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Wie werd ich ein Engel in 30 Tagen?

15.12.2006



Tanz mit dem Teufel III

Immer noch aufgeregt vom gestrigen Tag lag Adalbert in seinem Bett. Er hatte nicht gut geschlafen, denn langsam wurde er das schleichende, unangenehme Gefühl nicht los, dass die Tage nicht mehr reichten, aus ihm noch einen Engel werden zu lassen. 14 Tage waren schon vergangen - 14 Tage, die alles in allen nicht gerade erfolgreich für den kleinen Elfen gelaufen waren. Denn er hatte nur neun Sterne bekommen, bei den anderen Aufgaben hatte er total versagt. Ob er das nun zugeben wollte oder nicht.

Wenn man nur neun Aufgaben erfüllte, fünf dafür versiebte, wobei eine davon eine zweite Chance gewesen war, dann war das nicht gerade ein berauschender Schnitt. Aber es war, wie alles in Adalberts Leben, mittelmäßig. Nicht mal in der Elfenschule war er überdurchschnittlich gewesen, ein kleiner Elf, mit seinen kleinen Möglichkeiten, die für die Aufgabe eines Weihnachtsengels einfach nicht ausreichten. Warum gab er sich also nicht mit dem zufrieden, was er war? So viele Elfen waren ihr Leben lang schon Elfen und waren glücklich dabei, da konnte doch etwas nicht ganz schlecht an diesem Leben sein. Aber Adalbert wollte mehr. Vor allem wollte er Jez nicht verlieren, denn wenn er diese Aufgaben nicht erfüllte, kam er vielleicht nie wieder in den Außendienst, weil er nicht zu gebrauchen war. Und da Jez nicht zu ihm kommen durfte, sahen sie sich dann nie wieder.

Der Gedanke schmerzte, ob Adalbert das nun zugeben wollte oder nicht. Die Vorstellung, dass Jezzy, sein kleiner Jezzy, der jetzt so ein schöner, großer Engel war, ihn nicht mehr in den Arm nahm oder sich an ihn lehnte, Adalbert Trost spendete, wenn er ihn brauchte, er wollte diese Vorstellung nicht wahr werden lassen. Er brauchte Jez, auch wenn dem kleinen Elfen noch nicht wirklich klar wurde warum. Er fühlte sich gut, wenn Jez da war und er fühlte sich elend und krank, wenn er nicht da war.

Vielleicht hatten Engel die Wirkung auf Elfen, man sagte ihnen ja nicht umsonst die tollsten Dinge nach, von denen Adalbert auch eines Tages einmal wissen wollen würde, ob sie wahr waren. So viele Fragen und nur noch so wenig Zeit. Am liebsten hätte der kleine Elf jetzt alles hingeschmissen und die letzten zehn Tage mit Jez einfach nur noch genossen. Im Schnee sitzen, auf Rentieren reiten und sich einfach nur in den Armen liegen. Die Aufregungen der letzten Tage hatten ganz schön an seinem Nervenkostüm gezerrt. Immer unter Strom, immer in der Sorge, ob seine Ideen nun ein gutes Ende nahmen oder nicht. Spät ins Bett, morgens wieder raus. Er aß unregelmäßig und seine Augenringe hatten selber schon Ringe. Es war sowieso ein Wunder, dass Jez ihn so noch ansah und nicht schon lange weggelaufen war. Doch das zeigte wohl, was Jez für ein feiner Kerl war, wenn er sogar so was übersah.

Nein, Adalbert hatte das Gefühl, ausgebrannt zu sein, er konnte nicht mehr. Immer wieder das gleiche Schema und dann die Enttäuschung, wenn die beiden, die er zusammenbringen sollte, einfach nicht füreinander geschaffen waren.

Alec und Jack waren doch wirklich das beste Beispiel. Zwar war er froh gewesen, eine zweite Chance bei den beiden bekommen zu haben, doch im Nachhinein empfand er den Schaden, den sie angerichtet hatten, als größer als vorher. Vorher hatten sich Alec und Jack eben nicht gemocht, einer hatte den anderen verladen und sich darüber aufgeregt, dass der andere nicht reagierte, gar nicht daran dachte, sich ärgern zu lassen. Jack war so cool und souverän, doch nein, der hohe Elfenrat war ja unbedingt der Meinung, man müsste diese beiden zusammenbringen. Dabei waren beide noch nicht einmal schwul - was sollte der ganze Mist? Und als hätte diese Niederlage nicht gereicht, nein, da musste der kleine Elf ihnen noch einmal auf den Nerv gehen, Alec mit der Nase auf etwas stoßen, was er besser nie herausgefunden hätte, denn die Enttäuschung, als Jack ihm sagte, er würde seine Gefühle nicht erwidern, die war greifbar gewesen. Es hatte selbst Adalbert geschmerzt, Alec so sehen zu müssen und wenn er heute daran zurück dachte, wie der allein an der gedeckten Tafel gesessen hatte, tat es Adalbert immer noch in der Brust weh.

Es war nicht fair gewesen, diese beiden aus ihrem Leben zu reißen und ihnen etwas aufzuzwingen, was die gar nicht wollten. Was sollte das denn? Wer waren die Elfen denn, dass sie bestimmten, wer zueinander finden sollte. Warum hatten sie die beiden nicht einfach allein lassen können? Sie hätten sich doch nur noch durch ein paar wenige Schuljahre quälen müssen, dann hätten sich ihre Wege getrennt und sie hätten einander nie wieder gesehen. Sie hätten sich noch ein paar Jahre gegenseitig geärgert, jeder hätte eine nette Frau gefunden und Kinder bekommen. Aber nein, nun war Alec völlig durch den Wind und Jack wusste auch nicht so richtig, wie er mit ihm umgehen sollte.

Nein, das war echt nicht fair gewesen und das würde Adalbert dem hohen Rat auch sagen. Am besten noch jetzt!

Entschlossen setzte sich der kleine Elf auf und strich sich sein Nachthemd gerade. Die Schatulle mit den Sternen, die er immer wieder gezählt hatte und feststellen musste, dass es irgendwie einfach nicht mehr werden wollten, schloss er und stellte sie beiseite. Daran konnte er später auch noch arbeiten. Sein aktuelles Problem waren Alec und Jack und er wollte sich alles von der Seele schreiben und dann konnte er sich immer noch um seine nächsten Aufträge kümmern.

Er hatte nur noch 10 Tage und ihm fehlten 11 Sterne. Wie sollte er das noch schaffen? Das machte doch alles keinen Sinn mehr. Lieber wollte er seine Kraft darauf vertun, Menschen zu helfen, die es wirklich brauchten und dem hohen Rat mal zu sagen, dass sie nicht der Nabel der Welt waren und nicht das Recht hatten, Menschen so unglücklich zu machen, wie Alec oder auch wie den jungen Alexander, der nun seinen Butler verlieren würde. Das war doch alles nicht fair.

Überhaupt nichts war fair, auch nicht, dass Engel nicht zurück ins Elfenreich durften, dass Jez ihn nicht besuchen durfte. Das war alles nicht fair!

