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Chibi love Teil 5 - 7


05. Hiro gegen Kôji und was danach passiert 

Um das Beachvolleyballfeld standen oder saßen beide Klassen. Die Spielregeln waren klar. Jede Mannschaft hatte sechs Spieler und keinen Auswechselspieler. Kôjis Mannschaft hatte Angabe, Hiros konnte die Seite wählen. Das Spiel würde erst zuende sein, wenn 25 Punkte erreicht wurden. Jeweils ein Mädchen aus beiden Klassen sollte zählen, damit es gerecht zu ging.

„Macht euch auf eine Niederlage gefasst!“, zischte der Junge am Netz Takashi an.
„Träum weiter, du Affe.“
Der Pfiff ertönte, das Spiel begann. Die Lehrer hielten sich aus allem raus.
Schnell kam der Angabenball auf Ryo zugeflogen. Gerade noch so erwischte er ihn. Tomoko, die in einem Volleyballverein spielte, versuchte das Beste aus diesem Ball herauszuholen und schmetterte ihn ins gegnerisch Feld. Leider hatte der Ball bei Ryos Annahme nicht wirklich Schwung gehabt, sodass auch Tomokos Ball leicht anzunehmen war.
Baggern, Britchen, Schmettern. Ganz klassisch beförderte die 11d den Volleyball wieder zurück.
Gerade noch rechtzeitig erkannte Noboru, der hinten stand, dass der weite Ball doch nicht ins Aus gehen würde und baggerte ihn rückwärts in die Luft. Wo der jetzt landete, wusste er nicht, doch glücklicher Weise nutzte Tomoko ihre Chance. Sie spielte einen hohen Ball, so dass Hiro ihn ohne Probleme mit einem kräftigen Schlag ins andere Spielfeld beförderte.
Tetsuya versuchte den Volleyball noch mit einem Hechtsprung zu ergattern, doch er verfehlte ihn um 5 Zentimeter.
„Eins zu Null!“, ertönte Risas Stimme, die Zählerin für Hiros Mannschaft.
Die ganze 11c jubelte und hoffte, dass es auch so weiter gehen würde.

~*~*~*~*~*~

Nach sechs weiteren Angabenwechseln, sah es nicht mehr so rosig aus. Kôjis Mannschaft hatte sich als besser heraus gestellt als gedacht...
„Takashi!“, rief Tomoko.
Dieser verstand sofort und beförderte den Ball wieder übers Netzt. Leider war Kôji schneller und hielt ihn auf. Tetsuya tat das, was sein Käptn von ihm wollte und schmetterte den Ball mit voller Wucht auf Ryo zu.
Der scharfe Ball flog direkt auf sein Gesicht zu, sodass er keine andere Möglichkeit mehr sah, als auszuweichen.
„19 zu 17!“, verkündete Miyako, die neben Risa stand.
„Verdammt!“, fluchte Ryo.

„Ist schon gut, mach dir nichts draus“, versuchte Hiro ihn zu besänftigen.
In Wirklichkeit machte er sich auch so seine Gedanken. Nie hätte er gedacht, dass dieser Blödmann doch so gut war. Es war aussichtslos zu gewinnen. Klar, es war nur ein Spiel, aber es stand trotzdem so viel auf dem Spiel. Ehre, Ansehen und Stolz. Schon von Anfang an, seit sie in die High School gewechselt sind, standen sich Kôji und Hiro gegenüber, was sich wahrscheinlich auch auf die Klassen ausgewirkt hatte. Natürlich gab es auch ein, zwei Freundschaften zwischen Mädchen und doch waren sie immer auf der Seite ihrer Klassen.
Eigentlich verrückt. Es war beinahe so, als würden sie einen Krieg ausfechten, nur eben mit anderen Waffen.
Die fröhliche und kindliche Stimme, unter all den anderen am Feldrand, ließ ihn aufhorchen.
„Los, Hiro-san, ihr schafft es. Das weiß ich!“, rief ihr Chibi munter.
Ja, ihr Chibi. Nur für ihn hatte er zugesagt. Nur weil Kôji ihn gekränkt und beleidigt hatte, stand Hiro nun auf dem Spielfeld. Nur für ihn. Warum? Er hatte noch nicht einmal mit bekommen, wie der Chibi ihn so schnell überredetet hatte. War es nur der Satz gewesen oder auch die großen, grünen Augen, die Hiro einfach antworten ließen?

Auch Kôji hatte die Aufmunterungsrufe des Zwergs gehört und sie machten ihn rasend. Seine Freunde waren im Rückstand, woher nahm der Gnom sich die Frechheit heraus zu behaupten, sie könnten noch gewinnen?
Dieser Zwerg nervte, schon vom ersten Tag an. Ständig hörte Kôji diese Weiber kreischen, wie kawaii der Pimpf wäre. Dieses Geschwafel war nicht zum aushalten. Und dann lief der immer noch mit so einer Unschuldsmine rum, dass einem das Kotzen kam. Und während Kôji hier am ersten Tag in seinem Zimmer versauern musste, war der Zwerg mit Maruyama ans Meer gefahren.
Kôji hatte Aufschlag. Er würde den beiden jetzt eine Lektion erteilen, auch wenn der Gegner dafür einen Punkt bekam.

Nur durch Zufall sah Hiro in Kôjis Richtung und sah mit Misstrauen das fiese Grinsen auf dessen Gesicht.
*Der hat nichts Gutes vor!*
Ganz genau beobachtete er nun, wen Kôji ansah und folgte dessen Blick. Hiro blieb bei ihrem Chibi hängen, der sich etwas zu nah ans Feld gestellt hatte. Nun konnte er sich schon denken, was Kôji vorhatte. Doch ihm blieb keine Zeit um den Chibi zu warnen, da flog der Volleyball auch schon direkt auf den ungeschützten Chibi zu.

Verwundert sah Masaki Hiro an, der sich plötzlich von seiner Position löste und auf ihn zu rannte.
„Chibi!“, rief Himeko von irgendwo her.
Masaki wollte sich in ihre Richtung dreh, doch blieb sein Blick an dem runden Objekt hängen, das sich ihm gefährlich näherte. Der Rest war nur eine Sache von Sekunden. Ängstlich hielt Masaki sich die Hände vor sein Gesicht und war bereits darauf gefasst, einen harten Schlag zu erhalten. Doch stattdessen wurde er von zwei starken Armen umschlossen und fest an jemanden gedrückt. Ein lauter Klatsch und ein unterdrückter Schrei, ging dem Kleinen durch Mark und Bein. Erschrocken sah er auf und direkt in Hiros schmerzverzerrtes Gesicht.
„Hiro-san...“
„Alles klar, Chibi?“
„Ja. Aber was ist mit dir?“
„Ist doch egal, Hauptsache dir geht’s gut“, lächelte der Ältere schief.
Dann entlies er Masaki wieder der ungewollten Umarmung und ging mehr schlecht als recht wieder aufs Feld.
„Hiro-san...“, rief Masaki ihm hinterher, aber dieser hob nur abwehrend die Hand.
Masaki wusste nicht was er machen sollte. Hiro sah nicht so aus, als ob er spielen könnte, aber Masaki konnte ja jetzt auch schlecht einfach zu ihm rennen.
Die Hand auf seiner Schulter ließ ihn abermals erschrecken und er drehte sich um. Hinter ihm stand Himeko und sah ihn aufmunternd an.
„Keine Sorge, Hiro weiß schon, was er tut!“
Zustimmend nickte Masaki und sah seinen Freund wieder an. Sein Herz schlug schneller als sonst, als Hiro ihm noch mal zulächelte und bestätigte, dass es ihm gut ging.
„Ja, du hast recht.“

Ohne weitere Komplikationen wurde das Spiel zuende geführt, als die Lehrer zum Aufbruch riefen. Leider konnte bis dahin kein Sieger ermittelt werden, so dass es unentschieden endete. In einem waren sich Kôji und Hiro dieses Mal einig: dieses Spiel würde fortgesetzt werden.
Nur wiederwillig packte alle ihre Sachen zusammen und ging zum Bus.

