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Angel ? Ein Engel auf Erden

Orginal/Fantasy [PG] 

[sap][romance][drama][com]

Inhalt:
Der kleine Liebesengel Layo erhält seinen aller ersten Auftrag und gerät gleich an einen Griesgram, der sich eher schwer tut mit zwischenmenschlichen Beziehungen. 

Bemerkung: Achtung! Sehr zuckrig ^^° 




Angel – Ein Engel auf Erden



Hoch oben in einer der vielen Abteilungen herrschte wie immer reges Treiben. Die kleinen Putten flogen geschäftig hin und her.
Einige der pummeligen Wesen bekamen an einer Art Schleusentor einen Köcher mit Pfeilen ausgehändigt, bevor sie durch das Tor flogen. Während andere wichtig aussehende Papierrollen mit sich herum trugen, die fast so groß waren wie sie selbst. Nicht selten rutschte eine die Rolle weg oder die Engelchen machten einen Purzelbaum in der Luft, weil die Schriftstücke sie nach unten zogen.



Kichernd über diesen Anblick flog Layo auf eine große goldverzierte Flügeltür zu. Vor dieser schwebten zwei Wachen, die die Größe von zehnjährigen Kindern hatten, aber wesentlich muskulöser waren. In ihren Händen hielten sie Speere, die sie vor der Tür kreuzten. Musternd sahen sie Layo an, als würden sie auf etwas warten.

„Die Herzen seien immer eins.“, begrüßte er sie, woraufhin sie ihn auch sofort durch ließen.

Schwerfällig öffneten sich die Flügel und ein helles Licht blendete den kleinen Engel für einen Moment. Frohen Mutes flog er hindurch und entdeckte auch sofort die Person, die nach ihm hatte schicken lassen, an einem goldenen Schreibtisch sitzen. An den Wänden standen hohe ebenfalls goldene Regale mit einer Unmenge an Büchern. In ihnen waren alle Paare aufgelistet, die es seit Anbeginn der Zeit gegeben hatte und welcher Liebesengel sie zusammen geführt hatte.

Neugierig flog Layo zu dem wesentlich größeren Mann, um zu sehen, was dieser gerade machte. Als sich der Kleine über die Schriftstücke beugte, fielen ihm ein paar rosa Haarstränen ins Gesicht, die er sofort weg strich, damit er etwas erkennen konnte.
Auf dem Tisch lagen einige Bücher und immer wieder strich sein Gegenüber Namen durch, die dann auch augenblicklich verschwanden. Layo hatte von den anderen Putten gehört, dass es im Moment sehr schlecht lief. Sie fanden kaum noch Menschen, die zusammen passten. Es wurde sogar gemunkelt, dass ihr Herr jeden Tag persönlich Paare verschwinden ließ, die schon seit langer Zeit zusammen waren. Bei den Menschen hieß es, sich scheiden lassen. Anscheinend waren die Gerüchte war.
So ganz verstand Layo nicht, warum sich Menschen wieder trennten, nachdem es so viel Arbeit gewesen war, sie erst zusammen zu bringen.

Erschrocken wich der kleine Engel zurück, als das Buch, in das er gerade so vertieft gewesen war, plötzlich zugeklappt wurde. Lächelnd sah sein Herr ihn an. Sein schönes Gesicht hatte noch nie eine Spur von Ärger gezeigt, stattdessen lag immer sehr viel Verständnis in den goldschimmernden Augen. Einen schöneren Mann als seinen Herren gab es nicht, da war sich Layo sehr sicher.

„Entschuldigt, Eros-sama. Ich wollte nicht unhöflich sein, ich war nur so....“

„...neugierig.“, beendete Eros-sama, der Gott der Liebe, schmunzelnd Layos Satz. „Von all meinen Engeln bist du wirklich der Neugierigste. Ein gesundes Maß an Neugier ist nicht schlecht, aber zuviel kann dich auf der Erde in arge Probleme bringen, kleiner Layo.“

„Ja, Eros-sama.“

„Ich habe dich rufen lassen, weil ich einen Auftrag für dich habe.“

Vor Layos Augen erschien eine große Seifenblase, in der langsam ein Bild zu erkennen war. Es zeigte einen jungen Mann, der gerade auf der Straße lief und irgendwie missmutig aussah.

„Dies ist Ryoma Kenji, 19 Jahre alt. Er lebt in Japan, Nagoya. Zur Zeit wohnt er bei seinen Großeltern in einem alten Tempel. Er hatte in seinem ganzen Leben noch nie eine Freundin und für seine Umwelt interessiert er sich herzlich wenig, sodass ihm auch entgeht, wenn sich ein Mädchen für ihn interessiert.“

Was Eros-sama sagte stimmte. Layo konnte ganz genau sehen, wie sich ein paar vorbei gehende Mädchen zu Kenji umdrehten und verlegen kicherten. Meist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass ihnen jemand gefiel, so hatte es Layo zumindest gelesen. Sehen tat er es zum ersten Mal.
Das Gesicht des jungen Mannes war nun ganz zu erkennen und er tat Layo leid, als er die desinteressierten braunen Augen sah, die einfach starr geradeaus sahen. Er wollte ihn irgendwie trösten. Er streckte seine kleine Hand aus, um dem Jungen über die Wange zu streicheln. Doch kaum das seine Finger die Seifenblase berührten, zerplatzte sie auch schon.