Und so saß Adalbert ein paar Minuten später beim Schein einer Kerze an seinem Tisch und fing an, alles, was ihm im Augenblick durch den Kopf ging, aufzuschreiben. Von Alec und den Gemeinheiten, die man ihm angetan hatte, von Jez und wie niederträchtig es war, dass er nie wieder zurückkommen durfte. Und weil der kleine Elf schon mal dabei war, schrieb er auch gleich, wie fies es wäre, dass man ihm Aufgaben gab, die zu keinem guten Ende führen konnten, egal wie sehr Adalbert sich anstrengte und er deswegen kein Engel werden konnte, um bei Jez zu bleiben.

Adalbert nahm sich auch vor, den Brief nicht noch einmal zu lesen, denn er kannte sich zu gut. Wenn er ihn noch einmal las und feststellte, was er sich da gerade alles herausgenommen hatte, dann würde er Skrupel bekommen und den Zettel zerreißen, damit ihn nie einer zu Gesicht bekam. Doch er wollte ihn nicht zerreißen, er wollte, dass der hohe Rat endlich wusste, was er von all dem hielt. Und... Adalbert seufzte. Er konnte das nicht einfach nur daran fest machen, ob jemand nun einen Partner hatte oder nicht. Manche waren auch ohne Partner glücklich oder nur ohne Partner glücklich, weil eine Beziehung sie einengte. Andere wiederum hatten zwar nicht den Mann oder die Frau fürs Leben gefunden, aber das Wissen, das ihnen Adalberts Versuch gebracht hatte, hatten ihnen vielleicht auch geholfen.

Es war gar nicht so leicht, daran festzumachen, wie erfolgreich ein Auftrag gewesen war. Alles was er sagen konnte war, dass die Bilanz für Adalbert nicht gerade rosig gewesen war und er eigentlich keine Chance mehr hatte, doch noch ein Engel zu werden und die kleinen, mickrigen Elfenflügelchen gegen große, stattliche Engelschwingen zu tauschen, die albernen Elfenstiefelchen endlich abzulegen, weil er sie nicht mehr brauchte und mit Jez nur noch durch die Wolken zu schweben. Doch das war Illusion. Der Zug war abgefahren!

Adalbert schrieb und schrieb, fast die ganze Nacht und als er endlich fertig war, acht Seiten mit Worten voll gemalt hatte und sie endlich mit der Rohrpost abgeschickt worden waren, taumelte der kleine Elf nur noch etwas zufriedener ins Bett. Er konnte kaum noch die Augen offen halten, aber er war stolz auf sich, dass es ihm gelungen war, endlich einmal seine Gedanken auch weiterzugeben. Zu lange hatte er geschwiegen, zu lange hatte er hingenommen, was der hohe Rat beschloss.

Nein, die hatten die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen. Ob sie auch einmal danach gingen, was ihre Einmischungen für Wunden rissen? Elfen waren nicht so gut, wie die Menschen immer glaubten, sie waren arrogant geworden, glaubten, sie allein wären für das Schicksal der Welt zuständig. Doch so war es nicht, sie hatten viel zu wenig Macht! Adalbert glaubte sogar, die meisten hatten nicht einmal Interesse an denen, die sie glücklich machen sollten. Welcher Elf war denn schon mal in seinem Leben auf der Erde gewesen? In der Menschenwelt? Seine Mutter jedenfalls noch nicht und sein Vater? Adalbert wagte es zu bezweifeln.

Doch weiter kam er auch nicht, denn er schlief ein. Als dann das Elf-o-phon ihn weckte und ihm die ferngesteuerte Hand die Decke wegriss, da war sich Adalbert sicher, gerade erst ins Bett gegangen zu sein. Es konnte unmöglich schon so spät sein! Also weigerte er sich, auch wenn es ohne Decke echt kalt war und drehte sich wieder um. Warum sollte er sich noch schinden? Die Rechnung ging nicht mehr auf. Er wollte ausschlafen!

„Adalbert“, hörte er dann plötzlich eine Stimme und der kleine Elf hob ein Lid. Er kannte diese Stimme doch. „Adi, komm schon, schwing deinen süßen Hintern aus dem Bett.“

Adalbert kam unter seinem Kissen hervorgekrochen und sah sich um, doch das kleine Häuschen lag leer. Wo kam also die Stimme her?

„Adi, nun mach schon. Ich warte auf dich, wir haben viel vor!“

Irritiert sah der kleine Elf sich um, da sah er Jez' Gesicht auf dem Bildschirm des Elf-o-phons und sprang auf, nicht darauf achtend, dass sein Nachthemd mal wieder an ihm hing wie ein Strick. Es war hoch gerutscht und erst als es in empfindlichen Regionen ziemlich frisch wurde, bemerkte Adalbert war los war und zog es hoch errötet wieder gerade. „Morgen, Jez“, grinste er verlegen und der Engel hob lachend eine Braue.

„Komm schon, Süßer, mach dich fertig, ich warte auf dich“, dann war Jez einfach weg und Adalbert wusste nicht, was er davon halten sollte. War das Elf-o-phon nicht nur für Elfen? Wie kam denn Jez auf den Monitor? Ob man sich doch von außerhalb einwählen konnte? Ob man... Adalbert überlegte vor sich hin, doch die Ankunft der neuen Papiere für den Tag rissen ihn aus seinen Gedanken. Mit Angst starrte Adalbert auf die Post vom Elfenrat und seine düsteren Gedanken kamen zurück, die, die er aufgeschrieben und dem Elfenrat geschickt hatte. Kam jetzt, anstatt des nächsten Auftrages seine unehrenhafte Entlassung als Elf? Wurde er zum Mensch degradiert und musste auf der Erde leben?

Na ja, das Schlechteste wäre es nicht, Jez könnte ihn dort besuchen.

Adalbert schüttelte gerade über sich selbst den Kopf. War Jez wirklich sein Lebensinhalt geworden? Würde er sogar zum Mensch werden wollen, nur damit er ihn sehen konnte? Das war doch wirklich nicht mehr normal! Er nahm es in Kauf, Vater und Mutter und klein Elfi-Elfchen nie wieder zu sehen, wenn er nur seinen Engel sehen konnte? Irgendwas stimmte nicht mit ihm. Was passierte, wenn er seine Prioritäten plötzlich so setzte? Adalbert verstand es wirklich nicht. Jeder Gedanke war von Jez beseelt, jede Minute von Jez ausgefüllt. Was war das? Was passierte hier mit ihm, was er nicht einordnen konnte?

Wieder lag sein Blick auf der Rolle in seiner Hand. Was würde da wohl drinnen sein? Aber hatte Jez nicht gesagt, er würde auf ihn warten? Adalbert durfte nicht trödeln! Was, wenn er sich einfach anzog und... nein. Adalbert schüttelte den Kopf, es hatte keinen Sinn, die Rolle ungeöffnet zu lassen und einfach zu Jez zu gehen, denn er hatte eine kleine, unwichtige Sache fast vergessen. Er wusste nur, dass Jez auf ihn wartete, doch wo, das hatte der Engel nicht gesagt. Das konnte überall sein! Irgendwie hatte Adalbert gerade das Gefühl, dass er die Lösung dessen in seinen Händen hielt, also schraubte er die Kartusche vorsichtig auf und holte die Papiere raus.