~*~*~*~*~*~

Der restliche Abend verlief wieder normal. Man beschloss, am Donnerstag noch einmal zum Strand zu fahren. Der Klassenlehrer gab Hiro eine Salbe für seinen Rücken, der sich nicht gebessert, sondern eher verschlimmert hatte. Anscheinend war der Ball besonders dumm an ihm abgeprallt.

Nun saß Hiro in seinem Zimmer und überlegte, wie er das Zeug auf seinen Rücken bekommen sollte. Takashi und Ryo waren Tischtennis spielen und alle anderen hatten sich auch aus dem Staub gemacht. Manche waren noch in die Stadt gegangen und wollten noch etwas tanzen gehen, in die Karaokebar oder sich einfach nur besaufen, je nach dem, was sie lieber mochten.
Just in diesem Moment betrat der Chibi fertig geduscht und angezogen ihr Zimmer. Er sah richtig niedlich aus mit seinem türkisen Schlafanzug auf dem sich hellgraue Delfine tummelten. Der war Hiro gestern gar nicht aufgefallen. Er musste einfach auf Grund dieses Anblicks schmunzeln.
„Nicht lachen!“, entgegnete der Chibi.
„Nein, nein. Du siehst niedlich aus!“
„Ich bin nicht niedlich“, schmollte der Kleine und bestätigte dadurch nur, DASS er niedlich war.
„Schon gut. Sag mal, könntest du mir helfen?“
Fröhlich hüpfte der Chibi auf Hiro zu und sah ihn neugierig an.
„Klar, was soll ich denn machen?“
Hiro hielt ihm die Salbe gegen Prellungen und ähnliches entgegen.
„Den Rücken einschmieren. Ich komm da nicht rann.“
„Oh.“
„Du...du musst nicht, wenn du nicht magst!“
Hiro war etwas erschrocken, als sein Chibi plötzlich so niedergeschlagen wirkte.
*Wie so ‚mein Chibi’?*
„Doch, ich mach’s schon.“

Masaki setzte sich hinter seinen Freund aufs Bett und zupfte an dessen T-Shirt. Hiro verstand den Wink und zog sich den Stoff über den Kopf. Der Kleine verteilte ganz vorsichtig die kühle Masse auf dem großen blauen Fleck, der Hiros Rücken zierte, direkt unter dem rechten Schulterblatt.
Immer wieder fuhr er darüber, aber ganz sanft, schließlich wollte er seinem Freund nicht noch mehr weh tun. Masaki hatte schreckliche Gewissensbisse, immerhin war es irgendwie seine Schuld gewesen, nur weil Hiro ihn schützen wollte. Hätte er besser aufgepasst, wäre er dem Ball bestimmt noch ausgewichen.
Wieder strich er über die verletzte Stelle. Wie lange würde es wohl dauern, bis Hiro keine Schmerzen mehr hatte. Natürlich, ein normaler blauer Fleck blieb höchstens eine Woche, aber wenn auch dieser so lange brauchen würde, dann könnte Hiro seine Ferien vielleicht gar nicht genießen. Und das wäre alles seine Schuld!
Masaki hielt inne und lehnte seinen Kopf an den breiten Rücken.

Erschrocken stellte auch Hiro fest, das der Chibi sich bei ihm anlehnte. Was war denn jetzt?
„Chibi, was ist...“, versuchte er ihn anzusprechen, doch der Kleine klammerte sich nun ganz an ihn.
Ein kalter Schauer zuckte durch Hiro, als die kleinen Hände sich um seinen Bauch schlossen. Seine Haut fing an zukribbeln, genau wie sein Bauch. Ein schönes Gefühl
„Es ist alles meine Schuld“, schluchzte der Chibi.
Nun spürte auch Hiro, dass ihm etwas Nasses den Rücken hinunter lief.
*Er weint.*
„Wenn du mich nicht beschützt hättest, dann...dann....“
„Ist schon gut.“
Beruhigend legte Hiro seine Hand auf die des Chibis. Ganz leicht streichelte er sie mit dem Daumen. Und wirklich, der Kleine hörte auf zu weinen und schniefte nur noch ein bisschen.

Schnell entfernte Masaki seine Arme und rieb sich verlegen die verheulten Augen. Er war nur froh, dass ihm Hiro seine Aktion nicht übel nahm und ihn stattdessen verständnisvoll anlächelte.
„Alles wieder gut?“, fragte er besorgt.
„Ja“, schniefte Masaki.
„Gut, dann geh am besten schlafen.“
Masaki tat wie ihm befohlen und krabbelte in sein Bett. Er hörte, wie Hiro aus dem Zimmer ging. Nun hatten sie ihn alle alleine gelassen. Jeder konnte gehen, wohin er wollte, nur er musste schon um neun ins Bett. Das war gemein, er wollte endlich auch groß sein.
Ganz fest presste er den Stoffhasen seiner Schwester an sich. Stille Tränen liefen wieder seine Wangen hinunter.
Nach ein paar Minuten öffnete sich wieder die Tür und Hiro wünschte Masaki eine gute Nacht, ehe er sich selbst auch in sein Bett begab. Er hatte ihn doch nicht alleine gelassen.

~*~*~*~*~*~

Ein Uhr nachts wachte Masaki auf. Er hatte wieder von dem Unfall in all seinen Details geträumt. Wie sie fröhlich lachten, wie sein Vater plötzlich scharf bremste und wie der Laster sie unter sich begrub.
Wie schon so oft in den letzten Jahren musste er wieder weinen. Es war so schrecklich gewesen und er wollte nicht an die Folgen erinnert werden. Normalerweise würde er jetzt zu seinen Eltern rennen, doch die waren nicht da. Also musste er mit seinem Schmerz alleine klarkommen. Oder vielleicht auch nicht?
Langsam stieg er die Treppe hinunter und stand unschlüssig vor Hiro.
Der drehte sich plötzlich um und sah Masaki verwundert an.