Erschrocken wich Layo zurück.

„Deine Aufgabe wird es sein, aus allen auftauchenden Interessenten, die heraus zu filtern, die am besten zu ihm passt. Alles weitere wird dir Cupido erklären. Er wird dir auch deine Pfeile geben. Was ist, Layo, nimmst du den Auftrag an? Wenn du ihn zu meiner Zufriedenheit erfüllst, werde ich dir größere Flügel geben und du wirst einen festen Platz in der Liebesengelabteilung erhalten.“

Mit leuchtenden Augen sah Layo seinen Herren an. Die Aussicht auf größere Flügel war wirklich verlockend, denn seine jetzigen waren einfach nur mickrig, weswegen ihn die anderen auch immer aufzogen. Außerdem wollte er schon seit langem mal zur Erde und sich etwas umgucken.
Er brauchte nicht lange um zuzustimmen, was Eros-sama wie immer mit einem aufrichtigen Lächeln quittierte.

„Aber es wird nicht einfach werden. Auch unsere Liebespfeile hallten nicht für immer. Doch in dieser Zeit, bauen die Menschen selbst ihre Liebe auf und erst wenn unser Zauber verflogen ist zeigt sich, ob sie wirklich für einander bestimmt sind. Die Gefühle der Menschen für den Augenblick sind stärker geworden als früher, deswegen ist es sehr schwer, heutzutage die richtige Entscheidung zu treffen. Gehe also nicht nur danach, ob sie im Moment zu einander passen, sondern ob sie auch für den Rest ihres Lebens zusammen seinen könnten. Hast du das verstanden, Layo?“

„Ja, Eros-sama.“, bestätigte Layo gehorsam, ehe er sich auf den Weg machte.

Doch bevor er den Raum endgültig verließ, hielt Eros-sama ihn noch einmal zurück.

„Und denke daran, was ich dir über die Neugier gesagt habe, kleiner Layo.“

„Ja, ich werde mich daran erinnern.“


Geschwind flog Layo zu Cupido, der ihm einen Köcher mit Pfeilen und einen Bogen gab. Außerdem erklärte er ihm noch einmal, wie er mit den wertvollen Gegenständen umzugehen hatte und das sie nicht einfach so verschwendet werden durften.
Danach konnte Layo endlich durch das Schleusentor die Erde betreten.


~*~*~*~*~*~


Müde seufzend öffnete Kenji die Tür des kleinen Nebengebäudes der Tempelanlage. Wie immer zog der 19-Jährige seine Schuhe aus, ehe er die Wohnung gänzlich betrat und in die Küche ging, in der seine Großmutter bereits das Essen für ihn und seinen Großvater machte. Wie immer hatte sie einen leichten Kimono an und ihre für ihr Alter langen Haare zu einem Dutt zusammen gebunden. Sein Großvater war bestimmt wieder im Tempel und betete oder verkaufte Glücksbringer an Schülerinnen. Besonders die Glücksbringer für Liebe waren immer schnell alle.

„Bin wieder da, Obaa-san.“ [1]

„Das ist schön. Hattest du einen guten Tag, mein Junge?“, fragte die alte Frau freundlich, ohne ihren Enkel jedoch anzusehen.

„Na ja, das Übliche halt. Recht langweilig, aber Ok.“

„Ah. Das Essen dauert noch eine Weile. Währst du bitte so lieb und würdest indes die Wäsche im Garten aufhängen? Ich rufe dich dann, wenn alles fertig ist.“

„Ja mache ich, Obaa-san.“

Er nahm sich den Wäschekorb, der neben dem Tisch stand und ging damit hinaus, um die Sachen auf die Wäscheleine zu hängen.

Gähnend beobachtet Louis, der deutsche Schäferhund, von seiner Hundehütte aus sein Herrchen bei dessen Tätigkeit. Kenjis Großeltern hatten ihm den großen Hund vor 9 Jahren gekauft, damit ihr Enkel nicht so allein war und jemanden zum Spielen hatte. Damals war Louis noch ein Welpe gewesen, aber jetzt...
Doch egal wie groß sein Hund geworden war, er hatte ihn lieber um sich, als irgendjemanden aus seiner Klasse. Er brauchte niemanden sonst, hier hatte er alles, was er sich wünschte. Dessen war er sich sicher.


