so daliegen, doch noch einmal nimmst du all deine Kraft zusammen und ziehst mich zu dir hinunter. „Ich liebe dich Duo. Bitte, vergiss das nicht – vergiss mich nicht – auch wenn ich nicht mehr bei dir sein kann." Du hauchst mich noch einen Kuss auf die Lippen und dann verliert dein Körper jeglichen Wiederstand und wird nur noch von mir aufrecht gehalten. Ein paar Minuten sitze ich wie paralysiert da, dann erst realisiere ich, dass du gegangen bist. Dass ich nie wieder dein wunderschönes Lachen hören, nie wieder deine Wärme spüren werde und breche weinend über dir zusammen. Drücke dich fester an mich und kann nicht aufhören zu weinen.

Ich habe keine Ahnung wie lange ich so dalag, doch irgendwann habe ich aufgehört zu weinen, habe dich vorsichtig aufs Bett gelegt und bin aufgestanden. Wie in Trance gehe ich erst in unser Arbeitszimmer und schreibe einen kurzen Brief an Quatre. Erkläre ihm darin, was passiert ist und bitte ihn um Verzeihung. Dann gehe ich ins Badezimmer, an den Medikamentenschrank. Hier liegen noch ein paar Ampullen, insgesamt ungefähr 10ml, reinstes Morphium.

In dieser Dosierung müsste es eigentlich ausreichen, damit ich bald wieder bei dir bin. Den Brief lege ich auf meinen Nachtschrank, dann krabble ich wieder zu dir ins Bett, nehme dich in den Arm und injiziere das gesamte Morphium direkt in meine Vene, was mir ein leichtes ist, denn oft genug musste ich es bei dir tun, wenn du vor Schmerzen kaum noch atmen konntest. Die leere Spritze werfe ich weit von mir ins Zimmer und kuschle mich an dich. Ich spüre beinahe sofort wie die Wirkung einsetzt - meine gesamte Umgebung verschwimmen lässt. Das letzte was ich sehe, bevor es dunkel wird um nie wieder hell zu werden ist dein Gesicht und ich bin froh, das du mir entgegenlächelst.



Owari