„Was’n los?“, fragte Hiro verschlafen.
„Darf ich bei dir schlafen, Hiro-san?“
Müde betrachtet sich Hiro den kleinen Mann, der schüchtern vor seinem Bett stand und sich die Augen rieb. Gähnend hielt Hiro ihm die Decke auf und sofort war der Chibi bei ihm. Ganz dicht kuschelte er sich an Hiro und drückte dabei etwas gegen hin. Neugierig nahm Hiro dieses Etwas aus der Hand des Chibis. Er war dann doch eher verwundert, einen kleinen Hasen in der Hand zu halten.
„Bist du nicht etwas zu groß dafür?“
„Nein, bin ich nicht“, erwiderte der Chibi trotzig, sagte dann jedoch mit trauriger Stimme: „Außerdem, gehört er meiner Schwester.“
„Deiner Schwester?“
„Ja.“
„Wie alt ist sie denn?“
„15 und sehr hübsch.“
„Wirklich, dann würde ich sie gerne mal kennen lernen.“
„Das wird nicht gehen.“
„Warum nicht?“
„Sie wohnt nicht bei uns.“
„Hä, aber sie ist doch erst 15.“
„Schon, aber...aber...“
Ganzleicht legte Hiro dem Chibi einen Finger auf den Mund. Die Lippen des Kleinen waren warm und weich.
„Du musst es mir nicht erzählen“
Dankbar kuschelte sich der Chibi an Hiro. Behutsam nahm dieser ihn in den Arm, da er wieder anfing leise zu weinen und streichelte ihm leicht über den Rücken. Immer näher drängte sich der Kleine an ihn, bis er endlich eine geeignete Lage gefunden hatte und seelenruhig einschlief. Hiro musste zugeben, dass es sehr beruhigend war, den Chibi im Arm zu halten und seinen süßlichen Geruch einzuatmen. So schlief Hiro nur wenige Minuten später über dem süßen, gleichmäßigen Atmen ein.

~*~*~*~*~*~

„Aufstehen, ihr Turteltauben!“, hörte Hiro Takashis Stimme durch den Raum hallen, aber den Sinn verstand er nicht.
Erst als er aufstehen wollte, merkte er, dass etwas Schweres halb auf ihm lag. Und noch dazu hatte sich etwas um seine Hüfte geschlungen. Als er allmählich wieder wusste, wo er war, stellte sich das Etwas als der Chibi heraus und das andere als dessen Bein. Der Chibi hatte sich völlig an ihn geklammert und schien ihn nicht einfach so los lassen zu wollen.
Geschlagen ließ sich Hiro wieder in das Kissen fallen. Er wollte den Kleinen noch nicht wecken, so schickte er die anderen beiden schon mal vor und wartete, bis der Chibi von alleine aufwachte. 


06. Das Wandern ist des Lehrers Lust

*Es ist so warm, so gemütlich. Was ist das? Wieso fühle ich mich so geborgen, wie nie zuvor? Das ist nicht wie bei Mama oder Papa. Es ist anders, viel schöner. Ich fühle mich so wohl, so unendlich wohl. Egal wer oder was du bist, ich möchte mich niemals von dir trennen. Bitte, bleib bei mir und lass mich niemals, niemals mehr allein!*
Immer näher kuschelte sich Masaki an die Wärmequelle, die ihm so wunderschöne Träume geschenkt hatte. Schon lange hatte er nicht mehr so gut geschlafen. Er wollte nie mehr aufwachen, aus Angst dieses unbeschreibliche Gefühl zu verlieren.
Langsam erwachte er aus seinem dämmrigen Schlaf und wusste nicht wo er war. Noch einmal drückte er sich an die Person neben sich, ehe er entgültig munter wurde. Alles fiel ihm wieder ein. Der Traum des Unfalls, wie er geweint hatte, er daraufhin Hiro gefragt hatte, ob er bei ihm schlafen könne und nun lag er fast auf seinem Freund und hinderte ihn am Aufstehen.
Erschrocken, weil er nicht wusste, wie Hiro reagieren würde, sprang Masaki
aus dem Bett und sah beschämt zu Boden.

„Es tut mir leid, Hiro-san! Ich wollte nicht...Ich wollte dich nicht...“

Keinen vernünftigen Satz brachte Masaki zustande. Was dachte sein Freund jetzt von ihm, dass er mitten in der Nacht aufstand und bei ihm schlief? Würde er jetzt noch sein Freund sein? Vielleicht hielt Hiro ihn ja jetzt auch für eine Heulsuse? Noch dazu hatte er seinen Stoffhasen mit zu Hiro ins Bett geschleppt!

Schmunzelnd betrachtet Hiro den kleinen Jungen, der verloren neben seinem Bett stand. Anscheinend glaubte der Chibi Hiro sei böse auf ihn, aber das war Quatsch. Natürlich war er überrascht gewesen, als er plötzlich vor ihm stand, aber das war auch alles. Hiro konnte sich selber daran erinnern, dass er in seinem Alter auch zu seinem großen Bruder gegangen war, wenn er schlecht geträumt hatte, und der hatte auch nie etwas dagegen gesagt. Und am
Ende war der Chibi für Hiro nichts anderes als ein kleiner Bruder.

Nur am Rande nahm Masaki wahr, dass Hiro aufstand und auf ihn zuging. Plötzlich tauchte vor seinen Augen der Hase auf.

„Guten Morgen, Masaki-chan. Hast du gut geschlafen?“, fragte der Hase mit Hiros verstellter Stimme.

Verwundert sah Masaki dem lächelnden Hiro in die Augen. Sie waren überhaupt nicht böse, sondern freundlich und sanft. Ja, Masaki liebte diese Augen sehr.

„Und, hast du?“, fragte Hiro nun wieder normal.

„Mh“, nickte Masaki schüchtern.

„Das ist schön.“

Hiro wuschelte Masaki noch schnell durchs Haar, ehe er sich duschen ging.

~*~*~*~*~*~

Hiro stand unter einer der Duschen, als die Badtür geöffnet wurde. Er konnte nur einen Schatten durch die verschwommene Duschtür erkennen und doch wusste er, dass es sein Chibi war.

*Warum schon wieder ‚mein’?*

Ein Wasserhahn wurde auf- und wieder zugedreht, danach erklang das Geräusch einer Zahnbürste, die über Zähne scheuerte.
Hiro trat aus der Dusche, wickelte sich ein Handtuch um die Hüften und sah dem Chibi dabei zu, wie er sich die Zähne putzte. Hiro konnte sich einen Kommentar einfach nicht verkneifen.

„Vergiss nicht, auch die Hinteren zu putzen und immer schöne Kreisbewegungen machen.“

Masaki schmollte. Er spuckte den Zahnpastaschaum aus und gurgelte noch schnell, ehe er Hiro eine Antwort gab.

„Ich bin kein Baby mehr.“

„Ach nein? Heute Nacht hat das aber ganz anders ausgesehen“, grinste Hiro.

Etwas in Masaki zog sich schmerzhaft zusammen. Vielleicht war Hiro nicht böse auf ihn, aber er machte sich über ihn lustig. Masaki war zu ihm und nicht zu Takashi gegangen, weil er Hiro vertraute und geglaubt hatte, dass er ihn verstehen würde. Doch es war anders. Hiro verstand gar nichts, sondern zog ihn auf. Und dabei hatte sich der Kleine vorgenommen, ihm von seiner
Schwester, alles über sich und noch viel mehr zu erzählen.