~*~*~*~*~*~


Fasziniert beobachteten die große grüne Augen die Menschen, die an ihnen vorüber gingen. Für Layo war es zwar eng und er musste aufpassen, dass er nirgendwo aneckte, aber es gefiel ihm trotzdem. Die Menschen sahen ihn nicht, nur Tiere und kleine Kinder konnten ihn wahrnehmen. Doch da Tiere nicht mit den Menschen sprechen konnten und die Erwachsenen das Gerede von kleinen Kindern, die Engel und Sagengestalten sahen, meist als blühende Phantasie abstempelten, wusste auch niemand, dass sie wirklich existierten. Natürlich kam es vor, dass sie die Menschen einmal berührten. Dann sahen sich die Personen immer um oder schlugen aus Reflex nach ihnen, wobei sie die Engel in 99 % der Fälle auch wirklich trafen.

Gerade kam der kleine Engel an einem Kinderwagen vorbei, als ihm neugierige Augen entgegen blickten. Eine kleine Hand wurde ihm entgegen gestreckt, die einen Lolli hielt und das Kind lachte ausgelassen. Verwundert sah Layo das runde Ding an, wusste aber nicht wirklich, was er damit machen sollte, denn so etwa hatte er noch nie gesehen.
Wie um es dem überforderten Engel zu zeigen, leckte das Kind an seinem Lutscher und hielt ihn Layo wieder hin. Dieser hatte verstanden und kostete nun auch von der süßen Leckerei. Genüsslich schlossen sich seine Augen, während er den Geschmack auf der Zunge zergehen ließ.

„Mh, ist das lecker. Danke, kleiner Mensch.“, verabschiedete Layo sich fröhlich, ehe er weiter flog, schließlich musste er noch Kenjis Tempel finden und laut der magischen Karte, die Cupido ihm noch mit gegeben hatte, war es nicht mehr weit. Der rosa Punkt, der ihn verkörperte, näherte sich auf dem Stück Papier unweigerlich dem grünen Punkt, der das Ziel, Kenji, darstellte.


~*~*~*~*~*~


Gelangweilt hing Kenji gerade eines seiner Hemden auf, als Louis plötzlich aufsprang und laut bellend im Garten herum rannte. Er schlug immer wieder Hacken, so als würde er etwas verfolgen, doch der Schwarzhaarige konnte überhaupt nichts erkennen.

*Wer weiß, was er schon wieder für ein Insekt gesehen hat?*

Damit war für Kenji die Sache erledigt. Solange Louis ihm nicht zwischen den Beinen herum rannte, konnte er sich ruhig austoben.


Ein lauter Knall und Louis plötzliches Winseln schreckte Kenji auf. Er ließ die Wäsche Wäsche sein und sah nach, ob sich Louis etwas getan hatte, denn es hatte ganz danach geklungen, als währe er mit dem Kopf gegen die Fensterscheibe der Tür gerannt.

Doch als Kenji Louis sah, saß dieser auf der Terrasse vor der Tür und stupste etwas an, dass sich nicht regte.
Schnell schob Kenji seinen Hund beiseite und konnte nicht glauben, was da lag. Ein babygroßes Wesen mit zuckerwatterosa Haaren und es trug eine Art Toga. Auf seinem Rücken waren klein schneeweiße Flügelchen zusehen. Außerdem bildete sich eine beträchtliche Beule auf der kleinen Stirn. Eindeutig war dieses Wesen oder eher Engel gegen die Glastür geflogen.
Vorsichtig hob Kenji den Kleinen auf und brachte ihn in sein Zimmer.


~*~*~*~*~*~


Schwerfällig öffnete Layo seine Augen. Er konnte sich nur schwach daran erinnern, dass ihm ein großer Hund hinterher gerannt war und er plötzlich eine Barriere vor sich hatte, als er ins Haus hinein fliegen wollte.

Sein Kopf schmerzte und er hatte das Gefühl, dass er gleich platzen würde. Sehr langsam richtete er sich auf, bekam nur am Rande mit, dass er auf etwas Weichem gelegen hatte, ehe er sich verschlafen über die Augen rieb und sich einmal umsah.

Schnell erkannte der kleine Engel, dass er in einem Zimmer war und anscheinend in einem Bett lag. Er konnte einen Schreibtisch und einen breiten Schrank an der Wand erkennen und außerdem stellte er fest, dass es ungemein gut roch. Allerdings konnte er nicht sagen wonach und von was dieser Geruch ausging.

Layo schreckte auf, als er Schritte hörte und sich die Schiebetür öffnete. Mit großen Augen betrachtete er den Jungen, der herein gekommen war, die Tür wieder schloss und sich vor ihm hinkniete.

„Na Kleiner, wieder wach?! Das war ja ein ganz schöner Zusammenstoß gewesen. Hast du das Glas denn nicht gesehen?“, lächelte Kenji, der Junge, den er auch schon in der Seifenblase gesehen hatte, während Layo ihn ganz endgeistert ansah.