Adalbert stutzte, legte den Auftrag auf den Tisch und schüttelte die Kartusche noch einmal. Doch bis auf den Auftrag und die Bögen seiner Klienten war nichts in der Kartusche zu finden. Keine Reaktion des hohen Rates auf seinen Brief. Vielleicht hatten sie ihn ja noch gar nicht gelesen und Adalbert musste noch einen weiteren Tag in seiner Angst leben, wie die hohen Elfen darauf reagieren würden. Er fiel auf seinen Stuhl und legte die Kartusche beiseite. Als er die Unterlagen aufschlug wusste er aber, dass der hohe Rat seinen Brief bekommen und gelesen hatte und dies hier seine Rache war.

Ein drittes Mal sollte er sein Glück damit versuchen, Alec und Jack zusammenzubringen.

Das war doch nicht fair!

Was bildeten sich diese alten Säcke eigentlich ein? Dass sie Adalbert auf Kosten der beiden jungen Männer bestrafen durften? Was waren das nur für grausame Elfen, die so etwas taten? Adalbert zitterte, er wusste nicht genau warum, aber eine gehörige Portion Wut war auf jeden Fall dabei. Wut darüber, dass er Alec wieder wehtun sollte und Wut darüber, dass er wieder ohne Stern nach Hause ging, er dann nur noch neun Tage hatte, um 11 Sterne zu bekommen.

Dieser Rat hielt ihn doch nur hin. Er hatte die Chance von denen nur bekommen, weil sein Vater Rüdiger so ein angesehener Elf war und man Adalbert eben nicht einfach übergehen konnte. Deswegen und nur deswegen, hatte Adalbert die unmöglichsten Aufgaben zu erfüllen. Es war doch gar nicht geplant, dass Adalbert sie löste und endlich ein Engel wurde! Da war sich der kleine Elf langsam ziemlich sicher.

Doch es half alles nichts, er konnte diesen Auftrag nicht verweigern. Aber er konnte was anderes. Adalbert grinste gehässig. Die alten Säcke sollten schon sehen, mit wem sie sich angelegt hatten! Kampfesmutig und zu allem entschlossen machte sich der kleine Elf also fertig. Er musste die Daten nicht studieren, er kannte sie ziemlich gut! Zu gut, für seinen Geschmack.

Entschlossen dazu, Alec aufzusuchen und ihm Jack endlich auszureden, damit sie wieder eigene Wege gehen konnte, landete er an einer Stelle in New York, die ihm fremd war. Das brachte den jungen Elfen doch etwas aus der Fassung. Doch da schlossen sich schon Arme um ihn und Jez wuschelte ihm mit der Nase über die Mütze. „Hey, Elfchen. Hab dich vermisst“, sagte er und irgendwie schwand plötzlich Adalberts Elan, es dem hohen Rat mal so richtig zu zeigen. Lieber wollte er Alec endlich in Ruhe lassen und den ganzen Tag mit Jez Kakao trinken!

„Du mir auch“, sagte Adalbert leise und wieder schoss Blut in seine Wangen. „Lass uns den Auftrag vergessen und uns einen schönen Tag machen“, sagte er leise und drehte sich in Jezeriels Armen, dabei sah er ihn bettelnd an.

Der Engel legte den Kopf schief. Was hatte das denn zu bedeuten? „Was ist los, Süßer?“, wollte Jez wissen und strich Adalbert eine Strähne aus dem Haar. Keiner nahm Notiz von ihnen, denn die Menschen hasteten nur auf den breiten Gehwegen an ihnen vorbei. Es schneite leicht und so wollte jeder nur ziemlich schnell wieder ins Trockene.

„Jez, es hat doch keinen Sinn mehr“, sagte Adalbert und zog den Engel noch etwas dichter. Er wollte lieber die letzten Tage mit ihm noch genießen, ehe sie sich dann für länger nicht sehen durften. Er hatte vor, die Aufträge anzunehmen, sie aber zu vergeigen und die Menschen in Ruhe zu lassen. Er war sich sicher, dass die selber ganz gut wussten, was gut für sie war und was nicht. Da brauchten sie keine arroganten Elfen, die sich in deren Leben einmischten.

Immer noch mit Skepsis beladen sah Jezeriel auf den kleinen Elfen. Was war nur mit Adalbert passiert? Er hatte sich zwar denken können, dass er nicht gut drauf sein würde, wenn er den dritten Anlauf nahm, Alec und Jack endlich zueinander finden zu lassen, aber dass der Kleine so schnell aufgeben würde, hätte er nicht erwartet. Irgendwie traf es ihn, dass Adalbert keine Energie mehr in seinen Auftrag stecken wollte, dass er kein Engel mehr werden wollte. Warum nicht? Mochte er ihn gar nicht?

„Da drüben gibt es Kakao.“ Adalbert zog den Engel an einer Hand hinter sich her, in ein kleines Lokal mit Kaffee und Gebäck und suchte sich einen ungestörten Platz, in den hinteren Reihen. Er zog seine Mütze ab und die Jacke aus, orderte Kakao und sah Jez dann traurig an. „Hör mal“, sagte Adalbert leise, „ich fand es letztes Mal schon scheiße, was wir mit ihm gemacht haben. Alec heute noch mal so zuzusetzen und ihm zu zeigen, dass Jack ihn nicht will, das hat er nicht verdient. Er ist ein guter Kerl, das wäre nicht fair, ihm immer wieder vor Augen zu führen, dass es keinen Sinn hat. Wer sind wir denn?“ Man sah dem kleinen Elfen deutlich an, wie wichtig es ihm war, dass Jez verstand, doch der schien erst einmal über das, was Adalbert gesagt hatte, nachdenken zu müssen. Ganz dumm war es ja nicht, was Adalbert sagte. Es hatte Hand und Fuß, das musste Jezeriel leider zugeben.

„Und was hast du vor?“, wollte der Engel deswegen wissen und schenkte der Bedienung, die den Kakao brachte, ein sanftes Lächeln.

„Ich werde ihn davon überzeugen, dass Jack nichts für ihn ist, er sich ’ne Cheerleaderin suchen soll und die anderen Jobs werd ich auch so machen“, offenbarte der kleine Elf und Jez' Züge versteinerten. Was sagte Adalbert denn da? Er warf die einzige Chance weg, die sie zusammen bleiben lassen konnte? Mochte er ihn nicht? War ihm Jez die Anstrengungen nicht wert? Dabei unterstützte er Adalbert doch schon, wo es nur ging. „Aha“, war alles, was er entgegnen konnte und Adalbert begriff nicht, warum Jez nicht mehr lächelte.

„Was denkst du gerade?“, wollte er deswegen unsicher wissen.

„Dass du mich nicht magst und kein Engel mehr werden willst“, sagte Jez offen, auch wenn er sich albern dabei vor kam. Doch was sollte er tun? Er wollte Adalbert nicht aufgeben und das hier war doch seine einzige Chance, ihn bei sich behalten zu können, ihm nahe sein zu können. Warum konnte Adalbert sie so leichtfertig wegwerfen?