Wieder wurden die Augen des Chibis feucht.
„Du bist gemein!“, schrie er aus Leibeskräften und rannte aus dem Bad.
„Masaki!“, rief Hiro ihm noch hinterher, doch der Chibi war schon verschwunden. „So ein Mist! Und nur, weil ich meine Klappe nicht halten konnte.“

~*~*~*~*~*~

Gemächlich wanderten 58 Leute den Berg hinauf. Zwei Lehrer vorn und zwei hinten und in der Mitte die zwei Klassen. Aus irgendeinem Grund hatten die Lehrer beschlossen, gemeinsam eine Wanderung zu einem Tempel zu unternehmen. Viele Schüler hatten gemeckert und sich beschwert, aber leider gab es auch einige wenige, die gerne wandern wollten und anscheinend zählte deren Meinungen mehr.

Müde trottete Masaki hinter seinen Freunden her. Schon seit geschlagenen zwei Stunden stiegen sie über Stock und Stein und noch immer war dieser blöde Tempel nicht in Sicht.

„Ich kann nicht mehr!“, japste er und wäre am liebsten stehen geblieben.

„Ach komm, so schlimm ist es nun auch wieder nicht“, erwiderte Asuka, der neben Masaki lief.

„Von wegen, du hast ja auch längere Beine als ich!“, motzte der Kleine zurück.

Es war wirklich gemein. Erst behandelten sie ihn wie ein Kleinkind und dann sollte er plötzlich so erwachsen sein wie sie, obwohl man das ‚Erwachsen’ nicht auf alle beziehen konnte.

Genauestens beobachtete Hiro den klasseneigenen Chibi, wie er versuchte, mit den anderen Schritt zu halten. Anscheinend schien ihm das Wandern nicht sehr zu liegen und dabei hatte er immer so einen fitten Eindruck gemacht.
Hiro beschloss, seinem kleinen Freund zu helfen und damit das Geschehene vom Morgen wieder gut zu machen.

„Chibi, soll ich dich...“

„Takashi-san, trägst du mich bitte!“, unterbrach ihn die süße Stimme des Kleinen.

Er hatte ihn doch glatt überhört, dabei wollte Hiro ihn doch tragen. Und nun sah der Chibi Takashi mit großen Hundeaugen an, denen keiner lange stand hielt.

„Klar doch, Chibi, du solltest nicht schwerer als mein Bruder sein“, lächelte Takashi, während der kleine Junge auf seinen Rücken kletterte.

„Wie alt ist denn dein Bruder?“, fragte Ryo neugierig.

„Neun.“

„Und dann vergleicht du mich mit ihm?!“

Schmollend gab der Chibi seinem großen Freund eine leichte Kopfnuss.
Alle fingen an zu lachen, selbst Masaki fiel mit ein, nur Hiro lief stumm neben her. Er war sauer, denn langsam hatte er den Verdacht, dass sein Chibi ihn absichtlich überhört hatte. Schon seit diesem blöden Kommentar ging er ihm aus dem Weg und sprach kein Wort mit ihm. Mehr als ein „Gibst du mir mal bitte die Milch.“, hatte der Chibi nicht für ihn übrig gehabt.
Dummerweise musste er sich eingestehen, dass er eifersüchtig auf Takashi war, weil er den Kleinen trug und ihn damit glücklich machte, auch wenn sein bester Freund nichts dafür konnte.

Schon seit einer Weile hatte Himeko die Jungs vor sich beobachtet. Gemeinsam mit ihren Freundinnen hatte sie darauf geachtet, dass sie ihren Chibi nicht ärgerten, doch dadurch war ihr auch Hiros abwesende Miene nicht entgangen. Schon seit dem Morgen benahm sich Masaki Hiro gegenüber seltsam, fast so, als würde er gar nicht existieren. Was war nur passiert, das der Kleine sich von dem fernhielt, den er sichtlich am meisten mochte?
Himeko kam einen Schrittnäher, sie würde jetzt und sofort mit Hiro reden.

„Hiro, kann ich dich mal was fragen?“

„Klar.“

Beide ließen sich etwas zurückfallen, sodass keiner ihre Gespräch mit anhören konnte.

„Also, was ist los?“, fragte Himeko.

„Nichts, was soll schon los sein?“, entgegnete Hiro, doch man sah ihm an, dass etwas überhaupt nicht stimmte.

„Du bist ein schlechter Lügner. Ich sehe dir an der Nasenspitze an, dass was nicht stimmt. Also, was hast du Masaki getan?“

Himeko erwartete eigentlich, dass Hiro alles abstreiten würde, doch stattdessen erzählte er ihr; was am Morgen passiert war.

„Und nun ist er sauer, nur weil ich mein Maul nicht halten konnte.“

„Hast du dich denn bei ihm entschuldigt?“

„Natürlich! Das heißt, ich hab’s versucht, aber er ist mir ständig ausgewichen. Was soll ich denn da machen?“

„Du solltest noch mal versuchen mit ihm zu reden, am Besten, wenn wir am Tempel sind. Wir wollen doch da eine Stunde Pause machen, da wird sich schon eine Gelegenheit ergeben.“

„Ich hoffe, du hast Recht. Ich scheine ihn wirklich sehr verletzt zu haben.“

Mitfühlend sah Himeko ihren Ex-Freund an. Sie kannte Hiro und wusste, dass er oft Dinge sagte, die er aber gar nicht so meinte. Und ihm schien es wirklich sehr Leid zu tun, denn noch nie hatte sie erlebt, dass er so geknickt war, wie in diesem Moment. Der Chibi schien ihm wirklich sehr viel zu bedeuten, doch fragte sich Himeko auch, ob es vielleicht etwas mehr als einfache Freundschaft war?

~*~*~*~*~*~

Endlich, nach einer weiteren Stunde Fußmarsch, erreichte die große Gruppe den Tempel. Ein alter Mann führte sie durch das Anwesen, leider verstand er es nicht sehr gut, die jungen Leute für etwas zu begeistern. Selbst die Lehrer schienen gelangweilt.


Nachdem diese schier unendlich lange Führung zu Ende war, verteilten sich alle und packten ihr Essen aus. Einige sahen sich den Tempel noch einmal auf eigene Faust an.
Unter ihnen war auch Masaki, der fröhlich durch die Gänge streifte. Er sah jedoch nicht, wo er hinlief und prallte gegen jemanden, der ihm entgegen gekommen war.

„Kannst du nicht aufpassen, du Zwerg?“

Entschuldigend sah Masaki auf und war Kôjis missbilligtem Blick ausgeliefert.

Der zog nur noch mehr die Augenbrauen zusammen, als der Gnom ihn mit seinen großen Augen anstarrte. Der Zwerg war eine Plage und glaubte anscheinend; jeden mit seinen hübschen Augen rumzukriegen. Doch da biss er bei Kôji auf Granit.

„Hau endlich ab!“, knurrte er.

Immer noch sah ihn dieser Pimpf an und seine Augen wurden noch größer.

„Warum kannst du mich nicht leiden?“, fragte er unschuldig.

Das war doch nicht zu fassen. Da fragte ihn dieser kleine Idiot doch wirklich, warum er ihn nicht mochte.