„Du...du kannst mich sehen?“

„Klar, warum nicht?“


Die großen grünen Augen wurden noch größer, als der kleine Engel zu begreifen schien, was Kenji gesagt hatte. Ohne Vorwarnung sprang Layo auf und flog völlig konfus durch das Zimmer und brabbelte die ganze Zeit aufgeregt: „Oh nein! Oh nein! Oh nein!“

Vergeblich versuchte Kenji seinen „Gast“ wieder einzufangen, denn der war trotz seiner schmächtig wirkenden Flügel ziemlich flink unterwegs.

„Oh nein! Eros-sama wird böse sein. Alle werden mich ausschimpfen und dann...und dann...“

„Jetzt halt doch mal an!“

Kenji stellte sich dem Engel in den Weg und wie er es gehoffte hatte, flog dieser genau in seine Arme, sodass er ihn endlich festhalten konnte.

„Beruhig dich erst mal! Am besten du bleibst erst mal hier und ruhst dich aus. Du bist ja total durcheinander.“


„Das geht nicht! Ich kann mich nicht ausruhen!“, widersprach Layo gleich aufgeregt. „Ich muss meinen Auftrag erfüllen und...“

Erschrocken hielt er sich die Hände vor den Mund und sah Kenji ängstlich und entschuldigend an. Er hatte mehr gesagt, als er eigentlich durfte und sehen konnte sein [i]Auftrag[/i] ihn auch noch.

*Eros-sama wird das nicht verzeihen und böse mit mir sein. Niemand weiß das es uns wirklich gibt und noch nie hat ein Mensch einen Liebesengel gesehen, aber ich... Die anderen haben recht, ich mach immer alles falsch. Ich bin einfach zu dumm um den Menschen Liebe zu bringen. Bestimmt werden sie mich...*


Überrumpelt sah Kenji den Engel in seinen Armen an, der plötzlich anfing zu weinen, als würde es kein Morgen geben.

„Hey, was...ist denn los? Komm schon, hör auf zu weinen, so schlimm kann es doch nicht sein, was immer es auch ist!“

„Doooch...“, schluchzte Layo herzerweichend.

Irgendwie tat Kenji das schmächtige Wesen leid und er wusste nichts Besseres, als es einfach etwas an sich zu drücken und beruhigend über den Kopf zu streicheln. Bei ihm hatte es früher immer gewirkt.

Nach einer Weile hatte er es wirklich geschafft Layo zu beruhigen.
Nun saß er auf einem Kissen auf dem Tisch. In seinen Händen hielt er einen kleinen Becher, aus dem er immer wieder einen Schluck Milch trank.

„So, und nun erzähl mir doch mal, wer du bist und warum du hier bist. Das hat doch bestimmt einen Grund.“, versuchte Kenji den Kleinen vor sich zum reden zu bringen.

„Ich darf nichts sagen, sonst wird Eros-sama böse.“

„Na gut. Aber raten darf ich doch, oder?“

„Ja,...ich glaube das geht.“

„Gut. Mal überlegen ... also wenn ich richtig kombiniere, bist du ein Liebesengel, der hier irgendwen verkuppeln soll, richtig?“, grinste Kenji verschmitz, was für ihn eigentlich total untypisch war.

„Woher weißt du das?“, fragte Layo ganz erstaunt, was Kenjis Vermutung nur noch bestätigte.

„Du hast mir genügend Hinweiße gegeben.“, antwortete Kenji lächelnd, woraufhin der Engel ganz rot wurde, weil er so dumm war.

„Allerdings bleiben noch zwei Fragen offen: Wie heißt du und wegen wem bist du hier?“

„Mein Name ist Layo und ich bin wegen dir hier, Kenji-san. Ich soll ein Mädchen für dich finden, mit der du den Rest deines Lebens verbringen kannst und glücklich wirst.“

„Vergiss es! Ich bin glücklich, so wie es ist! Ich habe meine Großeltern und Louis, das reicht mir völlig!“, behauptete Kenji fest und sah seinen Gast entschlossen an.

„Das stimmt nicht! Du bist einsam und allein.“

„Woher willst du das wissen?“

Behutsam und vorsichtig legten sich die kleinen Hände auf Kenjis Wangen, als wollten sie verhindern, dass er sich weg drehte.

„Deine Augen. Schon als ich dich das erste Mal gesehen habe, sind mir deine Augen aufgefallen. Matt und leer, als gebe es nichts, was sich lohnt angesehen zu werden. Selbst dein Lächeln erreicht deine Augen nicht. Und das darf einfach nicht sein, bei niemandem.“

Ruckartig stand Kenji auf und ging zum Fenster. Er konnte diesen mitleidigen Blick aus den grünen Augen einfach nicht ertragen, denn sie zeigten ihm nur zu deutlich, dass Layo recht hatte. Während seine Augen ohne Glanz waren, sprühten die Augen des kleinen Engels nur so vor Emotionen. Er hätte gar nichts mehr sagen müssen, denn man musste ihn nur ansehen und wusste gleich, was er sagen wollte.