„Das habe ich nicht gesagt“, entgegnete Adalbert beleidigt. Was dachte der Engel denn von ihm? „Nur weil ich dich mag, nehme ich die Aufträge noch an. Ich will dich sehen und die letzte Zeit, die wir noch haben, mit dir verbringen“, erklärte er und seine Augen zeigten, dass er Jez überhaupt nicht verstand.

„Quatsch“, sagte Jezeriel wütend. „Wenn du mich mögen würdest, würdest du alles tun, um bei mir bleiben zu können, auch endlich ein Engel werden.“

„Ja, denkst du denn, das will ich nicht?“ Adalbert schoss hoch, seine Stimme war laut und belegt. Wollte Jez denn nicht verstehen? „Ich bin nur noch hier, weil ich dich sehen wollte!“

Weil die Bedienung sich erschrocken zu ihnen umsah, zog Jezeriel den kleinen Elfen wieder auf den Stuhl und bat ihn leiser zu sein. Erst da fiel Adalbert auf, dass er mal wieder vergessen hatte, wo er war. Doch Jez' Sturheit, dass er nicht verstehen wollte, regte ihn irgendwie einfach nur auf.

„Ich bin nur wegen dir hier. Alec werde ich in Ruhe lassen, ich habe ihn lange genug gequält und was das Engelwerden angeht“, murmelte Adalbert und senkte den Blick. „Rechne mal nach.“ Adalberts Stimme klang enttäuscht dabei. „Ich habe 14 Aufträge gehabt, und habe nur 9 Sterne bekommen, obwohl ich immer mein Bestes gegeben habe. Ich habe nur noch 10 Tage, um 11 Sterne zu bekommen. Selbst wenn jetzt alles gut geht, es ist nicht mehr zu schaffen. Jez, ich kann kein Engel werden.“ Adalbert konnte gar nicht verhindern, dass seine Stimme dünn und weinerlich klang, denn die Tränen liefen ihm über die Wangen. Alles nur in seinem Kopf durchzuspielen war eben immer noch etwas anderes, als es dann wirklich zu wissen. Es zu hören schmerzte mehr, als es nur zu wissen. Er sah Jezeriel mit seinen roten Augen an, die Tränen liefen stumm. „Ich will dich doch nicht verlieren, aber was hat es denn noch für einen Sinn, diesen Mist weiter zu machen. Sich Tag für Tag zu schinden, dafür, dass es eh keinen Sinn hat.“

Der Engel schluckte und wusste nicht, was er sagen sollte. Er hatte Adalbert wohl völlig falsch eingeschätzt. Es war alles andere als leichtfertig, als der sagte, er wolle nicht mehr. Er musste lange darüber nachgedacht haben, ehe er Jez dies hier sagen konnte. Wortlos zog er den kleinen Elf auf seinen Schoß und tröstete ihn, hüllte die Schwingen um sie, damit keiner sie sah. Das war ihr Augenblick, ihr Moment, den sie allein haben wollten.

„Es tut mir leid, Adi, ich wollte dich nicht zum Weinen bringen, aber bitte, gib noch nicht auf. Tu mir den Gefallen, vertraue mir und gib uns nicht auf“, bat er leise, strich Adalbert dabei immer wieder über den Rücken. Nun weinte der kleine Elf richtig, sein Körper wurde geschüttelt und kaum kamen noch Worte über seine Lippen.

„Vertraust du mir“, wollte Jezeriel leise wissen und strich seinem Elfen immer wieder beruhigend über den Rücken. Adalbert sah ihn stumm an. Was wollte Jez damit erreichen?

„Sag's mir, Adi, vertraust du mir?“ Seine ruhige, leise Stimme ließ Adalbert nicht los. Der überlegte. Klar, er vertraute Jez, doch was änderte es an der Tatsache? Bedächtig nickte der kleine Elf und Jez lächelte.

„Das ist gut.“ Seine Nase strich durch Adalberts Pony, dann legte sich seine Stirn gegen die des kleinen Elfen.

„Dann hör mir jetzt gut zu, Adi. Egal was passiert, vertrau mir. Zieh diese Aufgaben durch und versuche dein Bestes, die Paare zusammenzubringen und sie glücklich zu machen. Frag mich bitte nicht warum, tu es“, sagte Jezeriel und sah dabei seinen kleinen Elfen eindringlich an. „Hörst du, Adalbert? Bitte gib nicht auf, wenn du es schon nicht für dich tun willst, dann tu es für mich. Es wäre mir sehr wichtig.“

Undeutbar sah Adalbert den Engel an und legte den Kopf schief. „D-du“, schluchzte er und versuchte sich zu fassen. „Du weißt m-mehr, als d-du mir s-sagen kannst, o-oder?“

Doch Jez lächelte nur und legte den Kopf auch schief, damit er Adalbert wieder gerade in die Augen sehen konnte. „Wer weiß“, sagte er nur und strich Adalbert durch die Haare, über die Arme. „Also, machen wir weiter und sorgen dafür, dass Alec und Jack sich näher kommen? Egal ob sie sich heute bekommen oder nicht? Egal, wie viele Sterne du noch brauchst und egal wie viele Tage du noch hast?“

Adalbert nickte vorsichtig und zaghaft. Sicher war er sich wirklich nicht, doch was sollte er tun? Er konnte Jez nichts abschlagen, das hatte er noch nie gekonnt.

„Wunder gibt es immer wieder, Adi. Glaub an sie. Und jetzt trink deinen Kakao, wir müssen uns um Alec und seinen Jack kümmern“, versuchte Jezeriel zu motivieren und Adalbert nickte schief. Er wischte sich über die nassen Wangen, strich die Tränen aus den Augen und seufzte. Was hatte er schon für eine andere Wahl?

„Es gefällt mir nicht, Alec wieder so weh zu tun, ihm etwas vorzugaukeln, was nicht ist. Wir haben doch selber gehört, dass Jack ihn nicht liebt“, intervenierte der kleine Elf und schob sich nach einer letzten, innigen Umarmung von Jezeriels Schoß auf seinen Platz zurück und der Engel löste seine Flügel, um sie wieder erscheinen zu lassen. Er lächelte schmal.

„Adalbert, vertrau mir bitte einfach. Nicht jede Liebe wächst auf den ersten Blick. Manchmal, da braucht sie länger, braucht Sicherheiten, braucht Zeit. Ich verspreche dir, egal was heute passiert und egal wie dieser Tag enden wird, Alec und Jack werden eines Tages glücklich sein. Glaubst du mir das?“

Adalbert sah ihn schweigend an. Eigentlich war ihm danach, den Kopf zu schütteln. Nein, er glaubte das ganz und gar nicht. Doch er versuchte zu nicken.

„Gut. Dann lass uns zahlen und gehen, wir werden die Zeit brauchen“, sagte Jez, der schon vor Tagen etwas in die Wege geleitet hatte.

„Werden sie gemeinsam glücklich sein oder jeder für sich selber?“, wollte Adalbert plötzlich wissen und Jez sah von seiner Tasse auf. Vor dem Fenster, hinter dem sie saßen, wurden die Flocken dichter. Sie mussten sich beeilen. Außerdem hatte er noch einen Termin, den er nicht versäumen durfte, denn mit dem stand und fiel sein Plan, Adalbert zu helfen.