„Es ist ja in Ordnung, wenn du mich nicht magst, aber ich möchte wissen warum! Nur weil du mich nicht leiden kannst, hat sich Hiro-san verletzt und deswegen möchte ich wissen warum! Was habe ich gemacht, dass du so bist? Vielleicht kann ich mich ja ändern oder mich entschuldigen, denn eigentlich möchte ich gern mit dir befreundet sein.“

Während der Kleine gesprochen hatte, waren seine Augen feucht geworden und es sah fast so aus, als ob er gleich weinen würde. Er schien überhaupt nicht mehr zu wissen, was er da für einen Müll laberte. Maruyama war doch nicht lebensgefährlich getroffen worden, außerdem war es doch seine Schuld, wenn er ins Schussfeld lief. Und dann wollte er noch mit ihm befreundet sein, so ein Quatsch.

*Moment. Maruyama scheint dem Zwerg wichtig zu sein und wenn ich mich zum Schein mit ihm anfreunde, kann ich ihn verletzen und gleichzeitig Maruyama eins reinwürgen, denn der scheint ja auch an dem Pimpf zu hängen, was ich allerdings nicht ganz verstehe.*

„Na schön, ich werde versuchen mich mit dir abzufinden, aber fang nicht an zu heulen!“

„Ist gut!“, strahlte Masaki den Älteren an.

Er hätte nicht gedacht, dass Kôji so schnell klein bei gibt. Vielleicht war er ja doch netter, als es den Anschein hatte.
Kôji drehte sich noch einmal zu Masaki um, ehe er den Tempel verließ.

„Und vielleicht können wir ja wirklich Freunde werden.“

„Das wäre schön“, lächelte Masaki zurück.

~*~*~*~*~*~


Als Masaki aus dem Tempel ging, sah er sich um. Er entdeckte Takashi und Himeko, doch noch wollte er nicht zu ihnen. Etwas weiter von ihnen entfernt saß Kôji mit seinen Freunden. Masaki würde lügen, wenn er sagen würde, dass er nicht froh war Kôji alles erzählt zu haben.
Dieser drehte sich plötzlich um und lächelte den kleinen Jungen an. Masaki erwiderte es. Das Lächeln verging ihm, als Hiro auf ihn zu kam.

„Chibi...“
Schnell drehte Masaki sich weg und wollte zu den anderen gehen.
„Taka....“
„Los, komm mit!“

Hiro riss der Geduldsfaden. Jetzt war es klar, sein Chibi hatte ihn den ganzen Tag mit Absicht übersehen. Grob packte er ihn an der Hand und zerrte ihn hinter ein kleines Häuschen, wo sie niemand sehen konnte.
„Hiro-san, lass mich los!”, beschwerte sich der Kleine.

Doch Hiro dachte überhaupt nicht daran. Er würde ihn jetzt zu Rede stellen, ob er wollte oder nicht.
Fester als beabsichtigt drückte er den Jungen an den Schultern gegen die Wand.

„Lass mich los! Du tust mir weh!“

Verängstigt sahen Hiro zwei große grüne Augen an, die nicht verstanden, was gerade passierte. Erschrocken über sich selbst, ließ er den Chibi los.

„Entschuldige. Es ist nur...schon den ganzen Tag versuch ich mich bei dir zu entschuldigen, doch du rennst andauernd weg. Es tut mir Leid was ich heute Morgen gesagt habe. Ich meinte es nicht so.“

„Und warum hast du es dann gesagt?“

„Ich weiß auch nicht. Ich rede ständig irgendwelchen Müll, den ich nicht ernst meine. Um ehrlich zu sein, hab ich mich gefreut, dass du zu mir gekommen bist und nicht zu jemand anderem. Und ich Trottel tu dir auch noch mit einem dämlichen Spruch weh. Das wollte ich nicht, wirklich nicht.“

Entschuldigend sah Hiro ihn an und Masaki konnte einfach nicht anders, als ihm zu glauben. So ehrliche und liebe Augen konnten einfach nicht lügen.

„Ist gut. Aber sag so was nie wieder!“
„Versprochen, Chibi, ich versuch mein Bestes.“
„Du versucht es?“
„Ich kann nichts für meine große Klappe, aber ich werde alles versuchen, dir nicht mehr weh zu tun.“
„Das find ich gut.“

Glücklich, dass alles geklärt war umarmte Masaki seinen Freund. Zwar merkte er, wie sich dieser plötzlich versteifte und wollte schon wieder los lassen, als ihm sanft über den Kopf gestreichelt wurde.

*Eigentlich ist es ja auch meine Schuld. Schließlich weiß Hiro ja nicht, warum ich gestern traurig war. Aber wenn ich das jetzt sage, streiten wir vielleicht wieder und das will ich nicht. Also halte ich schön meinen Mund und genieße einfach.*

~*~*~*~*~*~

Der Weg wieder zurück war zum Glück wesentlich einfacher, da es nur bergab ging. Alle scherzten, lachten und unterhielten sich über die vergangenen Stunden oder über etwas anderes.
Hiro unterhielt sich gerade mit Takashi darüber, dass sie morgen die 11d beim Volleyball in den Boden stampfen würden, als ihn jemand ungeduldig am Ärmel zupfte. Lächelnd sah er auf seinen Chibi herab, der ihn etwas verlegen anlächelte.

„Du, Hiro-san, trägst du mich?“
„Aber es geht doch bergab!“
„Schon, aber...“
„Na gut, meinetwegen.“
Hiro hockte sich hin und der Kleine kletterte ganz vorsichtig auf seinen Rücken.
„Tu ich dir auch nicht weh oder bin zu schwer?“, fragte er, als sich Hiro wieder erhob.
„Nein, keine Sorge, das geht schon.“

Zufrieden drückte Masaki sich an den breiten Rücken Hiros. Vielleicht war Hiro nicht so groß wie Takashi und auch nicht so stark, aber es war alle mal schöner bei ihm zu sein. Er fühlte sich einfach nur wohl, genauso wie am Morgen und irgendwie beruhigte ihn Hiros Geruch und ließ in langsam einschlummern. 


07. Ein Abend zu Neunt (und doch nur zu Zweit?) 

Genießend schloss Hiro seine Augen, als das warme Wasser auf seinen Körper prasselte. Es war eine angenehme Wärme, nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt, genau so wie er es mochte.
Noch einmal ließ er den Tag vor seinem geistigen Auge Revue passieren. Am Morgen hatte er sich noch richtig wohl und ausgeglichen gefühlt und wäre am liebsten überhaupt nicht aufgestanden. Dann hatte er den Chibi beobachtet, eine dumme Bemerkung fallen lassen und im nächsten Moment hatte er sich so schrecklich wie schon lange nicht mehr gefühlt. Sein Chibi hatte ihn ignorierte und jedes Mal hatte es ihm einen Stich ins Herz verpasst. Dann hatte er den Kleinen zur Rede gestellt und sich bei ihm entschuldigt. Und mit einem Mal waren alle Gefühle vom Morgen wieder da gewesen. Aber da war trotzdem noch etwas anderes.
Hiro fuhr sich durch die bereits nassen Haare. Er kam einfach nicht darauf, warum er immer noch so ein bedrückendes Gefühl in sich hatte. Warum ging es nicht weg? Es war doch alles in Ordnung, oder nicht?
Er schreckte auf, als die Duschkabinentür aufgezogen wurde. Bevor er jedoch meckern konnte, was das denn solle, erstarrte er in seiner Bewegung. Er sah die Person so unauffällig wie möglich von oben bis unten an, wobei er das Unten besser ausgelassen hätte.
Da stand doch tatsächlich sein Chibi splitterfasernackt vor ihm und sah ihn etwas verlegen an.
„Entschuldige, Hiro-san, ich wollte eigentlich nur fragen, ob ich mir dein Duschbad ausleihen darf? Meins ist leider alle.“
„Klar“, entgegnete Hiro perplex.
Ohne den Blick von dem Kleineren zu nehmen, angelte er nach der Flasche und hielt sie ihm entgegen. Der nahm sie dankbar lächelnd an sich und wollte die Tür wieder schließen. Doch plötzlich hielt er inne.
„Du solltest das Wasser kälter stellen, du bist schon ganz rot im Gesicht.“
Kaum war die Tür geschlossen, da lehnte Hiro seine Stirn auch schon an die jetzt nicht mehr kalten Fließen. Sein Blick glitt zwischen seine Beinen und im nächsten Moment wünschte er sich, er hätte nicht hingesehen.
*Scheiße! Und was mach ich jetzt? Das Wasser kann ich nicht kälter stellen, dann bekommt der Kleine einen Hitzschlag. Aber einfach gehen kann ich auch nicht, zumindest nicht ‚damit’. Verdammt! Und wenn ich ihm nun sage, dass er sich beeilen soll? Ne, dann fragt er nur wieder warum. Da hilft alles nichts, ich muss warten.*
Resigniert setzte er sich auf den Boden und versuchte geduldig zu warten.