Traurig sah Layo den jungen Mann an. Hatte er etwas Falsches gesagt? Er hatte ihm doch nur sagen wollen, dass Kenjis Augen wieder strahlen und nicht stumpf in die Welt hinaus sehen sollten.
Layo horchte auf, als der 19-Jährige ihn plötzlich doch wieder ansprach.

„Was bekommst [b]du[/b] eigentlich, wenn du jemanden für mich findest?“

„Größere Flügel, dann bin ich ein vollwertiger Engel und die anderen können sich nicht mehr so leicht über mich lustig machen.“, antwortete Layo wahrheitsgemäß.

Warum sollte er auch lügen? Er hatte Kenji schon so viel erzählt, dann konnte er das auch ruhig sagen.

Kenji schien zu überlegen, denn er ging nicht sofort darauf ein. Doch dann drehte er sich um und lächelte Layo verheißungsvoll an, was ihn sofort hoffen ließ.

„Na schön, kleiner Engel, dann such mir mal eine passende Freundin.“


~*~*~*~*~*~


Von da an war Layo immer an Kenjis Seite. Ob nun in der Schule oder in der Freizeit und immer machte er den jungen Mann auf die Menschen aufmerksam, die Interesse an ihm zeigten. Und das waren mehr, als Kenji jemals gedacht hätte.

Natürlich traf Kenji sich auch mit Mädchen, die der kleine Engel mit aussuchte und er versuchte ihm bei seinen Verabredungen zu helfen. Doch so leicht, wie Layo es sich vorgestellt hatte, war es nicht eine passende Freundin zu finden, denn immer gab es Etwas, dass Kenji nicht gefiel.
Trotz allem gaben sie nicht auf und während Kenji mehr über die Engel und sich selbst lernte, begriff Layo was es hieß ein Mensch zu sein. Die Menschenüberfluteten ihn mit einer Vielzahl an Gefühlsregungen, die er so im Himmel noch nie gefühlt hatte. Bei ihnen gab es solch tiefgehenden Emotionen wie Hass oder Liebe nicht, maximal Enttäuschung oder einen Anflug von Freude hatte er immer wahrgenommen.. Doch auf der Erde war das anders und auch Kenjis Empfindungen wurden immer tiefgehender, das konnte layo spüren.


Bei jeder sich bietenden Gelegenheit, in der Layos Auftrag in die hinterste Ecke verbannt wurde, zeigte Kenji dem kleinen Engel, was es so alles zu entdecken gab. Allerdings gab es eine Sache, die ihm mehr als nur peinlich war: Süßigkeiten kaufen. Layo hatte eine Schwäche für alles Süße und Klebrige entwickelt und da ihn niemand sehen konnte, musste Kenji es für ihn besorgen, vorzugsweise Lutscher. Allerdings entschädigte ihn der Anblick der grünen Augen, die vor Freude zu leuchten schienen, wenn er dem Engelchen etwas kaufte, für die seltsamen Blicke der Verkäufer.
Ja, Kenji musste zu geben, dass ihm sein persönlicher Liebesengel ans Herz gewachsen war und er vergaß völlig, dass dieser auch irgendwann wieder gehen würde.


~*~*~*~*~*~


Es war wieder einer dieser Tage an denen Kenji sich mit einem Mädchen, dass Layo ihm ausgesucht hatte, traf und der kleine Engel gespannt zu Hause wartete, ob es dieses Mal klappte. Schon seit einer Weile wollte Kenji nicht mehr, dass Layo mit kam und ihm half. Innerhalb eines Monats hatte Kenji gelernt mit Menschen umzugehen, aber trotzdem wollte es mit der Liebe nicht recht klappen.

Layo sah auf, als er die mittlerweile bekannten Gangart hörte und auch Louis, mit dem er sich die Zeit vertrieben und gespielt hatte, spitze die Ohren. Die Tür wurde aufgeschoben, doch noch bevor Layo wie immer fragen konnte:

„Und, wie ist es gelaufen?“, schüttelte Kenji bereits den Kopf

Niedergeschlagen ließ Layo den Kopf hängen. Vorsichtig, als wolle er ihn aufmuntern, stupste der große Hund den kleinen Engel mit seiner kalten Schnauze an und wurde dafür von ihm geknuddelt.
So an Louis geschmiegt begann Layo nachzudenken. Er befürchtete langsam, dass er nie wieder zu Eros-sama zurück konnte, denn solange er seinen Auftrag nicht erfüllt hatte, musste er auf der Erde bleiben. Aber noch eine andere Sache machte ihn traurig. Er würde wahrscheinlich nie das verliebte Leuchten in Kenjis Augen sehen, was er sich so sehr wünschte, seit er den jungen Mann gesehen hatte. Zwar waren die braunen Augen schon heller und nicht mehr so matt, aber es fehlte einfach etwas.