„Das darf ich dir nicht sagen, Adi“, erklärte Jez mit einem tiefen Bedauern in der Stimme. „Nimm es bitte einfach so hin, auch wenn es viel verlangt ist.“

Adalbert seufzte nur. „Ich will doch nur wissen, ob es einen Sinn hat, was ich mache“, murmelte er leise.

„Adi, du arbeitest darauf hin, ein Engel zu werden und bei mir zu bleiben, ist das denn kein Sinn?“, fragte Jez leise und wirkte wieder so angeschlagen, doch als der kleine Elf grinste und ganz doll nickte, da war auch er wieder versöhnt. So legte er nur Geld auf den Tisch und als Adalbert seinen warmen Kakao getrunken und seine Jacke wieder angezogen hatte, machten sie sich wieder auf, auf die verschneiten Straßen von New York. Sie wollten mit Alec reden, damit Jez' Plan aufging.



+++



Was für ein Freitag. Alec saß auf der Veranda seines Zimmers. Eigentlich hatten sich seine Freunde angesagt, doch Alec hatte allein sein wollen. Er wusste ja selber nicht genau warum. Seit Jack ihm diese Abfuhr gegeben hatte, war nichts mehr wie es war. Er ging ihm aus dem Weg, wo es nur ging, Alec hatte sogar herausgefunden, dass Jack darum gebeten hatte, in einen anderen Klassenverband versetzt zu werden - leider ohne Erfolg. Das hatte wehgetan und zwar gründlich. War er denn so ein Monster, dass man mit ihm nicht den Raum teilen wollte? War er so ein Bastard, dass man ihn nicht ertragen konnte? Das war doch alles nicht fair gewesen. Und an allem waren nur diese zwei komischen, blonden Vögel schuld gewesen. Dieser Engel und sein Hilfself. Warum hatten die ihn so piesacken müssen? Immer wieder rein in die Wunde, die vorher nur gepuckert hatte. Nun, da er wusste, warum sie puckerte, wieder aufgerissen worden war, nun eiterte sie, denn der Dreck, der sie infiziert hatte, ging tief.

Wie naiv war er doch gewesen, zu glauben, er müsste Jack nur sagen, dass er sich verliebt hatte und der würde freudestrahlend gestehen, dass es ihm nicht anders ging. Wie naiv er doch gewesen war, wie gutgläubig, wie blauäugig. Er könnte sich selber dafür ohrfeigen, sich so blamiert zu haben. Es war ja nicht so, dass er nicht glaubte, was er da gesagt hatte. Er hatte sich in Jack verliebt, keine Frage, aber er hätte doch wissen müssen, dass er auf taube Ohren stoßen würde. Das hätte ihm doch von Anfang an klar sein müssen!

Seufzend saß Alec auf dem breiten Geländer. In den Salon traute er sich nicht mehr. Er musste die Bar nur sehen und hatte Jacks atemberaubende Show vor Augen und wie Alec ihn zu Boden gerungen hatte. Was hatte der Blonde da wohl gedacht?

Auch das Esszimmer mied Alec, seitdem er dort so zurückgewiesen worden war. Das wäre nicht witzig, hatte Jack gesagt und Alec lachte bei der Erinnerung kalt auf. Nein, witzig war es wirklich nicht, dass der begehrteste Junggeselle der Stadt sich in einen Mann verliebt hatte, der nichts von ihm wissen wollte. Im Gegenteil, der sogar noch alles daran setzte, ihm aus dem Weg zu gehen. Das war wirklich nicht witzig!

Hatte Jack gedacht, das wäre nur ein Witz und kam sich verarscht vor? Oder glaubte er, was Alec gesagt hatte und ekelte sich jetzt? Egal was es war, beides führte dazu, dass sich der blonde, junge Mann immer weiter von Alec entfernte und all sein Geld nutzte ihm nichts, Jack noch einmal zu sich zu locken und mit ihm zu reden. Bei seiner Agentur hatte er ausdrücklich betont, von der Familie Rotherby nicht mehr gebucht werden zu wollen. Es war für Alec ein Schlag ins Gesicht gewesen, als er das am Telefon erfahren musste. Wut war in ihm hochgestiegen, Wut über die strikte Ablehnung. Die hatte er noch nie erfahren - nicht von Frauen und nicht von Männern. Jeder wollte ihn zum Freund. Aber wollte ihn auch jemand lieben? Die Damen sicher, sie erklärten in der Schule tagtäglich ja nichts anderes. Aber Jack, ausgerechnet Jack. Warum erwiderte dieses eine Mal, dieses verdammte eine einzige Mal derjenige, den Alec liebte, seine Gefühle nicht? Das war nicht fair.

Warum hatte er begreifen müssen, was passiert war, was in ihm vorging, wenn er dann mit seinem Wissen so allein gelassen wurde. Nein, fair war was anderes.

Als würde Jack ahnen, was Alec vorhatte, verschwand er in der Pause so schnell, dass keiner wusste, wo er war. Alec bekam also gar nicht die Chance, ihn zu finden und noch einmal mit ihm zu reden, ihm zu sagen, wie ernst er das meinte und dass es kein Scherz war.

„Hey, Alec.“

Erschrocken, weil er sich allein wähnte, zuckte der junge Mann zurück und sprang vom Geländer, damit er nicht doch noch das Gleichgewicht verlor. Doch als er sah, wer vor ihm stand, schloss er nur die Augen und wandte sich stöhnend ab. „Geht weg!“, forderte er scharf, doch Jez und Adalbert waren nicht so leicht davon abzubringen, Gutes zu tun.

„Alec, hör doch mal zu“, sagten sie, doch Alec wollte nicht. Er hatte genug durchgemacht. Er hatte sich genug gefallen lassen, sich lächerlich gemacht und litt jede Nacht aufs Neue, weil er nur noch von Jack träumte, weil dieser Mann sein Leben im Griff hatte, ohne es zu wissen. Er saugte Alec die Kraft ab, zog ihn magisch, wie an unsichtbaren Seilen, hinter sich her.

„Haut ab, ehe ich euch aus dem Haus treiben lasse. Ich habe, dank euch, echt genug Scheiße am Hacken, ich bin nicht scharf drauf, wieder einen eurer todsicheren Pläne zu hören!“, zischte er und zog sich die Jacke auf, weil er an Jez vorbei in sein Zimmer wollte. Ein paar Videospiele dürften ihn wieder auf andere Gedanken bringen. Davon war er überzeugt.

Doch Jezeriel ließ ihn nicht gehen. „Hör mal zu, Alec. Keiner sagte, es wäre ein todsicherer Plan. Aber es ist nun einmal so, dass du Jack gern hast und dich nach ihm sehnst. Alles was wir wollten, war dir dazu zu verhelfen, dass er auch endlich zugibt, was mit ihm los ist, aber dass er so stur ist, das hätten auch wir nicht erwartet“, versuchte der Engel zu erklären, während Adalbert schon wieder deprimiert aus seinem bis zur Nase hochgezogenen Schal guckte. Der Start war ja nicht gerade der Beste.