Nach einer Weile klopfte es. Durch das Glas konnte er den Ursprung seines ’kleinen’ Problems verschwommen erkennen. Allerdings schien er dieses Mal etwas anzuhaben.
„Alles in Ordnung, Hiro-san?“
„Ja, ja.“
„Wirklich?“
„Ja. Geh einfach, in Ordnung?!“, herrschte Hiro den Kleineren an.
„Ist gut.“
Schon wieder bereute Hiro etwas. Vielleicht hätte er es etwas netter sagen sollen, schließlich wusste der Chibi ja nicht, was sein Anblick angerichtet hatte.
*Aber warum reagiere ich überhaupt so? So nötig hab ich’s nun auch wieder nicht!*
Quälend erhob sich der junge Mann, stellte das Wasser so kalt wie es nur ging und nach ein paar Minuten stand er fertig angezogen vor dem Spiegel, zum Glück ohne Beule in der Hose.

~*~*~*~*~*~

Masaki hatte sich in sein Bett gelegt. Er dachte mal wieder über Hiro nach. Warum hatte er nur so seltsam reagiert, als er ihn gefragt hatte, ob alles in Ordnung wäre? Beim Abendbrot war er zwar wieder normal gewesen, trotzdem war es seltsam. Vielleicht hatte Masaki ja das Wasser zu kalt gestellt, was bedeuten würde, dass es für Hiro ziemlich heiß gewesen sein musste. Deswegen war er dann vielleicht auch zusammen geklappt. Aber warum hatte er dann nichts gesagt?
Unruhig drehte er sich zur Wand und starrte sie an. Langsam bereute der kleine Junge es, dass er nicht doch bei den anderen geblieben war. Ihm war schrecklich langweilig. Aber er konnte ja jetzt schlecht im Schlafanzug zu ihnen gehen und fürs Umziehen war er zu faul. Seufzend drehte er sich auf die andere Seite, als plötzlich die Tür geöffnet wurde. Sofort saß er senkrecht und starrte sogleich in Hiros freundliches Gesicht.
„Na Chibi, schon müde?“
„Nein, aber ich muss ja ins Bett.“
„Ach was, man kann doch tolle Sachen am Abend machen.“

„Ja, aber nur Sachen für Große. Ohne Eltern komm ich doch nirgendwo rein, nicht mal ins Kino“, schniefte der Kleine gekünstelt.
„Oh, armer kleiner Chibi“, scherzte Hiro und hatte im nächsten Moment ein Kissen im Gesicht.
„Hör auf, mich zu verarschen.“
„Sag mal, Chibi, was sind denn das für Töne?“
„Keine Ahnung, die Noten kann ich dir nicht sagen, aber ich weiß, das es nicht f-Dur ist.“
„Na warte, du frecher Zwerg!“
Schnell war Hiro zu dem Kleineren hoch gekletterte, der damit in der Falle saß. Ohne Gnade fing er an, ihn zu kitzeln. Wie wild strampelte der Chibi, doch gegen den Größeren hatte er keine Chance.
„Hi...Hiro-san, hör...haha...hör auf.“
„Nein, erst wenn du dich bei mir entschuldigst.“
„Ver...hihi...vergiss es.“
„Na schön, selber schuld.“
Hiro wollte gerade richtig loslegen, als ihn etwas Weiches am Hinterkopf traf. Abrupt hörte er auf und der Chibi holte erst mal gewaltig Luft, ehe er sich auf seine Ellenbogen stützte und ebenfalls nach unten sah.
„He, was sollte das, Takashi?“, entrüstete sich Hiro.
„Ich sah keine andere Möglichkeit, eure Aufmerksamkeit zu erregen. Bei dem Lärm, den ihr veranstaltet habt, habt ihr mich ja nicht gehört“, grinste der Ältere.
„Das ist kein Grund.“
„Schon gut. Ich wollt dir eigentlich nur sagen, dass Sensei uns erlaubt hat, heute noch in die Stadt zu gehen und wir sollen spätestens um vier wieder hier sein. Ich und ein paar andere wollen in die Karaoke-Bar, du kommst doch mit, oder?“
„Klar.“
„Dann viel Spaß.“
Verwundert sah Hiro seinen Chibi an. Was war denn jetzt schon wieder, dass er so traurig war? Dann konnte er es sich denken, schließlich hatten sie vor ein paar Minuten noch ein Gespräch darüber geführt.

„Ja, wir werden Spaß haben und es ist bestimmt noch lustiger, wenn du mitkommst. Wenn ich mich richtig erinnere, bist du doch sowieso noch nicht müde.“
Masaki glaubte, sich verhört zu haben, doch das liebevolle Lächeln Hiros konnte gar nicht falsch sein, also musste er es gesagt haben.
„Ihr würdet mich mitnehmen?“
„Natürlich, oder Takashi?“
„Ja, warum nicht, der Lehrer hat bestimmt nichts dagegen. Wir wollen dich ja nicht zulaufen lassen und außerdem ist ja unser gewissenhafter Klassensprecher dabei.“
„Haha, ich lach später.“
Immer noch sah Masaki zwischen den beiden Jungen hin und her. Sie wollten ihn wirklich mitnehmen und ihn nicht hier alleine lassen. Er wusste gar nicht was er sagen oder machen sollte, also tat er einfach das, was ihm gerade einfiel.
Ohne Vorwarnung warf er sich Hiro in die Arme, der hatte nicht damit gerechnet und fiel zurück ins Bett. Masaki vergrub sein Gesicht an der Brust des Älteren und drückte ihn ganz fest.
„Danke, danke, danke!“
„Schon in Ordnung. Allerdings, so nehme ich dich nicht mit.“
„Hä?“
Verwundert sah der Kleinere auf. Was sollte das denn jetzt? Hatte er sich zu früh gefreut?
„Zieh dir erst mal was Ordentliches an, im Schlafanzug lässt man dich wirklich nirgendwo rein!“
Hiro gab seinem Chibi einen leichten Stups auf die Nase.
„Ja!“

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Aufgeregt lief Masaki neben seinen Freunden her. Er war noch nie in einer Karaoke-Bar gewesen und freute sich nun umso mehr. Allerdings hatte er sich auch etwas vorgenommen. Zwar sang er sehr gerne und oft, aber er würde sich nicht vor fremde Leute stellen und anfangen, ein Liedchen zu trällern, auch wenn er acht von den Gästen kannte. Dazu hatte er einfach nicht den Mut.
Himeko führte die kleine Gruppe an, denn sie wusste schon, wo die beste Karaoke-Bar war. Vor einem großen Gebäude, an welchem mit leuchtender Schrift der Name der Bar stand, hielten sie an.