Während der kleine Engel an Louis gekuschelt seinen Gedanken nachhing, hatte Kenji sich bereits für die Nacht fertig gemacht. Es war spät geworden, auch wenn das Mädchen mit dem er sich verabredet hatte und von der er nicht mehr den Namen wusste, ziemlich ansträngend gewesen war.
Sie hatte geredet wie ein Wasserfall, ohne Punkt und Komma. Und ständig hatte sie über irgendetwas gekichert oder war sich durch die Haare gefahren. Sie war nett gewesen, Layo suchte immer Mädchen aus die nett waren und mit denen man(n) sich eigentlich gut unterhalten konnte, wenn man nicht so wortkarg war wie Kenji, aber irgendwie konnte er nichts mit diesen Mädchen anfangen.

Der kleine Liebesengel war ihm da wesentlich angenehmer. Er redete zwar auch viel, aber es war wenigstens interessant und einfach nur niedlich, wie herrlich naiv Layo in seiner ganzen Einstellung war. Er war nicht wie Kenji von der Gesellschaft verbogen, sondern hatte noch eigene Vorstellungen und Träume. Er kicherte auch des Öfteren, aber es klang lieblich und süß, nicht so hoch und nervig, wie das Gekicher seiner Verabredung.
Alles in allem kannte er keinen mit dem er so gut zurecht kam wie mit Layo, seinem Engel. Er war lieber mit ihm zusammen, als mit irgendjemandem sonst, denn in dessen Nähe hatte er immer ein wohliges Kribbeln im Bauch und ein ungemein warmes Gefühl in sich.

Doch wenn er sah, wie vertrau Layo mit seinem Hund umging und mit ihm kuschelte, so wie in diesem Augenblick, spürte er wie die Eifersucht in ihm aufstieg. Eigentlich lächerlich, aber es war so.

„Layo, es soll kalt werden diese Nacht. Es wäre vielleicht besser, wenn du bei mir schläfst. So weit ich weiß, bist du Temperaturschwankungen und Kälte nicht gewohnt, richtig?“

„Stimmt. Bei uns herrscht immer eine Angenehme gleichbleibende Wärme.“

Noch ein Mal vergrub Layo sein Gesicht ganz fest in Louis kuscheligem Fell, ehe er zu Kenji flog und sich neben ihm auf dem Bett nieder ließ, ehe er mit der Decke zugedeckt wurde.


~*~*~*~*~*~


Unruhig drehte sich Layo von einer Seite auf die andere. Hatte Kenji nicht gesagt, dass es kalt werden würde? Warum war ihm dann so unglaublich warm, beinahe heiß?
Das Ganze wurde auch dadurch nicht besser, dass Kenji ihn die ganze Zeit wie ein Kuscheltier fest hielt, sondern eher schlimmer. Also musste es irgendetwas mit ihm zutun haben. Vielleicht war die natürliche Wärme der Menschen einfach nicht gut für Engel? Eine Andere Antwort fand Layo im Moment nicht.
Er wusste nur, dass er unbedingt aus dem Bett raus musste, sonst würde er noch zerfließen. Andererseits war es auch irgendwie angenehm, auf eine merkwürdige Art und Weise. Außerdem wurde ihm selbst schon von innen ganz warm. So etwas hatte der kleine Engel noch nie gespürt und es machte ihn unsicher.

Vorsichtig versuchte Layo sich unter dem Arm des anderen herauszuziehen, was ihm jedoch nicht so gelang. Kenjis Arm war für ihn einfach zu schwer. Es war zwar nicht unangenehm und er wurde auch unter diesem nicht zerquetsch, aber es war halt doch hinderlich so klein zu sein. Mit Gewallt wollte er ihn dann aber auch nicht weg schieben, schließlich sollte der Jungen neben ihm in Ruhe weiter schlafen können.

Jedoch blieben Layos [i]Flucht[/i]versuche nicht unbemerkt

Verschlafen und aus halbgeöffneten Augen betrachtete Kenji verwirrt die Bewegungen des Engel unter seinem Arm, nicht registrierend, dass Layo sich gerade versuchte von diesem zu befreien.

„Was hast du denn Layo?“, fragte er mit matter Stimme.

Überrascht drehte sich der kleine Engel zu Kenji und sah dann entschuldigend auf die Bettdecke.

„Tut mir leid, ich wollte dich nicht wecken, Kenji-san, aber mir ist viel zu warm. Wenn ich bei Louis geschlafen habe, war das nicht, aber bei dir wird mir so heiß, dass ich es kaum aushalte. Ist das bei euch Menschen immer so, wenn ihr miteinander schlaft?“

Unschuldig sah Layo Kenji aus großen fragenden Augen an, doch dieser konnte nichts erwidern, denn er hatte damit zu tun seine normale Gesichtsfarbe wieder herzustellen. Er war nur froh, dass der Engel ihn im Moment nicht sehen konnte. Das war ihm noch nie passiert. Layo hatte einfach nur das gesagt, was er dachte, warum also klang es dann in Kenjis Ohren so zweideutig, dass er rot geworden war? War er denn nur völlig bescheuert? Vor ihm saß ein reines Wesen, das noch unverdorben war und er dachte an so etwas. Vielleicht hatten seine Klassenkameraden doch recht und man bekam Entzugserscheinungen, wenn man keine Freundin hatte und gewisse Triebe auslebte.