„Sag mal, du Flatterich! Hören Engelsohren schlecht? Ich sagte, nein Danke, lasst mich in Ruhe, ich will eure scheiß Hilfe nicht mehr. Ich werde mir eine Tussi suchen, die vögeln bis mir das Hirn versagt und dann zu meinem alten Leben zurückkehren. Jack will mich nicht und ich will ihn nicht. So einfach ist das.“

Adalbert sah ganz deutlich, dass es nicht so einfach war, dass Alec sich mit seinen Worten selbst verletzte, doch was sollte er tun? Er konnte ja schlecht sagen: ich verspreche, ihr werdet glücklich. Das konnte er nicht, denn er wusste es nicht. Zweimal schon hatte er auf ganzer Linie versagt. Er konnte Alecs Enttäuschung nur zu gut verstehen. Er war verletzt, aber er konnte doch nicht einfach so aufgeben!

„Alec, was redest du denn da? Das willst du doch gar nicht!“, sagte Jez und sah den Menschen eindringlich an. Davon ließ sich Alec aber gar nicht beeindrucken, er war abgebrüht.

„Und schon weißt du, was ich will und was nicht. Was soll denn der Humbug?“

„Ja“, sagte Jez nur und ärgerte sich gerade darüber. „Engel sehen in die Herzen der Menschen, ob dir das nun passt oder nicht und da sehe ich etwas anderes als Tussis, wie du sie nennst. Jack allein wohnt dort und alles was ich möchte, ist dir dabei zu helfen, dass auch Jack endlich begreift, dass du derjenige bist, der ihn glücklich machen kann, der ihm all das bieten kann, was er sucht.“

Alec lachte über so viel Blauäugigkeit. Engel waren echt komische Gewächse! „Was er sucht? Was sucht er denn?“, zischte er kalt.

„Schutz, Geborgenheit und Verständnis. Eine Schulter zum Anlehnen und etwas fürs Herz, aber das muss ich dir ja nicht erklären!“ Noch gab Jez nicht auf. Er hatte doch schon ganz andere Dickschädel geknackt. Außerdem hatte er vor ein paar Stunden erst auf Adalbert eingeredet, ihm zu vertrauen. Das durfte nicht umsonst gewesen sein.

„Alles, was ich möchte, ist, dass du ihn bei dir wohnen lässt, denn er wird aus seiner Wohnung fliegen!“, sagte Jez und Alec, der sich gerade an ihm vorbei in sein Zimmer schieben und die Tür hinter sich zu machen wollte, zuckte zurück.

„Sag mal, was redest du eigentlich für einen Scheiß? Er wohnt in einem WG-Zimmer und er wohnt dort gut!“, erklärte Alec. Wusste dieser komische Federheini nicht, wann Schluss war?

„Alles, was ich von dir wissen will, ist: Wenn er auf der Straße sitzt und Hilfe braucht, wirst du ein Zimmer für ihn frei haben?“ Jez ließ nicht locker. Er wusste, dass sein Plan gerade aufging, denn er spürte das Unverständnis in Alec. Alles war in Gang gekommen, sie mussten schnell handeln. „Wirst du?“, fragte er also noch einmal mit Nachdruck.

Alec konnte nicht fassen, was er gehört hatte. Er sollte Jack hier einziehen lassen? An sich kein Problem, denn die meisten Zimmer des Hauses waren ungenutzt, doch wollte Jack das auch? Besser noch: wollte Alec ihn in seiner Nähe, ihn täglich sehen? Wissen, dass Jack ihn weder mochte, noch sehen wollte? Sollte er sich selbst so demütigen? Er brachte gar nichts über seine Lippen und so trat Jez auf ihn zu.

„Die Zeit drängt, Alec, es ist kalt draußen!“

„Wenn er nirgends hin kann, so soll er eben hier her kommen“, sagte Alec resigniert. Irgendwie hatte er bei dem ganzen Unterfangen kein gutes Gefühl.

„Du musst ihn holen“, sagte Jez und Alec sah ihn wütend an.

„Sonst noch Wünsche?“

„Fahr einfach zu seiner Wohnung, der Rest ergibt sich“, sagte Jez und verschwand mit dem kleinen Elfen. Er musste nach Jack sehen, damit der nicht einfach wegrannte. Timing war jetzt alles.

Alec blieb allein zurück. Was sollte er jetzt machen? Sollte er sich noch einmal zum Dorfdeppen machen und zu Jack fahren, glaubend, er wäre rausgeflogen und würde nur auf seinen Retter in der schwarzen Limousine warten? Das war naiv, aber das hatte Alec noch nie davon abgehalten, etwas zu tun. Sein Herz drängte danach. Wenn Jack wirklich Hilfe brauchte, dann konnte er ihn doch nicht einfach so hängen lassen. Irgendwie glaubte er dem Engel, dass Jack rausgeflogen war. Er wusste selber nicht warum, aber warum sollte der lügen? Und selbst wenn. Sollte es nicht an dem sein, konnte sich Alec ungesehen wieder verdrücken.

Also schloss er seine Jacke wieder und gab der Dienerschaft Anweisung, das Zimmer neben seinem herzurichten und die Limousine vorfahren zu lassen. Er würde jemanden mitbringen.



+++



Ungläubig starrte Jack auf den Zettel. Nichts ahnend war er heim gekommen und fand vor der Tür plötzlich all seine Sachen in zwei Taschen gepackt und darauf ein Fetzen Papier: „Ich hab dir gesagt, bezahl endlich deine Miete!“ Fassungslos hatte er das gelesen, denn wenn er eines wusste, dann dass er jeden Monatsersten seine Dollar auf den Tisch gelegt hatte. Auch diesen Monat, er wusste es ganz genau!

Doch klingeln hatte keinen Sinn, es schien keiner da zu sein.

Aufschließen hatte keinen Sinn, jemand hatte die Schlösser getauscht!

Das hier war von langer Hand vorbereitet worden und Jack wusste gar nicht, was er machen sollte. Draußen ging die Welt unter, es hatte immer mehr angefangen zu schneien. Wo sollte er denn jetzt hin?

„Steven, du Arsch du! Gib mir mein Geld wieder, wenn du mich schon vor die Tür setzt!“, brüllte er immer wieder, auch wenn er wusste, dass es keinen Sinn machte, denn es war keiner zu Hause! Doch er musste seinen Frust jetzt loswerden. Immer wieder schlug er gegen die Tür, immer wieder trat er dagegen, schrie aus voller Kehle. Bis einer von oben drüber ihm zubrüllte, er solle die Fresse halten, sonst würde er die Polizei rufen. Da beruhigte sich Jack, aber auch nur, weil er keinen Bock auf Knast hatte. Er wusste zu gut, was dort mit Jungs wie ihm passierte. Da hatte er keinen Bock drauf.

Also hängte er sich eine der Reisetaschen über die Schulter, nahm die andere in die Hand und ging langsam die Treppen runter. Dies war also nicht länger sein Zuhause.

Als er hinaus auf die Straße treten wollte, guckte er nicht schlecht, als dort plötzlich der kleine Elf stand, der ihm schon einmal über den Weg gelaufen war. „Hey, Kleiner, was machst du denn hier!“, wollte er etwas überrascht wissen und ließ die Taschen sinken. Der Wind, der durch die geöffnete Tür fegte, war klirrend kalt. Und in diese Kälte sollte er jetzt hinaus treten? Was hatte dieses Leben denn noch an unbrauchbaren Überraschungen für ihn bereit? Jack hatte noch keinen blassen Schimmer, wo er eigentlich bleiben sollte. Am liebsten hätte er sich hier im Hausflur zusammengerollt und gehofft, dass dieser Alptraum bald mal enden würde und er aufwachte.