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Drinnen angekommen suchten sie sich eine runde Ecke, in der sie alle genügend Platz hatten und etwas abseits von den ganzen Rauchern saßen. Ryo und Asuka versprachen, sich wegzustellen, denn sie waren die einzigen von ihnen, die der legalen Droge nicht hatten wiederstehen können.
Masaki setzte sich zwischen Hiro und Kazuko, ein hübsches rothaariges Mädchen, denn die Blicke, die sie seinem großen Freund zuwarf, gefielen dem Kleinen überhaupt nicht.
Auch Kazuko schien nicht davon begeistert zu sein, dass ihr Klassenmaskottchen sie daran hinderte mit Hiro zu flirten, denn irgendwie schaffte er es, dessen ganze Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Auf der anderen Seite unterhielt sich Himeko mit Takashi und Tomoko, Risa hörte ihnen einfach nur zu, während Ryo und Asuka schon eine rauchten.
Die Stimmung war ausgeglichen und schlechte Lieder standen auch nicht zur Auswahl. Der Kellner kam auf sie zu und jeder bestellte etwas. Nur Masaki wusste nicht, was er nehmen sollte, also bestellte Hiro für ihn kurzerhand eine große Cola.

„Damit du auch schön wach bleibst!“
„Bleib ich auch so“, schmollte der Chibi.
Die anderen am Tisch mussten auf Grund des lustigen Gesichts schmunzeln, was den Chibi nur noch mehr zum Schmollen brachte und er seine Wangen aufblies. Dadurch fingen die anderen aber erst recht an zu lachen und geschlagen ließ der Kleine die Schultern hängen.
Aufmunternd wuschelte Hiro ihm durch die Haare.
„Lass dich nicht ärgern.“

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Sie waren schon seit zwei Stunden in der Bar und immer mehr Leute kamen herein. Risa, Himeko und Asuka, als einziger Junge der Gruppe, hatten bereits auf der Bühne gestanden und Kazuko versuchte Hiro zu einem Duett zu überreden.
„Nein, tut mir leid, aber ich singe schrecklich. Mach’s lieber allein.“
Plötzlich kam ihm eine Idee. Masaki war glücklicherweise mit Takashi auf der Toilette, weil der Kleine Angst hatte alleine zu gehen.
Schnell stand er auf und lief zum DJ. Verwundert sahen ihm die anderen hinter her.
Gerade noch rechtzeitig kam er wieder auf seinem Platz an, als Masaki sich auch schon fröhlich neben ihn setzte. Der Kleine saß jetzt jedoch auf der Kante, da die Ecke doch nicht so groß war, wie sie gedacht hatten, und es sah nicht gerade bequem aus. Kurzerhand hob er ihn ohne zu fragen auf seinen Schoß. Erschrocken quietschte der Chibi erst auf, als er aber merkte, wo er war, machte er es sich gleich bequem und lehnte sich bei Hiro an.
„Besser so?“, flüstere dieser ihm leise ins Ohr.
„Ja, viel besser!“, ließ der Kleiner verlauten und grinste ihn zufrieden an.
Hiro konnte gar nicht sagen, wie froh er war, dass es dem Kleinen gut ging. Aber ob das noch normal war? Natürlich war er froh, wenn es seinen Freunden gut ging, aber selbst um Takashi machte er sich nicht solche Gedanken. Und als er ihn nackt gesehen hatte, war er auch nicht gleich erregt gewesen. Womit ‚Mann’ wieder beim Thema wäre.
*Ach Quatsch, darüber kann ich mir auch noch Gedanken machen, wenn ich alt und grau bin. Jetzt sollte ich lieber darauf achten, was mein Chibi für ein Gesicht machen wird! .... Wieso denn schon wieder ’mein’?*
Gedanklich gab Hiro sich eine Ohrfeige, die er normalerweise noch Tage spüren würde.

Glücklich mit sich und der Welt kuschelte sich Masaki unbemerkt immer mehr an den warmen Körper. Es war einfach zu schön, bei Hiro zu sein. Aber auch der Blick, den Kazuko drauf hatte, war Gold wird. Jetzt hatte sie keine Möglichkeit mehr, seinen Freund so komisch anzusehen und ihn zu nerven.
Plötzlich schreckte er auf, als der DJ ins Mikro sprach.
„Der kleine Junge an Tisch 28 soll doch bitte herkommen.“
Verwundert sah Masaki seine Freunde an. Was war denn jetzt los, wie kam der Typ den plötzlich auf ihn?
„Nun geh schon, Chibi.“
„Er wird dich schon nicht beißen.“
Ach, so war das also, er sollte jetzt singen. Nix da, nicht mit ihm. Er würde einfach auf Hiros Schoß sitzen bleiben und so tun, als hätte er den DJ nicht gehört. Jedoch hatte er seine Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn mit einem Mal musste er auf seinen eigenen zwei Beinen stehen und wurde in Richtung Bühne geschubst.
„Jetzt geh schon.“
„Nein, ich will nicht!“
„Ach was, du hast doch eine hübsche Stimme. Das wird schon“, versuchte es Hiro noch mal.
„Neiiiiin!“

Da Masaki wirklich keine Anstalten machte, sich vom Fleck zu rühren, nahm Hiro ihn bei der Hand und zog ihn zur Bühne, dann ging er wieder zurück. Nun musste der Chibi, ob er wollte oder nicht.
„Findest du das nicht ein bisschen gemein?“, fragte Risa.
„Ach was, der schafft das schon.“
Dann wand er sich wieder seinem kleinen Freund zu, der verunsichert auf den DJ zu trat. Der gab ihm sogleich auch ein Mikro in die Hand.
„Wie heißt du denn, Kleiner“, fragte der ältere Mann ins Mikro, sodass es jeder hören konnte.
„Masaki und ich bin NICHT klein!“, schmollte dieser.
Hiro sah in die Gesichter der anderen Gäste und wusste, dass Masaki ihre volle Aufmerksamkeit genoss. Ob ihm das allerdings im Moment bewusst war, wusste er nicht.