~*~*~*~*~*~


Nachdenklich betrachtete Eros-sama seinen jüngsten Schützling, der mit der Situation völlig überfordert schien. Vielleicht hätte er ihn doch schon wieder zurückholen sollen, als der Mensch ihn gesehen hatte? Aber er hatte Layo eine Chance geben wollen und so wirklich konnte der kleine Engel ja auch nichts dafür, wenn dieser Ryoma immer wieder etwas an den Mädchen auszusetzen hatte, schließlich hatte Layo ihn auch nicht zwingen wollen sich zu verlieben, nur damit es nach ein paar Monaten eh wieder vorbei war.

Doch so wie sich die Sache im Moment verhielt, wäre es vielleicht besser, wenn er den kleinen Engel zurückholen würde. Er wusste zwar, dass Layo enttäuscht sein würde, aber auch so etwas ging schnell vorbei und dann würde er ihm einen neuen Auftrag geben.


Nie hätte Eros-sma gedacht, dass ein Mensch mal Probleme machen würde, die ihn so zum nachdenken bringen, wie dieser Ryoma Kenji es tat.


~*~*~*~*~*~


Erschrocken sah Layo an die Decke. Das konnte doch nicht sein? Wieso denn ausgerechnet jetzt?

+Eros-sama, bitte gebt mir noch Zeit. Ich finde jemanden für Kenji-san, das verspreche ich und Kenji-san bemüht sich doch auch...+

+Es hat keinen Sinn mehr, Layo, dieser Junge will [b]niemanden[/b] an seiner Seite haben.+

Verstört sah Layo seinen [i]Auftrag[/i] an, als er die Stimme seines Herren nicht mehr hören konnte, ehe er betreten und resigniert den Kopf wieder sinken ließ. Eros-sama hatte immer Recht, also auch dieses mal, daran gab es keinen Zweifel.


Mittlerweile war nun auch Kenji vollständig wach und merkte sehr wohl, dass etwas mit seinem kleinen Engel nicht stimmte, als dieser wie eine Feder in der Luft nach oben schwebte.
Auch Louis sah von seinem Schlafplatz zu seinem Spielkameraden auf, der sich fliegend immer mehr dem Fenster näherte.

„Layo, was ist los? Wo willst du hin?“

Kenji war aus dem Bett gesprungen und betrachtet das kleine Wesen mit den kurzen Flügeln mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend. Etwas stimmte nicht, soviel war klar.

„Ich muss wieder zurück. Eros-sama hat mich zu sich gerufen.“

„Was? Aber, du hast noch niemanden für mich gefunden. Du hast selbst gesagt, dass du nicht eher gehen kannst, bevor du nicht eine Freundin für mich findest.“

„Ein Befehl ist nun mal ein Befehl!“, herrschte der Kleinere ihn an und Tränen rollten unablässig über seinen geröteten Wangen. „Außerdem, willst du doch sowieso niemanden neben bei dir haben. NICHT EINMAL MICH!“

Kenji konnte gar nicht so schnell reagieren, wie Layo sich in eine Kugel aus Licht verwandelte und durch das geschlossene Fenster flog, hoch in den dunklen Nachthimmel.


Ruckartig riss Kenji die Balkontür auf, doch es war bereits zu spät. Sein kleiner Engel war in der Dunkelheit verschwunden und irgendwo in ihm drin sagte eine kleine nervige Stimme, dass er von Anfang an gewusst hatte, dass Layo nicht für immer bleiben würde.



~*~*~*~*~*~


Stillschweigend betrachteten die anderen Engel ihr jüngstes Mitglied, wenn sie an ihm vorüber zogen.
Seitdem Layo auf der Erde gewesen war, hatte er sich verändert. Er lachte nicht mehr oder regte sich auf, wenn man ihn ergärte. Er saß nur noch niedergeschlagen und traurig da, alles um sich herum vergessend.

Selbst das Angebot größerer Flügel für einen neuen Auftrag hatte er abgelehnt. Es war ihm anscheinend egal geworden, wie groß beziehungsweise klein seine Flügel nun waren. Auch war er schmaler geworden, da er nicht mal mehr die Hälfte von dem aß, was er sonst immer gegessen hatte und stach damit unter den anderen, wesentlich pummeligeren Putten, noch mehr hervor als früher, aber das interessierte ihn nicht. Er hatte auch viel Zeit in der Bibliothek verbracht und einen Zauber gelernt, den Engel solch niedrigen Ranges eigentlich nicht ausführen durften. Genau wie Eros-sama konnte auch er eine Seifenblase entstehen lassen, nur das diese wesentlich kleiner war und gerade mal in seine Hand passte.