„Ich hab dich gesucht, Jack!“, sagte Adalbert leise und drückte sich dichter in den Hauseingang. Auch wenn er Jezeriels Jacke trug, so fegte doch der Wind um ihn und zerrte an dem kleinen Körper. „Ich will dir doch nur helfen.“

Doch Jack sah ihn nur sanft lächelnd an. „Is' schon gut, Kleiner, ich muss mal zusehen, dass ich noch einen Platz in einem Asylheim finde, für die Nacht. Ich mag diese klirrende Nacht nicht im Freien verbringen“, sagte er und griff sich seine Taschen wieder. Er hatte keine Zeit, sich noch groß mit Adalbert zu befassen. Er musste sich beeilen. Als er aus der Tür trat, spürte er die Kälte erst richtig. Sie kroch unter die relativ dünnen Sachen und umklammerte den jungen Mann mit eisigen Krallen. Es schmerzte im Gesicht, weil er gegen den Wind laufen musste und er musste sich weit nach vorn beugen, weil der Wind, der ihm entgegen kam, so stark war, dass er ihn hätte umwerfen können.

„Jack!“, rief Adalbert ihm hinterher und lief ihm nach. Der konnte doch jetzt nicht einfach gehen! Sie hatten das so schön eingefädelt, Alec waren doch schon auf dem Weg hier her. Durch diesen verdammten Schneesturm aber kam die Limousine nur langsam vorwärts. Panik beschlich den kleinen Elfen. Er sollte Jack festhalten, damit er nicht einfach ging, Jez hatte ihm das aufgetragen. Doch was machte er? Guckte Jack hinterher, wie er von den großen, schweren Flocken verschlungen wurde, starrte auf den breiten Rücken, der langsam im wirren Tanz des Schnees verschwand. Hastig lief Adalbert ihm wieder nach. „Jack“, rief er verzweifelt, doch der sah sich nicht einmal mehr um. Was sollte Adalbert denn jetzt machen? Das war doch ein Alptraum!

Adalbert seufzte und lief los, der Schnee ließ ihn die Augen fast zusammenkneifen. Nur aus kleinen Schlitzen sah er noch verschwommen, wo er hin laufen musste. Fast wäre er noch überfahren worden, weil er die rote Ampel nicht gesehen hatte und so riss ihn Jack an der Jacke zurück. „Sag mal, Kleiner, bist du noch ganz bei Trost?“, brachte er keuchend hervor. Seine Taschen waren in den kniehohen Schnee gefallen und er sah Adalbert wütend an. „Geh nach Hause!“

Doch der kleine, sture Elf schüttelte nur den Kopf. „Nein, ich muss auf dich aufpassen und ich muss dir helfen, ich...“

„Halt die Klappe und geh endlich heim. Kinder sollten bei diesem Wetter nicht auf der Straße herum laufen!“

„Aber, Jack“, versuchte es Adalbert noch einmal. Das war doch zum Verzweifeln. Der harsche Schnee brannte in den Augen. Die Flocken sahen so weich aus, doch sie taten weh, überall wo sie die Haut berührten. Es war eine gefährliche Schönheit, trügerisch. Er konnte Jack doch nicht in diesem Schneechaos in sein Unglück laufen lassen, vielleicht sogar in seinen Tod, wenn Rettung doch schon unterwegs war. Wo blieben die denn nur? Verdammt noch mal!

Natürlich fluchte der Elf nur ganz leise, damit es keiner hörte.

„Hör auf zu widersprechen und geh heim, Kleiner!“ Noch einmal wandte sich Jack um, griff seine Taschen und stapfte über die Straße davon. Adalbert blieb allein zurück. Fassungslos. Wie konnte jemand sehenden Auges in sein Verderben laufen und sich nicht helfen lassen? Das war doch verrückt. Was sollte er denn jetzt noch tun?

Immer kleiner wurde die Silhouette des Mannes im Schneesturm. Noch einen Meter und er verschwamm mit dem tobenden Weiß.

Doch der Elf ließ sich noch nicht abschütteln. Manchmal mussten Menschen zu ihrem Glück einfach gezwungen werden und bei Alec einzuziehen war immer noch besser als auf der Straße zu erfrieren. Jack würde das schon noch begreifen.

Fast eine Stunde folgte Adalbert seinem Schützling nun schon, doch von Alec und dem Wagen war noch immer nichts zu sehen. Die Gegend wurde ungemütlicher, die Gestalten, die herum lungerten, fragwürdiger. Doch Adalbert zog sich die Jacke höher, steckte die Nase in den feuchten Kragen und stapfte weiter durch den hohen Schnee. Die Fräsen, die die Straßen frei hielten, wussten nicht wo hin mit dem Schnee und räumten ihn einfach auf die Gehwege. Wer jetzt noch aus dem Haus ging, war wohl selber dran schuld oder lebensmüde - so wie Jack.

„Jez, beeilt euch doch mal“, murmelte er vor sich hin. Und als er endlich einen schwarzen Schatten neben sich auf der Straße sah, atmete er erleichtert auf. Endlich! Und keine Sekunde zu spät, denn gerade strauchelte Jack und sank in dem nassen, schweren Schnee zusammen. Er war am Ende seiner Kräfte, denn gegessen hatte er heute auch noch nichts.

Kaum sah Alec das, schoss er aus dem noch fahrenden Wagen und auf Jack zu, zog ihn an sich hoch und hielt ihn fest. Ein Angestellter, der neben dem Fahrer auf dem Vordersitz saß, stieg aus, um die Taschen zu holen und im Kofferraum zu verräumen, während Alec Jack wortlos mit sich in den Wagen zog. Er wunderte sich schon, warum das ohne Gezeter abging, warum Jack sich nicht wehrte und darauf bestand, es selbst zu schaffen, doch stumm war Alec einfach nur froh über diesen Umstand.

Aber Jack war zu schwach, um sich zu wehren. Der Magen schmerzte, die unterkühlte Haut prickelte unangenehm. Als er in die Polster des Wagens sank und der Wind aufgehört hatte, ihm entgegen zu blasen, war er einfach nur froh. Träge sah er Alec an, lächelte kurz und schloss die Augen. Er war müde, so müde.

„Ich warte in deinen Räumen auf dich und lass ein warmes Bad für ihn ein“, erklärte Jezeriel und griff sich seinen kleinen, durchgefrorenen Elfen, schloss ihn fest in seine Arme und verschwand vor Alecs Augen, der sich daran mittlerweile so gut wie gewöhnt hatte.

„Schlaf, Jack“, flüsterte Alec nur und zog den unterkühlten Körper in seine Arme, als der Wagen langsam anfuhr und sich durch die tobende, weiße Pracht schlug. Seine Hände strichen über Jacks Körper, legten sich wärmend auf die kalten Hautstellen. Es war erschreckend, wie wenig Widerstand Jack dagegen leistete. Es war schwer für Alec, die Situation nicht auszunutzen, sich Jack nicht aufzuzwingen. Geduld war noch nie seine Stärke gewesen.