„So, und was möchtest du singen?“
„Weiß nicht.“
„Aber ich dachte, du bist gekommen um zu singen?“
„Nein, meine Freunde haben mich hier rauf gezwungen. Darf ich wieder gehen?“
„Was, aber dein Bruder meinte, du wolltest so gern?“
Perplex sah Masaki den DJ an. Seit wann hatte er denn einen Bruder?
Hilfe suchend sah er zu Hiro, doch nach dessen Lächeln zu urteilen, war er der vermeintliche Bruder. Wie gemein, dem würde er es zeigen!
„Nein, ich will nicht.“

Nun war es an Hiro überrascht zu schauen. Er hatte fest damit gerechnet, dass der Chibi singen würde und jetzt sagte der einfach nein. Und so wie es schien, würden ihm die Leute nicht mal böse sein, wenn er jetzt einfach wieder gehen würde.
„Willst du es dir nicht noch mal überlegen, die Leute würde es sehr freuen.“
Schweigen.
„Na gut, ich mach es, aber nur unter einer Bedingung.“
„Die da wäre?“
„Mein Bruder muss mitsingen.“
Wie versteinert saß Hiro jetzt da. Damit hatte er nun überhaupt nicht gerechnet. Das wäre ja noch schöner, dass er sich jetzt hier zum Eimer machte. Leider hatten seine Freunde genau das mit ihm vor.
So, wie er vorhin Masaki die Richtung gewiesen hatte, tat es nun auch Takashi. Allerdings schubste er ihn so doll, dass der Brünette beinahe hinfiel. Wütend sah dieser den Chibi auf der Bühne an, aber als er den flehenden Blick bemerkte, verflog aller Ärger. Er konnte machen, was er wollte, den Augen des Kleinen konnte er nicht widerstehen.

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Nun standen beide nebeneinander und alle sahen sie an.
„Das zahl ich dir heim“, knurrte Hiro leise.
„Das glaub ich nicht“, flüsterte Masaki leise kichernd zurück.
Und verdammt noch mal, er hatte Recht. Hiro würde sich nie dafür rächen. War er denn so leicht zu durchschauen?
„Was möchtest du denn nun singen, Kleiner?“, fragte ihn der DJ, denn Acapella kam beim Publikum nicht so besonders gut an.
„Mal überlegen. Haben sie ’Music is my thing’?“
*Der fragt doch jetzt nicht ernsthaft nach einem Lied von Hikaru no Go? Das hat der nie!*,
schoss es Hiro durch den Kopf und er sah sich schon gerettet.
„Ja, hab ich.“
*Scheiße!*
Der DJ holte eine CD heraus und legte sie auf. Sofort erklang die fröhlich-poppige Musik.
Zuerst hörte man nur das Instrumentalstück, ehe Masaki zögerlich anfing zu singen, nachdem ein drittes Mal dieselbe Melodie erklang.

Duriimu mai beebu... [Dream my babe....]
nouizu-darake no mune [de My chest that is full of noise,]
unmei wo kiki-wakeru... [which listens and understands fate...]
Hirameku, [Flickering,]
yume wa watashi no naka de [My dream is inside me,]
mezame wo matteta! [and it has been waiting to be awakened!]
Music is my thing, [Music is my thing,]
Jibunrashiku nareru! [As I seem to get accustomed to myself!]
Music in my heart, [Music in my heart,]
tokimeki narashite! [At a steady beat!]

Während des Refrains war Masaki viel sicherer geworden und er bemerkte überhaupt nicht , dass Hiro nur neben ihm stand, aber noch keinen Ton gesungen hatte. Er hatte alles um sich herum vergessen und sang mit solch einer Leidenschaft, dass ihm alle wie hypnotisiert lauschten.

Music is my thing, [Music is my thing,]
Ichido dake no merodii! [The only one time melody!]
Music in my heart, [Music in my heart,]
tsuyoku kara detai! [I want it to come out from my strength!]
See my dream, [See my dream,]
watashi dake no i-bassho de. [At the only place for me to go.]
Kokoro mo hiroge yo. [My heart is unfolding.]

Wie gebannt sah Hiro auf den kleinen Jungen, dessen Stimme eine unglaubliche Kraft entwickelt hatte. Man sah ihm an, dass er dieses Lied sehr mochte und mit Leib und Seele ganz genau verstand, worum es in diesem Stück ging.

Kirameku, [Sparkling,]
yume wo wasurenakereba, [if I don't forget my dream,]
mirai wa hateshinai! [then the future is everlasting!]
Music is my thing, [Music is my thing,]
karada wo ugokasu! [My body moves!]
Music in my heart, [Music in my heart,]
hikari wo kanjite! [I feel the light!]
Music is my thing, [Music is my thing,
Shiro to kuro de egaku! [paining in black and white!
Music in my heart, [Music in my heart,]
owaranai haamonii! [the never-ending harmony!]

Der letzte Ton war verklungen und Masaki öffnete wieder seine Augen, die er die ganze Zeit geschlossen hatte. Wie erschrocken war er jedoch, als sich niemand regte und ein bedrückendes Schweigen den Raum erfüllte. Hatte er den wirklich so schrecklich gesungen? Dabei hatte er sich doch extra sein Lieblingslied ausgesucht, damit es nicht so schlimm wurde.
Beschämt senkte Masaki den Kopf. Und was jetzt? Er konnte sich keinen Millimeter bewegen. Er glaubte, bei der kleinsten Bewegung würden laute Buhrufe durch die Halle pfeifen. Hätte er sich bloß nicht darauf eingelassen.
Plötzlich erklang ein dumpfes Geräusch und im nächsten Moment war die ganze Bar von Applaus und Beifallsrufen erfüllt. Überrascht sah Masaki in die Menschenmasse, von der ihm lauter freundliche und anerkennende Gesichter entgegen blickten.
Dann drehte er sich zu Hiro um, der die Stille durchbrochen hatte. Lächelnd ging der auf Masaki zu.
„Komm, Chibi, ehe du noch Höhenflüge bekommst.“
Wie selbstverständlich ergriff Masaki Hiros Hand und ging mit ihm zu ihren Freunden zurück.

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„Das war spitze, Chibi.“
„Sogar noch besser als in der Schule.“
„Ach was?“
Verlegen kratzte sich der Kleine am Kopf, ehe er einmal herzhaft gähnte.
„Hiro-san, ich bin müde.“
„Na schön, es ist ja schon spät genug.“
So verabschiedeten sich die beiden von den anderen und gingen gemeinsam zurück, wobei Hiro Masaki die letzten Meter Huckepack nehmen musste, weil dessen Beine plötzlich nachgegeben hatten. Die Eltern hatten schon Recht, wenn sie ihre Kinder zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett steckten.

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Schnell machten sie sich bettfertig, denn auch Hiro übermannte langsam die Müdigkeit. Er betrat ihr Zimmer und entdeckte seinen Chibi, der statt in seinem, in Hiros Bett gelandet war und nun friedlich vor sich hin schlummerte.
*Ach, was soll’s ...*
Vorsichtig schob er der Kleineren zur Wand hin, um sich selbst auch hinlegen zu können. Doch kaum lag er, da war Masaki auch schon wieder munter.
„Oh, entschuldige, ich wollte nicht...“
„Tu mir einen Gefallen.“
„Welchen denn?“
„Halt deinen süßen Schnabel und schlaf einfach“, flüsterte Hiro sanft.
Dann schlang er die Decke um sie und zog den kleineren Körper an sich. Wohlig seufzend schloss der Chibi wieder seine Augen und genoss die Nähe des anderen. Ganz leise, so dass es niemand hören konnte, flüsterte er: „Ich hab dich lieb, Hiro-san“, ehe er ins Land der Träume verschwand.