Damit saß er oft auf einer der Wolken und beobachtete, was eine gewisse Person auf der Erde tat. Meist war es immer dasselbe und trotzdem konnte er seine Augen einfach nicht von Kenji nehmen.
Er vermisste in und ihm schmerzte sein Herz, bis ins unermessliche. Noch nie hatte er so etwas intensives gespürt. Doch in den Büchern hatte er nichts darüber finden können.

Es tat weh, wenn er Kenji nicht sah, aber auch wenn er ihn sah oder an ihn dachte. Was war das nur, was ihn so verzweifeln ließ?


Mit Sorge betrachtete Eros-sama seinen Schützling. Er hatte sehr wohl bemerkt, dass der Kleine einen für ihn verbotenen Zauber benutzte und auch andere Engel hatten ihm darüber schon Bericht erstattet. Zu erst hatte er ihn bestrafen wollen, doch wenn er ihn so ansah, wie er einsam und allein auf seiner Wolke saß und alles was er hatte riskierte, nur um einen Menschen zu sehen und das Gefühl zu haben, irgendwie bei diesem zu sein, dann wurde selbst ihm schwer ums Herz. Doch es musste eine Entscheidung fallen, denn so konnte es nicht weiter gehen. Und er wusste auch schon ganz genau, was er zutun hatte.


~*~*~*~*~*~


Schweigend und mit hängendem Kopf schwebte Layo vor dem großen Schreibtisch, hinter dem Eros-sama in seinem schneeweißen Sessel saß. Er konnte sich sehr gut denken, warum sein Herr ihn zu sich gerufen hatte.

„Layo“, begann der schöne Gott mit ruhiger aber kraftvoller Stimme, „Du weißt sicherlich, warum du hier bist. Du hast einen Zauber benutzt, den nur die Götter und die allerhöchsten Engel benutzen dürfen, nur um einen Menschen zu beobachtet, dem du keine große Hilfe warst. Mir bleibt nichts anderes übrig, als dich zu verbannen.“

Auch wenn er gewusst hatte, dass es so enden würde, sah Layo erschrocken auf, denn es zu denken oder entgültig zu wissen, war etwas völlig Verschiedenes.


Elegant erhob sich Eros-sama und schritt auf den kleinen Engel zu, der ihn ängstlich ansah. Sanft strich er ihm über die Wange, um ihn zu beruhigen.

„Du bist anders, als die anderen Engel. Das warst du schon immer. Deine Neugier lässt dich jetzt Dinge fühlen, die für die anderen Engel nicht zu begreifen sind. Du fühlst einen tiefen Schmerz in dir, wenn du den Menschen siehst und du wünschst dir nichts mehr, als bei ihm zu sein und ihm zu helfen, dass er glücklich wird. Nicht wahr?“

„Ja, Eros-sama.“, antwortete Layo schluchzend.

Allein der Gedanke an Kenji machte ihn unendlich traurig und doch auch glücklich zu gleich. Er hatte das Gefühl, dass es ihn auseinander reißen würde.

„Deswegen“, führ Eros-sama fort, „werde ich dich weckschicken, für immer!“


~*~*~*~*~*~


Nachdenklich betrachtete Kenji den Nachthimmel. Das tat er jeden Abend, seit sein kleiner Engel weg war, immer in der Hoffnung, dass Layo wieder kommen würde. Selbst Louis war traurig über den Verlust seines Spielkameraden und lag nur noch abwesend in der Ecke.


Völlig unerwartet wurde die dichte Wolkendecke von einem gleißenden bläulichen Lichtstrahl durchbrochen, der direkt in Kenjis Garten einschlug. Und im Inneren dieses Lichtes, konnte er jemanden erkennen, der sich immer mehr der Erde näherte.

Der Lichtstrahl verschwand und übrig blieb nur eine halbnackte Gestalt, die völlig erschöpft auf dem Boden lag. Langsam richtete sich der neue Mensch auf und strahlendgrüne Augen sahen Kenji durchdringend an. Einpaar rosafarbene Strähnen vielen in das schöne Gesicht. Auch wenn Kenji es nicht wirklich begreifen konnte, doch der, der da vor ihm lag, war niemand anderes als Layo, sein Engel. Doch nur noch ein Tattoo in Form eines kleinen Flügels auf jedem Schulterblatt erinnerte daran.
Sanft zog er den Kleineren in seine Arme, während Louis schwanzwedelnd um sie herum sprang.

„Ich bin wieder da, Kenji-san.“, flüsterte Layo leise und kuschelte sich an ihn.

Dieses Mal würde er für immer bleiben und das Leuchten in Kenjis Augen zurück bringen.




Owari 



[1] Großmutter