Doch er ließ es sich nicht nehmen, sich das schöne Gesicht noch mehr einzuprägen als er es schon getan hatte. Seine Finger strichen zart über Jacks Stirn. Nass war sie vom Schnee und ausgekühlt. Schweiß mischte sich mit dem geschmolzenen Schnee, hoffentlich wurde er nicht krank!

Weiter glitten die Finger über die geschlossenen Augen über die Nase und zu den leicht geöffneten Lippen. „Mach es mir doch nicht so schwer, Jack!“, murmelte Alec leise. Er kam sich so veralbert vor. Was tat er hier eigentlich? Kümmerte sich um einen Kerl, der ihn nicht mochte? Das war doch masochistisch, selbstzerstörerisch! Und doch konnte er von Jack nicht lassen.

Keine Frau hatte ihn je so erregt wie dieser kräftige Körper. Von keinem anderen hatte Alec je so intensiv geträumt wie von Jack - von der weichen Haut, den betörenden Augen, der dunklen Stimme, die im Dunkeln der Nacht seinen Namen stöhnte.

Aber was machte er sich vor? Jack hatte ihm deutlich gesagt, dass er seine Gefühle nicht erwidern konnte.

Für Alecs Geschmack etwas zu deutlich, doch er konnte ihm nicht einmal dafür böse sein.

War das nicht krank?

Seine Freunde hatte er vor den Kopf geschlagen, weil er mit ihnen nicht darüber reden konnte, dass er von einem Mann träumte und nicht von einer Frau. Er wusste, dass es falsch war - er wusste es wohl viel zu gut, doch er konnte nicht anders.

Schämte er sich?

Alec wusste es nicht und der Blick auf Jacks schlafendes Gesicht wollte ihn leugnen lassen. Nein, er schämte sich nicht, doch warum wussten dann seine Freunde nichts davon?

Wie oft Alec schon in diesem Teufelskreis gefangen gewesen war. Wie oft er schon darüber nachgedacht hatte, wie es geworden wäre, hätte Jack nicht nein gesagt. Vielleicht war das hier seine letzte Chance. Er durfte sie nicht einfach wegwerfen. Seine Hand strich träge über Jacks Brust, der nun auf seinem Schoß lag, während er gedankenversunken aus dem fast zugeschneiten Fenster starrte. Die Stadt war erstart, das Leben von den Straßen verschwunden.

Sie brauchten noch eine halbe Stunde, bis sie wieder vor dem überdachten Eingang des Anwesens standen, wo Jezeriel und Adalbert schon auf sie warteten. Während Alec Jack auf seinen Armen durch das Haus trug, weil er das keinen anderen machen lassen wollte, brachten der Engel und der kleine Elf die Taschen hinterher. Ganz aufgeregt beobachtete Adalbert seine beiden Schützlinge. Hatten sie sich schon verändert?

Eilig trug Alec Jack in sein Zimmer und legte ihn dort auf die Couch. „Na? Besser?“, fragte er, weil Jack ihn fragend ansah. Als auch der kleine Elf sich daneben knien wollte, zog Jezeriel ihn zurück.

„Lass die beiden das allein machen, wir können nichts mehr machen, es liegt in ihrer Hand“, sagte er leise und irgendwie hatte Adalbert das ungute Gefühl, auch heute wieder leer auszugehen, weil die beiden nicht zueinander fanden - es war frustrierend. Doch er war tapfer und sagte nichts. Er hatte Jez versprochen, durchzuhalten und sein Bestes zu geben, egal was für Widrigkeiten das Leben noch für ihn bereithielt.

Also zog er sich zurück und ließ sich von Jezeriel in dessen Flügel schlagen, um unsichtbar zu werden.

So konnte er nur zusehen, wie Jack ruhig aber bestimmt erklärte, dass er Alec dankbar wäre, es an ihrer Beziehung zueinander aber nichts ändern würde.

„Das weiß ich auch“, knurrte Alec, als er sich neben Jack auf die Couch fallen ließ. „Ich hatte nicht vor, dich zu kaufen, ich wollte dir nur helfen und jetzt geh in die Badewanne, wärm dich auf. Ich bestell Essen und dann kannst du schlafen.“ Es fiel Alec nicht leicht, diese Worte so gleichgültig zu sprechen. Er hätte lieber andere Dinge gesagt und noch lieber hätte er andere Dinge von Jack gehört - doch er musste respektieren, dass Jack ihn nicht wollte. Alles was er tun konnte, war für ihn da zu sein, ein Freund zu werden.

Vielleicht irgendwann - wenn der Schmerz in seiner Brust, bei Jacks Anblick, nachgelassen hatte.

„Warum tust du das dann? Ich kann dir nichts zurückgeben für deine Hilfe? Willst du mit mir schlafen dafür?“, fragte Jack. Er hatte sich aufgesetzt und sah Alec forschend an, doch der wusste in seiner Perplexität gar nicht, was er darauf sagen sollte. So schoss er hoch und ging aus dem Raum.

In der Tür sah er noch einmal zurück. „Du hast nichts begriffen, Jack, gar nichts“, dann war die Tür zu und Jack allein.

Was war das denn eben gewesen? Die Frage war doch legitim. Seit wann tat Alec etwas ohne Begleichung? Der Kerl wollte doch was! Nur was?

Jack seufzte und ließ sich wieder auf die Seite fallen - was war es nur, was Alec wollte?

Adalbert wollte sich befreien und mit ihm reden, ihm sagen, dass er das alles völlig falsch sah, doch Jezeriel hinderte ihn daran. „Hier können wir erst einmal nicht mehr tun, Kleiner. Lass uns gehen.“

„Nein, wir können ihn doch nicht in dem Glauben lassen!“ Adalbert zappelte, er konnte noch nicht gehen, er konnte noch nicht verschwinden und Jack mit diesen wirren Gedanken allein lassen.

„Adalbert, sei vernünftig“, bat Jez, doch der kleine Elf schüttelte nur den Kopf. Nicht schon wieder. Das war schon der dritte Versuch mit den beiden und der durfte doch nicht auch noch scheitern. Das war doch nicht fair. „Sie müssen ihre Gefühle selber finden, die kannst du ihnen nicht einreden!“

„Ach und was hast du mit Alec gemacht? So lange auf ihn eingeredet...“

„Bis er begriffen hat. Er hat Jack schon vorher geliebt, das musste ich nur freilegen. Bei Jack ist das anders“, erklärte der Engel und drückte seinen kleinen Elf wieder fest an sich. Der seufzte nur.

„Du meinst also, er liebt Alec wirklich nicht? Wie grausam ist denn der Elfenrat, dass er so etwas zulässt.“

Darauf wusste auch der Engel keine Erwiderung mehr. Warum ließen die Elfen die beiden so verwirrt zurück?



Alec lag auf seinem Bett und starrte an die Decke und Jack lag in der Wanne und tat das gleiche.

Würden ihre Wege sich irgendwann nicht mehr nur kreuzen, sondern parallel laufen?

Wer wusste das schon?